Keine Panzer für die Saudis

Abdullah, König von Saudi-Arabien, dem wichtigsten Verbündeten der USA im Nahen Osten

Abdullah, König von Saudi-Arabien, dem Verbündeten der USA im Nahen Osten

Jan Fleischhauer verteidigt in seiner neuesten Kolumne die Panzerlieferungen an die Saudis:

Wer bei der Wahl seiner Verbündeten zu pingelig ist, läuft Gefahr, bald ziemlich alleine dazustehen. Die Wahrheit ist, dass die meisten Menschen auf der Welt andere Weltvorstellungen haben als wir. Das muss uns nicht daran hindern, für unsere zu streiten, aber man sollte auch nicht den Kopf verlieren über das eigene Überlegenheitsgefühl. Dass die Israelis wohl dem Waffengeschäft mit den Saudis zugestimmt haben, kann uns einen Hinweis darauf geben, wie Leute die Situation beurteilen, die mit den Konsequenzen leben müssen, wenn es schief geht.

Ähnlich hatte sich Clemens Wergin im Juli 2011 geäußert:

Jahrelang hat Deutschland mit seinen Verbündeten vergeblich versucht, die Iraner von der Atombombe abzubringen. Nun, da eine iranische Bombe immer wahrscheinlicher wird, ist es deshalb nur logisch, wenn man mit der Aufrüstung Saudi-Arabiens versucht, das Gleichgewicht am Golf nicht gänzlich zugunsten Teherans kippen zu lassen.

Es ist unglaublich, wie naiv Fleischhauer und Wergin in diesem Fall sind. Gerade im Nahen Osten können sich Allianzen schnell verschieben. In den 1980ern galt der Irak als strategischer Partner des Westens. Saddam bekam Massenvernichtungswaffen aus deutscher Produktion geliefert- die er dann gegen die Kurden einsetzte. Auch wenn es in Saudi-Arabien momentan noch sehr ruhig ist und auch wenn der König viele Reformen angestoßen hat, kann man nicht ausschließen, dass diese Panzer eines Tages gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt werden.

19 Antworten to “Keine Panzer für die Saudis”

  1. Thomas Holm Says:

    Ein Leo gegen Demonstranten ist so genial, wie eine Rolex als Schlagring.

    Man könnte argumentieren, dass unsere Leos pro Repressions-Stunde die teuerste Art des Reprimierens bilden und somit ökonomische Limits aufrichten, … die wegen des endlosen Reichtums natürlich wieder kaum ins Gewicht fallen.

    Wenn man die Frage schon Politik-ethisch aufwirft, dann sollte man gleich fragen, warum diese Leute überhaupt so reich gemacht hat und die ganzen Ressourcen nicht einfach zum Kulturerbe der Menschheit erklärt hat.

    Wegen dem Kalten Krieg natürlich.

    Die Leos machen einen Sinn, wenn es zum Shoot-out in der Levante mit dem Schiitischen Machtbogen kommt. Der demokratisch legitimierte und zum Waffen-shoppen berechtigte:

    IraK; ja k statt n ist Teherans Araber-Joker. Noch dümpeln die Mahdi-Milizionäre infanteristisch übers Schlachtfeld, aber die allgemeine Tendenz heißt: Steigerung.

    Saudische Leos gegen Iraksiche US-Abrams. Wir werden es zu sehen bekommen. Warum ? Warum nicht, wenn man sich die Lage anguckt.

    Video zur angelaufenen Konfrontation der levantinischen Sunniten mit Krypto-Staats-Formationen des Schiitischen Machtbogens:

    Insgesamt 14.000 hits für Geständnis und Hinrichtung eines Mahdi-Milizionäres. 50 Sunniten soll er getötet haben, was als ein einräumen, ebenso wie als eine Übertreibung bezeugt, wie ernst man das nimmt.

    • arprin Says:

      Ein Leo gegen Demonstranten ist so genial, wie eine Rolex als Schlagring.

      Trotzdem könnten diese Panzer gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt werden, indem z.B. Stadtviertel bombardiert werden. Ich habe die Formulierung „gegen Demonstranten“ nun mit „gegen die eigene Bevölkerung“ ersetzt.

  2. Olaf Says:

    Ich glaube es war PSL, der neulich sagte, die Saudis haben zwar unsere modernen Panzer, aber sie sind zu dumm um sie zu bedienen, also keine Gefahr.

    • Thomas Holm Says:

      Da meine ich mich auch daran zu erinnern, Nur, was folgt daraus ?

      Die Antwort ist leicht gegeben:

      Pakistanisches Militär, möglicherweise formal im Früh-Ruhestand.

      Ein schiitischer Pilger-Aufstand in Mekka gab Anlass zur Schaffung einer Pakistanischen Security-Industrie für den heiligen Sand – und später sogar den Rest der Welt. Raffiniert, nicht wahr ?

      Womit wir auch gleich eine Antwort hätten auf die Frage, was die Saudis im Falle eines Golf-Krieges mit dem Iran den aufzubieten hätten.

      Richtig, bingo, dem Iran einen Zweifrontenkrieg via Pakistan liefern. Und was macht der Iran dagegen ?

      Bingo; Bündnis mit Indien. Das sehen die USA gar nicht gerne, aber macht nichts; ein robuster Rüstungspartner von Indien ist:

      Bingo, Russland, für den Irak übrigens auch.

      Und wie findet China das … hier breche ich mal ab, es ist schließlich besinnliche Vorweihnachtszeit.

  3. Nichtglauber Says:

    Ich wäre dafür, erst große Kasse zu machen und ihnen jeglichen Wunsch an Kriegsgerät zu erfüllen und dann, aber erst nach Bezahlung, das internationale Gericht in Den Haag zu aktivieren:
    http://apxwn.blogspot.de/2012/12/morituri-salutant.html
    Wetten, dass es nur beim ersten Teil des Wunsches bleibt… man zöge sich sonst gleich mit ins Verderben!

    • arprin Says:

      Och ja, NSNBC, SANA und apxwn, mehr Neutralität, Objektivität und Wahrheit geht nicht auf dieser Welt.

    • Thomas Holm Says:

      Mal abgesehen von den malerischen Details: Saudi-Wahabien steht durchaus auf vieler Leute Abschussliste. Die Saudis sind das Umlenkungsziel Teherans für die Arabische Straße aus dem Elends-Karneval des Arabischen Frühlings heraus und die Jihadisten in Syrien wollen auch nicht die dortigen Trümmer zu Heiligtümern erklären.

  4. Nichtglauber Says:

    Ich als deutscher Staatsbürger gebe bekannt, dass die derzeitige Regierung der Bundesrepublik mich im Zusammenhang mit dem derzeitig eingeschlagenen Cooperationskurs mit dem GCC (Fokus KSA) nicht im Mindesten repräsentiert.

    … aber lustig sind sie schon, diese gelangweilten und degenerierten Wüstensöhne!

    • arprin Says:

      Ich als deutscher Staatsbürger gebe bekannt, dass die derzeitige Regierung der Bundesrepublik mich im Zusammenhang mit dem derzeitig eingeschlagenen Cooperationskurs mit dem GCC (Fokus KSA) nicht im Mindesten repräsentiert.

      Das musst du erst bekannt geben? Mich repräsentiert die Regierung in praktisch gar nichts.

      … aber lustig sind sie schon, diese gelangweilten und degenerierten Wüstensöhne!

      Das ist mir schon lange aufgefallen: Antiimperialisten werden plötzlich zu Islamkritikern, wenn es um Saudi-Arabien geht. Eben, weil Saudi-Arabien kein Feind des Westens ist. Da hört man schon Worte wie „degenrierte Wüstensöhne“. Die islamistischen Terroristen, die gegen den Westen kämpfen, werden dagegen nicht kritisiert. So ein Video, der zeigt, wie krank die Hamas ihre Kinder zum Dschihad erzieht …

      würdest du wohl nicht reinstellen, genausowenig wie andere Videos, die dasselbe bei der Hisbollah zeigen. Auch der islamistische Iran bleibt von Kritik verschont. Ihr kritisiert Islamisten nur dann, wenn sie nicht anti-westlich sind.

      (PS: Ich muss mich auch wohl damit abfinden, dass deine Kommentare sehr oft nichts mit dem Thema zu tun haben. Hauptsache ein Propagandavideo reinstellen. Als ob ich nicht wüsste, dass die Saudis behämmert sind. Und als ob das irgendwas mit den Panzerlieferungen zu tun hätte.)

      • Nichtglauber Says:

        1). Wieso haben meine Beiträge nichts mit dem Thema zu tun?
        Thema: Keine Panzer an SA, Video: Grund, warum ich mit diesem Pack nichts zu tun haben will (ergo schon gar keine Panzer an SA!!).

        2). Iran ist nicht islamistisch, sondern islamisch. Wäre der Iran islamistisch, gäbe es dort keine jüdische Gemeinschaft.
        (hier hilft googeln: islamistisch islamisch)

        3). Erziehen zum Jihad findet sicher nicht meine Unterstützung, es sei denn die Prädiger gingen mit gutem Beispiel voran. Machen die Wenigsten, somit reine islamistische Propaganda. Aber: Kämpfen bis zum erwarteten eigenen Tod kann sicher eine Alternative sein: Kamikaze, Resistance, Widerstand gegen Besatzung. Im Übrigen stellt Samson den ersten schriftlich hinterlegten Selbstmordattentäter dar. Und das als definierte Heldentat.

        4). Ich bin kein Islamkritiker. Nachzulesen hier in deinem eigenen Blog.

      • arprin Says:

        Iran ist nicht islamistisch, sondern islamisch. Wäre der Iran islamistisch, gäbe es dort keine jüdische Gemeinschaft.
        (hier hilft googeln: islamistisch islamisch)

        Iran nicht islamistisch? Und als Begründung „Weil es dort noch Juden gibt“? Das ich nicht lache! Iran ist der Inbegriff von Islamismus. Und wenn du mir schon mit Google kommst- Der erste Treffer bei Google ist dieser hier:
        „Das Königreich Saudi-Arabien und die Islamische Republik Iran, obwohl in ihrer politischen Struktur gänzlich verschieden, beanspruchen beide, islamische Staaten im eigentlichen Sinne zu sein. Eine „islamistische“ Ideologie ist allerdings eher im Iran maßgebend, während Saudi-Arabien eine Monarchie ist, in der die Macht auf der Zugehörigkeit und Loyalität zur Königsfamilie basiert.“

        Kämpfen bis zum erwarteten eigenen Tod kann sicher eine Alternative sein: Kamikaze, Resistance, Widerstand gegen Besatzung. Im Übrigen stellt Samson den ersten schriftlich hinterlegten Selbstmordattentäter dar. Und das als definierte Heldentat.

        Was soll denn das für ein Unsinn? Du findest es unter Umständen in Ordnung, wenn Kindern beigebracht wird, dass Selbstmordattentate was Gutes sind? Wie krank ist das denn? Und dann noch mit Samson kommen! Nur weil Samsons Massenmord im 9/11-Style in der Bibel gefeiert wird macht das die islamistischen Selbstmordattentate nicht besser. Warum kannst du nicht einfach zugeben, dass die Hamas-Leute kranke Terroristen sind?

      • Nichtglauber Says:

        Du hast den Kern deiner zitierten Aussage einfach übersprungen:
        „“Mit „Islamisten“ meint man jetzt Muslime, die eine modernistische politische Ideologie – den Islamismus –
        vertreten, nach der bereits aus dem Koran und der Sunna (der auf Muhammad und seine Gefährten zurückgeführten Überlieferung) ein vollkommener islamischer Staat abgeleitet
        werden könne.““
        Demnach bezieht sich diese Definition ganz klar auf die Sunniten (Ahl Al Sunna). Der Iran ist mehrheitlich shiitisch, wie du sicher weißt.

