Romney: Rückkehr zum Goldstandard?

Ron Paul fordert seit ewigen Zeiten eine Rückkehr zum Goldstandard

Das wichtigste Thema in den US-Präsidentschaftswahlen ist, wie eigentlich immer, die wirtschaftliche Lage des Landes. Hier treten zwei grundlegende Auffassungen gegeneinander auf: Obamas Schulden-um-jeden-Preis-Politik gegen Romneys Spar-Politik, vertreten durch seinen Vize-Präsidentschaftskandidaten Paul Ryan. In den letzten Tagen ist eine überraschende und sensationelle Meldung durch die Medien gegangen, wonach das Team Romney auf der National Convention der Republikaner in Florida die Rückkehr zum Goldstandard ins Gespräch bringen will. Dazu soll eine „Goldkommission“ eingesetzt werden.

Diese Nachricht klingt verheißungsvoll, ist aber auch unglaubwürdig. Es ist kaum vorstellbar, dass so viel Vernunft in das Weiße Haus einkehrt, um diesen radikalen Schritt zu gehen. Deswegen sollte man diese Nachricht auch nicht allzu ernst nehmen. Natürlich würde eine Rückkehr zum Goldstandard nicht ohne Turbulenzen über die Bühne gehen. In der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, die als einzige die Finanzkrise vorausgesehen hat, gelten ungedecktes Papiergeld (Fiat Money) zusammen mit dem staatlichen Geldmonopol (Zentralbanken) als die Hauptursachen für die ständigen, künstlichen Booms und die unvermeidlich darauffolgenden Busts.

Bei den Republikanern ist es vor allem Ron Paul, über den ich mich hier schon lustig gemacht habe, der die Rückkehr zum Goldstandard fordert. Er ist nicht nur für die Rückkehr zum Goldstandard, er will u.a auch die FED abschaffen, sofort fünf Ministerien schließen und alle ausländischen Militärbasen der USA schließen. Paul ist ein „Austrian“ und bezeichnet die Vordenker dieser Schule, darunter Ludwig von Mises, dem wohl größten Vordenker von Liberalismus und Kapitalismus, den die Welt je gesehen hat, als seine Vorbilder. Nicht nur das, Paul ist auch ein Anhänger von Ayn Rand, der „Überkapitalistin“ schlechthin und Aushängeschild der amerikanischen Konservativen.

Andererseits ist Paul ziemlich antiwestlich und antiamerikanisch. Er gibt der amerikanischen Außenpolitik die Schuld an 9/11 und bezeichnet Gaza als ein Konzentrationslager. Erst vor drei Tagen behauptete er allen Ernstes, dass, wenn er Präsident geworden wäre, 9/11 nicht stattgefunden hätte:

At a speech today in the Sun Dome at the University of South Florida ahead of the Republican convention, the Libertarian former Republican presidential candidate said if he had been in charge 9/11 wouldn’t have occurred. „Somebody – rather nationally — said the other day on the Internet ‚if those Paul people had been in charge Osama Bin Laden would still be alive.‘ But you know what I think the answer is? So would the 3000 people killed on 9/11 still be alive!“

Haltet mich für kleinlich, aber das ist so irre, dass es für mich schon ausreicht, um ihn nicht zu wählen. Das ist die Tragik bei Ron Paul, dass er in bestimmten Themen genial ist und in anderen völlig verrückt. Paul ist einer der widersprüchlichsten Persönlichkeiten, den es in der politischen Bühne gibt. Kaum einer setzt sich so sehr für die Freiheit des Bürgers ein wie er, und kaum einer ist bei Esoterikern und Truthern im Internet so beliebt wie er. Seine Anhängerschaft ist sicherlich die außergewöhnlichste unter allen Kandidaten (im Internet gibt es Ron-Paul-Fanclubs in der ganzen Welt verstreut), obwohl die Mainstream-Medien ihn kaum ernst nehmen.

Manchmal stelle ich mir aber doch die Frage, ob Ron Paul für die USA ein Segen oder eine Katastrophe wäre. Er würde Fiat Money, die FED und Fractional Reserve Banking bekämpfen, er würde gegen Schulden und Inflation angehen und die Macht des Staates beschränken (Paul ist zwar gegen Homo-Ehen und Abtreibung, aber er ist so tolerant, die Entscheidung darüber den Bundesstaaten zu überlassen). Sein Nicht-Interventionismus würde den USA immerhin ein paar Billionen sparen. Aber andererseits hätte unter ihm jeder Diktator freie Hand. Man muss abwägen, was für die USA gefährlicher ist: Schulden und Inflation oder Ayatollah und al-Qaida.

Für einen Austrian wäre diese Frage lächerlich, denn für ihn ist Inflation der grade Weg in den Totalitarismus. Momentan gibt es leider keinen, der sowohl gegen Schulden als auch gegen al-Qaida kämpfen will. Bush kämpfte gegen al-Qaida, aber über seine „rüstungskeynesianistische“ Wirtschaftspolitik (hier vom hervorragenden Gérard Bökenkamp analysiert) brauchen wir wohl kaum zu reden. Als Liberaler würde letztlich doch Romney wählen. Ron Paul ist einfach eine zu große Gefahr für Amerikas Sicherheit. Und Schulden, Inflation und Interventionismus führen nicht immer in die Knechtschaft. Hayek hat sich hier geirrt, wie das Beispiel Schweden zeigt.

Das Schlimmste was in einem aufgeklärten Land passieren kann ist eine Krise wie in Argentinien Anfang des Milleniums (das Beispiel Deutschland 1933 ist nicht unbedingt vielsagend, denn Inflation und Arbeitslosigkeit haben Hitlers Aufstieg weniger begünstigt als die empfundene Demütigung durch den Versailler Vertrag). Das ist aber weniger schlimm als 9/11, auch wenn die Austrians das nicht wahrhaben wollen. Und vielleicht müssen Europa und die USA auch mal eine Krise erleben, um sich endlich von dem Euro und der FED zu verabschieden. Auch wenn es natürlich schöner wäre, wenn es ohne einen Staatsbankrott gehen würde.

Aber ich habe leider nur wenig Hoffnung, dass es so kommen wird. In einer Ludwig von Mises-Fanseite bei Facebook hieß es neulich:

This is a message to the Romney/Ryan supporters we have here, and I am serious:

I will bet any of you $5000 that if Romney wins, at the end of the last year of his first term, government spending will be greater than it is now.

21 Antworten to “Romney: Rückkehr zum Goldstandard?”

  1. besucher Says:

    Ich weiß nicht ob Du dieses Buch kennst

    http://www.amazon.de/Krankes-Geld-Therapie-globalen-Depression/dp/3935197942/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1346362754&sr=1-1

    aber über Roland Baader haben wir uns schon unterhalten.
    Der Autor vertritt die These dass Staatsbankrotte in den Wirtschaften so wie wir sie kennen systemisch bedingt sind.

    Es wird definitiv auf einen Staatsbankrott hinauslaufen. mittlerweile stellt sich durch dieses Rettungsschirm-Chaos eher die Frage was für ein Staat noch bankrott gehen kann wenn man nicht mehr weiß wer oder was der Staat überhaupt noch ist (IWF, EZB, EU, Brüssel?).

    Ich befürchte eher eine Atomisierung der Strukturen und dass lokale Parallelwährungen (bis herunter auf Städteebene) das Tauschmittel werden.

    • arprin Says:

      Es wird definitiv auf einen Staatsbankrott hinauslaufen.

      So sehe ich das leider auch. Ich glaube nicht, dass Romney es wirklich ernst meint mit dem Goldstandard. Bush war schon schlimm mit dem Schuldenmachen, aber Obama… Und da der Friedensnobelpreisträger wohl noch bis 2016 im Weißen Haus bleiben wird, wird es in den nächsten Jahren nicht besser werden.

      In der Eurozone ruht meine letzte Hoffnung auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum ESM am 12.September. Ich befürchte zwar ein Abnicken, aber hoffen darf man ja.

  2. American Viewer Says:

    Das ist lieb gemeint von dir, dass du auch einmal etwas Nettes über Ron Paul schreiben willst.

    Dein Artikel über Ron Paul ist aber leider nicht ganz richtig. Um nicht zu sagen falsch. Man gewinnt den Eindruck Paul wolle den Goldstandard zurück. Das ist aber nicht richtig.

    Ron Paul will, dass der Geldmarkt ein Markt wie jeder andere ist. Das bedeutet, dass man im Inland endlich wieder Währungen in echter Konkurrenz zum Dollar herausbringen darf.

    Ron Paul glaubt, dass sich dann wahrscheinlich eine Währung durchsetzt, die gedeckt ist. Am ehesten mit Gold. Aber wissen, kann man das nicht. Es ist nur ein Tipp von ihm.

    So ähnlich denken und dachten viele Österreicher und Libertarians. Roland Baader. Hayek. Und so weiter. Es würde diesen Leuten nicht im Traum einfallen einen Goldstandard „einzuführen“. Der Goldstandard früher war ja total in Staatshand und total bürokratisch.

    Was findest du überhaupt am Goldstandard? Was finden überhaupt so viele Leute am Goldstandard? Wenn du wirklich den Goldstandard so toll findest, dann solltest du auch für den Euro sein, denn das Bürokraten-Monster Euro hat extrem viel mit dem früheren Goldstandard gemein. Der reinste Horror.

    Libertarians glauben, dass die Währungen am besten sind, die sich am freien Markt durchsetzen. Ob diese Währungen dann goldgedeckt sind oder nicht, ist egal. Dieses Prinzip sollte man verstanden haben.

    • arprin Says:

      Das ist lieb gemeint von dir, dass du auch einmal etwas Nettes über Ron Paul schreiben willst.

      Das würde ich mir nie erlauben. Dass Ron Paul ein Austrian ist, habe ich ja schon öfter gesagt. Aber trotzdem habe ich deshalb noch nie einen positiven Artikel über ihn geschrieben. Dieser hier ist es auch nicht. Immerhin sage ich, dass, selbst wenn die USA vor dem Bankrott stehen und Ron Paul de einzige wäre, der das verhindern könnte, ich mich trotzdem gegen ihn als Präsidenten aussprechen würde.

      Man gewinnt den Eindruck Paul wolle den Goldstandard zurück. Das ist aber nicht richtig. Ron Paul will, dass der Geldmarkt ein Markt wie jeder andere ist. … Es würde diesen Leuten nicht im Traum einfallen einen Goldstandard „einzuführen“.

      Es ist auch nicht so, dass ich dafür bin, den Goldstandard als alleinigen Ersatz für Fiat Money einzuführen. Statt „Rückkehr zum Goldstandard“ hätte ich „den Goldstandard zulassen“ schreiben können, dann wäre es deutlicher geworden. Ich habe Baaders Bücher zum Thema auch gelesen.

      Die Austrians plädieren zwar nicht dafür, den Goldstandard als alleinigen Ersatz zum Fiat Money einzuführen, aber natürlich sehen sie ihn als eine ideale Lösung an. Da das Geld dann durch etwas gedeckt wäre, kann man nicht ständig Geld aus dem Nichts schöpfen.

      Wenn du wirklich den Goldstandard so toll findest, dann solltest du auch für den Euro sein

      Eine solche Ansicht vertrat auch der Austrian Jesus Huerta de Soto, der neulich den Euro verteidigt hat, indem er ihn mit dem Goldstandard verglich:
      http://mises.org/daily/6069/An-Austrian-Defense-of-the-Euro

      Der hervorragende Gérard Bökenkamp hat ihm geantwortet:

      http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=9560

      Huerta de Sotos zentraler Ansatz lautet: Solange es keinen Goldstandard gibt, sollte sich die Geldpolitik möglichst so verhalten, als ob es einen Goldstandard gäbe. Das heißt, man soll das Papiergeldsystem soweit wie möglich in Analogie zum Goldstandard betreiben. Da es im Goldstandard logischerweise keine flexiblen Wechselkurse zwischen Staaten gibt, sondern in Deutschland mit derselben Goldmünze bezahlt werden kann wie etwa in Frankreich, sind nach Huerta de Soto feste Wechselkurse besser als flexible und noch besser sei es, wenn in Deutschland mit demselben Papiergeld bezahlt wird wie in Frankreich oder Spanien. Deshalb gelte es, den Euro zu verteidigen. Dabei übersieht er, dass ein wenig Goldstandard genauso unmöglich ist wie ein wenig schwanger zu sein. Der Unterschied zwischen einer Edelmetallwährung und einer Papiergeldwährung ist nicht graduell, sondern qualitativ. In einem Papiergeldsystem gelten andere Regeln und Gesetzmäßigkeiten als bei einer Goldwährung. Deshalb ist auch die zweitbeste Lösung, wenn man keinen internationalen Goldstandard hat, nicht ein internationales System fester Wechselkurse oder gar eine internationale Papierwährung, sondern ein Geldsystem mit vielen Währungen mit flexibler Umtauschrelation.

      • American Viewer Says:

        Danke für deine Erläuterungen.

        Dieser hier ist es auch nicht.

        Und ich dachte schon, du bist einmal nett zu Ron Paul.

        Statt “Rückkehr zum Goldstandard” hätte ich “den Goldstandard zulassen” schreiben können, dann wäre es deutlicher geworden.

        Ja das stimmt, dann wäre es deutlich geworden.

        Bökenkamp will die extrem negativen Seiten des alten Goldstandards und die Parallelen zum Euro nicht sehen.

        Deshalb greift er in die Trickkiste. Sagen wir mal es gebe „qualitative Unterschiede“ und „andere Regeln“. Für mich sind das eher sprachliche Tricks, die er nicht belegt. Dann müsste er aber immer noch einsehen, dass die Ergebnisse des Euro-Systems heute, dem Goldstandard-System von früher erschreckend ähnlich sind.

        Daraus muss man das schließen, was wir gesagt haben. Ein freier Geldmarkt. Bökenkamp und Co sollten nicht so viel über den Goldstandard reden. Das lenkt nur vom Thema ab.

  3. American Viewer Says:

    Es wird definitiv auf einen Staatsbankrott hinauslaufen.

    Welcher Staat soll bankrott gehen? Amerika kann kaum bankrott gehen und die EZB hat ja noch nicht einmal die Druckerpresse angeworfen. Es passieren ganz andere Dinge.

    Die Kapitalisten im wahrsten Sinne des Wortes werden bestraft. Die Leute nämlich, die Kapital angesammelt haben. Dieses Kapital wird sich jetzt mal wieder der Staat krallen. So oder so.

    Und da die reichen Kapitalisten ihr Kapital ins Ausland schaffen können, wird es wie immer die kleinen Sparer treffen. Das wird passieren und es passiert schon lange. Die Deutschen haben genug Geld auf der hohen Kante, davon kann sich der Staat lange bedienen.

    Ihr könnt gerne die Apokalypse voraussagen, aber dann will ich konkrete Zahlen hören. Es reicht nicht wenn man sagt, irgendwann geht irgendein Staat pleite. Das ist keine tolle Prognosefähigkeit. Die Prognose kann man bei Staaten wie Griechenland für alle 20 Jahre machen, damit lag man in den letzten 200 Jahren im Schnitt kaum einmal daneben. Das ist selbst bei stabilen Staaten wie DL recht simpel. Wie viele Währungsresets hatte DL allein in den letzten 100 Jahren? Zwei? Drei? Mehr?

    • besucher Says:

      Ich habe kein Datum im Hinterkopf 🙂
      Wenn Du den Satz zu Ende gelesen hättest dann wüsstest Du auch dass ich mir nicht mal sicher bin welcher Staat überhaupt bankrott geht. Oder was das für ein Gebilde letztendlich ist was bankrott geht.
      Ich bin nur der Meinung dass wie Du schon sagtest die Österreicher Recht haben werden und sich Parallelwährungen einbürgern werden. Das kann 2015 aber auch erst 2025 kommen. Oder noch später.
      Es sei denn irgendwas anderes passiert zwischendurch. Man weiß ja nie.

    • Alreech Says:

      Und da die reichen Kapitalisten ihr Kapital ins Ausland schaffen können, wird es wie immer die kleinen Sparer treffen.

