Die Theorie des demokratischen Friedens

Können Demokratien Kriege gegeneinander führen?

Vor einem Monat hatte ich mich in einem Artikel kritisch mit dem Thema Voluntarismus auseinandergesetzt. Einer meiner Argumente, warum die Demokratie ein besseres System ist, lautete:

Zwei demokratisch gewählte Regierungen haben noch nie Krieg gegeneinander geführt.

Diese Theorie, die als Theorie des demokratischen Friedens bekannt ist, wurde von Demokratiekritikern in Zweifel gezogen. Ein Kommentator merkte an, dass der amerikanische Bürgerkrieg ein Krieg zwischen zwei demokratischen Staaten, den Confederate States of America und den United States, war. Ein anderer warf mir vor, flexibel mit Fakten umzugehen …

Man muss eben etwas Flexibilität benutzen. So war die Ruhrbesetzung eben kein “richtiger” Krieg und Pakistan (oder Indien?) 1999 keine “richtige Demokratie.

… und in einer Replik zu meiner Replik wurden zwei weitere kriegerische Auseinandersetzungen genannt, die Demokratien gegeneinander geführt haben sollen: Der Südossetienkrieg, da Russland und Georgien 2008 demokratisch gewählte Regierungen hatten, und die Jugoslawienkriege 1991-95, da es auch hier im Vorfeld der Kriege in Kroatien und Serbien freie Wahlen gegeben hatte.

Um die Theorie des demokratischen Friedens zu überprüfen, muss man wissen, was man überhaupt unter einer „Demokratie“ versteht. Einige glauben, dass Wahlen und ein Mehrparteiensystem schon ausreichen. Aber so einfach ist es nicht, sonst müsste man auch die DDR oder Nordkorea als Demokratien bezeichnen, denn dort gab/gibt es auch „Wahlen“ und Marionettenparteien im Parlament (die sogenannten „Blockparteien“).

Eine echte Demokratie ist ein Staat, in der alle volljährigen Staatsbürger das Wahlrecht haben und in der es ein echtes Mehrparteiensystem gibt. Da Frauen und viele Minderheiten noch lange Zeit nach der Einführung von Wahlen kein Wahlrecht hatten, gab es vor dem 20.Jahrhundert keine einzige Demokratie. Gab es aber im 20./21.Jahrhundert Kriege, die zwischen zwei Demokratien geführt wurden?

Natürlich ist es nicht „unmöglich“, dass zwei Demokratien Krieg gegeneinander führen. Die Theorie des demokratischen Friedens ist kein physikalisches Gesetz. Aber es ist unbestreitbar, dass die Möglichkeit eines Krieges zwischen zwei Staaten drastisch abnimmt, wenn sie beide wirklich demokratisch sind. Wie wahrscheinlich sind z.B. Kriege zwischen USA und Kanada, Frankreich und Deutschland oder Schweden und Dänemark?

Wenn man in der Geschichte wühlt, findet man sicher einige Grenzfälle wie den Krieg zwischen Peru und Kolumbien 1981 und zwischen Peru und Ecuador 1995, die Jugoslawienkriege 1991-95, den Kargil-Krieg zwischen Pakistan und Indien 1999, den Dreißigtagekrieg zwischen Israel und Libanon 2006 und den Südossetienkrieg 2008. Und Spannungen zwischen Kolumbien und Venezuela 2008 sowie zwischen der Türkei und Israel 2011 wären beinahe in einen Krieg eskaliert.

Einige dieser Gegenbeispiele lassen sich widerlegen. Pakistan war und ist sicher keine Demokratie, genauso wenig wie Putins Russland. Der Dreißigtagekrieg wurde auf libanesischer Seite überwiegend von der Hisbollah geführt, einer natürlich nicht demokratischen Terrororganisation. Aber dennoch wäre es vermessen zu sagen, dass Kriege zwischen zwei Demokratien „unmöglich“ sind. Sie sind aber sehr selten, in mindestens 99% aller Kriege ist eine Diktatur beteiligt.

Was man aber mit Sicherheit sagen kann ist, dass zwei liberale Demokratien- also Staaten mit freien Wahlen, einem echten Mehrparteiensystem, einer unabhängigen Justiz, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit, Reisefreiheit und Religionsfreiheit- noch nie Krieg gegeneinander geführt haben. Die Theorie des liberal-demokratischen Friedens ist in der Tat so sicher wie ein Naturgesetz.

21 Antworten to “Die Theorie des demokratischen Friedens”

  1. Fred Says:

    Der amerikanische Politikwissenschaftler Rudolph Rummel ist die führende Autorität zur Democratic Peace Theory.

    Hier ist der Link zu seiner Homepage:
    http://www.hawaii.edu/powerkills/

    Eine der weiteren Vorteile der Demokratie ist dass die Wahrscheinlichkeit für eine Hungersnot in einer Demokratie fast bei Null liegt (Amaryta Sen, Nobelpreisträger in Demokratie)

    Die Frage ist aufgrund welcher Faktoren ein Land demokratisch wird.

    • arprin Says:

      Danke für den Link.

      Die Aussagen von Amartya Sen sind mir bekannt. Er hat nachgewiesen, dass es in einem unabhängigen demokratischen Land mit Pressefreiheit noch nie eine große Hungersnot gab. Zu Hungerkatastrophen kam es immer nur in Diktaturen und unterdrückten Kolonien.

      Die Frage ist aufgrund welcher Faktoren ein Land demokratisch wird.

      Ich denke, es muss einfach ein kultureller Fortschritt stattfinden. Stammesdenken, Autoritäten und Traditionen müssen aufgebrochen und demokratische Institutionen dauerhaft gefestigt werden. Die Ansicht, dass Wohlstand alleine zu Demokratie führt, teile ich dagegen nicht.

  2. Fred Says:

    @arprin

    Man geht glaube ich davon aus, dass der wichtigste Faktor für die Demokratisierung das Prokopfeinkommen ist d.h. ja reicher ein Land wird desto wahrscheinlicher ist es dass es demokratisch ist.
    Hier ist mal der Link zu einer wissenschaftlichen Arbeit eines Ökonomen. Nach dieser Studie gilt der beschriebene Einkommenszusammenhang. Allerdings gibt es negative kulturelle Einflussgrößen wie z.B. Islam:

    http://ideas.repec.org/p/aah/aarhec/2008-15.html

    • Alfons Says:

      Naja, in der Studie wird zwar eine Korrelation zwischen GNP und Demekrtie. Dass eine solche Korrelation gibt ist Dank der reichen (und da nach Ländern gewichtet wird auch relativ zahlreichen) freien Welt und trotz ein paar Ölscheichtümern ziemlich offensichtlich. Die Frage dannach was zuerst da sein sollte ist durch die reine Korrelation noch nicht geklärt. In der Tat kommen sie (Figure 3) sogar eher zu dem Resultat democracy first. Die Existenz der Demokratie führt also zu einem höheren Einkommen und nicht umgekehrt.

      • arprin Says:

        Die Existenz der Demokratie führt also zu einem höheren Einkommen und nicht umgekehrt.

        So sehe ich das auch. Ich habe ja schon gesagt, dass ich die Ansicht, dass Wohlstand zu Demokratie führt, nicht teile. Das halte ich für eine Verwechslung von Kausalität und Korrelation. Demokratie begünstigt Wohlstand, aber Wohlstand nicht Demokratie.

      • Mason Says:

        Man sollte aber auch nicht übersehen, dass es einige Gegenbeispiele gibt, in denen es zuerst zu Wohlstand durch wirtschaftliche Entwicklung und später in weiterer Folge zur Einführung der Demokratie kam. Spontan fallen mir Südkorea, Taiwan und Chile ein.

      • arprin Says:

        Diese Beispiele zeigen, dass es auch wirtschaftlich erfolgreiche Diktaturen geben kann. Aber sie zeigen nicht, dass Wohlstand zu Demokratie führt. Kann man wirklich sagen, dass es der zunehmende Wohlstand war, der in diesen Ländern zur Demokratisierung führte?

      • Mason Says:

        Nun, das wird sich nicht zweifelsfrei nachweisen lassen. In meiner Nachricht habe ich auch keinen Kausalzusammenhang suggeriert. Es erscheint mir jedoch nicht unplausibel, dass eine höhere wirtschaftliche Entwicklung Demokratisierung begünstigt. Eine These besagt, dass wirtschaftliche Entwicklung zur Herausbildung eines wohlhabenden Bürgertums führt, welches früher oder später auch politische Mitspracherechte einfordern wird („no taxation without representation“). Beispiele wie Singapur und Hong Kong liefern aber Hinweise, dass das nicht immer so sein muss.

