Akif Pirincci und die Deutschenfeindlichkeit

„Tötet die Deutschen“ – Mordaufruf in Bochum, Juli 2011:

(Quelle: Bild.de, Foto von Stefano Laura)

Die Achse des Guten hat in den letzten Monaten einen neuen Autor gewonnen: Akif Pirincci, ein deutsch-türkischer Schriftsteller, der durch seinen Roman “Felidae” bekannt geworden ist. In der Achse wurde sein im letzten Jahr erschienener Roman “Slam” beworben. Seine ersten Texte waren noch recht harmlos – u.a. ging es um die “Typologie deutscher Schriftsteller”. Dann begann er aber, über den idealen Staat, das Bildungssystem, die “Mittelschichtillusion” oder über die Gewalt von muslimischen Migranten zu schreiben. Pirincci gewann mit diesen Texten viele neue Anhänger, aber auch viele Gegner.

Besonders sein Text “Das Schlachten hat begonnen” hat im Netz viele kritische Reaktionen ausgelöst. Radio Bremen warf ihm “gefährlichen Rassismus” vor. Pirincci hat sich davon nicht beeindrucken lassen und verfasste eine Replik auf den Radio Bremen-Kommentar. Heute erschien im Focus ein “Meinungsbeitrag” von ihm, indem er sich mit dem “gebieterischen Auftreten von Erdogans Regierung in Deutschland” beschäftigte. Obwohl Pirincci angekündigt hatte, dass dieser Beitrag “eine mittelschwere Explosion in der Medienwelt” auslösen könnte, war der Text dann eher harmlos, die Empörung ist bisher ausgeblieben.

Der Text über die Gewalt von muslimischen Migranten ist sicher sehr provokant und übertrieben, wie auch Henryk M. Broder einräumte. Allerdings spricht Pirincci ein Thema an, dass in den Medien oft ignoriert oder nicht angemessen behandelt wird. Es handelt sich um den Rassismus von Migranten gegen Deutsche. Als Kristina Schröder einmal das Wort „Deutschenfeindlichkeit“ in den Mund nahm, weigerten sich viele, anzuerkennen, dass es so ein Phänomen überhaupt gibt. Allein das Wort “Deutschenfeindlichkeit” klang schon irgendwie ausländerfeindlich. Rassismus kann es doch nur gegen Minderheiten geben, „Deutschenfeindlichkeit“ sei ein „rechter Kampfbegriff„.

Da es keine Deutschenfeindlichkeit gab, konnte es auch keine deutschenfeindlichen Vorfälle geben. Ich erinnere mich an das Fußballspiel zwischen Deutschland und der Türkei in Berlin, vor türkischem Publikum. In dem Stadion waren eine Menge Rassisten dabei, aber sie waren keine Deutsche. Es waren die türkischen Fans, die Mesut Özil bei jedem Ballkontakt auspfiffen. Die Botschaft war klar: Wer türkisches Blut hat, kann kein Deutscher sein. Und nach dem Spiel hat keiner was zu diesem Vorfall gesagt. Man stelle sich mal vor, es wäre andersrum gelaufen: Wenn Özil bei jedem Ballkontakt von den deutschen Fans ausgepfiffen worden wäre. Was hätte es da für Reaktionen in den Medien gegeben.

Unvergesslich für mich auch, als der unerträglich unlustige Hagen Rether im GEZ-Fernsehen seinen Zuhörern zu versuchen erklärte, warum das Wort „Schweinefleischesser“ nicht rassistisch ist: Deutsche essen doch Schweinefleisch. Ob Rether auch weiß, dass Italiener Spaghetti und Vietnamesen Reis essen? Und dass die Worte “Scheiss-Deutscher”, “Scheiss-Christ” oder “Deutsche Schlampen” auch zum Repertoire deutschfeindlicher Migranten gehören? Der Höhepunkt der Relativierungs- und Leugnungsmaschinerie war erreicht, als er sagte, dass sich türkische Kinder nur für das Leid ihrer Eltern rächen wollen.