      Können die reichen Kapitalisten ihr Kapital wirklich so leicht ins Ausland schaffen ?
      Ein Großteil des Kapitals der Albrecht-Brüder steckt in ALDI. SAP oder die Würth-Gruppe sind auch nicht so leicht ins Ausland zu schaffen.

      Außer Zwangsanleihen die von den Neosozialisten ja gefordert werden gibt es auch andere Möglichkeiten die Kapitalisten zu schröpfen.
      Etwa in dem man die Bilanzierungsregeln ändert, z.B. die Abschreibung. Dadurch erhöht sich rechnerisch der Gewinn der Firmen und der wird durch Steuern teilweise abgeschöpft.
      Auch andere Regelungen lassen sich ändern um mehr Steuereinnahmen zu generieren – und um gleichzeitig das Klima zu retten:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Dienstwagen#Kritik_an_der_steuerlichen_Behandlung_von_Dienstwagen_.28Deutschland.29

      Natürlich wird das Nebenwirkungen haben. Ändert man die Abschreibungen, wird weniger investiert.
      Besonders betroffen davon sind natürlich neu Unternehmen oder solche die Investieren müssen um Konkurrenzfähig zu bleiben.
      Die werden sich wohl einen anderen Standort suchen.

      Und alles Geld was vom Kapital direkt an den Staat geht kann natürlich bei Lohnverhandlungen nicht mehr verteilt werden…
      Hier findet also eine Umverteilung vom Arbeiter zu Vater Staat statt.

      • American Viewer Says:

        Können die reichen Kapitalisten ihr Kapital wirklich so leicht ins Ausland schaffen?
        Ein Großteil des Kapitals der Albrecht-Brüder steckt in ALDI. SAP oder die Würth-Gruppe sind auch nicht so leicht ins Ausland zu schaffen.

        Hier findet also eine Umverteilung vom Arbeiter zu Vater Staat statt.

        Eine sehr gute Analyse. Du hast Recht. Diese Punkte habe ich nicht beachtet. Man bemerkt du analysierst noch wirklich und schreibst nicht einfach drauflos wie ich.

        Was diese Leute aber natürlich machen können, ist als Privatpersonen ins Ausland gehen. Das sind dann natürlich schon gewaltige Summen, die da abwandern und auf die man keine Steuern mehr erheben kann.

        Ich glaube Würth hat das mittlerweile gemacht. Man hat den Mann regelrecht vertrieben. So kenne ich einige Beispiele von Unternehmern aus Amerika und Europa.

        Einige von Ihnen saßen in DL sogar ein bis zwei Jahre in Untersuchungshaft. Wegen Steuerhinterziehung. In Amerika ist man zum Teil noch extremer. Wer das einmal mitgemacht hat, verlässt das Land nach seiner Freilassung dann oft so schnell er kann. Samt dem Vermögen.

  4. American Viewer Says:

    Und Schulden, Inflation und Interventionismus führen nicht immer in die Knechtschaft. Hayek hat sich hier geirrt, wie das Beispiel Schweden zeigt.

    Ich glaube Schweden ist kein gutes Beispiel. Sie haben meines Wissens nach keine hohen Schulden und keine hohe Inflation.

    Ihren luxuriösen Sozialstaat können sich die Schweden leisten, weil sie die Innovationen anderer Staaten nutzen können, ohne selbst etwas zu tun. Sie sind Freeloader wie so viele europäische Staaten.

    Wann kam das letzte innovative Medikament aus Schweden? Wann das letzte bahnbrechend neue Verfahren?

    Um es mal überspitzt zu sagen: Schweden hat doch seit Nobels Dynamit nichts Großartiges mehr erfunden. Sie leben gut von den Ideen anderer Leute. Das funktioniert für Schweden, aber wenn so alle kapitalistischen Staaten arbeiten, dann bleiben wir auf der Stelle stehen. Wir kommen ja so schon kaum vorwärts.

    • arprin Says:

      Ich glaube Schweden ist kein gutes Beispiel.

