Das Recht auf körperliche Unversehrtheit

Züchtigung von "unartigen Kindern" in früheren Zeiten

Züchtigung von „unartigen Kindern“ in früheren Zeiten

Im Mai letzten Jahres diskutierte Deutschland, ob die Beschneidung von Minderjährigen als Körperverletzung einzustufen ist. Was viele nicht verstanden haben ist, dass es nicht um das Thema Religionsfreiheit geht, sondern um das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Die Beschneidung ist nicht durch die Religionsfreiheit gedeckt und die Argumente, die zur Verteidigung der Beschneidung von Minderjährigen angeführt werden, sind nicht überzeugend. Allerdings haben die Beschneidungsbefürworter Recht damit, dass viele Verletzungen des Rechts auf körperliche Unversehrtheit einfach hingenommen werden, mit einem Vorbehalt: Sie wollen Gleichheit in der falschen Richtung.

Beschneidung und das Recht auf körperliche Unversehrtheit

Bei all den Debatten ist mir aufgefallen, dass viele Beschneidungsbefürworter wie selbstverständlich glauben, zur Religionsfreiheit gehöre auch das Recht, seine Kinder beschneiden zu lassen, und somit der Ansicht sind, ein Verbot der Beschneidung Minderjähriger sei eine Einschränkung der Religionsfreiheit. Wenn man dann mit dem Recht auf körperliche Unversehrtheit kommt, entgegnen sie: Die Beschneidung tut nur „ein bisschen“ weh und der Säugling ist erst 8 Tage alt, er erinnert sich später nicht mehr an den Schmerz. Man fordert also quasi, das Recht auf Religionsfreiheit in diesem Fall über das Recht auf körperliche Unversehrtheit zu stellen.

Wenn man über Freiheitsrechte spricht, in diesem Fall vom Recht auf Religionsfreiheit, muss man eins vorneweg klarstellen: Rechte sind immer Rechte von Individuen. Es gibt keine kollektiven Rechte (auch wenn viele Menschen der Meinung sind, „die Gesellschaft“ hätte ein Recht auf das Geld anderer Menschen, aber das ist ein anderes Thema). Da Rechte nur für Individuen gelten, ist ein Verbot der Beschneidung Minderjähriger keine Einschränkung des individuellen Rechts auf Religionsfreiheit – die Beschneidung jedoch ist eine Einschränkung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit, was ja nicht mal von den Beschneidungsbefürwortern geleugnet wird.

Außerdem ist es so, dass eine Beschneidung nicht nur „ein bisschen“ weh tut (und selbst wenn es so wäre, würde wohl keiner auf die Idee kommen zu sagen, dass es kein Diebstahl ist, wenn man jemandem 50 Cent stiehlt, da es nur „ein bisschen“ vom Geld des Bestohlenen ist), mit Langzeitfolgen verbunden ist und von vielen Komplikationen begleitet werden kann. Ein 8 Tage alter Säugling erinnert sich später nicht mehr an seine Beschneidung, aber er würde sich auch nicht daran erinnern, wenn er aus der Kommode fällt – ist es deshalb unbedenklich, wenn man ihn aus der Kommode wirft? Man sieht: All die Argumente für die Beschneidung offenbaren, wenn man sie zu Ende denkt, ihre Absurdheit.

Menschen haben Rechte, damit sie selbst über ihr Leben bestimmen können. Weder der Staat noch religiöse Oberhäupter und auch nicht die Familienangehörigen haben das Recht, Teile von Körpern anderer Menschen abschneiden zu lassen. Es ist nicht zulässig, Ausnahmen zu machen, und schon gar nicht im Namen der Religion. Es ist wirklich so einfach: Menschen sind nicht das Eigentum anderer Menschen. Nun kommen wir aber zu einem Argument, bei dem man den Beschneidungsbefürwortern Recht geben muss, weil es sich mit dem eigentlichen Thema beschäftigt. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit wird nämlich nicht nur bei der Beschneidung verletzt.

Körperverletzung bei Minderjährigen

Bis zu einem gewissen Grad müssen die Eltern oder die Erziehungsberechtigten die Rechte ihrer Kinder wahrnehmen, solange diese selbst nicht dazu in der Lage sind. Die Eltern müssen ihr Kind ernähren, sie entscheiden, in welche Schule es geht und welchen Wohnsitz es hat. Aber alles hat seine Grenzen. Die Eltern dürfen nicht für die Kinder entscheiden, ob sie Schmerz auf sich nehmen wollen. Es ist leider nicht ungewöhnlich, wenn Kindern, die gerademal 5 oder 6 Jahre alt sind, die Ohrlöcher gestochen werden, Kinder in der Schule am Sportunterricht teilnehmen müssen, auch wenn die Gefahr besteht, dass sie sich dabei Verletzungen zufügen oder Kinder von ihren Eltern „gezüchtigt“ werden.

Ich plädiere dafür, Ohrlochstechen, Tätowierungen und Piercings bei Minderjährigen zu verbieten, da sie als Körperverletzung einzustufen sind, wie auch die meisten Kinderärzte meinen. Kinder ab 14 Jahren sollten selbst entscheiden. In der Schule sollte verpflichtender Sportunterricht abgeschafft werden (das Bildungssystem ist auch ein Thema für sich), Kinder sollten vor allem nicht zu solch brutalen Sportarten wie Dodgeball gezwungen werden. Bei medizinischen Eingriffen muss man abwägen, ob es eine zwingende medizinische Indikation gibt. Einem Kind „die Zähne richten“ zu wollen ist kein Grund, ihm Schmerzen zuzufügen.

Wenn man von Körperverletzung bei Minderjährigen spricht, sollte die „Züchtigung“ von Kindern das wichtigste Anliegen sein. Hier kann es nur eine Position geben: Jede Form von Gewalt in der Kindererziehung muss verboten sein. Die Knute bringt keine Disziplin, sondern züchtet nur neue Knutenschläger heran. Erfreulich ist, dass die Gewalt gegen Kinder zumindest im Westen in den letzten Jahren massiv abgenommen hat, auch wenn in den USA skandalöserweise noch immer jedes Jahr Hunderttausende Kinder mit Paddeln rot geprügelt werden und in sogenannten „Bootcamps“ sogar Elektroschläge hinnehmen müssen.

23 Antworten to “Das Recht auf körperliche Unversehrtheit”

  1. aron2201sperber Says:

    warum sollte man Sportunterricht abschaffen?

    jeden Tag etwas Bewegung ist sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gut.

    • arprin Says:

      Man sollte nicht den Sportunterricht abschaffen, sondern den verpflichtenden Sportunterricht. Die Kinder sollten selbst entscheiden dürfen.

      • besucher Says:

        Das Problem ist das Kinder nicht von klein auf als mündig und verantwortungsvoll einzustufen sind. Seit Anbeginn der Zeiten sind Eltern (oder andere Institutionen) Erziehungsberechtigte. Und das hat seinen guten Grund.

        Überlege mal was passieren wird wenn ein Kind für sich selbst entscheidet einfach mal Auto zu fahren? Oder einen Kasten Bier auszutrinken.

      • arprin Says:

        Überlege mal was passieren wird wenn ein Kind für sich selbst entscheidet einfach mal Auto zu fahren? Oder einen Kasten Bier auszutrinken.

        Es gibt vernünftige Gründe, die dafür sprechen, dass Kinder nicht Auto fahren oder Bier trinken. Aber warum sollten sie nicht selbst entscheiden dürfen, ob sie in der Schule Sport machen sollten?

      • Alfons Says:

        Man sollte nicht den Sportunterricht abschaffen, sondern den verpflichtenden Sportunterricht. Die Kinder sollten selbst entscheiden dürfen.

        Ausgehend vom ursprünglichen Argument können Kinder (ich meine Kinder und keine Jugendlichen) das aber gerade nicht. Die Abschätzung der nicht unmittelbaren Verletzungsgefahr bei unterschiedlichen Sportarten liegt außerhalb ihrer Fähigkeiten. Wenn man das Argument wirklich ernst nehmen will, müssten konsequenterweise gefährliche Sportarten (wie auch immer das beurteilt werden soll ) verboten werden.

        Zudem wird auch im Sportunterricht niemand mit Gewalt dazu gezwungen irgendetwas zu tun. Wenn ein Kind sich wirklich weigert, wird es das auch im Allgemeinen nicht tun müssen.

      • arprin Says:

        Die Abschätzung der nicht unmittelbaren Verletzungsgefahr bei unterschiedlichen Sportarten liegt außerhalb ihrer Fähigkeiten. Wenn man das Argument wirklich ernst nehmen will, müssten konsequenterweise gefährliche Sportarten (wie auch immer das beurteilt werden soll ) verboten werden.

        Es ist ganz einfach: Kinder sollten selbst entscheiden, ob sie Sport machen wollen oder nicht. Das Verletzungsrisiko gehört dazu, das müssen sie dann tragen. Verpflichtender Sportunterricht ist genauso unnötig wie ein Verbot von gefährlichen Sportarten.

        Zudem wird auch im Sportunterricht niemand mit Gewalt dazu gezwungen irgendetwas zu tun. Wenn ein Kind sich wirklich weigert, wird es das auch im Allgemeinen nicht tun müssen.

        Da bin ich mir nicht so sicher.

      • Alfons Says:

        Es ist ganz einfach: Kinder sollten selbst entscheiden, ob sie Sport machen wollen oder nicht. Das Verletzungsrisiko gehört dazu, das müssen sie dann tragen.

        Genau das geht eben nicht. Erziehungsberechtigte dürfen ein etwaiges Verletzungsrisiko nicht einfach auf die Kinder abschieben. Entwicklungspsychologisch sind sie bis zu einem gewissen Alter eben einfach nicht in der Lage mittelbare Gefahren und Schmerzen realistisch einzuschätzen. Andererseits ist die motorische Entwicklung der Kinder ähnlich wichtig wie die kognitive und der Ansatz das Kinder nur etwas lernen sollen, wenn sie es selber wollen führt auch nicht weit.

        Zum zweiten Punkt: Jemand mit Gewalt zum Sport treiben zu zwingen (im Gegensatz zur reinen Anwesenheit beim Sportunterricht) wäre in der Tat strafbar. Also besteht hier doch die Entscheidung innerhalb der bestehenden Gesetze im Grundsatz.

  2. W. Caldonazzi Says:

    @arprin:

    Selbstverständlich gehört zur Religionsfreiheit anerkannter Glaubensgemeinschaften auch der diese Gemeinschaft schaffende und bestimmende Ritus.

    Was die Juden betrifft, handelt es sich nicht nur um eine Religionsgemeinschaft, sondern um eine Schicksalsgemeinschaft, die sich über ihre Abstammungsgeschichte, ihre Normen und ihre Traditionen definiert. Juden haben dieses Beschneidungsmerkmal als Zeichen ihrer Ethnie seit mehr als 3000 Jahren auf sich genommen, obwohl es sie in feindlich gesinnter Umgebung stigmatisierte.

    Der Seleukide Antiochos IV. Epiphanes hat bereits vor 2200 Jahren mit Gewalt versucht, den jüdischen Kult der Beschneidung zu verbieten. Die Antwort darauf war der Aufstand der Makkabäer und die Errichtung der Hasmonäer-Herrschaft. Der römische Kaiser Antoninus Pius hat es 300 Jahre später wieder versucht. Die Juden wehrten sich mit dem Bar-Kochba-Aufstand, um ihre Identität zu bewahren, mit all den schrecklichen Folgen der Diaspora für die nächsten mehr als 1800 Jahre.

    Und dann kommt ein Atheist und Pseudolibertärer wie du daher und erklärt die jüdische Beschneidung für ein strafbares Delikt.

    Weder am deutschen Wesen (Geibel), was immer das sein mag, noch am Atheismus oder am Liberalismus wird die Welt genesen, auch nicht am Sozialismus oder am Kapitalismus und auch bestimmt nicht am Globalismus.

    Schon gar nicht wird die Welt besser, wenn sich traditionslose Ignoranten des Wohles jüdischer Säuglinge annehmen wollen. Gerade um jüdische Kinder braucht sich kein Nichtjude zu sorgen. Deren 2600-jährige Überlebensgeschichte (seit dem Babylonischen Exil) ist Beweis genug.

    Kümmert euch um die nichtjüdischen verwahrlosten, ausgebeuteten und malträtierten Kinder.

    PS: Die Beschneidung im Islam ist ein ganz anderes Thema. Wer das nonchalant mit der jüdischen Beschneidung gleichsetzt, braucht Nachhilfe.

    • arprin Says:

      Selbstverständlich gehört zur Religionsfreiheit anerkannter Glaubensgemeinschaften auch der diese Gemeinschaft schaffende und bestimmende Ritus.

      Das „Selbstverständlich“ ist kein Argument, mit dem du meine Argumente widerlegt hättest.

      Was die Juden betrifft, handelt es sich nicht nur um eine Religionsgemeinschaft, sondern um eine Schicksalsgemeinschaft, die sich über ihre Abstammungsgeschichte, ihre Normen und ihre Traditionen definiert. Juden haben dieses Beschneidungsmerkmal als Zeichen ihrer Ethnie seit mehr als 3000 Jahren auf sich genommen, obwohl es sie in feindlich gesinnter Umgebung stigmatisierte.

      Das ist doch völlig egal, da es mit der Frage, ob es sich um eine Verletzung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit handelt, überhaupt nichts zu tun hat. Außerdem sind Rechte nicht dazu da, um Kollektive zu schützen, sondern nur Individuen.

      Der Seleukide Antiochos IV. Epiphanes hat bereits vor 2200 Jahren mit Gewalt versucht, den jüdischen Kult der Beschneidung zu verbieten. Die Antwort darauf war der Aufstand der Makkabäer und die Errichtung der Hasmonäer-Herrschaft. Der römische Kaiser Antoninus Pius hat es 300 Jahre später wieder versucht. Die Juden wehrten sich mit dem Bar-Kochba-Aufstand, um ihre Identität zu bewahren, mit all den schrecklichen Folgen der Diaspora für die nächsten mehr als 1800 Jahre.

      Dann soll man also die Rechte von Individuen nicht schützen, wenn sich Leute mit Gewalt dagegen wehren?

      Und dann kommt ein Atheist und Pseudolibertärer wie du daher und erklärt die jüdische Beschneidung für ein strafbares Delikt

      Wie kommen immer nur so viele Menschen auf die Idee, dass ich ein Libertärer sei? Ich bin Liberaler.

      Weder am deutschen Wesen (Geibel), was immer das sein mag, noch am Atheismus oder am Liberalismus wird die Welt genesen, auch nicht am Sozialismus oder am Kapitalismus und auch bestimmt nicht am Globalismus.

      Am deutschen Wesen vielleicht nicht (wobei ich keine genaue Definition vom deutschen Wesen kenne), am Atheismus allein auch nicht und am Sozialismus ganz sicher nicht. Aber am Liberalismus und Kapitalismus definitiv.

      Schon gar nicht wird die Welt besser, wenn sich traditionslose Ignoranten des Wohles jüdischer Säuglinge annehmen wollen. Gerade um jüdische Kinder braucht sich kein Nichtjude zu sorgen. Deren 2600-jährige Überlebensgeschichte (seit dem Babylonischen Exil) ist Beweis genug.

      Für mich spielt es keine Rolle, welche Konfession das Kind hat, ich lehne auch die Beschneidung von muslimischen, christlichen oder atheistischen Kindern ab. Warum sollte man sich nicht um das Wohl von Kindern sorgen?

      Kümmert euch um die nichtjüdischen verwahrlosten, ausgebeuteten und malträtierten Kinder.

      Hast du den Artikel nicht gelesen?

      PS: Die Beschneidung im Islam ist ein ganz anderes Thema. Wer das nonchalant mit der jüdischen Beschneidung gleichsetzt, braucht Nachhilfe.

      Ich habe gar nicht von Beschneidung im Islam gesprochen.

  3. besucher Says:

    Soweit ich weiß ist man automatisch Jude wenn man von einer jüdischen Mutter abstammt. Von Beschneidung ist in der Abstammungslehre nicht die Rede.

  4. Bohumil Řeřicha Says:

    Niemals hat Recht an Kinder oder anderen den Schmerz machen. Nicht einmal aus religionischen Gründen.

    • arprin Says:

      Leider hat der Staat entschieden, dass Erzieher Kindern den Mund zukleben dürfen:
      http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kindern-in-wertheim-mund-zugeklebt-ermittlungen-eingestellt-a-901026.html
      „Dürfen Erzieherinnen kleinen Kindern den Mund zukleben, um sie zum Schweigen zu bringen? Sie dürfen, findet die Staatsanwaltschaft Mosbach: Entsprechende Ermittlungen gegen zwei Frauen stellte die Behörde weitgehend ein. Es habe in den meisten Fällen keine körperliche Beeinträchtigung gegeben, hieß es.“

      • Alfons Says:

        Bei aller Empörung – den Eltern steht es natürlich frei ihre Kinder nicht mehr in diesen Kindergarten zu geben – aber wo liegt hier eine strafbare Handlung. Die Aktion war anscheinend schmerzfrei und die Kinder hatten keine wichtigen körperlichen Beeinträchtigungen. Eine Körperverletzung war es wohl nicht. Wie sollte denn ein Gesetzt aussehen, dass so etwas verbietet, ohne entweder total willkürlich auslegbar oder vollkommen speziell (Kindern den Bund mit Klebestreifen zukleben verboten ) aussehen?

      • arprin Says:

        Wie sollte denn ein Gesetzt aussehen, dass so etwas verbietet, ohne entweder total willkürlich auslegbar oder vollkommen speziell (Kindern den Bund mit Klebestreifen zukleben verboten ) aussehen?

        Es ist nicht willkürlich, wenn man das Mund zukleben als psychische Qual für Kinder ansieht.

      • Alfons Says:

        Es ist nicht willkürlich, wenn man das Mund zukleben als psychische Qual für Kinder ansieht.

        Mag sein. juristisch bestehen an „Quälen“ jedoch weit höhere Anforderungen. Insofern ist das keine Antwort auf meine Frage, sondern nur die EInführung eines neuuen schwammigen Begriffs. Ein trotziges Kind durch die Gegend zu schleifen, das Licht auszustellen obwohl das Kind dann große Angst vor Gespenstern hat oder ein Baby einfach schreien zu lassen, sind sicherlich ähnliche Kaliber bzgl. der Wirkung auf das Kind. Sollen das nun auch alles strafbare Handlungen durch Erziehungsberechtigte sein, wenn die zuführung einer psychischen Qual unter Strafe steht?

  5. bohu reri Says:

    Ich danke für Information und sende herzlichen Gruss aus Tschechien.

    Bohumil Rericha

  6. W. Caldonazzi Says:

    @arprin:

    Mir ist es eigentlich völlig wurscht, ob du dich als Liberaler oder Libertärer siehst. Was sich heute alles libertär bzw. liberal nennt, ist so diffus, wie katholisch, protestantisch, konservativ, reaktionär, progressiv und links und rechts. Nenn dich, wie du willst.

    Aber wenn du dich schon als liberal bezeichnest, solltest du nicht gerade auf staatliche Unterstützung pochen, wenn du dem Judentum sein identitätsstiftendes Ritual der Beschneidung verbieten willst.

    Die Juden gibt es schon etwas länger als dein liberales Weltbild. Und dein liberaler Wertekanon schreibt dir vor, dass das Individuum vor staatlicher Gewalt zu schützen ist. Das gilt auch für jeden einzelnen jüdischen Säugling, der das Recht hat, entsprechend den Normen seiner Gemeinschaft sozialisiert zu werden. Oder willst du mittels Strafrecht die jüdische Gemeinschaft kriminalisieren?

    Das ganze Gezeter um die jüdische Beschneidung ist ein Stellvertreterkrieg, den Atheisten/Agnostiker führen, die sich einen Dreck um das Wohl jüdischer Säuglinge scheren.

    Dein liberaler Normenkatalog wird gerade durch islamische Herrschaftsansprüche kräftig konterkariert und das mit äußerst brutalen Mitteln. Ich zweifle stark daran, dass dagegen liberale Weltsicht etwas ausrichten wird.

    PS: Ich finde deinen Blog durchaus lesenswert und deine Meinung interessiert mich. Das heißt aber nicht, dass ich dir in allem und jedem zustimme.

    • arprin Says:

      dein liberaler Wertekanon schreibt dir vor, dass das Individuum vor staatlicher Gewalt zu schützen ist. Das gilt auch für jeden einzelnen jüdischen Säugling, der das Recht hat, entsprechend den Normen seiner Gemeinschaft sozialisiert zu werden.

      Das Individuum ist nicht nur vor staatlicher Gewalt zu schützen, sondern auch vor Gewalt durch Menschen, die nicht den Staat repräsentieren. Und wie gesagt: Rechte gelten nur für Individuen, nicht für Kollektive/Gemeinschaften. Jeder sollte, wenn er volljährig ist, selbst entscheiden, ob er beschnitten werden will oder nicht.

  7. W. Caldonazzi Says:

    @arprin:

    Tut mir leid, aber ich kann deinem Fanatismus nicht folgen. Ein Individuum ist keine autarke Insel. Das trifft auf Säuglinge zu und auf Erwachsene. Auch du bist ein Liberaler mit starker Bindung an Gleichgesinnte. Ohne deine Gruppenbindung bist du nichts. Denk einmal darüber nach, wie du dich fühltest, wenn du der einzige Liberale wärst. Was wärst du dann? Ein Nichts!

    Es steht dir nicht zu, die Riten einer Gruppe zu kriminalisieren, die unsere Kultur wesentlich geprägt hat. Und es steht dir nicht zu, deinen liberalen Egotrip undifferenziert und unreflektiert auf alles zu übertragen.

    Die Beschneidung im Judentum geht dich als Nichtjuden schlicht nichts an. Gerade als Liberaler müsstest du das akzeptieren können.

    Es ist einfach absurd, dass gerade vermeintlich Liberale nach staatlichem Strafrecht rufen, wenn es um jüdische Beschneidungen geht.

    • arprin Says:

      Ein Individuum ist keine autarke Insel. Das trifft auf Säuglinge zu und auf Erwachsene. Auch du bist ein Liberaler mit starker Bindung an Gleichgesinnte. Ohne deine Gruppenbindung bist du nichts. Denk einmal darüber nach, wie du dich fühltest, wenn du der einzige Liberale wärst. Was wärst du dann? Ein Nichts!

      Wo habe ich denn gesagt, dass man alle Kollektive auflösen soll? Ich sagte nur: Kollektive haben keine Rechte.

      Es steht dir nicht zu, die Riten einer Gruppe zu kriminalisieren, die unsere Kultur wesentlich geprägt hat.

      Warum denn nicht?

      Die Beschneidung im Judentum geht dich als Nichtjuden schlicht nichts an. Gerade als Liberaler müsstest du das akzeptieren können.

      Liberale plädieren dafür, die Rechte aller Menschen zu achten, ob Jude oder Nichtjude.

  8. besucher Says:

    OT: Wenn man sich mal die Nummer in London anschaut dann hatte Akif Pirincci doch nicht so Unrecht, oder?

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