Lehren aus Venezuela

Venezuela im Würgegriff des Sozialismus

Venezuela im Würgegriff des Sozialismus

Was würde wohl passieren, wenn es in den USA, Großbritannien oder in Deutschland eine schwere Wirtschaftskrise gäbe? Was geschah, als in Griechenland, Spanien, Russland und Brasilien die Wirtschaft niederging? Was wird passieren, falls in China eine schwere Krise ausbricht? Die Leute werden sagen: „Der Kapitalismus ist schuld.“ Völlig egal, welche Maßnahmen es genau waren, die zur Krise führten. An jeder Krise ist grundsätzlich „der Kapitalismus“ Schuld. Nun herrscht eine schwere Krise in Venezuela. Mit dem Kapitalismus kann man die Krise kaum in Einklang bringen, denn Venezuelas Wirtschaft ist seit dem Weltenretter Hugo Chavez sozialistisch organisiert. Wie schwer die Krise ist, kann man anhand folgender Beispiele verdeutlichen:

– Während wir die Earth Hour feiern, haben die Venezolaner die Earth Week: Um Strom zu sparen, haben die Beamten in der Woche drei Tage frei und arbeiten in der Zeit auch nur von 7 bis 13 Uhr.
– Während wir über Bierverbote für Jugendliche diskutieren, herrscht in Venezuela Bierknappheit.
– Während wir uns über die Fiskalpolitik streiten, gehen Venezuela die Banknoten für neues Geld aus.

Wer ist für die Krise verantwortlich? Wenn man sich die Zeitungsberichte durchliest, fällt selten das Wort „Sozialismus“, obwohl Chavez‘ Wirtschaftssystem, dass von Maduro fortgesetzt wird, den Namen „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ trägt. Der Spiegel spricht von „Wirtschaftskrise“, bei der „Presse“ in Österreich fällt nicht mal das Wort Sozialismus, stattdessen heißt es „Chavismus“. Während jeder „weiß“, dass die Krisen in Griechenland und Brasilien das Scheitern des Kapitalismus belegen, will so keiner richtig erkennen, dass Venezuela ein erneutes Beispiel für das totale Scheitern des Sozialismus ist. Als wahre Schuldige werden beim Spiegel eine von El Niño verursachte Dürre und fehlende Investitionen in die alternativen Energien genannt, einige Pro-Chavez-Kommentatoren sehen die USA und ihre Ölpreis-Verschwörung als den Schuldigen.

Wer ist also, wenn man den Stimmen in Venezuela und im Ausland glauben kann, verantwortlich für die Krise in Venezuela? Vor allem folgende Punkte werden genannt:

– Die USA, die den Ölpreis manipulieren, um verfeindete Staaten niederzuringen
– Die rechte Opposition, die mit Hortungen und Sabotage der Wirtschaft schadet
– Ganz allgemein: Der Neoliberalismus, die Globalisierung, die Gier der Konzerne

Wie lange wird es dauern, bis genug Beispiele vorhanden sind, um ein für alle Mal alle sozialistischen Experimente zu beenden? Nun, wenn wir sehen, dass die Menschen seit 2000 Jahren an den Zimmermann von Nazareth glauben und der Sozialismus erst um die 160 Jahre alt ist, bleiben noch viele Jahrhunderte Zeit, um den Irrtum noch sehr lange weiter auszuleben. Und bei jedem Fehlschlag werden die Sozialisten sagen „Das sind keine echten Sozialisten!“, so wie es bei jedem islamistischem Massaker heißt „Das sind keine echten Muslime!“, und später einen neuen Versuch starten. In dieser Zeit bleibt uns nur, die ständigen Tragödien mit dem ganzen Elend mit Humor zu nehmen. Denn das satirische Potenzial ist ja wirklich groß.

13 Antworten to “Lehren aus Venezuela”

  1. Elephantxx Says:

    „Und bei jedem Fehlschlag werden die Sozialisten sagen „Das sind keine echten Sozialisten!“, so wie es bei jedem islamistischem Massaker heißt „Das sind keine echten Muslime!“, und später einen neuen Versuch starten.“
    Fehlt nur noch, dass sie bei jeder Krise des Kapitalismus sagen, das war gar kein richtiger Kapitalismus.

  2. Georgios Says:

    Kapitalismus an sich passt schon. Meiner Meinung nach muss es nur aufhören, dass Unternehmen dafür zuständig sind, die wirtschaftlichen Grundbedürfnisse der Bürger zu decken.

    Einkommen und Arbeit muss bis zu einem gewissen Grad entkoppelt werden, gerade in Hinblick auf die immer größer werdenden Potentiale der Automatisierung von Arbeit – aber vor allem, weil der Wert von menschlicher Existenz nicht an die Bedingungen von Märkten gekoppelt werden sollte.

    Ich denke das wäre für alle Seiten entlastend:

    a) Unternehmer hätten nicht mehr die künstliche Pflicht, für die Existenzsicherung ihrer Beschäftigten verantwortlich zu sein, sondern könnten sich auf ihr wirtschaftliches Handeln konzentrieren.

    b) Der Arbeitsmarkt wäre tatsächlich frei, weil Menschen nicht mehr nur aus der puren Existenznot heraus Arbeiten müssten, der Arbeitsmarkt würde sich also endlich auch mal selbst regulieren.

    c) Gesellschaftlich wichtige Arbeiten, die keinen ökonomischen Nutzen haben, könnten in größerem Umfang als bisher erbracht werden.

    • arprin Says:

      Wie soll Einkommen von Arbeit entkoppelt werden? Vor allem, wenn man bedenkt, dass mit Arbeit nicht nur Lohnarbeit gemeint ist, sondern jede wirtschaftliche Tätigkeit, also auch Arbeit als Selbständiger oder Unternehmer. Einkommen müssen immer von irgendjemandem erwirtschaftet (= erarbeitet) werden, also kann Einkommen nicht komplett von Arbeit entkoppelt werden.

    • Tourix Says:

      Das ist reichlich seltsam.

    • Flax Says:

      Wenn Arbeit gesellschaftlich wichtig ist, hat sie auch ökonomischen Nutzen.

      Und wie arprin schon sagt, Geld wächst nicht auf Bäumen, was du als Einkommen verteilst muss jemand zuvor erarbeitet haben.

    • Georgios Says:

      Durch ein bedingungsloses Grundeinkommen. Schon jetzt wird nicht jedes Einkommen selbst erwirtschaftet, es fließen Transfereinkommen wohin man auch sieht – man würde das nur umstrukturieren und gerechter verteilen.

      Gesellschaftlicher Nutzen und ökonomischer Nutzen kann durchaus auseinander driften. Kohleminen können dich reich machen, aber den Schaden an der Umwelt – das trägt die Gesellschaft. Die Gewinnspannen in Krankenhäusern und Altenheimen sind niedrig, teuer is da vor allem Personal – die folgen von Arbeitsverdichtung und schlechter Bezahlung trägt die Gesellschaft.

      • arprin Says:

        Aber das BGE muss vorher durch Arbeit finanziert werden – also würde es keine Entkoppelung von Arbeit und Einkommen geben. Es müsste nach wie vor gearbeitet werden, damit die Menschen Einkommen haben.

      • Flax Says:

        Kohleminen machen mich reich, da den meisten Menschen eine Warme Wohnung wichtiger ist als der Klimawandel.
        Erst wenn deren Grundbedürfnisse gedeckt sind kann man sich Gedanken um eine sauber Umwelt machen.
        Deswegen haben kapitalistische Länder höhere Umweltstandards als sozialistische. Sie können sich diesen Luxus leisten.
        Das Gesundheitswesen ist staatlich reguliert bis zum umfallen. Da dem Kapitalismus nen Strick zu drehen funktioniert nicht.

  3. Georgios Says:

    Ernsthaft jetzt? Seid ihr euch zu fein zum lesen?

    Ich habe gesagt:

    Kapitalismus passt schon, aber Arbeit und Einkommen müsste bis zu einem gewissen Grad entkoppelt werden.

    Ich habe NICHT gesagt:

    BGE würde sich ohne Arbeit finanzieren.
    Arbeit und Einkommen müsse völlig entkoppelt werden.
    Niemand würde mehr arbeiten.
    Kapitalismus gehört an den Strick.
    Kohleminen sind schlecht.
    Sozialismus ist gut.

    Im Gesundheitswesen arbeite ich, da kenne ich mich gut aus. Alles was irgendwie reguliert ist, kann man auch anders regulieren. Und eben genau weil es uns so gut geht (ja, auch dank Kapitalismus), sollten wir die Chance nutzen und uns um die „unwichtigen“ Dinge wie Umwelt- und Sozialstandards kümmern.

  4. besucher Says:

    Das Grundproblem von Venezuela ist neben den Chavisten dass seine Wirtschaft nicht diversifiziert ist.

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