Pech beim Nachdenken

Das Gesicht der Bürokraten

„If socialists understood economics, they wouldn’t be socialists“, soll Hayek einmal gesagt haben. Tatsächlich scheint diese Bemerkung äußerst treffend zu sein, wenn man sieht, mit welchen Vorschlägen Politiker aus dem linken und grünen Spektrum die Wirtschaft retten wollen. Aber in manchen Fällen erkennt man, dass sie durchaus Ahnung haben, wie die Wirtschaft funktioniert. Donald Boudreaux brachte dazu in einem Brief an einem Kollegen eine nette Analogie. Viele Linke befürworten sogenannte CO2-Zertifikate, mit denen man „Verschmutzungsrechte“ gewinnen kann, oder gleich die Einführung einer CO2-Steuer, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Es wird zwar über den Preis solcher Zertifikate oder die Höhe einer solchen Steuer gestritten, aber über den Sinn solcher Maßnahmen ist man sich einig.

Warum ist das so? Es ist wirklich sehr einfach: Wenn der Staat etwas künstlich verteuert (also ohne dass es eine höhere Nachfrage oder ein niedrigeres Angebot dafür gibt), werden die Unternehmer versuchen, dieses etwas während der Produktion gering zu halten. Eine hohe CO2-Steuer würde dazu führen, dass Unternehmer weniger CO2 ausstoßen, weil sie die höheren Kosten nicht tragen wollen. Soweit, so gut. Jetzt kommen wir zu Boudreauxs Analogie: Der Kollege, dem er den Brief geschrieben hatte, befürwortet gleichzeitig eine CO2-Steuer und den Mindestlohn. Seiner Meinung nach könnte der Mindestlohn leicht bezahlt werden, da die Unternehmen durch ihre hohen Gewinne genug übrig hätten, um diese zu bezahlen.

Beides kann offensichtlich nicht stimmen. Die CO2-Steuer verteuert den CO2-Ausstoß und führt dadurch zu weniger CO2-Ausstoß. Der Mindestlohn verteuert die Arbeit und führt dadurch zu … mehr Arbeit? Wenn Unternehmer den Mindestlohn einfach durch ihre hohen Gewinne bezahlen könnten, könnten sie auch die CO2-Steuer durch ihre hohen Gewinne bezahlen, und somit wäre die Maßnahme sinnlos. Nun könnte man sagen, dass der Mindestlohn billiger ist als eine CO2-Steuer. Allerdings ist nicht jeder Bäcker, Friseur oder jede Reinigungsfirma ein multinationaler Großkonzern mit Milliardengewinnen in Luxemburger Banken, so dass der Mindestlohn vielen Unternehmen die Arbeit sehr wohl erheblich verteuern kann.

Der linke Irrtum ist der, dass sie nicht konsequent sind. Wenn es um die CO2-Steuer geht, haben sie nämlich Recht, doch dasselbe, was sie über die CO2-Steuer sagen, gilt eben auch für den Mindestlohn. Ein Argument, mit dem der Mindestlohn beworben wird, ist „Höhere Löhne führen zu höherer Kaufkraft“. Das ist vollkommen richtig. Aber der Mindestlohn führt bei denen, die ihn nicht zahlen können, eben nicht zu höheren Löhnen für Arbeiter, sondern zur Entlassung von Arbeitern. Bestenfalls werden die Preise erhöht, was bedeutet, dass man mit höheren Löhnen nun auch höhere Preise zahlen muss (ein Friseur muss mehr für seine Brötchen zahlen und ein Bäcker mehr für seinen Haarschnitt) – ein Nullsummenspiel.

Boudreauxs Analogie bringt den Widerspruch der Linken perfekt ans Licht. Es zeigt, dass all die Sozialdemokraten, Sozialisten und Grüne durchaus etwas von wirtschaftlichen Vorgängen verstehen, dieses Verständnis aber leider irgendwann auf der Strecke bleibt. Sie verstehen das Gesetz von Angebot und Nachfrage, wenn es um ihre Forderungen nach einer CO2-Steuer geht, aber nicht beim Mindestlohn. Wir müssen also das angebliche Hayek-Zitat etwas revidieren. Es ist nicht so, dass der Sozi gar nichts von Wirtschaft versteht. Es ist eher so, wie ein verbürgtes Zitat von Alfred Tetzlaff, der auch als Tassen- oder T-Shirt-Motiv dient, es ausdrückt: „Der Sozi ist nicht grundsätzlich dumm, er hat nur sehr viel Pech beim Nachdenken“.

31 Antworten to “Pech beim Nachdenken”

  1. Seb Says:

    Vielleicht hilft dir das dabei, dich hier weniger als Versteher der Märkte aufzuspielen. Geht leider insgesamt 6 h, aber die würden dir, so wie du hier redest, gut tun. Arte: Der Kapitalismus https://www.youtube.com/watch?v=lepTG3TT-mQ Es ist weniger die Argumentation, die du formulierst als vielmehr die Arroganz deines Ausdrucks, die mich den Kopf schütteln lässt. Übrigens wird dein Wirtschaftsgott Hayek später in der Doku (zu recht) auch kritisch auseinander genommen.

    • arprin Says:

      Ich sehe mich keineswegs als Verteidiger der Märkte, sondern als Verteidiger der individuellen Freiheit. Natürlich hängt beides zusammen, aber der Markt allein ist nicht alles, woraus individuelle Freiheit besteht.

      Falls ich in dem Artikel arrogant rübergekommen bin, tut mir das Leid. Das war nicht meine Absicht. Im Gegenteil, ich wollte klarstellen, dass Linke in manchen Punkten was von Wirtschaft verstehen, nur bei sher vielen anderen nicht. Manchmal bringe ich witzige Anmerkungen, aber das ist nicht arrogant gemeint, sondern dient dem Lesespaß. Ich finde, Arroganz vergiftet jede Diskussion, und es ist nie meine Absicht, arrogant rüberzukommen.

      Die Doku werde ich mir mal versuchen, anzusehen. Vielleicht schreibe ich dann was darüber. Hayek ist für mich im Übrigen ein sehr guter Ökonom, aber nicht unfehlbar. Einige seiner Thesen werden auch von vielen liberalen Ökonomen kritisch gesehen.

    • Gutartiges Geschwulst Says:

      @Seb Says: „Es ist weniger die Argumentation, die du formulierst als vielmehr die Arroganz deines Ausdrucks, die mich den Kopf schütteln lässt.“

      Ansichtssache. Für mich ist derjenige arrogant, der sich vor Inhalten drückt, mit der Ausrede, dass die Verpackung falsch sei.

  2. Juergen Rettel Says:

    Im Gegensatz zu ihrem Schüler Milton Friedman fehlten F.A. von Hayek und Ludwig von Mises das mathematisch-naturwissenschaftliche Denken.:)

    Sozialstaat = 0 ist nicht nur „Kein Sozialstaat“, sondern eben auch Sozialstaat = Familienausgleich = 0 nach der Gauß-Methode der kleinsten „Steuerquadrate“.

    Also die Gegner des Sozialismus sind ökonomisch ungebildet, nicht ein liberaler Sozialismus nach Friedman.🙂

    • Carl Eugen Says:

      Das mathematisch-naturwissenschaftliche Denken gehört allerdings in Mathematik und Naturwissenschaft und weniger in den individualpsychologischen Bereich des menschlichen Handelns, das sich eben nicht allgemein berechnen läßt. Sonst wäre auch Planwirtschaft möglich.

      • Juergen Rettel Says:

        Carl Eugen, der individual-psychologische Bereich menschlichen Handelns lässt sich in KEINE Theorie fassen, darum sind die Lehren von Ludwig von Mises und F.A. von Hayek purer Humbug und Volksverdummung.
        Das erkannte schon ihr Schüler Milton Friedman, was man eben unabhängig vom menschlichen Handeln feststellen kann, ist der ethisch gebotene Familienausgleich als Sozialstaat. Sozialstaat = 0 ist eben nicht KEIN Sozialstaat, sondern Sozialstaat = Familienausgleich = 0.
        Eine Negative Einkommensteuer als Familienausgleich kostet volkswirtschaftlich gar nichts, das Volkseinkommen ist vorher und nachher das gleiche.
        Und die Einkommensteuer wurde schon 1776 von Adam Smith erfunden, weil sie im Gegensatz zur Marktsteuer eben nicht den Markt tangiert, aber die Ungerechtigkeit für Familien beseitigt.
        Nur in einem Sklavenstaat sind Erwerbstätige und Marktteilnehmer die selbe Gruppe, in einem Freien Staat sind z.B. wie in D 40 % der Marktteilnehmer gar nicht im erwerbsfähigen Alter.🙂

  3. bevanite Says:

    „Tatsächlich scheint diese Bemerkung äußerst treffend zu sein, wenn man sieht, mit welchen Vorschlägen Politiker aus dem linken und grünen Spektrum die Wirtschaft retten wollen.“

    Warum werfen Liberale eigentlich die Grünen stets mit sozialdemokratischen/sozialistischen Parteien in einen Topf? Erstere standen während ihrer siebenjährigen Amtszeit als Koalitionspartner für Deregulierung und werden von schlechter Verdienenden als reiche Mittelschichtspartei wahrgenommen. Gewählt werden die Grünen tendenziell nicht von Arbeitslosen oder Geringverdienern – die neigen eher zur Linkspartei – sondern vom großstädtischen Bürgertum. Warum? Weil man ihnen nicht zutraut, soziale Probleme anzugehen. Eine Ausnahme dürfte momentan die Green Party of England and Wales sein, die tatsächlich auch sozialstaatliche Maßnahmen in ihrem Programm aufführt.

    • arprin Says:

      Die Grünen fordern in ihrem Programm fast überall mehr Staat, ob nun durch ihren Verbotskatalog oder durch höhere Steuern. Dass sie unter Schröder auch für Deregulierungen verantwortlich waren (viele Parteien vergessen in ihren Amtszeiten ihre Prinzipien), ändert nichts an ihrer programmatischen Ausrichtung.

      • bevanite Says:

        Na ja, aber machen wir uns nichts vor: Das mit den Steuererhöhungen war 2013 purer Wahlkampf, ein Versuch, bei den von der SPD-enttäuschten Wählern anzukommen. Das hat ihnen nach ihrer Regierungszeit nur kaum jemand abgenommen. Leute wie Winfried Kretschmann oder Tariq al-Wazir sind wohl näher an der heutigen FDP als an den ehemaligen Fundis.

        Und wegen den Verboten: Das wurde wiederum etwas hochgekocht. Bei der Debatte über den „Veggie Day“ etwa hat die BILD-Zeitung die Aussage eines Mitglieds während einer Debatte zum programmatischen Punkt hochgeschrieben. Es ist manchmal etwas bizarr, dass aus der gleichen Ecke (Konservative, aber auch Liberale), die Grünen dann wiederum für eine vermeintlich permissive Gesellschaft kritisiert werden. Also einmal die Verbotspartei, dann wieder die „Alles erlauben“-Partei? Passt nicht richtig zusammen.

      • arprin Says:

        Die Steuerpläne waren nicht nur Wahlkampf (wer macht mit Steuererhöhungen Wahlkampf?), sondern durchaus ernst gemeint. Das wurde ja gemeinsam mit der SPD groß angekündigt. Warum sollten sie es nicht ernst gemeint haben?

        Bei den Verboten geht nicht um den Veggie-Day, das ist mir völlig egal gewesen da es ja keine Verbotsforderung war. Es geht um Forderungen nach Verbot von Gentechnik, Atomkraft, Rauchen in öffentlichen Räumen, Glühbirnen, Plastiktüten und vieles, vieles mehr.

  4. qwerty248 Says:

    Gibt es Schäden durch CO2? Falls ja, müssten die Geschädigten (wer auch immer das ist) entschädigt werden.

    • qwerty248 Says:

      Vielleicht ist die Justifizierung und damit verbundene Bürokratie aber so teuer, dass es besser wäre, das Geld für Forschung aufzubringen.

      • arprin Says:

        Ich weiß nicht. Die meisten Schäden, die sich durch den CO2-Ausstoß ergeben, sind von den CO2-Verursachern nicht gewollt und können wohl auch ohne CO2-Steuern angegangen werden (z.B., wie du sagtest, mit mehr Forschung). Ich finde das Konzept von „Externalitäten“ fragwürdig:
        http://www.feuerbringer-magazin.de/2013/08/25/externalitaet-ist-kein-valides-konzept/

      • qwerty248 Says:

        naja, wenn ich jemandem aus versehen ins Auto fahre, war das auch nicht gewollt, trotzdem muss ich für den Schaden aufkommen.

      • qwerty248 Says:

        Ein Schmetterling könnte Schadensersatz leisten, wenn alle die ihn genießen, dafür bezahlen. Da das, im Gegensatz zur Erfassung des CO2-Ausstoßes nicht durchführbar sein wird, fällt es weg.

      • arprin Says:

        Ein Autounfall ist nicht dasselbe wie CO2-Ausstoß. Bei einem selbst verursachten Autounfall ist man direkt für den Schaden verantwortlich (schlechte Fahrkunst), CO2-Ausstoß ist eher so, wie wenn man in einer viel befahrenen Straße Lärm macht (der Lärm ist die Folge der Technik). Die Autofahrer sollten dafür keine Entschädigung zahlen müssen, solche Probleme sollte man mit Lärmschutzmaßnahmen angehen.

        Die eventuellen Probleme, die sich durch CO2-Ausstoß ergeben, kann man entweder bekämpfen, indem man an neuen Techniken ohne CO2 forscht (z.B. Fracking) oder sich auf die Folgen einstellt (z.B. höhere Dämme, wenn der Meeresspiegel steigt). Das wäre viel billiger und effizienter als eine CO2-Steuer.

    • Juergen Rettel Says:

      Keiner sprach bei den Emissionszertifikaten von Steuern, sondern von dem Erwerb von Emissionsrechten. Es wäre nur eine marktgerechte steuerfreie Finanzierung der Entwicklungshilfe.

      Der Investor kann sich entscheiden, ob er Rechte für seinen Betrieb hier von einem Dritte Welt Land erwirbt oder seinen Betrieb in dieses Land verlagert, wo es noch freie Rechte gibt.
      Und auch das Dritte Welt Land kann entscheiden, ob es Rechte verkauft oder Betriebe ansiedelt.
      In beiden Fällen ist das dann Entwicklungshilfe ohne Betteln. Und dabei kann das Land die Marktpeise dafür frei gestalten.
      Und der Betrieb kann durch Filte Emissionen einsparen, er fördert dann die Wirtschaft.
      Abwassergebühren sind auch keine Steuern, sie sind der Marktpreis für sauberes Wasser.🙂

  5. Tom Says:

    Guter Kommentar!
    Eine Preiserhöhung führt halt dazu dass etwas weniger nachgefragt wird. Das ist elementare Ökonomie. Warum sollte dass bei Lohn dann nicht gelten?
    Gerade bei vielen kleineren Unternehmen sind die Gewinnmargen so gering dass sicher ein höherer vorgeschriebener Lohn nicht dadurch kompensiert werden kann.

    • arprin Says:

      Danke für das Lob!
      Elementare Ökonomie ist leider selbst 200 Jahre nach Adam Smith bei vielen nicht weitverbreitet.

      • Juergen Rettel Says:

        Schmunzel, zur elementaren Ökonomie eines Adam Smith gehören auch Marktsteuern für den Staat und Einkommnsteuer als Familienausgleich seit 1776.
        Marktsteuern tangieren die Preise als Zusatzkosten, Einkommensteuern eben nicht.🙂

      • arprin Says:

        Ich weiß, dass Adam Smith einige staatliche Eingriffe in die Wirtschaft befürwortete (taten auch Friedman und Hayek), und auch einige seiner Theorien waren falsch. Worauf ich hinauswollte ist, dass die meisten Menschen in ihrem ökonomischen Wissen noch vor dem Stand von Adam Smith sind.

      • Juergen Rettel Says:

        Friedman befürwortete nicht nur einige staatliche Eingriffe, sondern bewies 2 notwendige staatliche Eingriffe für die Freiheit, der Gesellschaft und des Einzelnen :
        1. ein staatliches Geldschöpfungsmonopol, andernfalls sind die Bürger Schuldner von Privatbanken.
        2. ein bedingungsloses Grundeinkommen als Familienausgleich, andernfalls ernährt der Markt nicht alle Bürger.
        Und diese beiden Notwendigkeiten gelten sowohl im Kapitalismus als auch im Sozialismus, das ist nur eine Steuersatzfrage im Familienausgleich:
        50 % ist Sozialismus, nur die Mitte 50 % schließt die Einkommenschere zwischen Arbeit und Gewinn, also Soziale Marktwirtschaft Ludwig Erhards !

        Die „religiösen“ Theorien von Ludwig von Mises und F.A. von Hayek sind falsch, das hat ihr Schüler Friedman eben im Monetarismus bewiesen.
        Und der Markt beweist es z.Zt. auch, wir erleben die Folgen eines privaten Bankenmonopols bei der Geldschöpfung und das Fehlen eines bedingungslosen Grundeinkommens.
        Die Staaten und die Mehrheiten der Bürger sind unfrei im reinen Kapitalismus nach Friedman.🙂

      • Carl Eugen Says:

        Erstaunlich, wie immer noch der quasireligiöse Glaube an die Zentralbanken fortlebt. Friedmann hat sich verrechnet, es sind gerade die Zentralbanken und das von ihnen verwaltete staatliche Geldmonopol das (planwirtaschaftliche) Problem. Der Staat will immer auf unsere Kosten leben, und nichts kann er zu diesem Zweck besser brauchen als Geldmonopol und Zentralbank.

      • Juergen Rettel Says:

        Carl Eugen, Sie kennen NICHT die Realität, wir haben heute KEIN staatliches Geldschöpfungsmonopol, sondern die Geldschöpfung erfolgt durch Privat-Banken (Goldman Sachs). Hätten wir es, gäbe es KEINE Staatsverschuldungen und KEINE Euro-Krise.

        Friedman hat sich also NICHT verrechnet, die Südstaaten der EU sind heute nicht mehr frei als Schuldnr von Privatbanken.

        Das ist KEINE quasireligiöser Glaube, sondern Fakt, und das „Glauben“ überließ Friedman der „Österreichischen Schule“ der Nationalökonomie. Geld ist nur ein Koordinatensystem im Freien Markt, dazu benötigt man wie bei jedem Maßsystem ein Eichamt !

      • arprin Says:

        Der Staat hat das Geldschöpfungsmonopol. Er entscheidet, wer Geld schöpfen kann und tut dies durch die Zentralbanken auch selbst. Private Banken dürfen nur mit Erlaubnis des Staates Geld schöpfen. Außerdem sind andere Währungen verboten (Bitcoin ist derzeit wohl die einzige Ausnahme). Wie Carl Eugen sagte, ist dieses Geldmonopol das große Problem.
        Und warum sollen die Südstaaten an ihrer Verschuldung nicht selbst Schuld sein? Niemand hat Griechenland mit der Waffe auf der Brust gezwungen, sich zu verschulden.

        Im Übrigen denke ich, dass du Friedmans Thesen ziemlich vereinfacht wiedergibst. Er war NICHT für ein bedingungsloses Grundeinkommen, sondern für eine negative Einkommensteuer, die als Grundeinkommen für Bedürftige (also nicht an alle) funktionieren würde. Und das auch nur als effiziente Zwischenlösung, solange es noch den Bedarf nach staatlicher Grundsicherung gibt, nicht als für alle Zeiten geltende „notwendige Maßnahme“ für die Freiheit.

      • Juergen Rettel Says:

        arprin,
        1. es gibt kein Staatliches Geldschöpfungsmonopol. Die Privat-Banken dürfen weltweit bei jeder Notenbank sich refinanzieren. Es sind Fremdwährungen auch nicht verboten, man kann sie überall umtauschen.
        Es ist also die klassische Lüge der Austrians, ein Staatliches Geldmonopol wider besseren Wissens zu behaupten.

        2. Doch, Art. 123 AEUV hat allen EU-Staaten verboten, sich bei der EZB zu verschulden. Deshalb wurden sie zu Goldman Sachs gezwungen, die sie weltweit dann verschuldet haben.

        3. Lesen Sie Friedman Kap.12 aus „Kapitalismus und Freiheit“, da steht nichts von negativer Einkommensteuer NUR für Bedürftige, sondern für ALLE. Wer mehr als Freibetrag Prokopfeinkommen verdient, zahlt Steuern, wer weniger verdient, wird aufgestockt.
        Alle bezahlen 50 % Steuer, Alle bekommen ein halbes Prokopfeinkommen als bGE.
        Das ist in Familinausgleich, unabhängig von de Einkommenshöhe und -herkunft.
        Das ist auch KEIN Übegang, sonden gilt zeitlos immer.

        4. Diese Negative Einkommensteuer mit 50 % ist zugleich eine Demurrage im Geldsystem, jene Geldmenge, deren Wertschöpfung unmittelbar von den Bürgern „verspeist“ wurde, wird auch „verbrannt“ und an alle neu gleich verteilt.

        Merke : Eine Volkswirtschaft ohne bGE aus Negativer Einkommensteuer als Familienausgleich explodiert in Inflation, denn das verspeiste Geld bildet nur ungedeckte Geldblasen, die zwangsweise platzen müssen.

        Die heutigen Krisen sind die logischen Folgen der „Österreichischen Schule“ der Nationalökonomie, das hat Milton Friedman schon 1962 bewiesen.:)

      • arprin Says:

        Es sind Fremdwährungen auch nicht verboten, man kann sie überall umtauschen.

        Das ist ein Währungsmonopol. Man kann in einem Land eine Fremdwährung natürlich umtauschen, aber nicht benutzen (außer in einigen Ländern, wo der Dollar als Zweitwährung fungiert, aber auch hier entscheidet der Staat allein, welche Währung erlaubt ist).

        Art. 123 AEUV hat allen EU-Staaten verboten, sich bei der EZB zu verschulden. Deshalb wurden sie zu Goldman Sachs gezwungen

        Wie bitte? Gezwungen? Niemand hat die Griechen gezwungen, sich zu verschulden!

        da steht nichts von negativer Einkommensteuer NUR für Bedürftige, sondern für ALLE.

        Das ist auch KEIN Übegang, sonden gilt zeitlos immer.

        Ich meinte: Das Grundeinkommen wird nicht an alle ausgezahlt. Die Nicht-Bedürftigen bekommen keins. Und nirgendwo hat Friedman gesagt, dass die NES für immer gelten soll.

        Die heutigen Krisen sind die logischen Folgen der “Österreichischen Schule” der Nationalökonomie, das hat Milton Friedman schon 1962 bewiesen.:)

        Das Finanzsystem ist also „österreichisch“. Okay.

      • Juergen Rettel Says:

        arprin,
        1. es gibt KEIN globales Geld, nur lokale Währungen. Und im globalen Freien Kapitalverkehr der EU seit 1995 auch KEIN Staatliches Geldmonopol mehr.
        Hier ist die „österreichische Schule“ einfach nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

        2. Art. 123 AEUV verbietet den EU-Staaten, sich bei der EZB zu verschulden. Damit sind sie gezwungen, sich woanders zu verschulden. Die EZB hat gar keinen Überblick, wer heute wo bei wem wie hoch verschuldet ist. Nur dadurch kam es zur PIIGS-Krise, eine Folge des Art. 123 AEUV.
        Andernfalls hätte sie zumindest den Überblick und ein Geldmonopol, d.h.die Verschuldung bremsen können.

        3. Das ist falsch, ALLE bekommen dasselbe bGE und alle bezahlen den gleichen Grenzsteuersatz von 50 % (Vorschlag von Milton Friedman).

        Eine Negative Einkommensteuer kann nur so funktionieren, wenn die obere Hälfte des Volkseinkommens mit der Steuer die Aufstockungen der unteren Hälfte bezahlt, woher soll sonst das Geld kommen ?

        Friedman hat ausdrücklich in Kap. 12 gesagt, oberhalb des Freibetrages werden 50 % Steuern über Freibetrag gezahlt, unterhalb des Freibetrages 50 % Aufstockungen bis zum Freibetrag (Negative Steuerschuld).

        Sie vergessen, dass das bGE für beide eben der halbe Grundfreibetrag ist. Es ist organisatorisch einfacher, beiden den gleichen halben Grundfreibetrag vorab auszuzahlen und beide pauschal mit 50 % ab dem ersten Cent gleich zu besteuern.
        Gleichzeitig ist so das bGE ein individueller Kredit der Notenbank an jeden am Monatsanfang, der am Monatsende von allen kollektiv getilgt wird.

        Freibeträge sind aber unabhängig von Bedürftigkeit, das ist beim Kindergeld schon heute in D so (ca. 30 % vom Kinderfreibetrag vorab).

        Das wird bei bGE nur auf Erwachsene ausgedehnt und auf 50 % erhöht durch Einbeziehung der AG-Sozialabgaben (20 %) in das bGE für die KV/PV-Kopfpauschale zur Liberalisierung der Kanken-und Pflegekassen. Es ist dann gleich, ob jemand den Kopfbeitrag bei einer GKV oder PKV entrichtet. Er ist dann steuerfinanziert.🙂

        Negative Einkommensteuer als Flat Tax ist nur die effizienteste Form des GG-gebotenen Familienausgleiches nach der Gauß-Methode der kleinsten (Steuer-)Quadate.🙂

      • qwerty248 Says:

        in der Schweiz kann ich manchmal mit Euro bezahlen und in Exjoguslawien glaube ich noch heute mit DM. Kommt es nicht darauf an, ob mein Gegenüber nicht-gesetzliche Zahlungsmittel annimmt? Das gesetzliche Zahlungsmittel ist ein Gläubiger verpflichtet anzunehmen.

      • Juergen Rettel Says:

        Richig querty 248, die Landeswährung ist nur das gesetzliche Zahlungsmittel, andere Währungen inkl.Wechselkurs sind Verhandlungssache.

  6. Wochenendlektüre 21./22.03.2015 | PTB - PAPSTTREUERBLOG Says:

    […] Logik ist nicht die Sache der Mindestlohnbefürworter, wie arprin hier zeigt: Pech beim Nachdenken […]

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