  3. Alfons Says:

    „Zwei demokratisch gewählte Regierungen haben noch nie Krieg gegeneinander geführt. Diese Theorie, die als Theorie des demokratischen Friedens bekannt ist, wurde von Demokratiekritikern in Zweifel gezogen.“

    Das ist – in Anbetracht der folgenden Beispiele – ungefähr so albern wie einem Kritiker der Aussage die Erdbeschleunigung betrage exakt 10 m/s² vorzuwerfern er wäre Schwerkraftkritiker.
    Der erste hier zitierte Satz ist halt im Gegensatz zum artikel in siener absolutheit falsch.

    • arprin Says:

      “Zwei demokratisch gewählte Regierungen haben noch nie Krieg gegeneinander geführt. Diese Theorie, die als Theorie des demokratischen Friedens bekannt ist, wurde von Demokratiekritikern in Zweifel gezogen.”

      Das ist – in Anbetracht der folgenden Beispiele – ungefähr so albern wie einem Kritiker der Aussage die Erdbeschleunigung betrage exakt 10 m/s² vorzuwerfern er wäre Schwerkraftkritiker.

      Die Theorie des demokratischen Friedens zu kritisieren, ist noch keine „Demokratiekritik“. Aber du bist ein Demokratiekritiker und hast die Theorie kritisiert, also macht die Aussage wieder Sinn.

  4. American Viewer Says:

    Ich glaube ja großer Teile dieser Theorie gründen auf einem statischen Fehler: Der Begriff „demokratischer Staat“ wird so eng definiert, dass darunter nur sehr wenige Staaten in der Menschheitsgeschichte fallen.

    Aber selbst durch diesen statischen Trick ist die Theorie in seiner Absolutheit falsch, wie Alfons richtig anmerkt.

    Wissenschaftlicher, die diese Theorie vertreten sind einfach parteiisch. Sie wollen, dass ihr System gewinnt und so legen sie die Regeln fest.

    • arprin Says:

      Ich glaube ja großer Teile dieser Theorie gründen auf einem statischen Fehler: Der Begriff „demokratischer Staat“ wird so eng definiert, dass darunter nur sehr wenige Staaten in der Menschheitsgeschichte fallen.

      Hä?? Was für ein Unfug. Es ist keine „zu enge“ Defintion von Demokratie, wenn man die DDR nicht als demokratisch bezeichnet, die BRD aber schon. Und es ist auch keine Missachtung von historischen Fakten, wenn man sagt, dass in mindestens 99% aller Kriege eine Diktatur beteiligt waren.

      Wissenschaftlicher, die diese Theorie vertreten sind einfach parteiisch. Sie wollen, dass ihr System gewinnt und so legen sie die Regeln fest.

      Demokratiekritiker wie du und Alfons, die diese Theorie ablehnen sind einfach parteiisch. Sie wollen, dass dieses System verliert und so legen sie die Regeln fest.

  5. Die Theorie des demokratischen Friedens « arprin | www.attka.com | Scoop.it Says:

    […] Einer meiner Argumente, warum die Demokratie ein besseres System ist, lautete: Zwei demokratisch gewählte Regierungen haben noch nie Krieg gegeneinander geführt. Diese Theorie, die als Theorie des demokratischen …  […]

  6. American Viewer Says:

    Hä?? Was für ein Unfug.

    Jetzt werde doch nicht immer gleich beleidigend, nur weil wir deine Meinung nicht teilen.

    Das war deine Definition von Demokratie:

    Eine echte Demokratie ist ein Staat, in der alle volljährigen Staatsbürger das Wahlrecht haben und in der es ein echtes Mehrparteiensystem gibt. Da Frauen und viele Minderheiten noch lange Zeit nach der Einführung von Wahlen kein Wahlrecht hatten, gab es vor dem 20.Jahrhundert keine einzige Demokratie.

    Das ist eine enge Definition. Keine falsche, aber eine enge. Damit war zum Beispiel Amerika bis in die 60er Jahre hinein keine Demokratie.

    Und es ist auch keine Missachtung von historischen Fakten, wenn man sagt, dass in mindestens 99% aller Kriege eine Diktatur beteiligt war.

