Keine Flüchtlinge mehr

Palästinensische Flüchtlinge, 1948

Vor 2 Tagen sagte Mahmud Abbas, der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, in einem Interview mit Channel 2, dass er nicht mehr vorhabe, in sein Heimatdorf Safed zurückzukehren, das heute zum israelischen Staatsgebiet gehört. Palästina, das sei für ihn „die Westbank, der Gazastreifen und Ostjerusalem“, und er lebe heute in Ramallah, teilte er mit. Außerdem verurteilte den ständigen Raketenbeschuss auf Israel. Für diese Äußerungen wurde er von der islamistischen Hamas scharf angegriffen.

Einen Tag später relativierte er seine Aussagen wieder. Er werde dem „Recht auf Rückkehr“ niemals entsagen, sagte Abbas am Sonntag in einem Gespräch mit dem ägyptischen TV-Sender Al-Hajat. „Ich habe meine Haltung nicht geändert.“ Die insgesamt 4,6 Millionen offiziell als Flüchtlinge registrierten Palästinenser in Jordanien, Syrien, Libanon, dem Gazastreifen und dem Westjordanland werden also weiterhin darauf beharren, eines Tages nach Israel zurückzukehren.

Netanyahu reagierte skeptisch auf Abbas‘ Äußerungen: „Ich habe das Interview mit Präsident Abbas dieses Wochenende gesehen, und gehört, dass er es seither schon geschafft zu widerrufen“. Er wurde von der linken Politikerin Livni dafür kritisiert, Abbas‘ Friedensangebot nicht rechtzeitig angenommen zu haben. Die völlig realitätsferne Forderung der Palästinenser nach einem „Rückkehrrecht“ stellt aber natürlich das eigentliche Problem dar. Die Palästinenser sind die einzige Flüchtlingsgruppe auf der Welt, die ihren sogenannten “Flüchtlingsstatus” vererben können.

Nach der Staatsgründung Israels wurden über 840.000 Juden aus den arabischen Ländern vertrieben. Die vertriebenen Juden besaßen mehr als 100.000 Quadratkilometer Land (mehr als das Vierfache der Größe Israels) und Eigentum im heutigen Wert von 300 Milliarden Dolllar. Auch während der Staatsgründungen Indiens, Pakistans und der Bundesrepublik Deutschland gingen ethnische Säuberungen voraus. Aber weder die jüdischen, indischen noch die deutschen Flüchtlinge konnten ihren Flüchtlingsstatus auf ihre Kinder und Enkel „vererben“.

In den Wirren der Geschichte verloren gegangen ist die Tatsache, dass die arabischen Länder eine gehörige Mitschuld an der Vertreibung der Palästinenser hatten, wie Ephraim Karsh in seinem Buch „Verrat an Palästina“ dokumentierte. Die arabischen Nachbarn benutzen die Palästinenser seit 60 Jahren und sind nicht wirklich an einer Änderung ihrer Lage interessiert, sondern sperren sie nicht selten in Ghettos ein und verwehren ihnen bis heute die Staatsbürgerschaft. Einige Palästinenser haben das erkannt und resümieren: „Die Araber lieben Palästina, aber nicht die Palästinenser.“

5 Antworten to “Keine Flüchtlinge mehr”

  1. besucher Says:

    Wenn dass die Schlesier, Pommeraner und Ostpreußen wüssten!
    Die sollten mal eine Behörde wie die Palis gründen.

  2. Gerswind Says:

    Reblogged this on Gerswind.

  3. Raketen aus Deutschland « silemsmind Says:

    […] Wieder einer unserer tollen Kommentare um den Terror der Hamas gegen Israel zu relativieren oder gar zu verteidigen. Die Frage ist eigentlich ganz interessant vor allem im Bezug auf uns Deutsche und unsere, jüngere, Geschichte. Gerne wird der Terror der Palästinenser und Hamas damit begründet das sie ja eigentlich nur ganz arme Schweine seine und in Wahrheit doch Flüchtlinge. […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.


%d Bloggern gefällt das: