Archive for Februar 2013

Die Leugnung von Christenverfolgungen

Februar 2, 2013

Christliche Gemeinschaften im Nahen Osten leiden unter zunehmender Verfolgung

Man stelle sich vor, jemand hätte 1936 über die Situation der Juden in Deutschland gesagt: „Nicht „Juden“ werden im Deutschen Reich verfolgt, sondern all jene, die nicht nach der in diesem Staat herrschenden ideologischen Doktrinen leben. Dazu gehören auch Juden, aber die Verfolgung trifft insbesondere jene, die für die Rechte von Kommunisten, Sozialdemokraten und Liberalen aufstehen.“ Etwas Ähnliches konnte man vor einem Monat im Magazin „Wissenrockt“ lesen, nur handelte es sich nicht um Juden im nationalsozialistischen Deutschland, sondern um Christen in der islamischen Welt:

Nicht „Christen“ werden in zahlreichen islamischen Ländern verfolgt, sondern all jene, die nicht nach den in diesen Staaten herrschenden religiösen Doktrinen leben. Dazu gehören auch Christen, aber die Verfolgung trifft insbesondere jene, die für die Rechte von Frauen, Schulmädchen, Homosexuellen, Anders- oder Nichtgläubigen aufstehen.

(„Mythos Christenverfolgung“)

Es stimmt, dass in der islamischen Welt nicht nur Christen, sondern auch Frauen, Homosexuelle und andere Minderheiten diskriminiert und verfolgt werden. Und es stimmt auch, dass, wie der Artikel bei Wissenrockt anspricht, die Zahlen von Open Doors (100 Millionen verfolgte Christen weltweit) nicht als sehr seriös zu betrachten sind. Außerdem stimme ich damit überein, dass es bei der Aufnahme von verfolgten Minderheiten keine Bevorzugung von Christen aus islamischen Ländern geben sollte. Aber: Zu behaupten, dass Christenverfolgungen ein „Mythos“ sind, ist ein Amoklauf gegen die Realität. (more…)

Roboter statt Einwanderer

Februar 1, 2013
Einwanderer in Ellis Island, 1902. Der enorme Zuzug von Migranten trug maßgeblich zur wachsenden Stärke der USA bei

Braucht Deutschland noch mehr Einwanderer?

Einer der größten Zukunftsängste in Deutschland neben der Globalen Erwärmung ist das Schrumpfen der Bevölkerung. Die sinkende Geburtenrate sowie die steigende Lebenserwartung werden dazu führen, dass es in Deutschland in einigen Jahrzehnten einen Mangel an Arbeitskräften und einen erhöhten Anteil an pflegebedürftiger Bevölkerung geben wird. Um diesem Trend entgegenzuwirken, empfehlen die einen (vorwiegend aus dem linken Lager) verstärkte Einwanderung, die anderen (vorwiegend aus dem konservativen Lager) fordern, dass der Staat die Geburtenrate regulieren soll. Beide Vorschläge werden Deutschland nicht retten können.

Zwar ist aus liberaler Sicht für freie Zuwanderung zu plädieren, doch die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass vor allem Geringqualifizierte kommen. Und die Regulierung der Geburtenrate wird, wie jede andere Regulierung auch, das Problem nur verschlimmern (man denke nur an Sarrazins verrücktem Vorschlag, den intelligenten Frauen unter 30 eine 50.000 Euro-Prämie für jedes Kind zu zahlen). Einen Alternativvorschlag hat Gérard Bökenkamp vor einiger Zeit formuliert: Die verstärkte Rationalisierung durch den Ersatz von Arbeitskraft durch Kapital und Technologie, wie es in Japan bereits üblich ist:

Alle Möglichkeiten, der so oft gegeißelten Rationalisierung können in den nächsten Jahrzehnten ausgeschöpft werden. Wo immer eine Arbeitskraft durch einen Computer; Automaten oder einen Roboterarm ersetzt werden kann, kann die Produktivität noch gesteigert werden, wenn die entsprechenden Arbeitskräfte aus demographischen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen. In absehbarer Zeit gibt es kaum eine körperlich fordernde Tätigkeit, die nicht effizienter von einer Maschine übernommen werden kann. (more…)