    Da sind wir einer Meinung. Ich würde es auch so machen. Ein Gegensatzpaar aufstellen, in dem man alle Staaten der Menschheitsgeschichte bewertet: Demokratie oder Diktatur. Das ist ein grobes Raster. Aber es ist in diesem Fall legitim.

    Welches Ergebnis bekommt man dann? Dann sind ca. 99% aller je existenten Staaten Diktaturen und sehr wohlwollend aufgerundet 1% der Staaten Demokratien.

    So weit sind wir uns doch einig oder nicht?

    So und was machen wir jetzt mit diesen Zahlen?
    Wir sagen: „An mindestens 99% aller Kriege war eine Diktatur beteiligt.“

    Auch da sind wir uns einig.

    Und jetzt kommt der Unterschied: Die Interpretation.

    Du findet diese Verteilung scheinbar signifikant und toll, während ich darin keine überraschenden Ergebnisse sehe.

    Ich sehe darin einfach ein Ergebnis, das man erwarten kann. Wir haben festgestellt, dass es in der Menschheitsgeschichte 99% Diktaturen gab und vielleicht 1% echte Demokratien. Und dann schreibst du: An 99% aller Kriege ist eine Diktatur beteiligt.

    Da ist doch nicht toll. Das ist das, was man rein statistisch erwarten würde. Mehr nicht.

    Demokratiekritiker wie du und Alfons,

    Jetzt hast du uns erwischt.

    • arprin Says:

      Jetzt werde doch nicht immer gleich beleidigend, nur weil wir deine Meinung nicht teilen.

      Was heißt hier „immer“?

      Und nur mal zur Erinnerung:

      Arprin was du machst, ist Neusprech. Du gibst Wörtern eine neue Bedeutung. … Du bist gerade so nervig wie ein Zeuge Jehovas, der einfach nicht aufhören will. Man erkennt dich ja kaum wieder. Also verzeih mir, wenn ich zu politisch korrektem Unsinn wie „Die Moschee am Ground Zero ist keine Moschee am Ground Zero“ keine weiteren Kommentare mehr abgebe.

      Also bitte. Wenn man schon eine direktere Diskussionskultur betreibt, was ja kein Problem ist, dann sollte man nicht nur austeilen, sondern auch einstecken können, findest du nicht?

      Aber egal, zum Thema:

      Dann sind ca. 99% aller je existenten Staaten Diktaturen und sehr wohlwollend aufgerundet 1% der Staaten Demokratien. Und dann schreibst du: An 99% aller Kriege ist eine Diktatur beteiligt. Das ist doch nicht toll. Das ist das, was man rein statistisch erwarten würde.

      Das ist eben Unfug. So wie du es sagst, klingt es so, als würden Demokratien genauso oft Kriege gegeneinander führen wie Diktaturen, und nur weil sie seltener sind würde es weniger Kriege zwischen Demokratien geben. Aber es ist so, dass, wenn zwei Staaten demokratisch sind, die Wahrscheinlichkeit eines Krieges massiv abnimmt. Das sagt die Theorie aus. Und das ist in der Tat toll. An allen 35 bewaffneten Konflikten unserer Zeit (davon sind die meisten „low-intensity-conflicts“ und nur noch 8-9 „vollwertige“ Kriege) ist eine Diktatur oder eine natürlich nicht demokratische Terrororganisation beteiligt.

      Jetzt hast du uns erwischt.

      Nein, nicht jetzt. Dass du ein Demokratiekritiker bist, habe ich schon bei deinem Putin-Dhimmi-Kurs gemerkt.

  7. American Viewer Says:

    Du bist gerade so nervig wie ein Zeuge Jehovas, der einfach nicht aufhören will.

    Das hört sich so an, als hätte ich das nach vielen Kommentaren von dir gesagt, bei denen du dich ständig wiederholt hast. Das musst du dann in der Tat einstecken.

    Mein Kommentar hingegen war mein erster zu diesem Thema. Und der war sachlich formuliert. Aber ich stecke das natürlich ein. Genauso kannst du es einstecken, wenn ich das anspreche.

    Wenn ich ewig weitermache, kannst du dich ja auch beschweren. Aber das wird mein letzter Kommentar zum Thema. Keine Panik.

    So wie du es sagst, klingt es so, als würden Demokratien genauso oft Kriege gegeneinander führen wie Diktaturen, und nur weil sie seltener sind würde es weniger Kriege zwischen Demokratien geben.

