Archive for Februar 2013

WM-Geschichte, Teil 4

Februar 28, 2013
Die uruguayische Fußballnationalmannschaftbei der WM 1950

Die uruguayische Fußballnationalmannschaft bei der WM 1950

Hier nun der vierte Teil der WM-Reihe, die im November 2012 startete und im Mai 2014 ihren Abschluss finden wird. Auf all die legendären Spiele, unglaublichen Tore und unvergessene Spieler, die das größte Sportereignis der Welt von 1930 bis 2010 hervorgebracht hat und die sich tief in das Gedächtnis von Millionen Menschen eingebrannt haben und bisweilen zu nationalen Mythen avancierten, wird zurückgeblickt. Dieses Mal ist die WM 1950 dran. Fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird in Brasilien wieder ein Weltmeister ausgespielt, und das letzte Spiel vor 200.000 Zuschauern im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro wird zum unglaublichen Drama.

Vor der WM

Im Jahr 1950 befand sich die Welt teilweise noch immer in den Trümmern des Zweiten Weltkriegs. Aber auch der aufkommende Kalte Krieg zog bereits seine Wolken auf: Einen Tag nach dem Beginn des Turniers begann der Koreakrieg. Die FIFA beschloss in ihrem Kongress von 1946, wieder ein Weltturnier auszutragen, nachdem 1942 und 1946 kein Weltmeister ausgespielt wurde – was sicher vielen Fußballern die Chance nahm, ihre Karriere zu krönen. Das Turnier trug nun offiziell den Namen „Weltmeisterschaft“, zuvor hieß er „Weltpokal“, und die Trophäe wurde in „Coupe Jules-Rimet“ umbenannt, um den FIFA-Präsidenten zu ehren.

Als Gastgeber wurde Brasilien ausgewählt, die zwar auf Seiten der Alliierten am Zweiten Weltkrieg teilgenommen hatten, jedoch selbst kaum von Krieg betroffen waren. Es war eine gute Entscheidung, zumal die Brasilianer ein fußballverrücktes Land waren. Die Spiele wurden in Sao Paulo, Porto Alegre, Belo Horizonte, Curitiba, Recife und Rio de Janeiro ausgetragen – in letztgenannter Spielstätte entstand für das Turnier das größte Stadion der Welt: Das Maracana, das 200.000 Zuschauer umfasste, bis heute einer der ehrwürdigsten Fußballtempel ist, und für die damalige Zeit neue Maßstäbe setzte. Hier sollte auch das denkwürdige letzte Spiel stattfinden. (more…)

Die wahren Ursachen der Krise

Februar 26, 2013

Das spanische Institut Juan de Mariana, ein 2005 gegründetes Think-Thank, veröffentlichte im letzten Jahr die ausgezeichnete Dokumentation „Fraude“ (Betrug), die sich mit den Ursachen der großen Rezessionen auseinandersetzt. Nun liegt dank Philipp Bagus, Professor für Volkswirtschaft an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid, auch eine deutsche Übersetzung des Films vor:

Der Film wird momentan leider in vielen Truther-Seiten verbreitet, was seine Qualität aber nicht schmälert. Die Finanzkrise wird aus der Sicht der Österreichischen Schule der Nationalökonomie analysiert, der bekannte „Austrian“ Jesus Huerta de Soto kommt des Öfteren zu Wort, während am Keynesianismus kein gutes Haar gelassen wird (außer Hayeks Aussage gegen Ende des Films, dass Keynes heute kein Keynesianer wäre).

Ab 0:49:55 bringt Carlos Rodriguez Braun das ganze Rettungsdilemma auf den Punkt: „Was die Staaten hätten machen sollen, ist eine Reduzierung der Staatsausgaben, eine Reduzierung der Steuern und eine Reduzierung der Staatsschulden. Die Regierungen haben von den drei Dingen genau das Gegenteil gemacht. Sie erhöhten Steuern, Staatsausgaben und Staatsschulden.“

(more…)

Nachrichten, die keine sind

Februar 23, 2013
Die Flagge des kommunistischen Korea

Die Flagge des kommunistischen Korea

In den deutschen Medien wurde im Neujahrstag die Nachricht verbreitet, dass der nordkoreanische Führer Kim Jong-Un in seiner Neujahrsansprache einen „radikalen Wechsel“ angekündigt hat. Das Jahr 2013 werde ein Jahr „großer Schöpfungen und Veränderungen sein, die einen radikalen Umschwung bewirken“, sagte Kim. Es sei an der Zeit, die Konfrontation zwischen dem Norden und dem Süden beenden und die Teilung des Landes beenden. Außerdem kündigte er wirtschaftliche Reformen an. In seiner Rede nannte er aber keine konkreten Pläne.