        Kinder als Selbstmordattentäter habe ich nie erwähnt. Ich bitte dich daher, deine Aussage zu erklären.
        Den Rest werde ich nur kurz kommentieren: die Hamas-Leute sind in deinen Augen kranke Terroristen (was ich zum Teil bestätigen kann), aber Teil der Allianz sein, der für deren Finanzierung und religiöser Mobilmachung verantwortlich ist (bevor du fragst: KSA, Qatar und mithin die USA), ist für dich vollkommen in Ordnung… das kriegst du ethisch und moralisch nie unter einen Hut!

      • arprin Says:

        Wer bestreitet, dass der Iran, ein Staat, indem die Scharia die einzige Rechtsquelle ist, islamistisch ist, mit dem ist eine Diskussion darüber ziemlich aussichtslos.

        Kinder als Selbstmordattentäter habe ich nie erwähnt. Ich bitte dich daher, deine Aussage zu erklären.

        Die Hamas, die du vor ein paar Wochen noch gelobt hast, preist ihren Kindern den Märtyrertod (=Selbstmordattentat auf Juden) an.

        Den Rest werde ich nur kurz kommentieren: die Hamas-Leute sind in deinen Augen kranke Terroristen (was ich zum Teil bestätigen kann), aber Teil der Allianz sein, der für deren Finanzierung und religiöser Mobilmachung verantwortlich ist (bevor du fragst: KSA, Qatar und mithin die USA), ist für dich vollkommen in Ordnung… das kriegst du ethisch und moralisch nie unter einen Hut!

        Was soll denn dieser Schwachsinn wieder bedeuten? Zum 150.000.000.000 Mal: Ich verabscheue Saudi-Arabien und Katar. Was hast du daran noch nicht verstanden? Was?

        Gegenfrage: Wie kriegst du es ethisch und moralisch unter einen Hut, gegen Terrorismus und Islamismus zu sein, aber gleichzeitig die Hamas, die Hisbollah und den Iran zu loben und Jürgen Todenhöfers al-Qaida-Propaganda-Buch „Warum tötest du, Zaid?“ anzupreisen?

      • Nichtglauber Says:

        Da ich der Meinung bin, dass der Iran schiitisch-islamisch ist und nicht islamistisch, ist eine Diskussion zwischen uns diesbezüglich tatsächlich ziemlich aussichtslos.
        Chaim Noll beschreibt aktuell in „Merkur“ den arabischen Frühling und analysiert folgendes:
        “ Seit Jahren erleben wir weltweit einen Machzuwachs des Islam: Staaten wie die Türkei, Saudiarabien, die Emirate, Kuweit, Qatar, auch Malaysia, Singapur, Brunei entwickeln sich zu Wirtschaftsmächten (…). Die zu Beginn friedlich scheinenden Akteure verwandelten sich in bewaffnete Kämpfer. Dabei war vor allem die Schnelligkeit überraschend, mit der diese Mobilmachung vonstattenging (…). Die eigentlichen Gewinner der Rebellionen sind nicht die Bevölkerungen, an deren Elend und Unterdrückung sich bisher nicht geändert hat, sondern die s u n n i t i s c h e n Ölstaaten, die ihnen unliebsame Regimes beseitigen und ihren eigenen wirtschaftlichen und politischen Einfluß auf die verarmten Länder ausbauen konnten.“

        Für Noll stehen die Rebellionen also im zeichen eines islamistischen Imperialismus. Der Iran taucht in seiner Aufzählung nicht auf. Ferner untermauert Chaim Noll, (hoffentlich) nicht verdächtig ein Diktator-Groupie zu sein, den wahren Charakter dieses „Frühlings“.

        Deine „Verabscheuung“ Saudiarabiens und Qatars geht aber nur soweit, wie sie die Ziele und Absichten der westlichen Wertegemeinschaft nicht konterkariert und deren Position und Wirken nicht in Frage stellt.
        Denn eine Verabscheuung dieser Unstaaten müsste zwingend mit einer Verabscheuung der bestehenden Allianz
        einhergehen. Tut sie aber keineswegs. Im Gegenteil: fast euphorisch hast du über die edle Geburt der „syrischen Nationalen Koalition“ in DOHA berichtet. Der Zweck heiligt alle Mittel. Verabscheuung hin, Qatar her!

        Jürgen Todenhöfers Buch bekomme ich bestens moralisch und ethisch zusammen: Widerstand der Einheimischen gegen ausländische Besatzer oder Kämpfer ist legitim, Tötung der Einheimischen durch ausländische Besatzer oder Kämpfer ist Terrorismus. Eine für mich seit Ewigkeiten gültige Weltanschauung, und das weltweit.

      • arprin Says:

        Da ich der Meinung bin, dass der Iran schiitisch-islamisch ist und nicht islamistisch, ist eine Diskussion zwischen uns diesbezüglich tatsächlich ziemlich aussichtslos.

        Der Iran ist seit 1979 der personifizierte Islamismus: Todesstrafe für Homosexuelle, Todesstrafe für Apostaten, Steinigung für Ehebrecher, Kopftuchzwang für Frauen und noch vieles mehr. Wie blind und taub muss man sich stellen, um zu leugnen, dass der Iran islamistisch ist?

        Für Noll stehen die Rebellionen also im zeichen eines islamistischen Imperialismus. Der Iran taucht in seiner Aufzählung nicht auf. Ferner untermauert Chaim Noll, (hoffentlich) nicht verdächtig ein Diktator-Groupie zu sein, den wahren Charakter dieses “Frühlings”.

        Zum 150. Mal: Die Aufstände sind durch Arbeitslosigkeit, Korruption und Armut ausgelöst worden und wurden später- wie immer- von den Herrschenden für Machtpolitik genutzt.

        Deine “Verabscheuung” Saudiarabiens und Qatars geht aber nur soweit, wie sie die Ziele und Absichten der westlichen Wertegemeinschaft nicht konterkariert und deren Position und Wirken nicht in Frage stellt.

        Natürlich, was ist denn daran falsch? Ich würde es auch nicht ablehnen, wenn der Iran sein Atomprogramm einstellt und dafür mit dem Westen kooperiert.

        Denn eine Verabscheuung dieser Unstaaten müsste zwingend mit einer Verabscheuung der bestehenden Allianz
        einhergehen.

        Wieso das denn? Es gibt im Nahen Osten viele verrückte Allianzen, Nichtglauber. Die Kooperation Assads mit dem islamistischen Iran bedeutet nicht, dass Assad in Syrien die Todesstrafe für Homosexuelle, Todesstrafe für Apostaten, Steinigung für Ehebrecher und Kopftuchzwang für Frauen einführen will, und die Kooperation der Nationalen Koalition mit Saudi-Arabien und Katar bedeutet auch nicht, dass die Nationale Koalition den Wahhabismus in Syrien einführen will (die Jabhat al-Nusra hat sich ganz öffentlich von der Nationalen Koalition distanziert!).

        Ich verabscheue die inneren Zustände in Saudi-Arabien und Katar. Wenn sie der zivilen, moderaten syrischen Opposition helfen, habe ich aber nichts dagegen einzuwenden. Deine Verabscheuung von Islamismus und Terrorismus müsste zwingend einhergehen mit der Verabscheuung der inneren Zustände in islamistischen Staaten (Iran) und dem Wirken von Terrororganisationen (Hamas, Hisbollah, al-Qaida im Irak). Tut sie aber keineswegs. Deine „Verabscheuung“ von Islamismus und Terrorismus geht nur soweit, wie es sich um Saudi-Arabien, Katar und der syrischen Opposition handelt. Wenn es sich um anti-westliche Staaten und Organisationen handelt, hast du kein Problem mit dem übelsten Steinzeit-Islamismus. Du weigerst dich sogar immer noch anzuerkennen, dass der Iran ein islamistischer Staat ist.

        Tut sie aber keineswegs. Im Gegenteil: fast euphorisch hast du über die edle Geburt der “syrischen Nationalen Koalition” in DOHA berichtet. Der Zweck heiligt alle Mittel. Verabscheuung hin, Qatar her!

        Ich fand es gut, dass sich die Opposition zusammengeschlossen hat und dass moderate Kräfte dabei eine wichtige Rolle spielten. „Euphorisch“ war da gar nichts. Die Nationale Koalition ist sehr kritikwürdig, sie haben ja immer noch kein einheitliches Programm, aber es ist besser als nichts.

        Widerstand der Einheimischen gegen ausländische Besatzer oder Kämpfer ist legitim, Tötung der Einheimischen durch ausländische Besatzer oder Kämpfer ist Terrorismus.

        Widerstand von „Einheimischen“ gegen „ausländische Besatzer“? Wenn al-Qaida-Kämpfer aus Saudi-Arabien nach Bagdad gehen um sich dort in einem Markt in die Luft zu sprengen, ist das für dich „Widerstand von Einheimischen gegen ausländische Besatzer“? Wenn Zarqawi Schiiten abschlachtet und Sadr Sunniten abschlachtet, ist das für dich „Widerstand von Einheimischen gegen ausländische Besatzer“?

        Hast du etwa nicht diesen Teil von Todenhöfers Buch gelesen:

        Er (Rami) kämpfe für einen islamischen Irak mit dem Koran als Grundlage der Verfassung. Er wolle, dass die Scharia beachtet werde … Ich frage ihn, wie er zu Al-Zarkawi und bin Laden stehe. Rami erklärt, er bewundert beide. Mit Al-Zarkawi hätte er gerne zusammengearbeitet, weil dieser den US-Truppen schwere Verluste zugefügt habe. Auch bin Laden beeindrucke ihn, weil er den Mut gehabt habe, sich den USA offen entgegenzustellen.

        Ein islamistischer Terrorist wird von Todenhöfer euphorisch als „Widerstandskämpfer“ gefeiert. Der Titel „Warum TÖTEST du, Zaid?“ war keinesfalls ironisch gemeint. Warum gibst du nicht zu, dass Todenhöfer Propaganda für al-Qaida gemacht hat?

      • Nichtglauber Says:

        http://www.faz.net/aktuell/politik/arabische-welt/michel-aoun-im-f-a-z-gespraech-es-ist-kein-fruehling-es-ist-die-hoelle-12020554.html
        „Sie haben 2006 mit Hizbullah-Generalsekretär Hassan Nasrallah ein Bündnis geschlossen. Auch er strebt ideologisch nach einem Gottesstaat wie das iranische Regime in Teheran.

        Ich unterscheide zwischen Integristen und Fundamentalisten. Letztere verteidigen die Fundamente ihrer Religion, die Integristen wollen anderen ihr Lebensmodell überstülpen – oder wie die sunnitisch-islamistische Al Qaida mit Terror Leute von ihrem Weg überzeugen. Das gilt nicht für die schiitisch-fundamentalistische Hizbullah, die als politische Partei den Widerstand gegen Israel aufrechterhält.“

        Manchmal kommen Interviews wie gerufen.
        Unsere Auseinandersetzung begann vor dem Zeitpunkt des Erscheinens dieses Gesprächs in der FAZ.
        Ich besitze also keineswegs „Exklusivrechte“ an meiner dargelegten Meinung – hohe libanesische (christliche) Politker, die ebenfalls einen Strauß mit der syrischen Führung ausgefochten haben, denken deckungsgleich. Und liest man
        sich das Interview durch stellt man fest: sehr nachvollziehbare Thesen. Immerhin hat der Mann in seinem Land einen fünfzehnjährigen (!) Bürgerkrieg bereits hinter sich. Man sollte also meinen, der weiß, wovon er spricht.

      • arprin Says:

        Zum 3. Mal: Wer sagt, dass der Iran kein islamistischer Staat ist, hat keine Ahnung vom Iran oder hält seine Zuhörer für Narren. Und natürlich wollen die Mullahs im Iran ihr Lebensmodell anderen überstülpen. Die Frauen tragen ja eben nicht freiwillig Kopftuch und die Homosexuellen und Apostaten lassen sich eben nicht freiwillig hinrichten. Dass du die inneren Zustände im Iran mit keinem Wort kritisierst, während du bei den Saudis nicht so zimperlich bist, zeigt, was für ein Heuchler du bist.

        Immerhin hat der Mann in seinem Land einen fünfzehnjährigen (!) Bürgerkrieg bereits hinter sich. Man sollte also meinen, der weiß, wovon er spricht.

        Wie kommst du darauf, dass man mehr Ahnung von etwas hat, weil man 15 Jahre Bürgerkrieg hatte, oder dass deine Meinung dadurch besser wird, weil jemand wie Aoun sie vertritt? Glaubst du etwa, alle Libanesen denken so wie Aoun?

      • Nichtglauber Says:

        Ich denke, da hast du einiges nicht richtig verstanden:

        Punkt a). Hizbullah stülpt im Libanon niemandem seine Lebensart auf. Die Christen, Drusen, Sunniten und Atheisten können frei nach ihrer Facon leben. Das hat Aoun gemeint und recht hat er.

        Punkt b.) Die Juden im Iran haben ihre Synagogen und sind sogar politisch inneriranisch aktiv. Sie haben dort ihre gewählten Vertreter. Das hat weder Qatar noch Kuweit oder Bahrain zu bieten. Und schon gar nicht Saudiarabien.
        Und in Sachen Homosexualität oder „freierem“ Leben: bis 2003 standen Anal- und Oralverkehr in 10 (!) Bundesstaaten der USA noch unter Strafe. Lass` die Mullahs nur machen… wobei ich gar nicht sicher bin, ob diese Praktiken dort je verboten waren.

        Punkt c). Wer sein halbes Leben im Bürgerkrieg verbracht hat, hat mehr AHNUNG vom Bürgerkrieg als du, ich und alle anderen zusammen, die vom Sofa aus schlaue Ratschläge erteilen, Massenmedien konsumieren oder in litherarischen Runden Disput-Competitions durchführen. Dass man das Recht hat anderer MEINUNG zu sein als ein Bürgerkriegsveteran, das ist unbestritten.

        Punkt d). Nein, natürlich denken nicht alle Libanesen so wie Aoun. Aber ich – und wahrscheinlich Tausende andere. Ich stellte das Interview herein, um dir zu zeigen, dass meine „kranke Meinung“ lange keine Rarität darstellt sondern selbst (oder gerade) von Beteilgten dieses Konflikts ganz offensichtlich geteilt wird. Auch (oder gerade) von hohen christlichen, nichtsyrischen Politikern.

      • arprin Says:

        a.) Die Hisbollah sind Terroristen, die ihre Kinder zum Dschihad indoktrinieren. Dass sie sich nebenbei in gewissen Punkten tolerant geben, ändert nichts an ihrer totalitären Ideologie. Die Muslimbrüder in Ägypten lassen auch Christen und Frauen in ihre Partei, das macht sie nicht weniger islamistisch.

        b.) Der Iran ist ein islamistischer Staat, indem Frauen, Homosexuelle, Bahai und andere religiöse und ethnische Minderheiten in Apartheid leben. Auf homosexuelle Handlungen steht die Todesstrafe. Seit 1979 wurden über 8.000 Homosexuelle hingerichtet. Deine Relativierungsversuche mit den Regelungen US-Bundesstaaten ändern nichts daran. Es gab in keinem US-Bundesstaat die Todesstrafe für Homosexualität (und selbst wenn, würde das nicht den Iran besser machen, sondern die USA schlechter).

        c.) Nein, nicht unbedingt. Es gibt Unbelehrbare, die auch aus einem 15-jährigen Bürgerkrieg nichts lernen.

        d.) Na und? Was macht das schon? Dass deine Meinungen zu Syrien, Libyen, Iran, Irak und dem Libanon von vielen anderen aus dieser Gegend und sogar von Kongressmitgliedern in den USA geteilt wird, weiß ich schon. Musst du mir meine Zeit stehlen, indem du mir das extra mitteilst, in einem Artikel, indem es um Saudi-Arabien geht? Ich weiß mittlerweile zur Genüge, dass dir endlose Off Topic-Diskussionen Spaß bereiten, aber so langsam ist meine Geduld am Ende.

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