      Ich verteidige das schwedische Modell doch gar nicht. Es ging mir nur darum, dass ein Staat nicht automatisch eine totalitäre Diktatur (=Knechtschaft) wird, wenn es einen immer größeren Sozialstaat gibt. (Nicht falsch verstehen: Hayeks Buch ist natürlich trotzdem genial)

      Sie haben meines Wissens nach keine hohen Schulden und keine hohe Inflation.

      In den 1990ern hatten sie noch einen hohen Schuldenberg. Und sind nicht in die Knchtschaft abgrutscht.

      Das funktioniert für Schweden, aber wenn so alle kapitalistischen Staaten arbeiten, dann bleiben wir auf der Stelle stehen. Wir kommen ja so schon kaum vorwärts.

      So sehe ich das auch.

      • American Viewer Says:

        Danke für deine Antwort.

        Ich denke, es kommt darauf an, was man unter Knechtschaft versteht. So wie ich Hayek kenne sind die Staatsquoten, die homogene, alternativlose Politik und die EU-Demokratur schon lange Kennzeichen einer Knechtschaft.

      • American Viewer Says:

        Ganz zu Schweigen von den fehlenden Innovationen. Es war Hayek immer extrem wichtig aufzuzeigen, dass niemand diese Verluste einberechnet.

        Ein Beispiel. Seit dem Contergan-Fall wird die Medikamenten-Zulassung im Westen extrem reguliert. Das führt dazu, dass es praktisch kaum noch solche Katastrophen gibt. Man kann also glauben, es wurde das Leben von tausenden Menschen gerettet.

        Ich bin mir aber sicher, Hayek hält diese Argumentation für falsch. Denn niemand berechnet die Medikamente ein, die aufgrund der extremen Regulierung gar nicht oder sehr viel später entwickelt werden. Hayek würde vermuten, dass dadurch viel mehr Menschen sterben. Diese Opfer zählt nur niemand mit.

        So ähnlich ist es auch bei der Atomkraft. Deutschland rechnet sich schön wie viele Tote sie jetzt vermeiden und wie gesund und „umweltfreundlich“ sie doch leben. Es rechnet aber kaum jemand ein, dass ja weiterhin Energie produziert werden muss. Im Falle von DL durch Kohle und Gas, die viel mehr Menschen pro Terawattstunde töten als AKWs. Selbst bei Windrädern und Solarzellen bezweifle ich, dass sie weniger Menschen töten als AKWs.

        Und auch hier hat man die Forschung an Atomanlagen der Zukunft komplett eingestellt.

      • arprin Says:

        Es war Hayek immer extrem wichtig aufzuzeigen, dass niemand diese Verluste einberechnet.

        Frédéric Bastiat sagte dazu „Was man sieht und was man nicht sieht“. Viele gehen ja ernsthaft so weit, dass sie sagen, dass Kriege und Naturkatastrophen gut für die Wirtschaft sind, weil sie repariert werden müssen.

        Mir gefällt Bastiats Beispiel mit der zerbrochenen Scheibe:

        Man sieht nicht, dass unser Bürger, weil er sechs Franc für eine Sache ausgegeben hat, sie nicht mehr für eine andere ausgeben kann. Man sieht nicht, dass er, hätte er nicht die Scheibe reparieren müssen, zum Beispiel seine abgelaufenen Schuhe ersetzt oder ein Buch mehr in seine Bibliothek gestellt hätte. Kurz, er hätte mit diesen sechs Franc irgendetwas gemacht, was er nun nicht macht.

      • American Viewer Says:

        Viele gehen ja ernsthaft so weit, dass sie sagen, dass Kriege und Naturkatastrophen gut für die Wirtschaft sind,

        Das stimmt, dass lässt mein Lieblingsfreund Krugman auch immer wieder gerne vom Stapel. Das ist typisch Keynes. Ein Loch ausgraben und dann wieder zuschütten. Bastiat hat darauf in der Tat schon die Antwort gegeben. Darauf baut dann Hayek auf.

        Mich erstaunt dabei, dass viele Menschen intuitiv Bastiat Recht geben und Krugmans Katastrophengeilheit ablehnen, gleichzeitig aber auch Hayeks Weiterentwicklung nicht einsehen wollen.

        Menschen lassen sich zu sehr von Emotionen leiden. Wenn Krugman sich seine Katastrophe wünscht, lehnen sie empört ab und geben Bastiat Recht.

