Noch ein anti-imperialistischer Sozialist weniger

Endlich in Rente: Robert Mugabe

Während in Deutschland vielfach über die Rente mit 70 debattiert wird, ist heute in Simbabwe der seit 37 Jahren herrschende Diktator Robert Mugabe mit 93 Jahren offiziell in Rente gegangen. Dabei war die Entscheidung nicht mal freiwillig. Das Militär hat ihn weggeputscht, weil er versucht hat, seine Frau Grace als Nachfolgerin aufzubauen statt den nun an die Macht gelangten neuen Diktators und ehemaligen Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa. Wie üblich feiern die Menschen auf den Straßen nach dem Ende einer Diktatur, und wie üblich dürften diese Feiern etwas verfrüht sein, denn wir wissen nicht, ob die neue Diktatur langfristig besser sein wird als die alte. Das einzige, was wir heute wissen ist, dass man einen Job, den man als erfüllend empfindet, sehr wohl auch mit über 70 Jahren machen kann.

Doch heute lohnt sich auch ein Blick in die Vergangenheit. Mugabes Ruf im Westen ist schon lange zerstört, er gilt als jemand, der ohne Ideologie, aus reinem Machthunger, sein Land diktatorisch regiert und sich und sein Umfeld bereichert hat. Sogar eine Person wie Jean Ziegler kritisierte seine Herrschaft. Die Legende besagt aber, dass Mugabe erst ab 2000 verrückt wurde, als er seine Landreform begann, die das Land wirtschaftlich ruinierte, und seine Herrschaft immer unterdrückerischer wurde. Vorher wurde er jedoch gerade von den westlichen Linken anders bewertet – er galt als eine Art „Fidel Castro Afrikas“: Er hatte ein weißes Unterdrückungsregime beendet, anschließend ein erfolgreiches sozialistisches Land aufgebaut und sich keinem der beiden großen Blöcke angeschlossen. Simbabwe war sozusagen ein Bollwerk gegen Imperialismus und Kapitalismus.

In Wahrheit waren das ebenso Lügen wie bei Fidel Castro. Mugabe hatte mit seiner Guerilla tatsächlich ein weißes Minderheitsregime gestürzt, das den Schwarzen elementare Rechte verweigerte. Doch wie bei Castro begann Mugabe sofort, seine Herrschaft gewaltsam zu sichern. Von 1982 bis 1987 ließ er mithilfe von in Nordkorea ausgebildeten Brigaden systematisch Tausende politische Gegner massakrieren (Schätzungen gehen von bis zu 20.000 Toten aus), die überwiegend anderen Ethnien angehörten (Mugabe ist ein Shona, die Opfer waren meist Ndebele). Diese Ereignisse sind heute in Simbabwe als „Gukurahundi“ bekannt. Aber das schädigte Mugabes Ruf nicht. Er, der bewunderte Kämpfer gegen Unterdrückung und Rassismus, wurde 1994 von der Queen zum Ritter geschlagen.

Seine ökonomischen Leistungen waren wie seine politischen ebenfalls bloße Einbildung. In Wirklichkeit hatte er, wie übrigens Castro auch, davon profitiert, dass sein Land schon bei seiner Herrschaft ein im Vergleich zu seinem Kontinent hohen Lebensstandard genoss (z.B. bei der Bildung und Gesundheit). So stand Simbabwe am Anfang seiner Herrschaft gut da, aber mit seiner sozialistischen Politik ruinierte er die Wirtschaft so schnell, dass er gezwungen war, in den 1990ern Austeritätsprogramme einzuführen. Die katastrophale Landreform ab 2000 setzte den Verfall lediglich fort, der 2008 in einer Inflation von 231.000.000 % mündete (leider kein Weltrekord). Aber immerhin: Genauso wie in Kuba besuchen die meisten Kinder in Simbabwe die Schule. Davon profitieren später vor allem die Südafrikaner, die die Millionen simbabwischen Flüchtlinge aufnehmen (Südafrika ist die „USA der Simbabwer“).

Die Parallelen zu Castros Kuba gehen aber noch weiter: Genauso wie in Kuba wurden Homosexuelle in Simbabwe grausam verfolgt, genauso wie Kuba mischte man sich als Anti-Imperialist in fremde Kriege ein – so schickte Simbabwe in den 1990ern Soldaten in den Kongokrieg – und genauso wie in Kuba dachte der „Befreier von Unterdrückung“ nicht daran, seine Macht zu teilen oder aus Solidarität mit seinem Volk in ärmlichen Verhältnissen zu leben. Der einzige Unterschied zwischen Castro und Mugabe ist, dass Mugabe es schaffte, seinen guten Ruf zu verlieren. Die Hauptgründe dafür waren die Reaktion auf die Landreform ab 2000, als viele weiße Farmer aus rassistischen Gründen ermordet wurden und somit auch dem Letzten im Westen klar wurde, dass Mugabe ein brutaler Tyrann war, und der allzu deutliche Niedergang der Wirtschaft, für die man weder US-Embargos noch einem fallenden Ölpreis die Schuld geben konnte.

Was bleibt von Mugabe? Wohl nur eine Lektion: Unterdrückung im Namen des eigenen Volkes ist nicht besser als Unterdrückung im Namen eines fremden Volkes. Simbabwe war vor 1980 (als es noch den „weißen“ Namen Rhodesien trug) kein gut geführtes Land, aber von dem unter Mugabe herrschenden Terror und Hunger war es weit entfernt. Ein sanfterer Übergang in die Unabhängigkeit wäre besser gewesen. Anstatt sich für eine Partei einzusetzen, sollte man sich immer zuerst für konkrete, parteiunabhängige Ziele einsetzen. Dann hätte man der ehemaligen Kolonialmacht nach der formalen Unabhängigkeit einige Bereiche als „Treuhand“ überlassen können, bis genug Bürger aus dem eigenen Land fähig gewesen wären, diese zu übernehmen. Die völlige Entkolonisierung war ein großer Fehler. Nicht nur in Simbabwe.

Eine Antwort to “Noch ein anti-imperialistischer Sozialist weniger”

  1. Öko-Theosoph Says:

    Ein Mensch sollte seine Willenskraft und Liebe vergrößern. Es ist wichtig, gesundheitsbewusst zu leben und sich unegoistisch zu verhalten. Es ist sinnvoll, die körperliche Leistungsfähigkeit zu vergrößern, diverse Herausforderungen zu meistern, die Natur zu schützen usw. Und dann sollte man sich morgens unmittelbar nach dem Aufwachen auf einen Wunsch konzentrieren und sich (nochmal) in den Schlaf sinken lassen. Durch Traumsteuerung (oder im halbwachen Zustand nach dem Aufwachen) kann man zu mystischen Erfahrungen und Wunderheilungen gelangen. Der Mensch (genauer: das Ich-Bewusstsein) kann mystische Erfahrungen nicht bewirken, sondern nur vorbereiten. Bestimmte Meditations- und Yoga-Techniken, Hypnose, Präkognition usw. sind gefährlich. Traumsteuerung ist auch ohne luzides Träumen (das u. U. gefährlich ist) möglich. Man sollte sich nur dann einen luziden Traum wünschen, wenn man durch Traumdeutung herausgefunden hat, dass man dafür die nötige Reife hat. Oder man kann sich vor dem Einschlafen wünschen, dass sich nur Dinge ereignen, für die man die nötige Reife hat. Es ist gefährlich, während eines luziden Traumes zu versuchen, den eigenen schlafenden Körper wahrzunehmen. Luzide Träume dürfen nicht durch externe Reize (Drogen, akustische Signale usw.) herbeigeführt werden. Man kann sich fragen, ob eine echte (nicht nur eine eingebildete) Zeitdehnung in Träumen möglich ist. Zudem, wie sich Schlaf-Erlebnisse von Tiefschlaf-Erlebnissen (und Nahtod-Erlebnissen usw.) unterscheiden. Die Bedeutung eines symbolischen Traumgeschehens kann individuell verschieden sein und kann sich im Laufe der Zeit ändern.
    Es bedeutet eine Entheiligung der Natur, wenn Traumforscher die Hirnströme von Schlafenden messen. Die Wissenschaft darf nicht alles erforschen. Es ist z. B. gefährlich, wenn ein Mensch erforscht, ob er einen freien Willen hat. Es ist denkbar, dass ein Mensch gerade durch die Erforschung der Beschaffenheit des Willens seinen freien Willen verliert. Zudem besteht die Gefahr, dass ein Mensch verrückt wird, wenn er sich fragt (wie schon vorgekommen), ob das Leben nur eine Illusion ist. Das Leben ist real. Es kann in Teilbereichen auf wissenschaftlichen (und technischen) Fortschritt verzichtet werden. Es ist z. B. falsch, Hochgeschwindigkeitszüge zu bauen. Man sollte möglichst dort wohnen, wo man arbeitet (wodurch viele Autos überflüssig werden). Es ist sinnvoll, überflüssige Arbeiten und Dinge (Luxusgüter, Gotteshäuser, Werbung, Geldverleih usw.) abzuschaffen. Der MIPS muss gesenkt werden (ein Öko-Auto fährt über 50 Jahre, ein 1-Liter-Auto spart Sprit usw.). Ein Mensch kann im kleinen und einstöckigen 3-D-Druck-Haus (Wandstärke ca. 10 cm) mit Nano-Wärmedämmung wohnen. Wenn die Menschen sich ökologisch verhalten, vergrößert sich die Wahrscheinlichkeit einer günstigen Erwärmung im Winter. Denn das Klima ist (so wie das Leben) in der Lage, sich positiv weiterzuentwickeln. In der Medizin sollte u. a. die Linsermethode gegen Krampfadern (auch dicke) eingesetzt werden. Es ist wichtig, den Konsum von tierischen Produkten zu reduzieren oder einzustellen. Zudem stellt sich die Frage, ob es wirklich Fälle von Nahrungslosigkeit (z. B. bei Katharina Emmerich) gibt. Die berufliche 40-Stunden-Woche kann durch die 4-Stunden-Woche ersetzt werden (bei Abschaffung des Renteneintrittsalters). Wenn die Menschen sich richtig verhalten, werden die Berufe zukünftig zunehmend und beschleunigt an Bedeutung verlieren.

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