Nazi-Jäger im Bundestag

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Werden sie bald mitregieren?

Die SPD fällt, die CDU folgt langsam, die Kleinparteien legen zu, und das wirklich Wichtige: Die AfD ist da. Eine rechte Partei im Bundestag hat es in Deutschland hat es seit 1998 nicht gegeben (damals war es noch die CDU), und deshalb macht sie nach der Wahl die größten Schlagzeilen. Der Niedergang der SPD ist dagegen ein gewohntes Thema. Wird die AfD nur ein kurzzeitiges Phänomen sein und in 10 Jahren kaum mehr eine Rolle spielen, oder sind sie da, um dauerhaft im Bundestag zu bleiben und sogar eines Tages mitzuregieren? Ironischerweise spricht für das erste Szenario das Personal der AfD, das sich schon jetzt selbst zerfleischt, und für das zweite das Personal der etablierten Parteien, das noch immer nicht weiß, wie sie mit der AfD umgehen soll.

Man muss sich das mal vorstellen: Mitte März machte ein Fußballer ein Foto mit einer Person, der sich später als AfD-Mitglied entpuppte, woraufhin der Fußballer sofort die Löschung des Fotos forderte und sie schließlich mit einer einstweiligen Verfügung erzwang. Eine Gewerkschaft veröffentlichte kurz darauf in einem Flyer Tipps, wie man mit Menschen umgehen soll, die AfD-Anhänger sind, darunter „Isolierung der Person“, „öffentliches Outing“ oder das „Anschwärzen beim Arbeitgeber.“ Kurz vor der Wahl beendete ein Fernsehmoderator seinen Wahlaufruf mit „Leute, geht wählen. Nur nicht AfD.“ Es ist gut möglich, dass Menschen, die so ticken, bald neben AfD-Mitgliedern im Bundestag sitzen werden.

Die Taktik des Beschimpfens und Boykottierens lässt die AfD nicht verschwinden, das wurde schnell klar, aber auch das väterliche „Liebe Enttäuschte und Abgehängte, wir werden uns jetzt bessern, damit ihr nicht mehr so eine kranke Partei wählt“ wird auf Dauer scheitern. Es gibt nämlich kaum einen Unterschied dazu, jemanden zu beschimpfen oder ihn zu boykottieren, oder ihn als Enttäuschten zu bezeichnen, der den Verstand verloren hat. Sollte den Nazi-Jägern nichts mehr einfallen, könnte der AfD eine glänzende Zukunft bevorstehen. Momentan spricht einiges dafür, dass es genauso kommen wird. Hier z.B. einige Reaktionen der polit-medialen auf das hohe Wahlergebnis der AfD in Sachsen:

Tschechien, wie wär’s: Wir nehmen Euren Atommüll, Ihr nehmt Sachsen?
– Ansgar Mayer, Kommunikationsdirektor des Erzbistums Köln, per Twitter

Es war ein Fehler, Dresden wieder aufzubauen.
– Jutta Ditfurth per Twitter

Was ist eigentlich euer Problem in Sachsen?
– Ulf Poschardt, Chefredeakteur der Welt, per Twitter

Bitte, liebe Russen, nehmt Sachsen zurück, bitte, bitte, bitte.
– Leserkommentar, der von der Redaktion von Zeit Online empfohlen wurde

Ich bin der Letzte, der etwas gegen schwarzen Humor über ganze Volksgruppen hat (ich mache es besonders gerne über Franzosen). Nur ist den meisten Menschen völlig klar, dass solche Aussagen in der Öffentlichkeit als rassistisch durchgehen würden, wenn man sie über Muslime, Ausländer oder Migranten sagen würde, deshalb werden sich AfD-Anhänger und etwaige Sympathisanten – nicht ganz zu Unrecht – durch solche Kommentare eher mehr zur „unterdrückten“ AfD hingezogen fühlen als vorher. Es bleiben nur zwei Wege, das zu verhindern: Entweder man erlaubt schwarzen Humor über alle Volksgruppen (mein Vorschlag), oder man hört mit den Sachsen-Witzen auf. Beides wird wohl nicht passieren.

Somit gibt es nur eine Organisation, die den Aufstieg der AfD aufhalten kann: Die AfD. Sie scheinen ungewollt schon diesen Weg zu beschreiten. Gauland will immer weiter testen, wie weit er nach rechts gehen kann, ohne Sympathisanten zu verprellen, das könnte auf Dauer schief gehen. Die inneren Streitigkeiten, die in dem doppelten Petry-Rücktritt ihren Höhepunkt fanden, sind ebenso eine große Gefahr für die Partei (und damit eine Hoffnung für ihre Gegner). Auch wenn es keiner so ausspricht: Die AfD hofft wohl auf mehr argumentfreie Beschimpfungen gegen sich, und die etablierten Parteien hoffen auf eine Selbstzerfleischung der AfD. Die nächsten vier Jahre könnten spannend werden.

2 Antworten to “Nazi-Jäger im Bundestag”

  1. Olaf Says:

    Die Gutmenschen sind ja ganz schöne Hassfressen;)
    Das passt aber genau zur übrigen Verlogenheit der Linken, da stimmt ja nix, vom Weltbild bis zum angeblichen „Mut“ gegen Rächts.
    Die Lüge ist ein Meister aus der BRD. Die gründumme Volksgemeinschaft hat wieder Merkel als Führerin, aber nächtes Jahr sind Wahlen in Bayern, das wird ein Spaß.

  2. idiota Says:

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