Pro-Life gegen das Leben

"Rettet die ungeborenen Kinder"

„Rettet die ungeborenen Kinder“

Die 31-jährige Savita Halappanavar, eine Irin indischer Abstammung, starb im November letzten Jahres in einer Klinik in Dublin, weil ihr eine Abtreibung verweigert wurde. Sie war in der 17. Woche schwanger. Die Ärzte, die sich seit dieser Woche vor Gericht verantworten müssen, lehnten es ab, einen Abbruch vorzunehmen, weil Irland ein „katholisches Land“ sei. Der Fall, der zu einer hitzigen Debatte führte, zeigt, wie absurd die Behauptung ist, dass Abtreibungsgegner „für das Leben“ („Pro-Life“) sind: Ein 17 Wochen alter Fötus muss gerettet werden, aber eine vor 31 Jahren geborene Frau nicht.

Die einzig wichtige Frage, die sich bei diesem Thema stellt, ist: Hat ein Fötus das Recht, auch gegen den Willen der Frau in ihrem Bauch zu sein? Nein, denn niemand hat das Recht, im oder vom Körper einer anderen Person zu leben, sie benötigen dafür die Zustimmung der Person (das gilt auch für Erwachsene, die z.B. auf Blut- oder Organspenden angewiesen sind: Sie dürfen niemanden dazu zwingen). Frauen haben das Recht, bis vor der Geburt jederzeit und aus jedem Grund eine Abtreibung vorzunehmen. Bei einem Abtreibungsverbot, dass selbst dann gilt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, gilt: Abtreibungsverbot ist Mord.

In einer Diskussion zum Thema wurde ich auf etwas hingewiesen, dem ich komplett zustimme: Würden Männer Kinder bekommen können, wäre Abtreibung längst ein weltweit gültiges Recht. Es würden sich kaum einige finden, vor allem nicht religiöse Eiferer, die den Männern ernsthaft erklären würden, dass ihr Körper nicht ihnen gehört, Abtreibungsverbote sind schlichtweg patriarchalische Unterdrückung. In traditionell katholischen Ländern wie Irland oder in Lateinamerika ist der Widerstand gegen das Recht auf Abtreibung noch immer sehr groß, oft mit verheerenden Folgen.

In Kolumbien exkommunizierte die katholische Kirche alle Beteiligten an einer Abtreibung, die an einer 11-jährigen vorgenommen worden war, die von ihrem Stiefvater vergewaltigt wurde. In Irland galt bis zum letzten Jahr ein im Jahr 1861 beschlossenes, absolutes Abtreibungsverbot. Tausende Frauen reisen jedes Jahr ins Ausland, um dort Abtreibungen vorzunehmen. Kurz nach dem Tod der indischstämmigen Inderin, der große Demonstrationen auslöste, wurden Abtreibungen straffrei gestellt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, doch die katholische Kirche lehnt diese Neuregelung strikt ab.

Abtreibungsgegner sind nicht selten auch Gegner von Geburtenkontrolle und Sexualkundeunterricht in der Schule. Beim Thema Sexualkundeunterricht kann man sicher diskutieren, aber mit ihrer Kampagne gegen Geburtenkotrolle dienen sie ihrer Sache kein bisschen. Die Abtreibungsrate nimmt meistens stark ab, wenn Verhütungsmittel frei erhältlich sind. Die Abtreibungsrate ist in den letzten Jahrzehnten weltweit gesunken, in den Ländern, in denen Abtreibung legal und sicher war, nahm die Rate deutlich stärker ab. In den Ostblockländern wurden Verhütungsmittel von einem zentralen Kommissar vergeben und waren deshalb immer knapp, deswegen war die Abtreibungsrate dort besonders hoch.

