Keine Toleranz der Intoleranz?

Hat der Islam nichts mit Ehrenmorden zu tun?

Sollten Burkas toleriert werden?

Der am meisten zitierte Satz von Thomas Mann lautet: „Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.“ Solche Sätze, die in etwa dieselbe Bedeutung haben, wurden auch von Karl Popper, Umberto Eco und sogar Margot „Wir-müssen-mit-den-Taliban-beten“ Käßmann geäußert. Es ist klar: Jeder will, dass Toleranz eine Grenze hat, und zwar die Intoleranz – die darf nicht toleriert werden. In aktueller Zeit diskutiert Deutschland über die Einführung eines Verbots der Vollverschleierung. In Nizza ist man diesbezüglich weiter, heute wurde eine Frau von Polizisten gezwungen, ihr Burkini im Strand auszuziehen. Bei der Burka-Frage handelt es sich offenbar um einen Fall von „Keine Toleranz für die Intoleranz“: Ein Verbot ist in der Regel intolerant, aber wenn es sich bei einer Sache um Intoleranz handelt, muss man ihr gegenüber intolerant sein (also sie verbieten), um die Toleranz zu retten.

Zunächst mal sollte das Wort „Toleranz“ von seiner politischen und seiner gesellschaftlichen Bedeutung trennen. Politik bedeutet immer die Anwendung von (Staats-)Gewalt, das nicht-politische ist dagegen friedlich (außer natürlich, wenn es politisiert wird). Wenn man einer Sache gegenüber politisch tolerant ist, heißt das nicht, dass man es gut findet, sondern nur, dass man keine Gewalt anwenden will, um es zu verbieten. Man kann z.B. negative Ansichten über Schwule politisch tolerieren, aber im privaten, nicht-politischen Alltag verurteilen. Tatsächlich würde wohl keiner einen Menschen, der Schwule für minderwertig hält, als „tolerant“ bezeichnen, aber gleichzeitig würde man seine Meinung, sofern es nur seine private Meinung ist und er keine Gewalt anwendet, nicht als ein Grund für ein politisches Eingreifen ansehen.

Damit kommen wir zurück zum Thema Burka-Verbot und dem Zitat von Thomas Mann. Intoleranz darf nicht toleriert werden. Meine Meinung zur Burka (oder Niqab) ist klar: Ich lehne sie vollkommen ab. Kein anderes Symbol steht so sehr für die Unterdrückung der Frau als dieses Stoffgefängnis. Da gibt es auch nichts zu relativieren, wie man es mit dem Vergleich mit Nikolaus-Verkleidungen oder Nonnentrachten versucht hat. Aber muss deshalb auch ein politisches Eingreifen folgen? Eigentlich wäre die von mir befürwortete Lösung, dass jeder, ob nun privater oder öffentlicher Eigentümer, selbst entscheiden sollte, ob er in seinem Eigentum irgendeine Form von Schleier oder was auch immer toleriert. In öffentlichen Stellen könnte es dann ruhig ein Verbot geben. Aber das steht nicht zur Debatte. Es geht um ein Totalverbot in der ganzen Öffentlichkeit.

Um so ein Verbot politisch mit Toleranz zu rechtfertigen, müsste man sagen, dass die Burka an sich schon eine Form von Gewalt (bzw. politischer Intoleranz) ist, gegen die man sich dann auch mit Gewalt – also mit einem vom Staat durchgesetzten Verbot – verteidigen sollte. Einige sehen das so. Ihr Argument: Niemand trägt die Burka freiwillig, alle Frauen seien Opfer von Gewalt. Ich halte diese Argumentation für fragwürdig. Erstens ist es schon heute verboten, dass Frauen gezwungen werden, eine bestimmte Kleidung zu tragen. Das gilt als Nötigung und kann bestraft werden, es braucht kein neues Verbot. Zweitens kann es durchaus Frauen geben, die eine Burka freiwillig tragen. Für einen nicht-islamistischen Menschen mag das als etwas Unmögliches erscheinen, aber nur aus ihrer Sicht. Es gibt nunmal Menschen, die andere, verrückte Ansichten haben.

Ich zweifle auch den Nutzen eines Burka-Verbots an. Viele Menschen begrüßen ein Burka-Verbot mit dem „Dammbruch-Argument“: Wenn die Burka nicht verboten wird, macht sich ein islamistischer Lebensstil breit, der schließlich zu anderen Dingen führt wie z.B. Terrorismus, Gewalt gegen „Ungläubige“, Schwule und natürlich Frauen. Aber dass ein Burka-Verbot etwas gegen diese Dinge tun kann, halte ich für absurd. Der Anteil der Burka-Träger ist extrem gering, und in europäischen Ländern mit Burka-Verbot (Frankreich, Belgien) haben die Terroristen auch so eine wunderbar funktionierende Infrastruktur aufgebaut. Das Argument „Wenn die Burka nicht verboten wird, wird sie irgendwann zur Pflicht“ ist also insofern falsch, als dass es, um den Salafismus zu bekämpfen, viel mehr braucht als ein Burka-Verbot, und ein Burka-Verbot wiederum so gut wie nichts erreicht außer Symbolpolitik. Glaubt einer, man hätte den Aufstieg des Nationalsozialismus mit einem Hakenkreuz-Verbot bekämpfen können?

Letztlich ist das Toleranz-Zitat von Thomas Mann in meinen Augen von seinen Befürwortern massiv missbraucht worden. Ihr Trick ist: Sie benutzen ihre eigene Definition von „Intoleranz“, der auch nicht-gewalttätige Handlungen miteinschließt, holen dann das Zitat von Thomas Mann raus und begründen damit ein politisches Verbot mit Toleranz. „Gerade weil ich so tolerant bin, will ich die Intoleranz verbieten“ – in den meisten Fällen wird damit Schindluder betrieben. Es heißt dann, man müsse im Namen der Toleranz „zu harte“ Kritik am Islam, Angela Merkel und natürlich jede rechtextreme Meinung verbieten. Mit Toleranz hat das nichts zu tun. Denn, und das ist er Punkt: Die Toleranz muss sehr wohl die Intoleranz tolerieren, und zwar immer, wenn sie nicht Gewalt durchgesetzt wird, also wenn sie nicht politisch wird und im Privaten bleibt. Das ist Toleranz: Jeder nach seiner Façon, auch wenn diese Façon widerlich ist.

Eines finde ich aber dennoch unglaublich daneben: Die „Solidarität“ mit Burka-Trägern. Angeblich wollen einige Gegner des Verbots nun selbst eine Burka tragen, sozusagen als „Gesicht zeigen gegen Burka-Verbot“. Das ist so, als würde man sich ein Hakenkreuz-T-Shirt anziehen, um gegen die Meinungsverbote für Nazis zu protestieren. Man muss sich nicht zu allem, was man nicht verbieten will, positiv äußern. Das fälschlich Voltaire zugeschriebene Zitat „Ich mag verdammen was du sagst, aber ich werde mein Leben einsetzen, damit du es sagen darfst“ ist eben Unsinn. Ich würde sicher nicht mein Leben für Rassisten, Frauenhasser oder Schwulenhasser einsetzen. Wenn ich schon nicht mein Leben einsetze, um die Rundfunkgebühr abzuschaffen, dann auch nicht für Nazis oder Islamisten. Ich schreibe nur einen Artikel, indem ich sage, dass ich Verbote freiwilliger Handlungen ablehne. Mehr aber nicht.

38 Antworten to “Keine Toleranz der Intoleranz?”

  1. Salamshalom Says:

    Wie so oft, gibt es immer wieder Punkte und Ansichten von dir, die ich ohne große Schwierigkeiten durchnicken kann:
    Burka/Niqab-Verbot ist ein Muss. Wer sich komplett verhüllt und eine direkte (visuelle) Beziehung zu seinem Umfeld demonstrativ ablehnt, der lehnt auch kollektive menschliche Beziehungen ab und fördert die Missintegration – und das nicht nur im christlichen sondern auch im moslemischen oder sonst einem Umfeld.

    • arprin Says:

      Was mal wieder zeigt, dass du Artikel nicht liest oder eine gravierende Leseschwäche hast. Ich bin nicht für ein Burka-Verbot.

      • Salamshalom Says:

        „Meine Meinung zur Burka (oder Niqab) ist klar: Ich lehne sie vollkommen ab.“
        In diesem Falle hast du wohl recht. Habe deinen Beitrag wohl oberflächlich überflogen und habe Kernsätze vorschnell und ohne den „…,aber“ -Zusatz abzuwarten für erledigt gehalten.
        Dieses Mal keine Diskussion😉 ….

      • arprin Says:

        Das hat System bei dir. Auch bei Kommentaren liest du oft vieles nicht oder, wie du es sagst, „oberflächlich“. Erinnert mich dunkel an eine andere Person …

      • Salamshalom Says:

        Ps.: meine Meinung ändert sich selbstredend dadurch nicht. So, wie ich es als absolut selbstverständlich betrachte, dass europäische Frauen in Istanbul, Marrakesch, Kairo oder Teheran nicht mit einem Bikini oder einem Minirock durch die Straßen laufen, so selbstverständlich ist es für mich, dass Gäste in unseren Breiten sich zumindest substantiell an unsere herrschenden Begegnungsregeln halten. das schließt das Handgeben übrigens absolut mit ein…

      • arprin Says:

        Na, da sind wir wunderbar gegensätzlicher Ansicht. Ich finde, Minirocks und Bikinis müssen auch in Teheran erlaubt sein, und niemand hat ein „Recht“ auf Händeschütteln (auch wenn der, der ihn aus sexistischen Gründen verweigert, ein Arschoch ist).

      • Salamshalom Says:

        Es ist frappierend, wie weit du zeitweise von Fairplay und sachlich korrektem Umgang bist.
        Nicht, dass mich das noch groß wundert oder überrascht, aber bemerkenswert ist es allemal.
        Wenn ein Sorry bei so einer Geschichte nicht ausreicht, muss der Stachel wohl tief sitzen. Sorry…

      • arprin Says:

        Sorry…

        Kein Problem.
        Es ist nur sehr nervig, wenn man einen Beitrag schreibt und jemand kommentiert ihn, der ihn nach eigenen Angaben „oberflächlich“ gelesen hat. Einen Artikel zu lesen, bevor man ihn kommentiert, ist wohl nicht zu viel verlangt. Wenn du einen eigenen Blog hast, wirst du vielleicht verstehen, wie nervig Kommentare wie deine sind.

      • Salamshalom Says:

        „Ich finde, Minirocks und Bikinis müssen auch in Teheran erlaubt sein, und niemand hat ein „Recht“ auf Händeschütteln (auch wenn der, der ihn aus sexistischen Gründen verweigert, ein Arschoch ist).“
        Ja, ja ich weiß, liberal und so…

      • arprin Says:

        Ja, ja ich weiß, liberal und so…

        Ja ja, ich weiß, du hast ein anderes Verständnis von „liberal“ als ich. Für dich ist es liberal, wenn jemand in Teheran einen Minirock trägt und deswegen verhaftet wird. Und wahrscheinlich ist es wohl auch liberal für dich, wenn jemand in Teheran den Islam verlässt oder als Mann einen Mann küsst und deswegen hingerichtet wird. Weil man sich ja an „kulturelle Normen“ halten muss, wegen „liberal“ und so.

      • salamshalom Says:

        „Wenn du einen eigenen Blog hast, wirst du vielleicht verstehen, wie nervig Kommentare wie deine sind“
        Ich denke, ich kann dir folgen. Ich habe es ja auch eingesehen. Meine Kritik richtet sich gegen deinen absolutistischen Vorwurf, jedesmal würde ich die Artikel nicht richtg lesen…

        „Für dich ist es liberal, wenn jemand in Teheran einen Minirock trägt und deswegen verhaftet wird. Und wahrscheinlich ist es wohl auch liberal für dich, wenn jemand in Teheran den Islam verlässt oder als Mann einen Mann küsst und deswegen hingerichtet wird. Weil man sich ja an „kulturelle Normen“ halten muss, wegen „liberal“ und so.“
        Jeder steckt sich seine liberalen Grenzen anders. Ich persönlich stelle den Menschen über eine Ideologie oder Einstellung. Und da der Mensch nicht allein existiert sondern immer Teil einer Gesellschaft ist, geniesst für mich das Funktionieren einer Gesellschaft – vor der Durchsetzung fragwürdiger rein individueller politischer, religiöser, ideologischer oder persönlicher Begehrlichkeiten – absolute Priorität.
        Warum soll ich eine kulturell seit Ewigkeiten zusammengewachsene und zusammenleben-erprobte Gesellschaft irritieren oder gefühlsmäßig verletzen, weil ich, Lieschen Müller, dort, in Kairo, mit einem Bikini durch die Gegend laufen möchte? Warum soll ich, Fatima Abdullah, dort, in Düsseldorf, vollverschleiert in Burka umherwandeln?
        Weil ich es will und kann und weil es zur liberalen Gesinnung gehört, seine Rechte rücksichtslos durchzusetzen?
        Würdest du das Anpinkeln der Klagemauer seitens Touristen, aus ideologischen, religiösen oder einfach persönlichen Gründen, als liberalen Akt einstufen und durchgehen lassen?
        Oder das Schächten eines mitgebrachten Schaafes auf öffentlichen Plätzen?
        Oder das freie Kopulieren in Alabama?

      • arprin Says:

        Meine Kritik richtet sich gegen deinen absolutistischen Vorwurf, jedesmal würde ich die Artikel nicht richtg lesen…

        Nicht jedes Mal, nur 80%.

        Jeder steckt sich seine liberalen Grenzen anders.

        Nein, manche sind einfach nicht liberal.

        Ich persönlich stelle den Menschen über eine Ideologie oder Einstellung.

        Das tust du absolut nicht. Frauen, die einen Minirock tragen wollen, sind Menschen, aber der Islam (der eine Ideologie/Einstellung ist) ist für dich wichtiger.

        Und da der Mensch nicht allein existiert sondern immer Teil einer Gesellschaft ist, geniesst für mich das Funktionieren einer Gesellschaft – vor der Durchsetzung fragwürdiger rein individueller politischer, religiöser, ideologischer oder persönlicher Begehrlichkeiten – absolute Priorität.

        Eine Gesellschaft funktioniert ganz wunderbar, ohne dass Frauen in Minirocks verhaftet werden. Es ist ganz einfach: Man verhaftet sie nicht, sondern lässt sie in Ruhe. Im Übrigen gilt dasselbe für Menschen, die ihre Religion wechseln oder schwul sind. Man kann sie einfach in Ruhe lassen.

        Warum soll ich eine kulturell seit Ewigkeiten zusammengewachsene und zusammenleben-erprobte Gesellschaft irritieren oder gefühlsmäßig verletzen, weil ich, Lieschen Müller, dort, in Kairo, mit einem Bikini durch die Gegend laufen möchte? Warum soll ich, Fatima Abdullah, dort, in Düsseldorf, vollverschleiert in Burka umherwandeln?

        Du stellst die falsche Frage. Es geht nicht darum, ob man einen Minirock oder eine Burka tragen soll. Niemand „soll“, wenn er nicht möchte. Es geht darum, ob man Menschen verhaften soll, wenn sie es tun.

        Weil ich es will und kann und weil es zur liberalen Gesinnung gehört, seine Rechte rücksichtslos durchzusetzen?

        Seine Rechte rücksichtslos durchzusetzen, ist das Gegenteil von liberal. Es ist deine Position, dass jemand seine Rechte ohne Rücksicht auf andere durchsetzen sollen dürfte: Die Mullahs sollen ihr Recht, keine Minirocks zu sehen, mit Gewalt durchsetzen. Liberal ist es, die Rechte von anderen zu akzeptieren. Wenn eine Frau einen Minirock tragen will, soll sie es dürfen. Jeder nach seiner Facon.

        Was mich sehr interessieren würde: Findest du die Todesstrafe für Apostasie und Homosexualität im Iran auch in Ordnung? Ist es „rücksichtslos seine Rechte durchsetzen“, wenn jemand seine Religion wechselt oder bekennend schwul ist? Weil der Iran „andere kulturelle Normen“ hat? Wie ist deine Meinung dazu?

        Würdest du das Anpinkeln der Klagemauer seitens Touristen, aus ideologischen, religiösen oder einfach persönlichen Gründen, als liberalen Akt einstufen und durchgehen lassen?
        Oder das Schächten eines mitgebrachten Schaafes auf öffentlichen Plätzen?
        Oder das freie Kopulieren in Alabama?

        Wenn du das Tragen eines Minirocks mit all diesen Dingen gleichsetzt, zeigt das, wie dumm du bist. Und, um mal nett zu sein, eine Antwort: Natürlich sollten die Eigentümer von Plätzen selbst entscheiden, was sie dort erlauben. Die Verwaltung der Klagemauer würde es wohl kaum zulassen, dass ein Gast sie anpinkelt. Meinetwegen könnten sie auch Minirocks verbieten. Aber Eigentümer sollten auch das Recht haben, Minirocks zu erlauben.

      • salamshalom Says:

        „Wenn du das Tragen eines Minirocks mit all diesen Dingen gleichsetzt, zeigt das, wie dumm du bist.“
        Echt? Hast du denn eine Gleichsetzungsliste, an die ich mich orientieren darf?
        .

        „Meinetwegen könnten sie auch Minirocks verbieten.“
        Also doch! Oder aber:
        „Aber Eigentümer sollten auch das Recht haben, Minirocks zu erlauben.“
        Also darf man verbieten oder erlauben…
        Also darf ich doch auch einen Verbotswunsch verbalisieren. Oder wie jetzt?

      • arprin Says:

        Okay, Salamshalom, ich habe keine Lust mehr, dir ewig deine Fragen zu beantworten, während du meine komplett ignorierst. Zum 3. und letzten Mal: Findest du die Todesstrafe für Apostasie und Homosexualität im Iran in Ordnung?

        Entweder du antwortest jetzt auf die Frage oder deine Zeit in diesem Blog ist abgelaufen.

      • salamshalom Says:

        Ich bin so liberal zu sagen, Todesstrafen sind in toto zu verbieten.

      • arprin Says:

        Ich bin so liberal zu sagen, Todesstrafen sind in toto zu verbieten.

        Gut. Das hättest du auch gleich sagen können statt die Frage konsequent zu ignorieren (ich nehme an, sie war dir sehr unangenehm, weil du das iranische Regime gut findest).

        Da ich immer so nett bin, noch eine Antwort auf deinen letzten Kommentar:

        „Meinetwegen könnten sie auch Minirocks verbieten.“
        Also doch! Oder aber:
        „Aber Eigentümer sollten auch das Recht haben, Minirocks zu erlauben.“
        Also darf man verbieten oder erlauben…

        Verstehst du nicht, was der Unterschied ist zwischen einer Regel, die man für sein Haus aufstellt, und einem staatlichen Verbot? Ich kann in meinem Haus verbieten, dass jemand eine Bibel bei sich hat oder rotgefärbte Haare hat, aber der Staat hat kein Recht, jeden Menschen im Land zu verbieten, eine Bibel bei sich zu haben oder seine Haare rot zu färben. Ebenso bei Minirocks. In seinem Haus bzw. Eigentum kann es jeder verbieten, aber nicht der Staat im ganzen Land.

      • Elephantxx Says:

        Ich kann in meinem Haus verbieten, dass jemand eine Bibel bei sich hat oder rotgefärbte Haare hat, aber der Staat hat kein Recht, jeden Menschen im Land zu verbieten, eine Bibel bei sich zu haben oder seine Haare rot zu färben.

        Kannst Du das näher erläutern. Welche Strafe würde jemand mit roten Haaren in Deinem Haus erwarten?
        Warum missbilligst Du es, wenn der Staat sein „Hausrecht“ auf seinen Staatsgebiet durchsetzen will?

      • arprin Says:

        Welche Strafe würde jemand mit roten Haaren in Deinem Haus erwarten?

        Man würde ihn bitten, das Haus zu verlassen.

        Warum missbilligst Du es, wenn der Staat sein „Hausrecht“ auf seinen Staatsgebiet durchsetzen will?

        Der Staat hat kein Hausrecht über das Staatsgebiet. Wie kommst du darauf? Kann der Staat entscheiden, welche Freunde du in dein Haus reinlässt? Dein Haus gehört dir, nicht dem Staat.

      • Elephantxx Says:

        Dann habe ich Dich sicher falsch verstanden. Jemanden bitten, Dein Haus zu verlassen, kannst Du doch immer. Egal ob er rote Haare hat oder nicht.
        „Der Staat hat kein Hausrecht über das Staatsgebiet. Wie kommst du darauf?“
        Natürlich kann der Staat entscheiden, wen er auf sein Staatsgebiet lässt. Wie kommt Du darauf, dass er das nicht kann?
        „Dein Haus gehört dir, nicht dem Staat.“
        Ja und. Gelten deshalb staatliche Gesetze nicht mehr in Deinem Haus?

      • arprin Says:

        Ziemlich wirr. Findest du, der Staat das Hausrecht über das Staatsgebiet, sowie ein Hauseigentümer über sein Haus? Dann dürfte er auch Gesetze erlassen, die z.B. die Religion, die Kleidung oder die Haarfarbe regulieren, und es wäre vollkommen in Ordnung, weil der Staat ja nur sein Hausrecht ausübt.

      • Elephantxx Says:

        „Ziemlich wirr. Findest du, der Staat das Hausrecht über das Staatsgebiet, sowie ein Hauseigentümer über sein Haus? “
        Fehlt da nicht mindestens ein Wort? Wenn ich Deinen Satz mal so ergänzen darf, dass Deine Frage war: Findest Du, dass der Staat das Hausrecht über sein Staatsgebiet hat wie ein Hauseigentümer über sein Haus?
        dann würde ich das verneinen. Das Recht des Staates ist deutlich stärker als das „Recht“ des Hauseigentümers. Gibt es dort Konflikte, hat das Recht des Staates immer Vorrang.

        „Dann dürfte er auch Gesetze erlassen, die z.B. die Religion, die Kleidung oder die Haarfarbe regulieren, und es wäre vollkommen in Ordnung, weil der Staat ja nur sein Hausrecht ausübt.“
        Ja natürlich dürfte er das. Wer sollte ihn denn daran hindern?

      • arprin Says:

        Wieder ziemlich wirr. Natürlich hat der Staat die Möglichkeit, alles zu tun, was er will. Er hat das Gewaltmonopol. Er könnte auch alle Religionen verbieten und KZ’s aufmachen, niemand könnte ihn daran hindern. Das war doch nicht die Frage. Meine Frage war, ob der Staat deiner Ansicht nach auch das Recht hätte, alles zu tun, was er will.

      • Elephantxx Says:

        Tut mir leid dass Du mich so schlecht verstehst. Nein, der Staat hat nicht die Möglichkeit. alles zu tun, was er will. Auch wenn er wollte, könnte er z. B nicht jeden glücklich machen.
        Aber ich gehe mal davon aus, dass Du das nicht meintest
        (Du neigst dazu, Dich sehr unpräzise auszudrücken).
        „Er könnte auch alle Religionen verbieten und KZ’s aufmachen, niemand könnte ihn daran hindern.“
        Ja, das könnte er.

        „Meine Frage war, ob der Staat deiner Ansicht nach auch das Recht hätte, alles zu tun, was er will.“
        Ja. Selbstverständlich. Was für eine absurde Frage. Gegen welches Recht sollte er denn damit verstoßen?

      • arprin Says:

        „Meine Frage war, ob der Staat deiner Ansicht nach auch das Recht hätte, alles zu tun, was er will.“
        Ja. Selbstverständlich. Was für eine absurde Frage. Gegen welches Recht sollte er denn damit verstoßen?

        Gegen gar keines. Der Staat hat das Recht, alles zu tun, was er will. Da sind wir uns einig.

      • Elephantxx Says:

        Das kommt jetzt überraschend für mich.
        Und erscheint mir auch Aussagen von Dir wie z. B.:

        „aber der Staat hat kein Recht, jeden Menschen im Land zu verbieten, eine Bibel bei sich zu haben oder seine Haare rot zu färben.“

        zu widersprechen.

      • arprin Says:

        Das kommt jetzt überraschend für mich.

        Na, da siehst du mal, wie überrschend Dinge sein können.

        Und erscheint mir auch Aussagen von Dir wie z. B.:

        „aber der Staat hat kein Recht, jeden Menschen im Land zu verbieten, eine Bibel bei sich zu haben oder seine Haare rot zu färben.“

        zu widersprechen.

        Nee, dass der Staat alles machen kann, was er will, weil er das Gewaltmonopol hat, da waren wir uns einig. Das war ja eben nicht die Frage. Aber das hast du nicht verstanden.

      • Elephantxx Says:

        Falls Du mich verwirren wolltest, ist Dir das gelungen.
        Du behauptest einerseits:

        „Der Staat hat das Recht, alles zu tun, was er will. Da sind wir uns einig.“

        und andererseits:

        „aber der Staat hat kein Recht, jeden Menschen im Land zu verbieten, eine Bibel bei sich zu haben oder seine Haare rot zu färben.“

        Das ist widersprüchlich. Es mag sein, dass ich etwas nicht verstanden habe, aber das ist nicht verwunderlich wenn Der Gesprächspartner etwas und gleichzeitig das Gegenteil von etwas behauptet, so wie Du hier.

      • arprin Says:

        Dass der Staat das Gewaltmonopol hat und deshalb alles machen kann, was er will, stimmt. Es kann ihn ja niemand aufhalten.

        Meiner Ansicht nach hat der Staat aber nicht das Recht, alles zu tun, was er will, nur weil er es kann. Er sollte auch sich auf Polizei und Gerichte begrenzen und keine KZ’s für politische Gegner aufmachen. Wenn man keine Meinung zur Frage hat, welche Aufgaben der Staat übernehmen sollte, weil man sich denkt „Er kann ja sowieso alles tun, was er will“, kann man sich die gesamte politische Philosophie sparen.

      • Elephantxx Says:

        Warum behauptest Du dann:
        „Der Staat hat das Recht, alles zu tun, was er will. Da sind wir uns einig.“
        Das widerspricht doch diametral Deinen anderen Aussagen?
        Du bezeichnest meine Beiträge als wirr, widersprichst Dir aber selbst?
        Hat nun der Staat das RECHT, alles zu tun, was er will, wie Du behauptest oder bist Du nicht dieser Meinung?
        Warum kannst Du darauf keine klare Antwort geben?
        Ist die Frage wirklich so schwer, dass Du ihr jetzt schon dreimal ausweichen musstest?

      • arprin Says:

        Hat nun der Staat das RECHT, alles zu tun, was er will

        Ja, natürlich.

      • Elephantxx Says:

        Ich nehme an, dass es sich um eine Nebenwirkung des Liberalismus handeln muss, sich innerhalb kurzer Zeit selbst zu widersrechen. Ernstnehmen kann man es jedenfalls nicht mehr.

      • arprin Says:

        Es ging darum, dass der Staat zwar als Gewaltmonopolist das Recht hat, alles zu tun was er will – es hält ihn ja niemand auf – aber man dennoch die Ansicht haben kann, dass er nicht alles tun sollte, nur weil er es kann. Aber du bist wohl einfach zu behämmert, um das zu verstehen.

      • Elephantxx Says:

        Mir vorwerfen behämmert zu sein und vorher diesen Satz absondern:

        “ aber man dennoch die Ansicht haben kann, dass er nicht alles tun sollte, nur weil er es kann.“

        Intelligenz ist wohl der Feind des Liberalen. Ich lasse Dich besser mit Deinen Claqueuren alleine, da fühlst Du Dich anscheinend wohler. Denen fällt es nicht so auf, wenn man widerspricht und herumeiert.

      • arprin Says:

        Intelligenz ist wohl der Feind des Liberalen.

        Ja, alles mit einem IQ über 70 wird nicht in den Club aufgenommen.

        Ich lasse Dich besser mit Deinen Claqueuren alleine, da fühlst Du Dich anscheinend wohler. Denen fällt es nicht so auf, wenn man widerspricht und herumeiert.

        Immerhin bezahle ich sie dafür, da wird man das erwarten dürfen.

  2. Anonymer Says:

    Jeder will, dass Toleranz eine Grenze hat, und zwar die Intoleranz – die darf nicht toleriert werden.

    … und ist damit selbst intolerant und muss sich selbst nicht tolerieren!

    Das Problem ist, aber das habe ich selbst erst viel später gemerkt, die Toleranz die die meisten Linken und auch viele Liberale und Konservative meinen, ist eine völlig andere als die von Milton, Locke und Mill gemeinte.

    Politik bedeutet immer die Anwendung von (Staats-)Gewalt, das nicht-politische ist dagegen friedlich (außer natürlich, wenn es politisiert wird).

    Hier gehe ich nicht mit dir mit (*.

    Ich lehne sie vollkommen ab. Kein anderes Symbol steht so sehr für die Unterdrückung der Frau als dieses Stoffgefängnis. Da gibt es auch nichts zu relativieren, wie man es mit dem Vergleich mit Nikolaus-Verkleidungen oder Nonnentrachten versucht hat.

    Hier stimme ich absolut zu. Die Relativierungen sind ziemlich ekelig für mein Empfinden.

    Die Burka steht zugleich für die Unterdrückung der Frau und der Sexualität an sich. Wobei natürlich zuerst die Frau das Opfer ist, indem sie erst auf ihre Rolle als sexueller Stimulus reduziert wird (böse Verführerin) und dann deshalb quasi aus der Öffentlichkeit verbannt wird.
    Ich kenne im Ernst Moslimas, bei denen es erst ein Prozess war, überhaupt mit fremden Männern zu reden.
    Das finde ich nicht gut und ja, ich will nicht, dass unsere Gesellschaft sich in diese Richtung entwickelt (*.
    (Das kann man auch nicht damit vergleichen, dass es auch im Westen „prüde“ Frauen (und Männer) gibt oder mit einigen Feministen, die sich dem „Blickregime“ der Männer ausgesetzt sehen.)

    Ich habe nur magenschmerzen mit der Methode. Ich will auch nicht in einem Staat leben, der Frauen am Stand gesetzlich verpflichtet, in Bikinie rumzurennen oder möglichst „leicht bekleidet“ in der Öffentlichkeit zu sein.
    Ich denke auch, dass dem Frauen damit nicht geholfen ist. Wer ohne Burka das Haus nicht verlässt, sei es wegen der Erziehung oder aus Angst vor Gewalt, der wird nach dem Burkaverbot de facto im Haus eingesperrt!

    Erstens ist es schon heute verboten, dass Frauen gezwungen werden, eine bestimmte Kleidung zu tragen.

    Das hilft aber doch nichts, wenn sich die Gewalt in den eigenen 4 Wänden abspielt, die Frau vielleicht gar nicht weiß, dass es auch eine andere Art des Lebens für sie geben kann. Zum Beispiel weil ihr von Geburt an eingetrichtert wurde, dass sie in die Hölle kommt, wenn sie ihrem Mann nicht folgt.
    Ich glaube nicht, dass man sich hier ehrlich auf den formalen Standpunkt „was sich Zuhause abspielt, ist privat“ zurückziehen kann.

    Zweitens kann es durchaus Frauen geben, die eine Burka freiwillig tragen

    Es mag so eine Minderheit geben, doch soll man die als Ausrede für die Unterdrückung der Mehrheit nehmen?

    ~~~~
    *: Meines Erachtens zeigt sich hier mal wieder DER blinde Fleck (1) und den Irrtum der Liberalen (2): (1) Sie sind leider mehrheitlich absolut blind für kulturell-gesellschaftliche Dinge.
    Nehmen wir an, ich bin Nichtraucher, aber Trinker. Ich möchte mich in einer netten Kneipe besaufen. Nun habe ich aber das Problem: Entweder ich lasse mir die Lugen qua Passivrauchen teeren (ohne Federn!) oder ich muss auf das Kneipenerlebnis verzichten.
    Hier gibt es auch keinen gewaltsamen Zwang, aber wir haben es hier mit einer Kultur zu tun, in der Trinken und Rauchen untrennbar zusammengehören.
    Es kann aber sehr wohl in meinem politischen Interesse liegen, die Kultur in der ich lebe zu beeinflussen. Dabei muss ich nich nach der Staatsgewalt rufen, aber ich habe allen Grund mich dafür einzusetzen, dass z. B. christliche Fundamentalisten nicht an Einfluss gewinnen. Ich darf nicht erst dann reagieren, wenn es zu spät ist.
    (2) Wirtschaftliche oder psychologische Zwänge können die Freiheit genauso gefährden wie physische Gewalt. Wer das bestreitet, dem müsste eine Art Mittelalter aus privaten Landbesitzern ja wie eine Utopie der Freiheit erscheinen.

  3. Anonymer Says:

    @arprin August 25, 2016 um 14:26:

    Was mal wieder zeigt, dass du Artikel nicht liest oder eine gravierende Leseschwäche hast. Ich bin nicht für ein Burka-Verbot.

    Ich zitiere dich selbst:
    „Eigentlich wäre die von mir befürwortete Lösung, dass jeder, ob nun privater oder öffentlicher Eigentümer, selbst entscheiden sollte, ob er in seinem Eigentum irgendeine Form von Schleier oder was auch immer toleriert. In öffentlichen Stellen könnte es dann ruhig ein Verbot geben.

  4. Babette Maurisch Says:

    *Was das Kopftuch bedeutet und die Doppelmoral in Deutschland bezüglich der Burka &  Niquab!*

    Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts dürfen Lehrerinnen in Deutschland Kopftuch tragen. Doch das ist kein Zeichen religiöser Toleranz. Das Kopftuch ist das Symbol der Unterwerfung der Frau unter den Mann und des Individuums unter die Gemeinschaft. Es ist ein Zeichen dafür, dass die deutsche Schule bis auf weiteres religiöse Intoleranz zu akzeptieren hat.

    Der Islam ist intolerant: Selbst in seiner gemäßigten Version erlaubt er keinen Religionsaustritt und keinen Religionswechsel. Nicht zufällig werden Angehörige anderer Religionen auf der ganzen Welt im Namen des Islams diskriminiert, drangsaliert, gekreuzigt und enthauptet. Das ist kein „falsch verstandener Islam“, wie man es gern verniedlichend interpretiert. Das ist der Islam, wie er sich derzeit auf diesem Planeten zeigt.

    Natürlich sind die Funktionäre der deutschen Islamverbände keine IS-Mörder. Und dennoch verbindet sie die Mission, islamische Vorstellungen gegen westliche Werte durchzusetzen. So bekannte sich Ayyub Axel Köhler, der ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, zum Kopftuch und dazu, muslimische Eltern zu unterstützen, ihre Töchter vom Sportunterricht abzumelden. In seiner Publikation über die Gesellschaftsordnung des Islams schreibt Köhler, die Staatsform Demokratie sei dem Islam fremd.

    Damit hätte alles gesagt sein können. Köhler nutzt – wie unter muslimischen Hardlinern nicht ganz unüblich – Demokratie und Rechtsstaat dafür, Rechtsstaat und Demokratie zu untergraben. Mitsamt seinem Verband, der trotz des pompösen Namens nur einen kleinen Teil der Muslime in Deutschland repräsentiert. Unter normalen Umständen würde man ihn sicher nicht an einen großen Tisch mit deutschen Ministern bitten. So wie man es auch nicht mit anderen Demokratiefeinden tut.

    Der neue Vorsitzende des Zentralrats heißt Aiman Mazyek. Wikipedia gibt seinen Beruf als „Medienberater“ an. In dieser Funktion hat Mazyek bereits die Verleihung eines Preises an den dänischen Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard kritisiert. Folgerichtig demonstrierte er nach den Morden an den Charlie-Hebdo-Satirikern in Paris auch nicht gegen den weltweiten islamischen Wahn. Sondern rezitierte Koransuren an der französischen Botschaft in Berlin. Einige verschleierte Türkinnen schwangen rote Fahnen mit Mondsichel dazu. Nicht nur ich frage mich, warum dieser Islamfunktionär deutsche Medien berät.

    Vermutlich hat es mit der Vorstellung zu tun, Frauen und Mädchen trügen das Kopftuch in Deutschland – zumindest eventuell – freiwillig. Doch das missversteht die Grundidee des Islams: Die islamisch geprägte Kultur kennt keine Freiwilligkeit. Sie kennt nur Unterwerfung. Was bereits der Name der Religion sagt. Islam heißt nicht Frieden. Islam heißt Unterwerfung: unter den Willen des Vaters, des Clans, der Gemeinde. Ein Islamvertreter, der sagt „Das Mädchen trägt das Kopftuch freiwillig“ meint „Das Mädchen hat eingesehen, dass es besser ist, sich dem Willen des Vaters zu unterwerfen.“

    Wer das bezweifelt, kann fragen: „Ist die Freiheit des Mädchens wichtiger als der Wille des Vaters?“ Darauf erhält man langatmige und auch blumige Antworten. Die Essenz lautet, die Gemeinde habe versucht, zwischen Vater und Tochter zu vermitteln – und bei den Deutschen gäbe es schließlich auch Probleme. Oder so ähnlich. Außen vor bleibt, dass es ausschließlich muslimische Väter sind, die ihre Töchter im schlimmsten Fall umbringen, wenn sie sich nicht ihren Vorstellungen beugen.

    Ein Werkzeug, westliche Werte zu unterlaufen, sind Klagen an deutschen Gerichten. Dabei sind Schulthemen besonders beliebt. Denn durch die Schule muss jedes Kind. Muslimische Jungen klagen, dass die Schule ihnen Gebetsräume zur Verfügung stellen muss. Damit legen sie die Grundlage dafür, türkische oder syrische Mitschüler anzupöbeln, wenn sie nicht fünfmal am Tag demonstrativ beten. Muslimische Mädchen klagen, dass sie in Vollverschleierung zur Schule kommen dürfen. So können sie irakische oder afghanische Mädchen mobben, wenn sie unverschleiert auf die Straße gehen. Man darf annehmen, dass islamische Gemeinden und Verbände hinter Klagen wie diesen stehen.

    Was soll mit den Mädchen geschehen, die in Berlin und Duisburg morgens verschleiert aus dem Haus gehen und das Kopftuch an der nächsten Straßenecke ablegen, um normale Schülerinnen zu sein? Fortan wird das Kopftuch der Lehrerin ihnen jeden Tag sagen: „Ich bin auf Seiten deines Clans. Ich habe mich bereits unterworfen. Und auch du wirst dich unterwerfen.“

    In 35 Jahren wird fast jeder zehnte Deutsche – zumindest auf dem Papier – ein Moslem, eine Muslima sein. Durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts werden überdurchschnittlich viele davon in den Schuldienst gehen.

    Eine besondere Rolle dabei spielen die Konvertitinnen. Diese neigen erfahrungsgemäß zur extremen Auslegung ihrer Botschaft. Auch sie werden häufiger Lehrerinnen werden. So können sie auch deutschen Mädchen die islamische Botschaft nahebringen: „Seht her, ich habe christliche Eltern, aber auch ich habe mich unterworfen.“

    Um das Leben in Deutschland mit islamischem Geist zu durchdringen, wird es neben mehr Lehrerinnen mit Kopftuch auch mehr Mitarbeiterinnen mit Kopftuch in der Schulbehörde, im Bauamt und generell in der Verwaltung geben. Und natürlich mehr Anwältinnen mit Kopftuch. Sie werden klagen für islamische Zentren, Moscheen, Koranschulen und ausländische muslimische Institutionen, die ihren Einfluss in Deutschland absichern und ausbauen wollen.

    Sie werden klagen für muslimische Eltern, die ihren Töchtern verbieten, mit auf Klassenfahrt zu gehen, und sie stattdessen in der „Heimat“ verheiraten wollen. Sie werden klagen gegen deutsche Theater und deutsche Verlage, falls diese nicht schon freiwillig auf ihre Freiheit verzichtet haben und nicht längst damit beschäftigt sind, jeden Anschein der Islamkritik zu vermeiden – genauso wie Comedians oder Latenight-Talker.

    Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts ging die Frage um, ob auf Lehrerinnen mit Kopftuch etwa Richterinnen mit Kopftuch folgen. Man könnte weiter fragen, warum es beim Kopftuch bleiben sollte. Denn das Kopftuch ist im Grunde nichts anderes als Niqab, Tschador oder Burka. Nur der Grad der Frauen-Erniedrigung variiert.

    Das Kopftuch-Urteil des Bundesverfassungsgerichts basiert auch auf einer „Studie“ der DITIB, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion. Das ist die Religionsbehörde der Türkei, die direkt dem Ministerpräsidenten untersteht. Sie vertrieb hierzulande bereits Islamfibeln, aus denen hervorging, dass Frauen nicht alleine reisen und Ehefrauen geschlagen werden dürfen.

    Die Floskel „Der Islam gehört zu Deutschland“ bedeutet im Moment, dass der lange Arm Erdogans bis ins Bundesverfassungsgericht reicht. Er reicht auch in jedes deutsche Klassenzimmer. Sein Segen lautet: „Sei eine gute Muslima. Geh hin, und werde Kopftuchträgerin an einer deutsche Schule.“ Sehr viele Deutsche sind über diese Entwicklung empört. Auch muslimische.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: