Eine Alternative zu Hiroshima

Das zerstörte Hiroshima

Heute jährt sich zum 67. Mal der Tag, an dem die Amerikaner in Hiroshima eine Atombombe abwarfen, um die Japaner zur Kapitulation zu zwingen. Über 200.000 Japaner und Koreaner sind an den Folgen des Einsatzes gestorben. In den USA und in vielen anderen Ländern wird der Einsatz der Atombombe bis heute mehrheitlich als gerechtfertigt angesehen. Die Meinungen variieren von Alter, Geschlecht und politischer Einstellung. Die meisten, die die Atombombenabwürfe verurteilen, sind links eingestellt. Das hindert mich jedoch nicht daran, ebenfalls eine kritische Stellung einzunehmen, ohne den Atombombenabwurf grundsätzlich abzulehnen. Meine Ansicht ist, dass die Amerikaner die Alternativen zum Atombombenabwurf nicht gründlich genug untersucht haben.

Mit Sicherheit hätten die Japaner selbst keine Bedenken gehabt, die Atombombe über eine amerikanische Großstadt abzuwerfen, wenn sie selbst in den Besitz dieser Waffe gekommen wären. Die Kriegsführung der Japaner nahm keine Rücksicht auf alle Regeln der Menschlichkeit. Millionen wurden von den Japanern umgebracht oder versklavt. Die japanischen Zivilisten waren fast alle von der rassischen Überlegenheit ihres Volkes überzeugt und damit beschäftigt, kriegswichtige Produkte herzustellen. Die Japaner hatten alles in den Dienst des Krieges gestellt. Dies könnte zum Schluss verleiten, dass der einzige Weg, den Krieg ohne den Atombombenabwurf zu beenden, der gewesen wäre, das Leben von Hunderttausenden amerikanischen Soldaten zu opfern, nur, um das von fanatischen, amerikahassenden Japanern zu retten.

Wenn ein Mensch eine Bedrohung für das Leben von anderen Menschen ist, darf er notfalls getötet werden, da er selbst die Rechte von anderen Menschen missachtet. Doch eine radikale politische Einstellung führt nicht dazu, dass ein Mensch sein Recht auf Leben verwirkt hat. Selbst wenn die meisten Opfer von Hiroshima Amerika gehasst hätten, waren sie nicht bewaffnet und stellten keine direkte Bedrohung dar, von daher gab es keine Rechtfertigung, sie einfach wahllos umzubringen. Viele Staaten im Nahen Osten haben Bevölkerungen, in denen weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung die USA und Israel hassen. Das allein gibt den Amerikanern und den Israelis aber nicht das Recht, überall in der islamischen Welt Bomben abzuwerfen. Eine militärische Bedrohung, wie z.B. durch Raketenbeschuss (Gaza), muss schon vorhanden sein.

Das wahllose Töten von Zivilisten bedeutet letztlich, dass man die kollektivistische Einstellung des Feindes kopiert. Der Islamist sagt: Jeder Amerikaner ist ein Kaffir und darf getötet werden. Wenn auf die Rücksicht auf Zivilisten verzichtet wird, bedeutet das: Jeder Muslim ist ein Feind und darf getötet werden. Durch so eine Einstellung würden nicht nur unschuldige Zivilisten ermordet und Racheakte heraufbeschworen werden, sondern auch die postulierte moralische Überlegenheit des Westens in Frage gestellt. Jeder Angriff auf Zivilisten, die keine Bedrohung darstellen, ist moralisch nicht zu rechtfertigen. Auch der Einsatz von Folter bei der Terrorbekämpfung (Waterboarding) ist nicht gerechtfertigt, denn wenn ein Feind gefangen und entwaffnet ist, stellt er keine Bedrohung mehr da und muss mit rechtsstaatlichen Mitteln behandelt werden, egal, welche radikalen Ansichten er vertritt.

Rückblickend lässt sich sagen, dass die Amerikaner die Alternativen zum Atombombenabwurf nicht gründlich genug untersucht haben. Der Abwurf der Bombe auf ein militärisches statt eines zivilen Ziels wäre gerechtfertigt gewesen. Die Demonstration der Bombe hätte den Japanern klar gemacht, dass sie den Krieg nicht mehr gewinnen können. Wenn nicht schon Hiroshima, dann hätte zumindest Nagasaki verschont bleiben müssen. Außerdem könnte der Kriegseintritt der Sowjetunion die Japaner mehr beeindruckt haben als die Vernichtung Hiroshimas und Nagasakis. Immerhin kosteten beide Aktionen jeweils weniger Opfer als der Luftangriff auf Tokyo fünf Monate zuvor, der mit mehr als 100.000 Todesopfern als der schlimmste aller Zeiten gilt, Japan aber nicht zur Kapitulation zwang. Die Politik der Alliierten war brutal: Zuerst Appeasement, dann Dresden und Hiroshima.

31 Antworten to “Eine Alternative zu Hiroshima”

  1. American Viewer Says:

    Warum interessieren sich eigentlich so viele Menschen, gerade aus dem linken Lager, für Hiroshima und Nagasaki? Drei Mal darf man raten.

    • arprin Says:

      Diese Keule musste ja kommen. Schon im ersten Kommentar. Dabei hatte ich mich ja eigentlich abgesichert: „Die meisten, die die Atombombenabwürfe verurteilen, sind links eingestellt. Das hindert mich jedoch nicht daran, ebenfalls eine kritische Stellung einzunehmen, ohne den Atombombenabwurf grundsätzlich abzulehnen.“

      Ich gehe nicht einfach nach dem Motto: Was die Linken gut finden, finde ich schlecht. Das hindert einem doch beim freien Denken. Die Linken-Keule ist genauso unnötig wie die Nazi-Keule.

      • American Viewer Says:

        Eine Keule kann ich da nicht erkennen. Was soll die Keule sein? Die Keule spielt sich in deinem Kopf ab.

        Die Frage war ernst und sachlich gemeint. Ich kann sie auch umformulieren: Warum interessierst du dich für Hiroshima und Nagasaki? Versuche doch bitte einmal deine Motivation in einem Satz zu formulieren.

        Das würde mich wirklich interessieren. Danach sage ich in einem kurzen Satz, was ich für die Motivation halte. Wer weiß vielleicht denken wir ja das gleiche.

      • arprin Says:

        Die Keule, dass, weil Linke dieselbe Meinung haben, diese Meinung falsch ist. So nach dem Motto: Die Linken finden den Papst schlecht, also ist der Papst cool.

        Ich interessiere mich gar nicht so sehr für Hiroshima und Nagasaki. Wie viele Artikel habe ich denn dazu geschrieben?

        Meine Motivation für diesen Artikel war, dass ich meine Meinung zu diesem Thema ausdrücken wollte. Was denkst du? Antiamerikanismus, Gutmenschentum, Kulturrelativismus?

  2. American Viewer Says:

    Der Artikel ist so ein bisschen lame, muss ich sagen. Arg vorhersehbar. Und am Ende hat man erst nicht die im Titel angekündigte Alternative.

    Hiroshima-war-so-schrecklich-böse-Artikel gibt es schon wie Sand am Meer. Die Gegenthese „Warum Hiroshima richtig war!“ wäre doch mal wirklich interessant und neu gewesen. Vor allem auch im deutschsprachigen Raum.

    • besucher Says:

      Schreib Du doch den Artikel: „Warum Dresden richtig war“ 😉

      • American Viewer Says:

        Das war kein Scherz von meiner Seite. Wenn ich Zeit habe, kann ich durchaus mal wieder einen Artikel schreiben, warum Hiroshima und Dresden richtig waren.

        Ich habe zu diesen Themen schon ab und an in der wikipedia geschrieben, weil die Artikel dort zum Teil extrem einseitig waren. Der englische Artikel über Hiroshima ist mittlerweile ganz gut.

        Selbst der deutsche Artikel hat sich zumindest ein bisschen verbessert, wenn man weiß wie extrem einseitig er davor war. Ein Verbund aus Claudia Roth, NPD und attac quasi.

      • arprin Says:

        Vielleicht kann ich dir weiterhelfen? Wir hatten ja vor einem Jahr schon eine ähnliche Diskussion…
        https://arprin.wordpress.com/2011/08/06/als-little-boy-die-welt-veranderte/#comment-270

        „Deutschland war im wahrsten Sinne des Wortes nur noch am Boden tätig. Die Luftabwehr war praktisch nicht mehr vorhanden. Was hätten wir denn machen sollen?! Auf die Luftüberlegenheit verzichten? Was hätten dazu wohl unsere Soldaten gesagt? “Hey GIs passt mal auf, wir können zwar den deutschen Nachschub komplett lahmlegen, aber das machen wir nicht, weil wir haben keine Präzisionsbomben und der Deutsche sagt dann hinterher das wären Kriegsverbrechen. Der Volkssturm ist auch nicht so schlimm. Erobert Deutschland schön Haus für Haus, lasst die deutschen Frauen weiter Granaten basteln, Hauptsache es sterben keine Deutschen im Bombenhagel.”

        Bei aller Liebe, aber das ist nicht vermittelbar.

        Ein militärisches Ziel anzugreifen wäre doch auch eine Option gewesen.

        Was heißt schon militärisches Ziel im zweiten Weltkrieg?! Mach dir das bitte mal klar. Der totale Krieg war ja nicht nur Nazi-Propaganda, der totale Krieg war umgesetzte Realität.

        Die gesamte japanische und deutsche Bevölkerung zwischen ca. 15 und 60 Jahren hat nur noch “kriegswichtige” Dienste verrichtet. In den großen Städten wurden Tag ein Tag aus Granaten, Munition, Mörser usw. usw. hergestellt. Natürlich auch unter Zwang, natürlich auch von Zwangsarbeitern, aber darauf konnte man keine Rücksicht nehmen. Die Vermittelbarkeit ist nicht gegeben. Oder wie sollte das gehen? So vielleicht:

        Buddy wir mussten dir leider beide Beine amputieren, wegen Granatsplitter. Die Granate kam aus Dresden. Da konnten wir aber leider nicht bombadieren, sonst wären Deutsche und Zwangsarbeiter gestorben. Außerdem wird die Altstadt mal Weltkulturerbe. Du verstehst das sicher.

        Die Deutschen wussten auch ganz genau, dass die großen Städte alle bombadiert werden. Das war Alltag. Wer konnte hat am Stadtrand im Freien geschlafen, Kinder wurden aufs Land verschickt. Die deutsche und japanische Regierung hat ihren Bürgern aber nicht selten strikt verboten, die Städte zu verlassen.

        Man hat bombadiert bis ihr Deutschen und die Japaner sich ergeben haben. Hellseherische Fähigkeiten wann das sein würde, hatte keiner. Dazu waren weite Teile der Bevölkerung einfach zu fanatisch, zu gewillt bis in den Tod zu kämpfen. Und sei es auch nicht so aussichtlos. Das macht es doppelt hart gegen solche Leute zu kämpfen. Und jeden Angriff den die Luftwaffe zur Unterstützung fliegt, empfindet man als Segen.
        Da nimmt man keine Rücksicht, da wird geflogen, was die Kapazitäten hergeben. Nach der Kapitulation haben wir euch sofort beide Arme ausgestreckt. Mehr kann man wirklich nicht machen.“

        Das kann dir ja bei deinem Artikel nützlich sein.

      • besucher Says:

        Siehe Antwort unten: Bitte nicht Dresden mit Hiroshima vergleichen. Die militärische Lage war eine gänzlich andere.

      • besucher Says:

        @arprin

        Oh den Artikel kannte ich bisher nicht. Da haben wir ja fast die gleiche Meinung.

    • arprin Says:

      Ich sagte ja, dass ich den Einsatz der Atombombe nicht grundsätzlich ablehne. Die „Alternative“ wäre gewesen: „Der Abwurf der Bombe auf ein militärisches statt eines zivilen Ziels wäre gerechtfertigt gewesen. Die Demonstration der Bombe hätte den Japanern klar gemacht, dass sie den Krieg nicht mehr gewinnen können. Wenn nicht schon Hiroshima, dann hätte zumindest Nagasaki verschont bleiben müssen. Außerdem könnte der Kriegseintritt der Sowjetunion die Japaner mehr beeindruckt haben als die Vernichtung Hiroshimas und Nagasakis.“

      Hiroshima-war-so-schrecklich-böse-Artikel gibt es schon wie Sand am Meer. Die Gegenthese „Warum Hiroshima richtig war!“ wäre doch mal wirklich interessant und neu gewesen.

      Ja, aber ich habe nunmal eine andere Meinung. Die kann ich ja nicht über Bord werfen, um den prozentuellen Anteil auszugleichen.

  3. W. Caldonazzi Says:

    Wem ist eine Regierung eines Landes verpflichtet? Sicher nicht dem mörderischen und alle Regeln der Zivilisation missachtenden Feind.

    Ohne Hiroshima und Nagasaki hätten die Japaner im August 45 nicht kapituliert.

    • besucher Says:

      Höchstwahrscheinlich nicht.
      Aber wie arprin schon sagt, eine militärische Demonstration in einem Industriegebiet oder dünner besiedeltem Gebiet mit der folgenden Drohung: Die nächste geht auf Tokio wenn ihr nicht kapituliert wäre auch ne Möglichkeit,

      • W. Caldonazzi Says:

        Wenn einer schreit: Wollt ihr den totalen Krieg? und die Antwort lautet: Jaaaaaaaaaaaaaaaa, dann war Dresden darauf eine durchaus angemessene Antwort. Für die Bombardierung von Dresden gilt das, was für Hiroshima auch gilt.

        Ich finde es ziemlich vermessen heute, nach 67 Jahren, die Maßnahmen der Alliierten nach Gutmenschenmanier zu kritisieren, oder wie es die Revisionisten tun, die Geschichte umschreiben zu wollen. Wir sollten doch eigentlich dankbar sein, dass uns die Nazi-Herrschaft erspart geblieben ist und wir statt dessen die Nutznießer des Marshallplanes geworden sind.

      • besucher Says:

        Sehr eindimensionale Sichtweise.
        Der Krieg war seit Sommer 1944 verloren, auch nach einem gelungenen Staufenberg-Putsch hätten die Allierten auf totaler Kapitulation und Besetzung bestanden was aufgrund der Aussichtslosigkeit auch erfolgt wäre.
        Wenn es zu einem Bürgerkrieg zwischen Putschisten und den Nazis gekommen wäre wäre die Besetzung vermutlich noch bis Ende 1944 erfolgt.

        Um auf die Bombardierungen zurückzukommen:
        Den Kriegsausgang haben die Bombardierungen der mitteldeutschen Städte ab Ende 1944 überhaupt nicht beeinflusst. Sie waren überflüssig und das ist eine Analyse die man nicht der NPD überlassen sollte die damit die Boshaftigkeit der Allierten untermauern und den Deutschen als Opfer glorifizieren können.

  4. American Viewer Says:

    Die Keule, dass, weil Linke dieselbe Meinung haben, diese Meinung falsch ist.

    Das ist genau der Punkt. Du unterstellst mir eine „Keule“, die ich nicht benutzt habe. Die Keule spielt sich in deinem Kopf ab. Ich habe lediglich gefragt, warum sich so viele Menschen, gerade aus dem linken Lager, für Hiroshima interessieren. Dass es gerade Leute aus dem linken Lager sind, ist nichts weiter als eine Feststellung. Eine Feststellung, die ich übrigens aus deinem Text übernommen habe! Das kann doch nicht sein, dass du Dinge feststellen darfst und wenn ich diese Einschätzung dann wiederhole, ist es plötzlich eine Keule. Also bitte.

    • arprin Says:

      Ich hatte festgestellt, dass Linke den Atombombeneinsatz verurteilen, um dann im selben Atemzug zu erklären, das mich das nicht hindert, genauso zu denken.

      Dass Linke den Atombombeneinsatz verurteilen, spielt doch in dieser Diskussion keine Rolle, weil ich nicht links bin. Es überhaupt zu erwähnen, war schon unnötig. Die Motive der Linken sind nicht meine Motive. Genauso sinnlos wäre es zu fragen: Warum ist die NPD gegen die EU? Das klingt dann nämlich so, als ob man eine geistige Nähe zwischen EU-Gegnern und Nazis herstellt.

      Es sind übrigens nicht nur Linke, sondern vor allem libertäre Kreise, die den Atombombeneinsatz verurteilen:
      Mises Institute: The Hiroshima Myth
      Ron Paul: ‚If Harry Truman was not a war criminal, then no one ever was‘

      Wobei deren Argumente ziemlich schwach sind. So behauptet John V.Denson im Mises Institute, dass die Japaner im Mai 1945 zur Kapitulation bereit waren.

      • American Viewer Says:

        Dass Linke den Atombombeneinsatz verurteilen, spielt doch in dieser Diskussion keine Rolle, weil ich nicht links bin. Es überhaupt zu erwähnen, war schon unnötig.

        Du hast es erwähnt, also darf ich es auch erwähnen. Oder nicht? Von mir jedenfalls war das nicht wertend gemeint. Es ist halt einfach so. Ich teile viele linke Ansichten. Abtreibung zum Beispiel. Die ganze Aufklärung war einmal links. So what? Das ist doch kein Beinbruch, wenn man sagt, welches Lager wie denkt. Aber deine Distanzierung ist mir auch aufgefallen. Das finde ich viel eher unnötig. Das macht schon deutlich, dass du das als eine Art Beleidigung empfindest, wenn man nur erwähnt, dass Linke (und Ron Paul!) da sehr ähnlich denken. Also sorry.

        Ich habe nichts gegen Linke, um das mal darzustellen. Es geht nicht ohne Linke in dieser Welt. Sie sind das Yin zum Yang, das Wasser zum Feuer, die Lannisters zu den Starks. Oder andersherum. So in die Richtung.

      • arprin Says:

        Man darf alles erwähnen. Und ich empfinde es nicht als Beleidigung, wenn man sagt, dass ich in einem Thema genauso denke wie die Linken (oder Ron Paul. Die Tragik bei Ron Paul ist ja, dass er in bestimmten Themen genial ist und in anderen völlig verrückt ist).

        Nur: Der Grund, warum die Linken den Atombombeneinsatz verurteilen, ist ein anderer als bei mir. Wenn man einen Zusammenhang stellt, klingt es so, als würde man aus denselben Motiven dieselbe Meinung haben.

      • besucher Says:

        Der Tenno dachte erstmals an Kapitulation als er Tokio nach den Bombenangriffen sah. Da es großflächig aus Holzbauten bestand ist es komplett abgebrannt.
        Die Generalität wollte aber unbedingt weitermachen.

  5. American Viewer Says:

    Hm. Will irgendwie nicht mehr.

  6. American Viewer Says:

    Will immer noch nicht. Vielleicht muss arprin den Kommentar erst noch genehmigen? Wortfilter? Links sind keine enthalten. Böse Wörter auch nicht. Komischer Bug.

    • arprin Says:

      Der Kommentar war im Spam-Filter gelandet. Ist jetzt freigeschaltet.

      (Edit: Nein, einen Wort-Filter habe ich nicht. Ich weiß nicht, warum der Kommentar nicht sofort freigeschaltet wurde)

  7. Alreech Says:

    Das Japanische Kaiserreich hat nach dem Abwurf auf Hiroshima nicht kapituliert – wieso also hätten die USA auf einen zweiten Abwurf der Atombombe verzichten sollen ?

    Wenn man will kann man übrigens sowohl Hiroshima als auch Nagasaki als Industriegebiet deklarieren…

  8. aron2201sperber Says:

    ich sehe es mittlerweile auch sehr ähnlich wie du.

    der Krieg gegen Japan war auch so schon gewonnen.

    Nach dem Sieg über die Deutschen hätte man sich schleunigst um China kümmern müssen

    ich habe gerade eine Mao Tse Tung Biographie gelesen:

    http://www.amazon.de/Mao-Leben-Mannes-Schicksal-Volkes/dp/3570550338/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1344527860&sr=8-1

    es ist unglaublich, wie naiv man gegenüber der Bedrohung durch Stalins Schützling Mao war.

    Dass man Mao gewähren ließ, ja sogar aktiv vor Tschiang Kwei Tschek kann ich mir nur mit schlechtem Gewissen wegen des spanischen Bürgerkriegs erklären

    dabei hatten sich sowohl die Sowjets als auch Mao bei der Bekämpfung der Japaner nobel zurückgehalten, und die Last den Amerikanern und Tschiang Kwei Tschek überlassen.
    .
    Hätte man Mao von der Macht ferngehalten, hätte man sich wohl sowohl den Korea-Krieg als auch den Vietnam-Krieg ersparen können.

    und nebenbei Millionen von Chinesen das Leben gerettet

  9. Moralische und strategische Fehler des Westens « Aron Sperber Says:

    […] geht der Frage nach, ob es eine Alternative zum Einsatz der Atombomben gegen Japan […]

  10. arprin Says:

    Nochmal ein Stament dazu:

    Es gibt zwei Gründe, warum der Atombombeneinsatz als gerechtfertigt angesehen wird.

    1. Das moralische Argument: „Wenn der Feind mit totalem Krieg droht, dann darf man auch mit einem totalen Krieg antworten.“ Diese „Kriegsphilosophie“ wird z.B. im Feuerbringer-Blog vertreten. Für mich ist es so, wie ich es im Artikel auch deutlich gemacht habe, dass man die kollektivistische Einstellung des Gegners nicht kopieren darf. Angriffe auf die Zivilbevölkerung sind im jeden Fall zu verurteilen. Wenn sich der Feind hinter der Ziviilbevölkerung versteckt, muss man trotzdem versuchen, zumindest so wenig Zivilisten wie mögich zu töten. Die IDf z.B. warnt die Bewohner von Gaza vor jedem Luftangriff.

    Ich habe auch in folgendem Artikel meine Ansicht verkündet, dass eine Regierung das Recht hat, Terroristen zu bekämpfen, aber dass sie dabei keine Kriegsverbrechen begehen oder die Zivilbevölkerung in Kollektivhaft nehmen darf (wie es z.B. die Kurden, Tamilen und Tschetschenen erlebt haben)
    https://arprin.wordpress.com/2012/07/30/terroristen-oder-widerstandskampfer/

    2. Die strategische Sichtweise: „Es war in Ordnung, weil der Krieg damit schneller beendet wurde.“
    Ich tue mich mit diesem Argument schwer. Der Krieg in Vietnam wäre wohl auch schneller und erfolgreicher beendet gewesen, wenn man eine Atombombe auf Nordvietnam geworfen hätte. Israel könnte der Hamas theoretisch auch sagen: Entweder ihr erkennt unser Existenzrecht an oder wir werfen eine Atombombe über Khan Yunis ab.

    Im Grunde geht die strategische Sichtweise ja davon aus: Wir töten so viele Zivilisten, dass der Feind vor Schreck kapituliert. Wo liegt dann eigentlich der Unterschied zwischen 200 My Lai-Massakern und dem Atombombenabwurf in Hiroshima? Ok, man sagen, dass die Atombombe schneller tötet, aber ansonsten gibt es eigentlich keinen Unterschied zwischen der Vorgehensweise und dem Ergebnis: Man tötet so viele Zivilisten, dass man darauf hofft, dass der Gegner vor Schreck und Angst vor baldiger Vernichtung bei Fortsetzung des Krieges kapituliert (im Grunde war das ja z.B. die Vorgehensweise der sri-lankischen Regierung, als sie im Kampf gegen die Tamil Tigers 40.000 Tamilen umbrachte). Aber wenn die Amerikaner den Krieg in Nordvietnam mit 200 My Lai-Massakern gewonnen hätten, würden die Täter heute als Kriegsverbrecher gelten.

    Man stelle sich mal vor, dass der Feind irrational wäre und den Krieg trotzdem weiterführt, solange sie noch Waffen haben (das haben die Japaner ja eigentlich getan: Der militärisch unnötige Luftangriff auf Tokyo fünf Monate zuvor kostete mehr Opfer als Hiroshima und sie haben trotzdem nicht kapituliert). Dann hat man völlig umsonst Hunderttausende Zivilisten umgebracht, vielleicht sogar ein ganzes Volk.

    Ich habe nicht gesagt, dass ich einen Atombombeneinsatz grundsätzlich ablehne. Ich bin kein Pazifikkriegsexperte und weiß deshalb nicht, ob es noch ein bedeutendes nicht-ziviles, militärisches Ziel gab, deswegen ist meine Meinung dazu nicht unveränderlich.

    Vielleicht wird zumindest meine Intention für die Kritiker dieses Artikels etwas deutlicher.

    • blub Says:

      zu 1. „Seit August 1944 hatten die Westalliierten ca. 10 Millionen Kriegsflugblätter über Dresden abgeworfen, mit denen sie die Bevölkerung zum Aufgeben aufriefen. Am 23. April warf die RAF nochmals 40.000 Flugblätter über dem von der Front umgangenen Dresden ab.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Dresden#F.C3.BCr_die_Alliierten
      Zwar keine Flugblätter in denen explizit vor Bomben gewarnt wird. Aber mit ein bisschen Restschmalz trotz totaler Krieg-Propaganda sollte trotzdem klar gewesen sein, wozu weitermachen führt.

  11. Alreech Says:

    IMHO liegt der Unterschied zwischen dem Massakrieren von Zivilisten und dem Bombenkrieg gegen japanische und europäische Städte (auch die Achse hat mitgebombt) darin das der Bombenkrieg einem strategischen Ziel galt das anders nicht zu erreichen gewesen ist.

    Bei den Bombenangriffen ging es nicht darum möglichst viele Zivilisten zu töten um den Feind zur Kapitulation zu zwingen.
    Die Ziele im Bombenkrieg wurden nach strategischen Gesichtspunkten ausgewählt und angegriffen. Hiroshima, Coventry, Pforzheim, Stuttgart und die Städte im Ruhrgebiet sind eben auch Industriestandorte und Verkehrsknotenpunkte gewesen.

    Hätten die Alliierten 1940 – 45 die Möglichkeit gehabt diese Städte militärisch zu besetzen, um der Achse den Nachschub abzuschneiden ?
    Nein.
    Der Bombenkrieg war die einzige Möglichkeit diese Ziele anzugreifen. Gleichzeitig wurden damit auch Ressourcen gebunden.
    Jeder Jäger und jedes Flakgeschütz an der Heimatfront war ein Jäger oder Flakgeschütz weniger an der Front.
    Jeder Feuerwehrmann der an der Heimatfront unabkömmlich gewesen ist war ein Soldat der an der Front fehlte.
    Jede Arbeitsstunde die zur Behebung der Bombenschäden aufgewendet wurde war eine Arbeitsstunde in der keine neuen Waffen und keine neue Munition produziert wurde.

    Massaker an Zivilisten haben dagegen kein Strategische Ziel. Was soll das strategische Ziel des Massakers von My Lai gewesen sein, und hätte dieses Ziel nicht auch anders erreicht werden können ?

    Sicherlich richtig ist die Fragestellung ob der Abwurf einer Atombombe auf eine Stadt anders zu bewerten ist als der damals übliche Bombenkrieg.
    Wie schon erwähnt hat der Angriff auf Tokyo mehr Opfer gefordert.

    Die meisten die den Atombombeneinsatz kritisieren machen dies in einem moralisierenden Ton.
    „Hab ich z.B. schon erwähnt das die USA die einzige Nation gewesen sind, die bislang die Atombombe eingesetzt haben ? Das sagt ja schon alles, oder ?“

    Ausserdem wird auch meist ein Bezug zu aktuellen Themen hergestellt:
    „Und ausgerechnet die Amis wollen den Iran die friedliche Nutzung der Atomenergie verbieten ?“

    Und ein ekelhafter Beigeschmack kommt auf, wenn man das ganze mit Israelkritik würzt:
    „Man muß auch erwähnen das es jüdische Wissenschaftler gewesen sind die den Bau und den Einsatz der Atombombe vorgeschlagen haben, und man darf auch nicht vergessen das sich Israel nicht nur weigert atomar abzurüsten sondern auch dem Iran mit Krieg droht“

    Das ganze führt dazu, das man als Kritiker der Atombombenabwürfe schnell im Verdacht steht antiamerikanische Vorurteile zu haben – ganz besonders wenn man sich nicht über dem Pazifikkrieg informiert hat.
    „USA erklärt“ hat zum Pazifikkrieg einmal eine Reihe von Postings gemacht, die ziemlich ausführlich sind.

    Ein Kritiker der Atombombenabwürfe ist Feldmarschall Montgomery.
    Der macht den Beschluss von Casablanca nur eine Bedingungslose Kapitulation von den Achsenmächten zu akzeptieren dafür verantwortlich das weder Deutschland noch Japan kapituliert haben als sich 1943 das Kriegsglück zugunsten der Alliierten wendete.

    Leider macht er keine Angaben wie eine akzeptable Kapitulation von Japan, Italien und Deutschland 1943 hätte aussehen können.
    Rückzug der deutschen, Italienischen und Japanischen Truppen, aber weiterbestehen der politischen Systeme in diesen Ländern ?
    Es ist illusorisch anzunehmen das Mussolini, Hitler und der Tenno ihrer Entmachtung und der Entwaffnung ihrer Nationen zugestimmt hätten.

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