Antifaschistische Blockwarte

Wie groß ist der Unterschied zwischen Antifaschisten und Faschisten?

Seit zwei Wochen toben in Hamburg Straßenschlachten zwischen der Polizei und linksradikalen Antifaschisten, den sogenannten „Autonomen“. Es ist müßig, darüber zu diskutieren, worum es in diesen Kämpfen geht. Klar, die andere Seite übt Gewalt aus, sagen die Autonomen. Die Rote Flora, die Flüchtlinge aus dem Süden, die Gentrifizierung. Gewalt gegen Gewalt also. Polizisten mit Steinen zu bewerfen soll den Flüchtlingen helfen und die Gentrifizierung bekämpfen. Oder besser gesagt: Nein, natürlich nicht, aber es soll darauf aufmerksam machen.

Man sollte meinen, dass es bessere Wege gibt, um gegen Gewalt und den (vermeintlichen) Faschismus in unserer Gesellschaft vorzugehen als in den Straßen zu randalieren, Villen anzugreifen und Menschen zu verletzen, als wäre man eine wilde Horde von Barbaren. Dass es allen Beteiligten um Politik ging, kann man dabei getrost anzweifeln. In so gut wie jeder Randale – ob nun während G8-Gipfeln, nach Fußballspielen oder sonstwo – mischen sich Leute ein, denen Gewalt als Selbstzweck dient.

Aber nicht nur die Antifas sind das Problem. Die Hamburger Polizei ging offenbar mit einem völlig falschen Konzept an die Sache heran und hatte die Lage nie unter Kontrolle. Wer genau angefangen hat, ist eigentlich auch egal, die darauffolgenden Bilder sagen alles. Es zeigte sich, dass die Polizei mit diesen Randalierern nicht fertig werden konnte. Als ob das nicht genug wäre, will die neue Familienministerin Schwesig es nun möglich machen, dass anti-faschistische „Initiativen“ wieder stärker vom Staat gefördert werden.

Dazu soll die Extremismusklausel abgeschafft werden, nach der alle Initiativen gegen Rechtsextremismus, die vom Staat gefördert werden, sich zuvor zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen sollen. Das ist natürlich eine nicht hinnehmbare Diskriminierung von Linksradikalen, die abgeschafft werden muss. In Zukunft landen unsere Steuergelder also vielleicht bei antifaschistischen Blockwarten, die gegen den Faschismus protestieren, indem sie Autos anzünden.

Vielleicht wäre es angebrachter, jegliche Förderung für solche Projekte zu streichen und den Kampf lieber der Zivilgesellschaft und natürlich dem Strafrecht zu überlassen. Antifaschismus ist, genauso wie Antikommunismus, für jeden nach Freiheit strebenden Bürger notwendig, aber es sollte keine Einladung für Links- und Rechtsradikale sein, um an Staatsknete zu kommen. Die Polizei wiederum sollte, wenn sie schon den Bürgern nicht die Möglichkeit gibt, sich selbst zu verteidigen, mit den Randalierern besser fertig werden können.

53 Antworten to “Antifaschistische Blockwarte”

  1. Mechthild Mühlstein Says:

    Sind die leute, die, wenn auch auf vergleichsweise untaugliche art, auf probleme aufmerksam machen wollen tatsächlich »blockwarte«?

    Der begriff »blockwart« wurde zwischen 33 und 45 umgangssprachlich für niedere funktionäre der NSDAP oder anderer naziorganisationen verwendet. Die mußten eine »korrekte lebensführung« und selbstverständlich arische abstammung beweisen. Und Du hältst diesen begriff für »linke chaoten« die um ein besetztes haus, oder um das bleiberecht für ausländer, kämpfen tatsächlich für angebracht?

    Was mich ehrlich gnadenlos amüsiert, ist Dein verlangen nach dem bekenntnis zur hiesig herrschenden ordnung. Das selbe hat die DDR auch gefordert: bekenntnis zum staat. Und bloß nichts dagegen sagen.

    Du bist ein ehrlich vorbildlicher liberaler, der sich den vorstellungen Kristina Schröders unterordnet, denn wenn die leut hier auf die idee kämen, etwas anderes als diesen staat zu wollen, dann hätt es hier keine ordnung mehr.

    Ich les hier wirklich gern, Deine stringente logik haut mich immer wieder um.

    • arprin Says:

      Ich verlange kein Demokratiebekenntnis, das kam wohl falsch rüber. Einer meiner Lehrer war Rätekommunist. Ich verlange nur, dass Linksradikale nicht vom Staat gefördert werden, vor allem nicht, wenn sie zur Gewalt greifen. Und mit Kristina Schröder habe ich auch nichts am Hut.

      • Mechthild Mühlstein Says:

        @arprin
        Wenn Du Dir schon selbst widersprichst, habe ich erfreulicherweise keinen grund, das auch noch zu tun. Lieben dank, Du nimmst mir arbeit ab.

        Das gesetz, in dem drinsteht, daß linksradikale vereine »gegen rechts« nicht staatlich gefördert werden sollen, sofern sie sich nicht zum staat bekennen, das Du offenbar für gut und richtig hältst, stammt von der SchröderIn.

      • arprin Says:

        Ich will einfach, dass keine dieser Projekte staatlich gefördert werden. Dann ist auch sichergestellt, dass Rechts- und Linksradikale kein Geld vom Staat bekommen.

      • Mechthild Mühlstein Says:

        Es ist doch absurd: wenn faschisten einen anti-faschistischen verein gründen, mit welchem sie vorgeben, sich selbst zu überwachen, bekommen sie kohle vom staat, sofern sie sich zu ihm bekennen. Während andere, die das ablehnen und dem staat kritisch gegenüberstehen nichts kriegen.

        Weshalb sollte irgendwer geld vom staat für vereinsarbeit bekommen? Und von was für einem staat überhaupt? Braucht der mensch den zum leben?

      • arprin Says:

        Weshalb sollte irgendwer geld vom staat für vereinsarbeit bekommen? Und von was für einem staat überhaupt? Braucht der mensch den zum leben?

        Tja, das sind die Fragen auf die es eine Antwort zu finden gilt. Ich bin so weit dass ich nur einen Nachtwächterstaat für notwendig erachte, mit einem Sezessionsrecht für jedes Individuum.

      • Mechthild Mühlstein Says:

        Der »nachtwächterstaat« bietet den produktionsmitteleigentümern freiheit und denen, die davon ausgeschlossen sind den polizeiknüppel.

