Fakten zu Tschernobyl

Steht die Ära der Atomkraft vor dem Ende?

Der 11. März ist der Tag, der in Deutschland seit 2012 mit den Fukushima-Lügen zusammenfällt. An diesem Tag wird immer an die vermeintliche „Atomkatastrophe“ erinnert, die sich 2011 in Japan zugetragen haben soll. In Wirklichkeit waren es ein Erdbeben und ein Tsunami, und die „Atomkatastrophe“, die vor allem in deutschen Redaktionen stattfand, forderte kein einziges Todesopfer. Trotzdem war Fukushima das Ende der Atomkraft in Deutschland, und an jedem 11. März im Jahr wird uns erklärt, warum. Nun jährte sich gestern auch die echte Atomkatastrophe von Tschernobyl zum 30. Mal, und wieder war das Thema „Schäden durch die Atomkraft“ in den Medien.

Wie gesagt, war Tschernobyl im Gegensatz zu Fukushima eine echte Katastrophe, und eine Debatte über die Gefahren der Atomkraft ist natürlich angebracht, aber dennoch ist es erstaunlich, wie viele Fehlinformationen auch bezüglich Tschernobyl in der Öffentlichkeit vorherrschen. Dirk Maxeiner und Michael Miersch haben sich schon 2000 in ihrem „Lexikon der Öko-Irrtümer“ u.a. mit diesem Thema auseinandergesetzt. In den Medien werden immer wieder Zahlen von Tausenden Todesopfern durch Tschernobyl genannt, grüne Organisationen sprechen von Hunderttausenden oder über 1 Million Opfern. Die tatsächlich bestätigten Zahlen sprechen eine andere Sprache.

Glücklicherweise hat die Zeit schon vor fünf Jahren in einem seltenen Moment des Zweifels an der grünen Hysterie die Zahlen des „Wissenschaftlichen Ausschuss der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen der atomaren Strahlung“ (UNSCEAR) vorgebracht, die folgendes ergeben:

– 134 Arbeiter wurden akut verstrahlt, 28 starben kurz darauf an der Strahlenkrankheit. Bis 2006 starben 19 weitere Techniker (deren Todesursache konnte aber meist nicht mit Radioaktivität in Verbindung gebracht werden).
– In der Umgebung des Atomkraftwerks traten zwischen 1991 und 2005 bei Personen, die 1986 unter 18 Jahre alt waren, 6848 Fälle von Schilddrüsenkrebs auf, 15 Personen starben daran (nach 1986 geborene Kinder sind nicht betroffen).
– Menschen, die außerhalb der Ukraine, Russland und Weißrussland leben, haben keinerlei Konsequenzen zu befürchten, weder durch Todesfälle noch durch höhere Krebsraten. Kein Mensch in Deutschland hat durch Tschernobyl gesundheitliche Schäden erlitten.

Macht insgesamt 50-62 Tote. Das ist eine große Zahl, und die psychischen Folgen sind da nicht mitberechnet (Hunderttausende mussten umgesiedelt werden), sie ist jedoch keineswegs auf einer Stufe mit den Zahlen von Greenpeace, Ärzten gegen den Atomkrieg (IPPNW) oder der Gesellschaft für Strahlenschutz, die von 1,4 Millionen Todesopfern ausgeht.

Angesichts der vielen Pannen vor, während und nach der Katastrophe, die es in Deutschland so aufgrund der vielen Sicherheitsvorkehrungen nicht geben könnte, ist Tschernobyl als Argument gegen Atomkraft ungefähr so geeignet wie Staudamm-Katastrophen in Drittwelt-Ländern als Argument gegen Wasserkraft (ein zu Saddams Zeiten gebauter Staudamm im irakischen Mossul könnte, falls er bricht, Hunderttausende Menschen töten). Ja, ein instabiles Entwicklungsland sollte sich zweimal überlegen, ob es die Atomkraft nutzt, aber in den Industrieländern hat sich die Atomkraft als die sicherste Energiequelle bewährt. Gerade die Linken, die ständig die Gefahr des Terrors mit den Gefahren des Rauchens oder Autofahrens verharmlosen, sollten das anerkennen.

All das heißt nicht, wir sollten die Atomkraft kritiklos umarmen. Sie wurde und wird von staatlichen Subventionen unterstützt – aber leider trifft das im noch stärkeren Maße auf die grünen Energien zu, die darüberhinaus viel ineffizienter sind. Windräder und Elektroautos sind nicht die Zukunft, es sei denn, Deindustrialisierung ist Deutschlands Zukunft. Was wir letztlich brauchen, ist ein freier Energiemarkt. Durch neue Innovationen, mit denen Atomkraftwerke noch sicherer werden könnten, könnte die Atomkraft eine gute Rolle spielen, ebenso wie Fracking und natürlich die klassische Alternative, die fossilen Brennstoffe.

8 Antworten to “Fakten zu Tschernobyl”

  1. Yadgar Says:

    Elektroautos wären die Zukunft, wenn es denn zuverlässigen und preiswerten Strom aus nicht-fossilen Quellen gäbe – zum Beispiel mit flussigfluoridmoderierten Thoriumreaktoren: http://www.final-frontier.ch/thoriumenergie

    Kernfusion wäre natürlich das Optimum – dann stünde uns soviel (elektrische) Energie zur Verfügung, dass wir buchstäblich jeden Dreck recyceln könnten! Und ohne Stoffkreisläufe werden wir bis auf Weiteres nicht auskommen – Asteroidenbergbau wird auch nicht alle Grundstoffe liefern können.

    Apropos Grundstoffe: Selbst wenn Peak Oil kurz- und mittelfristig kein Thema sein sollte – Erdöl, diese Wundertüte der organischen Chemie ist zum Verbrennen viel zu schade! Und dann noch die Sache mit dem Klima…

    • arprin Says:

      Kernfusion wäre ja das „Ende der Geschichte“, zumindest wenn es um Energiefragen geht.

      Und zum Klima: Ich habe überhaupt nichts gegen CO2.

  2. Martin Says:

    Es braucht nicht mal einen hypothetischen Bruch des Staudamms in Mossul. Den realen Damm-Unfall mit > 100.000 Toten gab es schon, es war der Banqiao-Damm. Dazu noch knapp 6 Millionen zerstörte Gebäude und Tschernobyl ist nur ein laues Fürzchen als Katastrophe….
    Erklärt aber auch, warum es derart hochgespielt werden muß – die realen Folgen liegen soweit unter den Folgen des Dammbruchs, das sonst die schöne Ökoreligion wohl doch kollabieren würde.

    „According to the Hydrology Department of Henan Province, in the province, approximately 26,000 people died[14] from flooding and another 145,000 died during subsequent epidemics and famine. In addition, about 5,960,000 buildings collapsed, and 11 million residents were affected. Unofficial estimates of the number of people killed by the disaster have run as high as 230,000 people.[15] The death toll of this disaster was declassified in 2005.[4]

    • salamshalom Says:

      Wie ist denn die Halbwertszeit von H2O?

      • arprin Says:

        Ja, was sind schon Hunderttausende Tote gegen 100 Tonnen Atommüll.

        Im Übrigen: https://www.novo-argumente.com/artikel/mythos_atommuell?
        „Die ominösen Kosten für die aufwändige Endlagerung für Millionen von Jahren sind eine Chimäre. Was heute als „Atommüll“ bezeichnet wird, kann in Schnellspaltreaktoren als Brennstoff eingesetzt werden. Die notwendige Technologie fortgeschrittener Kernreaktoren wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten erprobt. Am Ende bleibt dann nur noch extrem wenig tatsächlicher Müll übrig, von dem 80% nach Jahrzehnten und der Rest nach etwa 300 Jahren unschädlich ist. Vergessen wir also die Idee der „Endlagerung“ und fangen wir an, eine sinnvolle Nutzung vorzubereiten.“

      • salamshalom Says:

        Staudämme sind also gefährlicher als Atomkraftwerke? Nichts Menschliche ist mir inzwischen mehr fremd, aber überrascht werde ich dennoch hin und wieder immer noch…
        Lasst und doch eine Kampagne gegen die Sonne starten. Genug Munition hätten wir: Tote durch Hitzschlag, Basaliome und Melanome. Verhungern und verdursten durch Hitze und Dürre.
        Ihr findet bestimmt gute Argumente, sich lieber von einem Atommeiler anstrahlen zu lassen als von der Sonne…

      • arprin Says:

        Hast du auch Gegenargumente statt deinem üblichen argumentfreien „Man, was seid ihr nur blöd!“-Spott?

        1. Atomkraft fordert pro Terawatt weniger Tote als die anderen Energiequellen. Tote durch Hitzschlag, Basaliome und Melanome, Verhungern und Verdursten werden dabei natürlich nicht in die Rechnung mit aufgenommen, da sie keine Folge der Energiegewinnung durch Solaranlagen sind.
        2. Nochmal der Link, den du nur weggelächelt hast: https://www.novo-argumente.com/artikel/mythos_atommuell?
        “Die ominösen Kosten für die aufwändige Endlagerung für Millionen von Jahren sind eine Chimäre. Was heute als „Atommüll“ bezeichnet wird, kann in Schnellspaltreaktoren als Brennstoff eingesetzt werden. Die notwendige Technologie fortgeschrittener Kernreaktoren wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten erprobt. Am Ende bleibt dann nur noch extrem wenig tatsächlicher Müll übrig, von dem 80% nach Jahrzehnten und der Rest nach etwa 300 Jahren unschädlich ist. Vergessen wir also die Idee der „Endlagerung“ und fangen wir an, eine sinnvolle Nutzung vorzubereiten.”

        Gegenargumente sind immer besser als Spott, Salamshalom.

    • arprin Says:

      Banqiao lässt sich leichter aussprechen als Tschernobyl. Müsste eigentlich bekannter sein.🙂

      Hier ein guter Überblick Über die Gefärlichkeit der Energiequellen:
      http://nextbigfuture.com/2008/03/deaths-per-twh-for-all-energy-sources.html
      Atomkraft hat 0,04 Tote pro Terawatt. Da kann keine andere Energiequelle mithalten.

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