Archive for September 2012

Obama 2012

September 16, 2012

Was macht man, wenn man alle seine Ziele in vier Jahren Präsidentschaft verfehlt hat und Wahlen bevorstehen? Na, ganz einfach: Man wiederholt alles, was man vor vier Jahren gesagt hat! So zumindest die Taktik von Obama. Wer’s nicht glaubt, schaue sich mal dieses Video an:

Wohlstand und Freiheit

September 16, 2012

Wir brauchen mehr Freiheit!

Wenn man einen Menschen fragt, was er sich mehr wünscht, ob wirtschaftliche Sicherheit oder Freiheit, bekommt man meistens die Antwort: Was nützt mir Freiheit, wenn ich mir nichts zu essen kaufen kann? Bertold Brecht sagte treffend: „‚Erst kommt das Fressen, dann die Moral!“ Wenn man bedenkt, dass im ölreichen Saudi-Arabien 1,5 Millionen christliche Arbeitsmigranten leben, obwohl in keinem Land der Welt Christen schlimmer unterdrückt werden, lässt sich kaum leugnen, dass die meisten Menschen so denken. So könnte man auf die Idee kommen: Ob Demokratie und Diktatur ist eigentlich gar nicht so wichtig. Hauptsache ist, der Mehrheit der Bevölkerung geht es wirtschaftlich gut.

In den Medien findet man nicht selten Leute, die meinen, es gäbe wichtigeres als Demokratie und Freiheit. Im Tagesspiegel vertrat Jorgen Randers die Ansicht, dass wir, um die Klimakatastrophe aufzuhalten, eine „Diktatur auf Zeit“ brauchen. Helmut Schmidt zeigte Verständnis für die Niederschlagung der Studentenproteste in Peking 1989. Natürlich findet man solche Meinungen auch bei Menschen, die selbst in einer Diktatur leben. So sagte der chinesische Schauspieler Jackie Chan: „Ich habe mehr und mehr das Gefühl, dass wir kontrolliert werden müssen. Wenn wir nicht überwacht werden, tun wir doch, was wir wollen.“

Aber eine Diskussion darüber zu führen, ob wirtschaftliche Sicherheit wichtiger ist als Freiheit, ist absurd. Wohlstand ist ein Ziel, Freiheit aber ist ein Mittel, um ein Ziel zu erreichen. Freiheit ist nicht dazu da, die Menschen glücklich zu machen, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, selbst über ihr Schicksal zu entscheiden. Es gibt jedoch einige, die der Meinung sind, dass Freiheit ohne Wohlstand nicht möglich ist. Der sozialistische amerikanische Politologe Seymour Martin Lipset vertrat die Ansicht, dass wirtschaftliche Wohlfahrt eine wesentliche Voraussetzung für Demokratie und Freiheit ist. Die Gegenthese besagt, dass Bürgerrechte und Demokratie Voraussetzungen für dauerhafte und verbreitete wirtschaftliche Wohlfahrt sind. Wer hat nun recht? (more…)

Kein spontaner Volkszorn, sondern geplanter Terror

September 14, 2012

Antiamerikanischer Mob wütet in Jemen

Als die Parteispitze der NSDAP erfuhr, dass ein in Paris lebender Jude, dessen Familie nach Polen vertrieben wurden war, auf einen deutschen Botschafter geschossen hatte, war das ein willkommener Anlass für die folgenden Pogrome, die Hunderten Menschen das Leben kosteten. Die Propaganda ließ es so aussehen, als würde ein spontaner Volkszorn durch das Reich gehen- in Wirklichkeit hatte es schon monatelange Vorbereitungen gegeben. Die deutschen Zeitungen ließen das Attentat in Paris wie eine jüdische Verschwörung aussehen, Synagogen gingen in Flammen auf, jüdische Friedhöfe wurden zerstört.

Die Terroristen, die seit drei Tagen westliche Einrichtungen angreifen und zerstören, haben sich nicht mal die Mühe gemacht, einen Anlass zu finden, der wirklich aktuell ist. Ein 2 Monate altes Youtube-Video musste als Begründung für die lang geplanten Terrorakte herhalten, dem bis jetzt mindestens 10 Menschen zum Opfer gefallen sind. Noch scheinen nicht alle kapiert zu haben, dass der so dargestellte spontane Volkszorn, der sich u.a. über Ägypten, Libyen, Tunesien, Sudan, Jemen, Bangladesch, Iran, Irak und Palästina erstreckt, in Wirklichkeit eine organisierte Terrorwelle ist und nichts, wirklich gar nichts, mit dem Mohamed-Film zu tun hat.

