R2P: Aus der Geschichte lernen

Der Kampf gegen das Assad-Regime treibt Millionen Syrer in die Straßen

Syrien ist nicht Libyen. Dies ist nach 17 Monaten Blutvergießen in Syrien deutlich geworden. Während es in Libyen nur vier Wochen dauerte, bis ein internationaler Militäreinsatz die Responsibility to protect (R2P) wahrnahm, ist in Syrien bis jetzt kein  NATO-Einsatz in Sicht. Dies hat mehrere Gründe. Libyen verfügte im Gegensatz zu Syrien über keinen großen internationalen Rückhalt, wie Russland, China und dem Iran. Die Gaddafi-Gegner waren schnell geeint und bildeten einen international anerkannten Übergangsrat, die syrische Opposition dagegen ist zerstritten und war bis jetzt nicht in der Lage, eine Übergangsregierung zu bilden. Doch der eigentliche Grund für die Zurückhaltung des Westens dürfte ein anderer sein.

In der Vergangenheit wurden bei westlichen Militärinterventionen viele Fehler gemacht, so dass Interventionen unpopulär geworden sind. Im Irak wurde der große Fehler gemacht, alle staatlichen Institutionen, sogar die Polizei, nach Saddams Sturz abzuschaffen, wodurch dem Chaos Vorschub geleistet wurde. In den 1980ern machte man den Fehler, die radikalen Mudschaheddin in Afghanistan zu unterstützen, die ihr Land später in finsterste Barbarei verwandeln sollten. Aber nicht alle Interventionen waren falsch. Um den Erfolg einer Intervention beurteilen zu können, muss man sich zuerst im Klaren sein, was für ein Ziel man dabei eigentlich verfolgt. Es kann nur zwei legitime Gründe geben: Wenn ein Staat die Sicherheit seiner Bürger bedroht sieht oder um einen Völkermord zu verhindern (R2P).

Die westliche Intervention in Afghanistan hatte das Ziel, al-Qaida aus dem Land zu jagen, und das wurde erreicht. Der Einsatz in Libyen sollte ein kommendes Massaker in Bengasi verhindern, und das wurde erreicht. Ohne eine Intervention in Afghanistan wäre al-Qaida dort immer noch präsent, ohne eine Intervention in Libyen wäre Bengasi heute in einer Reihe mit Srebrenica oder Hama. Dass weder Afghanistan noch Libyen lupenreine Demokratien sind und viele Probleme haben, macht diese Verdienste nicht gleich schlecht. Eine Intervention in Syrien ist momentan nahezu unmöglich und könnte aufgrund von Assads Chemiewaffen in einem noch größeren Desaster enden. Aber es gibt andere Möglichkeiten, um R2P zu erfüllen. Man muss nur aus der Geschichte lernen.

Übergangsregierung und westliche Bewaffnung als Lösung

Natürlich besteht die syrische Opposition nicht nur aus aufrechten Demokraten. Wenn Assad aus dem Land gejagt wird, wird Syrien keine lupenreine Demokratie werden. Es wird sicher noch weiter bewaffnete Konflikte geben, die man in den Medien allgemein als „Stammeskämpfe“ bezeichnet. Aber diese Entwicklung ist noch mild im Vergleich zu dem, was Syrien bevorsteht, wenn Assad an der Macht bleibt. Es gibt in Syrien Dutzende befreite Städte wie Azaz, Rastan, Yabrud, Kafranbel und Marea, die mit dem Assad-Regime abgeschlossen haben und die sich nicht mehr beugen werden. Diese Städte könnten nur mit dem Einsatz von genozidaler Gewalt wieder von Assad zurückerobert werden- auf Kosten von Hunderttausenden Toten und Millionen Vertriebenen, ähnlich wie es Saddam im Irak 1991 gemacht hat.

Dies wäre das erste Szenario in Syrien. Das zweite wäre, dass die Rebellen den Krieg gewinnen, ohne dass sie zuvor eine Übergangsregierung gebildet hätten und überwiegend von den islamistischen Golfstaaten finanziert worden wären, was bedeutet, dass vor allem die radikalen Kräfte Unterstützung bekommen hätten. Was dann in Syrien folgen könnte, ist kaum besser als das erste Szenario. Die Rebellen würden sich vermutlich kurzfristig auf eine Regierung einigen, aber schon bald anfangen, sich gegenseitig zu bekämpfen und das ganze Land zu ruinieren, so wie es in Afghanistan nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft geschehen ist. In Afghanistan, einem ehemals säkularen Land, kamen schließlich die wahhabitisch-deobandischen Taliban an die Macht und boten bald der al-Qaida Unterschlupf. Weder die Syrer noch der Westen würden von so einem Szenario profitieren.

Doch wie lässt sich dieses Szenario verhindern? Einige könnten meinen: Der Westen sollte den Rebellen nicht helfen (auch wenn Assad dann ein Blankoscheck für Völkermord hätte). Aber in Wirklichkeit ist es genau diese passive Haltung, die die Lage in Syrien eskalieren lässt. Denn ob der Westen will oder nicht, die Rebellen werden ausländische Unterstützung bekommen. Und wenn sie nicht vom Westen bewaffnet werden, werden sie wahrscheinlich Unterstützung von den Golfstaaten bekommen. Welche Kräfte von diesen Ländern finanziert werden würden, dürfte klar sein. Die Assad-Gegner sind so verzweifelt, dass sie jede Hilfe annehmen würden. Sie haben sogar angekündigt, Hilfe von al-Qaida anzunehmen, wenn niemand sonst sie unterstützt.

Bernd Ulrich brachte es in der ZEIT auf den Punkt:

Im Falle von Syrien hat der Westen ausweislich des Nato-Generalsekretärs militärisches Engagement von Anfang an ausgeschlossen. Die Folge war, dass die Rebellen sich unter dem militärischen Druck Assads und im Angesicht von dessen Gräueltaten andere, weniger freiheitlich gesinnte Verbündete gesucht haben, um an Waffen zu kommen. Die nichtmilitärische Politik des Westens hat also ungewollt zur Militarisierung und Brutalisierung des Konflikts beigetragen. … Nicht einzugreifen, das lässt Situationen und Konstellationen entstehen, die dann wieder als Argument dazu dienen können, auch künftig nicht einzugreifen, weil ja immer alle Beteiligten (gleich) böse sind und alles furchtbar unübersichtlich ist. Nicht zu intervenieren kann also leicht zu einer Ideologie des Nichtintervenierens führen.

