Der Wert von Umweltschutz

Ein Prophet des Ökologismus

Muss der Mensch sich für die Umwelt opfern?

Neben der Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit gehört der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit in unserer Zeit zu den in Sonntagsreden am meisten gebrauchtesten politischen Schlagwörtern. Der Befund ist klar: Der Mensch zerstört die Umwelt. Wälder werden abgeholzt, Seen vergiftet, Arten sterben aus, Abgase verpesten die Luft und die Globale Erwärmung bedroht die gesamte Natur und menschliche Zivilisation. Es hilft nur eine radikale Abkehr von unserem Lebensstil in Richtung von mehr Nachhaltigkeit, ansonsten drohen eine großflächige Zerstörung der Natur und damit auch eine Reihe von apokalyptischen Katastrophen für die Menschheit.

Die Argumente für den Umweltschutz lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Die eine sieht den Umweltschutz als einen Wert an sich an, die andere sieht an erster Stelle den Nutzen einer sauberen Umwelt für den Menschen. Theoretisch muss sich beides nicht ausschließen. Wenn der Schutz der Umwelt ein Wert an sich wäre, muss man jedoch auch den theoretischen Fall eines Interessenkonflikts zwischen Umweltschutz und dem Nutzen für den Menschen berücksichtigen und dann argumentieren, der Umweltschutz sei unabhängig vom Nutzen einer sauberen Umwelt für den Menschen wichtig und somit wäre es falsch, die Umwelt zu schädigen, selbst wenn es dem Menschen nicht schaden würde.

Als erstes stellt sich die Frage: Gibt es Interessenkonflikte zwischen Umweltschutz und dem Nutzen für den Menschen? In der Tat. Wenn z.B. für den Bau einer neuen Straße, mit denen zwei wichtige Orte miteinander verbunden werden, eine Tierart ihre gewohnte Umgebung verlassen muss, mag das für die Tiere schlecht sein, doch für den Menschen ergeben sich weitaus mehr Vorteile. Es werden Wälder abgeholzt, damit dort menschliche Siedlungen entstehen oder Rohstoffe abgebaut werden, die für die Produktion von für den Menschen wichtige Güter genutzt werden. Die Menschen zerstören die Umwelt, um bessere Lebensbedingungen für sich zu erzeugen.

Natürlich kann man das Argument bringen: Die Schädigung der Umwelt mag kurzfristig dem Menschen nützen, doch auf Dauer schadet es ihm, da er die Lebensgrundlage für zukünftige Generationen zerstört. Dieses Argument trifft aber nicht immer zu. Es gibt viele Beispiele, in denen der Mensch der Umwelt geschadet hat und davon zumindest nicht mehr Schaden als Nutzen bekam. Der Bau von Straßen und Städten oder die Ausbeutung von Rohstoffen sind nur einige Beispiele, viele moderne technische Errungenschaften haben der Umwelt geschadet. Somit kommen wir zur Frage: Ist Umweltschutz ein Wert an sich, oder zählt nur der Nutzen einer sauberen Umwelt für den Menschen?

Für viele Umweltschützer ist Umweltschutz tatsächlich unabhängig vom Nutzen für den Menschen wichtig. Sie hegen die Vorstellung eines zu bewahrenden „ökologischen Gleichgewichts“, also einer selbstregulierten Natur, die von selbst gegen Umweltzerstörung vorbeugt. Das Eingreifen des Menschen zerstöre dieses Gleichgewicht. Radikale Umweltschützer lassen Sprüche los, die einen erschaudern lassen. Der Mensch wird als „Krebsgeschwür“ bezeichnet, und es heißt „Ohne den Menschen ginge es der Erde besser“. Auch wenn diese Radikalinskis zum Glück nur eine Minderheit darstellen: Die von vielen Umweltschützern geteilte Vorstellung eines Gleichgewichts in der Natur wird heute von Wissenschaftlern abgelehnt.

Es gibt in der Natur kein Gleichgewicht. In der Erdgeschichte wurden ganze Ökosysteme komplett vernichtet und Tierarten ausgerottet, die dann Platz für neue Arten machten, die ihrerseits von anderen Arten ausgerottet wurden. Umweltzerstörung gehört seit jeher zur Umwelt dazu und ist keine Erfindung des Menschen. Nur interessierte es die Umwelt nicht. Erst als der Mensch kam, erblickte die Erde eine Art, die begann, sich, wenn auch nach langer Zeit, über den Zustand der Umwelt Gedanken zu machen. Wen interessiert es, wenn eine Tierart oder ein Ökosystem in seiner Existenz bedroht wird? Sicher nicht die Umwelt, die der größte Umweltzerstörer ist. Es sind die Menschen, die darüber betrübt wären, sofern sie diese Tierart oder Ökosystem wertschätzen.

