Zitat des Tages

Nach all den üblichen Phrasen des Terrors einige wahre Worte von Gideon Böss:

„Die Terroristen werden ihre Ziele nicht erreichen.“ – Eines ihrer Ziele war es, Jugendliche während eines Konzerts in die Luft zu sprengen. Das haben sie geschafft. Sie wollen, dass Eltern ihre Kinder nicht mehr sorglos auf Events gehen lassen. Das haben sie geschafft. Sie wollen, dass der Terror den Alltag der Menschen einschränkt. Das haben sie geschafft. Die Realität ist, dass der Terror immer mehr Einfluss auf das öffentliche Leben nimmt. Wer das schlicht leugnet, kann ihn nicht besiegen. Darum sind solche trotzigen Statements auch kein Zeichen von Stärke, sondern von Schwäche.

Ich erwarte leider keinen Wandel für die nahe Zukunft, nur immer wieder dieselben Phrasen.

16 Antworten to “Zitat des Tages”

  1. Dr. Caligari Says:

    Im ganzen gesegen hat das Zitat nicht völlig unrecht, aber…

    Natürlich gilt „the show must go on“. Unsere Gesellschaft wird sich schlicht der Gefahr des Terrors anpassen, denn dieses Gefahr wird auf die nächsten Jahre gesehen nicht mehr relevant kleiner werden.
    (Im Gegenteil, wenn der „islamische Staat“ im Nahen Osten fällt, könnte die nächste Welle losgehen.)

    Es gibt auf diese Planeten Gesellschaft, die schon viel länger mit diesem Ausnahmezustand leben müssen: Israel zum Beispiel.
    Europa wird sich also langfristig wahrscheinlich darauf einpendeln. Der andere Weg nämlich, ein Nachgeben, ist gar nicht machbar. Dafür gibt es keine Forderungen.

    • Thomas Leske Says:

      Das Bekennerschreiben klingt indirekt schon nach einer Forderung, nämlich der das Land der Moslems in Ruhe zu lassen:

      „… in revenge for Allah’s religion, in an endeavor to terrorize the mushrikin [those who worship others besides Allah], and in response to their transgressions against the lands of the Muslims.“

      • arprin Says:

        Die These vom Blowback halte ich für falsch. Die Täter von Nizza und Berlin kamen aus Tunesien, in Paris und Brüssel mehrheitlich aus Marokko, weder Tunesien und Marokko wurden vom Westen überfallen. Vor 9/11 hatte es auch keine westlichen Angriffe auf muslimische Länder gegeben, es sei denn man sieht die Befreiung Kuwaits von Saddam als „Überfall“. Es gab auch keine Massaker von Vietnamesen und Salvadorianer in den USA, trotz der Interventionen der USA in diesen Ländern.

      • Dr. Caligari Says:

        Okay, jetzt mal Butter bei die Fische: Bin Ladens Motive sind inzwischen weitgehend öffentlich: Er konnte nicht ertragen, dass auch weiblichen Soldaten bei den US-Streitkräften im Land sind.
        Der IS hat vielleicht etwas mit der „Invasion“ des Irak zu tun, aber (!) er gründet auf der religiösen Intoleranz der Sunniten, die es nicht ertragen können in einem mehrheitlich Schittischen Land zu leben. Demnach müsste die katholische Minderheit in England fast jede Woche in Gewalt ausarten!
        (Von der jahrhundertelangen Geschichte der Unterdrückung der Juden mal ganz zu schweigen.)

        Das sind alles keine Phantasien von mir, sondern die „offiziellen“ Erklärungen unserer Medien, wenn man die Berichte nur ein wenig anders akzentuiert.

        Und sie zeigen eindeutig: Das Problem hat nichts mit dem Westen an sich zu tun. Der Westen hat nur im Irak den Mantel abgenommen, hinter dem sich die Konflikte verbargen. In anderen Regionen da unten hat das der „arabische Frühling“ (der „islamische Herbst“) getan!

        Zudem, die meisten Terroristen aus guten Häuern kamen, studierten usw.
        Wenn jetzt der Mainstreamlinke in seiner „Weisheit“ sagt, der Islamist „identifiziert sich“ mit der leidenden Bevölkerung in den arabischen Gebieten: WIESO identifizieren sich die Christen in Europa nicht mit den verfolgten Christen rund um den Globus? Wo bleibt die Solidarität mit den Menschen in Somalia, im Sudan usw?

        Das alles ist doch reiner Schwachsinn: Das Problem ist religiöse Intoleranz. Das selbe Problem, dass hier in Europa die Bartholomäusnacht, den 30ig Jährigen Krieg und den englischen Bürgerkrieg verursacht hat…

      • Thomas Leske Says:

        Michael Huemer behauptet, dass in der Frage ein Expertenkonsens besteht:

        „Worin besteht das Motiv der meisten Terroristen? Fachleute, deren Laufbahn sich um die Untersuchung von Terrorismus dreht, stimmen darin überein, dass dieser als Vergeltungsmaßnahme für eine bestimmte Regierungspolitik dient insbesondere für die fremdländische militärische Besetzung von Gebieten, welche die Terroristen schätzen.“

        http://edition.leske.biz/politikverdrossenheit2/huemer_passivity_split-2.html#toc-Subsection-2.2

        Und Bin Laden hat seine Ziele schon 1996 in der „Kriegserklärung gegen die Amerikaner, die das Land der zwei heiligen Stätten besetzt halten“ beschrieben.

        Wieso ist ein Nachgeben also nicht machbar? (Nachgeben kann natürlich immer noch unklug sein.)

        Die Amerikaner könnten alle US-Truppen aus Saudi-Arabien abziehen (oder meinetwegen auch nur die Frauen). Wie sollen die Amerikaner aber die religiöse Intoleranz im Islam beseitigen?

      • arprin Says:

        Die Amerikaner könnten alle US-Truppen aus Saudi-Arabien abziehen (oder meinetwegen auch nur die Frauen).

        Auch wenn ich nichts dagegen hätte, würde das nichts ändern. Und die Terroranschläge in Frankreich, Belgien, Großbritannien, Deutschland und Schweden haben nichts mit den amerikanischen Truppen in Saudi-Arabien zu tun.

  2. Thomas Leske Says:

    „Eines ihrer Ziele war es, Jugendliche während eines Konzerts in die Luft zu sprengen.“

    Mag sein, aber Menschen zu töten, ist kein Ziel von Terrorismus sondern ein Mittel.

    „Sie wollen, dass Eltern ihre Kinder nicht mehr sorglos auf Events gehen lassen. Das haben sie geschafft.“

    Bei Eltern, die ein wenig Statistik beherrschen, klappt das wohl nicht. Das Risiko, auf der Hin- und Rückfahrt tödlich zu verunglücken, ist wohl immer noch weitaus höher. Faustregel von Bruce Schneier: Wenn eine Gefahr in den Medien auftaucht, ist sie selten.

    „Sie wollen, dass der Terror den Alltag der Menschen einschränkt. Das haben sie geschafft.“

    Wie wird denn mein Alltag eingeschränkt? Wenn ich das dringende Bedürfnis hätte, Mohammedkarikaturen zu zeichnen oder den Koran zu verbrennen, vielleicht. Oder sollen mir wegen ein paar Sicherheitskontrollen und etwas Vorratsdatenspeicherung graue Haare wachsen?

    • arprin Says:

      Mag sein, aber Menschen zu töten, ist kein Ziel von Terrorismus sondern ein Mittel.

      Das halte ich für unnötige Relativierung. Der Anschlag ist gelungen, also haben die Terroristen ihr Ziel erreicht.

      Bei Eltern, die ein wenig Statistik beherrschen, klappt das wohl nicht. Das Risiko, auf der Hin- und Rückfahrt tödlich zu verunglücken, ist wohl immer noch weitaus höher. Faustregel von Bruce Schneier: Wenn eine Gefahr in den Medien auftaucht, ist sie selten.

      Erstens wissen die meisten Menschen wenig von Statistik, und zweitens gibt es nunmal einen großen Unterschied zwischen Mord und Unfall.

      Wie wird denn mein Alltag eingeschränkt? Wenn ich das dringende Bedürfnis hätte, Mohammedkarikaturen zu zeichnen oder den Koran zu verbrennen, vielleicht. Oder sollen mir wegen ein paar Sicherheitskontrollen und etwas Vorratsdatenspeicherung graue Haare wachsen?

      Die Einschränkungen mögen viele für gering halten, aber sie sind da. Mehr Kontrollen (die notwendig sind) und Lebensgefahr bei bestimmten Meinungsäußerungen sind Einschränkungen.

      • Thomas Leske Says:

        Es gibt auch Anschläge, die nicht terroristisch sind, z. B. die Attentate auf Hitler und Kennedy. Bei denen hat der Attentäter wirklich sein Ziel erreicht, wenn der Anschlag gelingt.

        Aber Terror hat das Ziel, andere zu beeinflussen, die nicht Opfer des Attentats sind. Als Terrorakt war das Massaker auf Utøya ein Fehlschlag: Andere Jugendliche haben die Nachwuchsorganisation deswegen nicht aus Angst verlassen oder sich gescheut einzutreten (aus Furcht vor weiteren Tempelrittern). Die Partei hat auch ihre Einwanderungspolitik nicht wegen des Anschlags geändert.
        Der Anschlag hat der Partei gewissermaßen militärisch geschadet, weil ein Teil ihres Nachwuchses weggebrochen ist. Trotzdem hat Breivik als Terrorist versagt.

        Es gibt schon Unterschiede zwischen Mord und Unfall. Aber wie sind die für meine Entscheidung als potentielles Mord-/Unfallopfer relevant?

        Gehe ich lieber über die Hängebrücke, die mit 1% Wahrscheinlichkeit einstürzt, oder durch das Tal mit den Kannibalen, die mich mit 1% Wahrscheinlichkeit fressen?
        Okay, vielleicht gönne ich den Kannibalen ihren Genuss nicht, selbst wenn sie mich ohne Qualen töten. Aber sonst sehe ich keinen echten Unterschied.

        Auch Hoppe betrachtet Aggressoren nur als „technisches Problem“:
        http://www.stephankinsella.com/2013/01/hoppe-on-treating-aggressors-as-mere-technical-problems/

        Einschränkungen der Meinungsfreiheit und der Überwachungsstaat sind schon ernste Probleme. Aber Terror ist dabei nur eine treibende Kraft unter vielen.

      • arprin Says:

        Es gibt schon Unterschiede zwischen Mord und Unfall. Aber wie sind die für meine Entscheidung als potentielles Mord-/Unfallopfer relevant?

        Wir haben durchaus Vorsichtsmaßnahmen gegen Autounfälle, z.B. den Autogurt, Airbags oder Warnsysteme. Der Terror führt dazu, dass noch mehr solcher Maßnahmen notwendig werden. Nur nicht wegen der allgemeinen Sterbegefahr (bzw. Unfallgefahr), sondern wegen der Taten von Menschen.

    • Olaf Says:

      „Wenn eine Gefahr in den Medien auftaucht, ist sie selten.“

      Stimmt, Manchester wird schnell vergessen sein, dann geht es in den BRD-Medien wieder um Beate Zschäpe und Franco A., und die Gefahr des Rextrexmismus. Die alten Lügen halt.

      • Thomas Leske Says:

        Das Problem hat nichts mit Lügenpresse zu tun, sondern damit, was überhaupt eine Nachricht ist:

        > I tell people that if it’s in the news, don’t worry about it. The very definition of „news“ is „something that hardly ever happens.“ It’s when something isn’t in the news, when it’s so common that it’s no longer news — car crashes, domestic violence — that you should start worrying.

        https://www.schneier.com/blog/archives/2007/05/rare_risk_and_o_1.html

        Also: Öfter mal ein Buch statt Zeitung und Glotze!

      • Olaf Says:

        Es gibt ja jetzt neuerdings dieses Internetz, da bin ich auch nicht mehr auf Zeitung und Glotze angewiesen. Junge Freiheit, PI und Sezession, da bin ich komplett informiert.

      • besucher Says:

        Breitbart, Olaf, Breitbart! Und Infowars. DA musst Du Dich informieren. Nicht nur in der doitschen Filterblase.

      • Olaf Says:

        besucher, ich hab nicht soviel Zeit wie du, nach deinem täglichen Moscheegang hast du ja frei und lungerst mir deinen Abis rum.

    • Eloman Says:

      Statistische Wahrscheinlichkeiten gehen einem, wenn man Opfer eines Anschlags wird, ziemlich am Arsch vorbei.

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