        Wenn sie aber Angst haben vor Katastrophen wie Contergan oder Fukushima, dann vergessen sie Bastiat. Dann ist ihnen fast jeder Preis recht, damit die Katastrophe „nie“ wieder auftritt.

      • Korbinian Says:

        @av ich glaube nicht dass man die nuklearforschung eingestellt hat: es gibt doch diesen Fusionsreaktor im Aufbau bei Greifswald.

  5. aron2201sperber Says:

    Das Problem an Ron Paul ist, dass er nicht in der Lage ist grundlegende Realitäten wie 9/11 anzuerkennen.

    Klar wäre der „War on Terror“ ein absurder Blödsinn, wenn es in Wahrheit keinen islamistischen Terror gäbe – und natürlich wäre dann stattdessen vielmehr ein „War on Republicans, CIA and Neocons“ angebracht…

    Meinungsfreiheit und kritisches Hinterfragen gehören zu einer freien Gesellschaft – auch wenn dies zu falschen Schlüssen führen kann.

    Wenn man dabei allerdings die Fähigkeit verliert, grundlegende Realitäten zu erkennen, steuert man in eine sehr gefährliche Richtung.

  6. American Viewer Says:

    @korbinian

    ich glaube nicht dass man die nuklearforschung eingestellt hat: es gibt doch diesen Fusionsreaktor im Aufbau bei Greifswald.

    Ich meinte die Forschung an der Nuklearspaltung. Gerade die Linken und Ökos müssten doch daran Interesse haben, schließlich strahlt der Müll laut Ihnen noch Millionen Jahre gefährlich.

    Aber DL hat dort die Gelder radikal gestrichen. Die Linken in DL haben null Interesse daran, dass der Atommüll jemals kein Problem mehr darstellt.

  7. Ilja Says:

    Ein bisschen genauer solltest du schon erläutern, wieso ein Ron Paul als Präsident 911 nicht hätte verhindern können.

    Ist ja schließlich bekannt, dass die USA Al Qaida ganz massiv gefördert hat, als es sie im Afghanistan-Krieg gegen die Russen brauchte. Und das wäre nun einmal etwas, was Paul als Präsident nicht gemacht hätte. Also, die Organisation, die 911 auf dem Gewissen hat, hätte keine jahrelange Finanzierung durch die USA erhalten. Wäre sie trotzdem zu 911 fähig gewesen? Mag ja sein, dass einiges in http://www.washingtonsblog.com/2012/09/sleeping-with-the-devil-how-u-s-and-saudi-backing-of-al-qaeda-led-to-911.html Quatsch oder übertrieben ist, aber die jahrelange Unterstützung von Al Qaeda durch die USA ist wohl ein unbestrittener Fakt.

    Und dass die Außenpolitik der USA generell, die ja unter Paul ganz anders aussehen würde, zumindest einen nicht unerheblichen Anteil an der Motivation von Terroristen hatte und hat, dürfte auch nicht von der Hand zu weisen sein.

    • arprin Says:

      Die al-Qaida wurde 1993 gegründet, die US-Unterstützung für die afghanischen Mudschaheddin hörte nach dem sowjetischen Abzug 1989 auf. Die al-Qaida wurde also nie von den USA „ganz massiv gefördert“.

      Außerdem: Wenn Ron Paul 1989 oder 2001 Präsident geworden wäre, hätte er die Zeit auch nicht mehr zurückdrehen können.

      Und dass die Außenpolitik der USA generell, die ja unter Paul ganz anders aussehen würde, zumindest einen nicht unerheblichen Anteil an der Motivation von Terroristen hatte und hat, dürfte auch nicht von der Hand zu weisen sein.

      Doch, eigentlich schon. Es gibt z.B. keinen Grund für 9/11, den man in der US-Außenpolitik finden kann. Gerade wenn man die (falsche) Behauptung aufstellt, dass die USA al-Qaida „ganz massiv gefördert“ haben, nicht: Die USA helfen al-Qaida, und als Dank fliegen sie 2 Flugzeuge in das World Trade Center?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.


%d Bloggern gefällt das: