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WM-Geschichte, Teil 5

April 1, 2013
Eine ungarische Briefmarke erinnert an das Finale der WM 1954

Eine ungarische Briefmarke erinnert an das Finale der WM 1954

Hier nun der fünfte Teil der WM-Reihe, die im November 2012 startete und im Mai 2014 ihren Abschluss finden wird. Auf all die legendären Spiele, unglaublichen Tore und unvergessene Spieler, die das größte Sportereignis der Welt von 1930 bis 2010 hervorgebracht hat, sich tief in das Gedächtnis von Millionen Menschen eingebrannt haben und bisweilen zu nationalen Mythen avancierten, wird zurückgeblickt. Dieses Mal ist die WM 1954 dran. Die hochfavorisierten Ungarn dominieren das Turnier bis zum Finale, dort schlägt mit einem Mythos die Geburtsstunde der größten europäischen Fußballnation.

Vor der WM

Im Jahr 1954 befand sich die Welt am Beginn des Zeitalters des Kalten Krieges. Der Koreakrieg forderte Millionen Tote, Deutschland und Japan wurden von Wirtschaftswundern erfasst. Und vom 16. Juni bis zum 4. Juli fand die 5. Fußball-Weltmeisterschaft in der Schweiz statt. Es wurde ein Jubiläum: Im Jahr 1954 feierte die FIFA den 50. Jahrestag ihrer Gründung. Seit 1932 befand sich das FIFA-Hauptquartier in Zürich und am 15. Juni, einen Tag vor Beginn der WM, wurde in der Schweiz auch noch der europäische Fußballverband (UEFA) gegründet. Der WM-Erfinder und FIFA-Präsident Jules Rimet legte nach dem Turnier sein Amt nieder.

Es bewarben sich insgesamt 38 Mannschaften: 27 aus Europa (darunter Israel und die Türkei), 3 aus Asien, 4 aus Südamerika, 3 aus Nordamerika und mit Ägypten ein Vertreter aus Afrika, der jedoch in der Europa-Qualifikation teilnahm. Die Gastgeber aus der Schweiz und Titelverteidiger Uruguay waren automatisch qualifiziert. Viele Mannschaften hatten ihre Bewerbung zu spät eingereicht und durften so nicht mehr an der Qualifikation teilnehmen. Dennoch hatte die WM einen neuen Rekord an Bewerbern aufgestellt. Das Turnier begann immer mehr an weltweiter Popularität zu gewinnen. (more…)