Das Gute ist: Immerhin regt sich kein Muslim wirklich über ein Mohamed-Film auf. Im Video wurde nicht zu Gewalt aufgerufen und auch kein Koran verbrannt. Es gab in den letzten Jahren viele Videos, in denen der Islam viel härter kritisiert wurde. Es gab schon bei den Unruhen nach den Mohamed-Karikaturen starke Hinweise darauf, dass die Unruhen gezielt von Staaten organisiert wurden (die meisten Demonstranten hatten die im September 2005 veröffentlichten Karikaturen noch nicht mal gesehen, gegen die sie im Februar 2006 demonstrierten), und auch dieses Mal hört man von bezahlten Schlägern und irregeleiteten Demonstranten (einige glauben, dass sie gegen Koranverbrennungen demonstrieren). Stellt sich nur die Frage: Wer steckt hinter diesem Terror? (more…)

Die Zukunft des Putinismus

September 14, 2012
Der unangefochtene Herrscher im Kreml

Der unangefochtene Herrscher im Kreml

Mit dem Segen des Herrschers und der Kirche hält ein brutaler Geheimorden eine materiell wie geistig verarmte Bevölkerung permanent in Angst und Schrecken. Öl- und Gaslieferungen nach Europa und China sind der letzte verbliebene Kontakt zur Außenwelt. Ihre Auslandspässe haben die Menschen feierlich verbrannt. Die Intellektuellen sind emigriert oder wurden umgebracht. Die übrigen Gebildeten haben die vaterländische Kultur eigenhändig von „überflüssigem“ Schrifttum gesäubert.

So die düstere Zukunftsvision in Vladimir Sorokins „Tag des Opritschnik“. Vieles, was dort beschrieben wird, wird schneller zur Realität als einem lieb sein kann. In den letzten Monaten wurden zwei wichtige Gesetze verabschiedet, die die Regimekritiker weiter in ihrer Meinungsfreiheit einschränken. Einige Nichtregierungsorganisationen müssen sich künftig als „ausländische Agenten“ registrieren lassen, während die Strafen für Verstöße gegen das Demonstrationsrecht in die Höhe gestiegen sind. Ein weiterer Schritt in Richtung von Sorokins Szenario war der skandalöse Urteil gegen die Pussy Riot, die wegen ihres Auftritts, der noch nicht einmal eine Minute dauerte, niemanden körperlich verletzte und keinen Gegenstand beschädigte, zu zwei Jahren Straflager verurteilt wurden.

Offenbar soll die russisch-orthodoxe Kirche nun endgültig den Kommunismus als Staatsideologie ersetzen. Zwei Vorfälle aus den letzten Tagen scheinen dies zu bestätigen. Eine zur Pfingstbewegung gehörende Kirche wurde ohne Vorwarnung mitten in der Nacht niedergerießen. Nachdem der Pfarrer vor den Trümmern der Kirche eine halten wollte, wurde er wegen verbotener politischer Aktivitäten verhaftet. Und andererseits weigert sich der russische Staat immer noch, Zehntausende von den Bolschewisten konfiszierte Bücher und Manuskripte einer in Brooklyn lebenden jüdischen Sekte zurückzugeben, bekommt dabei aber mittlerweile Unterstützung von der Obama-Regierung, die sich weigert, juristisch gegen den russischen Staat vorzugehen.

Der Putinismus scheint nun die religiös-nationalistische Renaissance im Land zu nutzen, um seine Herrschaft über das Land ideologisch zu rechtfertigen. Putin ist auch daran interessiert, Russland außenpolitisch zur Großmacht zu formen. Die EU, der aufkeimende islamische Süden und nicht zuletzt China hatten Russlands Einfluss eingeengt, doch mit der Errichtung einer Zollunion will Russland dem endgültig ein Ende setzen. Neben Weißrussland, Kasachstan und der Ukraine sollen auch Tadschikistan und Kirgisien in diese “Eurasische Union” eingebunden werden. Der Zeitung Iswestija sagte Putin, dass diese Union bereits im Jahr 2015 Realität sein könnte. Mit Ausnahme der baltischen Staaten komme jede ehemalige Sowjetrepublik als Beitrittskandidat in Gespräch. (more…)

Marx in den Köpfen

September 12, 2012

Karl Marx

Zur marxistischen Ideologie gehört eine Konflikttheorie, die man kurz zusammenfassen kann: Alle Konflikte auf der Welt sind ökonomisch bedingt. Es handelt sich um einen Kampf zwischen „the haves and the have-nots„. Als die Ursache für den Klassenkampf sehen die Marxisten „der Besitz bzw. Ausschluss von Besitz an Produktionsmitteln (Kapital) sowie der daraus resultierende Gegensatz (Antagonismus) zwischen der besitzlosen und der besitzenden Klasse“ an. Diese Theorie ist heute Allgemeingut, wenn es um die Erklärung von Konflikten geht.

