Gegen das Vergessen

Auch dieses Jahr gab es mal wieder die üblichen Demonstrationen und Krawallen vom 1. Mai. In Deutschland, wo keiner ein Problem damit hat, dass es die Nazis waren, die den 1. Mai zum Feiertag machten, ebensowenig mit den Flaggen von massenmordenden Unrechtsstaaten (Sowjetunion, DDR) und den Plakaten mit totalitären Denkern (Marx, Engels) und Massenmördern (Lenin), die immer wieder an diesem Tag von Demonstranten geschwungen werden. Das zeigt ein großes Defizit auf: Der Sozialismus ist, im Gegensatz zum Faschismus und Nationalsozialismus, politisch alles andere als verbrannt. Dem sollte man offensiv entgegentreten, und zwar am besten an diesem Feiertag. Ilya Somin macht dazu an diesem Tag immer wieder denselben Vorschlag: Der 1. Mai sollte zum Gedenktag für die Opfer des Sozialismus (bzw. Kommunismus) erklärt werden.

Es gäbe mehr als genug Anlässe:

Die Gedenkfeiern könnten so ablaufen: Um 15:00 Uhr wird eine Schweigeminute in öffentlichen Plätzen abgehalten, die den 100 Millionen Opfern des Sozialismus gewidmet ist. Im Fernsehen werden Filme gezeigt, die zu der Zeit der sozialistischen Diktaturen spielen. Im Bundestag werden Reden gehalten, die an das grausame Leben in den sozialistischen Diktaturen erinnern, und man pocht darauf, dass sich so etwas nie wiederholen darf, weshalb man Irrlehren wie die marxistische Arbeitswerttheorie, die Theorie vom Mehrwert und den Klassenkampf konsequent bekämpfen muss. Außerdem gehören sozialistische Symbole (z.B. Hammer und Sichel, Che Guevara-Shirts) in der Öffentlichkeit geächtet. Schließlich informieren NGOs und Menschenrechtsorganisationen die Menschen über die aktuelle Lage in Nordkorea und Venezuela und suchen mit anderen Gruppen nach Wegen, um den Menschen dort zu helfen.

Das Wichtigste ist, dass der Sozialismus wirklich als das kritisiert wird, was er ist. Es darf keine Entschuldigungen für die Verbrechen geben. Es waren keine „Missverständnisse“, nein, es war die Ideologie des Sozialismus, die die Opfer in den sozialistischen Diktaturen verursacht hat. Vor allem dem leider auch von Gegnern des Sozialismus oft gebrachte Satz „Der Sozialismus ist gut in der Theorie, aber er lässt sich leider nicht umsetzen, weil er nicht zur Natur des Menschen passt“ muss widersprochen werden. Dieser Satz ist fürchterlich, er ist das dümmste Argument gegen Sozialismus überhaupt. Er enthält drei grausame Lügen, die zur Verharmlosung und damit auch zur weiter anhaltenden Beliebtheit des Sozialismus beitragen, und die deshalb endlich korrigiert werden müssen. Gehen wir die drei Lügen kurz durch:

1. „Der Sozialismus ist gut in der Theorie, …“

Es kann durchaus Dinge geben, die in der Theorie gut sind, aber in der Wirklichkeit praktisch unmöglich sind. Nehmen wir z.B. die Utopie „Eine Gesellschaft ohne Mord.“ In der Praxis ist das kaum durchsetzbar. Trotzdem ist das kein Grund, es nicht zu versuchen, und zwar immer wieder, selbst wenn es nie völlig funktioniert. Je näher man dem Ziel herankommt, desto besser. Dasselbe gilt für Utopien wie „Eine Gesellschaft ohne Betrug“ oder auch „Eine Gesellschaft ohne Drogensucht.“ Der Unterschied zum Sozialismus ist, dass der Sozialismus auch in der Theorie keine schöne Utopie ist.

Das Endziel des Sozialismus ist eine Gesellschaft, die eine totalitäre Diktatur ist. Eine „Diktatur des Proletariats“, in der die gesamte Wirtschaft des Landes vom Staat kontrolliert wird und jede nicht-staatliche Initiative folglich unterdrückt werden muss. Es ist kein Wunder, dass dann fast immer auch die Unterdrückung von bürgerlichen Freiheiten folgt, wie derzeit die Entwicklung in Venezuela zeigt. Der Sozialismus ist nicht gut in der Theorie, er ist in der Theorie genauso barbarisch wie der Faschismus und Nationalsozialismus. Es wird Zeit, das laut auszusprechen.

2. „.. aber er lässt sich leider nicht umsetzen, …“

Man stelle sich vor, jemand würde sagen „Der Nationalsozialismus wurde nie richtig umgesetzt: Die Nazis sagten, nicht-arische Rassen seien minderwertig, aber sei selbst haben mit den Japanern, mit den Palästinensern und von 1939 bis 1941 mit der Sowjetunion kooperiert. Das hätten sie nicht getan, wenn sie wirklich an die Minderwertigkeit von Nicht-Ariern geglaubt hätten.“ Jeder würde das als Unsinn entlarven. Es mag zwar sein, dass die Nazis nicht immer konsequent waren, aber ihre Ideologie haben sie durchaus ernst genommen, und diese Ideologie war verantwortlich für ihre Verbrechen. Dasselbe gilt für die Sozialisten. Auch sie waren nicht immer konsequent – nicht wenige kommunistische Parteiführer häuften große Reichtümer an – aber ihre Ideologie haben sie durchaus ernst genommen, und diese Ideologie war verantwortlich für ihre Verbrechen.

Der Sozialismus wurde also umgesetzt, und das mehrfach, im Ostblock, China, Nordkorea, Kuba: Überall kamen Sozialisten an die Macht und verstaatlichten alle Produktionsmittel und führten Preis- und Lohnkontrollen ein. Das hat zu der Massenarmut in den Ländern geführt. Die Korruption der Herrschenden war schlimm, keine Frage, aber nicht die Hauptursache für das Elend in den Ländern. Es ist tragisch, dass so viele Menschen mehr über die Korruption der kommunistischen Parteiführer empört waren als über die Verstaatlichung aller Produktionsmittel. Auch aktuell sagen viele über Venezuela „Das Problem ist nicht der Sozialismus, das interessiert die gar nicht, das Problem ist die Korruption.“ Es gibt in vielen Ländern viel Korruption, aber sie führt nicht immer zu Massenarmut und Hungersnöten. Um ein Land wirtschaftlich zusammenbrechen zu lassen, reicht Korruption allein nicht aus – dazu braucht es Sozialismus.

3. „… weil er nicht zur Natur des Menschen passt.“

Wenn der Sozialismus nicht zur Natur des Menschen passen würde, dann würde er nicht immer wiederkommen. Der Sozialismus passt zu gut in die menschliche Natur: Der Neid auf die Menschen, denen es besser geht als man selbst. Der Wunsch, diese Bessergestellten auszurauben, und das Ganze zu rationalisieren („Er hat sein Wohlstand gestohlen, wir enteignen die Enteigner!“). Aber auch der grausame Irrglaube, man könne eine Volkswirtschaft so führen wie eine Familie. In der Familie teilt man ja alles, ohne finanzielle Entschädigung, und es funktioniert. Wieso sollte es dann nicht für das ganze Land funktionieren?

Selbst das unvermeidliche Scheitern aller sozialistischen Experimente hält die Menschen nicht davon ab, weiter am Sozialismus zu glauben. Und so schnell wird sich das nicht ändern. Denn es gibt eben auch immer Leute, die auf der Auszahler-Seite stehen. Für diese Leute lohnt sich Sozialismus. Der menschliche Egoismus ist also kein Schutzschild gegen den Sozialismus. Anstatt auf die menschliche Natur zu vertrauen, sollte man Selbstverzicht predigen: Der moralische Imperativ, dass kein Mensch das Recht hat, andere Menschen zu enteignen. Es dürfte lange dauern, bis die Mehrheit der Menschen das so sieht.

Richtigerweise sollte es also heißen:

„Der Sozialismus ist barbarisch in der Theorie, aber er lässt sich leider umsetzen, weil er zu gut zur Natur des Menschen passt.“

In einem Gedenktag für die Opfer des Sozialismus sollte das klargestellt werden. Und dann zünden wir Kerzen an für die Menschen in Venezuela.

12 Antworten to “Gegen das Vergessen”

  1. Thomas Holm Says:

    Waren blöd, die Roten.

    Sog. Ursprüngliche Akkumulation ist Sache des Kapital.
    Haben sie diesem als ”Aufbau des … ” you name it, abgeknöpft.

    Daher klappt bei den Opfern die deutsche Erinnerungskultur kaum.

    Dreist war, Ludendorffs Wumba als Gosplan zu weiterzufahren.

    Übrig blieb eine Fanprojekt-Ruine zur Randgruppen-Bespassung.

    • Olaf Says:

      Der Linksradikalismus ist in der BRD deshalb so beliebt und dominant, weil er staatlich finanziert wird und legal ist.
      Wäre der Staat neutral, wie in der Weimarer Republik, würden die Saal- und Straßenschlachten von den Rechten dominiert und gewonnen. Die Linken verstecken sich immer hinter den „Bullen“, wenn sie gegen „Nazis kämpfen“. Die linken Beta-Männchen und Weibchen wissen garnicht was Kämpfen ist, deshalb werden sie als Steigbügelhalter der Islamisten von diesen auch ganz schnell gekilllt werden.

  2. Thomas Holm Says:

    Übrig blieb eine Fanprojekt-Ruine zur Randgruppen-Bespassung II.

    Schafft zwei, drei, viele Müllhaufen der Geschichte. Multi bunte!

  3. Caligari Says:

    Zwei, Drei kleine Anmerkungen:
    1.) Man muss zwischen Sozialismus und Kommunismus unterscheiden.
    In der politischen Praxis spielt das keine Rolle, weil Marx fast einhellig als Stammvater oder doch sehr bedeutender Theoretiker von den Linken anerkannt wird; in einer theoretischen Debatte dagegen sollte man die Fairness haben, nicht-marxistische Varianten des S. eigens zu behandeln.
    Im Großen und Ganzen bleiben dann bei den Sozialisten nur ein Paar Anarchos und Schwärmer übrig…
    2.) Wer die Auffassung vertritt, dass der Marxismus doch eine gute Idee sei, nur die Umsetzung ist falsch, der hat eigentlich Marx nicht korrekt verstanden. Das ist für einen Marx-Ablehner veilleicht okay, für seine Anhänger dagegen erbärmlich.
    Marx grenzt seinen „wissenschaftlichen Sozialismus“ gegen den „utopischen Sozialismus“ grade dadurch ab, dass er durch ökonimische Studien und hegelianische Geschichtsphilosophie im Stande sei, quasi den naturgesetzlichen Lauf der Geschichte zu bestimmen.
    Das ist Marx grundauffassung. 90% der Philosophen, Theoretiker usw. usf., die sich auf Marx berufen und das nicht teilen, hätten die schärfste Kritik von Marx selbst gefunden. Er hätte sich über diese Leute nur amüsiert.
    Nach Marx’scher Auffassung widerspricht der Kommunismusn also nicht nur _nicht_ der Natur des Menschen, er ist sogar der Endpunkt der historischen Entfaltung des Menschen.
    3.) Man kann natürlich schon darüber streiten, ob die heutigen Marxisten denn überhaupt in Marx Sinne handelten. Marx ging bei seinem Kommunismus wohl von einem entwickelten Industriestaat aus, während die frühe Sowjetunion, Rot-China usw.usf. zumeist Entwicklungsländer waren, bevor das Experiment startete.

    • Carl Eugen Says:

      Das Problem des marxschen „Wissenschaftsanspruchs“, abgesehen vom Ökonomischen, besteht aber vor allem darin, daß man Hegel nicht vom Kopf auf die Füße stellen kann; denn das würde bedeuten, daß man auch mit den Füßen denken müßte. Die dialektische Abfolge historischer Gestaslten im Bewußtsein der Freiheit, wie Hegel sie in seiner Geschichtsphilosophie konzipiert, ist in ihrer Notwendigkeit in der Hegelschen Logik begründet. Kaum einer von denen, die sich nur um Marx willen mit Hegel beschäftigen, liest (geschweige denn versteht) aber die „Wissenschaft der Logik“ (1812/13/16), Hegels Hauptwerk. Die dialektische Methode verlangt zwingend die idealistische Philosophie, sie ist nicht auf eine materialistische Konzeption übertragbar, bzw. sie wird dann völlig willkürlich, kann also keinen Anspruch mehr auf Wissenschaftlichkeit geltend machen.

      • Dr. Caligari Says:

        Zitat:
        „Das Problem des marxschen ‚Wissenschaftsanspruchs‘, abgesehen vom Ökonomischen, besteht aber vor allem darin, daß man Hegel nicht vom Kopf auf die Füße stellen kann“

        Über Marx als Ökonom, Marx als Philosoph, Marx als Politiker und Journalist ist in den letzten Jahrzehnten unendlich viel geschrieben worden.

        Dass Hegel in seiner Philosophie wesentlich von einem Idealismus ausgeht und in der schnöden Materie die Dialektik nur schwer gefunden werden kann, ist eine Auffassung die ich teile. Engels bietet allerdings Beispiele für die Dialektik in der Natur, nur wirken die bemüht und Dogmatisch.
        Selbst die idealistische Auslegung der Wirklichkeit (Alles ist Geist) erscheint glaubwürdiger als das.

        Zitat:
        „Kaum einer von denen, die sich nur um Marx willen mit Hegel beschäftigen, liest (geschweige denn versteht) aber die ‚Wissenschaft der Logik‘ (1812/13/16), Hegels Hauptwerk.“

        Mal unter uns Pfarrerstöchtern: Hegel ist aber auch schwer zu lesen. Und er ist zum Teil Metaphysiker, was heute allgemein eine schweren Stand hat.

        P.S.: Ebenso wertvoll für Marx wie Hegel und der deutsche Idealismus, war mE Ricardo und die englischen Ökonomen der Aufklärungszeit. Nur scheinen das die Linken sogar noch viel mehr aufzulehnen.
        P.P.S.: Ich glaube übrigens auch, dass die sog. „Rechtshegelianer“, z. B. die Ritterschule, als Auslegung mehr Plausibilität besitzen als die Marxisten. Nur hat der Marxismus sich über die ganze Welt verbreiten können und hatte und hat teilweise den Status einer Art „Staatskirche“. Dagegen haben die Ideen Hegels sich selbst um die Welt verbreitet.

        Persönlich gesagt: Hoffe, wir sprechen uns noch. 🙂

  4. Thomas Holm Says:

    Marx hatte in den Grundrissen bereits den Verdacht geäußert, dass es für einen „Proletarischen Moment“ in der Geschichte schon zu spät sein könnte:

    „die Maschine, die für den Arbeiter Geschick und Kraft besitzt, ist
    selbst der Virtuose“ (MEW 42, S. 593)

    Damit ist jeder Vorstellung von einem Revolutionären Subjekt als kollektivem Träger einer Transformation der Produktion von gesellschaftlichem Reichtum in verantwortlicher Weise: der Boden entzogen. 1859 nach Besuchen von Technikausstellungen verfasst und im „Kapital“ danach nicht mehr thematisch erreicht.

    Erstmals veröffentlicht von Moskau 1939 unter Gültigkeit von Hitler-Stalin Pakt. Sinn und Zweck dieser depressiven Veröffentlichung?

    Gute Frage, nicht wahr?

    Vielleicht um den Nazis zu signalisieren, dass Stalin klar ist, dass es keinen (marxistischen) Sinn mehr macht, in Großdeutschland, oder sonstwo das arische, oder sonstige Proletariat noch mal von links anzubaggern.

  5. Karl Says:

    Netter Artikel. Es ist sicher ein löbliches Unterfangen auf die Opfer von Diktaturen sozialistischer Ausprägung hinzuweisen. Etwas befremdlich für einen Liberalen (ich vermute du siehst Dich immer noch als solcher) ist allerdings, dass Du den Staat dafür in Haftung nehmen willst.
    Warum kann das nicht besser eine private Initiative machen?
    Und nachdem dieser Erinnerungstag voll etabliert ist, könnte man sich um einen weiteren Tag bemühen, am dem der Opfer liberaler Regierungen gedacht wird, gern dann auch mit roten Fahnen.

    Karl

    • arprin Says:

      Wendelin,

      der Feiertag soll natürlich kein gesetzlicher Feiertag sein. Wer ihn nicht begehen will, muss nicht, und er muss sich auch nicht frei nehmen.

  6. Stefan Wehmeier Says:

    „Es gibt nur eine Ausflucht vor der Arbeit: Andere für sich arbeiten zu lassen.“

    Immanuel Kant (1724-1804)

    Ein Moralist muss den durch die Erpressungsmöglichkeit des herkömmlichen Geldes erzeugten Gegensatz von Eigennutz und Gemeinnutz in der Gesellschaft als gegeben und unveränderbar hinnehmen, um überhaupt Moralist oder Moralverkäufer sein zu können. Die verkaufte Moral soll dann dazu dienen, den Gegensatz für alle erträglicher zu machen, unabhängig davon, ob man die Moral nun Ethik nennt. Als Moralist übersah Kant die entscheidende Frage für das menschliche Zusammenleben: Was ist die Ursache für den Gegensatz von Eigennutz und Gemeinnutz und wie ist dieser Gegensatz zu überwinden? Nur eine Gesellschaft, die den bestehenden Gegensatz ebenfalls als unveränderbar ansieht, kann Kant als den „bedeutendsten Philosophen der Aufklärung“ bezeichnen.

    Adam Smith (1723-1790), ebenfalls Moralist, formulierte die Lösung des Problems: Wenn jeder nur sein eigenes Interesse verfolgt, befördert er das Gesamtinteresse der Gesellschaft am wirkungsvollsten, unter der Voraussetzung, dass der marktwirtschaftliche Wettbewerb frei bzw. uneingeschränkt ist. Die „unsichtbare Hand des Marktes“ sorgt für das bestmögliche Gemeinwohl, wenn sich nur der Staat mit weiteren Vorschriften oder Reglementierungen aus der Wirtschaft heraushält. Diesen Denkfehler machen die Liberalen bis heute, sodass sie immer wieder von der rückwärtsgewandten Ideologie des Sozialismus überrollt werden, die notwendigerweise im Totalitarismus endet:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/irrtumer-des-marxismus.html

    Die „unsichtbare Hand des Marktes“ gibt es wirklich und sie sorgt weit wirkungsvoller für ausgleichende Gerechtigkeit, als der „liebe Staat“ es jemals könnte. Aber es gibt noch eine zweite „unsichtbare Hand“, die seit jeher den marktwirtschaftlichen Wettbewerb einschränkt, die es den Besitzenden ermöglicht, sich auf Kosten der Mehrarbeit vieler Besitzloser zu bereichern, und die die Eingriffe des Staates in die Wirtschaft überhaupt erst provoziert:

    https://www.deweles.de/cancel-program-genesis.html?file=files/_theme/pdf/mathematik.pdf

    Die Erpressungsmöglichkeit des herkömmlichen Geldes ist so alt wie das Geld selbst, das in den Anfängen der Arbeitsteilung noch nicht verstanden wurde. Die Erpressungsmöglichkeit als solche wurde zwar früh erkannt, man wusste aber noch nicht, wie sie zu beheben ist. Also wurde der halbwegs zivilisierten Menschheit ein allgemeines „Unrechtsbewusstsein“ eingepflanzt, um erst einmal in die Geldwirtschaft hineinzukommen, damit eines fernen Tages der Fehler im Geld verstanden und behoben würde. Wenn es gelingt, die zweite „unsichtbare Hand“ unschädlich zu machen, ist die Äquivalenz von Eigennutz und Gemeinnutz bei einem Höchstmaß an individueller Freiheit gesichert und alle traditionellen Moralvorstellungen verlieren ihre Bedeutung!

    Noch ohne Kenntnis der makroökonomischen Grundlage beschrieb der Philosoph Friedrich Nietzsche (1844-1900) den von jeder traditionellen Moral befreiten Menschen in seinem Werk „Also sprach Zarathustra“. Nietzsches „Übermensch“ ist der Kulturmensch in einer freien Gesellschaft, in der der bisherige Gegensatz von Eigennutz und Gemeinnutz und somit auch die naiven Kategorien „gut“ und „böse“ aufgehoben sind. Als Hindernis für die Entwicklung des Menschen zum Übermenschen erkannte Nietzsche die Religion. „Gott ist tot“ muss jedoch solange ein Postulat bleiben, bis die dafür erforderliche makroökonomische Grundlage explizit beschrieben und der „liebe Gott“ erklärt und damit wegerklärt ist:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2016/10/gesetze-der-zukunft.html

    • Dr. Caligari Says:

      Verehrter Herr Wehmeier,

      das, was Sie hier als „Moralverkäufer“ zu bezeichnen pflegen, das ist in meinen Augen ein sittlich weit überlegene Person.

      Der Moralist oder Ethiker wie Kant ist im Grunde ein Philosoph. Das bedeutet eine Person, die versucht durch Argumente von seinem Standpunkt zu überzeugen. Diese Argumente können falsch sein oder sogar sinnlos oder irrelevant, doch wenigstens argumentiert der Philosoph.

      Der große Unterschied ist: Wenn etwas dran ist an der Theorie des Rationalismus, dann hat jemand, der durch seine Argumente überzeugt, auch recht, während Gewalt im Grunde die Wahrheit genauso stützen kann wie die Lüge. Ebenso kann Werbung natürlich in Form von Propaganda genauso für die Wahrheit eingesetzt werden wir für die Lüge.

      Deshalb würde ich bei einem Moralisten niemals von einem „Moralverkäufer“ sprechen.

  7. Olaf Says:

    N.-Sozialismus und Rot-Sozialismus klingen nicht nur gleich. Wobei der real-existierende Rot-Sozialismus den Völkermord am eigenen Volke propagiert, das ist neu und ein BRD-Patent. Im Vergleich zu den BRD-Blockparteien war Honeckers SED eine vaterländische Kuscheltruppe.

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