Der Wunsch nach der Strafe des Planeten

Im September wurden die USA durch die Hurrikans „Harvey“ und „Irma“ erschüttert, die als stärker eingestuft wurden als alle anderen die Jahre zuvor. Später wurde die Karibik von Hurrikans erschüttert, die ebenfalls stärker waren als üblich. „Maria“ hat große Teile Puerto Ricos lahmgelegt. Auch in Deutschland gab es jüngst außergewöhnlich starke Stürme, die Tote forderten, wie das Tief „Xavier“. Man könnte meinen, diese Ereignisse würden eine deutliche Zunahme von schweren Stürmen überall auf der Welt bezeugen. Und natürlich kommt dann vielen die Globale Erwärmung als Ursache in den Sinn. Doch die Wahrheit ist: Es gibt weltweit keine Zunahme an schweren Stürmen:

Nicht nur das, auch die Zahl der Opfer für die Hurrikans hat abgenommen, dank besserer Vorhersagen und Präventionsmaßnahmen. Nur die Kosten für die Schäden haben zugenommen, aber das ist ein Paradoxon des Wirtschaftswachstums: Je mehr Wohlstand Gemeinschaften haben, desto mehr kann zerstört werden. Diese Fakten haben aber keine Verwendungsmöglichkeit für die Leute, die ein mit den Folgen der Globalen Erwärmung begründetes Verbot von fossilen Energien und staatlich geförderten Ausbau von grünen Energien fordern und allgemein Donald Trump hassen. Also ignorieren sie sie einfach und tun so, als würden die Stürme zunehmen und als sei es absolut klar, dass die Globale Erwärmung dafür verantwortlich ist.

Peter Altmaier fragte, die Wissenschaft vergewaltigend, „Wieviele Jahrhundert Hurrikane muss es geben, bis die Klimawandel-Leugner merken, dass sie gerade das Leben ihrer Enkelkinder ruinieren?“ Auch der republikanische Bürgermeister von Miami, Milliarden-Unternehmer Richard Branson und Prinz Charles wollten nach den Hurrikans vom September und Oktober endlich über die Globale Erwärmung sprechen. Die tragischen Ereignisse auf der Insel haben sicher viele Menschen bewegt, aber wichtiger war das politische Kapital, dass man aus ihnen schlagen konnte. Und es hat zumindest teilweise Erfolg gehabt: Einer unter 1.002 Personen durchgeführten Umfrage zufolge sahen 55% der Amerikaner die Globale Erwärmung als Hauptursache für die stärkeren Hurrikans 2017. Also ist der „Klimaleugner“ Donald Trump im Grunde höchstpersönlich für all die Toten von Irma, Harvey, Maria und wohl auch Xavier verantwortlich.

Tatsächlich gibt es einen politischen Grund, warum sich der Wiederaufbau in Puerto Rico erschweren könnte. Aber er hat nichts mit Trumps Umweltpolitik oder der Globalen Erwärmung zu tun. Der aus dem Jahr 1920 stammende „Jones Act“ sieht vor, dass jedes Schiff, dass in amerikanischen Gewässern Handel betreibt, in den USA gebaut, in den USA registriert, mit einer amerikanischen Flagge unterwegs, zu mindestens 75% von Amerikanern besessen sein und einen Anteil von mindestens 75% Amerikaner in der Crew haben muss. Es ist extrem dummer und schamloser Protektionismus, und die Folgen für die puertoricanische Wirtschaft sind besonders schlimm, weil die umliegenden Karibikinseln viel niedrigere Schiffskosten aufweisen. Erst nach langer Zeit hat sich Trump entschlossen, den Jones Act für Puerto Rico zu lockern – aber nur für kurze Zeit.

Die Empörung darüber war klein. Dabei wäre ein direkter Zusammenhang zu Trump dagewesen, der gegen Freihandel und für „America first“ ist – die Nebenfolgen einer solchen Politik sieht man nun in Puerto Rico. Protektionismus zu kritisieren, ist offenbar weniger wichtig als den üblichen Klima-Zirkus abzuziehen. Immerhin hat Deutschlands bekanntester Klimaforscher Mojib Latif genug Anstand gehabt, um einen Zusammenhang zwischen Xavier und der Globalen Erwärmung als falsch zu entlarven. Schon zuvor erschien im Tagesspiegel erfreulicherweise eine Widerlegung des Mythos von den zunehmenden Stürmen aufgrund der Globalen Erwärmung, der mit dem Appell endete:

(…) die Deutschen könnten mehr Respekt vor statistischen Fakten zeigen. Ohne ideologische Brille wird der Blick in die Welt schärfer.

Dieser Appell wird leider nicht ankommen.

5 Antworten to “Der Wunsch nach der Strafe des Planeten”

  1. Venguhl Says:

    Toller Artikel. Vielen Dank.

  2. Olaf Says:

    Die German Angst Volksgemeinschaft liebt die (fiktive) Klimakatastophe, deshalb zahlt sie den Ablaß gern. Kommunist Trittin lacht sich kaputt, über soviel Dummheit, während die Göring den Scheiß den sie labert, wohl selbst glaubt.
    Wenn der Euro in Jürgens Tasche klingt, die grüne Seele in den Himmel springt.

  3. Supanowa Says:

    Das ist schon alles korrekt wie sie das schreiben. Aber den Klimawandel zu leugnen spricht doch auch gegen Fakten und ist nicht der richtige Weg. Zwar gibt es keinen Zusammenhang zwischen globaler Erwärmung und den Stürmen, aber das bedeutet nicht, dass es keinen vom Menschen verursachten Klimawandel gibt. Es wird nur immer falsch in Verbindung mit etwas gebracht. Umweltverschmutzung und Standards die nicht eingehalten werden wird folgen mit sich tragen, oder etwa nicht? Zwar keine schlimmeren Hurricanes, aber z. B. Überfischung, oder Bodenerosionen durch Betonierung, wie in Indien.

    • arprin Says:

      Ich habe die menschengemachte Globale Erwärmung nicht geleugnet, ich halte nur den Umgang der Medien damit für unsinnig. Außerdem halte ich viele Maßnahmen dagegen für falsch, wie z.B. das Pariser Abkommen, und fand es richtig, dass Trump ausgestiegen ist. Man sollte sich stattdessen auf moderne Technologien (Atomkraft, Fracking) konzentrieren und sich auf gewisse Veränderungen einstellen (z.B. besserer Hochwasserschutz in Bangladesch).

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