Wer ist ein Antisemit?

Die Palästinenser als die Juden von heute

Die Palästinenser als die Juden von heute

Niemand will heute noch als „Antisemit“ bezeichnet werden. Hitler hat dafür gesorgt, dass es unmöglich ist, sich öffentlich als „Antisemit“ zu outen, ohne gesellschaftlichen Selbstmord zu begehen. Aber das bedeutet natürlich nicht, dass es keine Antisemiten gibt. Es bedeutet nur, dass es viele Tricks gibt, mit denen man sein Antisemitismus verschleiert. Der erste Trick ist, dass man sagt, dass das Wort „Antisemitismus“ ja gar nicht Judenfeindlichkeit bedeutet, weil zu den Semiten auch die Araber gehören. Es stimmt, dass das Wort „semitisch“ nicht für Juden steht, sondern für die hebräische und die arabische Sprache. Ein „Antisemit“ ist wörtlich genommen jemand, der die Sprachen Hebräisch und Arabisch hasst.

Allerdings wurde das Wort „Antisemitismus“ nicht von Juden, sondern von Judenhassern erfunden. Man muss sich das mal vorstellen: Da erfinden Judenhasser ein Wort für ihren Judenhass, sagen dann aber später, dass sie keine Judenhasser sein können, weil das Wort, das sie für ihren Judenhass erfunden haben, ja „eigentlich“ auch Araber meint. Pech gehabt, ihr eigens erfundenes Wort hat sich nun mal durchgesetzt. Darüber zu jammern kommt 133 Jahre zu spät, sie haben ihre Chance verpasst. Hätten sie der Begriffsverwirrung damals Einhalt geboten, müssten sie nicht heute darüber meckern.

Antisemitismus und Antizionismus

Die moderne Form von Antisemitismus ist der sogenannte „Antizionismus“. Schon der Begriff ist lächerlich. Der Zionismus ist nichts weiter als die jüdische Nationalbewegung mit dem Ziel, einen jüdischen Staat zu errichten. Diese Bewegung hatte verschiedene Strömungen. Theodor Herzl hätte z.B. nichts dagegen gehabt, wenn der jüdische Staat in Uganda gegründet und Deutsch die Amtssprache geworden wäre. Andere, radikalere Strömungen dagegen wollen das gesamte biblische Kernland zurück und fordern deshalb auch die Annexion von Jordanien. Dies kann man zurecht kritisieren. Es gibt in so gut wie jeder Bewegung radikale Strömungen. Aber den Zionismus komplett abzulehnen, bedeutet, einen jüdischen Staat komplett abzulehnen bzw. das Existenzrecht Israels zu negieren.

Früher hieß es „Wer ein Jude ist, bestimmt der Antisemit“, heute gilt „Wer ein Zionist ist, bestimmt der Antizionist“. Die „Antizionisten“ stellen den Zionismus so dar, als ob er nur aus religiösen Fanatikern und radikalen Siedlern bestehen würde. Die üblichen Verschwörungstheorien von einer unbekannten Allmacht („Israel-Lobby„, „Auschwitzkeule“), hasserfüllte Dämonisierungen („Apartheidstaat“, „Warschauer Ghetto“) und das Anwenden von doppelten Standards (Boykottierung von israelischen Waren, Ignorieren von Menschenrechtsverletzungen in aller Welt) zeigen, dass sich unter dem Antizionismus praktisch immer der ganz normale Antisemitismus versteckt.

Jüdische Freunde als Alibi

Um zu beweisen, dass sie keinesfalls Antisemiten sein können, führen viele Antizionisten und „Israelkritiker“ als letztes Mittel einen jüdischen Freund wie z.B. Norman Finkelstein oder Noam Chomsky, an. Wenn man einen jüdischen Freund hat, kann man auch kein Antisemit sein, glauben sie. Das ist natürlich Unfug. Antisemitismus bedeutet nicht nur, dass man alle Juden diskriminieren oder umbringen will. Es bedeutet, in der kürzesten und einfachsten Definition, dass man an Juden andere Maßstäbe anlegt, weil sie Juden sind. Zu dieser „Leistung“ sind leider auch Juden fähig. Wer nicht glaubt, dass es jüdische Antisemiten gibt, sollte sich mal mit dem Rabbi Moishe Friedman treffen, einem militanten Antizionisten und Holocaustleugner, oder den Neturei Karta, die sich für die Zerstörung Israels einsetzen.

