Der „Equal Pay“-Irrsinn

In den USA gewinnt derzeit eine Bewegung an Unterstützung, die es sich zum Ziel gesetzt, das Patriarchat endgültig zu überwinden: Die „Equal Pay“-Bewegung. Ihre Mitglieder wollen, dass Frauen für die gleiche Arbeit endlich den gleichen Lohn bekommen wie Männer. Ein Mitglied ist die Fußballerin Abby Wambach.

Wambach ist frustriert darüber, dass Frauenfußballerinnen so viel weniger verdienen als ihre männlichen Pendants. Wambach hat immerhin öfter die Weltmeisterschaft gewonnen als Cristiano Ronaldo, und trotzdem hat sie am Ende ihrer Karriere im Gegensatz zum portugiesischen Weltstar noch immer nicht finanziell ausgedient. Welche andere Erklärung gibt es dafür als die Diskriminierung von Frauen? Nicht nur im Fußball, auch im Eishockey lassen sich die amerikanischen Frauen ihre Unterdrückung nicht mehr bieten und fordern dieselbe Bezahlung wie Männer. Sollte das nicht durchgesetzt werden, werden die amerikanischen Frauen die anstehende Eishockey-WM boykottieren.

Wer nun sagt, dass Männer und Frauen beim Fußball oder Eishockey nicht dieselbe Arbeit machen, weil Männer eine Frauenmannschaft vernichten würden (15-jährige Australier haben die australische Frauen-Fußballnationalmannschaft mit 7:0 vom Platz gefegt), der sollte wissen, dass er damit falsch liegt. Es kommt nämlich nicht darauf an, wie gut Männer und Frauen sind. Es kommt auf das Angebot und die Nachfrage an. Der Grund, warum Männer und Frauen beim Fußball nicht dieselbe Arbeit machen ist schlicht der, dass es für Frauenfußball viel weniger Konsumenten gibt – in den Stadien, vor dem Fernsehen, in den Sportläden, usw. Würde es genauso viele Zuschauer für Frauenfußball geben wie Männerfußball (bzw. Fußball), würden Frauen auch genauso viel Lohn bekommen, ganz egal ob sie sportlich mit den Männern mithalten könnten.

Insofern basiert der Protest der Frauen auf der seit Jahrhunderten widerlegten marxistischen Arbeitswerttheorie, also der Vorstellung, dass nicht Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, sondern die Anstrengung, die man für eine Arbeit unternimmt. Da Frauenfußballerinnen sich in der Tat nicht weniger hart anstrengen dürften als Männer, glauben sie, ihre Arbeit sei deshalb genauso viel wert wie die der Männer. Das ist aber Unsinn. Das kann man auch an einem anderen Beispiel gut erkennen: Männliche Models und Pornodarsteller strengen sich während ihrer Arbeit sicher genauso viel an wie Frauen, dennoch verdienen ihre weiblichen Pendants viel mehr in diesen Branchen. Weil die Nachfrage für Frauen dort eben viel, viel höher ist.

Der Irrtum, dass jeder, der denselben Beruf macht, auch denselben Lohn verdient, ist nicht nur in den ewigen Männer-Frauen-Debatten zu finden, sondern bei vielen anderen Debatten, wie z.B. den Lohnunterschieden zwischen gleichen Berufen in West- und Ostdeutschland. Aber auch hier findet keine Unterdrückung statt: Manche Waren und Dienstleistungen werden in einigen Orten stärker nachgefragt als in anderen, was viele Gründe haben kann: Kulturelle Präferenzen, geografische Bedingungen oder einfach eine verschiedene Kaufkraft. Nicht jede „gleiche Arbeit“ ist immer „gleich viel wert“. Dieser Irrtum ist besonders weit verbreitet, wenn es um Männer-Frauen-Debatten geht. Selbst wenn die Lohnunterschiede, wie im Fußball, überdeutlich erkennbar nicht auf Diskriminierung zurückzuführen sind.

Das heißt nicht, dass Frauenfußballerinnen nicht dennoch etwas unternehmen könnten, um mehr zu verdienen. Damit mehr Zuschauer Frauenfußball gucken, müssten die Frauen wohl schneller, stärker und technisch anspruchsvoller werden. Das könnte erreicht werden, indem es Frauen erlaubt wird, mit Männern zu trainieren, oder probeweise in einer Männermannschaft zu spielen (die FIFA hat bis jetzt eine „Durchmischung“ verboten). Die Qualität des Frauenfußballs hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verbessert, die physische Grenze der Leistungsfähigkeit von Frauen ist sicher noch nicht völlig ausgeschöpft. Ich habe übrigens viel Respekt für Frauenfußball, auch wenn ich mir nur Olympia- oder WM-Spiele anschaue und die marxistische Equal Pay-Bewegung lächerlich finde. Aber Frauen mussten lange gegen gesellschaftliche Widerstände kämpfen, um überhaupt Fußball spielen zu dürfen, schon das verdient großen Respekt.

15 Antworten to “Der „Equal Pay“-Irrsinn”

  1. Schweizer Investor Says:

    Lohnunterschiede sind zwischen Alt und Jung bei gleicher Arbeit viel grösser. Mich stört diese Debatte gewaltig. So werden in der Schweiz Männer sogar staatlich benachteiligt. Frauen müssen nicht ins Militär, bekommen langen Mutterschaftsurlaub, können früher in die Rente gehen und bekommen eine Witwenrente.

  2. besucher Says:

    Witwerrente gibt es in der Schweiz nicht?

    • Schweizer Investor Says:

      Anspruch auf eine Witwenrente haben Frauen, deren Ehegatten verstorben ist, wenn sie zum Zeitpunkt der Verwitwung mindestens ein Kind haben oder wenn sie, ebenfalls zum Zeitpunkt der Verwitwung, das 45. Altersjahr zurückgelegt haben und mindestens 5 Jahre verheiratet waren. Dies gilt bis zum Lebensende. Mehr oder weniger gilt dies auch für geschiedene Frauen.
      Für verwitwete Männer ist es deutlich schwerer eine Witwerrente zu erhalten. Verheiratete und geschiedene Männer, deren (geschiedene) Frau verstorben ist, erhalten nur eine Witwerrente, solange sie Kinder unter 18 Jahren haben.
      https://www.123-pensionierung.ch/de/ahv/witwenrente-witwerrente/

  3. Dr. Caligari Says:

    Für die Behauptung, dass Frauen soviel schlechter seien als Männer hätte ich gerne Belege. Dass 15-Jährige gegen Weltklassespielerinnen gewinnen könnte ein Einzelfall sein.

    Btw, Klar gibt es unterschiede zwischen Männern und Frauen in physischer HInsicht, will ich nicht leugnen.

    • Eloman Says:

      Ein gutes Beispiel wäre Steffi Graf. Die hat zwar über Jahre das Damen-Tennis dominiert, wäre aber bei den Herren nicht mal unter die ersten 100 gekommen.

    • max Says:

      Also gut:
      B Jugend Vfb Stuttgart (14-16J) – Deutsche Frauennationalmannschaft
      (3 mal 15 Min.)
      3 : 0

      Teltower FC (Landesliga)
      – Turbine Potsdam (Deutscher Meister Damen)
      10 : 3

      3. Seniorenmannschaft Fortuna Seppenrade –
      1. FC Köln (Damen) (Bundesliga)
      3 : 0

      U 16 Eintracht Frankfurt –
      DFB Elf (Damen)
      2 : 0 Torschütze beider Tore ein 13 Jähriger

      U 15 Newcastle Jets (Australien) – Australische Nationalmannschaft (Damen)
      7 : 0

      U15 Borussia Dortmund – DFB Elf (Damen)
      8 : 0

      Und so weiter, und so weiter…

      Beleg genug?

    • max Says:

      Und bevor ich es vergesse, noch ein Spiel, bei dem ich selber mitgespielt habe:
      Grasshoppers Zürich U 18 (Schweizermeister Junioren U 18) –
      Schweizer Fussballnationalmannschaft (Damen)
      13 : 0

      • arprin Says:

        Und bevor ich es vergesse, noch ein Spiel, bei dem ich selber mitgespielt habe

        Interessant, dass du bei der U-18 der Grasshoppers aktiv warst. Für eine Profi-Karriere hat’s aber wohl nicht gereicht?

      • max Says:

        Nein, für die Nationalliga A hätte es nicht gereicht, allenfalls fürs B. Das hat sich dann aber durch einen Unfall von selbst erledigt.

    • arprin Says:

      @Dr. Caligari:

      Eloman und Max haben Beispiele genannt. Ich denke, der Unterschied zwischen Männern und Frauen ist in fast allen Sportarten klar ersichtlich (spontan fällt mir nur der Reitsport als Beispiel ein, wo Frauen gleichwertige Leistungen bringen). Das sehen auch die Zuschauer und zahlen weniger für Frauensport als Männersport, auch wenn die Unterschiede in den Sportarten kleiner sind (beim Tennis z.B. verdienen Männer mehr als Frauen, aber nicht so viel mehr als im Fußball).

      • Eloman Says:

        Im Reitsport machen ja auch die Pferde die Hauptarbeit.

      • max Says:

        Eloman, das stimmt zwar, aber bist Du Dir sicher, dass Stuten nicht 30% schlechter bezahlt werden als Hengste?

    • max Says:

      Und noch was für Dr. Caligari: ich erachte es als unanständig, Belege zu fordern, die man sich im Internet mittels 20 Sekunden Recherche selber beschaffen hätte können.

  4. Olaf Says:

    Wenn Männer gegen Frauen spielen, gewinnen sie mit 20 zu Null. Männer sind also 20 mal besser und verdienen somit 20 mal so viel, das ist gerecht.

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