Scharia-Polizei in Deutschland

Hat der Islam nichts mit Ehrenmorden zu tun?

Kabul oder Wuppertal?

Vor einigen Wochen erschien eine Karte, die angeblich die Pläne des Islamischen Staats (IS) für die kommenden fünf Jahre darstellte. Nicht nur der gesamte Nahe Osten, auch Spanien, Indien und Zentralafrika sollte erobert werden, also der gesamte islamische Einflussbereich auf dem Höhepunkt des Kalifats. Soweit dürfte es dann trotz all der derzeitigen Katastrophenmeldungen doch nicht kommen. Die IS ist erstmal im Irak und Syrien beschäftigt. Allerdings hat diese Organisation ihre Anhänger im Westen, auch in Deutschland. Diese wollen nicht solange warten.

In Wuppertal belästigt eine „Scharia-Polizei“ Passanten, die sich nicht islamkonform verhalten. Eine bedrückende Vorstellung: Die Lokführer und die Piloten streiken, aber die Scharia-Polizei hat Dienst und belehrt Disco-Gänger und lädt zu Predigten ein. Immerhin hat die Politik klargemacht, dass sie das nicht dulden will und das Tragen von falschen Polizeiwesten unter Strafe gestellt wird. Auch wenn ich unserer Polizei nicht unbedingt immer vertraue, kann ich nur hoffen, dass diese Maßnahme umgesetzt wird, sonst könnte es in einigen deutschen Städten wirklich ungemütlich werden.

Leider ist es nicht die erste Meldung von Scharia-Polizisten in Europa. In einigen europäischen Städten soll es sogar „scharia-befreite Zonen“ geben, mit Verbot von Alkohol, Schweinefleisch, allem drum daran. Die islamistische Unterwanderung geht sogar soweit, dass einige sogenannte „Scharia-Gerichte“ offiziell von der Politik geduldet werden. Wohin soll das führen? Der Islamismus darf keinen Raum zur Entfaltung bekommen, so fangen Katastrophen an, wie wir in der islamischen Welt sehen.

Es mag sein, dass die Mehrheit der Muslime tatsächlich keinen islamistischen Staat haben will. Aber auf die Mehrheit kann man sich nicht verlassen, wenn eine radikale Minderheit bereit ist, mit Gewalt ihre Ziele zu erreichen. Umfragen zeigen, dass 20% der Menschen in Saudi-Arabien und 13% in Gaza positive Ansichten haben. Eine Minderheit, aber keine so kleine, und auf jeden Fall so groß, um gewaltiges Chaos anzurichten. Um gegen solche Gruppen wie die IS vorzugehen, müssen die islamischen Länder den Säkularismus annehmen.

Viele Islamverbände distanzieren sich zwar von dem Terror der IS, nicht aber vom Kalifat. So heißt es u.a.: „Das islamische Kalifat kann nicht mit Gewalt wiederhergestellt werden“ (aber wiederherstellen will man es?), „Es geht nicht um ein Kalifat, sondern um (eine Gruppe), die für ihre eigene Sache arbeitet“ (wenn es also wirklich um ein Kalifat ginge, wäre es in Ordnung?), „Die bloße Ankündigung reicht nicht, um ein Kalifat einzurichten. Vielmehr bedürfe die Einsetzung eines Kalifen als Repräsentanten der Ummah einer vorhergehenden Konsultation“ (kein Kommentar). Klare Bekenntnisse zur Trennung von Staat und Religion sehen anders aus.

25 Antworten to “Scharia-Polizei in Deutschland”

  1. qwerty248 Says:

    Eine Trennung von Staat und Religion, ein bürgerliches Gesetzbuch, gibt’s dort erst nach einer Verwestlichung der byzantinischen Gesellschaft. http://ziontruth.blogspot.de/2005/06/karl-marx-on-ottomanmuslim.html

  2. aron2201sperber Says:

    Muslime werden heute in erster Linie von anderen Muslimen im Namen des Islam terrorisiert.

    Trotzdem zögern sie nicht, sich mit allen anderen islamischen Ideologien bzw. Verschleierungen zu solidarisieren, wenn es darum geht, sich als Opfer der westlichen “Islamophobie” darzustellen.

  3. Carl Says:

    Eine private Polizei! Das ist doch ein Schritt auf dem Weg ins libertäre Paradies.

    • arprin Says:

      Liberale sind für Freiheit und gegen alles, was diese bedroht. Nur weil etwas privat ist, heißt das nicht, dass es gut ist.

    • qwerty248 Says:

      Die Scharia-Polizei ist anarchokapitalistisch. Arprin schrieb hier schon, dass Anarchokapitalismus nicht unbedingt Libertarismus bedeutet.
      Langfristig würde Anarchokapitalismus, denke ich, trotzdem zu Libertarismus führen, denn wer hat schon lange Bock auf irre religiöse Fanatiker?

    • shaze86 Says:

      Interessante Idee. Im Anarchokapitalismus würden voraussichtlich die Bürger nun eine eigene Sicherheitsfirma beschäftigen um die Scharia-Polizei zurück zuschlagen. Daraufhin rüstet die Scharia-Polizei mit Hilfe von Katar und Saudi-Arabien auf.
      Das Ergebnis ist eine autarke Scharia-Zone.

      • Carsten Says:

        Klar, jetzt kommen bei den Anarchokapitalisten die privaten Sicherheitsdienste und AntiScharia-Versicherungen.

        Hier gibt es aber ien Problem in der rein-kapitalistischen Welt Damit es überhaupt eine Chance gibt den gewalttätigen Staat durch abzuschaffen und durch freiwillige Zusammenschlüsse zu ersetzen, wird stets davon geredet, dass diese Versicherungsgesellschaften o.Ä. rational handeln. Sei seien mehr daran interessiert einen Vergleich abzuschliessen und sich nicht die Köpfe einzuschlagen.
        Bei den Islamisten ist das aber eher nicht der Fall.

  4. Carl Says:

    Nicht immer alles gleich so ernst nehmen. Ich dachte nicht an Liberale, sondern an die, denen die Bezeichnung Liberaler stets nicht gut genug ist. Und ja, die fielen mir als allererstes ein, als ich von dieser privaten Polizei hörte. Ich glaube, das wundert nicht. –

    • arprin Says:

      Okay, danke für die Klarstellung.

      Falls es Libertäre gibt, die eine Scharia-Polizei für einen Fortschritt halten, sind diese für mich nicht ernst zu nehmen.

    • Carsten Says:

      MIr fielen sie auch ein. Zwar nicht in dem Sinne, dass sie die Sharia-Polizei dolle finden, sondern weil ich mich wirklich frage wire eine AnCap-Gesellschaft mit radikalen (am Besten noch gewaltbereiten) Ideologen umgehen will.

      • arprin Says:

        In ihrer Theorie würde es genug liberale Versicherungen geben, die sich den Scharia-Männern entgegenstellen. In der Praxis wäre das natürlich nicht überall der Fall, die AnCaps bieten dann keine Lösung an.

  5. Am_Rande Says:

    Es ist doch unsinnig, die Jungtürken von der „Scharia-Polizei“ irgendwie mit Ideen des Libertarismus in Verbindung bringen zu wollen.

    Ja, es ist nur ein Vorurteil, wenn ich hier behaupte, dass jene Herren noch nie auch nur den Begriff „Anarcho-Kapitalismus“ gehört haben. Aber vielleicht ist es ja ein begründetes Vorurteil?

    Ich würde sagen, als Liberaler sollte man das Recht jener Herren verteidigen, in der Öffentlichkeit für ihre Ideologie zu werben. Auch nachts um halb eins.
    Solange es nicht in Nötigung ausartet, kann ich nichts Verwerfliches daran finden.

    Im Gegenteil.

    „Islamismus ist die quälende Furcht, dass irgendwer irgendwo Spass haben könnte.“
    Frei nach H. L. Mencken.

    „Kein Alkohol, kein Glücksspiel, keine Musik und Konzerte, keine Pornografie und Prostitution, keine Drogen.“ – so stand es auf den verteilten Flyern der „Scharia-Polizei“.
    Sollen diese islamischen Gottesanbeter doch ruhig diese Weltsicht verbreiten.

    Dass die westlichen Werte die besseren sind, auch weil sie den meisten Spaß ermöglichen, wird die angesprochenen Jugendlichen schon aufmerken lassen, wie diese Islamische Weltsicht einzuschätzen ist.

    Wenn nun der NRW-Innenminister Jäger das Tragen von „Scharia-Polizei“-Westen unter Strafe stellt, so ist das typische etatistische Symbolpolitik und mit liberalen Ansichten über die freie Meinungsäußerung nicht zu vereinbaren.

    Dass der Staat BRD es in fünfzig Jahren mit typischer etatistischer Nachlässigkeit und Ignoranz versäumt hat, sich eine aufgeklärte Einwanderungs- und Integrationspolitik zu geben; und dass es die staatlichen Schulen in typischer etatistischer Nachlässigkeit und Ignoranz nicht geschafft haben, diesen Jungmännern die westlichen Wete zu vermitteln, ist natürlich zu bedauern.

    • arprin Says:

      Ja, ich bin mir sicher dass diese Jungs keine AnCaps sind. Und sie haben auch keine Freiheit im Sinn, deswegen sollte man sie auch nicht verteidigen.

      Das Tragen von Polizei-Westen unter Strafe zu stellen halte ich zwar grundsätzlich auch für unnötig, aber dennoch sollte gegen diese Scharia-Polizei vorgegangen werden, da diese Leute für gewöhnlich nicht friedlich bleiben.

      • Carl Says:

        Es gibt in einem liberalen Rechtsstaat ja auch eine Möglichkeit, gegen sie vorzugehen. Darauf zielte die kleine Anspielung.

      • Carsten Says:

        .. , aber dennoch sollte gegen diese Scharia-Polizei vorgegangen werden, da diese Leute für gewöhnlich nicht friedlich bleiben.

        Ein rechtstaatlicher Umgang wäre meiner Meinung nach ein anderer. Es sollte gegen die Leute virgegangen werden die nicht friedlich sind, nich gegen die die es „sowieso“ nicht bleiben.
        Die Polizeiwestengeschichte ist mir eigentlich reichlich egal, dabei handelt es sich nur um en Symbol mit kaum praktischen Auswirkungen. Die Verwechselungsgefahr mit der wirklichen Polizei ist nicht erkennbar und morgen kommt dann eben der Scharia-Wachdienst, bei dem man sich dann nicht mehr auf das Uniformierungsmonopol berufen kann.

    • Carsten Says:

      Ich würde sagen, als Liberaler sollte man das Recht jener Herren verteidigen, in der Öffentlichkeit für ihre Ideologie zu werben. Auch nachts um halb eins.
      Solange es nicht in Nötigung ausartet, kann ich nichts Verwerfliches daran finden.

      Da stimme ich Ihnen zu. Das mit der sogenannten Uniformierung (meiner Mienung sehen sie mehr nach Müllmännern als Polizisten aus) lässt sich vielleicht noch unterbinden. Allerdings ist auch das eine Farce, denn die Herren Islamisten lassen sich durch eine Änderung der Kleiderordnung eher nicht von ihrer Tätigkeit abbringen.
      Der Rest von dem was sie taten hat als Grenze wie Sie schon schrieben erst die Nötigung. Im Artikel hört es sich eher so an, als wäre dass auch nicht überschritten (kommt natürlich darauf an, wie die „Polizisten“ die Leute davon abhalten wollten in die Disko zu gehen).
      Vorruasgesetzt es warenn nur Worte, würde ich mich interessieren wie genau nun die Politik dagegen vorgehen will.

  6. aron2201sperber Says:

    Augstein liefert zum Thema Scharia-Polizei einen wahren Höhepunkt an Dummheit:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2014/09/11/dumm-und-dummer/

  7. Wiseacre Says:

    Mich haben die Ereignisse um die „Schariah-Police“ ebenfalls erschüttert. Mehr noch aber hat mich die seit mehreren Jahren wiederholte nun noch einmal artikulierte Forderung von Jochen Hartloff, Justizminister in RLP, fassungslos gemacht, dass die Scharia in Teilen Deutschlands als Praxis des inneren Friedens nutzbar gemacht werden könnte und sollte.

    Zu diesem Thema und auch zur Problematik, der darin grundgelegten Rechtsauffassung habe ich selbst gebloggt. Vielleicht ist dies auch für sie und ihre Leser interessant:

    http://wissenhochdrei.blogspot.de/2014/09/die-scharia-in-deutschland-und-europa.html

    Zugleich gefällt mir dieser Blog sehr und ich habe ihn unter meine Empfehlungen aufgenommen. ich werde in Zukunft sicher öfter vorbeischauen.

    • arprin Says:

      Zu diesem Thema und auch zur Problematik, der darin grundgelegten Rechtsauffassung habe ich selbst gebloggt. Vielleicht ist dies auch für sie und ihre Leser interessant:

      http://wissenhochdrei.blogspot.de/2014/09/die-scharia-in-deutschland-und-europa.html

      Guter Artikel, der die Probleme mit der Scharia-Paralleljustiz gut auf den Punkt bringt. Ich finde es sehr bedenklich, dass einige Politiker offenbar kein Problem damit haben, wenn sich die Scharia-Justiz ausbreitet.

    • Carsten Says:

      In Ihrem Blog schreiben Sie – wenn ich Sie richtig verstehe – dass

      das Recht eingetragener Vereinigungen Streitfragen, die nicht in die hoheitlichen Aufgaben des Staates fallen und auch sonst nicht vom positiven Recht erfasst werden, in ihren eigenen Satzungen selbst zu regeln und bei größeren Verbänden mittels eigener „Gerichte“ oder „Schiedsstellen“ durchzusetzen.

      .. nicht auf muslismische Gerichtsbarkeit übertragen werden solte.
      Wie sollen denn dann diese innerreligiöden Streitfragen ihrer Meinung nach gelöste werden? Sollen ordentliche Gerichte beispielsweise entscheiden wer ein Vollmitglied einer muslimische
      Gemeinde sein soll? Sollen ordentliche Gerichte über den „religiösen“ Ehestatus (die von der Zivilehe unabhängigen Teile) bei Muslimen entscheiden?.
      Scliesslich ist ihre Unterscheidung zwischen de-facot und de-jure Rechstgewalt von freiwilligen Scharia-Schiedsgerichten in gewissem Ausmaß Makulatur.
      Denn wenn zwei Muslime sich mit einem Iman am Küchentisch gütlich (und schariakonform) einigen, hat der Staat eh kaum eine prktische Möglichkeit zu intervenieren, solange sich alle Beteiligten freiwwillig dieser Entscheidung unterwerfen.

      • Wiseacre Says:

        Nein, das stimmt so nicht. Den Abschnitt den sie zitieren, ist m.E. nach die Position auf die Hartloff seine Argumentation stützt.

        Was ich aufzuzeigen versuche ist, dass der Anspruch den „Scheidsstellen“ und „Gerichte“ (etwa im Sport) einen völlig anderen Rechtsanspruch haben als die Scharia.

        Das Konzept funktioniert, um beim Beispiel zu bleiben, im Sport deshalb, weil dort wo der Rechtsanspruch und -geltung der Sprortverbände dort aufhört wo das postive Recht des Staates beginnt.

        Die Scharia hingegen als islamische Rechtstradition impliziert diese Einschränkung nicht. Führende muslimische Geistliche, insbesondere Imame in der Türkei, iranische Ayatollahs oder ägyptische Rechtsgelehrte der Al-Azahr haben darauf immer wieder hingewiesen.

        Die Unterscheidung in „innerreligiös“ Angelegenheiten ist also wieder eine Denktradition und ein Paradigma was der Scharia völlig fremd ist. Es ist vom westlichen Denken geprägt, dass weltlich und geistliche Rechtssphären zu trennen wären.

        Das zeigt sich auch daran, dass in islamischen Ländern wie auch keine religiösen Gerichte dafür zuständig sind, sondern eben die mehr oder weniger ordentliche staatlichen Gerichte.

        Und die Scharia bzw. genauer ihre Rechtsquellen behandeln eben nicht nur innerreligiöse Fragen, sondern auch Strafrecht, Erbrecht oder Eigentums- & Vermögensrecht.

        Was mich an der Praxis die Rechtsmethode der Scharia einen irgendwie gearteten öffentlichen Status zu verleihen stört, ist dass dies von muslimischer Seite nur dahingehend interpretiert werden kann, dass unser Rechtssystem bereit ist die Rechtsquellen stückweise zu akzeptieren.

        Erst ein bisschen, dann vielleicht immer mehr…

  8. Freifunke Says:

    Was wohl passieren würde, wenn man eine Bibel-Polizei über die Straßen von Teheran patroullieren lassen würden …

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