Die Sache mit der Gleichheit

The Gender Equality Paradox:

Die vor einem Jahr ausgestrahlte norwegische Dokumentation „The Gender Equality Paradox“ (Das Paradoxon der Geschlechtergleichheit) beschäftigt sich mit dem Phänomen, dass es in Norwegen, dem Land mit der höchsten Gleichheit zwischen Männern und Frauen, immer noch „typisch“ männliche und weibliche Berufe wie Bauarbeiter oder Krankenschwester gibt. Dabei werden auch biologische Ursachen diskutiert, die von den Gender-Forschern natürlich geleugnet werden. Die modernen Gender-Forscher und Feministen geben vor, für mehr Gleichheit zu kämpfen, plädieren aber gleichzeitig für die Sonderbehandlung von Frauen.

Dazu gehören Maßnahmen wie Frauenquoten. Statt auf die Qualifikation zu achten, soll der Arbeitgeber auf das Geschlecht achten. Die diskriminierenden Maßnahmen werden einfach damit begründet, dass in der „Gesellschaft“ unbewusst weiter patriarchalisches Denken herrsche. Um dieses diskriminierende Denken zu beenden, sollen die Feministen – natürlich mithilfe von Zwangsmaßnahmen des Staates – die Gesellschaft neu konstruieren. Feministisches Denken steht sehr gut mit im Einklang mit marxistischer Ideologie.

Die Europäische Kommission plant bereits eine Frauenquote für Aufsichtsräte. Bis 2020 sollen 40% weiblich sein. Frauenquoten, Frauenkommissionen, Frauenparkplätze- in Saudi-Arabien ist man schon weiter: Dort sollen ganze Städte nur für Frauen gebaut werden, damit diese dort arbeiten können, ohne von den Männern gestört zu werden. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis dies auch in Europa als progressive Maßnahme zur Minderheitenförderung diskutiert wird.

Friedrich August von Hayek sagte: „There is all the difference in the world between treating people equally and attempting to make them equal„. Und Bernhard Lassahn brachte es in der Achse des Guten auch schon mal schön auf den Punkt: „Gleichberechtigung bedeutet, dass der STARTpunkt für alle gleich ist. Gleichstellung bedeutet, dass der ENDpunkt gleich ist.“ Wer die Unterschiede zwischen den Geschlechtern ignoriert und Gleichheitsquoten fordert, der betreibt eine wesentlich schlimmere Diskriminierung als die, die er vorgibt zu bekämpfen.

Die Emanzipation ist übrigens weiter fortgeschritten, als man glaubt. Laut dem Gender Datenreport des Bundesfamilienministeriums sind Männer in heterosexuellen Beziehungen von körperlicher Gewalt „annähernd im gleichen Ausmaß“ betroffen wie Frauen, auch die häusliche Gewalt geht zu mindestens dem gleichen Ausmaß von Frauen aus wie von Männern. Dies ist nur leider genauso wenig bekannt wie sexueller Missbrauch von Frauen an Kindern, dessen Anteil auf 10% geschätzt wird, in der Öffentlichkeit jedoch gar nicht existiert. Es handelt sich um feministische Tabus.

12 Antworten to “Die Sache mit der Gleichheit”

  1. American Viewer Says:

    beschäftigt sich mit dem Phänomen, dass es in Norwegen, dem Land mit der höchsten Gleichheit zwischen Männern und Frauen, immer noch “typisch” männliche und weibliche Berufe wie Bauarbeiter oder Krankenschwester gibt.

    So wie ich das verstanden habe, ist es sogar noch besser. Je größer die Freiheit in einem Land wird, desto größer werden die Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

    Eine Inderin nimmt jeden Job den sie kriegen kann, zum Beispiel in der IT-Branche. Die Norwegerinnen dagegen haben eine echte Wahl. Und da wird der Gap zwischen „Männer-“
    und „Frauenberufen“ dann interessanterweise wieder größer. Trotz allen Quoten und dem ganzen Gendermainstreaming.

    Das bestätigt mich noch einmal darin, dass ich als freiheitsliebender Mensch gegen Quoten jeder Art bin. Quoten wirken der Freiheit entgegen.

  2. American Viewer Says:

    Auch faszinierend: Linke sind ja meistens sehr „natur-gläubig“. Die Natur ist gut, die Natur ist bio, die Natur ist gesund. „Ursprünglich“ und „natürlich“, was immer das auch sein soll, sei das Beste überhaupt. Zurück zur Natur! Man kennt ja dieses Gerede seit Rousseau.

    Man muss dabei nicht extra erwähnen, dass die Linken einem Phantasie-Konstrukt von „Natur“ anhängen.

    In diesem Fall scheint es wieder so zu sein, dass die echte Natur sich eben nicht in die ideologischen Schranken der politischen Korrektheit pressen lassen will.

    Tja liebe Linken, Nature is a b****.

    • arprin Says:

      Die Sozialisten glauben, dass die „Natur“ so ist, wie es ihren politischen Vorstellungen passt. Doch dann kam der Kapitalismus und hat alles zerstört. Deshalb müssen wir die „Natur“ wiederherstellen, in dem wir den Kapitalismus abschaffen. Wenn wir das geschafft haben, werden alle Probleme gelöst sein. Einige Sozialisten waren sogar der Ansicht, dass in einer sozialistischen Gesellschaft der Alkoholismus verschwinden würde.

      Diese Ansichten sind auch bei Nazis aus allen Ländern und Islamisten verbreitet. Zuerst gab es die schöne reinrassige bzw. die islamische Welt, dann kam die Zeit der „Rassenmischung“ bzw. die „Abkehr vom Islam“, die alles zerstört hat. Auch hier gilt es, den alten, „natürlichen“ Zustand wiederherzustellen. Deshalb schwärmen Nazis auch von alten, gemanischen Bräuchen und Islamisten von der Scharia.

      Die Bewunderung eines vormodernen, angeblich „natürlichen“ Zustands bei gleichzeitiger Verachtung der Moderne haben alle Ideologien gemeinsam. Sie sind alle zutiefst modernitäts-, zivilisations- und individualismusfeindlich. Außer wenn es sich um Kalaschnikows handelt, diese Errungenschaften der Moderne darf man ruhig benutzen, um eben diese Moderne wieder zu zerstören.

      • American Viewer Says:

        Stimmt. Natur ist da wo Ökos, Nazis und Islamisten sich treffen.

        Heute heißt es nicht mehr Blut und Boden, heute heißt es Bio und Boden.

        Früher hieß es Deutsche kauft nur bei Deutschen, heute heißt es Deutsche kauft nur noch „regionale Produkte“.

  3. Paul Says:

    Viewer, Du hast mich mit dem Hinweis auf die Natur zum nachdenken gebracht.
    Bei vielen Tieren gibt es einen großen Unterschied zwischen den männlichen und den weiblichen Tieren. Der ist naturgegeben. Keine Spezies will das abschaffen. Weil der Unterschied naturgegeben ist und Vorteile für die Population hat.

    Nur beim Menschen ist das anders. Der will diesen Untwerschied abschaffen. Welchen Vorteil bringt das für die Menschheit?

    War es Rousseau der sagte: „Zurück zur Natur“?
    Na, dem schließe ich mich doch an!

  4. shaze86 Says:

    Sehr guter Beitrag.

  5. Alreech Says:

    In Baden Württemberg fordern SPD und Grüne das die Parteien per Gesetz dazu gezwungen werden sollen ihre Wahllisten paritätisch zu besetzen.
    Beginnend mit einer Frau auf Platz 1. abwechselnd mit Männern und Frauen.

    Die Grünen handhaben das schon so innerhalb ihrer Partei, mit der schönen Ausnahme das „reine Frauenlisten zulässig sind“.

    http://dvaulont.de/2012/05/15/verbot-von-reinen-frauenlisten-in-baden-wurttemberg-geplant/

  6. Paul Says:

    Alreech, wo bleibt da die Gleichberechtigung?
    „Frau auf Platz 1“?
    „Reine Frauenlisten“?

    Ach so, ich habe vergessen, es geht um die Gleichberechtigung der Frau.
    Warum hat das immer die Ungleichberechtigung der Männer zur folge?

  7. cohen Says:

    Die Doku fand ich auch geil und dass Frauen in entwickelteren Ländern ganz natürlich seltener Ingenieur werden, war mir selbst in dieser Klarheit noch nie bewusst geworden.

    Ich will eigentlich nur diesen Link loswerden, es gibt nämlich ein Journal, dessen bloßer Titel schon ein herrlicher Affront für die Unterschiedsleugner ist:
    „Biology of Sex Differences“
    http://www.bsd-journal.com/

    Herrlich, oder?

  8. Pizi Says:

    Du hast ja echt viele gute Texte, aber dieser ist auf Stammtisch-Niveau.

    1. Selbst das verhältnismäßig gleichberechtige Norwegen ist eben nur verhältnismäßig gleichberechtigt und nicht gleichberechtigt. Auch in Norwegen wachsen Mädchen mit rosa Puppen und Buben mit blauen Autos und jeder Menge Stereotypen auf. Dass das Denken von uns allen vom ersten Moment auf dieser Erde an durch diese Stereotypen geprägt wird, sollte jedem klar sein. In diesem Kontext ist es dann doch gar keine so große Überraschung, dass es auch in Norwegen Männer- und Frauenberufe gibt. Das zeigt nur, dass das Schaffen einer Gesetzeslage, die Gleichberechtigung fördert, noch nicht automatisch heißt, dass sie sich auch in den Köpfen der Menschen vollzogen hat. Ich würde dir sehr ans Herz legen, dich mit (seriösen) Studien zu dem Thema zu beschäftigen, die zahlreich vorhanden sind. (Leider gibt es auch jede Menge unseriöser, unwissenschaftlicher „Studien“ à la „Frauen reden mehr als Männer“, „Frauen sind multitasking-fähig“, „Frauen können nicht einparken“, die durch die Medien geistern und natürlich das Bild der Menschen prägen.

    2. Es ist manipulativer Blödsinn, dass ArbeitgeberInnen statt auf die Qualifikation auf das Geschlecht achten sollen. Sie sollen, wenn es BewerberInnen gibt, die die gleiche Qualifikation vorweisen, der BewerberIN den Vorzug geben, wenn das Geschlechterverhältnis in der Firma (besonders, wenn es um höhere Positionen geht) ungleich ist. Das hat nichts mit marxistischer Ideologie zu tun. Was du ausblendest, ist, dass es seit tausenden Jahren die unausgesprochene Männerquote gibt. Im Moment ist es eben meistens umgekehrt. Wenn es 2 BewerberInnen mit der gleichen Qualifikation gibt, bekommt der Mann die Stelle. Ich halte Frauenquoten- auf einen gewissen Zweitraum begrenzt- für sehr wichtig, damit die Menschen auch Bilder von Frauen in Machtpositionen verinnerlichen. Damit es eines Tages keine Frauen- und Männerberufe mehr gibt. Dadurch entstehen auch für Männer neue Möglichkeiten.

    3. Der Vergleich mit Saudi Arabien ist deines Niveaus nicht würdig. In Saudi Arabien geht es darum Frauen davon abzuhalten, ein Teil des öffentlichen, sozialen Lebens zu sein. Sie sollen so ohnmächtig wie möglich sein. Die Frauenquote hat das Gegenteil im Sinn. Das Ziel der Frauenquote ist ja auch nicht, dass in Firmen nur noch Frauen alleine arbeiten, wie dein Vergleich suggeriert.

    4. Was die Genderunterschiede zu welchen Anteilen bedingt, ist nicht belegt (und ist wahrscheinlich auch nicht zu belegen). Der Satz „Wer die Unterschiede zwischen den Geschlechtern ignoriert…“ impliziert, dass diese naturgegeben sind und erklärt demnach etwas zur Tatsache, was keine ist. Ich empfehle eine GEO-Ausgabe aus dem Jahr 2012, die die behaupteten neurologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau behandelt. Die großen Studien dazu, die sonst nicht in den Medien landen, kamen alle zu dem Schluss, dass es keine gibt.

    5. Einen Anstieg an häuslicher Gewalt gegen Männer oder weibliche Pädophilie als Emanzipation zu bezeichnen, zeigt, dass du den Begriff offensichtlich nicht verstanden hast.
    Dass Männer „annähernd im gleichen Ausmaß“ von häuslicher Gewalt betroffen sind, halte ich für Schwachsinn. Der angegebene Link ist nicht gerade eine seriöse Quelle. Da hätte ich gern eine offizielle mit Zahlen, Studiendesign usw.
    Bzgl. Missbrauch: ein Anteil von „geschätzten“ (!) 10% woran? Von allen Missbrauchsfällen? Was zur Folge hätte, dass 90% von Männern begangen werden? Hältst du das wirklich für ein gutes Bsp.?
    Die Behauptung, dass solche Themen feministische Tabus sind, ist Bödsinn. Feministische Theorien vertreten ja gerade die Ansicht, dass Frauen keine besseren Menschen sind, keine sozialeren, weichen, zarten Wesen. Jeder Mensch ist unterschiedlich, unabhängig des Geschlechts. Das Problem ist, dass solche Behauptungen meist auf Lügen basieren, die von der sogenannten „Männerrechtsbewegung“ (=Anti-Gleichberechtigungsbewegung) verbreitet werden, um Frauen zu diskreditieren.

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