Nixons dümmster Krieg

Nixon machte Frieden mit China, aber nicht mit den Drogen

Im Jahr 1971 hatte Richard Nixon eingesehen, dass der Vietnamkrieg nicht mehr zu gewinnen ist. Er beschloss, den Rückzug vorzubereiten und die amerikanische Beteiligung an dem Krieg zu beenden. Aber er zog daraus nicht die Lehre, keine sinnlosen Kriege mehr zu führen, stattdessen rief er noch im selben Jahr einen weiteren Krieg aus: Den Krieg gegen die Drogen. Wenn man sich vor Augen führt, wie dieser Krieg rechtfertigt wurde und dass er noch bis heute andauert, war es wohl Nixons dümmster Krieg.

Auch die Prohibitionisten unserer Tage beweisen des Öfteren ihre Ahnungslosigkeit. Hier drei Beispiele:

1. Hillary Clinton sagt: “Es ist zu viel Geld im Spiel”

Reason.com erinnerte im Januar an eine Aussage von US-Außenministerin Clinton aus dem Februar 2011, mit der sie erklären wollte, warum Drogen ihrer Meinung nach nicht legalisiert werden dürfen. Sie sagte, es ist bei Drogen einfach “zu viel Geld im Spiel” (“because there is just too much money in it”). Nun, liebe Hillary, das ganze Geld bei den Drogen kommt zustande, weil durch das Verbot die Drogen in den Schwarzmarkt rutschen, wo dann Leute wie Al Capone und Pablo Escobar das Geschäft übernehmen. Was der Staat im “Krieg gegen Drogen” macht ist, ist im Grunde nichts anderes als die Drogenkartelle zu schützen, wie Milton Friedman feststellte.

2. Deutsche Ärzte sagen: “Es gab zwei Tote durch Cannabis”

Im Februar gaben deutsche Ärzte eine sensationelle Entdeckung bekannt: Es gab tatsächlich Tote durch Cannabis-Konsum. Bis jetzt hatte man, im Gegensatz zu legalen Drogen wie Tabak und Alkohol, weltweit noch keine gefunden. Cannabis hatte aber dennoch einen schlechten Ruf, weil es als “Einstiegsdroge” für härtere Drogen diene, obwohl diese These schon längst als widerlegt gilt. Im Magazin “Vice” wurde festgestellt, dass die neuen Entdeckungen bedeuten, dass Aspirin 1000-mal tödlicher ist als Cannabis.

Bis jetzt scheinen die Medien eher begeistert, dass sie endlich echte Todesfälle haben, anhand derer sie das Kraut verteufeln können. Die Bild triumphiert, dass man Marihuana jetzt nicht mehr „beschönigend“ weiche Drogen nennen kann. Schließlich gibt es jetzt zwei Todesfälle! Noch mal zurück zum Aspirin: Ärzte schätzen, dass das Medikament in Deutschland jedes Jahr „zwischen 1.000 und 5.000“ Todesfälle verursacht. Abgesehen vom Tod kann es „Geschwüre und Blutungen im Magen oder Darm“, Asthmaanfälle und Nierenschäden hervorrufen. Cannabis hat keine einzige dieser Nebenwirkungen.

3. Polizeichef von Annapolis fällt auf Satire-Artikel herein

Der Daily Currant, eine Satirezeitung aus den USA, vergleichbar mit dem Postillon, meldete Anfang Februar: “37 Tote am ersten Tag der Cannabis-Legalisierung in Colorado”. Der Polizeichef von Annapolis in Maryland fiel darauf rein – und verwies bei einer Debatte in Maryland auf die angeblichen 37 Toten, um die Gefahren der Cannabis-Legalisierung darzustellen. Er zitierte auch den Fake-Brauer Peter Swindon, wonach “niemand an einer Überdosis Bier stirbt”. Nicht nur in Maryland, auch in Schweden fiel ein Politiker auf den Artikel beim Daily Currant rein.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Drogen sind schlecht und jeder sollte die Hände davon lassen, um nicht wie River Phoenix mit 23 Jahren an einem Cocktail aus Heroin, Kokain und Valium zu sterben. Allerdings macht die Prohibitionspolitik das Drogenproblem noch schlimmer, wie uns die letzten Jahrzehnte eindrucksvoll gezeigt haben. Die Einsicht daraus muss lauten: Der Krieg gegen die Drogen war ein Fehler. Obwohl wir dann auch auf geniale Serien wie Breaking Bad hätten verzichten müssten.

2 Antworten to “Nixons dümmster Krieg”

  1. besucher Says:

    Das Argument mit den Drogencocktails kann man vergessen weil man sich auch ganz legal mit irgendwelchen Medikamentencocktails ins Jenseits befördern kann. Und zum Heroin: Angeblich bezieht Keith Richards das Zeug von seinem Apotheker, will sagen: Nur verunreinigt oder in Kombination mit anderen Drogen wird es richtig gefährlich.

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