Die wahren Ursachen der Krise

Das spanische Institut Juan de Mariana, ein 2005 gegründetes Think-Thank, veröffentlichte im letzten Jahr die ausgezeichnete Dokumentation „Fraude“ (Betrug), die sich mit den Ursachen der großen Rezessionen auseinandersetzt. Nun liegt dank Philipp Bagus, Professor für Volkswirtschaft an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid, auch eine deutsche Übersetzung des Films vor:

Der Film wird momentan leider in vielen Truther-Seiten verbreitet, was seine Qualität aber nicht schmälert. Die Finanzkrise wird aus der Sicht der Österreichischen Schule der Nationalökonomie analysiert, der bekannte „Austrian“ Jesus Huerta de Soto kommt des Öfteren zu Wort, während am Keynesianismus kein gutes Haar gelassen wird (außer Hayeks Aussage gegen Ende des Films, dass Keynes heute kein Keynesianer wäre).

Ab 0:49:55 bringt Carlos Rodriguez Braun das ganze Rettungsdilemma auf den Punkt: „Was die Staaten hätten machen sollen, ist eine Reduzierung der Staatsausgaben, eine Reduzierung der Steuern und eine Reduzierung der Staatsschulden. Die Regierungen haben von den drei Dingen genau das Gegenteil gemacht. Sie erhöhten Steuern, Staatsausgaben und Staatsschulden.“

Im Film wird schon am Anfang etwas klargestellt, was auch Wolfram Weimer neulich im Handelsblatt angesprochen hat – dass es nicht der Kapitalismus ist, der diese Schuldenkrise zu verantworten hat, sondern der Staatsinterventionismus, oder, wie Weimer es ausdrückt, der „moderne Etatismus, der den Staat zur Supernanny aufbläht und nicht danach fragt, wie das zu bezahlen ist“:

So populär neo-marxistische Attacken im Gefolge der Schuldenkrise sind, so sehr zielen sie doch an der Ursache des Problems vorbei. Denn die Schuldenkrise Europas ist eine von Staaten gemachte, nicht von Banken, Internetkonzernen oder der Wirtschaft. Fast alle europäischen Staaten scheitern seit einer ganzen Generation an einem einfachen Prinzip: Mit dem Geld auszukommen, das man hat. Ausgeglichene Haushalte sind in Europa seit den sechziger Jahre nahezu unbekannt. Stattdessen leben die Staaten Jahr für Jahr – vor allem wegen ihrer ausufernden Sozialleistungen – weit über ihre Verhältnisse.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

6 Antworten to “Die wahren Ursachen der Krise”

  1. shaze86 Says:

    Ich bin auch für Steuersenkungen. Aber wiederspricht dies nicht dem Schuldenabbau? Sind nicht die wettbewerbsunfähigkeiten der Länder, also der Euro, die Hauptursache der Krise? Denn das was wir den Südeuropäern vorwerfen machen wir fast genauso – mit der Ausnahme das wir wettbewerbsfähig sind.

  2. bohu reri Says:

    Lieber Arprin,

    Ich danke vielmals für Artikel,

    alles hat bei Ronald Reagan angefangen, weil er hat Regurielurng kleinen Banken und Sparkassen abgebaut, Und dann B.Clinton hat nichts gegen dazu gemacht, gerade bei Clinton hat grosse Hypotekenblase angefangen. G.Bush hat auch nichts gegen gemacht. Es ist bekannte, dass Allan Greenspan hat dann nach 11.September 2001 viel Geld in Umlauf gelassen. Er hat gedacht, dass nach 11.September kommt in USA Chaos. Aber er ist nie gekommen, aber das Geld hat in Umlauf geblieben. Griechenland ist spezifischs Beispiel, dort hat viele Fehler einsam EU gemacht. Wer das Geld gibt, der muss auch kontrollieren. Irland, Spanien, Portugal usw. dort waren auch hauptsächliche Ursachen in Immobillienblasen. Und vorallem die grösste Fehler haben einzige Regierungen und grösste Parteien in Merheiten Ländern in Europa. Wir brauchen kein eureopäisches Sozialismus, aber echte Kapitalismus mit sozialen Rücksichten. Wir brauchen mehr direkte Demokratie, Dezentralisierung in einzigen Ländern in Europa aber auch in EU.

  3. genova68 Says:

    Interessanter als ich dachte, der Film, was die Analyse der Krise in Teilen angeht, gerade in Bezug auf die Kreditvergabe vor der Krise. Leider wird er ab Minute 50 rein ideologisch mit diesem verkappten Freiheitsbegriff. Und auch völlig undifferenziert. Beispielsweise wenn behauptet wird: „Die gesamte VWL hat versagt.“

    Aber man muss sich ja auch mal bei den anderen informieren 🙂

    • arprin Says:

      Und auch völlig undifferenziert. Beispielsweise wenn behauptet wird: “Die gesamte VWL hat versagt.”

      Nun, die vorherrschenden Lehrmeinungen und Erklärungsansätze in den Medien und Universitäten haben sicherlich versagt.

  4. genova68 Says:

    Die VORHERRSCHENDEN Lehrmeinungen haben versagt, das ist aber eine gänzlich andere Aussage.

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