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Welche Wörter sollen gestrichen werden?

März 3, 2013

Der Erfinder des Neusprechs: George Orwell

Die Nationale Armutskonferenz hat vor ein paar Tagen angekündigt, eine Liste von insgesamt 23 „sozialen Unwörtern“ aus dem Sprachgebrauch verbannen zu wollen. Zu diesen Wörtern zählen u.a. die Wörter „arbeitslos“ (das neue Wort soll „erwerbslos“ heißen), „bildungsferne Schichten“ (besser sei „fern vom Bildungswesen“ oder „vom Bildungswesen nicht erreichte“), „Illegale“ (kein Mensch ist illegal), „Person mit Migrationshintergrund“ (kein Ersatz vorgeschlagen) oder „sozial Schwache“ (lieber „ökonomisch schwach“).

Christoph Schäfer merkte in einem Kommentar in der FAZ zynisch an: „Korrekterweise sei darauf hingewiesen, dass auch vom Bildungswesen Erreichte bisweilen an geistiger Armut leiden.“ Angeblich diskriminierende Wörter zu verbannen zu wollen ist natürlich nichts Neues für linke Organisationen. Aber wie wäre es mal andersrum? Wie wäre es, wenn man ein paar linke Schlagwörter aus dem Sprachgebrauch verbannen würde? An dieser Stelle mache ich mal ein paar Vorschläge: Wörter, die ich nicht vermissen würde.

Menschenwürde

Da sich niemand auf eine genaue Definition von Menschenwürde einigen kann, lässt sich mit diesem Begriff alles ächten, was einem gefällt. So musste der Hartz IV-Regelsatz aufgestockt werden, weil er „menschenunwürdig“ war. Steven Pinker brachte es auf den Punkt: „Würde ist ein schwammiger, subjektiver Begriff, der seinem schwerwiegenden moralischen Anspruch nicht gerecht wird.“ Der Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ gehört aus dem Grundgesetz gestrichen. Jede Verletzung der Menschenwürde, die nicht auch eine Verletzung der Menschenrechte darstellt, ist sowieso nicht von Bedeutung. Also weg mit diesem Wort! (more…)