Gedanken zu Panama

Offshore-Konten sind ein Menschenrecht!

Offshore-Konten sind ein Menschenrecht!

Eine Nachricht, die derzeit in allen Medien die Schlagzeilen beherrschen könnte, könnte lauten: Datenschützer sind empört über massiven Datenklau in Panama. Eine Gruppe von privaten Ermittlern, die sich offenbar für über das Gesetz stehend hält, hat rechtswidrig Millionen Dokumente veröffentlicht und damit die Privatsphäre und das Bankgeheimnis von Hunderttausenden Menschen verletzt. Mit Snowden-Masken und 1984-Plakaten versehen stehen die Datenschützer nun vor der Redaktion der Süddeutschen und skandieren: „Offshore-Konten sind ein Menschenrecht!“, „Kein Konto ist illegal!“ oder „Je suis Panama“ und fordern ein Ende des gläsernen Bürgers.

Dass nichts dergleichen passiert ist, liegt an einer Regel der Datenschützer: Aller Datenschutz ist gleich, aber mancher Datenschutz ist gleicher. Der Schutz von Bankkonten ist gleich, der Schutz von allen anderen Daten ist gleicher. Bankkonten sind nur geschützt, solange nicht irgendein Kämpfer für soziale Gerechtigkeit meint, das dortige Vermögen sei woanders besser „für die Gesellschaft“ investiert. Das Argument, auch Terroristen, Mafiosi, Drogenbosse und Diktatoren würden Offshore-Konten benutzen, ist angesichts der Tatsache, dass Eingriffe in andere Formen des Datenschutz von den Datenschützern auch dann abgelehnt werden, wenn sie mit dem Schutz vor Kinderschändern oder Terroristen begründet werden, keine Erklärung für die Ungleichbehandlung der Daten.

Die Verbrechen von Terroristen, Mafiosi, Drogenbossen und Diktatoren sind schon jetzt strafbar. Sie haben nicht durch ein Offshore-Konto ihr erstes Gesetz gebrochen. Und das Lustige dabei ist, dass gerade diese Offshore-Konten keine Verbrechen sind. Briefkastenfirmen sind, ob nun in Panama oder Delaware, völlig legal. Die „investigativen“ Journalisten haben also etwas aufgedeckt, was zumindest zu großen Teilen gar nicht strafbar ist. Trotzdem ist Lionel Messi jetzt in einem Atemzug mit Bashar al-Assad. Das ist so, als würde man jeden Facebook-Nutzer mit Kinderschändern in Verbindung bringen, weil sie beide dasselbe soziale Netzwerk benutzt haben.

Als Snowden die NSA-Daten enthüllte, handelte es sich zumindest um illegale Machenschaften, bei den Panama Papers ist das nicht der Fall. Es ist ganz normaler Datenklau. Was nicht heißt, dass all die Putins und Assads keine Verbrecher sind, aber eben aus anderen Gründen. Putin ist der Obermafiosi eines korrupten Mafia-Staats, verkürzt die Lebenserwartung von Regimekritikern, führte blutige Kriege im Inneren und gegen Nachbarstaaten, setzte in Tschetschenien mit Kadyrow einen noch schlimmeren Tyrannen wie er als Staathalter ein, unterstützt Separatisten in der Ukraine und hat Tausende Syrer totgebombt um einen Diktator an der Macht zu halten – das sind reale Verbrechen. Die Existenz von Offshore-Konten ist es nicht.

Das Traurigste an der ganzen Geschichte ist das Lied vom „entgangenen Steuergeld“ und den ganz schlimmen Folgen „für die Gesellschaft“. Tatsächlich hat der Staat nicht nur praktisch überall, ob Griechenland, Deutschland oder USA, Rekordsteuereinnahmen und dabei gleichzeitig Rekordschulden (muss man auch erstmal schaffen), sondern hat in den letzten Jahren zunehmend stärker Steueroasen geschlossen. Es gab immer mehr Doppelbesteuerungsabkommen, 2014 haben 50 Länder ein internationales Steuerabkommen geschlossen, darunter Liechtenstein und die (britischen) Cayman-Inseln, auch die Schweiz ist nicht mehr das was es war. Das Goldene Zeitalter der Steuerhinterziehung ist längst vorbei, ebenso wie das Goldene Zeitalter des Islam in Andalusien.

Das Ausmaß der weltweiten Steuerhinterziehung wird auf bis zu umgerechnet 200 Milliarden Dollar geschätzt. Das sind Peanuts, mit denen man die ganzen Schulden, die zukünftigen Pensionen und Renten und all die anderen sozialen Versprechen nicht finanzieren kann. Die deutschen Behörden haben mithilfe der seit 2010 gekauften Steuer-CDs 3 Milliarden Euro eingenommen. Es handelte sich dabei meistens um Steuernachzahlungen von 10 Jahren inklusive Zinsen – macht 230 Millionen Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 zog der deutsche Staat knapp 620 Milliarden Euro Steuern ein und hat derzeit über 2 Billion Euro Schulden.

Selbst das weltweite Offshore-Vermögen von umgerechnet etwa 6 Billionen Dollar – von denen wohlgemerkt nicht alles hinterzogen ist! – würde nicht ausreichen, um die massive weltweite Verschuldung (allein die USA haben 14 Billionen Dollar Schulden) zu bezahlen und alle sozialen Versprechen zu erfüllen. Das Geld der Reichen reicht nicht aus. Statt auf das Narrativ von den „entgangenen Steuergeldern“ zu beharren, sollte man auf das wahre Problem aufmerksam machen: Die massive Verschwendung des Staates und die damit einhergehenden kranken Abgabenlasten, die so viele Menschen überhaupt erst zu Steuerflüchtlingen machen. Denkt daran: Man muss die Fluchtursachen bekämpfen!

(Und noch ein Tipp: Wer sicher und legal offshore gehen will, dem empfehle ich die vom Libertären Christoph Heuermann betriebene Seite „Staatenlos„.)

20 Antworten to “Gedanken zu Panama”

  1. emarkus Says:

    Das Veröffentlichen von Informationen ist in keinster Weise verwerflich. Oder will man dem Veröffentlicher den Mund verbieten? Das wäre ein Angriff auf die Freiheit. Wer seine Daten geheim halten will, soll sie eben nicht weitergeben.

    • max Says:

      Genau. Deshalb veröffentlichen wir als nächstes Deine Krankheitsgeschichte (selber Schuld, wenn Du einem Arzt Deine Daten gegeben hast), veröffentlichen Deinen Brief- bzw. Mailverkehr (selber schuld wenn Du jemandem schreibst) etc. Ich glaub es hackt.
      Nebenfrage: Was ist eigentlich der Informationsgewinn in dieser Causa?

      • markus Says:

        Mein Mailverkehr ist verschlüsselt und mein Arzt kennt meinen Namen nicht. Ich kümmere mich also selber um meinen Datenschutz, statt erst hinterher nach einem Datenleck auf staatliche Hilfe zu hoffen, für die natürlich der Steuerzahler zu blechen hat.

      • max Says:

        Hör doch auf so einen Stuss zu erzählen. Dein mailverkehr ist bei Bedarf schneller entschlüsselt als Du Piep sagen kannst und Dein Arzt kennt selbstverständlich Deinen Namen.

    • arprin Says:

      Das Veröffentlichen von Informationen ist in keinster Weise verwerflich.

      Natürlich ist das Stehlen von geheimen Daten verwerflich.

      • markus Says:

        Die Frage ist, ob der Veröffentlicher physisch eingebrochen ist, einen Tresor geknackt hat und dann alle Festplatten gestohlen hat. Das ist Diebstahl und verwerflich.

        Wahrscheinlich hat er aber nichts gestohlen, sondern sich nur eine Kopie der Daten verschafft, indem er mit geeigneten Werkzeugen Stromimpulse in seine Internet-Leitung gesendet hat, sodass das Zielsystem die gewünschten Daten freiwillig ausgespuckt hat.

        Das ist so, wie wenn jemand deiner Arztpraxis einen Brief sendet, wo drauf steht: Ich bin Sonderexperte für Rechnungsprüfung und möchte gerne eine Kopie aller Patientendaten haben.

        Der Schuldige ist in dem Fall der Arzt, der nicht sorgfältig auf die Daten aufgepasst hat. Wo kämen wir denn hin, wenn das verschicken von Briefen illegal wäre? Richtig, die Ärzte würden noch weniger auf ihre Daten aufpassen. Super Idee.

  2. Salamshalom Says:

    arprin,
    ich glaube das Maß und die Umstände der „Enthüllung“ sind, leider wieder einmal, durch viele Nebelkerzen und Strohfeuer komplett in den Hintergrund gerückt.
    Es geht doch nicht um Freiheit des Geldversteckens, Freiheit des Besitzes von Briefkastenfirmen in Tropenparadiesen, Freiheit von Daten oder Freiheit von Grönland.
    So weit bisher „durchgesickert“ ist, sind mehr als 200.000 Konten betroffen (in Worte: Zweihundertausend), auf die Cover der „Enthüller“, so z.B. der SZ, schaffen es aber ausgerechnet Putin oder Assad. Und ausgerechnet diesen beiden Ganoven kann man in keinem Falle eine „persönliche Firma“ zuordnen. Ein Cousin hier, ein Freund da…
    Es drängen sich schon bei oberflächlicher Betrachtung so viele Fragen auf:
    Wieso wird nicht über Wikileaks sondern über ausgesuchte Journalisten der Massenmedien enthüllt?
    Warum bekommen wir (die Bürger) nicht, wie bei Leaks, die Möglichkeit eines offenen Einblicks in die „Papers“? Wieso ist ausgerechnet Soros in diese Enthüllung beteiligt? Sind Islands Politiker eine Art Bauernopfer? Wird die SZ auch mit Cameron aufmachen (immerhin ist der Verwandtschaftsgrad Vater/Sohn erheblich intimer)? Bekommen wir noch, außer den üblichen Verdächtigen (Al Thani, King of saudia etc.) auch westliche Größen unter den 200.000 Ownern genannt?

    • arprin Says:

      Es geht doch nicht um Freiheit des Geldversteckens, Freiheit des Besitzes von Briefkastenfirmen in Tropenparadiesen, Freiheit von Daten oder Freiheit von Grönland.

      Es geht einzig und allein darum, um mehr nicht. Offshore-Konten dürfen nicht verboten werden, wie viele Politiker jetzt fordern. Die Kapitalverkehrsfreiheit darf nicht eingeschränkt werden, die Bürger dürfen nicht in jedem Schritt vom Staat überwacht werden, zumal der Staat den Bürgern immer mehr von seinem Geld raubt. Darum geht es, Salamshalom, und um nichts anderes.

      So weit bisher “durchgesickert” ist, sind mehr als 200.000 Konten betroffen (in Worte: Zweihundertausend), auf die Cover der “Enthüller”, so z.B. der SZ, schaffen es aber ausgerechnet Putin oder Assad.

      Ja, Putin und Assad, und Lionel Messi, Nico Rosberg, Macri, Poroschenko, Camerons Vater usw. Prominente schaffen halt Aufmerksamkeit, gemäß ihrem Bekanntheitsgrad.

      Und ausgerechnet diesen beiden Ganoven kann man in keinem Falle eine “persönliche Firma” zuordnen. Ein Cousin hier, ein Freund da…

      Salamshalom, ich halte dich nicht für so unwissend dass du nicht weißt, dass Korruption durch Mittelsmänner aus Familie und Freunde funktioniert. Das ist der Grund, warum Präsidenten und ihre Familien und Freunde in Entwicklungsländern zu dne reichsten Menschen der Welt zählen.

