Die Angst vor dem Volkstod

In Kanada dürfen gleichgeschlechtliche Paare heiraten und Kinder adoptieren

Die Homo-Ehe: Gefahr für das Überleben der Gesellschaft?

Jürgen Elsässer, Thilo Sarrazin, Eva Herman und Peter Scholl-Latour – welches kranke Anliegen schafft es, dieses Quartett zusammenbringen? Die Antwort lautet: Der Kampf gegen die Homo-Ehe. Die zweite Compact-Konferenz für Souveränität am 23. November in Leipzig trägt den Titel „Werden Europas Völker abgeschafft? Familienfeindlichkeit, Geburtenabsturz und sexuelle Umerziehung“. Sarrazin, Herman und Elsässer sind hier ganz in ihrem Element, dem Großmeister Scholl-Latour fällt die Aufgabe zu, den geopolitischen Rahmen des absterbenden Europas zu skizzieren. Gäste aus Frankreich und Russland sollen über den „französischen Volkswiderstand gegen die Homo-Ehe“ und „Putins Erfolge in der Familienpolitik“ berichten.

Es ist nichts Ungewöhnliches, das konservative Familienschützer unbedingt wollen, dass der Staat die Geburtenrate reguliert. Aber das auch ein FDP-Mann das Lied vom Volkstod singt, ist schon etwas überraschender. Der FDP-Kandidat Reinhard Günther meinte in einem Text, der mittlerweile nicht mehr zugänglich ist, dass schwule Eltern ihre Kinder schwul machen, dies eine Gefahr für die Gesellschaft sei und die Homo-Ehe deshalb nicht mit der traditionellen Ehe gleichgestellt werden sollte. Die Angst vor dem Volkstod scheint also nicht nur Konservative zu befallen. Ein weiteres Beispiel, auf dass ich näher eingehen will, stammt von einem russischen Blogger.

„Apxwn“ beschäftigt sich normalerweise mit dem Thema Syrien und dem Nahen Osten allgemein, wobei er weitgehend der russischen Linie folgt und regelmäßig Frontberichte vom russischen Journalisten Marat Musin, der dem syrischen Regime nahesteht, ins Deutsche übersetzt. In einem vor zwei Wochen erschienen Artikel wollte er ein anderes russlandspezifisches Thema ansprechen, und zwar die Aufregung um das russische Anti-Schwulen-Gesetz. Einige Vorfälle während des Biathlon-Weltcups in Sotschi haben das Thema in den westlichen Medien hochgespült. Apxwn verteidigt aber auch hier die russische Linie und hält die Empörung im Westen für unnötige Hysterie.

Gleich vorweg eine kurze Bemerkung: etwas zu kennen oder sich mit etwas zu beschäftigen ist nicht modern. Wähler und Steuerzahler sollen in Slogans, simplen Symbolen und Hashtags denken. Solche Hashtags, wie beispielsweise “Antisemit”, oder “FreeSyria”, oder eben “homophob” braucht man dann bloß in den Kontext eines anzugreifenden Ziels zu bringen, und schon rollt die Lawine.

Eine zutreffende Analyse. Weitere Hashtags, die mir einfallen, sind „Zionist“, „FreePalestine“ oder „ProFamilie“, die gerne von Leuten gebraucht werden, die Apxwn’s Ansichten nahestehen und oft ohne Fachkenntnis agieren. Vielleicht kann man sich darauf einigen: Es gibt wichtige Themen, die sich hinter Hashtags verstecken können, aber das bedeutet nicht, dass jeder, der ein Hashtag benutzt, auch etwas von diesen Themen weiß.

Anlaß für die aktuelle Empörung der zivilisierten Welt ist ein russisches Gesetz, das die Propaganda von sexuellen Deviationen unter Minderjährigen verbietet.

Unter Propaganda versteht man die Werbung für eine Sache. Das russische Gesetz verbietet nicht nur die Propaganda, sondern schon das bloße Erwähnen der Existenz von Homosexualität. Wenn jemand die Regenbogenfahne oder ein Plakat mit der Aufschrift „Homosexualität ist normal“ hochhält, macht er sich bereits strafbar. Und „unter Minderjährigen“ bedeutet bekanntlich „in der Öffentlichkeit“. Also: Das Gesetz verbietet es, in der Öffentlichkeit die Existenz von Homosexualität anzusprechen.

Wie auf Kommando sprangen sie alle an: “Homphobe Isinbajewa gehört abserviert”, titelt, stellvertretend für alle, die “Welt”, aber die Toleranz der Gutmenschen ging noch weiter. Der italienische Politiker Gianluigi Piras meinte sinngemäß: “Isinbajewa! Du solltest auf der Straße vergewaltigt werden!”. … ein US-amerikanischer, im toleranten Berlin lebender Spinner entblödet sich nicht, bei RT auf eine Frage nach Bradley Manning seine Regenbogenhosenträger umzuschnallen und themenfremden Stuß zu reden.

Richtig, die Aufregung ging in einigen Fällen sicher zu weit. Was der italienische Politiker Gianluigi Piras sagte ist natürlich zu verurteilen, und auch die Nummer von James Kirchik war nicht unbedingt notwendig – auch wenn sie einer guten Sache diente und Russia Today trotzdem ein Scheißsender ist. Wie Apxwn richtigerweise feststellt, war es auch absurd anzunehmen, dass der Kuss von Xenia Ryschowa und Julia Guschina als Protest gegen das Anti-Schwulen-Gesetz gemeint war, wie einige westliche Medien glaubten.

An sich besteht dieses Problem nicht. Jede beliebige Gesellschaft, von der einzelnen Familie bis hinauf zu ganzen Zivilisationen, baut ihr Leben auf der Grundlage von Verboten, oder Tabus auf. … Das wichtigste Wort, das man einem Kind sagt, sobald es laufen lernt, ist “Nein”. Du darfst nicht. Einfach aus dem Grunde, dass dies der einzige Weg ist, auf dem dieses Kind solange lebt, bis es seinen eigenen Kindern einmal “Nein” sagen kann. Verbote, Tabus und Rahmen bilden den Lebenswandel und das Verhalten, welches man als “Norm” bezeichnet. Diese Normen sind überall verschieden, aber auch überall logisch und durch Jahrtausende menschlicher Geschichte herausgebildet worden.

Juden und Araber dürfen kein Schweinefleisch essen, und fertig. Damit es keine Fragereien gibt, ist dieses Verbot als religiöses Dogma formuliert worden. Die Dummen brauchen es nicht zu verstehen, die Klugen begreifen es von allein – in den Breiten, in denen diese Völker historisch ansässig waren, verdirbt Schweinefleisch bereits nach einer Stunde an der Sonne. Die Beschneidung ist ein ähnlich Ding. Hygiene. Halte dich dran oder stirb, genau wie der Wachmann, der im Dienst eine geraucht hat.

Es ist äußerst abenteuerlich zu behaupten, dass jedes Tabu in der Menschheitsgeschichte irgendeinen tieferen, guten Sinn hatte. Es gibt Gesellschaften, in denen Verbote völlig unsinnig waren und den Menschen geschadet haben. Und selbst wenn traditionelle Verbote mal einen Sinn hatten: Wir leben heute im 21. Jahrhundert. Die Sklaverei war auch mal ein Fortschritt, aber heute nicht mehr notwendig. Sowie das Verbot von Schweinefleisch oder die Beschneidung heute unnötig sind, da wir Kühlschränke und die moderne Medizin haben.

Mit den verschiedenen Deviationen sieht es auch so aus. Man kann sie nicht abschaffen, wohl aber ihre Verbreitung eindämmen – womit man der Gesellschaft eine Überlebenschance gibt. Die Norm ist nämlich genau das Verhalten, das vom Gesichtspunkt des Überlebens optimal ist, sowohl für den Einzelnen, als auch für die gesamte Gattung.

Homosexualität gefährdet das Überleben der Gesellschaft? Eine erstaunliche Aussage. Wie wir wissen, hat Russland ein Problem mit seiner niedrigen Geburtenrate. Schauen wir uns mal die Geburtenraten von einigen toleranten Ländern an und vergleichen sie mit Russland. In den USA gibt es regelmäßig Gay Pride-Paraden und in einigen Bundesstaaten gibt es die Homo-Ehe. Das einzige Land im Nahen Osten, das mit Homosexuellen tolerant umgeht, ist Israel. Wie sehen die Geburtenraten in den USA und Israel aus? Laut dem CIA World Factbook lag sie im Jahr 2013 in den USA bei 2,06, in Israel bei 2,65. Und in Russland? 1,61. Im Iran, einem Land, in dem auf Homosexualität die Todesstrafe steht, lag sie bei 1,86.

Offenbar gibt es keinen Zusammenhang zwischen der Toleranz für Homosexualität und der Geburtenrate. Warum auch? Außerdem: Wenn homosexuelle Russen dadurch, dass sie keine Kinder zeugen können, das Überleben der russischen Gesellschaft bedrohen, dann gefährden auch heterosexuelle Russen, die keine Kinder zeugen, ihre Gesellschaft. Dazu zählen z.B. die orthodoxen Bischöfe, die zum Zölibat verpflichtet sind. Folglich müsste das Erwähnen der Existenz von orthodoxen Bischöfen in der Öffentlichkeit unter Strafe stehen (erwähnenswert ist auch, dass die Unterdrückung von Homosexualität eher zu ihrer Verbreitung führt: Das Land mit der höchsten Homosexuellenrate ist Saudi-Arabien).

Kann man dem Gesagten soweit folgen, so ist die Sache mit dem Propagandaverbot von Homo- und sonstiger Sexualität durchaus zu verstehen. Die “nichttraditionelle” (im Sprachgebrauch der Russen) sexuelle Orientierung eines Individuums ist eine Deviation, welche die Stabilität der Gesellschaft erschüttert. Es heißt, ein Mann muss einen Baum pflanzen, einen Sohn großziehen und ein Haus bauen. Das ist seine Pflicht der Gesellschaft gegenüber. Schon einfach aus dem Grund, dass es jemanden gab, der ihn geboren und erzogen hat, er irgendwo gelebt hat und Sauerstoff atmet. Die Geringschätzung dieser Pflicht macht diesen Menschen für das Überleben der Gesellschaft nutzlos. Und regelrecht gefährlich ist die Demonstration und das Aufzwingen eines solchen Lebenswandels als “Norm”. Die Gesellschaft hat deswegen jedes Recht, sich und ihre Zukunft davor zu schützen.

Ein Mann hat natürlich nicht die „Pflicht“, Kinder zu bekommen, ein Haus zu bauen und einen Baum zu pflanzen, und schon gar nicht gegenüber „der Gesellschaft“. Es ist seine freie Entscheidung. Doch hier handelt es sich um eine Grundsatzfrage: Apxwn scheint Menschen nur als Teil eines Kollektivs wahrzunehmen, gemäß dem Motto „Der Einzelne zählt nichts, die Gemeinschaft alles“ oder „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“, während ich Menschen in erster Linie als Individuen sehe, die frei über ihr Leben entscheiden sollten, ohne jede bereits durch die Geburt, also quasi als Erbsünde, vorgeschriebene Verpflichtungen gegenüber anderen Menschen (außer die, dass man ihre Rechte achtet) oder Pseudo-Kollektiven wie dem „Staat“, der „Nation“ oder der „Gesellschaft“.

Das Ding ist, dass genau ab dem Moment, in dem die Gay-Lobby mit ihrem Geheul über ihre vermeintliche Diskriminierung aufhört, sich keiner mehr an sie erinnern wird. Das Problem besteht weniger in der Gesellschaft, als vielmehr in diesen Leuten. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt.

In einem Land, in dem Meinungsfreiheit herrscht, sollte jeder über alles rumheulen dürfen, was er will. Die Diskriminierung von Minderheiten endet nicht einfach, wenn sich die Betroffenen nicht mehr über ihre Diskriminierung beschweren dürfen. Die Christen in Saudi-Arabien dürfen sich nicht über ihre Diskriminierung beschweren, bedeutet das, dass es keine Diskriminierung von Christen in Saudi-Arabien gibt?

Sieht man Männer, die wie Frauen gekleidet sind, und ihr übertriebenes, vulgäres Gebaren, so nimmt der “normale” Mensch das unterbewußt als eine rituelle Schändung der Frau wahr. Die legalisierte, dauerhafte Schändung eines Symbols führt nun zu dessen allmählicher Entwertung im öffentlichen Bewusstsein. Mit anderen Worten, die “Gay-Prides” erniedrigen und zersetzen wirklich die Frau als ein kulturelles Phänomen, für deren Schutz Mann schon allein genetisch zuständig ist.

(…)

Das Lobbieren der “Gay-Kultur” ist neben allem anderen ein Versuch, die Freiheit derer einzuschränken, die einfach nur normale Menschen sein wollen.

(…)

“Homo”-Aktivisten sind in alledem Adepten einer Antikultur, sie schmähen unentwegt das, was die Kultur als männlich und als weiblich kennt, spechen normalen Beziehungen zwischen Männern und Männern, zwischen Männern und Frauen hohn.

Wenn eine Gesellschaft sich mit Gesetzen vor “Gay-Prides” schützt, so schützt sie auch das Bewußtsein der Menschen vor Schizophrenie. Vor Spaltung. Es ist nicht möglich, Frauen zu achten und es gleichzeitig zu gestatten, sie zu schänden, eine solche Schändung gutzuheißen oder gar daran teilzunehmen.

Die von Apxwn so betitelte „Schändung von Frauen“, ob bei Gay Pride-Paraden oder bei Spring Breaks, muss man nicht gutheißen, um sie nicht zu verbieten. Man kann natürlich auch Dinge tolerieren, die man nicht gut findet. Niemand wird gezwungen, an einer Gay Pride-Parade teilzunehmen oder sie sich anzusehen. Wenn man Pech hat, wird man im Verkehr behindert. Die Lösung hierfür wäre, die Straßen zu privatisieren, anstatt Gay Pride-Paraden in öffentlichen Straßen zu verbieten. Straßeneigentümer, die keine Gay Pride-Paraden wollen, könnten diese in ihren Straßen verbieten (die Straßenprivatisierung ist aber wieder ein Thema für sich).

Mit einem solchen “Nein” beginnt die Freiheit. Und dieses russische “Nein” hat Europa gehört und überwiegend auf der geistigen Ebene seiner Dekadenz rezipiert. Es geht nicht um irgendwelche Rechte von “Homosexuellen”, sondern um diese Freiheit. Das zeigen die Schlagzeilen der demokratischen Westpresse und besonders die exemplarische Äußerung von Gianluigi Piras: es ist der ganz banale Frauenhaß dekadenter und wertefreier Menschen. Dem Aufzwingen einer solchen Antikultur als Norm können und müssen die Russen natürlich “Njet” sagen.

Freiheit bedeutet alles tun zu dürfen, solange nicht die Rechte anderer Menschen verletzt werden. Wenn Menschen verhaftet werden, nur weil sie eine Regenbogenfahne hochhalten, hat das nichts mit Freiheit zu tun. Mit einem solchen „Nein“ endet die Freiheit. Es wird eine Antikultur – nämlich die Verachtung für alles, was vom gesellschaftlichen Durchschnitt abweicht, die Tyrannei der Mehrheit – als Norm aufgezwungen. Menschen, die dies befürworten, sind in der Tat dekadent und wertfrei.

Es gibt übrigens durchaus Russen, die nationalistisch sind und gleichzeitig die Unterdrückung von Homosexualität in ihrem Land nicht befürworten. Zwar fürchten auch sie den russischen Volkstod, aber nicht aufgrund von Gay Pride-Paraden, sondern wegen der Rassenmischung. Das Magazin Vice hat im Juni einen schwulen Neonazi aus Russland, der Mitglied bei „Gay Aryan Skinheads“ ist (eine andere Gruppe heißt „Gay Aryan National-Socialists“), interviewt. Was er sagt, hat ein hohes satirisches Potenzial:

Wie stehst du zu homophoben Nazi-Skinheads?
Nicht alle heterosexuellen Nationalisten sind Homophobe. In vielen Fällen sind sie sogar latent homosexuell. Wir bekämpfen nationalistische Homophobe genauso, wie wir andere Homophobe bekämpfen. Sie sind nichts Besonderes für uns.

(…)

Wie antwortest du Leuten, die sagen, dass Homosexualität und Nationalsozialismus nicht gerade Bettgenossen sind?
Unsere sexuelle Orientierung hindert uns nicht daran, Nationalisten zu sein. Der Geist des Nationalismus kann, unabhängig davon, in jedem von uns vorhanden sein. In Russland sind die Rechte von Homosexuellen enorm eingeschränkt, und wir können nicht einfach ruhig rumsitzen, wenn eine Person getötet wird, nur weil er homosexuell ist. Viele Leute aus dem Kaukasus gehen rabiat gegen Schwule vor. Jemand muss den Druck, der auf roher Gewalt basiert, erwidern.

Wie reagierst du auf Menschen, die sagen, dass Hitler Homosexuelle nicht unbedingt gemocht hat?
Zur damaligen Zeit waren sehr harte Maßnahmen angesagt, aber sie haben funktioniert und Früchte getragen. Ich denke nicht, dass Hitler selbst wollte, dass Homosexuelle in die Gaskammern wandern, aber die Ideologie verlangte das.

Man sieht: Es gibt Leute, die komisch, und andere, die unfreiwillig komisch sind.

4 Antworten to “Die Angst vor dem Volkstod”

  1. Silem Says:

    Warum kann man dich eigentlich nicht wählen?

  2. blub Says:

    Deinen Text finde ich sehr gut, besonders die Stelle mit dem schwulen Nazi ist witzig 😀
    Aber bei der Erlaubnis von Gay-Demos auf Privatstraßen wird es seltsam.
    Es stimmt also der Eigentümer darüber ab, wer auf seiner Straße Demos machen darf. Wer ist jetzt der Eigentümer der Straße? Der Staat, richtig? Und der russische Staat hat abgestimmt, dass Schwule keine Demos mehr auf seinen Straßen machen dürfen. Die Argumente dafür sind bekloppt, aber die Mehrheit der russischen Staatsbürger stimmt dem zudem soweit ich weiß zu und ihre Repräsentation, die Duma hat in ihrem Namen dieses Gesetz verabschiedet.
    Nun könnte man sagen, dass kapitalkräftige Homofreunde russische Straßen kaufen könnten (uhh, das ergäbe bestimmt eine super Verschwörungstheorie :D) und somit Gayparaden legalisiert würden. Hier müsste aber mit wahrscheinlich enorm hohen Sicherheitskosten gerechnet werden, schließlich würde es vermutlich wie in Frankreich zu großen Anti-Gay-Demos kommen. Die Bevölkerung und vielleicht ihre eigenen Polizeikräfte/Sicherheitsproduzenten/Rackets würden also über Ausgleichsverträge oder rohe Gewalt dem schwulenfreundlichen Straßeneigner ihr Recht aufdrücken. So Leid es mir tut, auch in einer Privatrechtsgesellschaft, so sie just eingeführt würde, würde es mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den jetzigen Zustand hinauslaufen. Oder irre ich mich und die russische Gesellschaft ist an sich garnicht so repressiv eingestellt und nur die herrschende Nomenklatur vertritt diese Meinung? Und wie ist die Meinung in den unterschiedlichen Schichten, was gerade im Bezug auf Anarchokapitalismus, denke ich, nicht unwichtig ist. Oder meinst du, der russischen Bevölkerung wäre es zu teuer, privaten Straßeneignern ihr seltsames Recht aufzudrücken?

    • arprin Says:

      In öffentlichen Straßen sollte jeder Demonstrationen abhalten dürfen, da die Straßen als Gemeineigentum gelten. In privaten Straßen kann der Privateigentümer entscheiden, welche Demonstrationen er dulden will und welche nicht.

      Wenn ein Großteil der Bevölkerung homophob eingestellt ist, kann es natürlich passieren, dass die Privateigentümer so sehr unter Druck gesetzt werden, dass es wieder auf den jetzigen Zustand hinausläuft. Aber es gäbe dennoch höhere Chancen für Gayparaden als zurzeit mit dem staatlichen Verbot.

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