Ehrung für eine Antisemitin

Das moderne Gesicht des Antisemitismus

Es gibt in Deutschland viele Preise, die besondere Leistungen würdigen und die auch einigermaßen bekannt sind, wie z.B. den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (oder einfach Bundesverdienstkreuz), der alljährlich an mehreren Tausend Menschen verliehen wird. Dann gibt es aber auch Preise, die kaum einer kennt, bis ein Diktator ausgezeichnet wird und die Öffentlichkeit sich darüber empört, wie den Quadriga-Preis (Preisträger 2011: Vladimir Putin) oder den Steiger-Award (Preisträger 2012: Recep Tayyip Erdogan).

Einer dieser weniger bekannten Preise ist der Theodor-W.-Adorno-Preis, der „zur Anerkennung herausragender Leistungen in den Bereichen Philosophie, Musik, Theater und Film“ verliehen wird. In diesem Jahr wird die jüdische Philosophin Judith Butler, die für ihre Gender Studies und Cultural Studies bekannt ist, mit dem Preis ausgezeichnet. Er soll ihr am 11. September verliehen werden. Soweit, so gut. Nur gibt es da etwas, dass bei Butler aus der Reihe fällt: Sie ist eine Antisemitin.

Sie beteiligt sich an der BDS (Boykott, Desinvestition und Sanktionen)-Kampagne, ruft zu einem Boykott aller akademischen und kulturellen Institutionen und Personen Israels auf, wenn diese sich nicht gegen die israelische Besatzungspolitik aussprechen. In Toronto beteiligte sie sich an der „Israeli Apartheid Week“, die Hamas und Hisbollah bezeichnete sie als “soziale, progressive Bewegung“ und „Teil einer globalen Linken” kurz gesagt: Sie ist der Prototyp des modernen Antisemiten.

Zur Erinnerung: Adorno hatte einen jüdischen Vater und galt deshalb in der nationalsozialistischen Diktatur als Jude, obwohl er selbst katholisch getauft war und sich später zum evangelischen Glauben bekannte. Er floh 1934 nach Großbritannien und später in die USA, bevor er 1949 nach Deutschland zurückkehrte. Dass ein nach ihm benannter Preis nun an eine Person verliehen wird, die eine moderne Variante der Nürnberger Rassengesetze praktiziert, ist an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten.

Butler wäre nicht die erste Antisemitin, die in Deutschland ausgezeichnet werden würde. Im Jahr 2009 war bereits Felicia Langer, die Israel als rassistischen Apartheidstaat bezeichnete, mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden. Damals löste dies eine Debatte aus, in dessen Folge einige Preisträger ankündigten, ihr Bundesverdienstkreuz zurückzuschicken. Die Preisvergabe an Butler ist dagegen in den Medien bis jetzt kaum zum Thema gemacht worden. Es bleibt zu hoffen, dass sich das bald ändert und der Adorno-Preis seine gerechte Strafe bekommt: Die Zementierung seiner Bedeutungslosigkeit, genauso wie es mit dem Quadriga-Preis und dem Steiger-Award geschehen ist.

4 Antworten to “Ehrung für eine Antisemitin”

  1. besucher Says:

    Judith Butler ist nur eine geltungssüchtige Trulla die sich in ihren eigenen Theorien verheddert hat und ihren eigenen emazipatorischen Ansatz nicht mehr ertragen kann. Deswegen geht sie auf einmal mit patriarchalen Ideologien ins Bett. Einfach nur armselig.

    (Das war jetzt mal ne Kritik von einem linken Standpunkt aus)

  2. Tom Says:

    Diese ganze postmoderne Ideologie ist doch ein einziger Haufen Unsinn. Ob nun Butler, Foucault oder Derrida. Schade das für diesen Unsinn Steuergelder verschwendet werden. Radikale Kritik an den westlichen Staaten und gleichzeitige Verschweigung jeglichen Unrechts in nichtwestlichen Staaten.

    Zur Lektüre kann ich jedem nur empfehlen: „Explaining Postmodernism: Skepticism and Socialism from Rousseau to Foucault“ von Stephen Hicks.

  3. Horst Stasius Says:

    Ich habe versucht, mit der Neuveroffentlichung meiner vor 50 Jahren geschriebenen Liebesgeschichte „Der Weg nach Israel“ einen kleinen Beitrag zu leisten. Erfolgreich? Horst Stasius.

  4. Horst Stasius Says:

    Ich habe versucht, mit der Neu-Veröffentlichung meiner vor 50 Jahren bei Bertelsmann erschienenen Kurzgeschichte „Der Weg nach Israel“ einen Beitrag zu leisten. Vergeblich? Horst Stasius.

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