Schlechte Aussichten für die Gauchos

Wie gehen die Gauchos? Die Gauchos, die gehen so!

Wie gehen die Gauchos? Die Gauchos, die gehen so!

Wir haben es geschafft. Mit einer grandiosen Leistung holten unsere Jungs den WM-Titel in Brasilien, als erste europäische Mannschaft in Südamerika überhaupt. Es war ein tolles Turnier mit guten Spielen, vielen Toren, Drama ohne Ende und einer geilen Stimmung. Die Brasilianer waren gute Gastgeber, obwohl die ganze Korruption natürlich zum Himmel stinkt und ihre Mannschaft am Ende lächerlich gemacht wurde. Aber sowas passiert im Fußball halt, und mit Deutschland erlebten die Brasilianer immerhin einen mehr als würdigen Weltmeister.

In Deutschland mischte sich neben der ganzen wunderbaren Freude auch etwas Unmut über die angeblich respektlose Behandlung der Argentinier durch den „Gaucho-Tanz“. Bei der Siegesfeier liefen Klose, Schürrle, Mustafi, Götze, Weidenfeller und Kroos tief gebückt und sangen „So gehen die Gauchos, die Gauchos gehen so“, dann richteten sie sich auf und sangen: „So gehen die Deutschen, die Deutschen, die gehen so“. In Argentinien hat man diesen Skandal bis jetzt jedoch noch nicht bemerkt.

Die Öffentlichkeit in Argentinien dürfte bald von einem anderen Thema beherrscht werden. Das Land ist drauf und dran, das neue Venezuela zu werden. Dabei war Argentinien eines der Länder, denen man Anfang des 20. Jahrhunderts eine große Zukunft prophezeite. Nach dem Zweiten Weltkrieg prägte Peron, der verehrte Nationalheld, den Spruch, von dem, was eine argentinische Familie wegwirft, könnten fünf europäische Familien leben. Aber die Zeiten änderten sich schnell und heute steht man mal wieder vor einem Bankrott.

Schon im Jahr 2001 ging Argentinien Pleite. Ein Lerneffekt stellte sich jedoch nicht ein. Seit 2007 regiert Cristina Fernandez de Kirchner das Land und tut alles dafür, um Argentinien wieder in den Bankrott zu treiben. Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA im Juni setzte die Regierung erneut unter Druck. Die Inflation ist massiv gestiegen. Sogar das kriegsgebeutelte Syrien hat eine geringere Inflation, nur Venezuela liegt derzeit vor Argentinien. Aber vielleicht holen die Argentinier auch da auf.

Einige Exzesse erinnern einen katastrophal an Venezuela: So ordnete Kirchner an, dass Unternehmen genauso viele Produkte aus Argentinien exportieren müssen, wie sie importieren. Deswegen verkauft BMW heute Reis, Hyundai Erdnüsse und Porsche Olivenöl aus Argentinien. Weil Kirchner die Fleischversorgung für alle Bürger sichern wollte, legte sie viele Exportverbote und -beschränkungen auf. Die Folge: Viehzüchter gingen pleite und der Export von Rindfleisch ist seit 2005 von 771.000 auf 190.000 Tonnen eingebrochen.

Ziemlich schlechte Aussichten für die Gauchos also: Kein Weltmeister im Fußball, dafür aber vielleicht bald in der Inflation, die Exportwirtschaft am Ende und die Falklandinseln werden voraussichtlich noch für lange Zeit britisch bleiben. Nicht mal Maradona oder Franziskus werden Argentiniens Probleme beheben können. Was hilft? Erstmal lernen zu gehen wie die Deutschen. Dann endlich nicht mehr auf Peron, Chavez oder Kirchner hören und das Primat der Politik beenden.

2 Antworten to “Schlechte Aussichten für die Gauchos”

  1. qwertzman Says:

    Ich hielt zwar nicht viel von der Einlage, aber vom genozidalen von Néstor Kirchner stolz verkündeten anti(neo)liberalen „Nationalen Kapitalismus“ in Argentinien halte ich noch weniger.

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