Immerhin gab es in den Mainstreammedien durchaus Artikel, die sich diesem Thema angenommen haben. Der Spiegel berichtete z.B. 1997: „Im Mai 1996 überfielen 20 junge Türken und Bosnier mit dem Ruf „Wir hassen Deutsche“ Besucher einer Techno-Party in München-Riem und raubten die Gäste, 15- und l6jährige Jugendliche, aus.“ Der Focus berichtete im März 2007, wie 50 Türken zwei Deutsche bis in einen Supermarkt hetzten und die Parole ausriefen: “Ihr lebt nicht mehr lange, wir schlitzen euch deutsche Schweine auf!“. Auch in der FAZ, der ZEIT und der BILD gab es Berichte zum Thema Deutschenfeindlichkeit.

Die „Berliner Zeitung“ veröffentlichte im Januar 2008 eine Chronologie deutschenfeindlicher Vorfälle in den vorangegangenen Wochen:

– 21. Dezember 2007, München. Rentner Bruno N. (76) bittet Serkan A. (20) und Spiridon (17), nicht in der U-Bahn zu rauchen. Draußen fallen Sie ihn mit dem Ruf “Deutsches Arschloch, Sau, Schwein!” an, treten ihn fast zu Tode.
– 28. Dezember, Gelsenkirchen. Ein Zuwanderer (18) nennt einen 38jährigen “Scheiß-Deutscher“, sticht ihn in die Hand. Seine Kumpane treten ihn gegen den Kopf: Der Mann habe die Begleiterin des Anführers zu lang angeschaut.
– 10. Januar 2008, Kreuzberg. Drei 16- und ein 15jähriger springen mit dem Ruf “Alles nur Scheiß-Deutsche überall!” in den Bus, schlagen den Fahrer ins Gesicht, flüchten.
– Als ein türkischstämmiger Polizist sie stellt, pöbeln sie: “Scheiß-Deutscher“. Anführer: Intensivtäter Mohammed H. (15), die anderen Sedat B., Burhan S., Ancelko M.

Wie kann man angesichts solcher Vorfälle leugnen, dass es Deutschenfeindlichkeit gibt? Pirincci hat zwar sicher Unrecht, wenn er von einem “Genozid” von muslimischen Jugendlichen an deutschen spricht. Der Begriff “Genozid” wird nicht nur von ihm inflationär gebraucht. Auch stimme ich nicht mit seiner These von der bewussten Geheimhaltung solcher Verbrechen durch offizielle Stellen oder mit der von den “selbsthassenden Deutschen, die alle Migranten vergöttern” überein. Es sind schon viele Statistiken bekannt, die belegen, dass Migranten überdurchschnittlich häufig Gewaltstraftaten begehen.

Aber es stimmt, dass sich weder die Politik noch die “Zivilgesellschaft” angemessen mit dem Thema Deutschenfeindlichkeit auseinandergesetzt haben. Es gab keine Kampagnen mit Sätzen wie “Ich bin Deutscher, falls du ein Problem damit hast” und Deutschen-Hass erfüllt nicht einmal den Tatbestand der Volksverhetzung (wobei man sich auch fragen kann, ob dieser Tatbestand überhaupt eine Existenzberechtigung hat). Das führt dazu, dass diese Probleme schließlich von Gruppen wie den “Identitären” oder den “Defense Leagues” angenommen werden, die nicht die Freiheit im Sinn haben, sondern nur Vorrechte für ihren Stamm.

18 Antworten to “Akif Pirincci und die Deutschenfeindlichkeit”

  1. urpils666 Says:

    Reblogged this on The whole Truth – Die ganze Wahrheit.

  2. bobermann Says:

    Was Hagen Rether betrifft stimme ich Dir 100% zu. Ein tendenzöser Langweiler ersten Grades !
    Auch da wo ich wohne gibt es Texte an der Wand wie: Fuck German. Es lebe Kurdistan und Ähnliches. Ich denke das es sich da um pubertäre Eseln handelt.
    Ich habe arabische Freunde (Jordanien, Palästina) die es durchaus schätzen hier in Deutschland zu leben und einen deutschen Freundeskreis haben. Dabei handelt es sich aber um Leute aus der intelligenteren Schicht (Studium).
    Mein Ziehsohn ist halber Inder. Er hat gerade sein Studium beendet. Sein Freundeskreis besteht aus Türken, Iraner/innen, Chinesen, Vietnamesen u.A. Ich habe da noch nicht das Geringste von Deutsch-Feindlichkeit bemerkt. Eher das Gegenteil. Sie wertschätzen alle die Lebensqualität die sie hier haben. Vielleich muss ich noch bemerken, das keine allzu reigiös geprägte Leute darunter sind.

