Der Teufel der Regulierungen

Das Gesicht der Bürokraten

Es gilt heute als allgemeiner Konsens, dass es der Umwelt so schlecht geht wie noch nie zuvor. Als Grund dafür wird angenommen, dass profitgierige Unternehmen sich nicht um die Natur kümmern würden. Die Umweltzerstörung ist also das Beispiel schlechthin für das sogenannte „Marktversagen“. Um den Planeten zu retten, muss der Staat mit Verboten und Quoten eingreifen. Manche Gesetze, die unser Leben regulieren, sind sicher notwendig. Der Staat verbietet z.B., dass Menschen andere Menschen umbringen. Wenn es hier keine Bestimmungen gäbe, würde es sicher bald zu „Marktversagen“ kommen.

Aber wie viele Regulierungen sind notwendig? Muss der Staat z.B. eingreifen, um die Umwelt zu retten? Sind Umweltschutz und Kapitalismus wirklich unvereinbar? Um staatliche Interventionen zu fordern, werden verschiedene Formen von Marktversagen angeführt. Da wäre z.B. das Problem von asymmetrischen Informationen oder dass der externen Kosten, die durch eine Transaktion einem unbeteiligten Dritten aufgebürdet werden. Oft ist es so, dass dahinter übertriebene Befürchtungen stecken, die durch staatliche Regulierungen keineswegs verbessert werden.

Unnötige Regulierungen führen meistens dazu, dass das Problem, das man lösen wollte, verschlimmert wird. Dies führt dann zu weiteren Regulierungen, da die mangelnde Wirkung der vorangegangenen Regulierungen ebenfalls als „Marktversagen“ gedeutet wird. Ein echter Teufelskreislauf (auch „Interventionsspirale“ genannt). Außerdem fördert die zunehmende Bürokratie die Verbreitung von Korruption. „Je mehr Gesetze, desto mehr Verbrecher“, sagte schon der chinesische Philosoph Lao-tse.

Staatliche Verbote führen in der Regel dazu, dass der Preis für das verbotene Gut in die Höhe getrieben wird. Das bekannteste Beispiel dafür ist natürlich der „Krieg gegen Drogen“. Es gibt jedoch einige andere erstaunliche Beispiele, nämlich das Verbot von Pelzhandel und dem Abholzen von Tropenholz. Die Umweltschützer gehen davon aus, dass sie mit Verboten zum Schutz der Natur beitragen, zu dem der Markt nicht in der Lage sei. Ein gewaltiger Irrtum, der der Natur mehr schadet als ihr hilft. Verbote führen erst zu der bedrohlichen Wilderei, die so sehr beklagt wird.

Der russische Naturschutzexperte Pavel Famenko sagte schon in den 1990ern, dass die Kampagnen gegen Pelzmäntel die größte Gefahr für die sibirischen Tiger darstellen. Einige afrikanische Länder wie z.B. Namibia haben die Besitzrechte an Wildtieren an private Landbesitzer übertragen, dadurch entstanden florierende Nationalparks und der Wildbestand nahm stark zu. In Kanada sorgen profitorientierte Forstunternehmen dafür, dass die riesigen Waldflächen mit ihrer Tiervielfalt erhalten bleiben. Wir brauchen keine Regulierungen: Kapitalismus ist der beste Umweltschützer!

9 Antworten to “Der Teufel der Regulierungen”

  1. Silem Says:

    Welch Ironie. Wenn man aber mal darüber nachdenkt ist die Argumentation bestechend logisch. Was dem Menschen nutzt das schützt er.
    Danke das du das Thema aufgegriffen hast.

  2. American Viewer Says:

    Sehr schöner Artikel. Peter Thiel hatte kürzlich auch einige interessante Gedanken zum Thema Regulation. Mir fehlt im Moment nur leider die Zeit.

  3. Paul Says:

    Na ja, so ganz ohne Regulierung werden wir nicht auskommen. War es Paracelsus, der in Bezug auf die Heildrogen (Medizin) sagte: „Auf die Dosis kommt es an.“
    Zu wenig hilft nicht. Zu viel schadet. Auf das rechte Maß kommt es an.
    Das gilt für viele Lebensbereiche, z.B. die Kindererziehung.
    Aber auch für das soziale Miteinander der Bürger in einem Staat.
    An das Subsidiaritätsprinzip will ich nur erinnern.

    Ganz ohne Regulierung geht es nicht.

    Leider neigt die Politik zur Überregulierung. Jedenfalls in Deutschland. Regulierung ist auch Machtausübung. Welchem Politiker macht das nicht spaß?

    Nur ein Beispiel: Autonummernschilder.
    Warum muss der Staat das in allen Einzelheiten regeln?
    Es würde doch ausreichen, wenn er bestimmte allgemeine Vorgaben macht – Größe des Schildes der Ziffern und Zahlen und deren Anzahl – würde doch ausreiche. Die weitere Ausgestaltung könnte dem Bürger überlassen bleiben, wenn der Staat die Registrierung übernimmt und die Verhinderung von Doppelungen gewährleistet.

    Das rechte Maß der Regulierung würde automatisch zu einem rechten Maß der Bürokratie führen. In der aktuellen Situation wäre die Entbürokratisierung das zwangsläufige erwünschte Ergebnis. Die hohen Verwaltungskosten des Staates könnten gesenkt werden.
    Wenn der Markt die freiwerdenden Arbeitskräfte nicht aufnehmen kann, müsste der Staat regulierend eingreifen. Das wäre dann sinnvoll.

