Eine neue Pogromstimmung

Ihr habt rohe Gewalt, wir haben Krav Maga und den Mossad!

„Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein“ – dieser Schlachtruf war bei anti-israelischen Demonstrationen in Deutschland zu hören. Die Teilnehmer dieser Demonstrationen waren ein bunter Haufen aus Rechtsextremen, Linksextremen und Islamisten, wobei die muslimischen Gruppen den größten und aggressivsten Kern darzustellen scheinen. Gestern war mal wieder al-Quds-Tag. Dieser Feiertag wurde vom iranischen Revolutionsführer Ayatollah Chomenei ins Leben gerufen, um gegen Israel zu hetzen, wird aber auch in einigen europäischen Städten gefeiert. Einen Tag lang werden israelische Flaggen verbrannt, wird Israel der Tod gewünscht, im Beisein der ganzen Familie.

Bei einem Freundschaftsspiel zwischen dem israelischen Verein Maccabi Haifa und dem französischen OSC Lille im österreichischen Dorf Bischofshofen stürmten türkische Palästina-Fans den Platz. Dass Maccabi Haifa keine politische Organisation ist und viele Araber dort spielen, interessierte sie nicht – alles, was jüdisch ist, darf angegriffen werden. Aber sie hatten nicht damit gerechnet, dass einige israelische Spieler Kampferfahrung hatten – und so wurden sie aus dem Platz gekickt wie überflüssige Bälle. Trotzdem zeigt der Vorfall, wie weit die Hetze gegen Israel und Juden vorangeschritten ist, so dass man schon in einem kleinen österreichischen Ort als Israeli vor antisemitischer Gewalt nicht sicher ist.

In der schwedischen Stadt Malmö fliehen Juden bereits vor antisemitischer Gewalt. In Paris werden Synagogen belagert und mit Brandbomben beworfen – es hat nichts mehr mit Kritik an Israel zu tun, sondern ist blanker Judenhass. Auch in Deutschland kommt es zu solchen Vorfällen. In Wiesbaden wehten an demselben Ort, indem unter den Nazis die Juden abtransportiert wurden, Flaggen der Hamas und der IS(IS). „Kindermörder Israel“, „Juden ins Gas“ waren einige Parolen, die gerufen wurden. Was hat die Polizei und die „Zivilgesellschaft“ gegen diese Orgie des Hasses unternommen? Nun, das Auffälligste war, als in Frankfurt den Antisemiten ein Polizeilautsprecher überlassen wurde, aus dem dann „Kindermörder Israel“ gerufen wurde.

Ist es für Juden in Europa noch sicher? Wer in Kreuzberg mit Kippa und Davidstern herumläuft, sollte es lieber nicht tun. Und nicht nur für Juden wird es ungemütlicher. Letzte Woche kündigte Hamed Abdel-Samad auf Facebook an, Deutschland verlassen zu wollen. Er habe mehrere Todesdrohungen erhalten, es sei hier nicht mehr sicher für Leute wie ihn. Der gewaltbereite Islamismus ist schon längst zur Realität in Deutschland geworden. Es ist eine neue Pogromstimmung, die wohl noch lange andauern wird. Die islamistisch befreiten Zonen werden nicht so schnell verschwinden.

John Lennon sang 1971 „Imagine all the people, living life in peace“. Heute sehen wir, wie Menschen aus verschiedenen Ländern, Kontinenten, mit verschiedenen Hautfarben, Religionen und aus verschiedenen Generationen alle vereint sind – im Judenhass. So eine Völkerverständigung gibt es selten. Aber dem Frieden dient diese Verständigung sicher nicht. Die gute Nachricht: Wie der Vorfall mit Maccabi Haifa zeigt, sind nicht alle bereit, kampflos aufzugeben. Ihre Botschaft könnte lauten: „Ihr habt vielleicht die Weltmeinung und rohe Gewalt hinter euch, aber wir haben Krav Maga und den Mossad!“

5 Antworten to “Eine neue Pogromstimmung”

  1. Martin Says:

    Ich war auch schon ganz verstört und fühlte mich ins Jahr 1938 versetzt, doch Glücklicherweise habe ich die Situation total falsch eingeschätzt: https://www.youtube.com/watch?v=Ofjg46X14vY&index=2&list=FLarbf3bFFnSdfZS5D15LIgw

  2. aron2201sperber Says:

    Die “Umma” wird nur dort hochgehalten wird, wo Muslime noch in der Minderheit sind, und gemeinsam die “Islamophobie” der noch nicht Unterworfenen beklagen können.

    Der “Antizionismus” ist so ziemlich das Einzige, worauf man sich in der islamischen Welt einigen kann.

    Wenn sie nicht Israel als gemeinsames Feindbild hätten, müssten sich Muslime eingestehen, dass Muslime heute in erster Linie von Muslimen im Namen des Islam tyrannisiert werden.

    Im Dialüg mit dem Westen wird der eigene Antisemitismus natürlich abgestritten, obwohl er der einzig einigende und somit grundlegende Bestandteil der eigenen Ideologie ist.

    • arprin Says:

      Die arabische Straße wird sicher noch lange extrem antisemitisch bleiben. Eine gute Entwicklung ist jedoch, dass die meisten arabischen Länder sich derzeit von der Hamas abwenden, wenn auch nur aus realpolitischen Gründen.

      • qwertzman Says:

        …wie auch die deutsche Straße.
        Mir würden schon bürgerliche Demokratien im Orient ausreichen. Nach Marx müssten die byzantischen Gesellschaften dazu okzidentalisiert werden.
        Kurz nach 9/11 vertrat der Kommunistenfresser Berlusconi die selbe Position (beim Rumackern geht telepolis leider wie immer fehl: Japan, Israel und Singapur sind soziokulturell Okzident; unter erobern verstehen sie wohl nur Geballer; etc.).

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