Die Kandidaten des IS?

Ist Geert Wilders ein Rassist?

Ist Wilders ein IS-Rekrutierer?

Letzten Monat erschien in „Bento“ ein Quiz von Fabian Köhler, der zeigen sollte, wie sehr sich Islamisten und Rechtspopulisten oder Islamkritiker (gemeint waren u.a. Le Pen, Wilders, Henryk M. Broder und Ayaan Hirsi Ali) in ihrer Sicht auf den Islam gleichen. Beide glauben, dass der wahre Islam eine gewalttätige Ideologie ist, die zum Kampf gegen Ungläubige aufruft. Die Botschaft war klar: Beide Gruppen sind zwei Seiten derselben Medaille und wollen dasselbe: Alle Muslime sollen zu Islamisten erklärt werden. Nach Donald Trumps Wahlsieg wird nun dasselbe über ihn gesagt. „Der IS-Chef hätte Trump gewählt“, schreibt Die Presse, denn Trumps anti-muslimische Rhetorik führe dazu, dass Muslime nun pauschal zu Islamisten erklärt würden – genau das, was der IS will.

In gewisser Weise stimmt das. Rechtspopulisten und Islamisten haben eine ähnliche Sicht auf den Islam: Der Islam ist eine gewalttätige Ideologie, und jeder „echte“ Muslim muss ein Islamist sein. Das ist eine Sicht, die ich nicht teile, denn ich unterscheide zwischen dem Inhalt der heiligen Schriften, der nahezu grenzenlosen Interpretation und der Identität der Menschen, in der Religion oft nur als gemeinschaftsstiftendes Merkmal dient. Ist die Tatsache, dass sich Rechtspopulisten und Islamisten in diesem Punkt einig sind, ein Zeichen für ideologische Nähe, sowie es Köhler und viele andere sagen, die die AfD als „Werbung für den IS“ bezeichnen?

Wer sowas behauptet, hat einen ganz entscheidenden Punkt missverstanden: Es gibt einen Unterschied, ob man eine Sache beschreibt und ob man ihr zustimmt. Wenn ein Kapitalist und ein Kommunist den Kommunismus beschreiben, dürften sie sich auch einig sein: Der Kommunismus ist eine Ideologie, die fordert, alle Produktionsmittel zu verstaatlichen. Hier hören die Gemeinsamkeiten aber schon auf. Niemand würde auf die Idee kommen zu sagen, Kapitalisten und Kommunisten seien zwei Seiten derselben Medaille, weil ihre Definition von Kommunismus gleich ist, denn das Wichtige ist die Frage, ob sie Kommunismus für wünschenswert halten – und hier unterscheiden sich ihre Ansichten extrem.

Bei den angeblichen „Gemeinsamkeiten“ der Rechtspopulisten und Islamisten sieht es genauso aus. Die Rechtspopulisten glauben, jeder echte Muslim ist ein Islamist und fordern deshalb Einschränkungen der Religionsfreiheit für den Islam. Die Islamisten glauben, jeder echte Muslim ist ein Islamist und fordern deshalb die Einführung der Scharia. Das sind zwei Positionen, die so verschieden sind, wie sie es nur sein könnten. Es ist also völliger Unsinn, zu behaupten, dass Rechtspopulisten und Islamisten dasselbe Ziel hätten (im Grunde würde das bedeuten, dass ein Leben unter Le Pen genauso schlimm wäre wie ein Leben unter al-Baghdadi). Aber nicht nur, dass ihr Endziel nicht derselbe ist: Sie haben nicht mal dieselben strategischen Interessen.

Was will der IS? Am liebsten würden sie militärische Unterstützung oder zumindest freie Hand haben, um ihr Territorium zu halten und zu vergrößern. Dabei bekommen sie keine Unterstützung von Rechtspopulisten. Der IS will auch die westlichen Länder infiltrieren. Dabei bekommen sie erst Recht keine Unterstützung von Rechtspopulisten, denn diese wollen den Islam aus ihren Ländern fernhalten. Man kann von der AfD halten, was man will, aber wenn sie in Deutschland regiert hätte, gäbe es heute weniger IS-Leute in Deutschland. Politisch gesehen kann man die Rechtspopulisten nicht als die Kandidaten des IS bezeichnen, unter ihnen hätten die Islamisten derzeit am wenigsten zu lachen.

Die anderen politischen Mitspieler, also überwiegend die auf linker Seite, sind zwar auch keine „Kandidaten des IS“ (wenn man mal von den italienischen Kommunisten absieht, die ganz offen forderten, sich mit dem Islamischen Staat gegen den Imperialismus zu verbünden), aber sie würden sie nicht mit demselben Furor bekämpfen wie die auf der rechten Seite. Gerade, wenn man bedenkt, dass sie die Gefahr durch den Islamismus verharmlosen, indem sie harmlose Islamkritiker mit Islamisten gleichsetzen. Wir sollten eine gesunde Mitte finden zwischen Panik und Verharmlosung, also zwischen dem Wilderschen Koranverbot und der Köhlerschen Broder-bin-Laden-Gleichsetzung.

39 Antworten to “Die Kandidaten des IS?”

  1. Yadgar Says:

    Die eigentliche Gemeinsamkeit zwischen Rechtspopulisten und Islamisten besteht im Verhältnis zur gesellschaftlichen Emanzipation von Frauen und Minderheiten (sofern es sich bei diesen nicht um Muslime handelt) – beide Gruppierungen vertreten ein überaus autoritäres, konformistisches und patriarchales Menschen- und Gesellschaftsbild, da können die besorgten Bürger, Sarrazintollfinder, Daswirdmanwohldochnochsagendürfer Breivikverehrer und Ichbinaberkeinnazinazis noch so betonen, wie sehr ihnen doch die Gleichberechtigung der Geschlechter und Sexualitäten am Herzen liegt – spätestens im übernächsten Satz wird dann wieder gegen „Genderwahnsinn“ und „Verschwulung“ gewettert! Da werfen sie den Islamisten (mit Recht!) Frauenverachtung vor und lassen gleichzeitig einen Donald Trump nicht trotz, sondern wegen seiner unsäglichen Macho-Sprüche hochleben – wie kaputt ist das denn? Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele der neuen Rechten (und der Old-School-Stiefelnazis sowieso) den militanten Islam insgeheim um seine archaische Härte (Härrrrrrte!) und Grausamkeit beneiden – na, dann konvertiert doch! Tut euch keinen Zwang an!

    • max Says:

      Weisst Du, lieber Yadgar, es gibt einige wenige Journalisten, die, nachdem sie mit der Berichterstattung zu Trump so dermassen auf die Schnauze gefallen sind, sich mehr oder weniger selbstkritisch hinterfragen. Zu dieser Gattung Mensch scheinst Du absolut nicht zu gehören. Du unterstellst den bösen „Rechtspopulisten“ Dinge, die keiner vertritt, interpretierst Aussagen ausschliesslich auf die bösest mögliche Weise und hältst das Bild das Du so erhältst dann für die Realität. Kleines Beispiel: Wer die pseudowissenschaftlichen „Gender Studies“ für den ideologischen Mumpitz hält, der sie ja auch sind, muss das selbe Familienbild wie Islamisten haben. Tertium non datur. Eher etwas einfach gestrickt. Aber zumindest mit dem warmen Gefühl verbunden, zu den Guten zu gehören.

    • Dr. Caligari Says:

      1.) Dass die Rechtspopulisten nicht grade die Verteidiger der Frauenrechte vor den Herren sind, ist leider wahr.
      2.) Kritik an Gender ist nicht mit Frauenverachtung gleichzusetzen!
      Man kann Kritiker von Gender sein und dennoch für Frauenrechte. Gender ist ja die Theorie, dass das Geschlecht eine gesellschaftliche Konstruktion sei, dass es also keine geschlechtsspezifische Verhaltensweisen gibt. Daraus folgt die normative Konsequenz, jeden bestehenden Unterschied zwischen den Geschlechtern zunächst als Beispiel von Diskriminierung zu betrachten und für eine absolute Gleichheit einzutreten, inder sogar die Festlegung auf Hetro- oder Homosexualität im Grunde eine Form von Diskriminierung ist.
      Ich will jetzt nciht bestreiten, dass es da den ein oder anderen Gender-Wissenschaftler gibt, der das ganze völlig anders sieht, weil es aus seiner Theorie nicht folgt.
      3.) Jenseits der rein wissenschaftlichen Dimension von Gender gibt es auch die Politische und dort wird man feststellen: Grade die „Gegner der Frauenrechte“ (sog. „Männerrechtsbewegung“) argumentieren häufig extrem ähnlich. Wehrpflicht ist eine Form von Diskriminierung, Frauenquoten ebenfalls, das Einstellungsverfarhen muss vielmehr völlig blind gegenüber den Unterschied zwischen den Geschlechtern sein und so fort.
      4.) Dann ist es natürlich so, dass diese Kritik an „Genderwahn“ oder „Verschwulung“ (die es beide nicht gibt, btw) in Wahrheit etwas völlig anderes aussagen wollen: Nämlich, dass man wieder in 50er jahre Verhältnisse zurückwill.

      • max Says:

        Soso, welche Frauenrechte lehnen denn die bösen „Rechtspopulisten“ ab? Könnte man da mal etwas genaueres hören?

        Wehrpflicht nur für Männer, Frauenquoten etc. sind also keine Diskriminierung? Echt jetzt? Man benachteiligt Männer wegen einer behaupteten Ungerechtigkeit in der Vergangenheit. Man benachteiligt Männer, die nie diskriminiert haben zugunsten von Frauen, die nie diskriminiert wurden.

        Und selbstverständlich wollen böse „Rechtspopulisten“ zurück in die 50er Jahre. Das kannst Du selbstverständlich belegen. Tu das doch mal. Vielleicht merkst Du dabei, dass Du genau diesen völlig aus der Luft gegriffenen Bullshit nachplapperst, den die Denkbetreuer in sämtlichen Medien vorbeten. Ich versuche es mal mit einem Bild: Du fährst auf einer Strasse. Du stösst auf eine Weggabelung. Du kannst nach links oder nach rechts. Nach dem Sprachfaden der Denkbetreuer gibt es das aber nicht. Da gibt es keine Weggabelungen. Da gibt es nur vorwärts oder rückwärts. Sozusagen alternativlos. Denn Sie wissen, was gut für die Leute ist. Nur sie.

      • Yadgar Says:

        @Dr. Caligari
        „Gender ist ja die Theorie, dass das Geschlecht eine gesellschaftliche Konstruktion sei, dass es also keine geschlechtsspezifische Verhaltensweisen gibt.“

        …was übrigens im Widerspruch zur Grundannahme des Gender Mainstreaming steht (siehe auch hier: https://confessio.de/cms/website.php?id=/religionheute/zeitgeist/natur_oder_kultur.html – eine Seite der Evangelischen Kirche in Sachsen, damit gewiss radikalfeministischer Umtriebe unverdächtig…). Für die neuen Internet-Wutrechten klingt das allerdings alles gleich, heißt ja auch „Gender“, also werden Dinge miteinander verrührt, die eigentlich in diametralem Gegensatz zueinander stehen (Gender Mainstreaming vs. dekonstruktivistische Gendertheorie nach Judith Butler) und als BÖSE dargestellt, Satanas ante portas, Feminazis, das Christliche Abendland ™ ist in Gefahr, bla bla bla.

        @max:
        „Und selbstverständlich wollen böse „Rechtspopulisten“ zurück in die 50er Jahre.“

        Was ist denn deine Lieblingsepoche der (deutschen) Geschichte? In welcher Zeit würdest du gerne leben? Die Werte und Moralvorstellungen welcher Zeit würdest du gerne politisch verwirklicht sehen?

      • max Says:

        @ Yagdar: Ist es Dir schon mal in den Sinn gekommen, dass man beides für ideologischen Schwachsinn halten kann, ja muss? Und ist Dir schon aufgefallen, dass gerade die Vertreterinnen des Genderismus genau diesen Mischmasch veranstalten, wenn es gerade passt?
        Abgesehen davon stellst Du mit Deinem Sprüchlein über die angeblichen Internet Wutrechten wieder unter Beweis, dass Du nicht der Lernfähigste bist.

        Auch mit Deiner Frage an mich verrätst Du mehr über Dich als Du meinst. Ich verknüpfe Werte und Moralvorstellungen nicht mit einer Zeit. Jede Epoche, wenn wir es mal so nennen wollen, hat ihre Vor- bzw. Nachteile. Und so infantil, sich in eine vergangene Zeit zurückwünschen zu wollen, ist zumindest in meinem Bekanntenkreis niemand. Das heisst aber noch lange nicht, dass ich alles, was mir als Fortschritt oder als fortschrittliche Werte verkauft werden soll, als akzeptabel empfinde. Dem entsprechend versuche ich, diesem „Fortschritt“ meine Ueberzeugung entgegenzuhalten, und wenn möglich, politisch umzusetzen. Wenn ich dann das Dummgeschwätz von „zurück in die 50er Jahre“ höre, bestätigt sich, dass es gerade den selbsternannten Weltoffenen und Toleranten darum geht, den Gegner zu disqualifizieren, anstatt sich argumentativ zu messen.

      • Dr. Caligari Says:

        @Max:

        Kurz gesagt: Wenn Betriebe Frauen gar nicht erst einstellen, weil sie ja schwanger werden könnten, dann werden Frauen glasklar diskriminiert.
        Da mit Quoten gegenzusteuern ist mE berechtigt. Auch scheinen Frauen idR nicht so karriereorientierte Entscheidungen zu treffen. Man findet Frauen häufiger in der Gastronomie, in der Pflege und Erziehung. Das halte ich für eine positive Eigenschaft.
        Ich bin Gegner der Wehrpflicht, daher spielt der Geschlechtsunterschied hier eh keine Rolle.
        Nun bin ich grundsätzlich kein Freund von Quoten.

        Das ich „aus der Luft gegriffenen Bullshit nachplapperst, den die Denkbetreuer in sämtlichen Medien vorbeten“ ist ein Vorwurf, der mir zum ersten Mal gemacht wird. Danke dafür. Sonst fühle ich mich immer so einsam, abseits vom Mainstream.

        Viele Rechte sehen Frauen eben in erster Linie in der Rolle als Ehefrau und Mutter. Und sie wollen die Gesetze so umgeshalten, dass diese Rollen gestärkt werden. Momentan haben wir vielleicht die andere Richtung, aber das führt zu weit…

      • max Says:

        @ Caligari: Wenn Frauen nicht eingestellt werden, liegt das nicht daran, dass sie schwanger werden können, sondern daran, dass von unendlicher Weisheit beglückte Politiker diese im Schwangerschaftsfall mit einem „Schutz“ versehen haben, der eine Einstellung für Betriebe uninteressant macht, in kleineren sogar zur existenziellen Bedrohung werden kann. Dummerweise haben nun alle Frauen im gebährfähigen Alter diesen Malus, auch solche, die nie ein Kind bekommen wollen. Kann der Arbeitgeber ja auch nicht wissen, praktischerweise sind Fragen danach verboten und den Frauen das Lügen in diesem Punkt ausdrücklich erlaubt. Kurz gesagt, die Chose ging in die Hose. Und was macht da der geneigte Gottgesalbte? Korrigiert er seinen Fehler? Nicht doch, er schreit Diskriminierung und macht sich wacker daran, diesen scharf erkannten Missstand per Gesetz zu beheben. Ich bin mir nicht sicher, ob in diesem Bereich wirklich schon Quoten gefordert wurden, zuzutrauen wäre es diesen Hütern der galaktischen Gerechtigkeit allerdings schon.

        Die lediglich ausgesetzte Wehrpflicht mag Dich nicht interessieren, sie besteht allerdings nur für Männer, was eine Diskriminierung darstellt. Ob Du dafür oder dagegen bist, spielt eigentlich keine Rolle.

        Zum Nachplappern: Schön das ich dazu beitragen konnte, Deine Einsamkeit etwas zu lindern. Ich darf Dich allerdings daran erinnern, dass Du das von eben diesen Denkbetreuern vorgebetete Bild der Rechten, die in die 50er Jahre zurück wollen, gebraucht hast.

        Vielleicht sehen einige Rechte die Rolle der Frau in erster Linie in der Rolle der Ehefrau und Mutter. Zumindest behauptest Du das. Was das jetzt mit den 50er Jahren zu tun hat, hast Du leider vergessen zu begründen. Kleines Geheimnis: Ehefrauen und Mütter gibt es auch heute. Und zwar ziemlich viele. Vielleicht geht es den Rechten (Kompliment, es sind schon keine Rechtspopulisten mehr) auch eher darum, dass von der derzeitigen Politik lediglich ein Bild gefördert wird, und die anderen dürfen dafür bezahlen. Wohl gemerkt: ich bin absolut gegen Familiengeld und andere populistische Volksbeglückungen. Aber eben auch gegen die staatliche Förderung eines (dem linken Zeitgeist entsprechenden) Lebensstils auf Kosten Dritter.

      • arprin Says:

        Ich sehe das wie Max. Es ist keine gesetzliche Diskriminierung, wenn es Unternehmen erlaubt ist, Frauen aus welchen Gründen auch immer nicht einzustellen. Im Gegenteil, durch Frauenquoten oder Anti-Diskriminierungsgesetze werden Männer gesetzlich diskriminiert, denn hier werden per Gesetz Frauen bevorzugt.

        Rechtspopulisten wollen keine Diskriminierung von Frauen. Selbst wenn es ihnen nicht so sehr gefällt wie Linke, wenn Frauen arbeiten, wollen sie ihnen die freie Wahl lassen. Zugegeben: Viele wollen den von ihnen gewünschten Lebensstil finanziell fördern, aber das ist im Umverteilungsstaat leider die Normalität. Und es ist ja ein großer Unterschied zwischen Betreuungsgeld und Arbeitsverboten für Frauen.

  2. qwerty248 Says:

    bei den Marxisten-Leninisten Kommunisten Italiens handelt es sich wohl um Faschisten.

  3. Dr. Caligari Says:

    Zitat aus den Artikel:
    „Beide glauben, dass der wahre Islam eine gewalttätige Ideologie ist, die zum Kampf gegen Ungläubige aufruft.“

    *facepalm* Es war schon anno 2003 ein alter Witz, dass der strenge Atheist die Religion genauso sieht wie die Fundamentalisten.
    Das liegt zumeist daran, dass diese strengen Atheisten die Bibel wörtlich nehmen und in anderen Interpretationen das eingeständnis sehen, dass man die eigenen religiösen Texte nicht ernst nimmt.

    Zitat aus den Artikel:
    „Das sind zwei Positionen, die so verschieden sind, wie sie es nur sein könnten.“

    Kleine, blse Einschränkung: Die Interpretation der Sache ist wirklich ähnlich.
    Während es z. B. zwischen Wirtschaftsliberalen und solchen, die es gerne wären und den typischen linken Kritiker der Finanzkrise einen fundamentalen Dissens darüber gibt, was man da seit einigen Jahren eigentlich beobachten kann.
    Es gibt übrigens keinen solchen Dissens zu Verschwörungstheoretikern, wie ich feststellen durfte.

    Aber das ist eine andere Geschichte.

  4. Dr. Caligari Says:

    Ich mach mal einen neuen Strang auf.
    @Yadgar

    …was übrigens im Widerspruch zur Grundannahme des Gender Mainstreaming steht

    Ich zitiere mal aus deinem Aritkel:
    »Während das biologische Geschlecht von Geburt an festgelegt ist und eine Reihe unveränderbarer Folgen damit verknüpft sind (z.B. die Fähigkeit, Kinder zu gebären), sind die sozialen Rollen in geschichtlichen Entwicklungen und kulturellen Kontexten entstanden und somit prinzipiell veränderbar.[…]«

    Mir ist schon bewusst, dass „gender mainstream“ systematisch auf der Unterscheidung zwischen Sex (biologisches Geschlecht) und Gender („kulturelles Geschlecht“, eben geschlechtsspezifische Verhaltensweisen) basiert.
    Nun wird man darüber streiten können, ob aus den biologischen Geschlecht nicht auch bestimmte Verhaltensweisen stammen. Ich selbst bin da übrigens gar nicht so weit von entfernt und glaube z. B. auch, dass einiges auf kulturellen Vorurteil basiert.
    Dass aber z. B. Frauen ein anderes Sexualverhalten haben als Männer, ist mE klar biologisch bedingt.

    Zugegeben, ich habe GM nicht intensiv studiert, für mich ist das auch kein Thema, das mich Nachts umtreibt wie für viele Konservative.

    Für die neuen Internet-Wutrechten klingt das allerdings alles gleich, heißt ja auch „Gender“[…]

    1. Ich lehne es ab, mit so einem Schlagwort bezeichnet zu werden.
    2. Tja, damit wird man wohl leben müssen. Wie oft habe ich den Leuten eine Differenzierung beibringen wollen, die sie bis heute nicht verstanden haben. Thats life!
    Die Anarchisten müssen seit 100 Jahren damit leben, dass sie als Anhänger des Chaos betrachtet werden.

    BÖSE dargestellt, Satanas ante portas, Feminazis, das Christliche Abendland ™ ist in Gefahr, bla bla bla.

    Wenn das gegen mich gegen sollte und so siehts nunmal aus: Ist es schön warm am brennenden Strohmann?
    Ich halte den Begriff „Feminazis“ für widerlich. Und den Untergang des Christlichen Abendlandes sehe ich auch nicht durch den Feminismus auf uns hinabkommen. Dazu habe ich noch mal meine eigene Meinung, die auszuführen ich hier nicht gedenke (und ne, diese Meinung hat auch nicht pauschal etwas mit dem Islam zu tun).

    Warum glaubst du habe ich mich in meinem Beitrag ganz bewusst von einigen Männerrechtlern und Rechten distanziert, die zurück in die 50er oder ins Mittelalter wollen? Rhetorik?

    P.S.: Sollte das ein Missverständnis sein, bitte ich um Verzeihung.

  5. bevanite Says:

    Ich muss hier Yadgar zustimmen, in ihren Auffassungen zum traditionellen Familienbild und der Stellung sexueller Minderheiten sehe ich durchaus eine gar nicht mal so kleine Gemeinsamkeit. Beide gehen von einer natürlichen Ungleichheit aus, die – je nach Standpunkt – entweder gottgegeben oder biologisch definiert wird. Auffällig ist die schon wahnhafte Ablehnung des Feminismus und einer kompletten rechtlichen Gleichstellung Homosexueller bei den nationalkonservativen Bewegungen/Parteien („populistisch“ sind sie aus meiner Sicht nur teilweise, gerade die AfD halte ich für ziemlich elitär). Auch der einstige Religionsskeptiker Broder ist in dieser Hinsicht in den letzten Jahren immer konservativer und religiöser geworden. Es ist auch kein Zufall, dass der Erdogan-Ableger ADD („Allianz Deutscher Demokraten“) analog zur AfD die Ablehnung der angeblichen „Frühsexualisierung“ ins Programm aufnahm. Dass sie nun die Rückständigkeit des Islams bei Frauen- und LGBT-Rechten, aber gleichzeitig die „Verschwulung“ des Westens kritisieren, hängt damit zusammen, dass für die diese Bewegung tragenden Gruppen alle Veränderungen der letzten 20 Jahre als Bedrohung des Eigenen wahrgenommen werden: egal ob das nun eine Frau mit Kopftuch, händchenhaltende Männer oder ein körperlich behindertes Kind im Klassenzimmer ist.

    Es ist also völliger Unsinn, zu behaupten, dass Rechtspopulisten und Islamisten dasselbe Ziel hätten (im Grunde würde das bedeuten, dass ein Leben unter Le Pen genauso schlimm wäre wie ein Leben unter al-Baghdadi).

    Nö, das bedeutet es nicht. Man kann schon gewisse weltanschauliche Gemeinsamkeiten erkennen und da gibt es einige. Beide sehen z.B. ihre eigene, als traditionell empfundene Kultur von äußeren Mächten und inneren Zersetzern bedroht. Die Islamisten argumentieren seit den Tagen von Sayyid Qutb so, und die heutigen Nationalkonservativen tun dies nicht erst seit 9/11. Liest man heute die Schriften von Sayyid Qutb oder die Positionen der Islamisten der Siebziger, fühlt man sich fatal an die heutigen Kulturnationalisten erinnert. Beide positionieren sich gegen einen äußeren („verderblicher“ westlicher Einfluss bei den einen, „Islamisierung“ bei den anderen – interessanterweise sehen beide auch oft die USA als den Drahtzieher, mal sehen wie das nun mit Trump wird) und einen inneren Feind (Frauen mit freizügiger Kleidung oder alkoholtrinkende Männer bei den einen, liberale „Gutmenschen“ bei den anderen). Das macht beide auch besonders anfällig für (offen antisemitische) Verschwörungstheorien (das wird noch krasser, wenn Breitbart News auch hier reüssieren wird). Beide argumentieren streng kulturalistisch und möchten das, was sie als ihre eigene Kultur definieren, schützen und gegen jegliche Veränderung abschirmen. So ist es auch nicht überraschend, dass dann ein Jürgen Elsässer die Islamische Republik Iran verteidigt, aber gleichzeitig bei Legida als Redner gegen die „Islamisierung“ auftritt – eine klassische ethnopluralistische Haltung.

    Man kann von der AfD halten, was man will, aber wenn sie in Deutschland regiert hätte, gäbe es heute weniger IS-Leute in Deutschland.

    Wie kommst Du denn auf diese abenteuerliche These? Islamisten gab es in Deutschland schon, bevor es die AfD und den IS gab. Die Sauerland-Zelle schon vergessen? Die Drahtzieher der Londoner Attentate wuchsen in Savile Town/Dewsbury auf. Sowohl die Terroristein hinter dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ als auch die hinter dem Bataclan-Massaker kamen nicht aus Syrien, sondern aus Frankreich und Belgien. Wir werden irgendwann nicht mehr um das heikle Thema herumkommen, warum hier sozialisierte nicht sonderlich religiöse Menschen zu fundamentalistischen Massenmördern werden.

    • arprin Says:

      Ich muss hier Yadgar zustimmen, in ihren Auffassungen zum traditionellen Familienbild und der Stellung sexueller Minderheiten sehe ich durchaus eine gar nicht mal so kleine Gemeinsamkeit.

      Die Ablehnung des modernen Feminismus (Frauenquoten, „gleicher Lohn“, Verbot „sexistsucher“ Werbung usw.) hat doch nichts mit dem Wunsch zu tun, Frauen zu diskriminieren, und ich lehne den modernen Feminismus auch ab. Die LGBT verdienen die volle Gleichberechtigung, das wollen die Rechtspopulisten nicht, aber das ist noch immer ein gigantischer Unterschied zu den Islamisten, die Homosexualität unter (Todes-)Strafe stellen wollen.

      Man kann schon gewisse weltanschauliche Gemeinsamkeiten erkennen und da gibt es einige. Beide sehen z.B. ihre eigene, als traditionell empfundene Kultur von äußeren Mächten und inneren Zersetzern bedroht.

      Niemand leugnet, dass es Gemeinsamkeiten geben kann. Aber das heißt noch lange nicht, dass sie dasselbe Ziel hätten. Und diese Gemeinsamkeiten gibt es dann auch mit Linken. Die Behauptung, es gäbe eine alte, bessere Kultur, die es gilt, wiederherzustellen, ist weitverbreitet bei den Linken, sie wollen „zurück zur sozialen Marktwirtschaft“ und den „modernen Raubtierkapitalismus“ abschaffen, der „aus Amerika“ kommt. Sogar manche Liberale glauben, es hätte früher eine Zeit gegeben, in der es mehr Freiheit gab als heute (z.B. „die Zeit der Founding Fathers“). Dennoch kann man Islamisten, Rechte, Linke und Liberale nicht gleichsetzen. Es gibt nur rhetorische Gemeinsamkeiten.

      das wird noch krasser, wenn Breitbart News auch hier reüssieren wird

      Es gibt keine Hinweise, das Breitbart News antisemitisch ist.

      Wie kommst Du denn auf diese abenteuerliche These? Islamisten gab es in Deutschland schon, bevor es die AfD und den IS gab.

      Die AfD hätte nicht so viele Flüchtlinge reingelassen, und die meisten derzeitigen IS-Leute in Deutschland kamen als Flüchtlinge.

      Wir werden irgendwann nicht mehr um das heikle Thema herumkommen, warum hier sozialisierte nicht sonderlich religiöse Menschen zu fundamentalistischen Massenmördern werden.

      Wegen dem Islam natürlich.

      • salamshalom Says:

        „Wegen dem Islam natürlich.“
        Oioioi, das ist mal eine gewagte und steile These.
        DER Islam ist nämlich was genau, deiner Meinung nach?
        Wieviele der – wie bevanite schon aufzählte – Massenmörder, die mitten in Europa aufwuchsen und sozialisiert wurden, waren Schiiten, Sufisten, Aleviten oder sonstige anderweitige Anhänger DES Islam? Ich tippe mal auf: NULL!!
        Ergo: Zu behaupten, DER Islam sei an der Häufung dieser Massenmörder schuld ist genauso korrekt wie die Behauptung, DIE Polizisten sind schläger, DIE Friseure schwul und DIE Juden Zionisten.

      • arprin Says:

        DER Islam ist nämlich was genau, deiner Meinung nach?

        Eine Religion, die sowohl eine geistige als auch eine weltliche Komponente hat.

        Wieviele der – wie bevanite schon aufzählte – Massenmörder, die mitten in Europa aufwuchsen und sozialisiert wurden, waren Schiiten, Sufisten, Aleviten oder sonstige anderweitige Anhänger DES Islam? Ich tippe mal auf: NULL!!

        Lol.

      • Topfen Says:

        Es gibt keine Hinweise, das Breitbart News antisemitisch ist.

        Sie pflegen das Narrativ, das es eine elitäre Gruppe gibt, die die Medien und Finanzwelt kontrollieren und diesen Einfluss in irgenmdeiner Art von Verschwörung zunutzen um via Freihandel/internationaler Abkommen die Nationen abzuschaffen und ihre politische Agenda durchzusetzen.

        Das ist natürlich per se nicht antisemitisch, aber es ist erstens ziemlicher Unfug und zweitens fällt es einem wahren Antisemiten nicht allzu schwer für sich zu erkennen wer hier diese elitäre Gruppe ist.

      • arprin Says:

        Das ist natürlich per se nicht antisemitisch, aber es ist erstens ziemlicher Unfug

        Stimmt.

        und zweitens fällt es einem wahren Antisemiten nicht allzu schwer für sich zu erkennen wer hier diese elitäre Gruppe ist.

        Was Antisemiten aus den Aussagen bei Breitbart schließen, ist doch nicht Breitbarts Schuld. Oft wird z.B. Kapitalismuskritik von Antisemiten in ihre Ideologie eingebunden, aber deshalb ist nicht jede Kapitalismuskritik antisemitisch (nur dumm).

      • salamshalom Says:

        http://english.alarabiya.net/en/News/middle-east/2016/11/19/ISIS-Egypt-branch-executes-100-year-old-Sufi-cleric.html
        Lol…

      • arprin Says:

        Lol.

      • Salamshalom Says:

        http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-11/irak-anschlag-tankstelle-pilger-lastwagen

        Lol.

      • arprin Says:

        Lol.

      • Topfen Says:

        http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-11/irak-anschlag-tankstelle-pilger-lastwagen

        Lol.

        Und was soll uns das sagen? Das Umbringen mutmaßlicher Herätiker war schon immer eine große Freude für religiös bekloppte.

      • salamshalom Says:

        „Und was soll uns das sagen? Das Umbringen mutmaßlicher Herätiker war schon immer eine große Freude für religiös bekloppte.“

        Und genau das soll es uns sagen.
        Eben weil ein „religiös bekloppter“ Flügel eine ganze monotheistische Religion drangsaliert, meuchelt, mordet, enthauptet, in die Luft sprengt und große Teile für herätisch erklärt, kann der billige Satz – Originalzitat „wegen dem Islam natürlich“ – nicht gültig sein. Danke!

      • arprin Says:

        Eben weil ein “religiös bekloppter” Flügel eine ganze monotheistische Religion drangsaliert, meuchelt, mordet, enthauptet, in die Luft sprengt und große Teile für herätisch erklärt, kann der billige Satz – Originalzitat “wegen dem Islam natürlich” – nicht gültig sein.

        Du hast völlig Recht, Salamshalom. Die Flügel des Islams haben nichts dem Islam zu tun.

      • Salamshalom Says:

        „Du hast völlig Recht, Salamshalom. Die Flügel des Islams haben nichts dem Islam zu tun.“
        Nicht wieder diese „ich-fehlinterpretiere-mal-absichtlich“-Nummer bitte.
        Selbstredend hat dieser Flügel der Bekloppten mit dem Islam zu tun. Aber!! Er ist nicht DER Islam.

        Wäre der Flügel der ultraorthodoxen Juden DAS Judentum, hätte Israel keine Armee.

      • arprin Says:

        Selbstredend hat dieser Flügel der Bekloppten mit dem Islam zu tun.

        Danke, genau das sagte ich ja.

      • salamshalom Says:

        „Danke, genau das sagte ich ja.“
        Bitte sehr. Aber eingangs sagtest du, und das ist der Satz auf den ich mich überhaupt beziehe und worüber wir hier diskutieren :
        „Wegen dem Islam natürlich.“

        Dann, lieber arprin, hast du den gleichwertigen Satzteil des oben genannten einfach – ich sag mal – überlesen:
        „Aber!! Er ist nicht DER Islam.“
        Dabei habe ich in weiser Voraussicht keine Mühen gescheut, mit Satzzeichen und Großschreibung auf ihn aufmerksam zu machen😉

        Wenn du nun also sagst, dass ein radikal beklopppter Flügel des ISLAMS für diesen Terror verantwortlich ist, so werde ich dir Recht geben. Aber DER Islam, siehe obige Diskussion, ist im Gesamtblock genauso wenig an diesem Terror schuld wie DER Amerikaner an den elitär geplanten und durchgeführten Auslandsoperationen seines Landes, DER Pfarrer an Pädophilie, DER Polizist an Gewalt und DER Österreicher an Hitler.

      • arprin Says:

        Wenn du nun also sagst, dass ein radikal beklopppter Flügel des ISLAMS für diesen Terror verantwortlich ist, so werde ich dir Recht geben.

        Genau das – und nichts mehr als das – wollte ich mit „Wegen dem Islam natürlich.“ sagen.

        Aber DER Islam, siehe obige Diskussion, ist im Gesamtblock genauso wenig an diesem Terror schuld wie DER Amerikaner an den elitär geplanten und durchgeführten Auslandsoperationen seines Landes, DER Pfarrer an Pädophilie, DER Polizist an Gewalt und DER Österreicher an Hitler.

        Was für eine revolutionäre Erkenntnis …

      • Topfen Says:

        Aber DER Islam, siehe obige Diskussion, ist im Gesamtblock genauso wenig an diesem Terror schuld wie DER Amerikaner an den elitär geplanten und durchgeführten Auslandsoperationen seines Landes, DER Pfarrer an Pädophilie, DER Polizist an Gewalt und DER Österreicher an Hitler.

        Der Islam ist im Gegensatz zu den weiteren Beispielen keine Gruppe von Menschen, sondern ein Ideengebäude. Erstens hinken die Vergleiche allesamt, zweitens ist Schuld etwas Individuelles, eine Idee kann also kaum Schuld haben, wohl aber (Mit-)Ursache sein.

        Grundlage des Islam ist, dass es einen allmächtigen Gott gibt, der den Menschen Regeln gibt und Sie je nach Befolgung belohnt oder bestraft. Jene Terroristen glauben nun es wäre ihr Auftrag Un-/Falschgläubige zu konvertieren oder zu töten. Akzeptiert man die erste Aussage ist diese Regel genauso vernünftig wie jede andere, denn eine rationale Diskussion darüber was dieses allmächtige Wesen will ist vollkommen unmöglich. Deswegen bleibe ich dabei. Ursache ist DER Islam, nicht irgendwelche Flügel, die ein „falsches“ Verständnis davon haben was Gott will.

      • salamshalom Says:

        @Topfen
        „Grundlage des Islam ist, dass es einen allmächtigen Gott gibt, der den Menschen Regeln gibt und Sie je nach Befolgung belohnt oder bestraft.“
        Grundlage des Christentums und des Judentums ist das Gleiche…
        Es bleibt dabei: Verallgemeinerungen sind uzulässig und die Vergleiche hinken wie alle anderen auch, dienen aber der Veranschaulichung.

        @arprin
        „Genau das – und nichts mehr als das – wollte ich mit „Wegen dem Islam natürlich.“ sagen.“
        D´accord

      • Topfen Says:

        Grundlage des Christentums und des Judentums ist das Gleiche…

        Ich hab auch nichts Gegenteiliges behauptet.

        Wenn Sie meinen ich würde unzulässig verallgemeinern, dann geben Sie mir einfach ein logisches Argument, dass das Gottesbild eines eifersüchtigen, blutrünstigen Gottes falsch ist und er ein netter toleranter Kerl ist.

        Ihre Vergleiche wären treffend, wenn ich schreiben würde, dass DER Muslim Schuld am Terror ist. Das habe ich aber nicht, es ist auch schlicht Unfug. Wenn Sie einen Vergleich zur Veranschaulichung meines Punktes haben wollen dann eher folgender: Ein Medikament gegen Depressionen ruft bei den meisten Probanden nur geringfügige, harmlose Zwangshandlungen hervor, ein kleiner Teil hört allerdings Stimmen, die ihn dazu bringen Amok zu laufen. Natürlich hat der große Teil der friedlichen keine Verantwortung für die Amokläufer. Wenn wir über die Ursache reden, ist es aber das Medikament und nicht das die Amokläufer die Stimmen in ihrem Kopf „falsch“ interpretieren.

      • salamshalom Says:

        „Wenn Sie meinen ich würde unzulässig verallgemeinern, dann geben Sie mir einfach ein logisches Argument, dass das Gottesbild eines eifersüchtigen, blutrünstigen Gottes falsch ist und er ein netter toleranter Kerl ist.“
        Gott hat mit alle dem erst mal gar nichts zu tun. Religion ist immer das, was der Gläubige draus macht. Und was der Gläubige daraus macht, ist immer das, was er sich aus dem Buch rauszieht, versteht oder „versteht bekommt“.
        Und innerhalb DES Islams gibt es offensichtlich Flügel, die das gleiche Buch so oder ganz anders interpretieren. Daher ist, und hier im konkreten Fall, die wahhabitisch-salafistische Schule ganz klar als „schuldige“ zu bennen.

        „Wenn wir über die Ursache reden, ist es aber das Medikament und nicht das die Amokläufer die Stimmen in ihrem Kopf „falsch“ interpretieren.“
        Über Vergleiche und vergleichende Beispiele hatten wir ja scho gesprochen😉
        Wenn ein bekloppter Flügel der Christenheit den KKK wiedergründet, dann ist doch nicht DAS Christentum in der Verantwortung.

      • arprin Says:

        @Salamshalom,

        Unterscheide doch mal zwischen Menschen und Ideen. Weder ich noch Topfen haben gesagt, dass alle Muslime kollektiv für den Islamismus verantwortlich sind. Du musst also nicht immer wieder ununterbrochen darauf hinweisen, dass nicht alle Muslime auf der Welt böse sind.

        Jetzt kommen wir nun von den Menschen (also Muslimen) zu dem Islam als Ideengebäude. Der Inhalt des Islams ist sehr wohl verantwortlich für Taten, die mit dem Inhalt des Islams begründet werden. Das gilt für alle Ideologien, die in ihren Schriften Gewalt billigen.

      • Topfen Says:

        Und innerhalb DES Islams gibt es offensichtlich Flügel, die das gleiche Buch so oder ganz anders interpretieren.

        Eben. Beinahe jedes Buch wird unterschiedlich interpretiert. Bei fast allen Büchern werden die Leser nicht zu Terroristen, egal wie brutal die Geschichte/Interpretation auch ist.
        Der Unterschied ist doch, dass der Koran und die Begleittexte im Islam als absolute Richtschnur für (moralisch) richtiges Handeln angesehen werden. Und dieser Glaube von der absoluten Gültigkeit des Koran beschränkt sich nicht auf gewisse Flügel sondern wird vom (fast) gesamten Islam geteilt.
        Der Irrsinn der dem Terror zugrundeliegt, ist also nicht, dass ein uraltes Buch unterschiedlich interpretiert wird (dass ist rational vollkommen nachvollziehbar), sondern dass dieses Buch als absolute Wahrheit angesehen wird.

    • Yadgar Says:

      @bevanite
      „Dass sie nun die Rückständigkeit des Islams bei Frauen- und LGBT-Rechten, aber gleichzeitig die „Verschwulung“ des Westens kritisieren, hängt damit zusammen, dass für die diese Bewegung tragenden Gruppen alle Veränderungen der letzten 20 Jahre als Bedrohung des Eigenen wahrgenommen werden: egal ob das nun eine Frau mit Kopftuch, händchenhaltende Männer oder ein körperlich behindertes Kind im Klassenzimmer ist.“

      Das deckt sich mit meinen Beobachtungen bei den „Wutrechten“: Angst vor und Hass auf alles, was neu, fremd oder anders ist! Ich empfehle Max und eventuell auch Jorge, sich mal in den Kommentarspalten von Politically Incorrect, Welt Online und Focus Online umzusehen, dort tummeln sich diese Zeitgenossen massenhaft!

      Und nein, mir ist der Unterschied zwischen Ablehnung von staatlichem Dirigismus (Stichwort Frauenquote) und pauschaler Ablehnung von Minderheiten durchaus klar – und selbstverständlich bedingt Ablehnung von „affirmative action“ nicht zwingend Hass auf irgendeine gesellschaftliche Gruppe. Nur werden leider diese im Kern zutiefst liberalen Argumente regelmäßig von den rechten Hassern übernommen, sie schwadronieren dann von „Freiheit“ und meinen in Wirklichkeit „Ruhe, Ordnung, Sauberkeit“, eine Gesellschaft die in Reih und Glied zu Marschmusik ihre Gartenzwerge putzt und Knicks in die Sofakissen schlägt und niemand durch Fremdes, Neues oder Anderes irritiert wird (hmmm, warum erinnert mich das so an die infantile Wohlfühlkuschelideologie mit Safespaces, Mikroaggressionen und Triggerwarnungen, die angeblich oder tatsächlich seit einiger Zeit an den Universitäten vor allem angelsächsischer Länder grassiert? Egal, andere Baustelle…)…

  6. Thomas Holm Says:

    Das Thema gezielte globale Verschwulung war mal Gegenstand eines diskursiven Manoevers in gegenstrebiger Affirmation. Noch bevor der Genderwahn so richtig in Schwung kam.

    http://www.suhrkamp.de/buecher/die_verschwulung_der_welt-rashid_al-daif_12477.html

    Wenn Nordkorea und die Islamophoben zum Islam konvertieren wuerden, muesste das eigentlich gut sein fuer den Weltfrieden?

  7. Thomas Holm Says:

    Nachtrag Verschwulung … das private pink ist politisch brisant bis zu den Fassbomben der Maessigung.

    http://al-bab.com/blog/2016/11/pinkwashing-syria-gay-bar-that-isnt

    Die ersten zwei Jahre hiess es unter Verweis auf mutmasslich einschlaegige Schnauzbaerte in Aleppo, dass da kein Extremismus je den Fuss auf den saekular/levantinischen darkroom/Boden kriege.

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