Nur drei Tage später berichtete die FAZ, dass die nordkoreanische Führung plant, mithilfe deutscher Ökonomen und Juristen die wirtschaftliche Öffnung des Landes voranzutreiben. Während Kims Neujahrsansprache noch in vielen ausländischen Medien beachtet wurde, tauchte diese Geschichte nur in Deutschland auf. Viele andere deutsche Medien stützten sich auf den FAZ-Bericht und machten so den Eindruck, dass Kim seinen Worten Taten folgen lässt. Mittlerweile ist Nordkorea jedoch aufgrund anderer Ereignisse in die Schlagzeilen gerückt:

„Nordkorea bestätigt dritten Atomtest“ (12. Februar)
„Nordkorea lässt Obama in Video brennen“ (20. Februar)
„Nordkorea droht US-Truppen mit elendiger Vernichtung“ (23. Februar)

Wie konnte es zu dieser Fehleinschätzung kommen? Nun, offenbar gelang der nordkoreanischen Führung ein Mediencoup in Deutschland. Der Nordkorea-Experte Rüdiger Frank hatte bereits Zweifel an der ersten Geschichte. Denn die Aussagen in Kims Neujahrsrede waren in keinster Weise neu. (more…)

Eine Welt ohne Steuern

Februar 20, 2013

Wir brauchen mehr Freiheit!

Die neue GEZ-Gebühr ist bei den meisten Bürgern auf großes Unverständnis gestoßen. Dabei handelt es sich nicht um die erste irre Verschwendung von Steuergeldern. Die meisten Bürger beschweren sich zwar über unser Steuersystem, sind aber gleichzeitig gegen Steuersenkungen, da „nur die Reichen davon profitieren“. In Wirklichkeit ist es vor allem die Mittelschicht, die Opfer des Umverteilungssystems ist.

Wenn etwas nicht funktioniert, muss man es nicht gleich abschaffen. Man kann es auch verbessern. Aber manchmal ist es auch besser, es komplett abzuschaffen. Es gibt wenig bis gar keine Beispiele, in denen staatliche Lenkung besser funktioniert als der freie Markt. Es gibt nur drei Aufgaben, die ein Staat erledigen sollte: Leben, Freiheit und Eigentum seiner Bürger zu schützen. Mehr nicht, alles andere kann privatisiert werden.

Wer glaubt, dass in so einer Welt Menschen auf der Straße verhungern würden, hat ein ziemlich düsteres Menschenbild. Auch ohne Sozialstaat und erzwungene „Solidarität“ gäbe es Familien, Freunde und private Hilfsorganisationen, die für hilfsbedürftige Menschen einspringen. In der Achse des Guten hat der Schriftsteller Akif Pirincci seine Vision vom idealen Staat formuliert. (more…)

Bye-bye, Gaddafi!

Februar 17, 2013
Gaddafis Zeit in Libyen läuft langsam aber sicher ab

Das neue Libyen

Heute ist der 2. Jahrestag der libyschen Revolution. Im „Daily Beast“ schrieb Fuoad Ajami, dass der Westen von einer perversen „Gaddafi-Nostalgie“ umgeben sei. Er nannte als Beispiele Artikel in der „Financial Times“ und der „New York Times“. Aber Gaddafi-Nostalgiker, die auch die Intervention in Libyen als dummen Fehler betrachten, findet man natürlich vor allem im Internet. In vielen Internetseiten verbreitete sich eine Liste von Propagandamythen, die die 42-jährige Herrschaft von Gaddafi glorifizierten. Staunen sie selbst über “Gaddafis politisches Testament“ – Die Mutter aller Propaganda.

Die 10 gängigsten Gaddafi-Mythen sind:

1. Gaddafi hat seinem Land Wohlstand und Bildung gegeben.
2. Gaddafi war ein säkularer Herrscher.
3. Gaddafi zeigte Toleranz gegenüber Schwarzafrikanern.
4. Die Mehrheit der Libyer stand hinter Gaddafi.
5. Gaddafi hat keine Verbrechen am eigenen Volk begangen.
6. Die NATO und die Rebellen haben Verbrechen am Volk begangen.
7. Libyen wird ein Failed State werden.
8. Dem Westen ging es nur um das libysche Öl.
9. Gaddafi hat für Stabilität in der Region gesorgt.
10. Der Krieg in Mali ist eine Folge der Intervention in Libyen.

Schauen wir uns mal einige dieser Mythen genau an und prüfen nach, ob die Gaddafi-Nostalgiker Recht haben.

1. Gaddafi hat seinem Land Wohlstand und Bildung gegeben.

Tatsächlich war Libyen das Land mit dem höchsten Entwicklungsstand in Afrika. Aber wer sowas behauptet, muss auch den Grund dafür nennen, wie dieser für afrikanische Verhältnisse große Wohlstand zustande kam: Libyen ist ein Land mit nur 6,5 Millionen Einwohnern und 45 Milliarden Barrel Öl. Von daher ist es nicht ökonomischen Wundertaten des Gaddafi-Clans zuzuschreiben, dass es den Libyern unter Gaddafi gelang, einen höheren Gesundheits- und Bildungsstandard zu erreichen als vor ihm.

Und dennoch sind viele Mythen über Gaddafis Herrschaft frei erfunden. Es gab keinen kostenlosen Strom, es gab keine 50.000 Dollar Heiratsgeld, keine 5.000 Dollar Kindergeld, ein Heim/Zuhause zu haben war kein Menschenrecht, es wurde nichts vom libyschen Ölverkauf direkt an die Konten der Bürger gutgeschrieben und das Bildungs- und Gesundheitssystem waren auch nicht herausragend. 40% der Libyer lebten unterhalb der Armutsgrenze, 30% waren arbeitslos. Die Analphabetenrate der Frauen lag bei 29% und die der Männer bei 8%, insgesamt 17%. (more…)

Freihandel braucht die Welt

Februar 15, 2013
lk

Händler aus früheren Zeiten

In seiner Rede zur Lage der Nation vor drei Tagen hat US-Präsident Obama angekündigt, Verhandlungen über einen Freihandelsvertrag mit der EU aufzunehmen. Dies ist, nach langen Jahren des Wartens, eine gute Nachricht für beide Seiten. Der Freihandel schafft im Gegensatz zum Protektionismus nicht nur mehr Wohlstand für alle Seiten, sondern ist auch gut geeignet, um dauerhaft Frieden herzustellen, da, wie Vince Ebert es ausdrückt, „bei jedem Blutbad die Umsätze leiden“. Bis zum Jahr 1998 galt die von Thomas Friedman entdeckte „Pax Mac“: Noch nie hatten zwei Staaten, in denen es McDonalds-Filialen gab, gegeneiander Krieg geführt.

Globalisierungsgegner kritisieren den Freihandel und überwachen manchmal sogar die Einhaltung von Zöllen. Der Freihandel würde nur den reichen Staaten nützen und die Armen zur Ausbeutung freigeben. Dabei sind es vor allem die armen Staaten, die vom Freihandel profitieren: In den letzten fünfzig Jahren sank der Anteil der Menschen, die in den Entwicklungsländern nicht genug zu essen hatten, von 45% auf 18%. Im selben Zeitraum stieg die weltweite Lebenserwartung von 35 auf 67 Jahre. Kein Wunder, dass die größten Befürworter vom Freihandel in Städten wie Lima, Johannesburg und Delhi leben:

Als die Weltbank im Sommer 2003 eine Meinungsumfrage unter 38.000 Menschen aus 44 Nationen durchführte, stimmten in den reichen europäischen und nordamerikanischen Staaten 27 Prozent dem Satz zu, „Die Globalisierung ist schlecht für mein Land.“ Doch nur zehn Prozent der Afrikaner teilten diese Ansicht. 56 Prozent der Menschen zwischen Sahara und Kap der guten Hoffnung finden: „Wachsender globaler Handel und globale Geschäftsverbindungen sind sehr gut für mein Land.“ Fazit der Weltbank-Demoskopen: „Das verblüffende Ergebnis dieser Erhebung war, dass die Ansichten über Globalisierung in armen Ländern deutlich positiver waren als in reichen. Die Leute machen nicht die Globalisierung für den mangelnden Fortschritt verantwortlich, sondern die Regierungen ihrer Länder.“

Die Welt der Truther

Februar 13, 2013

Am 17. Januar hielt der belgische Parlamentsabgeordnete Laurent Louis eine erstaunliche Rede:

Kurz zusammengefasst:

– Der Westen bewaffnet Islamisten und bringt sie an die Macht
– Dem Westen geht es nur um Rohstoffe
– Es werden Kriegsgründe vorgetäuscht (u.a. 9/11)

In einer komplexen Welt sind einfache Weltbilder bequemer als die Realität. Vor allem das Internet ist zu einem Sammelsurium für Weltverschwörungstheorien geworden, die für alles Übel dieser Welt einer kleinen Elite die Schuld geben. Laurent Louis wurde mit seiner Rede zum Helden der sogenannten „Trutherszene“. Die Argumente der Truther sind immer dieselben: Alles, was auf der (politischen) Welt passiert, ist im Voraus geplant, es gibt eine geheime Elite, die hinter diesen Plänen steckt, und wir werden natürlich systematisch belogen. Egal ob bei 9/11, Syrien oder Mali – hinter allem sehen die Truther die geheime Elite am Werk (die „Zionisten“), die ihren geheimen Plan umsetzen wollen (die Errichtung der NWO). Oft stützen sich die Truther auf tatsächliche Begebenheiten, ziehen jedoch falsche Schlussfolgerungen daraus. Hier ein paar Beispiele.

Gibt es eine geheime Elite?

Regierungen schließen Allianzen, wenn sie gemeinsame Interessen haben. Aber diese Allianzen sind nicht immer so eng, dass alle Mitglieder einer Allianz immer dieselbe Strategie/Plan/Verschwörung verfolgen oder dass jeder Schritt zwischen den beiden Seiten abgesprochen ist. Nur, weil die USA eine strategische Allianz mit Saudi-Arabien haben, heißt das nicht, dass die USA mit allem, was die Saudis tun, einverstanden ist. Dasselbe gilt mit anderen Allianzen wie Syrien und dem Iran. Während es sich bei diesen beiden Allianzen um Zweckehen handelt, gehen die Beziehungen zwischen den USA und Israel weit über gemeinsame strategische Interessen hinaus. Doch selbst hier gibt es manchmal große Differenzen. Die USA und Israel spionieren sich sogar gegenseitig aus, der israelische Spion Jonathan Pollard sitzt in den USA eine lebenslange Haftstrafe ab.

Aber von solchen Kleinigkeiten lässt man sich nicht von seinem Weltbild abbringen. Es gibt ja noch so viele andere Beweise für die jüdische Weltverschwörung zionistische NWO. Angeblich hat Ariel Sharon in der Sendung Radio Islam gesagt: „Wir, das jüdische Volk, kontrollieren Amerika – und die Amerikaner wissen es“ (hier hilft ein anderes Zitat weiter: „Glaube nicht jedes Zitat, dass du im Internet gelesen hast.“ – Abraham Lincoln). Und auch wenn die syrische Opposition antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet, der türkische Ministerpräsident Erdogan Israel zum „terroristischen Staat“ erklärt und der Emir von Katar das „besetzte“ Gaza besucht – das alles ändert für die Truther natürlich nichts daran, dass die Saudis, Katar, die Türkei, die syrischen Opposition, die USA und Israel alle Freunde sind und keinerlei Differenzen haben. (more…)

Hillel Neuer über den UN-Menschenrechtsrat

Februar 10, 2013

Hillel Neuer von UN Watch hielt im Jahr 2007 eine kurze, aber unglaubliche Rede beim UN-Menschenrechtsrat, die später als „unzulässig“ abgewiesen wurde.

