Kennedys Leistungen

Sein Mythos lebt weiter

Sein Mythos lebt weiter

Der 22. November 2013 war der 50. Jahrestag des Attentats auf John F. Kennedy. In den Medien wurde an ihn erinnert, Fernsehen und Zeitungen hatten ein Thema für einen ganzen Tag und die Verschwörungstheorien hatten natürlich wie erwartet Hochkonjunktur (ich frage mich ja, warum Jackie Kennedy von niemandem verdächtig wurde. Sie hatte ein Motiv und war am nächsten dran. Aber die wahrscheinlichste Theorie ist noch immer Herzversagen).

Nur wenige sprachen die Wahrheit aus: Kennedy wurde nur durch seine Ermordung zum Mythos. Es ist auch schwer, als Präsident vieles zu leisten, wenn man weniger als drei Jahre im Amt war. Während seiner Präsidentschaft verantwortete er zudem einige Fehler, so z.B. die fehlgeschlagene Schweinebucht-Invasion und die weitere Involvierung in Vietnam. Sein Besuch in Berlin war reine Symbolpolitik. Aber er vollbrachte die Leistung, einen Atomkrieg mit der Sowjetunion zu verhindern, das muss man ihm zugestehen.

Es gibt zwei Aspekte von Kennedy, die heute in Vergessenheit geraten sind. Beim einen liegt es daran, dass es den Linken nicht gefallen dürfte. Es war nämlich niemand Geringeres als Kennedy, der zu den größten Steuersenkern in der Geschichte der USA gehörte. Im Jahr 1962 lag der Spitzensteuersatz bei barbarischen 91%. Er senkte ihn auf 65%, immer noch barbarisch, aber immerhin ein Fortschritt. Kennedy sagte in seiner Rede: „Jeder Dollar, der nicht in Steuern gezahlt wird, kann ausgegeben oder investiert werden und schafft Arbeits­plätze.“

Die Steuersenkungen zahlten sich aus: Die USA erlebten eine Zeit des Aufschwungs und die Schuldenquote sank, trotz des Vietnamkriegs. Diese Politik wurde später von Thatcher und Reagan, der den zwischenzeitlich wieder erhöhten Spitzensteuersatz von 70% auf 33% senkte, wiederholt. Kaum zu glauben, dass Reagan also ausgerechnet Kennedys Werk fortsetzte. Der zweite Aspekt ist heute wohl deshalb weitgehend vergessen, weil Kennedy sich damit zu Lebzeiten nicht profilieren konnte.

Im Jahr 1964 wurde das Buch „A Nation of Immigrants“ veröffentlicht, indem er sich gegen die amerikanische Einwanderungspolitik ausspricht. Seit dem Jahr 1924 galt der „Immigration Act„, der Quoten für jedes Land festlegte und die Masseneinwanderung beendete. Das System war völlig irrational und rassistisch. So wurden Ostasiaten als eine „unerwünschte Rasse“ bezeichnet. Wahrscheinlich sollten die Weißen vor billiger Konkurrenz geschützt werden (so wie bei der Durchsetzung von Mindestlöhnen in den 1930ern die Schwarzen benachteiligt wurden).

In seinem Buch lobte Kennedy, dessen Urgroßvater aus Irland stammte, die Einwanderung in die USA als eine der größten Erfolgsgeschichten aller Zeiten, lehnte die Quoten als unamerikanisch ab und forderte eine Liberalisierung der Einwanderungsregeln. Jeder Mensch sollte die Chance bekommen, sein Leben selbst aufzubauen. Robert F. Kennedy, der Bruder des Präsidenten, meinte im Vorwort, es hätte kein Anliegen gegeben, für dass sich sein Bruder mehr einsetzen wollte als für die Verbesserung der Einwanderungsgesetze.

Zwei Jahre nach Kennedys Tod wurde der INS Act verabschiedet, der den Immigration Act von 1924 revidierte, aber gleichzeitig neue Bestimmungen festlegte. Dennoch profitierten viele davon, so durften bis 1965 nur 105 Chinesen pro Jahr in die USA einreisen. Es gibt also durchaus auch rationale Gründe, um Kennedy als einen bedeutenden Präsidenten in Erinnerung zu behalten, auch wenn sich nur wenige daran erinnern. Wer weiß, vielleicht nimmt sich ja jemand ein Beispiel an ihm und senkt die Steuern und baut die Grenzzäune zu Mexiko ab.

2 Antworten to “Kennedys Leistungen”

  1. besucher Says:

    Hehe, dann kriegen die Mexikaner definitiv ihre Grenzen von vor 1848 wieder… Ich glaube das wollen die USA nicht und die Ex-Mexikaner auch nicht.

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