Bis jetzt sind al-Qaida und andere Islamisten, trotz gegenteiliger Behauptungen in Pro-Assad-Medien, noch in der Minderheit. Die Anzahl von al-Qaida-Kämpfern und ausländischen Mudschaheddin liegt zusammengerechnet im dreistelligen Bereich, die Free Syrian Army dagegen verfügt über 40.000 Kämpfer. Nicht jeder, der „Allahu akbar“ ruft oder einen Stirnband mit dem islamischen Glaubensbekenntnis trägt, ist gleich ein Islamist. Neben der islamistischen Infiltration wird auch die Ethnisierung des Konflikts beklagt. Es gibt sicher viele Kämpfer, die eine tiefe Abneigung gegenüber Alawiten, Schiiten und Christen empfinden, entweder weil sie sie als Stütze des Regimes oder als Ungläubige ansehen. Und sicher gab es auch konfessionelle Gewalt.

Aber es ist keineswegs so, dass die Assad-Gegner sich nur aus Sunniten zusammensetzen und dass alle Verbrechen an den Minderheiten von den Rebellen begangen werden. In der Opposition befinden sich viele Alawiten, Schiiten, Christen und Kurden, auch wenn sie in der Minderheit sind. Die wichtigsten Organisationen wie der Syrische Nationalrat (SNC) oder dem Nationalen Koordinierungskomitee für Demokratischen Wandel (NCC) sind multikonfessionell und multiethnisch. Für die von Pro-Assad-Medien in die Welt gesetzte Behauptung, dass 90% Christen in Homs von den Rebellen vertrieben wurden, gibt es bis heute keinen Beweis, obwohl dieses Gerücht es sogar in die New York Times schaffte. Viele Angriffe auf Christen werden von Assads Kämpfern durchgeführt. Der italienische Jesuitenpater Paolo Dall’Oglio wurde aus Syrien ausgewiesen, weil er sich für die Opposition einsetzte.

Christen in Daraa demonstrieren gegen Assad:

(Quelle: http://syrian-christian.org/easter-greetings-from-scd/)

Doch desto länger der Krieg dauert, desto wahrscheinlicher wird es, dass islamistische und ausländische Mudschaheddin bewaffnet werden und die konfessionelle Gewalt zunimmt. Dem Assad-Regime würde so eine Entwicklung nicht nur nützen, sie tun schon alles daran, um sie wahr werden zu lassen. Die Shabiha-Milizen, die die Bevölkerung terrorisieren und für eine Reihe von Massakern verantwortlich sind, setzen sich aus Alawiten zusammen, der Sekte, zu der auch die Assad-Familie gehört. In Aleppo versucht das Regime gerade, christliche Milizen zu bilden, und im Libanon plante man False-Flag-Attentate auf christliche Einrichtungen, um sie den Rebellen anzuhängen. Das Regime will damit die säkularen Sunniten und die Minderheiten an sich binden.

Wie lässt sich so ein Szenario verhindern? Um diese Frage zu beantworten, müssen sich die westlichen Staaten endgültig klarmachen, dass die Entwicklung in Syrien auch sie betrifft. Will man einen sicheren Hafen für al-Qaida schaffen oder nicht? Oder lieber Irans wichtigsten Verbündeten an der Macht bleiben lassen? Beide Szenarien nützen dem Westen nicht. Da eine direkte Intervention durch das russisch-chinesische Veto und Assads Chemiewaffen kaum möglich ist, sollte man die Assad-gegner auf andere Weise unterstützen. Der Westen sollte die Free Syrian Army bewaffnen und aktiv mithelfen, eine Übergangsregierung aus der zerstrittenen Opposition zu bilden.

John McCain forderte bereits vor Monaten, die syrische Opposition zu bewaffnen. Eine solche Intervention wäre nichts, was es in Syrien noch nicht schon gegeben hat. Russland liefert Waffen an Syrien, die Golfstaaten an die Rebellen, und es gibt Hinweise darauf, dass iranische Pesdaran und Hisbollah-Kämpfer in Syrien aktiv sind. Aber die USA (und Großbritannien) leisten bis jetzt nur logistische Unterstützung, die Rebellen sind den Waffen des Regimes noch immer deutlich unterlegen. Damit sorgen sie langfristig dafür, dass der Kampf gegen Assad den Dschihadisten überlassen wird. Immerhin: Die CIA soll bereits die Waffenlieferungen an die Rebellen kontrollieren, damit sie nicht in die Hände von al-Qaida fallen.

Dies ist eine wichtige Maßnahme: Wenn sich der Westen endlich dazu entschließt, die Rebellen zu bewaffnen, müssen sie darauf achten, dass sie nicht denselben Fehler wie in Afghanistan begehen. Es dürfen keinesfalls islamistische Milizen (wie die in Syrien aktive Al-Nusra-Front) an amerikanische Waffen herankommen. Eine weitere wichtige Maßnahme ist es, die syrische Opposition zu einen und eine Übergangsregierung zu bilden, die nach Assads Sturz den politischen Übergang leitet. Erfreulich ist, dass der Westen hier bereits aktiv ist. In Berlin trafen sich in den letzten Monaten syrische Oppositionelle, um über die Zukunft Syriens zu beraten. Heute wurden die Ergebnisse der sogenannten Operation „The Day After“ bekannt gegeben:

Zu den in „The Day After“ genannten Forderungen zählen unter anderen die Schaffung einer neuen nationalen Identität auf Grundlage der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen in Syrien, Konsens über demokratische Prinzipien sowie die Schaffung von Sicherheitskräften, die die Rechte aller Menschen wahren. Auch ein unabhängiges Gericht zur Verurteilung ranghoher Beamter der aktuellen Regierung ist vorgesehen.

Ein guter Anfang für eine friedliche, Assad-freie Zukunft in Syrien. Es gibt aber keine Garantie dafür, dass alles gut läuft. Die Gefahr, dass ein Bürgerkrieg ausbricht, wäre zwar gering, aber immer noch da. Auch könnte es geschehen, dass eine Partei sich nach dem Sturz Assads an die Macht putscht und die Revolution stiehlt, so wie es in Russland nach der liberalen Februarrevolution 1917 oder im Iran nach dem Sturz des Schahs geschehen ist. Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass die säkularen Kräfte gewinnen: Eine Gallup-Umfrage zeigte, dass nur 18% der Männer und 15% der Frauen in Syrien sich die Scharia als die „einzige Quelle“ für die Rechtsprechung wünschen, während diese Zahlen in Ägypten, Libyen und Jemen deutlich höher waren.

Gary Gambill vertritt im Magazin Foreign Policy die Ansicht, dass jede neue Regierung US-freundlicher wäre als das Assad-Regime:

Whatever misfortunes Sunni Islamists may visit upon the Syrian people, any government they form will be strategically preferable to the Assad regime, for three reasons: A new government in Damascus will find continuing the alliance with Tehran unthinkable, it won’t have to distract Syrians from its minority status with foreign policy adventurism like the ancien régime, and it will be flush with petrodollars from Arab Gulf states (relatively) friendly to Washington.

Für einen Staat würde ein Syrien ohne Assad jedoch kaum was ändern: Israel. In der Opposition ist Antisemitismus und Antizionismus weit verbreitet. Burhan Ghalioun, der ehemalige Vorsitzende des Syrischen Nationalrats, bezeichnete Israel als „Assads größter Verbündeten“ und den „größten Feind der syrischen Revolution“ und gab an, dass die syrische Opposition nicht die Absicht hätte, die Beziehungen zu Israel zu normalisieren. Der Prediger Abd Al-Salam Al-Khalili aus Daraa, der Stadt, in der die Revolution ihren Anfang nahm, warf Assad vor, nicht genug zur Befreiung Jerusalems getan zu haben. Bei seiner Reise nach Homs traf Jürgen Todenhöfer Rebellen, die ebenfalls von antisemitischem Wahn besessen waren. So erzählte einer von ihnen: „Assad sei ein Mann Israels. Er werde immer gegen ihn kämpfen.“ Diese antisemitischen Verschwörungstheorien lassen sich bei Assad-Gegnern oft treffen.

Kinder demonstrieren mit antisemitischen Slogans gegen Assad:

Es wird wohl noch eine lange Zeit dauern, bis die arabischen Staaten ihre Beziehungen zu Israel normalisieren. Das Gift des Antisemitismus ist einfach zu stark verbreitet. Bis auf Ägypten und Jordanien gibt es keinen einzigen arabischen Staat, der diplomatische Beziehungen zu Israel unterhält, auch nicht Staaten, die zu den wichtigsten Verbündeten der USA zählen (Saudi-Arabien befindet sich offiziell noch immer im Kriegszustand mit Israel). Die neue syrische Regierung könnte aber vielleicht bereit sein, mit Israel über die Golan-Höhen zu verhandeln. Der syrische Oppositionelle Nofal Al-Dawalibi sagte im israelischen Radio, dass die Syrer in Frieden mit Israel leben wollen. Und da die Hisbollah nicht mehr so leicht an iranische Waffen herankommen würde, würde auch Israel von Assads Sturz profitieren.

22 Antworten to “R2P: Aus der Geschichte lernen”

  1. Nichtglauber Says:

    – Unter dem ersten Bild steht, einfach so, „Der Kampf gegen das Assad-Regime treibt Millionen Syrer in die Straßen“…
    Zeig`es mir/uns bitte!
    Wo unzählige Fotohandys jede grün-weiße Kakerlake filmen, sollten „Millionen“ davon doch erst recht publiziert werden können. Her mit dem Beweis dieser Aussage!

    – Im zweiten Bild halten 2 oder 3 vermummte Mädchen Kreuze u.ä. in die Kamera… Aha.
    Das ist also der B E W E I S, dass „die Christen“ gegen Assad demonstrieren.
    Erstens: Sind das überhaupt Christen, die zu sehen sind? Ein Kreuz kann schliesslich jeder tragen…
    Zweitens: Aus wie vielen Individuen besteht die christliche Opposition, sollte sie überhaupt zahlenmäßig relevant sein?
    Google mal in diesem Zusammenhang Rableh…

    – Das dritte Bild ist der Klassiker: Assad als Beschützer Israeles 🙂
    Darum unterstützt USrael ja die Rebellen – um sich eine neue Herausforderung zu züchten. Das Leben mit Assad wurde ihnen zu friedlich!!!

    Oh Mann.

    • arprin Says:

      jede grün-weiße Kakerlake

      Man, was bist du nur für ein widerliches Arschloch. Bist du wirklich nicht mal bereit, die Assad-Gegner als Menschen zu akzeptieren? Müssen es Kakerlaken sein? Was noch? Ratten, Ungeziefer, minderwertiges Leben?

      Hast du den Artikel überhaupt gelesen oder willst du hier nur rumtrollen?

      1. Ich meinte nicht, dass es einzelne Demonstrationen mit Millionen Teilnehmern gab, ich bezog mich auf die Gesamt-Anzahl aller Demonstranten im Land.

      2. Dass die Christen in der Mehrheit für Assad sind, steht doch schon in dem Artikel. Es gibt aber natürlich auch einige, die für die Opposition sind: http://syrian-christian.org/

      3. Zum dritten Bild: Hä??? Was soll denn dein Kommentar dazu? Die syrische Opposition ist offenbar von antisemitischem Wahn besessen und bildet sich ein, dass Assad ein Agent Israels ist, wie der ehemalige Vorsitzende des Syrischen Nationalrats, Burhan Ghalioun, es gesagt hat. Was hätte „USrael“ (noch so ein Nazi-Vokabular, fehlt noch ZOG) davon, dies zu erfinden? Dann müsste man doch aufhören, die Rebellen zu unterstützen! Es sei denn, man will sich, wie du sagst, einen „neuen Feind züchten“. Erstaunlich, dass du dies einfach als Unsinn abtust: Ist das nicht die übliche Verschwörungstheorie? Ich dachte, die USA haben Saddam, die Taliban und Gaddafi „gezüchtet“? Offenbar weißt du selbst, dass diese Verschwörungstheorien, die doch sonst immer von solchen Gestalten wie dich verbreitet werden, Unsinn sind. Danke für deine Ehrlichkeit.

      Freu dich doch einfach! Die Syrer sind so antisemitisch, dass auch ein Syrien ohne Assad nicht israel-freundlich wäre. Und das zeigt auch, dass der Aufstand gegen Assad keine zionistische Verschwörung ist (wobei Israel ja schon mal antisemitische Staaten unterstützt hat, wie z.B. den Iran während des Ersten Golfkriegs, aber das war eine Ausnahme).

      • besucher Says:

        Ah…die Iran Contra-Affäre. Was sagt eigentlich Uwe Barschel dazu?

      • arprin Says:

        Israels Unterstützung für den Iran während des Ersten Golfkriegs hatte nichts mit der Iran-Contra-Affäre zu tun. Israel betrachtete Saddam damals als eine größere Bedrohung (und griff deshalb 1981 den Reaktor in Osirak an). Die USA dagegen sahen im Iran eine größere Bedrohung. Später hat sich das genau umgekehrt: Israel warnte vor dem Iran, während die USA in dem Irak eine größere Bedrohung sahen. Israel und die USA haben leider oft Politik aneinander vorbei getrieben und sich sogar gegenseitig ausspioniert. Und trotzdem wird immer noch von der angeblichen Macht der „Israel-Lobyy“ schwadroniert. Lol.

  2. Nichtglauber Says:

    arprin,

    versuch doch wenigstens deinem eignen Standard gerecht zu werden – versuch mich als Mensch zu akzeptieren und nicht als Arschloch.

    „1. Ich meinte nicht, dass es einzelne Demonstrationen mit Millionen Teilnehmern gab, ich bezog mich auf die Gesamt-Anzahl aller Demonstranten im Land.“
    Yep… dann präsentiere mir doch bitte 10 verschiedene Fotos mit jeweils 100.000 Demonstranten, wahlweise auch 20 Fotos mit je 50.000 Syrern, die gegen Assad auf die Strassen gehen!!

    „2. Dass die Christen in der Mehrheit für Assad sind, steht doch schon in dem Artikel. Es gibt aber natürlich auch einige, die für die Opposition sind: http://syrian-christian.org/
    Korrekt… zur Ergänzung noch dieses:
    die absolute Mehrheit der Minderheiten steht nicht unbedingt hinter Assad, aber sicher gegen die sektiererischen und tekfirischen, waffentragenden und mordenden Rebellen. Denn sie sind deren Opfer!

    Bezüglich deiner Ausführung zu Punkt 3 muss ich gestehen, dass ich ich weder inhaltlich noch im Kontext eine sinnige Botschaft erkenne.
    Du wirst doch nicht leugnen wollen, dass sich der „Westen“ auf die Seite der „Opposition“ (und hier beschämenderweise auch noch auf die Exilopposition beschränkend) geschlagen hat. Und mit „schlagen“ meine ich das Offerieren von Unterstützung politisch, propagandistisch, finanziell, militärisch und waffentechnisch.
    Da wird ja dann ein Schuh draus, wenn der „Westen“ seinem „Verbündetem“ (namentlich Assad, der Beschützer Israels) in den Rücken fällt und den Feinden Israels (namentlich die Islamisten) jedweden Support zukommen lässt. Hmm, verzwickte Lage, wenn sie denn so wäre – ist sie aber nicht.
    Anbei Quellen zur Untermauerung der Behauptung, die E X I L – Opposition taktiere, ducke und schwänzele mit dem „Westen“:
    DAMASKUS/BERLIN
    (Eigener Bericht) – Nach der öffentlichen Präsentation einer Neuordnungs-Konzeption für Syrien kündigen deutsche Regierungsberater erste Schritte zu ihrer Verwirklichung an. Die Konzeption, die am gestrigen Dienstag unter dem Titel „The Day After“ in Berlin vorgelegt worden ist, steckt den Rahmen für die künftige Staatlichkeit Syriens ab. Sie ist unter maßgeblichem Einfluss westlicher, insbesondere US-amerikanischer Experten und Institutionen erstellt worden.
    http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58411?PHPSESSID=ufvhiklr89254bbigi17vile00

    http://syrieninfo.blogspot.de/2012/08/israelischer-minister-trifft-syrische.html

    • arprin Says:

      Nichtglauber,

      ich gebe dir einen Rat: Wenn du hier kommentieren willst, dann lies dir den Artikel durch. Wenn du nicht willst, auch gut, aber dann kommentiere auch nicht. So macht es für mich nur wenig Sinn, dir zu antworten, was ich auch nicht noch mal tun werde, wenn du wieder anfängst, mit Fragen oder Behauptungen zu kommen, die im Artikel schon erwähnt wurden.

      Deine „Exklusiv“-Quelle, die die Operation „The Day After“ ansprach, sagt nichts Neues. Im Artikel ist „The Day After“ doch bereits erwähnt! Warum musst du zur „Untermauerung“ deiner Behauptungen etwas ansprechen, was ich in dem Artikel schon angesprochen hatte?

      Dass der Westen mit der Exil-Opposition zusammenarbeitet, ist gut und begrüßenswert. Aber noch nicht genug, der Westen sollte auch die Rebellen bewaffnen. Bis jetzt haben das nur die Golfstaaten getan, was jedoch nicht gut ist, denn die Golfer haben sicher keine Skrupel, islamistische Terroristen zu bewaffnen. Noch sind die Islamisten bei der Free Syrian Army eine Minderheit, was sich aber ändern könnte, wenn die Golfer sie weiter mit Waffen versorgen.

      Dass Assad der Beschützer Israels ist, ist nicht meine Meinung, sondern die von vielen syrischen Assad-Gegnern oder Oppositionellen. Die Behauptung ist natürlich völlig irre, Assad gehört zu den größten Feinden Israels. Dass die Assad-Gegner dennoch an diese antisemitischen Verschwörungstheorien glauben, zeigt, dass der Aufstand gegen Assad nicht von Israelfreunden initiiert oder von israelischen Politikern unterstützt wird. Dass ein israelischer Minister sich mit einem syrischen Oppositionellen getroffen hat, beweist gar nichts. Es haben sich auch schon iranische Diplomaten mit syrischen Oppositionellen getroffen: http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-08/iran-syrien-opposition

      Der Ex-Vorsitzende des Syrischen Nationalrats, Burhan Ghalioun, hat deutlich und unmissverständlich geäußert, was er von Israel hält:

      Leader of the Syrian opposition bloc Burhan Ghalioun said Saturday that the Syrian regime signed an agreement with Israel, which he called „the main enemy of the Syrian revolution.“

      In an interview with Saudi newspaper al Youm, Ghalioun negated the possibility of normalizing relations with Israel, if and when President Bashar Assad’s regime falls.

      „We are convinced that the Syrian regime’s strongest ally is Israel,“ he told the paper, adding that the international community’s lack of action in Syria stems from concerns for the Jewish State’s safety.

      Ghalioun reiterated the Syrian opposition’s position by which „the continued occupation of the Golan Heights severely undermines Syria’s national sovereignty, which it will only regain after the occupied territories are returned.“

      Asked about a recent statement made by a member of the opposition, by which Syria will establish relations with Israel after Assad’s fall, Ghalioun said: „Who is the fool who said such a thing?“

      Hast du noch Fragen?

      Zum Menschsein: Das Wort „Arschloch“ spricht dem Gegenüber im Gegensatz zum Wort „Kakerlake“ nicht das Menschsein ab. Gerade du als Ökumene solltest dich nicht auf Nazi-Niveau herablassen, wenn du politische Gegner beschreibst.

      Zu den Demonstranten: Wenn du Fotos oder Videos von Demonstrationen sehen willst, kannst du einfach „rally against Assad“ googeln und jede beliebige Stadt anführen. Es ist unmöglich, in einem Foto oder einem Video die genaue Anzahl von Demonstranten zu schätzen. Die einen sagen es sind 10.000, die anderen 100.000, die anderen wiederum glauben es seien 50.000 usw. Von daher ist deine Forderung, ich solle „10 verschiedene Fotos mit jeweils 100.000 Demonstranten, wahlweise auch 20 Fotos mit je 50.000 Syrern, die gegen Assad auf die Strassen gehen“ völlig lächerlich. Was unzweifelhaft ist, ist das mehrere Millionen Syrer gegen Assad sind und dass es Demonstrationen mit Hunderttausenden Teilnehmern gab, die zusammengerechnet die Millionengrenze überschreiten.

      Zum Abschluss: Wenn du noch einen Kommentar abgeben willst, vergewissere dich, dass du nichts anspricht, was ich schon im Artikel angesprochen habe. Ich habe wirklich keine Lust, mich dauernd zu wiederholen!

  3. Nichtglauber Says:

    „In Syrien sind die Großstädte weiterhin umkämpft. Offenbar stehen Teile der Bevölkerung in den Metropolen Damaskus und Aleppo den Aufständischen ablehnend gegenüber – auch wegen standrechtlicher Erschießungen und Hinrichtungen.“
    – FR-Online/02.09.12 –

    „Offenbar“ sind die Guten doch nicht so gut und die Bösen doch nicht so böse…
    Dass „Teile“ der syrischen Bevölkerung standesrechtliche Erschießungen und Hinrichtungen entsetzt ablehnen und somit den „Rebellen“ die Gefolgschaft verweigern, ist aber wenig demokratisch. Bleibt noch die Frage, weswegen dieser gleiche Teil der Bevölkerung dann doch lieber der regulären syrischen Armee die Sympathien entgegenbringt, weiß man doch sicher, dass „Assads-Schergen“ selbst bomben, vergewaltigen, massakrieren und schlachten.
    Aber wahrscheinlich weiß man das in unseren Landen eben besser als vor Ort! Die dämlichen Syrer aber auch…

    • arprin Says:

      “Offenbar” sind die Guten doch nicht so gut und die Bösen doch nicht so böse…

      Ich hoffe wirklich, dass sich die Erkenntnis auch mal bei dir durchsetzt. Die Rebellen sind grausam, aber Assad ist auch kein Saubermann, Reformer und Staatsmann. Er ist ein Faschist, Folterer, Massenmörder und Terrorunterstüzer.

      Nur zwei Beispiele:

      „Wir hatten Schießbefehl. Wir sollten auf die Menschen gezielt und ohne Vorwarnung schießen. Einige meiner Kameraden taten es, wohl aus Angst vor dem eigenen Tod. Ich sah, wie drei Kinder, ein junger Mann und eine Frau erschossen wurden. Ich sah, wie ein Offizier einem Kind in den Kopf schoss, und hörte ihn danach sagen, das ständige Geschrei des Kindes habe ihn zornig gemacht.“
      Ein Deserteur in der WELT, 15.01.2012

      „Syrische Regierungstruppen haben in den letzten drei Wochen Bomben- und Artillerieangriffe gegen oder in der Nähe von mindestens zehn Bäckereien in der Provinz Aleppo durchgeführt. Dabei wurden Dutzende Zivilisten, die auf Brot warteten, verstümmelt oder getötet … Die Angriffe wurden bestenfalls rücksichtslos und willkürlich verübt. Die Anzahl und der immer gleiche Ablauf der Attacken lässt jedoch vermuten, dass die Regierungstruppen gezielt Zivilisten angriffen.“
      Human Rights Watch, 30.08.2012

      Bleibt noch die Frage, weswegen dieser gleiche Teil der Bevölkerung dann doch lieber der regulären syrischen Armee die Sympathien entgegenbringt

      Sag das mal den Menschen in Azaz,

      Die Freie Syrische Armee hat die Stadt Azaz erobert. Erstaunlich schnell kehrt der Alltag zurück. Die Menschen sind sich sicher, dass das Regime nicht zurückkehrt. … Alle sind der Meinung, dass Assads Regime in Azaz nie wieder an die Macht kommen wird. „Assad ist erledigt“, sagt Mohammed Youssef Hamdan, ein pensionierter Lehrer. „Wenn er zurückkommen wollte, müsste er alle hier umbringen.“

      Kafranbel (seit dem 10. August unter Kontrolle der Free Syrian Army):

      Doch die Anwohner von Kafranbel lassen sich nicht zum Schweigen bringen. Ihr beißender Spott richtet sich nicht nur gegen Präsident Assad, sondern auch gegen die internationale Gemeinschaft und ihre Untätigkeit. „Das Volk will den Sturz des Regimes, das Volk will den Sturz der Europäischen Union, das Volk will den Sturz der Vereinten Nationen“, so fordern sie ironisch. Oder: „Nato-Führer: So, wie die Libyer euch mit ihrem Öl bezahlt haben, werden wir unsere Häuser verkaufen, um eure Kosten zu decken.“ … Die Poster sind stets mit „das besetzte Kafranbel“ unterschrieben – ein sarkastischer Verweis auf die Situation in Israel, das im offiziellen Sprachgebrauch der syrischen Regierung als „das besetzte Palästina“ bezeichnet wird.

      und Yabrud

      The government of Syrian President Bashar al-Assad has lost control of Yabrud. But unlike Homs, Hama and countless other places where pro-Assad forces have unleashed furious assaults to keep their grip amid a 16-month-long rebellion, Yabrud appears to have been given up to the rebels. Here, at least for the time being, the revolution has been won. And it was won without a fight.

      Ich glaube nicht, dass alle Syrer die syrische Armee lieben.

      • Nichtglauber Says:

        Ich glaube auch nicht, dass alle Syrer die syrische Armee lieben. Ganz gewiss nicht.

        Wir können uns, wie bereits geschehen, bis zum Sanktnimmerleinstag die medialen Passagen zur Verteidigung der einen oder der anderen Seite hin und her schieben. Wir können uns aber auch auf ein Standard einigen. Gleiches Recht und gleiche Pflicht für alle Menschenkinder.
        Tutu hat heute eine, m.E. sehr populäre aber selten offen ausgesprochene, Forderung gestellt:
        http://www.spiegel.de/politik/ausland/desmond-tutu-fordert-prozess-gegen-george-bush-und-tony-blair-a-853448.html

        Ich bin sehr damit einverstanden, auch Bashar Al Assad, Burhan Ghalioun, Sarkozy, H. Clinton und Obama in Den Haag aufzubieten. Alle dürfen sich verteidigen und die Richter sollen urteilen.

      • arprin Says:

        Wir können uns, wie bereits geschehen, bis zum Sanktnimmerleinstag die medialen Passagen zur Verteidigung der einen oder der anderen Seite hin und her schieben.

        Nein, ich „verteidige“ keine Seite. Nur du verteidigst eine Seite, nämlich die des Regimes. Du siehst nur Schwarz oder Weiß, entweder Assad ist der Gute oder die Rebellen. Sieh doch endlich ein, dass es Verbrechen auf beiden Seiten gibt, nicht nur bei den Rebellen. Man kann sich zwar den „Sieg“ des kleineren Übels (bei dir ist das offensichtlich das Assad-Regime) wünschen, aber man kann doch nicht leugnen, dass beide Übel Verbrechen begehen.

        Tutu hat heute eine, m.E. sehr populäre aber selten offen ausgesprochene, Forderung gestellt:
        http://www.spiegel.de/politik/ausland/desmond-tutu-fordert-prozess-gegen-george-bush-und-tony-blair-a-853448.html

        Blair würde ich nicht vor Gericht stellen, aber bei Bush könnte man wegen Waterboarding und anderen Foltermaßnahmen, die ihm nachgewiesen worden sind, darüber nachdenken. Wobei sicher auch ein amerikanisches Gericht diese Aufgabe übernehmen könnte.

        „Selten ausgesprochen“ wurde diese Forderung übrigens nicht, allein Human Rights Watch hat sie 2011 drei Mal ausgesprochen:

        HRW, Juli 2011: United States: Investigate Bush, Other Top Officials for Torture
        HRW; August 2011: The Shrinking World of George W. Bush
        HRW, Oktober 2011: Canada: Don’t Let Bush Get Away With Torture

        Amnesty International forderte dies auch: Amnesty International, Human Rights Watch Call For Arrest Of George W. Bush

        Neben deinen Kandidaten fallen mir spontan noch Museveni, Kagame, Musharaf, Achmedinedschad, Nasrallah, Castro, Mugabe und Putin ein. Aber es ist ein Ding der Unmöglichkeit, sie alle vor Gericht zu stellen. Das schafft man ja nicht mal beim Staatsoberhaupt des Sudan, Omar al-Bashir. Gegen den läuft seit 2008 eine ICC-Anklage und der herrscht immer noch unangefochten in seinem Land und reist sogar ins Ausland, ohne dass man ihn verhaftet. Assad wird auch nicht freiwillig nach Den Haag gehen, wer das glaubt, ist völlig verrückt. Also muss man über andere Mittel zur Gerechtigkeitsfindung nachdenken.

  4. Nichtglauber Says:

    arprin:

    „Nein, ich “verteidige” keine Seite. Nur du verteidigst eine Seite, nämlich die des Regimes.“
    Sorry, aber selbstverständlich tust du das. Du verteidigst die Seite der „Thaura“.

    „Blair würde ich nicht vor Gericht stellen…“
    Lass` das doch bitte die Richter nach einer Beweisaufnahme entscheiden.

    „Neben deinen Kandidaten fallen mir spontan noch Museveni, Kagame, Musharaf, Achmedinedschad, Nasrallah, Castro, Mugabe und Putin ein.“
    Um die Liste zu komplettieren, ich hatte nur „grobe Vorschläge“ gemacht, kommen dann noch Rumsfeld, Kissinger und C. Rice dazu.

    „Assad wird auch nicht freiwillig nach Den Haag gehen, wer das glaubt, ist völlig verrückt. Also muss man über andere Mittel zur Gerechtigkeitsfindung nachdenken.“
    Assad & all muss man korrekterweise sagen, kämen nicht freiwillig nach Den Haag. Richtig. Da wir uns aber auf e i n e n allgemeingültigen Standard geeinigt haben, sollte hier eine Weltinstitution, nennen wir sie die UN, dafür sorgen, dass sie alle dorthin gekarrt werden. Mit allen MItteln.
    Glaube mir, in diesem Falle, würde ein Erdrutsch der moralischen Wiederauferstehung durch diesen Globus gehen. Wenn nämlich
    j e d e r politische Verantwortliche dieser Welt persönlich für seine Taten haften müsste. Da ist wohl in unserem aller Sinne!!

  5. Nichtglauber Says:

    Auf den ersten Blick vermag Folgendes ein wenig OT erscheinen, aber im Gesamtkontext bedeutete, die Richtigkeit dieser Nachricht voraussetzend, diese Entwicklung eine unerwartete Wende/Bewegung, oder?
    http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4276276,00.html

    Hast du Quellen, die diesen Inhalt weiter bestätigen oder dementieren?

    • arprin Says:

      Ach, diese Streitigkeiten sind doch bekannt:

      „The United States has no intention of joining in a preemptive Israeli strike on Iran and expects the Islamic Republic to refrain from attacking US targets in the case of such an attack, senior Washington officials told their Iranian counterparts, according to a report in Yedioth Ahronoth on Monday.“
      http://www.timesofisrael.com/us-to-iran-in-case-of-israeli-strike-dont-fire-on-our-bases/

      „Das Zerwürfnis zwischen Israel und den USA beim Atomstreit mit dem Iran verschärft sich. Teheran beschleunigt sein Atomprogramm. Und Israel will nicht warten, bis es keine Optionen mehr hat. … Anstatt wirksamen Druck auf den Iran auszuüben, üben Obama und seine Leute Druck auf uns aus, die Nuklearanlagen nicht anzugreifen“, wird ein ungehaltener Netanjahu zitiert. „Die Zeit ist abgelaufen!“, sagt er und kritisiert den Wunsch der US-Regierung scharf, den Sanktionen und diplomatischen Bemühungen gegenüber Teheran noch mehr Zeit einzuräumen.“
      http://www.welt.de/politik/ausland/article108953282/Im-Atomstreit-mit-Iran-wird-die-Zeit-knapp-fuer-Israel.html

      Wenn Romney die Wahlen gewinnt (was unwahrscheinlich ist), könnte sich die Einstellung der US-Regierung natürlich auch ändern.

      Gleichzeitig hat die Hisbollah angedeutet, bei einem israelischen Angriff auf den Iran ruhig zu bleiben.

  6. Nichtglauber Says:

    Euer „Hodentöter“ hat den Durchblick.
    Vielleicht sollte man solchen Leuten einfach mehr zuhören.
    Dieser Bericht wird es einigen Leuten schwer machen, Einseitigkeit hinein zu interpretieren. Und er zeigt, dass es in Syrien zwischen „Rebellen“ und Assadanhängern noch eine Mehrheit gibt… das syrische Volk nämlich.
    „Nur die USA als Hegemonialmacht des Nahen Ostens könnten den syrischen Knoten lösen. Durch direkte Verhandlungen mit allen Beteiligten. Dass Assad Blut an den Händen hat, kann sie nicht wirklich stören. Auch Obama hat Blut an den Händen. Das Blut Tausender Afghanen und Pakistaner. Und vieler Syrer. Statt die Syrientragödie anzuheizen, sollte Barack Obama vermitteln. Es wäre die erste wirkliche Friedenstat des Friedensnobelpreisträgers.“
    http://www.themen-der-zeit.de/content/Syrien_Volk_gegen_Volk.1649.0.html

    • arprin Says:

      Jürgen Todenhöfer hat durch seine Heroisierung des islamistischen Terrors im Irak und seiner realitätsfernen Assadophilie selbst jede Menge Blut an den Händen kleben.

      Eine Frage an dich: Sind Todenhöfers Aussagen „Die Regierungstruppen bombardieren gnadenlos Wohngebiete, in denen sich Rebellen verbergen. Sie töten dabei auch Zivilisten. … Regierung und Rebellen töten wahrscheinlich gleich viele Zivilisten.“ für dich etwa keine Anti-Assad-Hetze?

      Du hattest doch im Juni noch gesagt, das nur die Rebellen Verbrechen begehen und die Armee unschuldig ist:
      „das Abschlachten ist wohl ganz auf “Rebellen-Seite”. Die reguläre syrische Armee (übrigens in NATO-Land fälschlicherweise Assad-Truppen genannt) ist das Souverän, die Rebellen sind die kriminellen Elemente.“

      Und jetzt auf einmal verlinkst du ein Artikel, indem die Armee moralisch auf dieselbe Stufe gestellt wie die „dschihadistisch-salafistisch-terroristischen“ Rebellen? Räumst du also endlich ein, das auch Assads Truppen Verbrechen begehen? Das wäre immerhin mal ein Fortschritt. Wenn die Leute im Sarsura-Forum das wüssten…

      • Nichtglauber Says:

        Lieber arprin,

        ich weiß nicht zum wievielten Male ich nun schon versuche, meinen Standpunkt hinsichtlich der Syrienkrise darzulegen.
        Schaust du in deinem Archiv nach, siehst du, dass ich von vorne herein eine Unterscheidung zwischen „Revolutionsgegner“ und gleichzeitigem Pro-Assadismus gemacht habe – dass, was du bis heute scheinbar nicht verstehen/akzeptieren kannst.
        Die Mehrheit der Syrer ist gegen diese „Revolution“ ohne
        zwingend f ü r das System zu sein. Aber erst in zweiter Linie.
        Die Millionen, die für Assad auf die Strassen gegengen sind, sprachen sich für Sicherheit und Ordnung aus (unter Assad) und favorisierten einen allmählichen Wechsel und Reformen unter Einbindung des Sicherheitsapparates. Denn ansonsten, und sie sollten leider recht behalten, würde sich der Konflikt radikalisieren.

        Todenhöfer hat einen sachlichen Bericht verfasst, der beide Seiten in den Senkel stellt. Damit kann ich leben, denn das Fazit seiner Analyse ist, siehe Archiv, die Bereitschaft zum Dialog zwischen a l l e n Konfliktparteien.
        Und nochmal: Todenhöfer hat zu keiner Zeit islamistische Gewalt oder Widerstand „heroisiert“. Lies sein Buch. Dort unterscheidet er den irakischen Widerstand von Al Qaida.

        Und schließlich: die reguläre syrische Armee ist das Souverän, das ist fakt. Und dass diese Truppen im Soge der absurden Destabilisierung auch Greueltaten begehen (z.B. das im Westen gern benutzte Wort vom „Kolateralschaden“) ist jedem hier bekannt – auch im Forum von Sarsura, in dem ich noch regelmäßig lese aber kaum noch schreibe, weil sich dort inzwischen sehr viele Syrer oder Direkt- Involvierte befinden und ich mich nicht als Besserwisser aufspielen möchte.

      • arprin Says:

        Die Millionen, die für Assad auf die Strassen gegengen sind

        Lol.

        sprachen sich für Sicherheit und Ordnung aus (unter Assad) und favorisierten einen allmählichen Wechsel und Reformen

        Genau das verhindert das Regime mit seinem mörderischen Sicherheitsapparat, in dem es die Regimekritiker reihenweise massakriert.

        unter Einbindung des Sicherheitsapparates.

        Das ist in etwa so, als ob man das Dritte Reich „unter Einbindung der SS“ „reformiert“ hätte, anstatt die SS abzuschaffen und damit echte Reformen einzuleiten.

        Und nochmal: Todenhöfer hat zu keiner Zeit islamistische Gewalt oder Widerstand “heroisiert”. Lies sein Buch. Dort unterscheidet er den irakischen Widerstand von Al Qaida.

        Aber es steht doch so in seinem Buch:
        https://arprin.wordpress.com/2011/09/19/warum-totest-du-zaid-weil-ich-ein-terrorist-bin-jurgen/

        S.100: „Er (Rami) kämpfe für einen islamischen Irak mit dem Koran als Grundlage der Verfassung. Er wolle, dass die Scharia beachtet werde“
        S.101: „Ich frage ihn, wie er zu Al-Zarkawi und bin Laden stehe. Rami erklärt, er bewundert beide. Mit Al-Zarkawi hätte er gerne zusammengearbeitet, weil dieser den US-Truppen schwere Verluste zugefügt habe. Auch bin Laden beeindrucke ihn, weil er den Mut gehabt habe, sich den USA offen entgegenzustellen.“

        Dieser al-Qaida-Bewunderer Rami wird von JT eindeutig als Widerstandskämpfer bezeichnet!

        Und schließlich: die reguläre syrische Armee ist das Souverän, das ist fakt.

        Ja, genauso wie die Wehrmacht, die SS und die Gestapo während 1933 bis 1945. Und? Haben Souveräne für dich automatisch eine moralische Überlegenheit gegenüber dem einfachen Volk?

        Und dass diese Truppen im Soge der absurden Destabilisierung auch Greueltaten begehen (z.B. das im Westen gern benutzte Wort vom “Kolateralschaden”) ist jedem hier bekannt

        Wirklich? Ich dachte immer, dass du die Massenverbrechen von Assads Terrorbanden alle als Youtube-Fakes abtun würdest.

  7. Nichtglauber Says:

    Edit:
    http://www.reuters.com/article/2012/09/08/syria-crisis-jihad-idUSL6E8K80WG20120908
    So weit ist Syrien von einem „Volksaufstand“ entfernt und so nah ist Syrien von einem Islamistenaufstand!

  8. Nichtglauber Says:

    arprin,

    warum verlässt du dich auf selektive, aus dem Zusammenhang gerissene Zitate des Buches „Warum tötest du Zaid?“?
    Ich besitze das Buch und da ich der deutschen Sprache ausreichend mächtig bin, kann ich dir versichern, dass JT einen Riesenunterschied zwischen dem irakischen Widerstand und den islamistischen Terroristen macht. Und er ist analytisch den meisten aktuell-selbsternannten „Nahost-Experten“ um Lichtjahre voraus:
    “ Die komplexen Probleme des Nahen und mittleren Ostens lassen sich nur politisch lösen – am besten durch eine KSZE-ähnliche Langfrist-Konferenz für die gesamte Region. An ihr müssen neben dem UN-Sicherheitsrat allen wichtigen Akteure der Region beteiligt werden – einschließlich Syriens und des Iran sowie einschließlich der demokratisch gewählten Repräsentanten Palästinas und der Führung des l e g i t i m e n irakischen W i d e r s t a n d e s.
    Eine Lösung des Irakkonfliktes wird es ohnehin nur geben, wenn die USA wie im Vietnamkrieg mit den Führern des Widerstandes verhandeln – natürlich o h n e die T e r r o r i s t e n von A l – Q a i d a.“
    – Seite 206 -/ Ausgabe 2009 (!!)

    Nachdem das geklärt wäre, möchte ich noch folgendes los werden:
    Vergleiche des Nazideutschlands mit Syrien hinken nicht nur, sie sind bereits querschnittsgelähmt.
    Es wäre ferner ratsam in meinen Augen, nicht dauernd die Frontalkonfrontation mit den Foristen zu suchen sondern auch mal eine inhaltliche Diskussion zu führen. Du gehst überhaupt nicht auf die relevanten Einsprüche ein sondern verlierst dich in Dämagogie. So gab es z.B. mehrere Großkundgebungen für Assad
    http://www.youtube.com/watch?v=d7zFUaDOPCE (lol), dann gab und gibt es hundertfache Fakevideos

    http://www.youtube.com/watch?v=LxleSr-_5Gk und, viele mehr.

    Bleiben also meine Fragen noch unbeantwortet. Was sagst da zu
    http://www.reuters.com/article/2012/09/08/syria-crisis-jihad-idUSL6E8K80WG20120908 und was zum Todenhöfer-Beitrag in der SZ??

    • arprin Says:

      Es wäre ferner ratsam in meinen Augen, nicht dauernd die Frontalkonfrontation mit den Foristen zu suchen sondern auch mal eine inhaltliche Diskussion zu führen. Du gehst überhaupt nicht auf die relevanten Einsprüche ein sondern verlierst dich in Dämagogie.

      Nichtglauber, ich habe Todenhöfers Link vom SZ schon vorher gelesen und dir auch geantwortet. Ich habe sogar Teile des Interviews bei meiner Antwort zitiert. Der reuters-Link ist einfach die selbe aufgewärmte Soße. Ich finde das unglaubwürdig, weil es viele andere Stimmen dazu gibt, die ich oft benannt habe. Ehrlich gesagt habe ich keine Lust, diese „deine Quellen sind Mist, meine sind richtig“-Diskussion weiterzuführen.

      Todenhöfers Sympathie für al-Qaida kannst du doch nicht leugnen. Die Aussagen, die ich zitiert habe, sind so von ihm getätigt worden. al-Qaida-Bewunderer und Scharia-Fanatiker sind für ihn „Widerstandskämpfer“. Mit seinen Aussagen über eine KSZE im Nahen Osten habe ich mich auch schon auseinandergesetzt:
      https://arprin.wordpress.com/2011/07/13/der-mit-den-arabern-leidet-jurgen-todenhofer-und-der-nahe-osten-teil-10/

      Lustig, dass er von dem „legitimen irakischen Widerstand“ spricht, wo doch der Irak schon eine gewählte Regierung hatte. Wer soll da bitte schön noch ein „legitimer“ Widerstandskämpfer sein? al-Zarkawi? al-Sadr? Die demokratisch gewählte irakische Regierung ist der legitime Vertreter des irakischen Volkes, die al-Qaida-Terroristen nicht.

      Vergleiche des Nazideutschlands mit Syrien hinken nicht nur, sie sind bereits querschnittsgelähmt.

      Nein, sie stehen aufrecht.

      Der Rest deines Kommentars ist mal wieder ziemlich unnötig. Ich habe nie bestitten, dass es gefakete Videos gibt, genauso wenig wie die organisierten Massendemonstrationen für Assad. Es ging mir darum, dass du geleugnet hast, dass die syrische Armee überhaupt Verbrechen begeht. Für dich waren das alles Fakes.

      Und da wir schon bei Fakes sind:
      https://arprin.wordpress.com/2012/08/08/assadywood/

      Die syrische Regierung muss sich nicht vor den Rebellen verstecken, wenn es um inszenierte Blutbäder geht. Immerhin haben sie sogar Selbstmordattentate in Damaskus gefaked:


  9. Nichtglauber Says:

    gelöscht

    • arprin Says:

      Nichtglauber:

      Die Kommentarspalte zu diesem Artikel ist nicht für Frontberichte gedacht und soll auch kein „Syrien-Liveticker“ sein. Wenn du Frontberichte posten willst, mach das bitte woanders (den WELT-Artikel habe ich schon gelesen, die Redaktion hat ihn ja nicht unbedingt versteckt). Außerdem sind deine Frontberichte extrem einseitig: Die Dutzenden Artikel, die Verbrechen der syrischen Armee dokumentieren, ignorierst du, aber wenn mal ein Artikel die Rebellen schlecht darstellt musst du es unbedingt hier posten. Aus diesem Grund habe ich deinen Kommentar gelöscht.

      Was willst du mir eigentlich mit diesen Kommentaren mitteilen? „Guck mal, die Rebellen sind schlecht!“ Dies ist aus drei Gründen unnötig:
      1. Ich habe nie gesagt, dass die Rebellen alle gut sind und sich an die Genfer Konvention halten.
      2. Du konzentrierst dich völlig einseitig auf die Verbrechen der Rebellen und ignorierst den vorgehenden Völkermord von Assads Terrorbanden. Du wirst mir ohne Unterbrechung vor, einseitig zu sein, obwohl ich es nicht bin, während du extrem einseitig bist und kein Problem damit hast.
      3. Dies ist gar nicht das Thema hier. Wenn du dir den Artikel durchgelesen hättest, wüsstest du das.

      Da ich im Gegensatz zu Sarsura, wo man unliebsame Kommentatoren sperrt, ein Gegner von Zensur bin, wirst du nicht im Spam-Filter landen, aber deine Kommentare müssen ab jetzt eine bestimmte Qualität aufweisen. Irgendwelchen zusammenhanglosen „Die-Rebellen-sind-schlecht“-Artikel, den du hier postest, werde ich ab sofort löschen. Bleibe beim Thema und du kannst mitreden.

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