Fünf vor Le Pen?

Der Nicht-Le Pen-Kandidat

Die Nachrichtenlage vom 8. Mai war: Paris ist aufgewacht, und es gibt keine brennenden Autos, geplünderte Läden oder blockierte Straßen. Damit ist klar: Die Linken sind mit dem Wahlergebnis zufrieden, der Kandidat der Rechten hat nicht gewonnen. Wenn man bedenkt, was Le Pens Programm war, ist das diesmal tatsächlich eine gute Nachricht. Nun stellt sich aber die Frage, ob Le Pen dauerhaft oder nur für die nächsten Jahre verhindert wurde. Aus strategischen Gründen müsste Le Pen eigentlich hoffen, dass es in den nächsten fünf Jahren in Frankreich mehr Terror und Arbeitslosigkeit gibt, andernfalls gehen ihr die Gründe aus, um sich als letzte Rettung darzustellen. Wird Macron ihr das liefern? Oder wird Macron eine Wende in Frankreich schaffen?

Die Lösungen, die es für die großen Krisen in Frankreich braucht, sind bekannt. Sie stammen aus Großbritannien und Israel. Es braucht in der Wirtschaft das „neoliberale“ Programm von Steuersenkungen und Deregulierungen, mit dem Thatcher ihr Land nach Jahrzehnten von Stagnation wieder auf die Beine brachte, und in der Terrorbekämpfung zumindest temporär eine massive Sicherung von öffentlichen Plätzen durch Polizei und Armee sowie eine effiziente Überwachung und Bestrafung von Gefährdern, mit der Israel die im Vergleich zu Frankreich noch viel höhere Terrorgefahr in seinem Land eindämmte. Der zweite Punkt wäre durch eine bessere Einwanderungs- und Integrationspolitik in der Vergangenheit natürlich gar nicht notwendig gewesen, aber die Banlieues sind jetzt da und werden nicht so schnell verschwinden.

Aber es ist fraglich, ob Macron diese Lösungen umsetzen wird. Ich habe bis jetzt kaum einen Politiker gesehen, der für so wenig steht wie Macron. Er gibt praktisch damit an, kein Programm zu haben, und nur mit Allgemeinplätzen wie „Aufbruch“ und „Europa“(wobei er unter Europa immer nur EU-Zentralismus versteht) zu kommen. Immerhin hat er unter Hollande als Wirtschaftsminister einige liberale Reformen durchgeführt und weitere versucht und früher für die von Antisemiten so verhassten Rothschilds gearbeitet, damit hat er bei mir Sympathiepunkte. Doch die Lösungen für Frankreichs Probleme werden womöglich aus einem Grund, der wenig mit Macron zu tun hat, keine Chance auf Umsetzung haben: Frankreich ist Frankreich.

Wäre es anders, hätten die Franzosen schon lange die Gewerkschaften aus ihren Posten herausgeprügelt. Sie stehen auf Sozialismus und haben einen tiefen Hass auf die freie Marktwirtschaft. Ich nehme an, dass die Gewerkschaften selbst dann, wenn der IS Anschläge auf alle öffentlichen Plätze angekündigt hätte, zu Millionen in den Straßen streiken würden, um Thatcher-ähnliche Reformen zu verhindern. Schon kleinere Reformen könnten sie mit brachialer Gewalt torpedieren. Das Ergebnis wären fünf weitere Jahre voller Stagnation, und am Ende hieße es dann wieder: Le Pen oder der andere. Möglicherweise würden die Franzosen sich treu bleiben und wieder für Nicht-Le Pen stimmen. Aber vielleicht ist Le Pen 2022 tatsächlich am Ziel.

Aus diesem Grund muss man auf eine kleine Revolution unter Macron hoffen, denn Le Pens Lösungsvorschläge stammen aus Venezuela und Russland, und sie sind das Rezept für Staatsbankrott und Bürgerkrieg. Sie will einen noch größeren Sozialstaat, keine Liberalisierung des Arbeitsmarkts und die Einführung von protektionistischen Maßnahmen. Gegen den Terror will sie Sicherheitskräfte in die Banlieues schicken, um diese zu „säubern“, was wahrscheinlich eine Gegenreaktion provozieren würde, die alles schlimmer macht. Le Pen ist nicht verantwortlich für die gescheiterte Einwanderungs- und Integrationspolitik der letzten Jahrzehnte – aber wenn man ein Problem erbt, sollte man es nicht schlimmer machen. Man wirft kein Benzin in ein brennendes Haus, man füttert keinen angreifenden Bären, und ebensowenig bekämpft man die Radikalisierung von Muslimen, indem man selbst einen Krieg gegen die Banlieues startet.

Wenn jetzt nicht die Wende kommt und der Terror und die Arbeitslosigkeit erfolgreich bekämpft werden, könnte Frankreich also 2022 von einer weiblichen Mischung aus Chavez und Putin übernommen werden, oder es könnten andere Extremisten wie Melenchon eine neue Chance bekommen, deren Zerstörungspotenzial genauso groß ist wie das von Le Pen. Es werden auf jeden Fall fünf spannende Jahre werden, die über die Zukunft Europas entscheiden werden. Macron muss sich für richtigen Reformen entscheiden und – was der schwierigere Punkt ist – einen Weg finden, sie auch umzusetzen. Von meiner Seite aus kann ich Macron nur wünschen: Make France great again!

24 Antworten to “Fünf vor Le Pen?”

  1. besucher Says:

    Das heißt Thatchers Reformen sind das letzte Allheilmittel gegen rechte und linke Chaoten. Chapeau!
    Neoliberalismus als letzte Rettung vor dem Weltuntergang.
    Leider gibt es da einen kleinen Denkfehler:
    Deiner Logik nach hätte es demzufolge gar keinen Brexit geben dürfen. Letztendlich haben die Briten genau das gemacht was mit einer Le Pen drohen würde.

    • arprin Says:

      Der Brexit ist überhaupt kein Problem.
      Und wer nicht sieht, dass die zu hohen Steuern und Regulierungen im Arbeitsmarkt Frankreichs großes wirtschaftliches Problem sind, der wird es wohl auch nicht mehr tun.

      • besucher Says:

        Den Punkt dass die Thatcher-Reformen anscheinend zu keine paradiesischen Zuständen in UK geführt haben lässt Du geflissentlich beiseite.

      • arprin Says:

        Paradiesische Zustände gibt es nur im Paradies. Den Briten geht es nur viel besser als zuvor.
        Und was hat das damit zu tun, dass Frankreich dringend liberale Reformen braucht?

      • besucher Says:

        Woran machst Du das fest das es den Briten besser geht? Schottland und Nordirland profitieren von der EU.
        Anscheinend haben die Briten ein Problem mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit, ansonsten hätten sie nicht für den Brexit gestimmt.

        Desweiteren: Was verstehst Du unter liberalen Reformen? Liberale Reformen für die Arbeitgeber oder auch welche für die Arbeitnehmer?
        Merke:
        Arbeitszeitverlängerung und niedrigere Löhne führen nicht automatisch zu Wirtschaftswachstum. Irgendwer muss auch noch die Zeit und das Geld haben um die Produkte zu konsumieren die hergestellt werden.
        Das Billiglöhnerland Deutschland sollte kein Beispiel für Europa sein.

      • arprin Says:

        Woran machst Du das fest das es den Briten besser geht?

        Aufgrund der wirtschaftlichen Indikatoren, was denn sonst?

        Schottland und Nordirland profitieren von der EU.

        Wie kommst du darauf?

        Anscheinend haben die Briten ein Problem mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit, ansonsten hätten sie nicht für den Brexit gestimmt.

        Die Polen in UK sind kein Problem, ich war nicht deswegen für den Brexit. Aber das hat doch nichts mit dem Thema hier zu tun, also Thatchers Reformen und warum es Frankreich so schlecht geht.

        Desweiteren: Was verstehst Du unter liberalen Reformen? Liberale Reformen für die Arbeitgeber oder auch welche für die Arbeitnehmer?

        Es geht doch nicht um Klientelpolitik, liberale Reformen sind liberale Reformen. Es gibt keine liberale Reformen „für die Arbeitgeber“ oder „für die Arbeitnehmer“.

        Arbeitszeitverlängerung und niedrigere Löhne führen nicht automatisch zu Wirtschaftswachstum.

        In der Tat, es ist sogar andersherum: Wachstum führt in der Regel zu Arbeitszeitverkürzung und höheren Löhnen. Die Arbeitszeiten waren früher viel höher und die (Real-)Löhne viel niedriger. Das Problem mit Frankreich ist das sie mit ihrer Arbeit auch einen gigantischen Sozialstaat finanzieren müssen. Mit mit ihrer derzeitigen Produktivität ist eine 35-Stunden-Woche dafür zu wenig.

        Irgendwer muss auch noch die Zeit und das Geld haben um die Produkte zu konsumieren die hergestellt werden.

        Um Produkte zu konsumieren, müssen die besagten Produkte zuerst produziert werden. „Zu wenig Konsum“ ist doch nie ein Problem.

        Das Billiglöhnerland Deutschland sollte kein Beispiel für Europa sein.

        Doch, Frankreich und die PIGS (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien) müssen sich dringend ein Beispiel an Deutschland nehmen.

      • besucher Says:

        das heißt wir könnten ohne Probleme eine 35-Stunden-Woche einführen weil die Produktivität so hoch ist und die Löhne vergleichsweise moderat. Der Meinung bin ich auch.

        Btw. Nordirland und Schottland profitieren von der EU-Strukturförderung, deswegen haben sie auch mehrheitlich gegen den Brexit gestimmt.

        Ob Du dafür oder dagegen bist ist nicht das Thema.

        An welchem Deutschland sollen sie sich ein Beispiel nehmen?
        An dem Deutschland mit dem gigantischen Investitionsstau und der kaputten Brücken und Eisenbahnlinien?

      • arprin Says:

        das heißt wir könnten ohne Probleme eine 35-Stunden-Woche einführen weil die Produktivität so hoch ist und die Löhne vergleichsweise moderat. Der Meinung bin ich auch.

        Können wir natürlich nicht, denn mit weniger Arbeitszeit sinkt die Produktivität und damit der Wohlstand, also Reallöhne und Renten. Das wäre ein Desaster, wir würden enden wie Frankreich.

        Btw. Nordirland und Schottland profitieren von der EU-Strukturförderung, deswegen haben sie auch mehrheitlich gegen den Brexit gestimmt.

        Subventionen sind immer schädlich. Und selbst wenn sie gut wären, ist UK doch ein Nettozahler in der EU gewesen, d.h., ohne die EU hätten sie jetzt mehr Geld um sie für Subventionen zu verschwenden (wenn sie dumm genug sind).

        An welchem Deutschland sollen sie sich ein Beispiel nehmen?

        An dem mit niedrigeren Abgaben und Regulierungen als in Frankreich.

        An dem Deutschland mit dem gigantischen Investitionsstau und der kaputten Brücken und Eisenbahnlinien?

        Nein, wie gesagt: An dem mit niedrigeren Abgaben und Regulierungen als in Frankreich.
        Wenn du im Gegensatz Frankreich für ein Vorbild hältst, nur zu. Hohe Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung sind aber eher nicht als vorbildlich anzusehen.

      • Dr. Caligari Says:

        Doch der Brexit ist ein Problem. Wenn auch aus anderen Gründen als die, die unsere EU-Patrioten immer anführen…

        @besucher

        Anscheinend haben die Briten ein Problem mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit, ansonsten hätten sie nicht für den Brexit gestimmt.

        Nun, ich kann psychologisch durchaus nachvollziehen, dass es für einen Arbeiter suboptimal ist, wenn er mehr Konkurrenz bekommt.

        Und es stimmt ja: Viele Osteuropäer sind nach Großbritannien (und Holland!) gegangen, um dort für einige Jahre zu arbeiten. Die Löhne sind höher, der Arbeitsmarkt vergleichsweise liberal und Englisch als Sprache weit verbreitet.
        Man bescheidet sich für einige Jahre auf ein etwas weniger konfortables Leben im Königreich, schickt aber höhere Geldbeträge nach Hause, mit denen man dort richtig wirtschaften kann.

        Der britische Arbeiter hat den strukturellen Nachteil, dass er kein Land hat, in das er für einige Jahre Arbeiten gehen kann, um dort viel mehr Geld zu bekommen.
        Das ist nicht fair für ihn. Aber es ist auch nicht fair, dass die Osteuropäer eine zerstörte Wirtschaft als Folge des Sozialismus geerbt haben, mit der sie bis heute leben müssen.

        Irgendwer muss auch noch die Zeit und das Geld haben um die Produkte zu konsumieren die hergestellt werden.

        Der kann aber auch im Ausland sein.

        @arprin

        Doch, Frankreich und die PIGS (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien) müssen sich dringend ein Beispiel an Deutschland nehmen.

        Das werden sie natürlich nicht tun.

        Ganz im Gegenteil!
        In der neuen EU post Brexit werden Frankreich und die PIGS den Ton angeben. Die liberalen Staaten wie Holland etc. sind in der Minderheit. Klar besteht noch das Problem, dass die wirtschaftlichen u. politischen Vorstellungen z. B. von Skandinavien und Griechenland ganz andere sind. Aber das wird sich niemals ändern.

        Macron ist für Eurobonds – viele Linke in Deutschland auch – , er ist für mehr europäische Integration usw.
        Selbst wenn die Konservativen in Deutschland die bestimmtende Macht werden (FDP ist ja nicht mehr der Rede Wert und AfD hat zum Glück keine realistischen Chancen) und die roten Genossen (SPD) aus der Regierung ausscheiden: Deutschland wird es extrem schwer haben, sich mit seiner Politik durchzusetzen. Schlimmstenfalls droht eine Isolation.

  2. besucher Says:

    Können wir natürlich nicht, denn mit weniger Arbeitszeit sinkt die Produktivität und damit der Wohlstand, also Reallöhne und Renten. Das wäre ein Desaster, wir würden enden wie Frankreich.

    Das heißt im Umkehrschluss wenn wir 60 Stunden die Woche arbeiten würden dann würde es uns noch viel besser gehen in Bezug auf Produktivität, Wohlstand, Reallöhne und Renten.

    • arprin Says:

      Das heißt im Umkehrschluss wenn wir 60 Stunden die Woche arbeiten würden dann würde es uns noch viel besser gehen in Bezug auf Produktivität, Wohlstand, Reallöhne und Renten.

      Das müssen wir nicht, die derzeitigen Arbeitszeiten sind in Ordnung, um den Wohlstand zu halten. Weniger wären nur möglich, wenn wir den Sozialstaat verkleinern würden und mehr Regulierungen abschaffen würden, denn durch Ersteres hätten wir bei weniger Arbeit genausoviel Netto und durch Zweiteres mehr Innovationen, die für Produktivitätssteigerungen sorgen würden, die die Arbeitszeiten verkleinern.

      Wenn du glaubst, dass durch den Staat verordnete weniger Arbeitszeit mehr Wohlstand schafft – losgekoppelt von den Abgaben für den Sozialstaat und von der Entwicklung der Produktivität – wärst du dann auch für eine 30-Stunden-Woche oder eine 20-Stunden-Woche? Das müsste ja gemäß deiner Logik den Wohlstand explodieren lassen.

      • besucher Says:

        wie kommst Du darauf dass es durch den Staat verordnet sein muss?
        Das sollen die Sozialpartner unter sich ausmachen. Dafür bräuchte es natürlich starke Gewerkschaften.
        Ich bin mir sehr sicher dass aufgrund des Produktivitätszuwachses, der technologischen Innovation es locker möglich wäre eine 35-Stunden-Woche als Maßstab zu nehmen. Arbeitsplätze gäbe es dafür auch genug.

      • arprin Says:

        wie kommst Du darauf dass es durch den Staat verordnet sein muss?

        Muss es nicht, deswegen bin ich ja für massive Deregulierungen.

        Das sollen die Sozialpartner unter sich ausmachen. Dafür bräuchte es natürlich starke Gewerkschaften.

        Bedeutet für dich „starke Gewerkschaften“ staatlich privelegierte Gewerkschaften, die ihre „Errungenschaften“ allen anderen aufdrücken, auch die, die nicht Mitglied ihrer Gewerkschaft sind?

        Ich bin mir sehr sicher dass aufgrund des Produktivitätszuwachses, der technologischen Innovation es locker möglich wäre eine 35-Stunden-Woche als Maßstab zu nehmen.

        Wenn dir der derzeitige Zustand Frankreichs gefällt …

      • besucher Says:

        Ich weiß nicht so recht was Du mit Deregulierungen meinst.
        Der Staat ist dazu da geltendes Recht durchzusetzen und die Vertrags- und Organisationsfreiheit der Bürger zu garantieren. Staatlich priviligierte Einheitsgewerkschaften sind abzulehnen, kleinere schlagkräftigere Gewerkschaften (siehe Thema Deutsche Bahn) sind der Maßstab.

        Ich bin mir sehr sicher dass aufgrund des Produktivitätszuwachses, der technologischen Innovation es locker möglich wäre eine 35-Stunden-Woche als Maßstab zu nehmen.
        Wenn dir der derzeitige Zustand Frankreichs gefällt …

        Wie stellst Du Dir das eigentlich vor wenn die fortschreitende Automatisierung immer mehr Arbeit überflüssig macht?
        Eigentlich müsste man das ganze Steuerkonzept überarbeiten (Stichwort Maschinensteuer etc.) um der Entwicklung Herr zu werden.

      • arprin Says:

        Ich weiß nicht so recht was Du mit Deregulierungen meinst.

        Ganz einfach: Wenn es keine staatliche Regulierung gibt.

        Wie stellst Du Dir das eigentlich vor wenn die fortschreitende Automatisierung immer mehr Arbeit überflüssig macht?
        Eigentlich müsste man das ganze Steuerkonzept überarbeiten (Stichwort Maschinensteuer etc.) um der Entwicklung Herr zu werden.

        Die zukünftige Automatisierung wird nicht anders sein als die vergangenen. Es müssen keine neuen Konzepte her, und schon gar keine Maschinensteuer oder ein BGE.

      • besucher Says:

        Ich befürchte Du hast von technologischer Entwicklung und den Debatten die daraus erfolgen, nicht wirklich ne Ahnung. Ist aber auch nicht verwunderlich bei jemandem dessen wirtschaftspolitische Konzepte in den 60ern 70ern stehen geblieben sind.

  3. salamshalom Says:


    Ist das echt? :-))

  4. Dr. Caligari Says:

    Damit ist klar: Die Linken sind mit dem Wahlergebnis zufrieden, der Kandidat der Rechten hat nicht gewonnen.

    Nein, es ist etwas ganz anderes und für die Geschichte Frankreichs hochsignifikantes passiert: Die Linken haben den republikanischen Konsens verlassen und ihn damit dauerhaft in Frage gestellt.
    Es ist ja nicht das erste Mal, dass ein Le Pen im Halbfinale^W letzten Wahlgang steht. Ja, ein kluger politischer Kommentator hat sogar angemerkt, dass der alte Le Pen sogar um einiges schlimmer war als seine Erbin.

    Was aber anders war: Damals gab es einen Konsens von den ultrakonservativen Katholiken über bürgerlich-moderate Kreise, Modelinke bis hin zu den Rändern der Sozialisten, dass man eine Herrschaft Le Pens verhindern wollte.

    Dieser Konsens galt nur mit Einschränkgungen auch gegenüber den linken Rand, einige Marx-Anhänger waren willkommener als andere.
    Aber es existierte ein Konsens, die Republik zu erhalten und das selbst die Regierung der Gegenpartei immer noch besser war als Front National.
    Inzwischen ist das anders: Der linke Kandidat konnte sich zu keiner klaren Wahlempfehlung durchringen und viele linke Jugendbanden skandierten bis heute weder Le Pen, noch Macron. Mit anderen Worten: Viele Linke sehen schon nicht mehr den Unterschied zwischen einen gemäßigt liberalen und dabei eventuell sogar linken Kandidaten und den rechten Rand.

    Nun stellt sich aber die Frage, ob Le Pen dauerhaft oder nur für die nächsten Jahre verhindert wurde.

    1. Es ist nicht das erste Mal:
    https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Pr%C3%A4sidentschaftswahl_in_Frankreich_2002&oldid=164544332#Zweiter_Wahlgang
    Wenn man also irgendwas aus Erfahrung lernt dann: Ne, die kommen wieder.
    2. Es wäre vielleicht noch anzumerken. Die FN verdankt ihre heutige Bedeutung meines Wissens dem Verhältniswahl-Experiment von Mitterrand. Der hat angeblich die Stärkung der Rechten sogar billigend in Kauf genommen, um damit die Konservativen zu schwächen.
    Hat ja auch vielerorts zu einer strukturell linken Mehrheit geführt.

    […]massive Sicherung von öffentlichen Plätzen durch Polizei und Armee sowie eine effiziente Überwachung und Bestrafung von Gefährdern, mit der Israel die im Vergleich zu Frankreich noch viel höhere Terrorgefahr in seinem Land eindämmte.

    Heißst das nur Ausnahmezustand oder haben die das nicht schon längst seit dem letzten Mal Paris?

    Ich habe bis jetzt kaum einen Politiker gesehen, der für so wenig steht wie Macron.

    Wenn man mir eine Million Euro dafür bieten würde, dass ich auch nur drei Eckpunkte von Merkels Regierungsprogramm nennen könnte: Man würde das Geld sicher behalten.

    In einer indirekten Demokratie kommt es nicht so sehr auf Inhalte an, sondern auf Personen.
    Und eine Person, die die notorisch Reformunfähigen so auf die Straßen treibt und von den Linken schon pauschal als Agent der Neoliberalen abgekanzelt wird, bevor er überhaupt was sagt, muss ein gewisses „Standing“ haben. Ja, diese Einschätzung ist blöd, aber tiefer in der französischen Politik bin ich nicht drin.

    Es werden auf jeden Fall fünf spannende Jahre werden, die über die Zukunft Europas entscheiden werden.

    Der Brexit hat die Zukunft Europas entschieden.
    Es ist letztlich völlig egal, wie die Verhältnisse sich entwickeln werden. Viele französische Verwaltungs- und Politik-Eliten machen sich schon mit ihrer neuen Rolle als Vormacht Europas vertraut. Die Deutschen spielen zwar noch mit, aber auf Dauer sind sie eh aus dem Rennen.
    Ohne die Briten ist der liberale Flügel Europas machtlos; das heißt im Umkehrschluss, dass man vor dem Dilemma steht, Sozialisten oder Konservative zu unterstützen. Europaweit bin ich dann eher für den Sozialismus…

    • Olaf Says:

      Deutschland ist die Beute der EU, also zum Ausbeuten bestimmt. Wobei die BRD-Politiker sich als Verräter natürlich gut bezahlen lassen, wie Judas mit seinen Silberlingen. Schulz, der reichste Kanzlerkandidat aller Zeiten hats vorgemacht, klar findet er die EU toll, sie hat ihn, den Politkrüppel reich gemacht; und welchen Sozi interessiert schon das Wohl des deutschen Arbeiters? Macron, der neue Napoleon wird das Merkel weichklopfen.

      • besucher Says:

        Aber Deine Kumpeline Marie Le Penne Arrabiata hat doch gesagt das wenn die Makrone Präsident wird Frau Merkel Frankreich regiert. Ihr Rechtsaußen-Idioten müsst Euch auch mal einig sein!

      • Dr. Caligari Says:

        @besucher:
        Meine Einschätzung der Europapolitik wurzelt nicht in irgendwelchen Verschwörungstheorien oder rechte Demagogie wie von Le Pen gemacht, sondern auf klarer Analyse.

        Die Briten warern die Fraktion in Europa, die immer wieder für den Geist der Freiheit eingetreten sind. Jetzt stehts 5 vor 12 Eurobond und die SPD hat schon quasi ihr okay gegeben.

        Also stehen wir vor der Wahl: Wenn es zu einer SPD-Koalition im Bundestag kommt, dann haben wir sehr bald die Schuldenunion mit allen Konsequenzen, sonst wird es zu einem europäischen Machtpoker kommen, in dem Deutschland und seine Bundesgenossen (Holland, einigen Skandinavier usw.) schlechte Karten haben werden.

      • Olaf Says:

        @Besucher
        Ich hab keinen persönlichen Kontakt zu Marine, wir können uns also nicht abstimmen. Du magst ja mit dem Stalin-Bild über deinem Bettt reden, aber glaub mir, er kann dich nicht hören, die Stimmen sind nur in deinem kranken Kopf.

      • besucher Says:

        Was war denn die „Freiheit der Briten“? Sich immer nur die Rosinen aus der EU herauszupicken (Stichwort Britenrabatt). Wo es jetzt mal heißt Butter bei die Fische und die Summen ausgerechnet werden die das UK im Falle eines Austritts der EU noch schuldet geht auf einmal das Geschrei los.

        @Olaf

        Nein Olaf, ich hab ein Bild von Dir über dem Bett hängen, in einer lustigen Pose: Du wirst von Pol Pot richtig schön durschjepümp 🙂

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