Man muss den Menschen nicht zur Krone der Schöpfung stilisieren, um zu erkennen, dass es der Mensch ist und nicht die Umwelt, die überhaupt Werte definiert und sie nach Wichtigkeit ordnet. Der Aufklärer Denis Diderot meinte: „Ohne den Menschen wäre die Erde wertlos“. Niemand würde die schönen Landschaften pflegen, beobachten und in Gedichten bewundern, niemand würde sich über bedrohte Arten kümmern, wenn es den Menschen nicht gäbe und natürlich gäbe es auch keine Zivilisation. Die Dinosaurier herrschten über 100 Millionen Jahre über die Erde und alles was sie taten war fressen und scheißen. Dann kam ein Komet und löschte sie aus, und weil es weder Menschen noch Greenpeace gab, konnte niemand ihre Ausrottung beklagen.

Da nur der Mensch Werte definiert, kann sich der Wert von Umweltschutz nur an dem Wert der Umwelt für den Menschen messen. Dafür muss immer eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Analyse vorgenommen werden. Saubere Luft und Flüsse sind wichtig, doch eine kleine Ameisenkolonie für eine Straße zu verdrängen ist kein großer Schaden. Das größte derzeitige Umweltproblem, die Globale Erwärmung, sollte ebenfalls einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen werden, um die besten Wege zu finden, damit umzugehen. Viele Wissenschaftler, die das getan haben, kommen zur Erkenntnis, dass es das Beste ist, sich auf die möglichen Veränderungen vorzubereiten (z.B. durch Wirtschaftswachstum und der Entwicklung neuer Energieformen) anstatt unseren Lebensstil radikal zu ändern.

Während unsere Erde ein lebendiger Ort ist, sind seine Nachbarn in unserem Sonnensystem weitgehend lebensfeindliche Umgebungen. Trotzdem argumentieren einige Umweltschützer, der Mars und andere Planeten hätten ein „Recht“ auf die Bewahrung ihrer Umwelt und eventueller Ökosysteme. Diese Vorstellung ist absurd. Der Mars ist toter Staub. Er gehört niemandem. Wenn sich Menschen entschließen, den Mars zu terraformieren, also auf erdähnliche Verhältnisse umzuformen, und dort Menschen anzusiedeln, sollten sie das tun dürfen. Die (heutige) Umwelt des Mars zu verändern, wäre kein Verlust. Denn nicht nur die Erde, das ganze Sonnensystem ist wertlos ohne den Menschen.

4 Antworten to “Der Wert von Umweltschutz”

  1. Thomas Holm Says:

    Jugendkulturelle Begleitung: „We deserve no tomorrow“

    http://www.online-instagram.com/media/1084824886976347286_1440138742

  2. Martin Says:

    „Die Dinosaurier herrschten über 100 Millionen Jahre über die Erde und alles was sie taten war fressen und scheißen. Dann kam ein Komet und löschte sie aus, und weil es weder Menschen noch Greenpeace gab, konnte niemand ihre Ausrottung beklagen.“

    Ziemlich überhebliche Aussage, wie ich finde. 100 mio. Jahre sind immerhin 99,8 mio. mehr, als der Mensch auf dem Buckel hat, zumal, wenn man ehrlich ist, der Großteil unserer Tätigkeiten sich nicht besonders von denen der Saurier unterscheidet. Zur Ausrottung der Dinosaurier bedurfte es eines externen Ereignisses, während der Homo Sapiens das auch ganz alleine schaffen kann, was nicht unbedingt für ihn spricht. Und wer wird eigentlich im Falle des Falles das Verschwinden des Menschen beklagen?

    • arprin Says:

      100 mio. Jahre sind immerhin 99,8 mio. mehr, als der Mensch auf dem Buckel hat, zumal, wenn man ehrlich ist, der Großteil unserer Tätigkeiten sich nicht besonders von denen der Saurier unterscheidet.

      Doch, es gibt gewaltige Unterschiede, und die kürzere Zeit für seine Leistungen sprechen für den Menschen.

      Zur Ausrottung der Dinosaurier bedurfte es eines externen Ereignisses, während der Homo Sapiens das auch ganz alleine schaffen kann, was nicht unbedingt für ihn spricht.

      Der Mensch könnte aber auch seine Ausrottung durch ein externes Ereignis verhindern.

      Und wer wird eigentlich im Falle des Falles das Verschwinden des Menschen beklagen?

      Niemand, aber wir würden mehr hinterlassen.

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