Beim „Skeptical Libertarian“ konnte man lesen: „Wer Sexualkunde, Kondome, Geburtenkontrolle oder die Pille danach ablehnt ist nicht „Pro-Life“. Es ist „Pro-Abtreibung“. Nichts führt garantiert zu mehr Abtreibungen als ungeplante Schwangerschaften.“ Da Frauen und nicht der Staat, die Kirche oder die Gesellschaft Eigentümer ihres Körpers sind, haben auch nur sie das Recht zu entscheiden, ob in ihrem Körper neues Leben entsteht oder nicht. Die „Pro-Life“-Aktivisten sind nicht für, sondern gegen das Leben, da sie gegen die Rechte von wirklich lebenden Menschen sind.

23 Antworten to “Pro-Life gegen das Leben”

  1. Paul Says:

    „Bei einem Abtreibungsverbot, dass selbst dann gilt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, gilt: Abtreibungsverbot ist Mord.“

    Ich gebe Dir recht:
    Wenn Gefahr für das Leben der Mutter besteht, dann ist eine Abtreibung zulässig.

    Das sieht die Kirche genau so:
    „Eine „indirekte Abtreibung“ wird von der Kirche geduldet. Das „Lexikon für christliche Moraltheologie“ schreibt dazu: „Von der direkten ist die indirekte A. zu unterscheiden: eine Maßnahme, durch die der Abgang der Leibesfrucht hervorgerufen wird, ohne daß man ihn beabsichtigt, und anderseits sich eine sonstige Wirkung einstellt, die man erreichen will. Ein solches Tun kann, wenn es auf eine entsprechend wichtige gute Wirkung ausgerichtet ist, sittl. erlaubt sein (Handlung mit zweierlei Wirkung), nämlich dann, wenn eine schwere Gefahr für die Mutter anders nicht behoben werden und man nicht bis nach der Geburt zuwarten kann (vgl. Pius XII., UG 1111).“
    http://www.kathpedia.com/index.php?title=Abtreibung

    Ein Abtreibungsverbot der Kirche, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, gibt es nicht. Die Ärzte haben sich bei dem von Dir geschildertem Fall fälschlich darauf berufen. Deine Entrüstung darüber kann ich teilen.

    Lese bitte hier die sehr übersichtlich dargestellte Auffassung der Katholischen Kirche zur Abtreibung und die Begründung.

    http://www.cdl-rlp.de/Unsere_Arbeit/Abtreibung/Abtreibungszahlen.html

    Gegen Deine plakativen Beurteilung setze ich meine:

    Abtreibung ist in fast allen Fällen Mord!

    Das passiert mehr als 100 000 mal in jedem Jahr in Deutschland.
    http://www.cdl-rlp.de/Unsere_Arbeit/Abtreibung/Abtreibungszahlen.html

    Du regst Dich über einen Fall in Irland auf??

    • Alfons Says:

      Das sieht die Kirche genau so:

      Nö.

      “Eine “indirekte Abtreibung” wird von der Kirche geduldet. Das “Lexikon für christliche Moraltheologie” schreibt dazu: “Von der direkten ist die indirekte A. zu unterscheiden: eine Maßnahme, durch die der Abgang der Leibesfrucht hervorgerufen wird, ohne daß man ihn beabsichtigt, und anderseits sich eine sonstige Wirkung einstellt, die man erreichen will. Ein solches Tun kann, wenn es auf eine entsprechend wichtige gute Wirkung ausgerichtet ist, sittl. erlaubt sein (Handlung mit zweierlei Wirkung), nämlich dann, wenn eine schwere Gefahr für die Mutter anders nicht behoben werden und man nicht bis nach der Geburt zuwarten kann (vgl. Pius XII., UG 1111).”
      http://www.kathpedia.com/index.php?title=Abtreibung

      Ein Abtreibungsverbot der Kirche, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, gibt es nicht.

      Doch. In dem geschilderten Fall wohl schon. hier wird meines Wissens über Eingriffe geredet, die als Nebeneffekt das Sterben des Fötus zur Folge haben.
      In dem geschilderten irischen Fall bestand der Eingriff meines Wissens nach einzig und allein aus der Abtreibung des Fötus.
      Das ist nach katholischer Vorstellung eine direkte Abtreibung – egal was mit der Mutter passiert.

      • Areopagitos Says:

        Also eine Abtreibung ist moraltheologisch allein dann erlaubt, wenn mit Sicherheit entweder Mutter oder Kind sterben wird.
        In diesem Falle sterben mit Sicherheit a) entweder Kind und Mutter (ohne Eingriff) oder b) nur das Kind (bei einer – und das ist es – Abtreibung). (Bloße gefährdung reicht nicht aus)

        Interessant auch dieser Zusatz im Gesetzestext:
        [can. 1398] “ … Wenn die Mutter z.B. aus schwerer seelischer Not oder drohendem Nachteil gehandelt hat, ist sie nicht exkommuniziert. Die Exkommunikation als Tatstrafe tritt nicht ein. Sollte sie im nachhinein auferlegt werden (sog. Spruchstafe bzw. poena ferendae sententiae ), dann muß der Richter oder die entsprechende kirchliche Verwaltungsinstanz nachprüfen, ob die Frau unter starkem psychischen Druck gestanden hat. In den meisten Fälle dürfte das der Fall sein. Jeder Fall muß aber einzeln geprüft werden. Wenn feststeht, daß die Frau oder der/die Mittäter unter Furcht gehandelt hat bzw. haben, dann kann keine Exkommunikation ausgesprochen werden….“

        Du hast also in der Einschätzung der Strenge der kirchlichen Lehre Unrecht, Alfons. „Furcht“ steht als Rechtfertigungsgrund im Raum.

        Eine Abtreibung ist in keinem Falle „moralisch gut“! Sie kann jedoch ein „erlaubter Akt“ sein, denn nicht jedem Menschen ist ein „heroischer Akt“ abzuverlangen, der es wäre, wenn sich die Mutter trotz ihrer schweren und lebensbedrohlichen Erkrankung dazu entschließt, das Kind auszutragen! Ich glaube, Johannes Paul II. hatte in den letzten Jahren seines Pontifikats eine Ehefrau und Mutter selig/heiliggesprochen, die sich in ähnlich Lebensbedrohlicher Situation für ihr Kind im Mutterleib entschied und durch die Geburt zu Tode kam.

  2. Asdren02 Says:

    Arprin irgendwie ist mir das ziemlich kalt und naja ungewohnt für mich das du dich überhaupt nicht erkundigt hast. Den ich halte sehr viel von dein Blog. Aber hier sehe ich sogar ein Religöse Verteidigung von deiner Seite (Liberale Glaubensdogmen).

    Dabei ist das Thema nicht neu sogar die Griechen setzten ihre Kinder ab und brachten sie um. Nur versuchten sie das nicht mit den FREIHEITEN zu erklären. Sie wollten einfach keine Kinder.

    Aber bei 107.000 Abtreibungen in Deutschland wie viele solche Fälle wie Savita Halappanavar gibts eigentlich? Ich würde sagen ein geringer prozentsatz . Natürlich ist jeder Fall einer zu viel aber du VERSUCHST nicht einmal etwas neutraler zu sein sprich die Gegenseite zu hören. 50 % der Frauen haben nacher Schuldgefühle bis manche sogar Depressionen
    Zu dein Argument mit der Freiheit . Du umschiffst das Thema sehr gut aber nur umschiffen. Die Freiheit des menschen hört dort auf wo man das Leben eines anderen bedroht wird oder endet. Die Frage ist nicht deine (sorry für das) SAUBLÖDE RECHTFERTIGUNG sondern ob es „LEBEN“ ist.Aber vor der Geburt also das ist ein Thema wo du dich NÜSSE informiert hast ein Kind ist heute mit 6 monaten schon „überlebensfähig“. ,,Ach ich kriege morgen die wehnen na egal ich treibe heute ab.“ Wirklcih Arprin ? Von dir hätte ich mehr erwartet. bis vor der Geburt ist nur noch wiederlich was du schreibst sorry. Ab 3 Monaten finde ich sollte man ruhig diskutieren.

    Achja zu dein Thema mit den Organen ihn Österreich werden deine Organe eigentlich genommen ohne zu fragen WEIL DU TOT BIST . Da muss man nicht ein Spendenpass haben soviel ich weiß.Finde ich richtig weil dein Freiheit wird zum Gunsten eines Überlebenden ignoriert. Obwohl wenn du nicht willst glaub ich kannst du das im Testament schreiben. Tut aber keiner weil es fast allen Menschen egal ist was später passiert mit ihnen. Achja ich hatte ein Schulkollege den haben die Ärzte auch gesagt man sollte ihn sterben lassen weil er ein Herzfehler und er würde es nicht lange machen. Aber er hat es 17 für ihn WUNDERVOLLE Jahre „gemacht“. Wegen leute die starben und ihre organe entnommen wurden, vor allem von Motorradfahrer.

    Zu Thema Frauenrecht. Komm schon Arprin ist das dein ernst? Sei mir nicht böse wenn ich sage dass das weil Männer das so nicht können sind sie dagegen und…… Dazu sage ich wenn das Wort wenn nicht wäre wäre der Bettelman Kaiser. Null Substanz und einfach nur dein GLAUBE.

    Zum Thema Geburtenkontrolle stimme ich dir aber zu, jeder sollte die Möglichkeiten haben NICHT SCHWANGER zu werden. Das Ostblock bsp ist sehr gut (normal ein „typisches“ gute Argument von dir) aber beim Westen kann ichs die erklären wieso sie abnehmen. Weil immer weniger Leute im gebährfähigen alter sind Arprin nicht wegen der Verhütungsmitteln.

    • arprin Says:

      Abtreibungen werden in den allermeisten Fällen während der ersten drei Monate vorgenommen. Schauen Sie in dieser „Pro-Leben“-Seite in der neunten Grafik nach:
      http://www.pro-leben.de/abtr/abtreibung_daten.php
      Nur 1,5% der Abtreibungen werden nach der 15. Woche vorgenommen.

      Oder hier:
      http://www.eltern.de/schwangerschaft/praenataldiagnostik/spaetabtreibung.html
      „Von insgesamt rund 115.000 gemeldeten Schwangerschaftsabbrüchen im Jahr 2008 erfolgten laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden knapp 3.000 aufgrund einer medizinischen Indikation. Rund 230 Abtreibungen gab es im vergangenen Jahr nach der 22. Woche.“

      Wenn Abtreibungen nach dem dritten oder vierten Monat aus nicht-medizinischen Gründen vorgenommen werden, finde ich das moralisch verurteilenswert und man könnte in diesen Fällen auch über Hürden nachdenken. Es ist aber dennoch ihr Körper und letztlich ihre Entscheidung, aus die sich der Staat herauszuhalten hat.

      Natürlich ist jeder Fall einer zu viel aber du VERSUCHST nicht einmal etwas neutraler zu sein sprich die Gegenseite zu hören. 50 % der Frauen haben nacher Schuldgefühle bis manche sogar Depressionen

      Das weiß ich, ich sagte doch nirgends, dass ein Schwangerschaftsabbruch eine leichte Entscheidung ist.

      Achja zu dein Thema mit den Organen ihn Österreich werden deine Organe eigentlich genommen ohne zu fragen WEIL DU TOT BIST .

      Ich meinte, dass man lebende Menschen nicht zwingen kann, ihre Organe zu spenden.

  3. areopagitos Says:

    Mehr Kinder. Weniger Maschinen.

  4. areopagitos Says:

    Wirklich leben?
    Jeden Tag treffe ich in den Straßen so viele Menschen, die von sich behaupten sie würden wirklich leben. Menschen, die alles tun außer das. Es gibt Menschen, die sterben irgendwann und haben nie wirklich gelebt.

    • Asdren02 Says:

      Das ist extrem blöd. Was meinst du mit manche leben nicht??????

      Schwachsinn natürlich. Manche Menschen sind Fußballfans andere lesen gerne wiederum andere Reisen gerne. jeder hat ein anderes Lebens bedürfnis. Mein Chef behauptet bspw. felsenfest er hat gelebt hat dort und da gearbeitet da die Frau gefickt die gevögelt. Alles Super aber er ist heute 39 wohnt jetzt weil es mit seiner Freundin nicht klappt wieder bei seiner Mama . Ist Kinderlos ihn fehlt eine Perspektive die er nicht kennt und nie kennen wird. Aber er will mir weiß machen das ich nicht gelebt habe obwohl ich gerne Lese und gerne zu hause bin und Computerspiele spiele . Mich interessiert es nicht fort zu gehen und mich anzusaufen.

      Das „LEBEN“ gibt es nicht . Wenn du jung bist willst du vögeln und Wohlstand haben was auch gut ist. Wenn du alt bist willst du nur noch dich ausruhen.

  5. Bohumil Řeřicha Says:

    Lieber „arprin“ Du hast meine Zustimmung. Niemals nur selbst Frau frieheitlich sich entscheiden kann über Abtreibung. Und ich glaube dass vernichtende Mehrheit von Frauen das Kind wollen. Die Katholische Kirche hat kein Recht. Sie ist Pharisier.

    • Alfons Says:

      Warum soll die katholische Kirche sich heuchlerisch verhalten. Sie haben ihre Glaubensgrundsätze (die ich persönlich nicht teile, aber von denen sie überzeugt sind).
      Wenn jemand glaubt im Moment der Empfängnis entsteht ein vollwertiger Mensch, so kann er das gerne tun und der katholische Club muss auch keine Mitglieder behalten, die seine Grundsätze nicht teilen – und darf sie auch zu Mitgliedern zweiter Klasse machen, wie das in Kolumbien geschehen ist.
      Das einzige was er nicht tun darf ist es, dritte menschen zu etwas zu zwingen.
      Wenn ich mich allerdings nicht katholisch verhalte, habe ich auch kein Recht, katholisch zu bleiben. Warum sollte ich auch, wenn diese Religion meine Überzeugungen nicht teilt?

      • Asdren02 Says:

        @Alfons

        Einfach und präzise auf den Punkt gebracht Respekt. Die ganzen Katholiken Kritiker verstehen diesen Punkt nicht den du ansprichst nicht.

  6. Alfons Says:

    Die Aussage

    Frauen haben das Recht, bis vor der Geburt jederzeit und aus jedem Grund eine Abtreibung vorzunehmen.

    geht meiner Meinung nach eindeutig zu weit. Nur weil die katholische Kirche eine eindeutige Meinung zur Abtreibung hat muss man sich nicht auf die fundamentale Gegenposition stellen.
    Liegt eine medizinische Indikation vor, sollte Abtreibung natürlich legal sein, denn niemand sollte gezwungen sein, sein eigenes Leben zu riskieren.
    Aber Abtreibung bis zum letzten Moment. Wie jemand anders hier zu schrieb, ist es unlogisch das zunächst töten und dann rausholen auch bei lebensfähigen Babys legal sein soll, erst rausholen und dann töten aber Mord.
    Zur Selbstbestimmung der Frau: Eine Frau hat während der ersten Wochen – während derer eine Abtreibung meiner Meinung nach legal sein sollte – ausreichend Gelegenheit ihren Willen zu bilden. Wenn sie das Kind während dieser Zeit bekommen will, fasse ich das als implizite Willensbekundung auf, dies auch bis zum Ende durchzuführen.
    Es ist ein Unterschied ob man zu etwas vollkommen gegen seinen Willen gezwungen wird, oder ob man sich für etwas entschieden hat, später jedoch an der Richtigkeit der Entscheidung zweifelt.
    Im letzteren Fall ist es eben nicht immer möglich, seine Entscheidung rückgängig zu machen.

    • arprin Says:

      Eine Frau hat während der ersten Wochen – während derer eine Abtreibung meiner Meinung nach legal sein sollte – ausreichend Gelegenheit ihren Willen zu bilden. Wenn sie das Kind während dieser Zeit bekommen will, fasse ich das als implizite Willensbekundung auf, dies auch bis zum Ende durchzuführen.
      Es ist ein Unterschied ob man zu etwas vollkommen gegen seinen Willen gezwungen wird, oder ob man sich für etwas entschieden hat, später jedoch an der Richtigkeit der Entscheidung zweifelt.
      Im letzteren Fall ist es eben nicht immer möglich, seine Entscheidung rückgängig zu machen.

      Es geht hierbei um Recht. Wenn eine Frau zuerst ihr Kind austragen will, sich dann aber dagegen entscheidet, ist das zwar irrational, aber es ist ihr Recht, da ihr Körper ihr gehört.

      Ich finde, das wird hier gut erklärt:
      http://abortionisprolife.com/faq/

      • Alfons Says:

        Es geht hierbei um Recht.

        Mir ging es auch um nicht anderes, jedenfalls nicht um Nachvollziehbarkeit und Rationalität menschlicher Entscheidungen.
        Es geht hier nicht um recht im juristischen Sinne, sondern um moralisch-ethische Grundsätze. Ein Grundsatz ist

        niemand hat das Recht, im oder vom Körper einer anderen Person zu leben,

        ein anderer ist, dass niemand das Recht hat, dem Fötus Schaden zuzufügen. Beiden stimme ich zu. Es ist aber noch eine Frage der Abwägung.
        1) Selbst wenn man den ersten Grundsatz unbedingt über den zweiten stellt, ist es noch keine Rechtfertigung für eine Abtreibung bei einem ausserhalb des Mutterleibs lebensfähigen Kind. Die Mutter wird durch eine vorgezogene Geburt auch nicht substanziell mehr beeinträchtigt als bei einer späten Abtreibung. Warum sollte man nur den ersten Grundsatz achten, wenn man beide beachten kann?
        2) Im nicht lebensfähigen Fall ist die Abwägung deutlich schwieriger. Der rechtliche Rahmen einer Fristenlösung sieht aber nicht vor, dass eine Frau gezwungen wird ein Kind auszutragen. Sie wird nur gezwungen in den ersten Woche eine Entscheidung zu treffen. Dadurch dass Sie nnicht abtreibt trifft sie diese Entscheidung implizit. Es ist also ein Eingriff in die Freiheit der Frau, nicht jedoch in das Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper, sondern nur in die Freiheit, Entscheidungen zu treffen wann man will.
        Verstreicht die Zeit hat sie sie ihre Entscheidung so oder so getroffen und ist rechtlich gebunden (wie an einen Vertrag).

      • Areopagitos Says:

        @Alfons
        Sehr interessante Ausführung.

  7. Olaf Says:

    „Hat ein Fötus das Recht, auch gegen den Willen der Frau in ihrem Bauch zu sein? Nein, denn niemand hat das Recht, im oder vom Körper einer anderen Person zu leben“

    Wie ist der Fötus denn in die Bauchwohnung eingezogen, das war ja wohl nicht seine Entscheidung.
    Wenn man mit Föten Interviews führen könnte, vor deren Abtreibung, würde man einiges überdenken.

    • arprin Says:

      Wie ist der Fötus denn in die Bauchwohnung eingezogen, das war ja wohl nicht seine Entscheidung.

      Es ist ein biologischer Vorgang.

      Wenn man mit Föten Interviews führen könnte, vor deren Abtreibung, würde man einiges überdenken.

      Das kann man nicht, aber kann mit den Frauen Interviews führen.

      • Areopagitos Says:

        „Es ist ein biologischer Vorgang.“
        Ich finde auch diese Föten sind wie Pickel.
        Wie die an mein Kinn gekommen sind?..ts,ts,ts…es ist ein rein biologischer Vorgang,,,! Natürlich darf ich diese Pickel entfernen, es ist ja mein Körper…’ironie off‘

    • Alfons Says:

      Wenn, Wenn, Wenn. Wenn man mit einem Fötus Interviews führen könnte und wenn Föten Entscheidungen treffen könnte, würden viele anders über Abtreibung denken, Wenn Föten morgens stes aus dem Bauch hüpfen würden und nur abends zum Schlafen zurückkehren auch. Wenn sie vom Storch gebracht werden würden ebenfalls.

  8. Asdren02 Says:

    Der Aspekt ob das Kind oder Fötus ein Leben isst ist interessant. Das ist auch deine große Schwäche Arprin in deine Argumenten, den die Freiheit hört bei einen Menschen immer auf wenn ein anderes Leben gefährdet wird.

  9. Crsspuhr Says:

    son quatsch wie die Kommentare hier habe ich selten gelesen. ein menschliches Leben existiert, soweit ist man sich doch wohl einig, sobald es Hirnzellen, Neuronen, Synapsen sowie Neurotransmitter (Hormone) gibt. Ohne Hirn ist man ja wohl kein Mensch und nicht „am Leben“, deswegen ist die Fristenloesung auch eine gute Loesung (wenn sie auch aus rein medizinischer Sicht bis zur 16. Wocheverlaengert werden koennte, so lange dauert es naemlich bis in einem menschlichen Foetus neuronale Substanz nachgewiesen werden kann, was noch nicht heisst, dass das Hirn auch funktioniert, das kann es erst ab Woche 18/19, wenn auch die Synapsen und Neurotransmitter existieren und funktionieren).

    Es ist kein „mord“ die Entwicklung eines Foetus aufzuhalten bevor es zum Mensch wird (durch sein Gehirn). Deutschland hat weltweit eine der niedrigsten Abtreibungsraten pro Frau (und pro Geburt) weltweit, das kommt von der guten Bildung und Aufklaerung in den Schulen.
    „Seltsamerweise“ haben die Laender wo Abtreibung verboten ist mehr Abtreibungen pro Frau und vor allem mehr unnoetige Tode und Komplikationen der Frauen.
    Was dieses dumme Argument der psychischen Folgen angeht. Bitte, wen das Thema interessiert, der soll mal darueber lesen. Und zwar Universitaere und medizinische Publikationen und keine christlichen. Die wirklich schlimmsten psychischen Probleme haben leider diejenigen Frauen die ihre Kinder in Adoption gegeben haben. Gefolgt von den Frauen die gezwungen wurden Inzest- oder Vergewaltigungsschwangerschaften auszutragen, gefolgt von den Frauen die abgetrieben haben ohne es zu wollen, gefolgt von den Frauen die ungewollte Kinder ausgetragen haben und die absolut geringsten psychischen Probleme haben diejenigen Frauen, die Abgetrieben haben in Laendern und einem sozialen Umfeld wo sie sich gut aufgehoben gefuehlt haben, wo es nicht verboten ist, und sie vorher eine eingehende psychologische Beratung erhalten haben.

    Im uebrigen kann ein Verhuetungsmittel immer Probleme verursachen. Mir persoenlich sind allein letztes Jahr 3 Kondome gerissen. Jedes Mal war keiner Schuld, jedes Mal haette ich ungewollt Vater werden koennen.
    Zum Glueck gibt es hier die Pille danach. Zum Glueck kann ich meine ganze Aufmerksamkeit meiner einen Tochter schenken statt mich jetzt um 4 Kinder kuemmern zu muessen.
    Maenner treiben uebrigens auch ab, indem sie abhauen, die Frau allein lassen mit all den Problemen und Entscheidungen.
    Ich finde den Vergleich mit den Organen gut. Ich wurde keine Organe spenden wollen, ich wuerde nicht wollen, dass jemand fremdes entscheidet was mit meinem Koerper geschieht.
    Das wollen aber die Abtreibungsgegner mit den frauen machen. Ueber ihre Koerper entscheiden, zugunsten eines „moeglichen“Lebens das Recht auf Selbstbestimmung des bereits vorhandenen Lebens beschneiden.

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