  3. aron2201sperber Says:

    wäre es besser, solche Themen den Rechtsradikalen zu überlassen?

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2010/10/13/rechtsextremismus-der-mitte/

    ich bin der Ansicht, dass sie bei der Mitte der Gesellschaft (zu der auch Akif Princci gehört) wesentlich besser aufgehoben sind.

  4. Arpad_O Says:

    Also Respekt, jetzt noch ein bisschen Holocaustleugnung und Sie könnten eine guten Job bei den Nationaldemokraten erhalten. Die Wissen schon seit Jahren von den bösen Migranten und deren Deutschenfeindlichkeit.

    • arprin Says:

      Auch Sie werden wohl kaum schon das bloße Ansprechen von Deutschenfeindlichkeit als rassistisch ansehen (es sei denn, Sie glauben, dass der Satz „Tötet die Deutschen“ nicht rassistisch gemeint ist). Ihr Kommentar muss sich auf was anderes beziehen. Allerdings weiß ich nicht, was. Ich pauschalisiere nicht und ich übertreibe auch nicht (so wie Pirincci es tat). Und hätten Sie den letzten Satz gelesen, wüssten Sie auch, dass ich mich von jeglichen populistischen oder rechtsextremen Gruppierungen distanziere.

    • Olaf Says:

      Die Antifa liebt den Holocaust, den kann man immer benutzen, um von der Realität abzulenken, eine rot-grüne Allzweckwaffe sozuagen;)

      • arprin Says:

        Du weißt doch gar nicht, ob Arpad O. ein Antifa ist.

      • Olaf Says:

        Wer Deutschenfeindlichkeit leugnet, ist ein linksradikaler Lügner, und dann noch mit dem Holocaust kommen, typisch für Antifa-SA Sturmführer, Abteilung Agitation und Propaganda..

    • besucher Says:

      Welch ein dämlicher, platter Kommentar

  5. Gutartiges Geschwulst Says:

    „Allein das Wort “Deutschenfeindlichkeit” klang schon irgendwie ausländerfeindlich. Rassismus kann es doch nur gegen Minderheiten geben, …“

    Womit eigentlich bewiesen wäre, dass die Apartheidregimes in Südafrika und Rhodesien nicht rassistisch waren, da sich ihre Unterdrückungsmechanismen jeweils gegen eine schwarze Mehrheit richteten.

  6. Arent Says:

    Ich sehe dass die Menschen immer wieder in dieselbe Falle tapsen. Man schlage ein beliebiges Geschichtsbuch auf & wird feststellen dass die drei großen Sozialismen die schlimmsten Rassismen der Menschheitsgeschichte waren. Es ist völlig absurd sich ausgerechnet von Islamisten oder Sozialisten Vorträge über Toleranz & Frieden halten zu lassen. Die Sozialisten können die Geschichte nicht umschreiben – aber sie können potentiellen Kritikern lautstark Diskriminierung am Arbeitsplatz oder Intoleranz bei Einwanderung vorwerfen damit sie sich nicht mehr trauen den historischen R. der Sozialisten bzw. den heutigen Rassismus der Islamisten zu kritisieren.

  7. W. Caldonazzi Says:

    @arprin:
    „Das führt dazu, dass diese Probleme schließlich von Gruppen wie den “Identitären” oder den “Defense Leagues” angenommen werden, die nicht die Freiheit im Sinn haben, sondern nur Vorrechte für ihren Stamm.“

    Du operierst da mit dem Begriff „Stamm“. Welcher Stamm soll das sein? Seit wann sind Deutsche ein Stamm?

    Gerade die heutigen Deutschen sind historisch, sprachlich, sozial und kulturell die Folge ganz unterschiedlicher Entwicklungsgeschichten von vielen verschiedenen Gruppen. Außerdem ist dieser Begriff, da es kein Stammesbewusstsein mehr gibt, schon seit dem 19. Jhdt. obsolet. Kurz und bündig: Es gibt keinen deutschen Stamm und hat ihn nie gegeben.

