Die dunkle Seite von ARD

63 Jahre Ausbeutung: Die ARD

63 Jahre Ausbeutung: Die ARD

Im Februar sendete der ARD eine Reportage mit dem Titel „Ausgeliefert“, in der dem Onlinehändler Amazon vorgeworfen wurde, Leiharbeiter auszubeuten. Transport, Unterbringung, Verpflegung und Schutz der Leiharbeiter seien miserabel, hieß es, außerdem hätten Mitglieder der Security-Firma Hess eine rechtsradikale Gesinnung. Die Reportage löste wie erwartet eine Debatte über die Arbeitsbedingungen bei Amazon aus, aber mit überraschendem Ausgang. Denn mittlerweile ist bekannt geworden, dass in dem Film so viel gelogen wurde, dass er nicht mehr in der ursprünglichen Fassung gezeigt werden darf.

Selbst Leiharbeiter von Amazon, die sich ja, wenn man der ARD Glauben schenkte, wie Sklaven fühlen müssen, widersprachen einigen Darstellungen im Film. Hat der ARD von dieser Erfahrung gelernt? Nein. Denn in dieser Woche strahlte man erneut einen Film aus, in der man die dunkle Seite eines Unternehmens beleuchtete – diesmal war es Red Bull. Der österreichische Getränkekonzern engagiert sich bekanntlich im Extremsport. Extremsport ist gefährlich. Das wissen die meisten auch. Manchmal passieren Unfälle, die Extremsportlern das Leben kosten. Die ARD-Doku schlussfolgerte: Red Bull ist ein Konzern, der Menschen in den Tod treibt.

Eine Debatte über die Marketing-Methoden von Red Bull konnte der Film nicht auslösen. Jeder weiß, dass niemand von Red Bull gezwungen wird, sich in Lebensgefahr zu begeben, es ist eine freiwillige Entscheidung aller Beteiligten. Sicherlich verhalten sich nicht alle Unternehmen vorbildlich – unmoralische Menschen gibt es in jeder Position – aber dass die ARD keine besseren Beispiele fand als Amazon und Red Bull, bescheinigt den Unternehmen ein eher gutes Zeugnis. Anstatt auf Amazon oder Red Bull rumzuhacken, wird es endlich Zeit, dass die dunkle Seite von ARD beleuchtet wird.

Das Geschäftsmodell der ARD grenzt viel mehr an Sklaverei als das von Amazon oder Red Bull: Alle Einwohner Deutschlands werden zu Zwangskunden erklärt und zur Kasse gebeten. Es spielt keine Rolle, ob man sich die Tagesschau oder den Tatort ansieht – man muss trotzdem dafür zahlen. Und dann muss man ertragen, wie das eigene Geld dazu benutzt wird, um Dokumentationen zu senden, in denen Unternehmen mithilfe von Lügen und Unterstellungen angeschwärzt und zu „Ausbeutern“ erklärt werden. Um diesen Sachverhalt festzustellen, ist nicht mal eine Dokumentation notwendig. Die dunkle Seite von ARD ist allen bekannt.

Es wäre für den Verbraucher besser, wenn sich die ARD das Geschäftsmodell von Amazon aneignen würde: Amazon verlangt von seinen Kunden nur für tatsächlich gewünschte Waren Geld, sie setzen auf Freiwilligkeit statt auf Zwang. Amazon steht für Kapitalismus, der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht für Sozialismus. Als jemand, der ausschließlich gute Erfahrungen mit Amazon gemacht hat und niemanden kennt, dem es anders ergangen ist, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn das GEZ-Zeitalter endlich ein Ende findet und Platz für den Kapitalismus macht. Wir haben genug gezahlt.

10 Antworten to “Die dunkle Seite von ARD”

  1. urpils666 Says:

    Reblogged this on The whole Truth – Die ganze Wahrheit.

  2. kartoffelschwein Says:

    Reblogged this on kartoffelschwein.

  3. Alreech Says:

    Das die öffentlich-rechtlichen Sender gerne kreativ mit der Wahrheit umgehen ist nichts neues.
    Ein Höhepunkt war ein Bericht von Panorama in dem behauptet wurde im Videospiel GTA:San Andreas geht es darum möglichst viele Frauen zu vergewaltigen.

    Um die passenden Bilder zu liefern hat das Team von Panorama das Spiel modifiziert:
    Verwendet wurde der Hot Coffee Mod, eine Modifikation die es im Spiel ermöglicht Frauen auf eine Tasse Kaffee zu sich einzuladen – worauf es zu einvernehmlichen Sex kommt.

    Da der Sound dieser Modifikation kaum auf eine Vergewaltigung schließen lässt (more… MORE… OH GOD…) hat Panorama die Bilder mit RAPE ME von Nirvana hinterlegt – ein Lied das weder im Soundtrack des Spieles noch in der Modifikation enthalten ist.

    Beschwerden gegen an Intendant und Runfunkrat hatten keine folgen, nicht mal eine Richtigstellung.
    http://stigma-videospiele.de/wordpress/medienkritik/fernsehen/panorama/

    Für mich war das einer der Gründe 2010 den Fernseher abzuschaffen, und auch ein Grund die Haushaltsgebühr zu verweigern.
    Bislang zahle ich nur das was ich 2012 für das Radio gezahlt habe.

    • arprin Says:

      Danke für den Kommentar. Solche Fälle überraschen mich gar nicht mehr, zwischen Information und Propaganda wird in öffentlich-rechtlichen Sendern kaum unterschieden.

  4. Thomas Holm Says:

    „Manchmal passieren Unfälle, die Extremsportlern das Leben kosten.“

    Bergsteigen und Autorennen waren nach dem WK I für die unpolitischen Unentwegten des „gefährlichen Lebens“ das Metier. Das wusste ich als Historiker.

    Dass RB so eine Szene (auch mit solchen Folgen) heutzutage im Schlepptau hat, habe ich nicht gewusst, bzw. hätte ich nicht gedacht.

    Ich hatte wirklich gedacht, dass bei denen alles immer irgendwie halt klappen würde, mit Netz und doppeltem Boden und so.

    „Die ARD-Doku schlussfolgerte: Red Bull ist ein Konzern, der Menschen in den Tod treibt“ … das ist natürlich verquaster 68ger & Kirchentages-Ideologie-Quatsch; aber diese Ideologie-Brimborium ist vielleicht manchmal der Preis dafür, dass man auch etwas Ungeahntes erfährt.

    Mir „schmeckt“ das auch nicht, aber für die Info war ich sozusagen dankbar. Muss ich einfach mal sagen.

    • arprin Says:

      Ich hatte vor Baumgartners Sprung diese Extremsport-Projekte von Red Bull auch nicht so mitbekommen.

      Man kann natürlich über die Sicherheitsmaßnahmen denken wie man will, aber dennoch würde ich nicht von einer „dunklen Seite“ von Red Bull sprechen.

  5. Gutartiges Geschwulst Says:

    „Sicherlich verhalten sich nicht alle Unternehmen vorbildlich ( … ) aber dass die ARD keine besseren Beispiele fand als Amazon und Red Bull, …“

    Dabei wäre es für die ARD, ebenso für das ZDF, überaus einfach bessere Beispiele zu finden, nämlich im unmittelbaren Umfeld ihrer eigenen Sendetätigkeit.
    Hier werden nämlich, seit mehr als vier Jahrzehnten, genau jene ausbeuterischen Arbeitsbedingungen praktiziert, die unsere scheinheiligen TV-Journatollahs seriösen Firmen anlasten, wie Amazon oder Red Bull.
    Obwohl mit dem Geld der Gebührenzahler reichlich genug versorgt, um nahezu jede Sendeminute eigenständig zu erstellen, vergeben die öffentlich-rechtfreien Fernsehanstalten, spätestens seit Mitte der 1960ger Jahre, einen großen Teil ihrer Produktionen an freie Gesellschaften, heutzutage Subunternehmen genannt.
    Damit gehören gerade ARD und ZDF zu den Wegbereitern jenes Unheils, welches sie andererseits heuchlerisch beklagen.
    Jeder, der die Szene kennt, wird bestätigen, dass zahlreiche dieser Produktionsfirmen die Arbeitskraft ihrer Beschäftigten hemmungslos ausbeuten.
    Hauptsächlich Assistenten und Praktikanten werden, trotz 16-Stundentagen sowie Nacht- und Wochenend-Arbeit, mit Niedrigstlöhnen abgespeist, sofern sie ihre Gagen überhaupt erhalten, was allzu häufig nicht der Fall ist.

    • arprin Says:

      Diese Heuchelei erinnert mich an die SPD: Die fordern ein Mindestlohn von 8,50 Euro, aber beschäftigen Putzkräfte zu 7,65 Euro die Stunde
      http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/spd461.html

    • Alreech Says:

      Die Auslagerung an Subunternehmen hat ihre Vorteile:
      Zum Einen werden Mittel eingespart die an andere Stelle – etwa bei den Gehältern und Pensionen der Festangestellten – besser verwendet werden können.

      Zum Anderen können die Stars von ARD & ZDF über ihre Produktionsgesellschaften einen netten Nebenverdienst erzielen…

      Der Zuschauer hat davon natürlich nichts, aber der spielt ohnehin keine Rolle in diesem Spiel, solange er zahlt…

  6. Links der Woche | Freisinnige Zeitung Says:

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