Was hat sich seitdem geändert? So gut wie gar nichts: Die schlimmsten Entscheidungen der UNO im Jahr 2012 und Pakistan und Mauretanien sitzen zu Gericht über die Schweiz.

Skandal: FDP-Politiker gibt nordkoreanischem Botschafter High Five

Februar 9, 2013
kl

Sie entscheiden, welche Geschichte ganz oben landet

Die Medienlandschaft in Deutschland steht Kopf, und ein FDP-Politiker steht im Mittelpunkt. In einem Treffen von ostasiatischen und europäischen Staatschefs in Tokyo, in der es um Abrüstung und wirtschaftliche Zusammenarbeit ging, hat der FDP-Politiker Christoph Müller dem nordkoreanischen Botschafter Kim Yo-Suk, dem schlimmste Menschenrechtsverletzungen zur Last gelegt werden, ein High Five gegeben.

Kim Yo-Suk war in den letzten Jahrzehnten verantwortlich für die Niederschlagung von mehreren Rebellionen, ließ Hunderte Militärs hinrichten und gilt als ausgesprochener Sadist. Die nordkoreanischen Gulags, in denen grausame Menschenversuche alltäglich sind, sind ihm unterstellt. Außerdem wird er von Interpol gesucht, da er hinter Terroranschlägen in Südkorea und Burma stecken soll.

Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus sagte in einer Mitteilung, der High Five sei wie ein Schlag ins Gesicht für die Millionen erschossenen, gefolterten, vertriebenen und verhungerten Menschen, die der Stalinismus gefordert habe. Die nordkoreanische Exilgemeinde meinte, es sei ein Armutszeugnis, dass ein deutscher Politiker einem Mann ein High Five gebe, der mehr Liter Blut hat fließen lassen als alljährlich als Regen in Großbritannien vom Himmel fällt. (more…)

Das Ende der Piratenplage

Februar 4, 2013
Ungewisse Zukunft: Den Piraten stehen weder in Deutschland noch in Somalia gute Zeiten vorbei

Ungewisse Zukunft: Den Piraten stehen in Deutschland und in Somalia schwere Zeiten bevor

Nicht erst seit dem Film „Fluch der Karibik“ erlebten die Piraten im 21. Jahrhundert ein Revival der besonderen Art. Während aber im Hollywood-Blockbuster der Pirat Jack Sparrow ein sympathischer Charakter ist, lässt sich dasselbe bei den echten Piraten des 21. Jahrhunderts kaum sagen. Im Failed State Somalia machten Piraten mit Entführungen auf sich aufmerksam, bedrohten die internationalen See- und Handelsrouten und verstärkten überdies das Elend der ohnehin schon vom Schicksal arg gebeutelten Somalier.

Dieser Piratenplage folgte 2011 eine weitere in Deutschland: Die Piratenpartei konnte bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus in Berlin 9% der Stimmen für sich verbuchen. Später zog sie in Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen in den Landtag ein. Es schien bereits so, als müsste die Bundesregierung die Piratenbekämpfung vom Indischen Ozean ins deutsche Festland verlegen. Doch nun tauchen Meldungen auf, die das Ende der Piratenplage in beiden Regionen erahnen lassen. Anfang Januar meldete die „Blick“:

Die Piratenangriffe auf den wichtigen Seehandelsrouten am Horn von Afrika sind im vergangenen Jahr drastisch zurückgegangen. 2012 brachten Piraten nur noch fünf Schiffe in ihre Gewalt. Im Jahr davor waren es noch deren 25. Die Zahl der versuchten Angriffe sei auf 30 von zuvor 151 gesunken. Eine Trendwende scheine erreicht, erklärte das deutsche Verteidigungsministerium am Montag in Berlin. Eine Ursache für den Umschwung sei der multinationale Marine-Einsatz in der Region. Aber auch der bessere Schutz der Handelsschiffe zeige Wirkung …

(Quelle) (more…)