Libertäre und Verschwörungstheorien

Osamas Erbe in New York

Die offizielle Version vom 11. September wird von vielen Libertären angezweifelt

Im letzten Monat berichtete der Spiegel von einer Studie einer australischen Universität, die angeblich belegte, dass Verschwörungstheoretiker und „Klimaleugner“ meistens auch an „die Kraft des freien Marktes“ glauben. Nun könnte man diese Studie einfach als Unsinn abtun, und man fährt sicher nicht falsch damit, solchen Studien grundsätzlich zu misstrauen. Man braucht diese Studie jedoch gar nicht, um festzustellen, dass es viele Menschen gibt, die Anhänger der freien Marktwirtschaft sind und gleichzeitig alle möglichen Verschwörungstheorien glauben. In Deutschland nennen sich Vertreter dieser Ansichten überwiegend „Libertäre“.

Die einzige libertäre Partei in Deutschland, die Partei der Vernunft (PDV), wurde vom 9/11 Truther Oliver Janich gegründet. Am 18. April wurde Janich vom Vorstand der PDV zum Rücktritt gedrängt, da „die investigative journalistische Tätigkeit Oliver Janichs und dessen persönliche Stellungnahmen zu aktuellen und in der Vergangenheit liegenden politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, zu starke Auswirkungen auf das Außenbild der PDV haben“ – was genau damit gemeint war, dürfte klar sein. Janich hatte nicht nur zum 11. September Verschwörungstheorien verbreitet, sondern auch zur NSU und zu den Bombenanschlägen im Boston-Marathon.

Janich schrieb kurz nach seinem Rücktritt auf seiner Facebook-Seite: „Klar, um mich tuts mir nicht leid, sondern um die Partei. Ich kann ja jetzt viel mehr sagen und schreiben, was ich bisher wg der Partei zurückgehalten habe. HAARP, Chemtrails, freie Energie, ich komme! Ein 9/11 Buch ist auch schon praktisch fertig…“ Angesichts solcher Aussagen stellt sich die Frage: Warum fallen so viele Libertäre auf Verschwörungstheorien herein? Wie kommt es, dass Menschen, die über einen respektablen ökonomischen Sachverstand verfügen, gleichzeitig an Chemtrails, FEMA-Camps oder die NWO glauben? Gibt es eine Erklärung dafür?

Staatliche und soziale Unterdrückung

Alle Libertäre eint ein Standpunkt: Sie lehnen jede Einmischung des Staates in das Leben der Bürger ab. Es gibt ihrer Ansicht nach nichts, was der Markt nicht besser erledigen kann als der Staat. In den meisten Fällen liegen sie damit richtig. Allerdings wird bei dieser Fokussierung auf staatliche Unterdrückung meist ignoriert, dass Unterdrückung nicht immer vom Staat aus erfolgt, sondern auch von der Gesellschaft kommen kann, also von Menschen, die nicht den Staat repräsentieren. Obwohl man einräumen muss, dass der Staat historisch betrachtet für die schlimmsten Verbrechen verantwortlich ist, ist soziale Unterdrückung für die Betroffenen keineswegs „besser“ als staatliche Unterdrückung.

In einigen Ländern wird die Meinungsfreiheit mehr von gewaltbereiten Terrorgruppen bedroht als vom Staat. Frauen werden in islamischen Ländern mehr durch die traditionellen Moralvorstellungen unterdrückt als durch staatliche Verordnungen. Außerdem kommt es vor, dass Terroristen, die nicht im Auftrag eines Staates handeln, andere Menschen umbringen. Diese Vorstellung passt vielen Libertären nicht, und hier könnte die Erklärung dafür liegen, warum so viele Libertäre so anfällig für Verschwörungstheorien sind: Sie sind so „governophob“, dass sie völlig blind sind für Unterdrückung, die nicht vom Staat aus erfolgt.

Die anti-westliche Einstellung, die man bei vielen Libertären findet, liegt wohl einfach an der Tatsache, dass die meisten Libertären im Westen leben und deshalb den Fokus ihrer Kritik auf westliche Regierungen legen (auch wenn sie wissen, dass Nahost-Diktatoren keine Vorzeige-Libertären sind). Anti-westliche Einstellungen und Verschwörungstheorien gehen oft Hand in Hand miteinander. Immerhin gibt es auch Libertäre, die gegen Verschwörungstheorien und anderen unwissenschaftlichen Tendenzen bei Libertären Stellung beziehen, wie den „Skeptical Libertarian„. Und wir lernen: Nur weil man Kapitalist ist, bedeutet das nicht, dass man nicht auch verrückt sein kann.

19 Antworten to “Libertäre und Verschwörungstheorien”

  1. Gutartiges Geschwulst Says:

    Verschwörungstheorien enstehen dort, wo Menschen die Wahrheit vorenthalten wird.
    Lügen sind fühlbar und die Leute (besonders die „Einfachen“) merken, dass unsere polit-medialen Zuhälter kein Vertrauen mehr verdienen.
    Insofern erfüllt auch die „idiotischste“ Verschwörungstheorie einen wertvollen Zweck, als Indikator für die Verlogenheit der herrschenden Eliten.

    • arprin Says:

      Naja, so einfach ist es nicht. Die Menschen, die an Chemtrails oder FEMA-Camps glauben, sind einfach paranoid, das hat nichts mit „Wahrheit vorenthalten“ zu tun. Und es gibt Verschwörungstheorien, die keinerlei wertvollen Zweck erfüllen, wie z.B. die jüdische/zionistische Weltverschwörung.

  2. Olaf Says:

    Hier wird ja einseitig gelöscht, das ist aber garnicht libertär.
    Wundert mich aber nicht.

  3. Asdren Says:

    Ja der Julien ist zwar nicht ganz koscher , aber hier hat er recht.

    Egal ob du die verschwörungstheorie wiederlegst immer reimen sie sich zusammen.

    Hier die wiederlegung von den Truthern.

    • arprin Says:

      Danke für die Videos. Das erste habe ich mir angesehen, sehr witzig, wie Julien die Truther aufs Korn nimmt. Für das zweite muss ich mir noch Zeit nehmen, sieht sehr interessant aus.

  4. Alreech Says:

    NaJa, das 9/11 von den Amis selber angezettelt wurde um sich die Ölquelle im Irak unter den Nagel zu reißen und um die Pipeline in Afghanistan bauen zu können ist so weite verbreitet das es keinen wundert wenn auch ein paar Libertäre daran glauben.

    Als Libertärer ist man jemand der Ansichten vertritt die nicht dem Mainstream entsprechen, deswegen ist es auch nicht verwunderlich wenn diese Menschen Verschwörungstheorien anhängen.
    Wobei man eigentlich auch sagen kann, das bestimmte Verschwörungstheorien inzwischen so weit verbreitet sind, das sie eigentlich schon Mainstream sind.

    Eris sei dank hab ich als Jugendlicher die Illimunatius Trilogie von Wilson und Shea gelesen, das immunisiert ein bisschen.
    Fnord ! 😉

    • arprin Says:

      NaJa, das 9/11 von den Amis selber angezettelt wurde um sich die Ölquelle im Irak unter den Nagel zu reißen und um die Pipeline in Afghanistan bauen zu können ist so weite verbreitet das es keinen wundert wenn auch ein paar Libertäre daran glauben.

      9/11-VT sind vielleicht beim „einfachen Volk“ weitverbreitet, aber nicht bei seriösen Journalisten und Politikern. Da sind die Positionen von Janich, der Journalist und Politiker ist, schon außergewöhnlich. Und 9/11 ist ja nicht die einzige VT, an die er glaubt, HAARP, Chemtrails, Boston, das Oktoberfestattentat, er kennt keine Grenzen.

      Als Libertärer ist man jemand der Ansichten vertritt die nicht dem Mainstream entsprechen, deswegen ist es auch nicht verwunderlich wenn diese Menschen Verschwörungstheorien anhängen.

      Nur weil man Ansichten vertritt, die nicht dem Mainstream entsprechen – was ja lobenswert ist – heißt das nicht, das man völlig verrückte Verschwörungstheorien glauben muss.

  5. Alreech Says:

    Wenn Janich an VTs glaubt, dann ist er eben kein seriöser Journalist.
    Und sicherlich ist es nicht so das alle Libertären VTs glauben.

  6. Andreas D. Says:

    Ich würde den Hang zu Verschwörungstheorien nicht primär den Libertären zuschreiben.

    Denken wir doch daran, wie sehr in linken und rechten Kreisen der Antikapitalismus verbreitet ist: Alles Übel auf der Welt sei Ergebnis der Kungelei der Reichen und Mächtigen. Spekulanten richteten die Welt zu Grunde und Konzerne stünden kurz vor der globalen Herrschaftsübernahme. Antikapitalismus und Antisemitismus liegen dann oft auch dicht beieinander (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/das-geschaeft-mit-dem-geld-reiche-juden-12156422.html). Das Böse, das ist die westliche Welt, das sind die USA, das ist Israel. Die anderen sind wahlweise abhängig, ausgebeutet oder unterdrückt.

    Ein weiteres Beispiel: Der Glaube an einen islamischen Masterplan zur zunächst demographischen und dann auch politischen Machtübernahme in Europa findet sich wiederum nicht nur bei Rechten sondern auch bei stark Konservativen. Wo vernünftige Menschen eine Herausforderung sehen, durchaus eine ernste, vermuten andere eine großangelegte Verschwörung.

    Und welch prächtig-bunten Aberglauben findet man im grün-alternativen Milieu! Homöopathie, Anthroposophie, Mobilfunkstrahlen. Ich könnte die Liste beliebig verlängern. Klimaänderungen werden von manch einem dort beinahe apokalyptisch gedeutet. Wo einige Libertäre eine Verschwörung von Regierungen, Klimaforschern und der Solarbranche wittern, prognostiziert man auf der anderen Seite den drohenden Weltuntergang. Diverse hysterische Spielfilme, die die Ökofundis mit sorgenvoller Mine als Beleg ihrer Ängste ins Feld führen, lassen grüßen.

    Der Hang des Menschen, Zusammenhänge zu sehen, wo keine sind, Kausalitäten zu konstruieren, wo nur Gleichzeitigkeiten auftreten, konkrete Verantwortliche finden zu wollen, wo komplexes Geschehen spontan abläuft, sowie Ängste zu entwickeln, die letztlich unbegründet oder zumindest stark übertrieben sind – das ist eine menschliche Grundkonstante. Man will die Welt verstehen und sich sicher fühlen, obwohl man doch nur ganz wenig weiß. Wissenslücken wurden immer schon mit Glaube und Spekulation gestopft. Da hilft nur rationales Denken und vielleicht ein wenig Gelassenheit.

    • arprin Says:

      Den Glauben an die Islamisierung, Homöopathie oder dass die Reichen an allem Schuld sind würde ich nicht als Verschwörungstheorien bezeichnen, sondern einfach als Irrtümer (außer, wenn man z.B. glaubt, dass die Islamisierung oder die Finanzkrise von offiziellen Stellen bewusst geplant wurde).

      Normalerweise sind Verschwörungstheorien das Markenzeichen von anti-liberalen und antikapitalistischen Ideologien. Die Libertären sind aber nicht anti-liberal oder antikapitalistisch. Warum trotzdem so viele Libertäre von VT besessen sind, ist für mich immer noch etwas unverständlich, obwohl ich ja versucht habe, eine Erklärung zu finden: Libertäre sind so “governophob”, dass sie völlig blind sind für Unterdrückung, die nicht vom Staat aus erfolgt. Da wird aus jedem Terroranschlag eine Regierungsverschwörung.

      • Asdren Says:

        Ich würde sagen das Menschen dazu neigen alles was ihr Weltbild wiederspricht zu filtern (siehe Linke besonders unseren Olaf 😉 ). Wenn ich glauben will das Homöopathie wirkt dann sorgt der Placeboeffekt dafür. Bei der Islamisierung habe ich keine Angst und das kann ich auch sehr gut begründen weil die Leute Geld verdienen wollen und ein gutes Leben führen wollen und Wohlstand führt immer zu Materialisierung der Gesselschaft. Zu den Argument das sie governophob sind muss ich dir unbedingt zustimmen Arprin. Man sieht das bei Ron Paul und Hans Hermann Hoppe sehr genau . Das Böse kommt immer vom Staat nie von der Bevölkerung oder Gesselschaft.

      • Andreas D. Says:

        Der Glaube an Hokuspokus-Medizin selbst ist natürlich keine Verschwörungstheorie. Der Glaube allerdings daran, dass raffgierige und skrupellose Pharmaunternehmen, verkopfte Schulmediziner und gekaufte Skeptiker sich gegen die unliebsame Konkurrenz der Zuckerkügelchen verschworen haben, fällt dann schon in diesen Bereich. Letztendlich lassen sich die verschiedenen Formen der Mythen und Irrtümer nur schwer auseinander halten. Aber sie haben eine Gemeinsamkeit, jedenfalls aus meiner Sicht, wie sie oben abschließend umrissen habe.

        Deine These ist natürlich trotzdem plausibel. Wer dem generell Staat nicht traut, traut ihm am Ende alles zu, auch die Inszenierung von 9/11.

  7. Links der Woche | Freisinnige Zeitung Says:

    […] Arprin: Libertäre und Verschwörungstheorien […]

  8. CW Says:

    Ich halte nichts von Janichs foil-head-Theorien, aber es ist ziemlich offensichtlich, dass der Facebook-Kommentar ironisch gemeint war.
    Ganz so schlimm ist er dann doch nicht…

    • arprin Says:

      Bist du dir sicher, dass es ironisch gemeint war? Ich kenne ja viele Ansichten von ihm und seinen Fans, da würde es mich überhaupt nicht überraschen, wenn er diese Aussage ernst gemeint hat.

  9. CW Says:

    9/11 gehört zu seinen Themen, keine Frage und schlimm genug. Aber der Rest ist so dermaßen hohl – Leute, die so etwas kolportieren, glauben auch dass die englische Königsfamilie in Wirklichkeit einer außerirdischen Reptilienspezies angehört.
    Angeblich haben Teile der Partei ihm untersagen wollen sich zu gewissen Themen zu äußern. Unter anderem zum Thema Bitcoin(!) und das hat wohl das Fass zum Überlaufen gebracht.

  10. Victor Sherazee Says:

    Hallo arpin,

    ich gehöre nicht zu den Apologeten der heilsamen Kräfte des freien Marktes, möchte aber nichtsdestotrotz einen Beitrag zur Debatte leisten. Ich zitiere dazu aus einem Artikel von Michael Wendl, den ich Dir nach dem zitierten Ausschnitt noch einmal verlinke.

    „Die Dämonisierung der Finanzelite

    Für die Anhänger von Hayek und Mises war die Durchsetzung eines neuen Systems der Geldschöpfung und einer darauf basierenden Kreditvergabe das Resultat einer Verschwörung der Wirtschaftseliten und ihnen nahestehender Politiker. Hinter dem Rücken der Gesellschaft hatten sich Politik und Großbanken mit ihren Konzepten einer politischen Steuerung der Geldproduktion und der Kreditvergabe durchgesetzt. Investitionen konnten via Kreditschöpfung aus dem Nichts finanziert werden, der vorhergehende Rückgriff auf die Ersparnisse war nicht mehr nötig. Im Zentrum dieser Dämonisierung steht die Gründung der US-Federal Reserve, also der amerikanischen Zentralbank. Aus der Sicht von Hayek und Mises handelte es sich nicht um neues Wissen über die Funktionen von Geld und Kredit, sondern um eine verhängnisvolle Anmaßung und Vortäuschung von Wissen, das es nicht geben darf und kann. Damit begann der »Weg in die Knechtschaft« einer von Staat und Finanzkapital gelenkten Zentralverwaltungswirtschaft. Hier sehen wir eine oberflächliche Nähe zum damaligen Stand des Marxismus, der unter dem Eindruck des Buches Das Finanzkapital von Rudolf Hilferding ebenfalls von einer Herrschaft des Bank- über das Industriekapital und damit über die industrielle Produktion ausgegangen war. Diese Annahme einer Dominanz des Finanzkapitals über die industrielle Produktion wurde dann in der NS-Ideologie zum Gegensatz zwischen dem »raffenden« (jüdischen) Kapital und dem »schaffenden« (deutschen) Kapital antisemitisch zugespitzt. Der Aufstieg und die Macht der neuen Finanzelite wurde damals verschwörungstheoretisch zu erklären versucht. Ein Netzwerk von Bankiers, Fondsmanagern, Finanzoligarchen und »Genies der Finanzmachenschaften« (Lenin) hat aus dieser Sicht zur enormen Macht des Finanzkapitals über Politik und Wirtschaft geführt.

    In dieser Frage – aber nur in dieser – gibt es eine gemeinsame Sicht zwischen den Anhängern der Österreichischen Schule, dem Leninismus und einer einfachen Variante des Marxismus – und damit auch eine Nähe zu vulgären Positionen von Rechtspopulisten und der AfD. Diese Gemeinsamkeit basiert auf einer moralischen Ablehnung des Geldes. Geld wird akzeptiert, wenn es als bloßes Tauschmittel und Wertmaßstab auf Märkten wirkt und von Gold gedeckt ist. Es wird abgelehnt, wenn es als Finanzkapital wirtschaftliche Macht erhält und es wird abgelehnt, wenn es sich via Geldschöpfung ohne Deckung durch die Warenmengen, die es repräsentieren soll, vermehrt. Die Durchsetzung dieser Funktionen des Geldes wird als Resultat einer Verschwörung der Finanzeliten und ihnen ergebener Politiker zu erklären versucht.“

    Bisher fand ich die Ausführungen von Wendl die stichhaltigste Erklärung für die weite Verbreitung von Verschwörungstheorien unter Libertären. Ich empfehle Dir die Lektüre des gesamten Artikels: https://oxiblog.de/auf-den-ersten-blick-marktradikal/

    Mit freundlichen Grüßen

    Victor Sherazee

    • arprin Says:

      Der Artikel gibt die Ansichten Mises‘ und Hayeks nicht richtig wieder. Sie warne beide überhaupt nicht gegen Geldschöpfung durch Banken, sie hatten natürlich auch nichts gegen Kredite, Zinsen, Schuldenmachung. Im Gegenteil, das gehörte für sie zu jeder normalen Volkswirtschaft dazu, diese Dinge übernehmen wichtige Funktionen. Sie lehnten lediglich das staatliche Währungsmonopol und Zentralbanken ab, aus demselben Grund warum sie generell staatliche Monopole ablehnten: Staatliche Monopole wirtschaften nicht so gut wie Akteuere in einem freien Markt und setzen falsche Anreize für die Bürger. Wer ein staatliches Monopol in der Autoindustrie ablehnt, ist auch nicht „gegen Autos“, sondern nur gegen das staatliche Monopol. Die hohen Inflationen der Vergangenheit und die massiven Staatsverschuldungen, die bis heute anhalten, waren für Mises und Hayek eine direkte Folge des staatlichen Währungsmonopols.

      Was Mises und Hayek befürworteten, kann man „Free Banking“ nennen:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Free_Banking
      „Vertreter eines Free Banking fordern vielfach, dass keine Zentralbanken bestehen sollen und jedermann das Recht haben soll, unbeschränkt und ohne jede Währungsdeckung Banknoten zu emittieren. Im Gegenzug soll kein gesetzliches Zahlungsmittel bestehen, Marktteilnehmer also nicht gesetzlich dazu verpflichtet sein, von bestimmten Institutionen in Umlauf gebrachtes Geld als Bezahlung für Waren und Dienstleistungen zu akzeptieren.
      Dies würde bei konsequenter Umsetzung den Wechsel von dem heute in der Regel zweistufigen Bankensystem mit öffentlichen bzw. quasiöffentlichen Zentralbanken zur Geldversorgung und privaten Geschäftsbanken zur Kreditversorgung zu einem einstufigen Bankensystem, bestehend nur aus Geschäftsbanken mit Notenausgabe, bedeuten.“

      Ein Beispiel für so ein System sind z.B. die Kryptowährungen. Und, um nicht missverstanden zu werden: Die „klassischen Währungen“ sollen nicht verboten werden, es soll nur legal sein, auch andere zu benutzen, und die Zentralbanken sollen nicht mehr die Geldmenge festlegen, sondern die privaten Banken.

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