      Wieso wird nicht über Wikileaks sondern über ausgesuchte Journalisten der Massenmedien enthüllt?
      Warum bekommen wir (die Bürger) nicht, wie bei Leaks, die Möglichkeit eines offenen Einblicks in die “Papers”? Wieso ist ausgerechnet Soros in diese Enthüllung beteiligt? Sind Islands Politiker eine Art Bauernopfer? Wird die SZ auch mit Cameron aufmachen (immerhin ist der Verwandtschaftsgrad Vater/Sohn erheblich intimer)? Bekommen wir noch, außer den üblichen Verdächtigen (Al Thani, King of saudia etc.) auch westliche Größen unter den 200.000 Ownern genannt?

      Ok, das ist wohl der alberne und verzweifelte Versuch, mit Nebelkerzen von der Korruption von dir genehmen Staasführern (Putin, Assad) abzulenken und auch den möglichen Angriff auf die Kapitalverkehrsfreiheit zu ignorieren.
      Meine zwei Cents: Journalisten enthüllten es, weil es Journalisten enthüllt haben und nicht Wikileaks. George Soros …😀 Erstaunlich, wie es ein Anti-Zionist und Bush-Hasser geschafft hat, zum Ultra-Bösewicht in den „Alternativmedien“ zu werden. Und unter den Ownern sind mit Gunnlaugsson und Cameron (der sich doch tatsächlich für sein Vater äußern musste) westliche Politiker und mit Poroschenko und Salman westliche Verbündete. Aber es stimmt, die Nicht-Freunde des Westens sind prominenter vertreten, aber das liegt daran, dass man im Westen in der Regel nicht als Politiker oder Politker-Freund Millionär wird, sondern als Fußballer oder Formel 1-Fahrer. Warum wohl?🙂

      • Salamshalom Says:

        Es war ja davon auszugehen, dass du relativierend antwortest. Zunächst einmal ist es ein Fakt, dass weder Putin noch Assad unter IHREM Namen ein Panama-Konto führen! So lange, und vor allem doch in einer zivilisierten Welt, gilt doch die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils😉
        Dann frage ich mich, warum man mutmaßliche Ganoven groß coverd, wenn man de facto Ganoven bereits überführt hat (du hast eine kleine Auswahl selbst genannt).
        Dann muss man sich die Frage gefallen lassen, wieso bei Assad und Putin davon ausgegangen wird, dass sie „damit ihre dreckigen Kriege finanzieren“ und nicht, wie bei Messi oder Rosberg, eher einfach Kapital , legel, illegal, zur Seite schaffen wollen.
        Dann gibt es noch die unbeantwortete Frage, warum wir (also du, ich, Erna und Willi z.B.) keinen Einblick in diese Akten von öffentlichem Interesse bekommen (kein Interesse an eigener Recherche, arprin?).
        Und ob Soros Anti-Bush-Anti-Zionist ist oder nicht, ausgerechnet er hat seine Finger in dieser Enthüllungsgeschichte?
        Es ist ja nicht so, dass ich im dunklen Kämmerlein darauf warte, obskure weit hergeholte Meinungen zu vertreten. Ich bin gewiss einer von vielen, die sich solche Frage stellen… und wie sagte Craig Murray:
        „Was haben Sie denn auch erwartet? Die Auswertung und Veröffentlichung der Daten wird vom „Internationalen Konsortium investigativer Journalisten“ vorgenommen, einer Gruppe deren Name bereits pompös und lächerlich klingt. Das ICIJ wird finanziert und betrieben vom amerikanischen „Center for Public Integrity“. Unter den Unterstützern und Finanziers dieses Instituts findet man Namen wie …
        ◾Ford Foundation
        ◾Carnegie Endowment
        ◾Rockefeller Family Fund
        ◾W K Kellogg Foundation
        ◾Open Society Foundation (Soros)

        Da rechnen Sie mal lieber nicht mit einer schonungslosen Offenlegung des westlichen Kapitalismus. Die dreckigen Geheimnisse der westlichen Unternehmen werden auch weiterhin verschlossen bleiben.