Als Hauptursache für den internationalen Terrorismus sehen viele Politiker und Intellektuelle die Armut, Ungleichheit und Hunger in der Dritten Welt an, während für alle Kriege wirtschaftliche Gründe vermutet werden (vor allem Öl). Aber es gibt natürlich ein paar Probleme mit dieser Theorie. Es waren keine hungernden Afrikaner oder arbeitslosen Mexikaner, die das World Trade Center zerstörten, sondern die Clique eines Multimillionärs, die ihre Taten nicht im Namen der Armen, sondern im Namen des Dschihad begangen.

Nicht nur das: Zwei Drittel der Terroristen der RAF und der IRA hatten Universitätsabschlüsse, Mitglieder der Hisbollah oder palästinensische Selbstmordattentäter stammen genauso oft aus wohlhabenden Familien wie aus ärmeren. Und obwohl Somalia und Kosovo keine wertvollen Rohstoffe haben, wurden diese Länder trotzdem von den USA bombardiert. Es muss also auch einen anderen Grund für die Konflikte in der Welt geben als Klassenkampf. Bei diesen Gründen handelt es sich meistens um ethnische, religiöse oder historisch begründete Spannungen, oder um eine Ideologie, in deren Namen Massenmorde rechtfertigt werden.

Es gibt natürlich auch Kriege, die wirtschaftlich bedingt sind. Bei den Konflikten zwischen dem Sudan und Südsudan vor einigen Monaten ging es durchaus um Öl. Und auch in vielen anderen Kriegen spielten wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle. Aber man muss beachten, dass immer zuvor ideologische Konflikte eine Rolle spielten. Im Sudan waren es 5 Jahrzehnte Krieg mit dem Süden. Beim Irankonflikt spielen sicher auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle. Das eigentliche Problem ist jedoch die islamistisch-apokalyptische Ideologie der Mullahs und ihrer Verbündeten.

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Wie die EU unsere Probleme löst

September 10, 2012

Geschrieben von Hamed Abdel-Samad:

„Heute fragte ich den EU-Haushaltskommissar in Brüssel warum die EU den Tabakanbau in Suedeuropa subventioniert und gleichzeitig eine teuere Kampagne gegen das Rauchen startet. Seine Antwort (ohne Witz): Einerseits brauchen wir Arbeitsplätze, andererseits ist es unsere Verantwortung, auf die Gesundheitsgefahren des Rauchens aufmerksam zu machen. Aber am Ende ist es unser Ziel, eine Win/Win-Situation für alle zu erreichen!“

Demokratie und Voluntarismus

September 9, 2012

Die Einführung des allgemeinen Wahlrechts in Frankreich, 1848

Vor vier Monaten schrieb ich einen Artikel, der sich mit dem Thema Libertarismus und insbesondere deren anarchokapitalistischen oder „voluntaristischen“ Strömungen beschäftigte. Dies löste eine reghafte Diskussion mit vielen kritischen Kommentaren aus. Der Kommentator „Voluntarist“ riet mir vor drei Tagen, die Seite frewilligfrei.de und deren FAQ-Seiten zu besuchen, um meine Vorurteile gegenüber dem Voluntarismus zu überwinden. Ich habe seinen Rat angenommen. Deshalb nun eine Replik auf einen Artikel, den ich auf dieser Seite fand, aber komischerweise nicht verlinken kann, weil man mit der URL immer wieder auf die Hauptseite gelangt.

Der Artikel beschäftigt sich mit der Frage, ob private Sicherheitsagenturen sich gegenseitig bekriegen würden. In dem Artikel heißt es:

Stellen wir uns vor, ich würde eines Tages meine Gary-Larson-Bücher vermissen und hätte eine technisch versierte Sicherheitsagentur, die mir ein Kamerasystem in meinem Haus installiert hat. Ich würde nun die Aufnahmen durchsehen und unzweifelhaft erkennen, dass mein Freund Uwe nach einem Besuch mit meinen Gary-Larson- Büchern unter dem Arm meine Wohnung verlässt.

(…)

Nun würden unsere Agenturen den Fall nicht lösen können und laut den Skeptikern einen Krieg vom Zaun brechen. Meine Agentur würde fünf Typen schicken, Uwes Agentur sechs. Es gäbe einen Kampf, und einige wären verletzt.