Viele westliche Intellektuelle legen an Menschen aus anderen Kulturkreisen andere Maßstäbe an als bei Einheimischen. Dieser Kulturrelativismus ist auch eine Form von Rassismus, da Menschen aufgrund ihrer Herkunft anders behandelt werden. Der Selbsthass ist im Westen weit verbreitet und macht auch bei jüdischen Intellektuellen wie Finkelstein oder Chomsky nicht halt. Die Antisemiten freuen sich natürlich über solchen Beifall, ein besseres Alibi könnten sie sich gar nicht wünschen. So können sie sich in ruhiger Gewissheit einreden, dass sie nur berechtigte Kritik üben. Wenn der Jude ihnen zustimmt, werden sie schon Recht haben.

24 Antworten to “Wer ist ein Antisemit?”

  1. Paul Says:

    Gefällt mir, lieber arprin, gefällt mir wirklich sehr, weil es auch meiner Auffassung entspricht.
    Für mich sind Antisemitismus, Antizionismus und Israelkritik nur Synonyme für Judenhass.

    Es ist der Judenhass, der sich, aus welchen Gründen auch immer ein anderes „Mäntelchen“ umhängt, sich anders verkleidet.

    Polenz ist für mich ein Paradebeispiel dafür, Judenhass auf ganz subtile Art zu äußern.

    • arprin Says:

      Dieses Jahr sind vor allem Günter Grass und Sigmar Gabriel aufgefallen. Aber Polenz ist natürlich auch ein Dauerrenner.

      • shaze86 Says:

        Hat Gabriel eigentlich ausser dem Apartheid-Spruch noch etwas gesagt?
        Es sah aus wie ein Anflirten in die antisemitische Szene. Sozusagen ein Feldversuch.

      • arprin Says:

        Mir ist nichts weiteres bei Grass aufgefallen. War wohl wirklich ein Feldversuch, aber ein entlarvender.

      • besucher Says:

        Grass ist wieder am Dichten:
        http://www.sueddeutsche.de/kultur/eintagsfliegen-grass-veroeffentlicht-neuen-gedichtband-1.1482446

        Der deutsche Literaturnobelpreisträger würdige in einem der insgesamt 87 Gedichte den wegen Spionage zu 18 Jahren Haftstrafe verurteilten israelischen Nukleartechniker Mordechai Vanunu als „Held“ und „Vorbild“. Vanunu hatte 1986 im Ausland das geheime Nuklearprogramm Israels öffentlich gemacht. In dem Gedicht „Ein Held unserer Tage“ dichtet Grass demnach über Vanunu: „So heißt der Held, der seinem Land zu dienen hoffte, indem er half die Wahrheit an den Tag zu bringen.“

        Vanunu wurde nach seinen Enthüllungen vom Geheimdienst Mossad in Rom entführt und nach Israel gebracht, wo er vor Gericht kam. Vanunu war elf Jahre im Gefängnis, kam danach unter Auflagen frei. Weil er sich dennoch mehrfach äußerte, musste er erneut einige Male ins Gefängnis und lebte dazwischen unter Hausarrest.

  2. aron2201sperber Says:

    Das ganze ist ein typischer Fall von Etikettenschwindel:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/05/25/etikettenschwindel/

    Der ehemalige Linksradikale Jürgen Elsässer hat ja auch den Begriff „Antideutscher“ erfunden, als er an eine deutsche Weltverschwörung gegen Jugoslawien glaubte.

    Nach seiner Wandlung zum völkischen Linksrechtsradikalen und seiner Hinwendung zum Glauben an eine zionistisch-imperialistische Weltverschwörung verwendet er den Begriff, den er für sich selbst erfunden hatte, um alle Israel-Freunde als „Antideutsche“ abzukanzeln:

    Mittlerweile kann man den Begriff immer öfter hören, obwohl die politische Strömung, die sich selbst so bezeichnet hatte, längst nicht mehr existiert.

    In diversen Foren, werden Israel-freundliche Meinungen immer öfter mit dem Kommentar, man sei eben ein „Antideutscher“, bedacht.

  3. Fred Says:

    Es gibt tatsächlich bei der Linke zwei Moralsysteme. Eine übergenau für den Westen, besonders für die USA und Israel und eine andere für den Rest der Welt.

    Der Aufschrei gegen die Besatzung Tschetschenien durch Russland oder die Besatzung Tibets durch China ist viel geringer (besonders bei der Linken) als die ständige Betonung der Israelfrage.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang dass unserer Altkanzler Schmidt vor kurzer Zeit Verständnis für das Tjanamen Massaker 1989 in China gezeigt hat. Hätte ein CDU Politiker die Machtübernahme Pinochets gerechtfertigt hätte sich die linke Presse wochenlang nicht eingekriegt.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article109187793/Altkanzler-Schmidt-verteidigt-Tian-anmen-Massaker.html

    • aron2201sperber Says:

      danke für den Link zum Welt-Artikel

      am dümmsten und typischsten ist Schmidts Bemerkung, dass es persönliche Freiheit in Chinas Geschichte nie gegeben habe.

      solche Aussagen gefalllen den typischen Weltverstehern von heute

      doch auch so etwas wie den Marxismus (ein zutiefst westlicher Ideologie-Auswuchs) hatte es in der chinesischen Geschichte erst recht nie gegeben.

      sorry Arprin, wenn ich jetzt schon wieder Eigenwerbung mache, aber Freds Beitrag passt einfach perfekt zu diesem Artikel von mir:

      http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/09/24/ohne-westen-lebt-sichs-leichter/

      • arprin Says:

        Hier ist Helmut Schmidts Interview, in dem er das Massaker in Peking 1989 verharmloste:
        http://www.zeit.de/2012/38/Helmut-Schmidt-di-Lorenzo-China-Mao-Menschenrechte/komplettansicht

        Widerlicher Relativismus. In einigen Blogs wurde das Interview bereits kritisiert:
        http://spiritofentebbe.wordpress.com/2012/09/13/helmut-schmidt-rekalked/

        Und hier noch ein Kommentar von “Lllarian” auf einen Artikel von Zettel (Sind Menschenrechte wichtiger als das Völkerrecht? Aus einem Gespräch mit einem der bedeutendsten Konservativen Deutschlands), der Schmidts angeblich “konservative Ansichten” lobte:

        “Wenn diese Geisteshaltung die des letzten grossen Konservativen sein soll, dann ist das Konservative in Deutschland endgültig tot. Ich habe auch etwas übrig für das was Schmidt sagt: Tiefstempfundene Verachtung.

        Man muss nicht moralisieren, um Menschenrechte als den höchsten Wert unserer bisherigen Zivilisation zu betrachten. Moral hat immer etwas davon, was gerade politisch en vogue ist und sich morgen wieder ändern kann. Der Wert von Menschenrechten, von Grundrechten, von Freiheit und Leben, ist seit dem Zeitalter der Aufklärung das ethische Fundament der Moderne. Menschenrechte sind die Grundlage unserer Gesellschaft an sich, das spiegelt sich in unseren Verfassungen wieder, das spiegelt sich in unseren Rechtssystemen wieder, das spiegelt sich in unseren gesellschaftlichen Normen wieder. Und Menschenrechte sind nicht relativ. Das war auch nie einer konservative Haltung. Es mag die Haltung von Schmidt sein, aber das belegt allenfalls, dass er kein Konservativer ist.

        Dagegen ist es eine ziemlich typisch linke Position Rechte vor allem sich selbst einzuräumen, aber weniger die Notwendigkeit zu sehen, dass andere diese Rechte auch haben. Sich dafür noch hinter dem Völkerrecht zu verstecken, ist dabei auch nicht besonders originell, Kommunisten machen das seit Jahrzehnten so. Nur: Niemand käme auf die Idee morgen einen Krieg mit China anzustreben. Es ist nichtmal in der Diskussion zu Maßnahmen zu greifen, die deutlich innerhalb des Völkerrechtes liegen, wie Boykotte oder Blockaden. Die Menschenrechtsfraktion tut sei Jahren nichts anderes als protestieren und die Dinge beim Namen zu nennen in der Hoffnung das sich dadurch etwas ändert. Und nicht einmal das möchte Schmidt, er möchte lieber abwiegeln, relativieren und eigentlich gar nicht darüber reden. Und das in Deutschland. Macht der Mann sich eigentlich nicht für 5 Cent klar, dass man SEINE, exakt seine Argumentation, perfekt auf Hitler anwenden kann ? Das die Vernichtung von 6 Millionen Menschen durchaus auch hinter dem Völkerrecht versteckt werden kann ? Das der einzige Grund warum der Mann die Klappe aufreissen kann, darin besteht, dass ANDERE, nicht er, andere, seine Freiheit erst ermöglicht haben ? Schmidt war kein Widerständler, nein, Schmidt war Teil dieses Systems. Und zwar bis zum Ende. Es sind andere, die verhinderten, dass das, woran Schmidt durchaus mitarbeitete, weitergeführt wurde. Das hat er offensichtlich nicht reflektiert.

        Die Freiheit von Unterdrückung, die Freiheit seine Meinung zu sagen, die Freiheit zu tun, was ihm beliebt, die Freiheit die er seit mehr als 65 Jahren (!) für sich wie selbstverständlich annimmt, die will er anderen nicht zugestehen. Was für ein Held. Man mag aus diesen Zeilen lesen, dass ich verärgert über Schmidt bin. Denn das bin ich. Denn die Toten vom Platz des himmlichschen Friedens sind keine Betriebsunfälle der Geschichte. “Ja, gab halt keine kasernierte Polizei. Und die Partei hatte gerade ein Problem. Dumm gelaufen.” So eine Sch…., sorry. Das sind Menschen gewesen. Menschen mit Hoffnungen, Menschen mit Zukunft, Söhne, Töchter, Ehefrauen, Ehemänner, Eltern. Sie starben, weil sie die selben Rechte haben wollten, die Schmidt vor 65 Jahren geschenkt wurden.

        Ich denke wir leben in Deutschland ziemlich privilegiert. Weil uns diese Rechte geschenkt wurden. Blickt man in die Welt sieht man, dass das eher selten ist. Und die meisten Menschen diese Rechte nicht haben. Ich bin bei aller Kritik, die ich an diesem Land habe, dankbar dafür, dass diese Rechte uns allen geschenkt wurden. Ich finde man sollte sie aber auch verdienen und das minimale ist, dass man diese auch anderen zugesteht. Wenn man das nicht kann, dann finde ich zumindest, hat man sie auch nicht verdient. Deswegen muss man nicht morgen mit einem Schwert durch die Welt rennen, aber wenigstens hingucken und was sagen, das sollte man schon können. Ich bin jedenfalls nicht der Meinung das mir dieses Privileg mehr zusteht als einem chinesichen Bauern oder einem koreanischen Bäcker. Das mag Schmidt anders sehen. Aber konservativ ist das hoffentlich nicht.”

        Die Verachtung von Llarian teile ich. Helmut Schmidt ist ein arrogantes, kulturrelativistisches Arschloch.

    • Carsten Says:

      „Es gibt tatsächlich bei der Linke zwei Moralsysteme. Eine übergenau für den Westen, besonders für die USA und Israel und eine andere für den Rest der Welt.“

      Natürlich gibt es die. Der Westen besteht aus freiheitlichen Demokratien, der Rest der Welt zum großen Teil nicht. Würde hier zB ein Gefangener einfach spurlos verschwinden führt das natürlich zu einer weit größeren Entrüstung zu führen als wenn derselbe Fall in einem totalitären Staat geschieht auch wenn es für den Betroffenen ähnliches bedeuten mag. Zu sagen dass dies hier immer noch besser ist als dort, weil es an der Tagesordnung ist, ist einfach nur absurd.
      Ebenso absurd ist es allerdings zwei Ereignisse in einer westlichen Demokratie und in einem totalitären Staat vergleichen zu wollen, blos weil sie dieselbe Empörung hervorrufen.
      Die fehlende Vergleichbarkeit bedeutete ja gerade die Existenz zweier Moralsysteme, eben weil wir von einer Demokratie mehr erwarten.

      „Hätte ein CDU Politiker die Machtübernahme Pinochets gerechtfertigt hätte sich die linke Presse wochenlang nicht eingekriegt.“

      Am konjunktiv kann man wohl erkennen das sich die Presse wohl nicht sehr aufgeregt hat. Worüber auch, denn Pinochet hat das Land ja nur vom Bürgerkrieg gerettet (Bruno Heck), von einem Chaos unverstellbarem Ausmasses zu entrissen (Zimmermann) und davon zu reden dass in Chile gefoltert und gemordet wird ist sowieso Unsinn (Strauss)

      • besucher Says:

        Kennen Sie einen Unionspolitiker der diesen Aussagen heute zustimmen würde.
        Übrigens: Heck war ne kleine Leuchte in der CDU und Strauß und Old Schwurhand waren CSUler!!!
        Und wo die in den Siebzigern programmatisch stand dass wissen Sie:
        „Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben“

  4. Die sicheren Wahlsieger « Aron Sperber Says:

    […] lieber wäre, denn immer nur die israelische Regierung als Feindbild zu nehmen, könnte auf Dauer verdächtig wirken. Teilen Sie dies mit:TwitterFacebookGefällt mir:Gefällt mirSei der Erste dem dies […]

  5. Engkong Says:

    Ende August wurde ganz in der Nähe des Hauses, in dem ich wohne (in Berlin-Friedenau) ein Rabbi von einer Horde Rabauken zusammengeschlagen und schwer verletzt, seine kleine Tochter wurde bespuckt, beschimpft und bedroht. Der Fall – nicht der erste seiner Art in diesem unserem Lande (ich rede nur von der “neueren” Zeit) – ging durch die Medien und rief naturgemäß ein heftiges Echo hervor. Unter anderem waren Stimmen zu vernehmen, die den Juden rieten, auf jüdische Accessoires (Kippa, Schläfenlocken, Davidstern…) zu verzichten, wenn sie sich in die Öffentlichkeit begeben.

    Dies gab mir den Anstoß zu folgendem Gedicht, das ich hier veröffentlichen möchte – selbstverständlich mit dem Warnhinweis: Vorsicht! Sarkasmus!

    HURRA, WIR KIPPAPITULIEREN !

    Man hält’s wirklich nicht für möglich,
    und doch ist es leider wahr:
    Bist du Jude, schwebst du täglich
    hierzulande in Gefahr!
    Kriegst das Nasenbein gebrochen,
    wirst wie’n Ferkel abgestochen –
    und trotz alledem sagst Du:
    „Ich bin Jud’ und steh dazu!“

    Aber lasst Euch doch mal fragen:
    Weshalb seht Ihr Euch nicht vor?
    Wieso müsst Ihr Kippa tragen?
    Schläfenlocken dicht am Ohr?
    Noch dazu den Davidstern
    den sieht mancher gar nicht gern!
    Faust geballt, kalt knallt Gewalt –
    Kopf aufs Straßenpflaster prallt…

    Dass dies heut in diesem Lande
    wieder vorkommt dort und hier:
    DAS IST EINE RIESENSCHANDE !
    Aber schuld dran seid auch Ihr!
    Ja – durch Euren Auftritt immer
    macht Ihr Juden es noch schlimmer!
    Wer als Jud’ Dich nicht erkennt,
    Dich kaum jemals „Saujud“ nennt…

    Deshalb möchte ich Euch warnen
    (wenn Ihr dieses mir erlaubt):
    Ihr müsst Euch als Gojim tarnen!
    Kippa ab! Und überhaupt
    seid Ihr Burschen ohne Vorhaut
    allzu gerne reichlich vorlaut.
    Und kein Wunder ist’s bestimmt,
    dass man Euch dies übelnimmt…

    Das fängt – will ich mal so sagen –
    schon im Kindergarten an.
    Schwierig ist es zu ertragen,
    wenn’s wen gibt, der’s besser kann.
    Wenn Sally Goldblum triumphiert,
    wo Mehmet Öztürk sich blamiert,
    dann macht ungehemmt sich breit
    dumpfer Hass, genährt durch Neid.

    Also zieht daraus die Lehre
    und seid ständig auf der Hut:
    damit keiner sich beschwere,
    tarn’ als Döskopp sich der Jud’!
    Eure Klugheit – mal ganz ehrlich –
    ist für viele brandgefährlich.
    Nehmt mir diesen Rat nicht krumm:
    Liebe Juden, stellt Euch dumm!

    Um auf Dauer zu verhindern,
    dass man Euch hasst, tritt und schlägt,
    impft es ein auch Euren Kindern,
    wie als Jud’ man sich beträgt.
    Selbstbewusstsein? Nebbich: Demut!
    Optimismus? Ach was: Wehmut!
    Und tief wird der Blick gesenkt,
    wenn an Israel man denkt…

    Wird das nächste Mal verkündet,
    dass ein frommer Muselmann
    seinen Sprengstoffgurt gezündet,
    zwanzig Juden mitnahm – dann
    mögt Ihr dieses zwar bedauern,
    solltet jedoch nicht groß trauern,
    müsst in Sack und Asche geh’n
    und den frommen Mann versteh’n…

    Wenn fortan statt Geistesblitzen
    Ihr nur trübe Funken schlagt
    und Euch fragt: „Was soll das nützen?“
    sei Euch eines klar gesagt:
    Sich in Bescheidenheit zu üben,
    bewirkt noch nicht, dass sie Euch lieben,
    doch dient’s im Notfall eben
    vielleicht dem Überleben…

    (17.9.2012)

  6. bobermann Says:

    Selten etwas so undifferenziertes gelesen.

  7. Fred Says:

    Helmut Schmidt ist meiner Meinung nach die am meisten überschätzte Person in Deutschland. Sein Gerede mit den Chinesen die keine Demokratieerfahrung haben ist lächerlich. Genauso hat man vor 100 Jahren über die Deutschen argumentiert.

    Da ja jetzt der Schmidt-Klon Steinbrück Kanzlerkandidat ist wird man ihn vermutlich öfter im Einsatz in verschiedensten Talkshows sehen.

  8. Thomas Holm Says:

    Teherans ‚antizionistische‘ Umgarnung der Neturei Karta geht nach hinten los: 120.000 Klicks für ein Video mit Bildern von dem Zusammentreffen in Teheran vor ein paar Jahren …

    Der Titel, der es zu einer Fälschung macht:

    „Israeli leaders meet Mahmoud Ahmadinejad in NYC“

    … auf einem hurra-pakistanischen youtube-Kanal. Die Kommentatoren sind, wie immer, weitgehend bereit:

    zum ‚letzten Gefecht‘ – mit dem Iran allerdings.

    Angesichts der VN-Generalversammlung wird sogar der Eindruck suggeriert, Bibi’s Delegation hätte sich heimlich (!) mit Mahmoud A. getroffen.

    Ferner werden alte Aufnahmen von Bibi, wohl von einem Besuch bei einer Chassidischen Gemeinde in den USA. lanciert:

    „Netanyahu Never before seen footage“ lanciert.

    • Thomas Holm Says:

      Die Saudische http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Watan fährt auch auf den Hoax ab.

      http://www.watan.com/news/politics/2012-10-06/15330

      So dumm kann solch ein Organ nicht sein; ich würde das als Kriegsvorbereitung qualifizieren.

      • arprin Says:

        Für dieses Land kursiert im Internet ein Spitzname: Saudi-Barbarien.

        Wer auch an Hexen und vom Mossad angeheurte Geier-Spione glaubt, glaubt auch an eine israelisch-iranische Freundschaft.

    • Thomas Holm Says:

      Es geht noch weiter; nicht nur mit dem Iran konspiriere Israel, sondern auch:

      „Should we invade Syria? …

      Israel, however, should stay away – totally! It is still regarded as the enemy of Arabs – except the Assad regime which secretly kept dealing and wheeling with the Israelis while pretending to be at war with them. … Syria needs a wise and just external force to enforce law and order and to lead a smooth transition to the new age.“

      Sieht doch so aus, als würden die das glauben.

      http://www.saudigazette.com.sa/index.cfm?method=home.regcon&contentid=20121009139014

    • Thomas Holm Says:

      Das Verschwörungsspiel funktioniert auch umgekehrt.

      PressTV führt Volkes Stimme aus Afghanistan vor, wonach die USA mit den Taliban im Bundes stünden: min. 22.38-22.50

      Neben den Bemühungen der Iranischen Propaganda, auch für ein solches Interview, hat die Sache aber einen ‚realen Kern‘. Pakistan ist so verhasst in Afghanistan, dass jeder, der sich mit Pakistan gemein macht, in Afghanistan verdächtigt wird, an allem Unheil in Afghanistan Mitschuld zu tragen.

  9. Thomas Holm Says:

    In der Logik der ‚Provozier‘ sie bloß nicht Liga‘ ist diese hier ein no-no: Israel bekennt sich zum Kenianer-Coaching im Nachgang zum erfolgreich Afrikanischen D-Day in Somalia.

    http://debka.com/article/22396/Kenyan-army%E2%80%99s-outstanding-victory-over-Al-Qaeda%E2%80%99s-Somali-Shabaab-Israeli-advisers-helped

  10. Die sicheren Wahlsieger « Aron Sperber Says:

    […] lieber wäre, denn immer nur die israelische Regierung als Feindbild zu nehmen, könnte auf Dauer verdächtig […]

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