        Erwarten Sie lieber Schüsse in Richtung Russland, Iran und Syrien und einige kleinere „Alibischüsse“ auf kleinere westliche Länder wie Island. Wahrscheinlich opfert man noch einen oder zwei greise britische Adlige – vorzugsweise welche, die bereits dement sind. Die Massenmedien – in Großbritannien der Guardian und die BBC – haben exklusiven Zugang zu den Datensätzen, die weder Sie noch ich sehen dürfen.(…)“

        Aber ansonsten ist alles super…

      • arprin Says:

        Schade, dass du so heftig relativierst. Es ärgert dich, dass die Namen Putin und Assad gecovered werden, weil die Namen anderer Politiker angeblich nicht gecovered werden? Toll. Mal ganz abgesehen davon, dass natürlich alle bekannten Namen in den Medien auftauchen und sogar Nicht-Politiker wie Messi eine ganze Seite im SZ bekommen – warum sollte jeder Politiker gleichmäßig verteilte Presse bekommen? Putin ist bekannter als Macri (nur Obama dürfte weltweit bekannter sein als Putin) und die Millionen seiner Freunde sind, wenn man Russland kennt, verdächtiger als ein Konto von Macri.

        Die Auswertung und Veröffentlichung der Daten wird vom „Internationalen Konsortium investigativer Journalisten“ vorgenommen, einer Gruppe deren Name bereits pompös und lächerlich klingt.

        Sorry Salamshalom, ad hominem-Argumente interessieren mich nicht. Die Quelle und deren Finanzierung sind doch nicht das Relevante, sondern der Inhalt. Und zum Inhalt habe ich mich ja geäußert: Offshore-Konten sind ein Menschenrecht, Datenschutz ist wichtig und Terroristen, Diktatoren und Mafiosi sind trotzdem ekelhaft.

      • Gutartiges Geschwulst Says:

        @Salamshalom: „Da rechnen Sie mal lieber nicht mit einer schonungslosen Offenlegung des westlichen Kapitalismus. Die dreckigen Geheimnisse der westlichen Unternehmen werden auch weiterhin verschlossen bleiben.“

        Die „dreckigen Geheimnisse der westlichen Unternehmen“ (so sie existieren) sind komplett unwichtig, da sie nicht realisiert werden könnten, ohne die Unterstützung einer korrupten Politik. „Der Kapitalismus“ hat keine gesetzgebende Funktion.
        Das Problem besteht also nicht in den „dreckigen Geheimnissen der westlichen Unternehmen“, sondern allenfalls in der dreckigen Unverfrorenheit, mit der sich die Politik davon bezahlen lässt und diesem Dreck den Weg bereitet.

  3. Salamshalom Says:

    @arprin
    „Die Quelle und deren Finanzierung sind doch nicht das Relevante, sondern der Inhalt.“
    Eben. Den würde ich gerne sehen. Die Selektivität der Einsicht ist bei einer „Enthüllung“ sehr sonderbar. Und: selbstredend sind auch die „Auftraggeber“ von Interesse, wenn man den Gesamtüberblick im Auge haben möchte und die richtigen Schlüsse ziehen will. Laut Wikileaks soll von US-Seite das Putin`sche Komplöttchen ausgegangen sein. Nun gut, wen wundert es.
    .

    „ad hominem-Argumente interessieren mich nicht“
    Na ja, das vielleicht nicht, aber die Fakten, die er auf den Tisch stellt, sollten dich schon noch interessieren. Der Mann ist immer hin „Sam Adams Award – Preisträger für persönliche Integrität in der geheimdienstlichen Arbeit“. So ein wenig dürfte er sich also schon auskennen…

    @Gutartiges Geschwulst
    “ Das Problem besteht also nicht in den “dreckigen Geheimnissen der westlichen Unternehmen”, sondern allenfalls in der dreckigen Unverfrorenheit, mit der sich die Politik davon bezahlen lässt und diesem Dreck den Weg bereitet.“
    Kann man so stehen lassen…

    • arprin Says:

      Eben. Den würde ich gerne sehen.

      Jetzt tu nicht so, als hättest du kein Mega-ad hominem gebracht und als seist du nur an dem Inhalt interessiert. Natürlich hast du ein ad hominem gebracht: „Das Ganze wird von pompösen und lächerlichen Leuten finanziert, also ist der Inhalt Müll. Und Soros‘ Name taucht auf … Soros! Soros! Der ganz böse Bösewicht. Also muss der Inhalt Müll sein.“ Das ist ein ad hominem, Salamshalom. Und zur Validität dieses „Arguments“: Es spielt selbstredend keine Rolle für den Inhalt, wer der Auftraggeber ist, egal ob SANA, RT, CNN, Welt, Wikileaks oder ICIJ. Für den Inhalt spielt allein der Inhalt eine Rolle. Und ad hominems werden auch nicht besser, wenn der Argumentierer Preise gewonnen hat.

      Nun zum Inhalt: Viele Politiker, Unternehmer und Prominente haben Offshore-Konten. Dagegen ist rein gar nichts einzuwenden. Gleichzeitig ist klar, dass Vermögen von Einigen sicher nicht aus ihrer Leistung am Markt kommt, sondern aus massiver Korruption. Anstatt das anzuerkennen, kommst du mit deinen üblichen „What about?“-Relativierungen. Dabei werden in den Medien nicht nur Putins und Assads Kumpanen genannt, und was würde es an Putins und Assads Korruption ändern, wenn andere auch korrupt wären?

      • Salamshalom Says:

        „Dabei werden in den Medien nicht nur Putins und Assads Kumpanen genannt, und was würde es an Putins und Assads Korruption ändern, wenn andere auch korrupt wären?“
        Zunächst einmal wurden hauptsächlich Putin und Assad ins Visier genommen – ironischerweise vernachlässigte man erst einmal die sicheren Kantonisten und stürzte sich ausgerechnet auf die Beiden, die eben keine Firma besitzen.
        das Warum scheint bei dir keine Rolle zu spielen. Warum nur😉 ?
        Und eben weil sich mehr als 200.000, zum Teil korrupte, Scheinfirmen nur in dieser einzigen (!) Anwaltskanzlei tummeln, ist es lächerlich, sich ausgerechnet die „korrupten“ Putin und Assad auszusuchen. Und das noch als indirekte Kantonisten.
        Und noch mal: Warum macht man das? Weil es eine Frage des Auftraggebers und des Inhalts ist.
        Ps.: Warum (das Zweite in diesem Zusammenhang) hat Schäuble den Informanten mehrmals abgekanzelt? Keine Lust auf Steuereinnahmen, der Herr Finanzminister?

      • arprin Says:

        Schade, dass du nur relativieren kannst. Wenn Jack man the Ripper anklagen würde, würdest du sagen: Was haben die Leute gegen Jack the Ripper? Charles Manson hat doch auch Menschen umgebracht. Relativieren, relativieren, relativieren, mehr kannst du einfach nicht.

        So gut wie jeder Politiker, der in den Panama Papers auftaucht, wurde in der Presse erwähnt (nur ist Putin halt bekannter als Macri und bringt mehr Klicks), es gibt kein Totschweigen von Enthüllungen, die nicht Putin und Assad betreffen. Und so gut wie jeder hat mehr Schaden gehabt als Putin und Assad – Putin und Assad haben keinerlei Konsequenzen zu spüren bekommen. Warum nicht alle Daten veröffentlicht wurden kann ich dir ebensowenig sagen wie warum Assange nicht alle geleakten Daten veröffentlicht hat (selektives Veröffentlichen ist irgendwie Standard). Aber es wurden Daten veröffentlicht. Und alles was du zu sagen hast ist „What about?“, wie immer. Ich weiß, du wirst das nicht wahrhaben wollen, Salamshalom, aber: Putin und Assad sind korrupt bis in die Hölle, daran ändern auch deine Whataboutismen nichts.

      • Salamshalom Says:

        „Putin und Assad sind korrupt bis in die Hölle, daran ändern auch deine Whataboutismen nichts.“
        Mir persönlich, wie schon an anderer Stelle bereits erwähnt, bedeutet diese „Whataboutism-Floskel“ nichts. Whatabout hin, whatabout her, Fakt bleibt Fakt.
        Aber da du dich scheinbar sehr darüber ärgern kannst, solltest du dich wenigstens an deine eigenen Parameter halten. Und obiges Zitat fällt in diese Kunstformel: „Whatabout Putin und Assad?“…

        Die Natur deiner Argumentation liegt darin, den Kern eines Themas zu umsegeln und abgelegene Inseln anzusteuern:
        „Warum nicht alle Daten veröffentlicht wurden kann ich dir ebensowenig sagen wie warum Assange nicht alle geleakten Daten veröffentlicht hat (selektives Veröffentlichen ist irgendwie Standard). Aber es wurden Daten veröffentlicht.“
        Nicht nur warum nicht alle Daten veröffentlicht wurden ist eine Frage (unter dem inzwischen herrschenden öffentlichen Druck wird hoffentlich immer mehr durchsickern) sondern die hier anfangs gestellte Kernthematik, warum in einer transparenten (?) Demokratie die Öffentlichkeit davon ausgeschlossen wird, direkten Einblick in öffentlich interessante Daten zu erlangen.
        Und die Schäuble-Nummer bleibt ebenso unbehandelt: „whatabout Schäuble“?😉

      • arprin Says:

        Wirklich schade, Salamshalom. Ich schreibe einen Artikel, indem es um die Kapitalverkehrsfreiheit geht und indem ich die Verschwendung des Staates kritisiere, und du reagierst mit „Ach arprin, mich interessiert dein Thema gar nicht, lass uns über das wahre Thema sprechen: Es ist eine Verschwörung gegen Putin und Assad. Deswegen wird nur über die beiden geredet“. Eigentlich hätte ich dich dazu auffordern können, beim Thema zu bleiben, aber das ist mehr oder weniger sinnlos, da du immer weit, weit weg vom Thema bist. Stattdessen habe ich versucht, dich darauf aufmerksam zu machen, dass in den Medien sehr wohl auch über andere berichtet wird und deine „What about?“s somit unsinnig sind. Aber du machst einfach weiter mit deinen Whataboutismen und tust jetzt auch noch so, als sei ich es, der dieses absurde Argumentationsmuster benutzt.

        Und zur „transparenten Demokratie“: Was hat das massenhafte Stehlen von geheimen Daten mit transparenter Demokratie zu tun? Und was hat die Schäuble-Nummer mit dem Thema des Artikels oder mit deinem Thema zu tun? Also, was willst du damit andeuten? Dass Schäuble oder seine Freunde selbst korrupt sind? Kann ja durchaus sein, nur was hätte das mit dem Thema zu tun?

        Zuletzt: Ich hoffe dass die Kapitalverkehrsfreiheit nicht eingeschränkt wird (befürchte es aber), der Staat nicht mehr so massiv Steuergelder verschwendet und es hoffentlich irgendwann weniger Korruption in Russland und im Nachkriegs-Syrien gibt. Darum ging es ja im Artikel, auch wenn es dir vollkommen egal ist.

      • Salamshalom Says:

        In aller Kürze dazu:
        „Als Snowden die NSA-Daten enthüllte, handelte es sich zumindest um illegale Machenschaften, bei den Panama Papers ist das nicht der Fall. Es ist ganz normaler Datenklau. Was nicht heißt, dass all die Putins und Assads keine Verbrecher sind, aber eben aus anderen Gründen. Putin ist der Obermafiosi eines korrupten Mafia-Staats, verkürzt die Lebenserwartung von Regimekritikern, führte blutige Kriege im Inneren und gegen Nachbarstaaten, setzte in Tschetschenien mit Kadyrow einen noch schlimmeren Tyrannen wie er als Staathalter ein, unterstützt Separatisten in der Ukraine und hat Tausende Syrer totgebombt um einen Diktator an der Macht zu halten – das sind reale Verbrechen. Die Existenz von Offshore-Konten ist es nicht.“

        Ich beziehe mich direkt auf deine eigenen Worte. Du hast Putin und Assad in direktem Zusammenhang mit Panama gebracht… die Kleinigkeit nicht berücksichtigend, dass sie eben keine Konten dort hatten. Darf ich nicht deine eigenen Aussagen kommentieren?