        Zumal ich, wie die mehrheit, zu letzteren gehöre, würde die forderung danach meinem persönlichen interesse an einem halbwegs guten leben widersprechen, schließlich bin ich kein selbstloser idealist.

        Was verstehst Du unter einem sezessionsrecht für jeden?

    • Carsten Says:

      Der begriff »blockwart« wurde zwischen 33 und 45 umgangssprachlich für niedere funktionäre der NSDAP oder anderer naziorganisationen verwendet. Die mußten eine »korrekte lebensführung« und selbstverständlich arische abstammung beweisen. Und Du hältst diesen begriff für »linke chaoten« die um ein besetztes haus, oder um das bleiberecht für ausländer, kämpfen tatsächlich für angebracht?

      Wenn ich an einen Blockwart denke assoziere ich damit zunächst seine Aufgabe: Normenkontrolle mit Sanktionsmöglichkeiten.
      Wenn dann ist dieser Begriff wohl eher so zu verstehen, als im Hinblick auf rassistische Zugangsbeschränkungen zu dieser Rolle.
      Oberflächlich betrachtet (ich hab keine Ahnung von der linksautonomen Szene) ist das Anzünden von Autos, weil jemand, der nicht passt, es wagt in „ihr“ Viertel einzudringen ein ähnliches Ding.
      Natürlich ist der ideologische Überbau ein anderer, für mich von Belang ist aber zuvorderst das Verhalten gegenüber anderen Individuen.

      • Mechthild Mühlstein Says:

        @ Carsten
        Was soll daran »links« sein, autos anzuzünden? In Berlin hat sich herausgestellt, daß die autos von einem unpolitischen, jedoch frustrierten jugendlichen angezündet wurden. Daß das »autoabfackeln« irgendwie »links« sei, hatte die bürgerliche presse konstruiert, weil denen das ins »feindbild« paßt.

        Wenn man es nicht unterlassen kann, steht es jedem frei, begriffe falsch zu benutzen.

        Das läßt allerdings nicht auf eine besonders differenzierte sicht auf die welt schließen. Ich lehne es beispielsweise ab, marktradikale als »faschisten« zu bezeichnen, das ist unter nicht-marktradikalen erstaunlich weit verbreitet.

        Es ist grundverkehrt, die sachen, die man nicht mag oder denen man eher skeptisch gegenübersteht, mit derartigen »totschlagbegriffen« auszustatten. Statt, daß man sich anschaut, womit man es zu tun hat, es analysiert und anschließend kritisiert und zwar in der sache, kann man so auf recht plumpe weise versuchen, den gegner unmöglich zu machen. Hilfreich, zu begreifen, was irgendwelche leute wollen, ist das nicht.

      • Carsten Says:

        Ich halte „links“ im Ggs zu Faschist für keinen Totschlagbegriff, mit ersteren kann man im Allg noch sachlich diskutieren.
        Ich habe bereits geschirben, dass ich keinen Einblick in die Szene habe, sie es der bürgerlichen Presse aber durch Bekennerschreiben auch einfach machen.
        Auch wenn Autabfackeln keinen Beitrag zur Gentrifizierungsdebatte liefern soll, weiss ich nicht, wie man sich aktives Handeln gegen Gentrifizierung anders vorstellen kann als als Normenkontrolle gegenüber möglichen Zuziehenden.
        Bestimmte Individuuen – jenen die sich die höheren Mieten leisten können – scheinen nicht besonders erwünscht zu sein.

      • Mechthild Mühlstein Says:

        Es ging doch gar nicht um den begriff »links«. Es ging um den begriff »blockwart«.

        Was für bekennerschreiben? Davon ist mir nichts bekannt.

        Es ist durchaus ein unterschied, ob staatliche funktionäre den bezirk »sauber« halten und aufpassen, daß sich keine ausländer, juden oder was auch immer man für unerwünschte personen hält, niederlassen. Oder aufgebrachte alteinwohner angst um ihre existenz haben und dann scheinbar bessergestellten leuten, die genau so auf lohnarbeit angewiesen sind und ebenfalls kein wohneigentum kaufen können, aber etwas mehr geld für die miete auf tasche haben, das leben unangenehm machen.

        Das mit den blockwarten ist eine folge von ideologie. Das vergrämen von leuten, die mehr miete zahlen könnten hingegen ist ein resultat der sogenannten marktwirtschaft. Die leut wollen nicht, daß ihnen die günstigen mieten verdorben werden. Das ist ein absurdes ding: eigentlich möchte doch jeder, der irgendwo wohnt, daß seine wohngegend aufgewertet und lebenswerter wird.

        Nur hat die sache in diesem wirtschaftssystem den haken, daß nicht für die leute, die da wohnen, aufgewertet wird, sondern für die zu erwartenden mieteinnahmen. Und denen stehen die alteinwohner im wege. So kommt es zu der absurden situation, daß die einwohner möchten, daß ihr stadtviertel möglichst verkommen bleibt, damit sie dort weiterhin wohnen können.

  2. besucher Says:

    Ich befürchte die Frau Mühlstein hat schon Probleme mit Leuten die dieses Staatswesen nur kritisieren und nicht permanent bedingungslos in Frage stellen. Born in the wrong state, I would say.

    • Mechthild Mühlstein Says:

      @besucher
      nein, ich habe generell überhaupt kein »problem mit leuten, die …«.

      Ich habe vielmehr ein problem mit schlecht durchdachter krititik an dingen, die man blöderweise kaum verbessern, sondern höchstens abschaffen könnte. Und das ist etwas anderes.

  3. Links der Woche | Freisinnige Zeitung Says:

    […] Jorge Arprin bei arprin: Antifaschistische Blockwarte […]

  4. Gutartiges Geschwulst Says:

    Mechthild Mühlstein sagt: „Der »nachtwächterstaat« bietet den produktionsmitteleigentümern freiheit und denen, die davon ausgeschlossen sind den polizeiknüppel.“

    Konkret bitte!
    Welche spezielle Freiheit wird „Produktionsmitteleigentümern“ zuteil, gegenüber denen, die keine Produktionsmittel besitzen, und inwiefern wird solchen, „die davon ausgeschlossen sind“ der Polizeiknüppel geboten?
    Werden Putzfrauen, Straßenkehrer, Fließbandarbeiter u.s.w von Polizeiknüppeln niedergeprügelt?
    Mir nicht bekannt.

  5. Gutartiges Geschwulst Says:

    P.S.

    Können entfesselte, linke Primaten als Produktionsmitteleigentümer gelten?
    Immerhin verfügen sie über Pflastersteine, Brandflaschen u.s.w., Produktionsmittel des Chaos und der geistigen Minderwertigkeit.

  6. Gutartiges Geschwulst Says:

    @Mechthild Mühlstein

    Sind Sie nicht fähig Ihr eigenes Gelaber zu beantworten? Immerhin habe ich Ihnen konkrete Fragen gestellt.

    • Mechthild Mühlstein Says:

      Du bist wahrlich ein unflat.

      Schon mal festgestellt, daß es auch leut gibt, die arbeiten müssen, und sich nicht jederzeit müßig an diskussionen beteiligen können?

      • Gutartiges Geschwulst Says:

        Da ich selbst arbeiten muss, ist Ihre Frage so dumm, wie Ihre restlichen Kommentare.

  7. Gutartiges Geschwulst Says:

    P. S.
    Plumpe Vertraulichkeit wird nicht durch Geistesschwäche entschuldigt, weshalb ich mir Ihr „Du“ verbitte.

    • Mechthild Mühlstein Says:

      Personen, die ihren namen und ihr gesicht nicht zeigen, nenne ich völlig unvertraut »Du« sofern es mir in den kram paßt.

      • Gutartiges Geschwulst Says:

        Mein Gesicht ist zu wertvoll für Ihresgleichen, was mich jedoch nicht abhalten soll, auf musikalischem Wege, zur Versöhnung aufzurufen. Das folgend Lied, Kindchen, ist Ihnen gewidmet:

        PEACE!

    • Mechthild Mühlstein Says:

      Ich hab keine lust mit Dir zu diskutieren, ich hab nebenher zu schaffen. Tatsächlich jetzt, um diese tageszeit.

      Deine fragen von oben kann ich gern bei gelegenheit beantworten, sofern Du eine antwort willst. Aber nicht JETZT.

  8. Gutartiges Geschwulst Says:

    Mechthild Mühlstein sagt:
    „Ich hab keine lust mit Dir zu diskutieren, …“

    Irrtum, Sie haben keinen Verstand, um zu diskutieren.

  9. Mechthild Mühlstein Says:

    Wenn es Dir lust und freude bereitet, bittesehr!

    Kannst Du es darlegen, weshalb ich keinen verstand zum diskutieren hab? Das tät mich schon interessieren. Wie jeder halbwegs reflektierte doofe, weiß ich um meine defizite. Aber wie macht sich das für Dich bemerkbar?

  10. Mechthild Mühlstein Says:

    Antwort zu »Gutartiges Geschwulst« januar 8, 2014 um 19:02

    Hat er seinen Smith und seinen Ricardo nicht gelesen?

    Bereits diese vertreter der klassischen politischen ökonomie hatten festgestellt, daß der wert der waren und damit der preis, den ein ding kostet, auf die dafür geleistete arbeit zurückzuführen ist.

    Diese theorie deckt auf, daß ausbeutung stattfindet. Dann entsteht auch der gewinn durch arbeit. Der gewinn ist der anteil, der ebenfalls erarbeitet wurde, den sich der fabrikbesitzer jedoch ohne gegenleistung aneignet.

    Zumal auch radikale kapitalismusfreunde niemals sagen würden, daß sie ausbeutung klasse finden, wurde seit dem viel geschrieben, um diese angelegenheit zu beschönigen. Sehr gut kann man das bei Ayn Rand studieren, die zwar kaum einen dunst von wirtschaftlichen zusammenhängen hatte, jedoch nicht aufhören konnte, drüber zu schreiben.

    Leider haben ihre kapitalistenfreunde sie für ihr werk nicht so gut bezahlt, daß sie, als sie alt und krank war, sich selbst hätte helfen können und deshalb auf die staatliche fürsorge angewiesen war.

    Das sehe ich durchaus als tragische geschichte: sie hat offensichtlich nicht begriffen, daß alle sozialen hilfen keinesfalls wohltaten sind, sondern das eingeständnis, daß ein großer teil der leute, selbst wenn er immer fleißig arbeitet, in jeder notlage nicht imstande ist, sich selbst zu helfen. Deshalb kommt es zu diesem blöden »staatlichen zwangssparen« für notsituationen.

    Der »nachtwächterstaat« soll sich auf das »notwendige« beschränken. Das ist ein starkes millitär und eine starke polizei. Einen geheimdienst (oder viele davon) wird so ein staat ebenfalls haben, auch wenn freunde des »nachtwächterstaates« darüber lieber schweigen. Ein starkes millitär benötigt man, um nationale interessen im ausland durchzusetzen. Die polizei ist für den »krieg nach innen« notwendig, denn wenn der interessengegesatz von arbeit und kapital festgelegt ist, sind konflikte vorprogrammiert.

    Wegen diesem gegensatz findet das schöne »libertäre utopia«, das moralistin Rand ausmalte, so nie statt. Die menschen sind nicht irgeneiner moral verpflichtet, sie sind jedoch gezwungen, ihren interessen nachzugehen. Die moral wäre, ein stück weit vom eigeninteresse abzuweichen und das geht nicht.

    Er hat völlig recht, wenn er behauptet, daß putzfrauen, straßenkehrer und fließbandarbeiter usw. nicht von polizeiknüppeln niedergeprügelt werden. Bei ihm jedoch fehlt die zweite hälfte des satzes: sofern sie es nicht in Erwägung ziehen, etwas für ihr eigeninteresse tun, nämlich einen höheren anteil am gewinn einzufordern.

    Die geschichte ist voll von blutigen niederschlagungen von streiks und arbeiteraufständen.

    • arprin Says:

      Ich bin zwar nicht angesprochen, aber ich antworte einfach mal trotzdem.

      daß der wert der waren und damit der preis, den ein ding kostet, auf die dafür geleistete arbeit zurückzuführen ist.

      Ja, das haben Smith und Ricardo gesagt, aber das war grundlegend falsch, den der Wert der Arbeit ist nur auf die Nachfrage des Konsumenten zurückzuführen:
      Ich kann jahrelang jeden Tag 10 Stunden Löcher graben und wieder zuschütten, das ist eine große geleistete Arbeit, aber niemand will dafür bezahlen. Ein Sänger kann dagegen mit einer einzigen Tonaufnahme Millionen verdienen, weil die Konsumenten dafür bezahlen wollen.

      Der gewinn ist der anteil, der ebenfalls erarbeitet wurde, den sich der fabrikbesitzer jedoch ohne gegenleistung aneignet.

      Der Fabrikbesitzer hat mit seinem Geld die Produktionsmittel bereitgestellt, mit dem die Arbeiter die Waren herstellen.

  11. Gutartiges Geschwulst Says:

    Mechthild Mühlstein sagt:
    „Hat er seinen Smith und seinen Ricardo nicht gelesen?“

    Nein, hat er nicht, doch es war klar, dass eine solche Frage kommen würde.
    Wenn Linke Widerstand erhalten, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie anfangen mit Namen um sich zu werfen, als fiele es ihnen schwer eigenständig zu argumentieren.

    „Der gewinn ist der anteil, der ebenfalls erarbeitet wurde, den sich der fabrikbesitzer jedoch ohne gegenleistung aneignet.“

    Welch ein Unsinn! Selbstverständlich erbringen auch Fabrikbesitzer eine Arbeitsleistung.

    „Sehr gut kann man das bei Ayn Rand studieren, die zwar kaum einen dunst von wirtschaftlichen zusammenhängen hatte, …“

    Welchen Dunst haben denn, linke Phantasten, die doch niemals etwas Anderes produziert haben, als unbewiesene Behauptungen?
    Warum nehmen sich diese erlesenen Denker nicht selbst beim Wort und gründen EIGENE Betriebe, nach sozialistischem Vorbild? Sicherlich würden die unterdrückten Arbeitermassen ihren kapitalistischen Ausbeutern sofort entfliehen, um in den Genuss dieses Paradieses zu gelangen.
    Einfacher könnte man den Kapitalismus doch nicht erledigen.

    „Wegen diesem gegensatz findet das schöne »libertäre utopia«, das moralistin Rand ausmalte, so nie statt.“

    Haben Sie Beispiele dafür, dass das sozialistische Utopia irgendwo stattgefunden hat, das legendäre Paradies der Arbeiter und Bauern?

    „Er hat völlig recht, wenn er behauptet, daß putzfrauen, straßenkehrer und fließbandarbeiter usw. nicht von polizeiknüppeln niedergeprügelt werden. Bei ihm jedoch fehlt die zweite hälfte des satzes: sofern sie es nicht in Erwägung ziehen, etwas für ihr eigeninteresse tun, nämlich einen höheren anteil am gewinn einzufordern.“

    Haben Sie Beispiele dafür, dass dies geschieht? Andernfalls ist Ihre „zweite Hälfte des Satzes“ reiner Unsinn.
    Natürlich haben Arbeiter in Deutschland die Möglichkeit für ihre Interessen zu kämpfen, sich zu organisieren, zu streiken u.s.w., ohne dass sie dafür „niedergeprügelt“ werden.

    „Die geschichte ist voll von blutigen niederschlagungen von streiks und arbeiteraufständen.“

    Warum drücken Sie sich vor einer klaren Antwort, indem Sie auf die Geschichte ausweichen?
    Meine Frage war: Wo im heutigen Deutschland, werden Arbeiteraufstände blutig niedergeschlagen?

    • Carsten Says:

      Warum drücken Sie sich vor einer klaren Antwort, indem Sie auf die Geschichte ausweichen?
      Meine Frage war: Wo im heutigen Deutschland, werden Arbeiteraufstände blutig niedergeschlagen?

      Im Kontext der urspünglichen Frage ging es um den „Nachtwächterstaat“, was relativ wenig mit dem heutigen Deutschland zu tun hat. Um Beispiele für einen Staaten zu finden, die einem Nachtwächterstaat näher kommen, kann man in der Geschichte zurückgehen und sieht ausgehend vom heutigen Deutschland zumindest eien Korrelationzwischen weniger Staat und mehr sozialen Unruhen.

      Welch ein Unsinn! Selbstverständlich erbringen auch Fabrikbesitzer eine Arbeitsleistung.

      Ich frage mich, wie groß der Anteil der natürlichen PErsonen unter den Fabrikbesitzern in Deutschland ist, so dass die Aussage über die Erbringung einer Arbeitsleistung wenigstens Sinn macht. Wahrscheinlich nicht allzu hoch.

      • arprin Says:

        Korrelationzwischen weniger Staat und mehr sozialen Unruhen.

        Wenn es so ist, dann wohl nur, weil soziale Unruhen im Szenario „mehr Staat“ von der Regierung verboten werden.

    • Mechthild Mühlstein Says:

      »Nein, hat er nicht, doch es war klar, dass eine solche Frage kommen würde.
Wenn Linke Widerstand erhalten, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie anfangen mit Namen um sich zu werfen, als fiele es ihnen schwer eigenständig zu argumentieren.«

      Liberale hingegen glauben häufig, daß sie die gesamte welt völlig allein aus ihrem eigenen geist erschaffen könnten, ohne dabei je auf das wissen oder die ideen anderer zurückgreifen zu müssen. Bezug auf andere zu nehmen heißt mitnichten, daß man keine eigenen ideen oder argumente hätte, sondern daß einem an einem text etwas plausibel erscheint, oder daß einem daran etwas aufgefallen ist.

      »Welch ein Unsinn! Selbstverständlich erbringen auch Fabrikbesitzer eine Arbeitsleistung.«

      Daß fabrikbesitzer generell nicht arbeiten würden, steht in dem satz »der gewinn ist der anteil, der ebenfalls erarbeitet wurde, den sich der fabrikbesitzer jedoch ohne gegenleistung aneignet.« überhaupt nicht drin. Hingegen steht drin, daß fabrikbesitzer sich die früchte fremder arbeit aneignen. Entweder als kapitaleigner, der leute dafür bezahlt, sein geld in lukrative geschäfte zu investieren oder als fabrikbesitzer, der die rentabilität seines unternehmens noch selbst überwacht und somit tatsächlich arbeitet.

      »Welchen Dunst haben denn, linke Phantasten, die doch niemals etwas Anderes produziert haben, als unbewiesene Behauptungen?«

      Das wiederum ist ebenfalls eine unbewiesene behauptung.

      »Warum nehmen sich diese erlesenen Denker nicht selbst beim Wort und gründen EIGENE Betriebe, nach sozialistischem Vorbild? Sicherlich würden die unterdrückten Arbeitermassen ihren kapitalistischen Ausbeutern sofort entfliehen, um in den Genuss dieses Paradieses zu gelangen.
Einfacher könnte man den Kapitalismus doch nicht erledigen.«
      Welches sozialistische vorbild? Man kann nicht nach dem vorbild des realsozialismus ein kombinat gründen, um dann die pläne der zentralen planungskommission überzuerfüllen. Lustiger, jedoch überflüssiger gedanke. Der realsozialismus ist nicht mehr da und der kommt auch nicht wieder und ich möchte den nicht zurück.

      Ebensowenig wie libertäre einfach aus dem staat aussteigen können, um ihre betriebe so zu organisieren, wie sie es gern hätten, können kommunisten für sich beschließen, daß das mit dem privateigentum an produktionsmitteln keine erfreuliche sache ist und das einfach nicht mehr akzeptieren. Jeder ist den gesetzen des staates unterworfen, ob er will oder nicht.

      Zwischendurch ein kurzer einschub, weil es im obenstehenden artikel um die autonomen ging: die glauben durchaus, daß die gesetze für sie nicht gelten würden, in diskussionen mit denen kommt dann immer das argument »die häuser stehen leer, obwohl es wohnungsnot gibt, also besetzen wir sie.« Denen kann man eigentlich nur sagen, daß die häuser nicht trotz sondern wegen wohnungsnot leerstehen. Ein immobilienspekulant wäre doch ein vollidiot, wenn er die bruchbuden jetzt vermieten würde, wenn er in zwei bis drei jahren das doppelte an miete für diese buden kriegen kann. Mietshäuser sind schließlich nicht zum wohnen da, sondern zum geld verdienen.

      Tatsächlich gibt es kommunisten, die erfolgreiche unternehmer im kapitalismus sind, wie andere auch. Schließlich ist man gezwungen, geld zu verdienen.

      Es gibt jedoch auch betriebe, die kollektivistisch organisiert sind. In so einem betrieb habe ich vor längerer zeit für einige jahre gearbeitet. Innerbetrieblich gab es weder hierarchie noch chef und trotzdem wurde sehr produktiv gearbeitet. Die arbeit dort war völlig anders organisiert, als frau Rand es in ihrem roman ausgemalt hat. Mit sozialismus oder gar kommunismus hat das jedoch wenig zu tun, wenn man nach außen hin in die marktkonkurrenz gezwungen ist.

      Es ist eine durchaus amüsante idee, den kapitalismus durch »kommunistische betriebe« abschaffen zu wollen. Nur gilt im kapitalimus stets das prinzip »keine arme – keine kekse«: wer lohnarbeit braucht, weil er geld benötigt, um seine grundbedürfnisse zu befriedigen, verdient selten oder nie genug geld, um irgendwann sein eigenes ding machen zu können.

      »Haben Sie Beispiele dafür, dass das sozialistische Utopia irgendwo stattgefunden hat, das legendäre Paradies der Arbeiter und Bauern?«

      Offensichtlich haben Sie probleme, beim thema zu bleiben. Ich schrieb vom interessengegensatz von arbeit und kapital, der nicht ausgeräumt wird, in dem man den sozialstaat (von dem ich übrigens kein fan bin, das wäre allerdings ein anderes thema) abschafft. Daß der eingerichtet wurde, war kein zugeständnis an die arbeiterklasse, sondern das eingeständnis, daß die lohnarbeiter, nie genug lohn bekommen würden, um im notfall für sich selbst zu sorgen. Ayn Rand negiert das (haben Sie die etwa auch nicht gelesen? Kann ich nicht wirklich empfehlen, man kann aus dem buch nicht viel lernen, es ist langatmig und –weilig geschrieben und die gute frau hatte vermutlich nicht für 1 cent humor) und vertritt die auffassung, daß, wenn kapitalisten und arbeiter an einem strang zögen etwas gutes dabei herauskäme. Daß der strang den arbeitern immer um den hals liegt, weil ihre existenz jeden tag bedroht ist, ignoriert sie großzügig.

      Ein kapitalistischer staat, in dem die besitzende klasse ohne »gesetzeskorsett« freiwillig genug hergibt, damit die mehrheit gut leben kann, ist zwangläufig nicht möglich.

      Kommunismus hat es noch nie gegeben, man müßte ausprobieren, ob das funktioniert oder nicht. Paradiesversprechen sind eine religiöse angelegenheit für das »leben nach dem tod«. Das mag jeder halten wie er will, ich glaube an das leben vor dem tod.

      »Haben Sie Beispiele dafür, dass dies geschieht? Andernfalls ist Ihre „zweite Hälfte des Satzes“ reiner Unsinn.
Natürlich haben Arbeiter in Deutschland die Möglichkeit für ihre Interessen zu kämpfen, sich zu organisieren, zu streiken u.s.w., ohne dass sie dafür „niedergeprügelt“ werden.«

      Arbeiter dürfen in diesem staat dergestalt streiken, daß sie den betrieb allerhöchstens geringfügig stören.

      Aber wenn der kapitalismus doch das system sei, in dem jeder zu dem seinen kommt, weshalb müssen die arbeiter dann überhaupt ein verbrieftes recht erhalten, für ihre interessen zu streiken?

      Wenn sie zu dem ihren kämen, wäre der klamauk wohl überflüssig, oder etwa nicht?

      »Warum drücken Sie sich vor einer klaren Antwort, indem Sie auf die Geschichte ausweichen?
Meine Frage war: Wo im heutigen Deutschland, werden Arbeiteraufstände blutig niedergeschlagen?«

      Vor drei jahren gab es in Stuttgart zwar keinen klassischen arbeiteraufstand, sondern eher bürgerliche demonstrationen gegen den umbau der dortigen innenstadt, weil die leute steigende mieten befürchteten und deshalb den neuen bahnhof mit allem, was dazugehört nicht wollten. Bei der demo ende september 2010 gab es nach einem wasserwerfereinsatz der polizei schwerverletzte. Verletzungen der augen. Zum glück konnte das augenlicht der meisten einigermaßen wieder hergestellt werden.

      Einer bleibt blind.

      Im frühen 16. jahrhundert gab es im Fränkischen einen bauernaufstand. Der herr zu Brandenburg-Kulmbach ließ die aufständischen blenden. Die zeitgenossen im ausgehenden mittelalter empfanden diese strafe als unvorstellbar grausam.
      In unserer »zivilisierten« zeit denkt die mehrheit zu derartigen grausamkeiten »selbst schuld«. Sicher, hier ist »sehr viel mehr weniger« blut geflossen als vor 500 jahren.

      Das ist mein dickes lob an die kapitalistisch oganisierte bürgerliche gesellschaft, daß sie ihre gewalt, die nicht weniger geworden ist, mit viel mehr rücksichtnahme auf zarte gemüter ausübt.

      • Gutartiges Geschwulst Says:

        „Liberale hingegen glauben häufig, daß sie die gesamte welt völlig allein aus ihrem eigenen geist erschaffen könnten, ohne dabei je auf das wissen oder die ideen anderer zurückgreifen zu müssen.“

        Auch ich greife auf die Ideen Anderer zurück, doch ich verbreite diese Ideen nicht weiter, bevor ich sie tatsächlich verstehe, und mit meinen eigenen Worten erklären kann.

        „Bezug auf andere zu nehmen heißt mitnichten, daß man keine eigenen ideen oder argumente hätte, …“

        Ich lasse mich gerne überraschen.

        „Daß fabrikbesitzer generell nicht arbeiten würden, steht in dem satz »der gewinn ist der anteil, der ebenfalls erarbeitet wurde, den sich der fabrikbesitzer jedoch ohne gegenleistung aneignet.« überhaupt nicht drin.“

        Selbstverständlich steckt auch im Gewinn, eine Gegenleistung des Fabrikbesitzers. Dieser basiert eben auch auf seinem Geschäftsplan, seinem Risiko, seinen Investitionen, seinen Kundenakquisen u.s.w., was die Unverzichtbarkeit der Arbeiter keineswegs in Frage stellt.

        „Entweder als kapitaleigner, der leute dafür bezahlt, sein geld in lukrative geschäfte zu investieren …“

        Ein Kapitaleigner kann und wird sich natürlich Berater holen, aber letztendlich muss er sich selbst um seine Investitionen kümmern, sonst ist er sein Geld schneller los, als Lieschen Müller-Marx es sich vorstellen kann.

        „Welches sozialistische vorbild? Man kann nicht nach dem vorbild des realsozialismus ein kombinat gründen, um dann die pläne der zentralen planungskommission überzuerfüllen. Lustiger, jedoch überflüssiger gedanke. Der realsozialismus ist nicht mehr da und der kommt auch nicht wieder und ich möchte den nicht zurück.
        Ebensowenig wie libertäre einfach aus dem staat aussteigen können, um ihre betriebe so zu organisieren, wie sie es gern hätten, können kommunisten für sich beschließen, daß das mit dem privateigentum an produktionsmitteln keine erfreuliche sache ist und das einfach nicht mehr akzeptieren.“

        Kein ausweichendes Gefasel bitte! Wer oder was hindert Linke daran eigene Betriebe zu gründen und den „ohne gegenleistung“ entstandenen Gewinn an ihre Arbeiter auszuzahlen?

        „Jeder ist den gesetzen des staates unterworfen, ob er will oder nicht.“

        Können Sie ein staatliches Gesetz benennen, welches dem Unternehmer verbietet, seinen Gewinn zu verschenken?

        „Tatsächlich gibt es kommunisten, die erfolgreiche unternehmer im kapitalismus sind, wie andere auch.“

        Was heißt das konkret? Geben diese Unternehmer den Gewinn an ihre Arbeiter weiter? Beispiele bitte.

        „Schließlich ist man gezwungen, geld zu verdienen.“

        Stimmt, auch Fabrikbesitzer.

        „Es gibt jedoch auch betriebe, die kollektivistisch organisiert sind. In so einem betrieb habe ich vor längerer zeit für einige jahre gearbeitet.“

        Warum beschreiben Sie diesen Betrieb nicht näher? Besaß dieser Betrieb ein massentaugliches Geschäftskonzept, auf dessen Basis viele Arbeitsplätze entstehen konnten?
        Einzelheiten bitte.

        „Mit sozialismus oder gar kommunismus hat das jedoch wenig zu tun, wenn man nach außen hin in die marktkonkurrenz gezwungen ist.“

        Inwiefern kann „marktkonkurrenz“ verhindern, dass Linke eigene Unternehmen gründen, und betriebsintern ihren Gewinn verschenken?

        „Es ist eine durchaus amüsante idee, den kapitalismus durch »kommunistische betriebe« abschaffen zu wollen.“

        Nein, es ist durchaus nicht amüsant, sondern einfach nur die Propheten beim Wort genommen.

        „Offensichtlich haben Sie probleme, beim thema zu bleiben. Ich schrieb vom interessengegensatz von arbeit und kapital, der nicht ausgeräumt wird, in dem man den sozialstaat (…) abschafft.“

        Da ich weder den Interessengegensatz von Arbeit und Kapital bestritten habe, noch den Sozialstaat abschaffen wollte, steht Ihr Satz im leeren Raum.

        „Ayn Rand negiert das (haben Sie die etwa auch nicht gelesen? …“

        Habe ich tatsächlich nicht.

        „… und die gute frau hatte vermutlich nicht für 1 cent humor) …“

        Während Karl Marx bekanntlich eine Stimmungskanone war, die ihresgleichen suchte.

        „… und vertritt die auffassung, daß, wenn kapitalisten und arbeiter an einem strang zögen etwas gutes dabei herauskäme.“

        Diese Auffassung ist richtig. Das Problem ist, dass Kapitalisten und Arbeiter eben häufig nicht an einem Strang ziehen oder an verschiedenen Enden.

        „Ein kapitalistischer staat, in dem die besitzende klasse ohne »gesetzeskorsett« freiwillig genug hergibt, …“

        Womit bewiesen wäre, dass ein kapitalistischer Staat ein „gesetzeskorsett“ zulässt, welches die Herrschenden zur Teilnahme zwingt, während andere, z. B. „sozialistische“ Systeme zur nackten Gewalt greifen, wenn die Besitzlosen ihr Recht verlangen.

        „Kommunismus hat es noch nie gegeben, man müßte ausprobieren, ob das funktioniert oder nicht.“

        Lieben Sie menschliche Leichenberge, Frau Mühlstein? Haben perverse Ideologen noch nicht genügend ausprobiert?

        „Arbeiter dürfen in diesem staat dergestalt streiken, daß sie den betrieb allerhöchstens geringfügig stören.“

        Streik bedeutet Arbeitsniederlegung. Welchem Menschen unseres Landes wird das Recht vorenthalten die Arbeit einzustellen, und würde dieser Mensch mit Genickschüssen oder Hungertod bestraft, wie in rot-braunen Sozialismen?

        „Aber wenn der kapitalismus doch das system sei, in dem jeder zu dem seinen kommt, weshalb müssen die arbeiter dann überhaupt ein verbrieftes recht erhalten, für ihre interessen zu streiken?“

        Wer hat, wann und wo, behauptet, dass es ein System gibt, in dem jeder zu seinem Recht kommt?
        Solange es fehlbare Menschen gibt, wird es auch Unrecht geben.
        Entscheidend ist, ob sich die Arbeiter gegen die Herrschenden organisieren dürfen, wie im verhassten Kapitalismus, oder in KZs und Gulags verschwinden, wie in irgendwelchen, rotbraun-sozialistischen Paradiesen.

        „Vor drei jahren gab es in Stuttgart zwar keinen klassischen arbeiteraufstand, sondern eher bürgerliche demonstrationen …“

        Es gab vor drei Jahren in Stuttgart nicht nur „keinen klassischen“, sondern absolut KEINEN Arbeiteraufstand.
        Die Sinnlosigkeit Ihres Beispiels bestätigt also meine Frage:
        „Wo im heutigen Deutschland, werden Arbeiteraufstände blutig niedergeschlagen?“

        „Bei der demo ende september 2010 gab es nach einem wasserwerfereinsatz der polizei schwerverletzte. Verletzungen der augen. Zum glück konnte das augenlicht der meisten einigermaßen wieder hergestellt werden.“

        So sehr ich den Wasserwerfereinsatz verabscheue, so war er doch für keinen der Betroffen unvermeidlich.
        Wer, trotz mehrfacher, polizeilicher Aufforderung, das Gelände nicht verlässt und statt dessen mit Steinen wirft, der hat sich klar und freiwillig für die Konfrontation entschieden.

        „Im frühen 16. jahrhundert gab es im Fränkischen einen bauernaufstand. Der herr zu Brandenburg-Kulmbach ließ die aufständischen blenden.“

        Wie sehr müssen Sie diese aufständischen Bauern verachten, wenn Sie deren Schrei nach elementaren Menschenrechten profanisieren, indem Sie diesen mit dem Protest aufgebrachter Wohlstandsbürger vergleichen.

        „In unserer »zivilisierten« zeit denkt die mehrheit zu derartigen grausamkeiten »selbst schuld«.“

        Ist Ihr informeller Austausch zur „mehrheit“ so ausführlich, dass Sie dies mit Sicherheit behaupten können?
        Sofern es mich betrifft, vermeide ich Aussagen wie „selbst schuld“, da die Schuldfähigkeit eine Gabe ist, die nur denkenden Menschen zuteil wird, nicht irgendwelchem, zeitgeistinfizierten Hornvieh.

        „Sicher, hier ist »sehr viel mehr weniger« blut geflossen als vor 500 jahren.“

        Richtig, Frau Mühlstein, weil die Verhältnisse eben nicht mehr so barbarisch sind, wie Sie behaupten.

        „Das ist mein dickes lob an die kapitalistisch oganisierte bürgerliche gesellschaft, daß sie ihre gewalt, die nicht weniger geworden ist, …“

        Fakten, Frau Mühlstein. Inwiefern ist diese Gewalt nicht weniger geworden?
        Werden im heutigen Deutschland noch Menschen geblendet, außer geistig geblendet, von kriminellen Ideologen?

        Ihr
        G.G.

      • Mechthild Mühlstein Says:

        Ich habe nicht den eindruck, daß Sie ideen, die Sie nicht verstanden haben, nicht weiterverbreiten würden.

        Nachdem, was Sie von sich geben, haben Sie keinen blassen dunst, was kommunisten wollen oder was kommunismus ist. Nämlich keinesfalls gewinn machen, um ihn dann zu verschenken.

        Aber eines wissen Sie natürlich ganz genau: nämlich, daß faschismus und kommunismus im grunde das selbe sind, obgleich Sie mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit ebensowenig benennen könnten, was die grundideen des faschismus waren. Also kann ich davon ausgehen, daß Sie sich nie von den tatsachen her mit diesen themen befaßt haben, sondern einfach das »gefressen« haben, was Sie irgendwo gelesen haben (oder aus der glotze mitgenommen, wie auch immer).

        Sie stellen einen hohen anspruch an andere, dem sie selbst alles andere als gerecht werden.

      • Gutartiges Geschwulst Says:

        Ihr Gewimmer beeindruckt mich zutiefst, Frau Mühlstein.
        Bleiben Sie mir gewogen
        G.G.

      • Mechthild Mühlstein Says:

        Gewimmer? Jetzt machen Sie sich nicht obendrein auch noch lächerlich!

      • besucher Says:

        Natürlich funktioniert Kommunismus. In autonom wirtschaftenden Kommunen wo jeder jeden kennt. (ein Kibbuz z.B.) Alles was darüber hinausgeht funktioniert nicht mehr auf diese Art weil das System einfach zu missbrauchsanfällig wird.

      • arprin Says:

        In einem kapitalistischen System sind kommunistisch organisierte Gemeinschaften erlaubt, so auch ein Kibbuz. In einem kommunistischen System sind kapitalistisch organisierte Gemeinschaften, also private Unternehmen, verboten.

      • Mechthild Mühlstein Says:

        Einspruch.

        Man kann nicht in einem realexistieren kapitalismus einfach nach kommunistischen vorstellungen leben. Als kommunist hat man die forderung »nieder mit der lohnarbeit!« und das ist keineswegs verwirklicht, wenn in kibbuzim oder kollektivistisch organisierten betrieben die leute zum einheitslohn arbeiten. Das sind eher sozialistische versuche im kapitalismus.

        Man kann nicht einfach für sich selbst entscheiden »privateigentum gilt für mich nicht mehr«. Und weil die wirtschaft mit warentausch gegen geld per gesetz durchgesetzt ist, haben die menschen, die sich, wie auch immer sozialistisch organisieren, immer das selbe problem, sie müssen alles, was sie nicht selbst herstellen können, kaufen. Im kommunismus gibt es keinen kauf, keinen warentausch, da wird gemeinschaftlich produziert und verteilt. Ich weiß, daß es nicht einfach ist, sich gegen alles, was hier gilt, derartiges vorzustellen, weil alles, wie man es man es kennt, absolut dagegen spricht. Das was man kennt, ist jedoch kein »naturgesetz«. Das wird einem so aufgedrückt und in der schule lernt man nicht, wie dieser ganze laden funktioniert, sondern allein die affirmation des landens.

        Wenn tauschringe, die sich mehr oder weniger an den Owenschen ideen orientieren, also zwar ohne geld im eigentlichen sinne, aber nicht kommunistisch ohne tausch funktionieren, zu erfolgreich werden, haut der staat da eiskalt drauf: schließlich betätigen die leute sich, ohne daß steuern gezahlt werden würden, weil schließlich kein geld, also euros im umlauf sind. Das hier ist kein hort der toleranz, hier gilt die »freiheit«, die der staat erlaubt.

        Im realsozialismus der DDR gab es private unternehmen. In der zeit nach dem mauerfall entdeckte ich in Ostberlin ein privat betriebenes restaurant, das extrem gutes essen preiswert anbot. Die hatten tatsächlich 40 jahre realsozialismus unbeschadet überstanden. Leider gibt es dieses restaurant mit seinem leckeren essen schon lange nicht mehr, 20 jahre kapitalismus haben sie nicht überlebt. Mit dem konzept, einfache gerichte ohne lebensmittelpanscherei preisgünstig anzubieten, sind die untergegangen. Ohne schmuh kommt man hier halt nicht weit.

  12. Carsten Says:

    Ich bin so weit dass ich nur einen Nachtwächterstaat für notwendig erachte, mit einem Sezessionsrecht für jedes Individuum.

    Was verstehst Du unter einem sezessionsrecht für jeden?

    Die Antwort würde mich auch interessieren. Ist damit (neben der Sache mit den Steuern) konsequenterweise die Ablehnung des staatlichen Gewaltmonopols gemeint?
    Im Moment assoziiere ich (vor Allem im Kontext des Artikels) mit Menschen die von einem Sezessionsrecht Gebrauch machen autonome Hausbesetzer.

    • arprin Says:

      Hausbesetzung hat nun wirklich gar nichts mit individuellem Sezessionsrecht zu tun.

      Ein individuelles Sezessionsrecht bedeutet einfach, dass man nicht mehr gezwungen wird, beim Staatsapparat (u.a. Steuer-, Wehr-, Schul-, Kammer-, Versicherungspflicht) mitzumachen.

      • Carsten Says:

        Ein individuelles Sezessionsrecht bedeutet einfach, dass man nicht mehr gezwungen wird, beim Staatsapparat (u.a. Steuer-, Wehr-, Schul-, Kammer-, Versicherungspflicht) mitzumachen.

        Einfach ist das nun wahrlich nicht. Beim Staatsapparat mitmachen, heisst auch sich der staatlichen Gerichtsbarkeit unterzuordnen und die Gesetze zu achten.
        Ihre Aufzählung von Gesetzen ist ja nur induktiv, aber durch die Streuerpflicht verwehren Sie dem Staat den Eingriff in das Eigentum aus morlaischen Gründen.
        Es gibt meines Wissens historische (vorsozialistische) Präzendenzfälle, dass sich das Eigentum an Grund und Boden nicht über den Grundbucheintrag bei einer staatlichen Stelle definiert, sondern durch die aktive Nutzung der Liegenschaft.
        Auf dieser moralischen Linie sind Besetzer eines leerstehenden Hauses dessen Eigentümer. Die Räumung der Liegenschaft ist dann ein Akt staatlicher Agression, kaum weniger als das Eintreiben von Steuern, denn der Übergriff rechtfertigt sich in diesem Fall auch nur durch ein durch den Staat selbst definiertes Eigentumsrecht.

      • Carsten Says:

        Nicht so sehr konkret formuliert ist die Frage, ob dass Sezessionrecht und seine Auswirkungen auf das Verhältnis Individuum zu Staat auf einer objektivierbaren Moralvorstellung beruht, ihrer individuellen Moralvorstellung oder reiner Willkür. Eine Aufzählung ist am ehesten letzeres, vielleicht mit etwas gutem Willen auch das Zweite.

      • qwertzman Says:

        http://athousandnations.com/

        vielleicht so? 🙂

  13. Gutartiges Geschwulst Says:

    Carsten sagt:
    „Ich frage mich, wie groß der Anteil der natürlichen PErsonen unter den Fabrikbesitzern in Deutschland ist, so dass die Aussage über die Erbringung einer Arbeitsleistung wenigstens Sinn macht.“

    Da ich seit Mitte der 60ger Jahre aktiv berufstätig bin, besitze ich genügend Erfahrung, um die Arbeitsleistung von Fabrikbesitzern beurteilen zu können.
    Im Gegensatz zu irgendwelchen, weltfremden Deppen.

    • Carsten Says:

      Im Gegensatz zu irgendwelchen, weltfremden Deppen.

      Ihr Ton disqualifiziert Sie von der Beurteilung von irgendwas, aber das kommt vielleicht vom fortgescrittenen Alter. Zum Glück muss ich nicht für ihre Rente aufkommen.
      Die Beantwortung meiner konkreten Frage haben Sie ja gelassen, um uns zu erzählen seit wann Sie aktiv berufstätig (gibt es auch passiv berufstätig oder was wollen Sie damit sagen?) sind.
      Da die Welt in den 60gern teils anders aussah, nehm ich Ihnen das „weltfremd“ eigentlich auch nicht übel.

      • Gutartiges Geschwulst Says:

        Wer solche Pauschalen von sich gibt, der ist für mich ein weltfremder Depp:
        „Der gewinn ist der anteil, der ebenfalls erarbeitet wurde, den sich der fabrikbesitzer jedoch ohne gegenleistung aneignet.“

      • Gutartiges Geschwulst Says:

        Carsten sagt:
        „Zum Glück muss ich nicht für ihre Rente aufkommen.“

        Worauf ich sehr stolz bin. Abgesehen davon, liegt meine Rente noch in weiter Ferne.

        „Die Beantwortung meiner konkreten Frage haben Sie ja gelassen, …“

        Ich habe konkret beantwortet, ob und warum ich die Arbeitsleistung von Fabrikbesitzer beurteilen kann.

        „(gibt es auch passiv berufstätig oder was wollen Sie damit sagen?)“

        Sind Sie mit Ihrem Latein so am Ende, dass Sie in Wortklaubereien Zuflucht suchen?

        „Da die Welt in den 60gern teils anders aussah, …“

        Stimmt schon, doch bezogen auf die Arbeitsleistung der Fabrikbesitzer, sah die Welt eben nicht anders aus.

        „…, nehm ich Ihnen das “weltfremd” eigentlich auch nicht übel.“

        Dann habe ich ja nochmal Glück gehabt.
        Friede sei mit Ihnen
        G.G.

  14. Carsten Says:

    Wenn es so ist, dann wohl nur, weil soziale Unruhen im Szenario “mehr Staat” von der Regierung verboten werden.

    Fabrikbesetzungen und ähnliches waren im 19ten Jahrhundert ebenso verboten wie heute. Das Blut floss auch in den „schlankeren“ Staaten oft durch ein Aufeinandertreffen von Arbeitern und Exekutoren des staatlichen Gewaltmonopols aufgrund der Verletzung von Eigentumsrechten des Fabrikbesitzers.

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