    Das gleiche Ergebnis würde auch bei dem, gegenwärtig zu einer Ersatzreligion hochstilisierten, Umweltschutz eintreten.
    Übrigens beim Denkmalschutz auch.
    Die Zahl der Straßenschildern will ich nur erwähnen.

    Deutschland lebt in einem Regulierungswahn.
    Wegen der an die Regulierung geknüpften Machtausübung und wer gibt schon gerne Macht ab, sehe ich aber für eine wirkliche Deregulierung keine Chancen.

    • arprin Says:

      Ja, ohne Regulierungen geht es auch nicht.

      Was die Politik schaffen muss, ist das rechte Maß einzurichten. Da sie schon das Thema Straßenschilder angesprochen haben:

      „Der Schilderwald auf Deutschlands Straßen muss nach Auffassung von Verkehrsgerichtstags-Präsident Kay Nehm schnell und drastisch gelichtet werden. Die mehr als 20 Millionen Schilder überforderten die Autofahrer und drohten zu einer Verkehrsbehinderung auszuarten, sagte der ehemalige Generalbundesanwalt bei der offiziellen Eröffnung des 48. deutschen Verkehrsgerichtstages am Donnerstag in Goslar.“ (Quelle)

  4. American Viewer Says:

    Ich denke man muss unterscheiden zwischen Regulieren, die den freien Markt erst ermöglichen und solche, die den freien Markt bewusst verhindern.

    Das gleiche gilt für massenhaft Regulierungen, die vorgeben Vebraucher, Schwächere, Umwelt und so weiter zu schützen, in Wirklichkeit aber genau das Gegenteil bewirken. Und zwar ganz bewusst. Aktuelles Beispiel Preisbindungen für Arzneimittel in Deutschland. Politiker aller Parteien behaupten ganz im Ernst diese Gesetze dienen den Verbrauchern.

    Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Und das beste: Die meisten Wähler glauben das sogar noch, vor allem wenn es linke Themen sind? EEG? Dient dem Verbraucher und der Umwelt. Macht den Strompreis billiger. Ökosprit? Gut für die Umwelt! Glühbirnenverbot! Gut für Geldbeutel und Umwelt. Reichensteuer? Gut für die Wirtschaft, gut für mich!

    Das ist die Kunst: Den Wähler so auf den Arm nehmen, dass er am Ende selbst glaubt, er wäre besser dran als vorher.

    Ich glaube die DDR hat das am besten geschafft. Dort glaubten wirklich viele Menschen sie hätten ein gutes Leben. In Kuba und Nordkorea ist es heute vielleicht ganz ähnlich, wer weiß.

    • Ilja Says:

      Was sollen das für „Regulierungen“ sein, die einen Markt ermöglichen? Das kann ja wohl nur die „Regulierung“ sein „Du sollst die Marktteilnehmer nicht umbringen“. Denn Märkte funktionieren ja sogar für Drogen, in Knästen, und in Kriegszeiten gegen den Willen der jeweils Herrschenden.

      • arprin Says:

        Du sollst die Marktteilnehmer nicht umbringen und nicht bestehlen.

        Ansonsten würde ich mich dem Coase-Theorem anschließen:

        „Das Coase-Theorem geht davon aus, dass Märkte unter den gegebenen Annahmen sehr effizient mit Externalitäten umgehen. Demnach sind Märkte in der Lage, die an Externalitäten geknüpften Probleme selbständig auszuräumen und die Ressourcen auf pareto-effizientem Weg aufzuteilen.“

      • American Viewer Says:

        Was sollen das für “Regulierungen” sein, die einen Markt ermöglichen?

        Das stimmt natürlich. Märkte gibt es immer, egal ob man nun reguliert oder nicht.

        Beispiel Organhandel. Ich bin dafür, dass man das endlich legalisiert, es ist aber illegal. In beiden Fällen gibt es natürlich Märkte. Die gesetzliche Einteilung in „legal“ und „illegal“ ist aber auch schon eine Regulation. Legal wäre die positive Regulation, illegal die negative.

        Es gibt also nicht nur immer Märkte, es gibt auch immer Regulationen. Das ist meine These: Man kann nicht nicht regulieren.

        Es kommt folglich auf das „wie“ der Regulation an, nicht auf das „ob“. Von dem „wie“ hängt es ab, ob ein Markt frei ist und gut, oder illegal und nachteilig für bestimmte Teilnehmer.

        Um mal beim Organhandel zu bleiben: Es sind die Verbotsapostel, die tausende Spender und Empfänger in den Tod treiben.

  5. Paul Says:

    Viewer, ich bin Deiner Meinung.
    Einen Aspekt greife ich mal heraus.

    „Ich glaube die DDR hat das am besten geschafft. Dort glaubten wirklich viele Menschen sie hätten ein gutes Leben.“

    Das kann ich aus eigener Anschauung, eigenem Erleben bestätigen.
    Nur die Freiheit fehlte uns, weil wir wie Zootiere durch die Gitter schauen mussten.
    Plötzlich bekamen wir die Freiheit.
    Was ist passiert. Wie viele Zootiere, konnten manche von uns mit der Freiheit nichts anfangen. Auch den Risiken der Freiheit waren manche nicht gewachsen
    Was machen diese Menschen jetzt? Sie meckern, weil das Meckern anscheinend uns Deutschen in die „Wiege gelegt“ wurde. Vielleicht ist auch ein bis jetzt noch nicht entdecktes Gen dafür verantwortlich. 🙂
    Allerdings meckern wir jetzt auf einem viel höheren Niveau als in der DDR. Das vergessen manche Meckerer.
    Das Meckern macht jetzt auch viel mehr Spaß. Besonders wenn ich es im Internet tun kann. 🙂

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