    Das ist deine Interpretation. Geschrieben habe ich das nicht.

    Aber es ist so, dass, wenn zwei Staaten demokratisch sind, die Wahrscheinlichkeit eines Krieges massiv abnimmt. Das sagt die Theorie aus.

    Ok, das ist ein anderer Punkt. Dann nehme ich das als neues Argument an. Denn so ist es ja wirklich. Demokratien führen nicht so oft Krieg gegeneinander.

    Ich sehe aber auch da keine Überraschung. Diese Friedensperiode mit der Demokratie an sich zu begründen, daran glaube ich nicht. Die Demokratien sind doch historisch gewachsen. Das war und ist doch quasi eine Art von Bündnis. Natürlich greifen diese Staaten sich viel weniger bis gar nicht an.

    Formulieren wir deine Theorie einmal um, dann siehst du vielleicht meinen Punkt:

    „Aber es ist so, dass, wenn zwei Staaten sozialistisch sind, die Wahrscheinlichkeit eines Krieges massiv abnimmt. Das sagt die Theorie aus.“

    Und auch diese Theorie stimmt. Es gab bisher nur drei Kriege zwischen sozialistischen Diktaturen. So gesehen kannst du auch gleich noch den Sozialismus als Friedensbringer anpreisen.

    Die faschistischen Staaten haben sich auch weniger bis gar nicht gegenseitig angegriffen.
    Ist doch super.

    Also was ist wirklich der Fall? Staaten mit der gleichen historisch gewachsenen Ideologie haben ein Gefühl der Verbundenheit und greifen sich weniger an. Das ist die Gegentheorie und die wirst du kaum widerlegen können.

    Vielleicht formuliere ich das mal in einem Artikel aus. Plus ein paar Argumente oben drauf.

    Bye.

    • arprin Says:

      Das hört sich so an, als hätte ich das nach vielen Kommentaren von dir gesagt, bei denen du dich ständig wiederholt hast.

      Nein, ich sagte etwas, wo du anderer Meinung warst. Ich war der Meinung, dass etwas, was einige Blocks vom Ground Zero entfernt ist, nicht „am Ground Zero“ liegt, und das ein islamisches Kulturzentrum keine Moschee ist (genauso wie ein Caritas-Zentrum keine Kirche ist). Darauf hast du geantwortet und dann hinzugefügt, ich sei wie ein Zeuge Jehovas und würde politisch korrekten Unsinn sagen.

      Und dein erster Kommentar überhaupt in diesem Blog endete mit dem Satz: „ich geh jetzt KOTZEN“ Da hast du auch nicht lange gewartet, um auszuteilen, oder? Was soll also dieses „werde doch nicht immer gleich beleidigend“? Ich habe doch nur eine Aussage von dir kritisiert und bin nicht persönlich geworden. Also bitte. Wo ist das Problem?

      Das ist deine Interpretation. Geschrieben habe ich das nicht.

      ähmm.. doch, natürlich hast du das:
      „Ich sehe darin einfach ein Ergebnis, das man erwarten kann. Wir haben festgestellt, dass es in der Menschheitsgeschichte 99% Diktaturen gab und vielleicht 1% echte Demokratien. Und dann schreibst du: An 99% aller Kriege ist eine Diktatur beteiligt. Das ist doch nicht toll. Das ist das, was man rein statistisch erwarten würde. Mehr nicht.“

      Was sollen diese Sätze sonst aussagen, als dass Demokratien genauso oft Kriege gegeneinander führen wie Diktaturen, und nur weil sie seltener sind würde es weniger Kriege zwischen Demokratien geben? Die Rechnung „1% Demokratien- 1% Kriege zwischen Demokratien“ zielt darauf hinaus, zu sagen, dass Demokratien prozentuell genauso häufig Kriege führen wie Diktaturen.

      Also was ist wirklich der Fall? Staaten mit der gleichen historisch gewachsenen Ideologie haben ein Gefühl der Verbundenheit und greifen sich weniger an. Das ist die Gegentheorie und die wirst du kaum widerlegen können.

      Natürlich kann ich diese Gegentheorie widerlegen, nichts leichter als das. Demokratie ist keine Ideologie, sondern ein neutrales, politisches System. Das wirst du doch wohl wissen. In einer Demokratie können auch Kommunisten, Faschisten oder Islamisten an die Macht kommen. Und trotzdem: Solange es in zwei Staaten freie Wahlen und ein Mehrparteiensystem gibt, spielt es keine Rolle, welche Ideologien an der Macht sind, ein Krieg zwischen ihnen wird unwahrscheinlich.

      • Alfons Says:

        „Demokratie ist keine Ideologie, sondern ein neutrales, politisches System.“

        eben da liegt der Knackpunkt. Nicht dass ich die Aussage an sich anzweifeln würde, man kann wenn man will die Demokratie rein über ihre strukturellen Aspekte definieren (allgemeine, freie Wahlen und ein echtes Mehrparteiensystem). Das eine demokratisch legitimierte Regierung nun aber nicht das Recht hat nach Belieben in die individuellen Rechte der Bürger einzugreifen ist eine normative Aussage und eine politische Ideologie.

        Die Theorie des demokratischen Friedens soll ja nicht nur aussagen dass es keine Kriege zwischen liberalen Demokratien gab (denn sonst wäre es keine Theorie sondern nur eine empirische Tatsache) sondern dass das Auftreten von Kriegen zwischen liberalen Demokratien extrem unwahrscheinlich ist und dass die es auch einen kausalen Zusammenhang gibt.

        Da diejenigen Demokratien denen wir am wenigsten zutrauen eine Krieg untereinander zu führen und die es empirisch auch nicht getan haben, gerade die liberalen sind, kann man die strukturellen nur schwer von den normativen trennen.

        Beschränkt man sich auf die strukturellen Aspekte, so werden die Aussagen absurd. Da Pakistan vor dem Krieg 99 ein echtes Mehrparteiensystem hatte und die Wahlen zuvor halbwegs akzeptabel (zumindest für die abgewählte Regierung) waren, käme man zu dem (absurd anmutenden) Schluss, dass wenn bei den Wahlen etwas weniger beschissen worden wäre, dass es dann keinen Krieg gegeben hätte. Zu ähnlichem kommt man bei Milosevic und dem Kosovokrieg. Sein „nichtdemokratisches“ Verhalten lag ja auch nicht in der fehlerhaften Durchführung von Wahlen, sondern in der systematischen Unterdrückung von Minderheiten.
        Von der Aussage
        „Zwei demokratisch gewählte Regierungen haben noch nie Krieg gegeneinander geführt.“
        halte ich als empirisches Faktum immer noch wenig und als Theorie gar nichts, die Aussage
        „Die Wahrscheinlichkeit von Kriegen zwischen zwei liberalen Demokratien ist extrem gering“ erscheint mir – als „Demokratiekritiker“ sehr plausibel. Dass man es nicht so eng fasst hat auch noch den Vorteil dass man nicht um die Deutungshoheit von ein paar Bomben Englands auf Finnland und der Besatzung des Ruhrgebiets kämpfen muss.

        PS: Statisch verträglich mit 1% Demokratien unter allen Regierungen wären nicht 1% Kriege zwischen Demokratien untereinander, sondern

      • arprin Says:

        Da Pakistan vor dem Krieg 99 ein echtes Mehrparteiensystem hatte und die Wahlen zuvor halbwegs akzeptabel (zumindest für die abgewählte Regierung) waren, käme man zu dem (absurd anmutenden) Schluss, dass wenn bei den Wahlen etwas weniger beschissen worden wäre, dass es dann keinen Krieg gegeben hätte. Zu ähnlichem kommt man bei Milosevic und dem Kosovokrieg.

        Das ist in der Tat absurd und das wollte ich auch gar nicht aussagen.

      • Alfons Says:

        zu früh:
        PS: PS: Statisch verträglich mit 1% Demokratien unter allen Regierungen wären nicht 1% Kriege zwischen Demokratien untereinander, sondern 0,01 %.

      • arprin Says:

        Statisch verträglich mit 1% Demokratien unter allen Regierungen wären nicht 1% Kriege zwischen Demokratien untereinander, sondern 0,01 %.

        Die Rechnung „1% Demokratien- 1% Kriege zwischen Demokratien“ stammt auch nicht von mir, sondern von American Viewer.

        Ich sagte, dass an mindestens 99% aller Kriege eine Diktatur beteiligt war, aber nicht, wie hoch der Prozentanteil von Diktaturen und Demokratien war. Prozentuell gesehen sind Kriege zwischen Diktaturen deutlich häufiger.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: