Kein Fortschritt mit den Grünen

Bohrung nach Schiefergas, dem neuen Hoffnungsträger im Energiemarkt

Fracking gilt als Teufelstechnologie

Es mag einige Kritikpunkte am geplanten Freihandelsabkommen (TTIP) geben, die berechtigt sind. Wenn man jedoch sieht, womit die Anti-TTIP-Kampagne „Campact“ Erfolg hatte, sträuben sich einem die Nackenhaare. Zwei oft gehörte Argumente lauteten, durch TTIP werden amerikanische Chlorhühnchen nach Deutschland kommen – und das ist schlecht, wegen Gentechnik und so – und TTIP würde das Aus für die Kultursubventionen der europäischen Staaten bedeuten – und das ist schlecht, weil unser GEZ-Fernsehen und Förder-Kino so viel besser ist als Hollywood, HBO, AMC und Netflix.

Nicht nur, dass diese Kritikpunkte eher für als gegen TTIP sprechen (denn Chlorhühnchen sind nicht ungesünder als das deutsche Huhn und Kultursubventionen sind grotesker Unsinn), sind beide Argumente auch noch falsch: Auch mit dem Freihandelsabkommen würden Chlorhühnchen in der EU verboten bleiben, und für die subventionierten Künstler wurden bereits großzügige Ausnahmen verkündet, die sie vor Konkurrenz schützen. Im Klartext: Die Freihandelsgegner verbreiten Angst mit Dingen, die nicht eintreten werden, obwohl es gut wäre, wenn sie eintreten, und haben mit dieser doppelt falschen Angstmacherei auch noch durchschlagenden Erfolg.

Egal ob Atomkraft, Fracking oder Chlorhühnchen, die Angstmacherei funktioniert immer. Mit fatalen Konsequenzen, nicht nur bei TTIP. Deutschland setzt auf die „Energiewende“, alternative Energiequellen werden verteufelt. Über Fracking wurde besonders ein Mythos verbreitet: Es verursacht brennende Wasserhähne. Dabei gab es dieses Phänomen lange vor Fracking, und es gibt überhaupt keinen Beweis, dass Fracking irgendetwas damit zu tun hat. Dieser Mythos ist jedoch, einmal in die Welt gesetzt, unauslöschlich. Überall wird es verbreitet, die Bilder vom brennenden Wasser haben sich fest ins Gedächtnis eingebrannt, und jeder, der diese Behauptung infrage stellt, ist „von der Öllobby gekauft“.

Immerhin: Die ARD-Sendung Panorama sah sich genötigt, letzten Monat eine Klarstellung zu verfassen:

‚Die brennenden Wasserhähne haben überhaupt gar nichts mit Fracking zu tun‘, sagt Uwe Dannwolf. Die Erklärung ist eine andere: In bestimmten Regionen der Erde kommt Methangas nicht nur tief unten in der Erde vor (‚thermogenes Gas‘), sondern es entsteht zusätzlich weiter oben an der Oberfläche (‚biogenes Gas‘). In ‚Gasland‘ brennt biogenes Gas. Auch in Europa gibt es dieses Naturphänomen, in Holland zum Beispiel: Nördlich von Amsterdam steigt Methangas aus Oberflächenwasser auf. Die Anwohner leiten es seit rund 100 Jahren in umgebaute Brunnen und von dort ins Haus, wo sie Lampen und Kochplatten damit betreiben. In der Region gibt es über 200 dieser Brunnen – Erdgasbohrungen oder Fracking dagegen nicht.

Fracking-Gegner überzeugt das natürlich nicht. Sie sehen darin nichts weiter als „Exxon-Propaganda“. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass sie Fracking auch für den Anstieg sexueller Gewalt, betrunkenes Autofahren, Drogenmissbrauch und körperlicher Gewaltanwendung verantwortlich machen (neuere Studien haben gezeigt, dass Fracking auch für das Aussterben der Dinosaurier und den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verantwortlich war). Sowie bei den Fracking-Gegnern ist auch bei den Gentechnophoben Hopfen und Malz verloren. Kürzlich wurde eine Studie mit 100 Milliarden Tieren veröffentlicht, die alle Ängste der Gentechnophoben beenden müsste:

Die Datensätze sind immens. Zwischen 2000 und 2011 haben allein in den USA über 100 Milliarden Nutztiere „Genfutter“ gefressen. Sie alle wurden landauf, landab vor der Schlachtung von Veterinären untersucht – so, wie es vom Gesetz vorgeschrieben ist. Die Untersuchungsergebnisse sind ebenso wie die Daten zur Milchleistung öffentlich zugänglich. Die Zahlen könnten eindeutiger nicht sein: Der Milchertrag der Kühe und das Schlachtgewicht von Schweinen, Rindern und Geflügel haben im gesamten Zeitraum stetig zugenommen, die Zahl kranker Tiere und bestimmter Krankheitszeichen (Zellzahl in der Milch) stetig abgenommen. Es gibt nach 1996 nicht die kleinste Auffälligkeit in den Kurven. Es gibt auch keinerlei Unterschiede im Nährwertprofil der Nahrung, die aus diesen Tieren hergestellt wurde.

Aber geändert hat sich … nichts. Ende Oktober will Greenpeace eine neue Anti-Gentechnik-Kampagne starten („McGen“). Im reichen Westen mögen die Folgen solcher Kampagnen nicht so verheerend sein. Aber weltweit betrachtet sind die Folgen katastrophal. Noch immer hungern 800 Millionen Menschen auf der Welt. Die Gentechnik kann den Bauern helfen, ihre Erträge bedeutend zu steigern. Leider hat die grüne Propaganda auch in den Entwicklungsländern Erfolg und verhindert in den meisten Ländern den Einsatz von Gentechnik. Irrationale Ängste bremsen weiter den Fortschritt, im Namen der Weltrettung.

4 Antworten to “Kein Fortschritt mit den Grünen”

  1. Martin Says:

    Es ist halt eine hysterische Angstreligion. Anders ist das nicht mehr zu erklären.

    • arprin Says:

      Religion würde ich nicht sagen, nicht jede Dummheit die kompromisslos vertreten wird ist eine Religion. Aber von der Rhetorik her gibt es schon Ähnlichkeiten zu religiösen Kreisen – die „Natur“ wird fast gottgleich verehrt.

  2. Carl Says:

    Der Kern der Religion ist der Tod, mit dem sich der Mensch nicht abfinden kann.
    Die Grüne Fortschrittsphobie ist Konservativismus, Naturkult und Antihumanismus, aber keine Religion.

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