Das Beispiel ist zwar nicht gerade realistisch, aber das muss es auch nicht, denn es dient nur, um einen Konfliktfall zwischen privaten Sicherheitsagenturen zu benennen. Das vorgestellte Szenario endet so:

Das ist natürlich alles Quatsch. Erstens habe ich Uwe die Gary-Larson-Bücher geliehen, und zweitens würden Sicherheitsagenturen niemals so oder so ähnlich handeln. Der Grund ist, dass ein Kampf zwischen diesen Agenturen zu teuer ist. Wenn es Verletzte gibt, müssen Ansprüche ausgeglichen werden, und die Bereithaltung von Schlägern ist auch zu aufwendig.

Beide Versicherungen würden sich auf einen unabhängigen privaten Schlichter einigen, der als letzte Instanz Recht spräche. Sie würden besonders solche Schlichter bemühen, die in der Vergangenheit besonders gerechtes Recht gesprochen hätten. Alle Agenturen hätten die Minimierung ihrer Kosten im Fokus und könnten sich kriegerische Auseinandersetzungen nicht lange leisten. (more…)

Kulturalismus und Einwanderungskritik

September 9, 2012
Einwanderer in Ellis Island, 1902. Der enorme Zuzug von Migranten trug maßgeblich zur wachsenden Stärke der USA bei

Einwanderer in Ellis Island, 1902

Es gibt viele Gründe, die gegen Einwanderung angeführt werden. Die zwei meistgenannten Gründe sind, dass viele Einwanderer auf Kosten anderer leben oder sich nicht an die Gesetze des Landes halten. Um diese Probleme zu bekämpfen, wären Gesetze hilfreich, die den Sozialstaat (sowohl für Einheimische als auch für Einwanderer) beschränken und Kriminalität härter bestrafen. Damit könnte sowohl die Einwanderung in den Sozialstaat als auch die kriminellen Familienclans verhindert werden, da die Anreize wegfallen würden. Solange Einwanderer keine wirtschaftliche Belastung für die einheimische Bevölkerung darstellen und nicht durch hohe Kriminalitätsraten auffallen, hat die Gesellschaft kein Problem mit ihnen.

In einigen Kreisen werden zusätzlich kulturelle Gründe angeführt, um gegen Einwanderung zu plädieren: Die Kultur der muslimischen Migranten passt nicht in die „christlich-jüdische“ Kultur des Abendlandes. Der Westen ist ohne Zweifel der Kulturkreis, in der bürgerliche Freiheiten am besten geschützt sind, während die islamische Welt hier am rückständigsten ist. Aber die Gleichsetzung von „Westen“ und „Freiheit“ ist irreführend. Die westliche Kultur besteht historisch nicht nur aus dem Liberalismus, sie hat auch Nationalismus, Sozialismus und Antisemitismus hervorgebracht. Wenn man von der „christlich-jüdischen“ Kultur spricht, kann man nicht nur von der einen Seite sprechen und die andere ignorieren.

Eine Umfrage aus jüngerer Zeit gab an, dass 20% der Türken antisemitische Einstellungen haben. Im Grunde haben sie sich damit an die deutsche Mehrheitsgesellschaft angepasst. Statt sich auf kulturelle Gründe zu berufen, sollte man sich auf die Werte des Liberalismus (Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung von Mann und Frau) berufen, die nicht auf einzelne Kulturen begrenzt sind, sondern universelle Werte darstellen. Sollten die Muslime eines Tages die Mehrheit der deutschen Bevölkerung bilden, wäre das nur dann ein Problem, wenn die Freiheiten, die der Liberalismus in den letzten Jahrhunderten errungen hat, abgeschafft wären. (more…)

Die sieben Plagen, die Hugo Chavez nach Venezuela brachte

September 6, 2012
Venezuela im Würgegriff des Sozialismus

Venezuela im Würgegriff des Sozialismus

Übersetzung des Artikels
Die sieben Plagen, die Hugo Chavez nach Venezuela brachte
von Carlos Salas
erschienen am 29. August 2012 in Todos Unidos Por Venezuela

Die sieben Plagen, die Hugo Chávez nach Venezuela brachte

Der spanische Journalist Carlos Salas publizierte auf der Website Lainformacion.com einen Artikel, indem er eine Nachzählung über diverse Fortschritte macht, die geschehen sind, seit dem Hugo Chavez im Jahr 1999 zum Präsidenten Venezuelas wurde. „Als Hugo Chavez 1999 der Präsident Venezuelas wurde, dachte ich, dass er das Land regeln würde“.

Als Hugo Chávez 1999 der Präsident Venezuelas wurde, dachte ich, dass er das Land regeln würde. Dreizehn Jahre später muss ich meine Worte zurücknehmen. Das sind die Plagen, die in diesem Land ausgelöst wurden.

1. Die Infrastruktur ist zusammengebrochen. Vor einer Woche brach die Brücke, die Caracas mit dem Osten des Landes verband, zusammen. Die, die den Maracaibo-Fluss kreuzt, ist kurz vor dem Zusammenbruch. 2007 brach die, die Caracas mit dem internationalen Flughafen von Maiquetía verband, zusammen. Autobahnen und Brücken in Vierteln, Dörfern und Städten brechen zusammen. Schuld daran ist mangelnde Wartung. Ich sage das nicht. Die Ingenieurschule, die diese beklagenswerte Situation öffentlich gemacht hat, sagt das.

2. Die Ölindustrie ist veraltet und schlecht ausgenutzt. Venezuela ist das Land mit den größten nachweisbaren Ölreserven. Aber es importiert Öl aus den USA weil es eine schlecht organisierte Industrie hat. Es wurde kein Geld investiert um die Anlagen zu verbessern und deswegen hat es eine Explosion in Amuay gegeben, ehemals Teil der größten Ölraffinerie der Welt. 40 Personen sind gestorben. Ich sage das nicht. José Bodas, der Generalsekretär der Gewerkschaft von Ölarbeitern, sagt das.

3. Die Kriminalität tötet das Volk. Jedes Jahr werden zwischen 15.000 und 18.000 Personen ermordet. Die übergroße Mehrheit der Mörder wird nicht bestraft. Und die armen Leute werden ermordet um ihnen Motorräder, Handys oder Kleidung zu stehlen … Ich sage das nicht. Die Medien sagen das. Schreiben sie in Google „wurde in Caracas ermordet“ und ihr werdet die Nachrichten sehen. (more…)

Vorsicht vor dem Internet

September 6, 2012

Eine Warnung

„Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, ehe sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.“ (Mark Twain)

Vor einigen Tagen machte im Internet eine Meldung die Runde, wonach die Muslimbrüder in Ägypten angefangen hätten, politische Gegner vor dem Präsidentenpalast zu kreuzigen. In vielen Blogs und sogar in einigen Zeitungen wurde diese Meldung verbreitet, obwohl es kaum eine glaubwürdige Quelle dafür gab. Nach kurzer Zeit stellte sich das Gerücht als Lüge heraus- aber im Internet lebt der Mythos weiter und wird wohl noch jahrelang herumschwirren. Wenn im Internet eine Verschwörungstheorie in Umlauf gebracht wird, gibt es kein Zurück mehr. Desto mehr man die Verschwörung widerlegt, desto mehr glaubt der Verschwörungstheoretiker an seine Verschwörung.

Zuvor gab es bereits zwei Falschmeldungen, die Ägypten betrafen. Im April war berichtet worden, dass es Männern noch 6 Stunden nach dem Tod ihrer Ehefrau erlaubt sein sollte, mit ihr Sex zu haben, und im Juli hieß es, dass die Salafisten dazu aufgerufen hätten, die Pyramiden zu zerstören. Auch hier handelte es sich um Internet-Erfindungen, die trotz Klarstellungen lebendig geblieben sind. Dabei werden im Internet natürlich nicht nur über Ägypten, sondern auch über andere Länder Lügen verbreitet, in den meisten Fällen den USA und Israel, aber z.B. auch über die Palästinenser. So verbreitete PI News („gegen den Mainstream“) 2009 die falsche Meldung, dass es eine „Massenpädophilenhochzeit“ in Gaza gegeben hatte.

Die „alternativen Medien“ werden von vielen Medienkritikern als Segen empfunden. Sicherlich können die Alternativmedien helfen, falsche Meldungen in den traditionellen Medien zu entlarven, und für diese Rolle muss man ihnen auch ewig dankbar sein. Doch in den Alternativmedien lässt sich genauso täuschen, lügen und manipulieren wie in den traditionellen Medien. Somit sind sie leider, trotz einiger großartiger Ausnahmen wie die Achse des Guten, zunehmend zu einer gigantischen Massenverblödungsmaschinerie verkommen, an der nicht mal die Süddeutsche oder die junge Welt rankommen. Henryk M.Broder hatte schon im Februar 2007 festgestellt: „Das Internet macht doof“ und erkannte die negativen Folgen, die der moderne homegrown journalism mit sich bringt. (more…)