    Und dann sprichst du auch noch von Vorrechten, die politische Gruppierungen wie Identitäre und Defence Leagues im Sinn haben sollen. Welche Vorrechte fordern sie denn? Sie wollen gerade keine Vorrechte gegenüber zugezogenen Kulturfremden, sondern sie wollen gleiche Rechte. Sie verwahren sich gegen eine soziale, mediale, judikative und andere Bevorzugung zugezogener Kulturfremder. Und diese Bevorzugung ist wohl offenkundig.

    Pirincci ist Schrifsteller. Und seine Texte sind als Literatur zu lesen. Das unterscheidet ihn von Journalisten, die objektiv und sachkundig informieren sollen, was sie aber in vielen Fällen nicht tun, weil sie sich einer ideologischen und daraus resultierenden Selbstbeschränkung unterwerfen. Der Presserat in Österreich ist das beste Beispiel. http://www.presserat.at/.

    Gruß

    • arprin Says:

      Du operierst da mit dem Begriff „Stamm“. Welcher Stamm soll das sein?

      Der Begriff Stamm ist nur ironisch gemeint. Ich meine damit die, die sich dem „jüdisch-christlichen“ Kulturkreis angehörig fühlen.

      Und dann sprichst du auch noch von Vorrechten, die politische Gruppierungen wie Identitäre und Defence Leagues im Sinn haben sollen. Welche Vorrechte fordern sie denn? Sie wollen gerade keine Vorrechte gegenüber zugezogenen Kulturfremden, sondern sie wollen gleiche Rechte. Sie verwahren sich gegen eine soziale, mediale, judikative und andere Bevorzugung zugezogener Kulturfremder. Und diese Bevorzugung ist wohl offenkundig.

      Die Identitären und die Defence Leagues wollen die Religionsfreiheit von Muslimen einschränken, z.B. mit einem Koranverbot oder Moscheeverbot. Sie sind Kulturalisten, ihnen geht es nicht um Freiheit, sondern um den „Schutz“ ihrer Kultur. Dabei sollte keine Kultur vom Staat bevorzugt werden, jeder sollte nach seiner Façon leben ohne die Freiheit von Anderen einzuschränken.

      • areopagitos Says:

        jüdisch-christlicher Kulturkreis? Ist das nicht Huntigton? Beziehungsweise ist so eine Vokabel eher den liberalen Islamkritikern zu zuordnen? Das hat was mit der Leage zu tun, aber doch nicht den Identitären Bewegung!

        „…wollen die Religionsfreiheit von Muslimen einschränken.“ Vielleicht will das die Leage, aber der Islam ist identitär.
        Die Positionierung der Bewegung dazu:
        „Was sind die Ursachen der deutschen und europäischen ‚Selbstabschaffung‘? Klarerweise sind das nicht die islamischen Zuwanderer, die in das demographische Vakuum dringen.“

  8. Martin Says:

    Bei dem Thema Deutschenfeindlichkeit über den Islam zu dikskutieren halte ich für vollkommen off-topic.
    Wenn überhaupt muss man da über Rassenprobleme reden und nicht über Reigionen.
    Aber auch über Türken/Araber zu reden ist relativ uninteressant da auch wenn es bei Türken/Arabern üerproportional viele Gewwalttäter gibt im vergleich zu Deutschen, es eben doch eine Minderheit ist.

    Das bemerkenswerte sind für mich die Medien, die Politiker und die Justiz, also das gesamte „System“ in Deutschland, welches Gewalt an Deutschen verschweigt, verharmlost und nicht bestraft.
    Durch den „Kampf gegen Rechts“ und „Anti-rassismus“ welche sich beide ausschliesslich gegen Deutsche richten wird ja sogar noch gegen Deutsche gehetzt.
    Hier liegt das Problem. Wenn ich Gewalt an Ausländern verschweigen und verharmlosen würde, nicht angemessen bestrafen würde und ewige Vorträge über die bösen Ausländer halten würde, dann müsste ich mich auch nicht über Gewalt an Ausländern beschweren.

    Politiker, Medien und Justiz sind Antideutsch. Deutsche müssen alle Zeitschriftenabos von Antideutschen Zeitungen kündigen. Antideutsche Politiker nicht mehr wählen und aufhören solche einen Antideutschen Staat als ihren zu sehen.

    • Olaf Says:

      „Politiker, Medien und Justiz sind Antideutsch.“

      So ist es, aber das ist eine ganz schön mächtigeTerror- Front, die Befreiung wird von außen kommen müssen.

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