        Des Weiteren sage ich, dass diese ganze „Enthüllung“, im Gegensatz zu Snowden oder Wkileaks, überhaupt nicht öffentlich recherchierbar oder einsehbar ist, sondern einem ausgesuchten kleinen Kreis von „Journalisten“ vorbehalten ist. Die Stücke, die uns vorgeworfen werden, dürfen wir fressen (dich eingeschlossen), einen eigenen Blick auf das ganze Tier bekommen wir nicht. Stört dich das nicht? Und warum ist das so? Interessiert dich das nicht?

        Und auf die Frage, ob die Panama – Papiere den Tatbestand eines Verbrechens, hinsichtlich der Art und Weise ihres Erlangens, erfüllen, so sage ich klar, dass es sich um eine kriminelle Tat handelt.
        Allerdings mit vorsätzlicher Hilfe der Kanzlei. Wer solche sensiblen Daten von hunderttausenden Klienten unverschlüsselt lagert, darf sich am Ende nicht wundern.
        Wenn ich Gold (im Zweifel auch noch gewaschenes Geld) bei mir zuhause lagere und schließe meine Tür nicht ab, dann werde ich sehr leicht beklaut und die Versicherung zeigt mir den Vogel, sollte ich den entstandenen Schaden rückerstattet bekommen wollen.

      • arprin Says:

        Wirklich schade, Salamshalom. Ich schreibe einen Artikel, indem es um die Kapitalverkehrsfreiheit geht und indem ich die Verschwendung des Staates kritisiere, und du reagierst mit “Ach arprin, mich interessiert dein Thema gar nicht, lass uns über das wahre Thema sprechen: Es ist eine Verschwörung gegen Putin und Assad. Deswegen wird nur über die beiden geredet”. Und jetzt nimmst du auch noch einen Satz, indem ich AUSDRÜCKLICH darauf hinweise, dass Putins Offshore-Konten keine Verbrechen und damit unwichtig sind, um dann zu behaupten, ich hätte ein großes Thema um Putins Offshore-Konten gemacht. Du bist und bleibst einfach ein Verdreher und Nixkapierer. Um es nochmal klarzumachen: Mich interessieren Putins Offshore-Konten nicht. Korruption ist verbrecherisch, Offshore-Konten zu haben nicht.

        PS: Assange hat bis heute nicht alle Daten veröffentlicht, die er gestohlen hat. Was redest du da von „öffentlich einsehbar“? Wer hat dir denn das erzählt?

  4. Thomas Holm Says:

    Das Geld der Reichen reicht nicht aus … zur Aufhübschung der Welt.

    Wenn allerdings alles was ansonsten „Kapital“ sein könnte:

    von investo-phoben (vulgo: „asozialen“) Rackets am neo-patrimonialen Petro-$-Rollator der Weltwirtschaft … lieber gehortet wird in …

    ähm, einer Hemisphäre, die nicht die Merkmale von „Nahem Ausland“ trägt, anstatt dem hehren Vaterlande daheim als Produktionsfaktor zu dienen: dann ist das halt symptomatisch für etwas, was auch mal so hergezeigt werden muss.

    Man kann mit China verbündet auftreten und trotzdem dort die Sparkassen meiden. Wegen „selective law-enforcement“. So nennt man das.

    Man braucht so etwas wie „Recht“ nur zur persönlichen Vermögensverwaltung. Und das Vermögen verwaltet man gerne besonders diskret-offshore, weil es in einigen Fällen die Zukunftschancen ganze Länder in Beschlag hält.

    Nicht „verkörpert“ sondern „nur“ in Beschlag hält.

    Wäre mal interessant zu erfahren, ob die in Panama am Flughafen sofort Polonium finden würden.

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