Im Identitätswahn

Auch in Bangladesch gibt es Transgender

Auch in Bangladesch gibt es Transgender

Die Frage, zu welcher Identität man sich zugehörig fühlt, spielt für die meisten Menschen eine überragende Rolle in ihrem Leben. Während es früher von der Zugehörigkeit zu einer Rasse, Nation, Religion, Klasse, Familie, Geschlecht usw. abhing, welche Rechte man von den Machthabern bekam, ist die Frage der Identität heute, in der jeder vor dem Gesetz gleich behandelt werden muss, eine Frage des Lifestyles. Leider gibt es aber auch das moderne Phänomen der „Antidiskriminierungsgesetze“, der die Identitätsfrage wieder politisiert hat. In jüngster Zeit ist vor allem eine Identitätsfrage zum großen Thema geworden: Das Geschlecht. Immer mehr Menschen, darunter auch viele öffentlichkeitswirksame Prominente, beginnen, ihr Geschlecht selbst zu definieren.

Ich persönlich habe nichts gegen „Transgender“. Doch ich glaube absolut nicht, dass Geschlechter „soziale Konstrukte“ sind. Man kann zwar zwischen der psychischen und der physischen Identität unterscheiden, und seine psychische Identität kann man wirklich selbst bestimmen oder wechseln. Jeder, der als Muslim geboren wurde, kann aus einer Laune heraus, ohne weitere Handlungen vorzunehmen, zum Christen oder Atheisten werden (zumindest für sich selbst). Aber bei der physischen Identität ist das anders. Es gibt eine biologische Definition von „Mann“, die auf jeden Mann zutrifft. Geschlechter sind kein soziales Konstrukt. Geschlechter sind ein biologisches Konstrukt, das sich nicht leugnen lässt. Das zu sagen, ist nicht „transphob“, sondern schlicht die Wahrheit.

Nun ist es möglich, dass sich ein Mann psychisch wie eine Frau und deshalb im „falschen Körper“ gefangen fühlt. Dann sollte man aber auch zwischen der physischen und psychischen Identität unterscheiden: Diese Person wäre psychisch eine Frau, aber physisch ein Mann. Viele „lösen“ das Problem, indem sie durch einen ärztlichen Eingriff ihre primären und sekundären Geschlechtsmerkmale ändern (das unterscheidet sie von den Transvestiten, die nur vorgeben, ein anderes Geschlecht zu haben) und somit auch ihr physisches Geschlecht ändern. Auch damit habe ich grundsätzlich kein Problem, denn es handelt sich um eine Privatsache. Ob Transsexualität Sinn macht, ist eine andere Frage.

Für einige handelt es sich um eine Form von Geisteskrankheit, so z.B. für den objektivistische Philosophen Leonard Peikoff, der Transgender mit Menschen gleichsetzt, die sich ihre Finger amputieren lassen, weil sie das Gefühl haben, dass ihre Finger „nicht zu ihnen gehören“. Diese Einstellung halte ich für absurd, denn Transgender haben im Gegensatz zu eventuellen Finger-Amputierern reale seelische Probleme und eine Geschlechtsumwandlung hinterlässt, soweit ich weiß, keine körperlichen Schäden, zumindest nicht mehr als z.B. kosmetische Operationen. Aber letztlich kann ich die Frage, ob Transsexualität Sinn macht, nicht beantworten. Ich kann nur sagen: Ich hatte nie auch nur im Ansatz ein Problem mit meinem Geschlecht, und ich halte einige Dinge, die von fast allen als „normal“ betrachtet werden, für wesentlich irrationaler als Transsexualität (z.B. Religion).

Allerdings gibt es einige Auswüchse der „Trans“-Bewegung, die nicht nur den Punkt der Irrationalität übersprungen haben, sondern auf ein neues Olymp geklettert sind. Beispiele dafür findet man, wie könnte es auch anders sein, bei Jugendlichen in Universitäten. Diese sind bereit, im Namen der Identitätspolitik objektive Tatsachen der Realität, wie z.B. die genetische Ausstattung, das Alter oder die Größe eines Menschen, in Frage zu stellen. Die „Trans“-Bewegungen sind zwar noch immer überwiegend auf die Geschlechterfrage beschränkt, aber es gibt mittlerweile auch Menschen, die sich als Transrace, Transager oder Transabled identifizieren. In folgendem Video fragt ein weißer, mittelgroßer, 30 Jahre alter Mann einigen linken amerikanischen Studenten, ob er, wenn er es „selbst bestimmt“, auch eine chinesische, 2 Meter große, 50 Jahre alte Frau sein kann:

Als es ob es nicht schon genug Gründe, alle staatlichen Unis der Welt in die Luft zu sprengen, antworten die meisten Studenten tatsächlich „Ja“. Wie aus dieser Studentengeneration etwas anderes herauskommen soll als Massenarbeitslosigkeit oder ein neues „Prekariat“, ist eine spannende Frage für die Zukunft. Interessant ist auch, wo die Grenze gezogen wird. Wird es eines Tages auch „Transproletarier“ geben? Arme, unterdrückte, Arbeiter, gefangen im Körper von Multimillionären? Müssen sie dann auch nichts ans Finanzamt abdrücken? Nur, weil sie Millionen auf dem Konto haben, müssen sie nicht gleich „reich“ sein? Wir werden es sehen. Wobei ich denke: Spätestens da hört der Spaß bei den Studenten auf.

Zu guter Letzt zeigt die Politik mal wieder, dass sie keine Grenzen kennt, wenn es darum geht, sich in Dinge einzumischen, in die sie sich nicht einmischen muss. In den USA ist in einigen Bundesstaaten ein handfester Streit um die Frage entbrannt, wer welche Toiletten benutzen darf. Zuerst haben einige Bundesstaaten es Transgender verboten, in Toiletten oder Umkleideräume zu gehen, die nicht ihrem in der Geburtsurkunde eingetragenen Geschlecht entsprechen, diese Gesetze wurden dann von Obama höchstpersönlich gestoppt. Bis jetzt war das Thema offenbar kein großes Problem. Warum auch? In welche Toiletten oder Umkleideräume Transgender gehen, regelten soziale Normen und die Eigentümer. Aber dieses goldene Zeitalter ist jetzt vorbei. Und die ganze Toilettenfrage ist wohl erst der Anfang eines neuen Kulturkampfes.

Immerhin kann man den Linken zugutehalten, dass sie den Kampf nicht angefangen haben, da die Rechten als erste die Toilettenfrage stellten. Außerdem war es richtig, das Verbot für Transgender beim Militär aufzuheben. Aber wie immer treiben es die Linken zu weit und fordern nun Toiletteneintrittszwänge, statt die Eigentümer oder, wenn es öffentliche Plätze sind, die Verwalter, frei entscheiden zu lassen, sowie Antidiskriminierungsgesetze (u.a. soll es Chefs unter Androhung von Geldstrafen verboten sein, nach dem Geschlecht zu fragen) und staatliche bezahlte Geschlechtsumwandlungsoperationen. Das Schlimme: Genauso wie Fast Food und Hollywood-Filme werden wir all das wahrscheinlich eines Tages nach Deutschland importieren.

Aber nicht nur in den USA schlägt das Thema hohe Wellen. Auch in Pakistan beschäftigt sich die Politik mit diesem Thema. Nein, ernsthaft:

In Südasien haben Transgender eine uralte Tradition. … Die Zuordnung in eine dritte geschlechtliche Kategorie, Khwaja Sera in Urdu, fällt leichter als die Anerkennung sexueller Orientierungen wie Homosexualität – die göttliche Hand hinterfragt man seltener. Seit 2012 gibt es in pakistanischen Ausweisen neben weiblich und männlich noch eine dritte Option. Auch Bangladesch, Nepal und Indien bieten als vier von elf Ländern weltweit diese formaljuristische Alternative zum binären Geschlechtssystem. Mit dieser Option wurden in Pakistan zum ersten Mal Quotenjobs in öffentlichen Einrichtungen und entsprechende Studienplätze geschaffen, eine von Aktivisten lautstark begrüßte Entscheidung.

Und ein anderes Land, das ebenso tolerant mit Transgender-Fragen umgeht, ist der Iran. Transsexualität sind nicht nur erlaubt, Transgender bekommen ihre Geschlechtsumwandlungsoperation vom Staat bezahlt und können auch eine neue Geburtsurkunde und Ausweis bekommen. Aber auf Homosexualität steht die Todesstrafe. Hach, diese Scherzkekse.

13 Antworten to “Im Identitätswahn”

  1. Anonym Says:

    1. Niemand muss arbeitslos werden, bloß weil er Schuhgröße oder Geschlecht eben für „gesellschaftlich konstruiert“ hält.
    2. Es gibt handfeste Unterschiede zwischen Mann und Frau. Das hat nicht nur etwas mit Diskriminierung zu tun. Beide Geschlechter nehmen eine andere Rolle in der Fortpflanzung ein. Beide sind auch, im Schnitt, anders physisch gebaut.
    Deshalb gab es z. B. Wehrpflicht nur für junge Männer; umgekehrt hat man noch nie etwas von „gefallenen Jungen“ gehört.
    3. Bezüglich gesellschaftliche Anerkennung von Transgender-Personen: Siehe F64.X. Urteil selbst.

    • arprin Says:

      Niemand muss arbeitslos werden, bloß weil er Schuhgröße oder Geschlecht eben für „gesellschaftlich konstruiert“ hält.

      Ja, er kann auch unter „prekären“ Bedingungen arbeiten. Für mehr reicht die Qualifikation, die man sich in der Uni geholt hat, wohl nicht.

      Bezüglich gesellschaftliche Anerkennung von Transgender-Personen: Siehe F64.X. Urteil selbst.

      Stammt das Urteil aus Spanien? Kannte ich noch nicht.

      • Anonym Says:

        Ja, er kann auch unter „prekären“ Bedingungen arbeiten. Für mehr reicht die Qualifikation, die man sich in der Uni geholt hat, wohl nicht.

        Jeder hat das Recht auf seine Vorurteile.
        Aber zur Rechtfertigung meiner Aussage: Jemand kann sehr wohl Geschlecht oder Schuhgröße für gesellschaftlich konstruiert halten und dennoch was ordentliches gelernt haben.
        In Übrigen: prekäre Beschäftigte sind eben nicht immer selbst Schuld.

        Stammt das Urteil aus Spanien? Kannte ich noch nicht.

        Es geht um das ICD.
        Das ist sowas wie eine Auflistung von Krankheitsdiagnosen. Der Bereich „F“ ist dabei den Geisteskrankheiten („psychischen Störungen“) vorbehalten. Und unter „F64.-“ finden wir „Störungen der Geschlechtsidentität“.

        Jemand der ich also Transsexuell fühlt, kann völlig zurecht damit argumentieren, dass seine besondere „Seinsweise“ (oder wie man es korrekt ausdrückt) als psychische Störung gelistet wird, das ist eine latente Diskriminierung.
        Wie man das jetzt beurteilt soll der Leser bitte selbst entscheiden – ich mahne nur immer wieder dazu, sich gründlich und von allen Seite zu informieren, bevor man zu einem Urteil kommt.

  2. Yadgar Says:

    „Das zu sagen, ist nicht „transphob“, sondern schlicht die Wahrheit.“

    Das Problem bei den postmodern-dekonstruktivistischen Schwurbel“linken“ ist, dass sie das Konzept „Wahrheit“ als strukturell faschistisch begreifen, schließlich ritt schon Hitler und reiten bis heute z. B. die Fundamentalisten sämtlicher Religionen auf diesem Konzept herum. Auf die Spitze getrieben: wer an die Existenz von „wahr“ und „falsch“ glaubt, der wirft auch Zyklon B in Gaskammern…

    Dass die Aussage „in Wahrheit gibt es keine Wahrheit“ in sich paradox und damit absurd ist, scheint den postmodernen Schwurbel“linken“ nicht aufzufallen. Andererseits kann ich mir aber auch nicht vorstellen, dass diese Leute das, was sie da ins Netz quaken, tatsächlich verinnerlicht glauben und leben – mit einem solchen Weltbild käme man nämlich nicht einmal unfallfrei vom Bett zum Kühlschrank!

    Nein, das Ganze ist (ähnlich wie die in den 80er Jahren modische düsterdunkelschwarze „No Future“-Attitüde oder auch der Verschwörungskokolores aus dem Zweitausendeins-Verlag, der lange Zeit auch schwer angesagt war unter den ach so kritisch-linken Durchblickern, Nachdenkern und Zwischendenzeilenlesen) ein Gesellschaftsspiel, sowohl öffentlich wie im privaten Kreis gespielt, wo man einfach mitmachen muss, wenn man nicht als ZDF-sediertes CDU-Schäfchen oder gar als AfD-Fanboy gelten will… es ist Identitätspflege, hat aber mit wirklichen Mentalitäten (hoffentlich!) nicht viel zu tun.

  3. Anonym Says:

    Das Problem bei den postmodern-dekonstruktivistischen Schwurbel“linken“ ist, dass sie das Konzept „Wahrheit“ als strukturell faschistisch begreifen

    Sie können doch sicherlich aufzählen, woran Sie das festmachen?

    Mir persönlich ist so eine Argumentation nie untergekommen. „Ratiofaschismus“ kenne ich als Wort nur aus den 60ern. Zugegeben, unter Schwurbellinken verkehre ich allerdings nicht.

    Dass die Aussage „in Wahrheit gibt es keine Wahrheit“ in sich paradox und damit absurd ist, scheint den postmodernen Schwurbel“linken“ nicht aufzufallen.

    Der Relativist bedient sich eben des Vokabulars, das das Gegenüber kennt und versteht. Es geht um Pragmatismus, versteht das Gegenüber? Nicht so sehr um logisch konsistente Formulierungen.

    Über 90% der Leute haben sich sowieso niemals Gedanken darum gemacht, was das Wort „Wahrheit“ eigentlich bedeutet…

    […]mit einem solchen Weltbild käme man nämlich nicht einmal unfallfrei vom Bett zum Kühlschrank!

    Äh, da scheinen aber ganz andere Leute mit vor-mittelalterlichen Weltbildern wesentlich besser zu Rande zu kommen, oder?

    Mit Verlaub, man bekommt den Eindruck, Sie konstruieren hier einen Strohmann – einen völlig lebensunfähigen Idioten – und setzen den mit der Position der Gegenseite gleich.
    Tatsache ist:
    1.) Viele Leute sind ungefähr genauso von Gender überzeugt, weil in ihren Augen glaubwürdige Autoritäten es ihnen versichern, aber die Argumente dafür kennen sie nicht, sie haben sich nie tiefer mit den Pros und Contras befasst.
    Das ist an sich keine Schande. Hands aufs Herz, wer könnte schon von sich behaupten, die Feinheiten der Einsteinschen Theorie begriffen zu haben? Die Mehrheit befasst sich nicht weiter damit.
    2.) Die Vertreter der Gender-Theorie selbst können durchaus für ihren Standpunkt argumentieren, auch wenn erfahrungsgemäß radikale Vertreter mehr gehör finden.
    So gibt es wirklich biologische Grenzfälle, wo das Geschlecht schwer bis gar nicht mehr bestimmbar ist. Es gibt ja tatsächlich XX-Männer, wo das genetische und das „phänotypische“ Geschlecht sich zu widersprechen scheinen.
    Das sind dann die Leute, mit denen sich eine Diskussion lohnt. An der Stelle: Ich habe mich selbst nicht eingehend damit befasst.

    • arprin Says:

      Hands aufs Herz, wer könnte schon von sich behaupten, die Feinheiten der Einsteinschen Theorie begriffen zu haben? Die Mehrheit befasst sich nicht weiter damit.

      Die Komplexität der Einsteinschen Theorien sind für dich gleichzusetzen mit der Komplexität der Frage, wie viele Geschlechter es gibt?

      • Anonym Says:

        Du hast den Vergleich missverstanden.
        Es geht nicht um die Komplexität, sondern dass man in Kauf nehmen muss, dass viele Leute eine Theorie für richtig halten, ohne dafür argumentieren zu können.

        Relevant ist die Diskussion mit den Ideenträgern, nicht mit den im Wesentlichen indifferenten Mitläufern.

  4. shaze86 Says:

    Das mit der Arbeitslosigkeit bei Genderreligiösität finde ich übertrieben. Religiosität und Erfolg im Beruf widersprechen sich nicht.

    • arprin Says:

      Religiosität und Erfolg im Beruf widersprechen sich nicht.

      Ja, wenn sie andere Qualifikationen haben. Bei diesen Uni-Studenten darf das angezweifelt werden.

      • shaze86 Says:

        Nachdem ich das Viedeo geguckt habe, werde ich das Gefühl nicht los, dass du zu hart urteilst. In dem Alter hätte ich zu dem das gleiche gesagt. Soll sich doch jeder so fühlen wie er will – wäre meine Meinung gewesen.
        Da ich mir nicht ständig die Identitätsfrage Stelle, musste ich erst drüber nachdenken, um festzustellen das dies nicht möglich ist.
        Außerdem kann ich bisher die Gender-Theorie nicht wirklich fassen. Die Thoerie besagt so viel wie, es gibt tausende von Identitäten doch durch unsere Körper und unsere Umwelt werden alle Identitäten (oder Seelen?) auf zwei runter gebrochen. Also der Junge der gerne ein Kleid tragen möchte und die Frau die pausenlos Pornos kucken möchte, werden zu einem ganz anderen Verhalten gezwungen und erzogen. Sie selbst verändern ihre Identität, so dass sie gesellschaftlich nicht mehr auffallen. Die aktive Gender-Hilfe soll wieder dazu führen, dass jeder seine Ursprungsidentität zurück gewinnt.
        Doch wie soll jemand eine weibliche Identität haben, wenn er als Mann männliche Geschlechtsorgane besitzt? Er kann niemals die selben Erfahrungen machen wie eine weiblich Person. Erfahrungen prägen aber eine Identität. Die Identität, die die Gener-Theorie meint kann höchsten eine Abstraktion einer Identität sein. Also wie würde jemand handeln, falls man alle körperlichen Beeinflussungen und Erfahrungen raus nimmt. Doch sind wir mit diesem Schritt doch schon längst auf einer höheren abstrakteren Ebene, die weder männlich noch weiblich kennt. An die Seele kann man glauben oder es für eine Illusion des Gehirns halten. Ein-Clone verhält sich vermutlich gleich, wenn er die selben Erfahrungen macht.

      • arprin Says:

        Soll sich doch jeder so fühlen wie er will – wäre meine Meinung gewesen.

        Es geht hier aber nicht um Gefühle, sondern um die physische Realität. Eine Person, die 1,50 Meter groß ist, kann nicht 2 Meter groß sein. Das dürfte man spätestens beim Basketball bemerken.

  5. Salamshalom Says:

    Ein schwieriges Thema. Und ein, gemessen an den anderen Problemen unserer Gesellschaften, ein rangniedriges.
    Generell möchte ich den einen oder anderen deiner Punkte herausgreifen und kurz kommentieren:
    – Meines Erachtens kann eine Teilung zwischen physischer und psychischer Identität nicht vorgenommen werden. Diese Identitäten sind miteinander verzahnt, da das Dasein und das Bewusstsein beides vom ersten Tag der Geburt an miteinander verknüpft.
    – Auch wenn es in einigen Ländern ein „drittes Geschlecht/Option“ gibt, so ist es nun mal biologisch unumstößlich, dass es deren nur zwei gibt. In wieweit ein chirurgischer Eingriff letztendlich von einer psychischer Erkrankung indiziert wird, ist wirklich sehr schwer zu sagen. Aber diese Meinung darf durchaus als Erklärungsversuch ernstgenommen werden.
    – Es macht schon einen Riesenunterschied für den Betroffenen, sein biologisches Geschlecht nachträglich iatrogen verändern zu lassen.
    Wir sind uns hoffentlich alle darüber einig, dass sexueller Trieb und dessen Befriedigung ein fundamentaler Instinkt des Menschen darstellt. Wenn dieser Mensch dann durch einen künstlichen Eingriff den zweiten elementaren Teil dieses Instinktes (Befriedigung) gar nicht mehr oder nur noch rudimentär ausleben kann, so ist er sowohl physisch als auch psychisch beschnitten.

    • arprin Says:

      Da Transgender existieren, kann sehr wohl eine Teilung zwischen physischer und psychischer Identität vorgenommen werden. Es stellt sich nur die Frage, wie sinnvoll das bei Transgender ist.
      Dass es nur zwei biologische Geschlechter gibt und eine Geschlechtsumwandlung sehr folgenreich ist, ist klar. Ob Transgender nach einer Umwandlung sexuelle Befriedigung empfinden können, weiß ich gar nicht (falls es so ist, nehmen sie das wohl um ihrer psychischen Identität willen in Kauf).

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