Wer rettet die Pandas?

Symbol für bedrohte Arten: Der Große Panda

Symbol für bedrohte Arten: Der Große Panda

Große Ohren, schwarz-weißer Fell, immer am Bambusfressen: Der in Asien beheimatete Panda ist zwar nicht gerade weit herumgekommen, hat es aber zu großer Bekanntheit gebracht. Auf dem Logo der Naturschutzorganisation WWF ziert sein Antlitz, in vielen Filmen spielt er eine Hauptrolle, und auch in Zoos kann man ihn, wenn auch sehr selten, bestaunen. Der Ruhm hat jedoch einen traurigen Hintergrund. Der Panda wurde als Symbol ausgewählt, weil er als bedrohte Tierart galt. Mittlerweile stehen viele andere Arten wie Elefanten, Löwen, Nashörner und Berggorillas auf der Liste der bedrohten Tierarten ganz oben. Wie kann man verhindern, dass wir in Zukunft nur noch in alten Geschichten von diesen Arten hören?

Naturschutzorganisationen haben meist nur einen Lösungsvorschlag: Das Verbot, bedrohte Tierarten zu jagen und Handel mit ihren Pelzen, Ledern und Elfenbeinen zu treiben. Es gibt jedoch schon lange international geltende Verbote, die nichts an der prekären Situation geändert haben. Die Elefantenpopulation in Afrika ist seit den 1970ern um zwei Drittel gesunken, obwohl der Handel mit Elfenbeinen verboten ist. Tatsächlich sind Handelsverbote kontraproduktiv, wenn es darum geht, bedrohte Arten zu beschützen. Der Handel mit Pelzen und Elfenbeinen war für die oft bettelarmen Einheimischen ein lukratives Geschäft. Das Problem war: Es fehlten geregelte Eigentumsrechte. Wir haben es hier mit einem klassischen Problem zu tun, den man die „Tragödie der Allmende“ nennt.

Wenn es ein Gut gibt, der niemandem gehört, zu dem aber jeder Zugang hat – in diesem Fall die Wildtiere – neigen die Menschen zur Übernutzung. Die Wildtiere hatten keine Besitzer, also wurden sie rücksichtslos gejagt, bis viele von ihnen ausstarben. Um dieses Problem zu lösen, wurden jedoch die falschen Mittel gewählt. Die Verbannung in die Illegalität hatte zur Folge, dass die Wildtiere für die Einheimischen nun gar keinen Wert mehr hatten, da sie mit dem häuslichen Viehbestand konkurrierten und Land besetzten, dass bewirtschaftet, bebaut oder anderweitig benutzt werden konnte. Andere wiederum betrieben Wilderei, um die Elfenbeine und Pelze zu überhöhten Preisen im Schwarzmarkt zu verkaufen. Die Wildtiere wurden nun noch rücksichtsloser gejagt. Für die Einheimischen lohnte es sich schlicht nicht, sie zu beschützen. Ein klassischer Fall von „Gut gemeint ist nicht gut gemacht“.

Wie schafft man es aber, die bedrohten Arten effektiv vor dem Aussterben zu bewahren? Der beste Weg ist es, den Wert, den der Schutz von bedrohten Arten für die Menschen hat, in Eigentumsrechte und freien Handel übertragen. Die Besitzrechte an den Wildtieren sollten an die übergehen, auf dessen Land die Tiere leben, in unbesiedelten Gegenden können Nationalparks errichtet werden. Die Jäger können so nicht mehr einfach unkontrolliert wildern und die Bestände dezimieren, sondern müssen erst die privaten Eigentümer bezahlen, denen die Tiere und damit auch die Jagdrechte gehören. Die Besitzer der Wildtiere bekommen dadurch genug Einnahmen, um den Schutz der Natur zu finanzieren.

Eine sehr wichtige Rolle spielt auch der Tourismus. Viele Europäer reisen nach Afrika, um die exotische Natur zu bewundern, und sind bereit, viel Geld dafür auszugeben. Natürlich sollte auch der Handel mit Pelzen, Ledern und Elfenbeinen erlaubt werden, denn er generiert viele Einnahmen und schafft einen ganzen Wirtschaftszweig. Wenn sie einen Wert haben, lohnt es sich für die Einheimischen, die Wildbestände sorgsam zu hüten, und die Wilderei wird eingeschränkt. Ein gutes Beispiel für diesen Weg liefert Namibia. Nach langer Zeit der Wilderei verteilte die Regierung in den 1960er Jahren die Besitzrechte für die Wildtiere an die Landbesitzer. Es entstanden florierende Nationalparks, die Wildbestände nahmen zwischen 1972 und 1992 um satte 70 Prozent zu.

Auch in Nordamerika hat sich dieser Weg bewährt. Im Jahr 1900 gab es in den USA nach jahrzehntelanger Wilderei nur noch 200 Bisons, heute sind es wieder 500.000, davon stehen 95% unter Privatbesitz. Ganz anders sieht es in Kenia aus, wo Jagd- und Handelsverbote eingeführt wurden und es zu einer Massenwilderei kam, die Wildbestände haben seit 1977 um 60 bis 70 Prozent abgenommen haben. Dort, wo Eigentumsrechte und freier Handel herrschen, geht es den Wildtieren am besten, in den Ländern mit Jagd- und Handelsverboten sind sie dagegen vom Aussterben bedroht. Wer rettet also die Pandas und andere bedrohte Arten? Es sind wir, wenn wir ihnen den Wert geben, den sie für uns – als Jäger, Händler und Touristen – haben.

8 Antworten to “Wer rettet die Pandas?”

  1. Paul Says:

    Gefällt mir sogar sehr, lieber arprin.
    Ein für mich völlig neuer Gedankengang. Bisher hatte ich nur rein gefühlsmäßig den Eindruck, dass mit dem System Naturschutz etwas nicht stimmt.
    Danke für Deine Vorschläge. Sie sollten eine größere Verbreitung finden. Es wird aber schwer sein alte Ansichten zu verändern.
    Dein Artikel kommt zur weiteren Verwendung in meine Waffenkammer.

    Herzlich, Paul

    • arprin Says:

      Danke für das Lob.

      Zumindest in einigen Ländern sind diese Vorschläge bekannt und werden auch angewandt. Leider setzen die meisten Regierungen und NGOs aber noch immer auf ineffiziente Verbote, deswegen wird sich in nächster Zeit wohl leider nicht viel ändern.

  2. aron2201sperber Says:

    wie immer sehr interessant!

  3. Julian Dörmann Says:

    In Tansania, Sued Afrika aber auch Kenya wird vor allem in National Arks gewildert. Oft sind ‚Parkranger‘ beteiligt und im Falle tansania sind die Hintermänner in der Regierung, die helfen, China mit Elfenbein zu versorgen.

  4. Julian Dörmann Says:

    Parks meinte ich natuerlich, nicht Arks

  5. qwerty248 Says:

    http://climatecolab.org/web/guest/plans/-/plans/contestId/1301417/planId/1313601
    hat mit Naturschutz, CO2 und cryptocoins zu tun, vielleicht könnte das genannte Schema aber auch Pandas und Löwen retten.

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