Der Horror der Inklusion

Kann es noch schlimmer werden an den Schulen?

Drei Dinge sind immer gut, wenn es darum geht, Staatsausgaben zu rechtfertigen: Bildung, Forschung und Infrastruktur. Wer kann etwas gegen diese Dinge haben? Bildung ist die Zukunft, Forschung ist auch die Zukunft, und Infrastruktur ist noch mehr die Zukunft als die beiden vorangegangenen Dinge. Da wird mal schnell vergessen, dass weniger als 20% der Staatsausgaben in diese Bereiche fließen (vielmehr wird für den immer größer werdenden Sozialstaat ausgegeben) und der Staat diese Dinge nicht besser macht als Unternehmen im freien Wettbewerb, wie zahlreiche Beispiele aus dem Ausland zeigen. Doch die drei heiligen Kühe Bildung, Forschung und Infrastruktur sind in Deutschland nicht zu schlachten. Besonders schädlich ist hierbei das staatliche Bildungsmonopol. Das zeigt sich an einem jüngsten Kapitel: Der Inklusion.

Inklusion bedeutet, dass alle Kinder, ganz egal welche Fähigkeiten sie besitzen, gemeinsam unterrichtet werden. Auch behinderte Kinder oder Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen oder „auffälligem Sozialverhalten“ werden in normale Klassen gesteckt. Sie alle sollen die gleichen Chancen haben. Ein typisch Konzept von linken, sozialdemokratischen Weltverbesserern (von denen sich viele auch verpflichtende Kitas, Ganztagsschulen und die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems wünschen, einige ganz radikale auch ein Verbot von Privatschulen). Die Folgen dieser Politik sind nur wenige Jahre nach dem Beginn ihrer Umsetzung zu sehen – und sie sind katastrophal. In den Medien haben Lehrer mittlerweile verschiedene „Hilferufe“ veröffentlicht, die vom Alltag unter dem Regime der Inklusion berichten.

Eine Hamburger Lehrerin verfasste letzte Woche in der Hamburger Morgenpost einen Hilferuf, in der sie erklärte, dass sie ihren Job-Alltag nur noch mit Rotwein ertrage:

Die Kinder sollten sich zwischen verschiedenen Arbeitsblättern entscheiden. Das überforderte sie so sehr, dass sie sich die Blätter und Puzzleteile aus den Händen rissen. Sie schlugen sich, stritten, schrien wild herum. … Ich habe in meiner vierten Klasse 17 Kinder. Von denen sind zehn verhaltensauffällig. … Ein ADHS-Junge hält dank seiner Medikamente bis 13 Uhr durch, danach hängt er nur noch unterm Tisch und macht Baller-Geräusche. … Ein afghanischer Flüchtlingsjunge ist im Verhalten schon sehr pubertär, er provoziert die anderen Kinder, stachelt sie an. Es endet im Streit. Ein kleiner russischer Junge ist immer schlecht drauf, lässt sich für keine Aufgabe begeistern. … Ein anderer kippelt ständig und rennt während der Stunde durch die Klasse. Er fliegt früher oder später aus jedem Kurs raus und sitzt dann den Rest der Zeit im Schulbüro.

Kurz darauf legte eine Schule in Saarbrücken nach.

Lehrer werden als „Cracknutte“, „Hurensohn“, „Wichser“ und „Bock“ beschimpft. Die Größe der Geschlechtsteile wird in die Beschimpfungen miteinbezogen … Viele Kolleginnen haben Angst, bestimmte Schüler zu unterrichten. … Zur Zeit der Abfassung des Briefs musste nach einer Prügelei unter Schülern der 8. Klasse die Polizei gerufen werden. In zwei Monaten setzten Schüler dreimal Messer ein. Einer Schülerin wurde hierbei das Messer an den Hals gedrückt. … Arbeitsverweigerung, Drogenkonsum und Müdigkeit treten bei einer nicht unerheblichen Anzahl von Schülern vermehrt auf. Ebenso werden frauenverachtende Bedrohungen ausgesprochen.

Passend dazu ist auch eine Meldung vom Oktober, wonach die Leistungen der Schüler in den Grundschulen in den letzten fünf Jahren deutlich verschlechtert haben. Die Gründe dafür dürften klar sein, auch aus chronologischer Sicht. Nun könnte man sagen: Die Sache ist so eindeutig, dass zumindest jeder das Problem erkennt und die Lösung fordert: Die Abschaffung der Inklusion. Aber weit gefehlt. In NRW hat die neue Regierung zwar angekündigt, wieder Förderschulen für behinderte Kinder einzuführen, doch die Mehrheit der Personen, die für die Inklusion gekämpft haben, finden sie immer noch gut. Dazu zählen sogar die Lehrer. Die besagte Lehrerin in Hamburg, die den Hilferuf veröffentlichte, wünscht sich kein Ende der Inklusion, sondern mehr Hilfe vom Staat (mehr Lehrer, mehr Ausstattung). Auch die Schule in Saarbrücken wünscht sich mehr Hilfe und stellt die Inklusion nicht in Frage.

Man muss es klar sagen: Die Lehrer sind mitverantwortlich für das aktuelle Bildungsdesaster. Die Mehrheit sind typische Beamte, die sich nichts sehnlicher wünschen als einen unkündbaren Job zu haben und Innovationen so fürchten wie der Teufel das Weihwasser. So wird es in Zukunft kaum positive Änderungen im deutschen Bildungssystem geben. Stattdessen wird wahrscheinlich immer mehr Geld ausgegeben, um das Ideal totaler Chancengleichheit für alle Schüler zu verfolgen, und noch mehr Maßnahmen in Richtung „mehr Gleichheit“ umgesetzt (z.B. Kitapflicht). Denn wer könnte schon etwas gegen „Mehr Geld für Bildung“ haben? Egal wie schlimm die Schulen werden, niemand wird das staatliche Bildungsmonopol in Frage stellen. Man sollte darauf vorbereitet sein und sich niemals denken „Schlimmer kann’s nicht mehr werden“ …

3 Antworten to “Der Horror der Inklusion”

  1. Olaf Says:

    Vielleicht sollte man die Schüler auch verbeamten, das kostet viel Staatskohle und bringt nix, also typische BRD-Politik. Finanzieren kann man das mit Rente erst ab 110.

  2. Dr. Caligari Says:

    […]und der Staat diese Dinge nicht besser macht als Unternehmen im freien Wettbewerb, wie zahlreiche Beispiele aus dem Ausland zeigen

    Das stimmt nicht ganz. Siehe Öffentliche Güter.
    DIe Kindererziehung, da stimme ich zu, sollte mehr in private Hand. Aber es macht eh keinen Sinn, da der Staat die Lehrpläne usw. vorgibt.

    Die besagte Lehrerin in Hamburg, die den Hilferuf veröffentlichte, wünscht sich kein Ende der Inklusion, sondern mehr Hilfe vom Staat (mehr Lehrer, mehr Ausstattung). Auch die Schule in Saarbrücken wünscht sich mehr Hilfe und stellt die Inklusion nicht in Frage.

    Das ist doch typisch Links.
    Es ist immer das selbe Strickmuster: Erst wird Maßnahme (a) eingeführt, dann kommt es zur Komplikation (b) und abschließend (c) ruft irgendjemand, man habe (a) nur nicht streng genug durchgesetzt. Man muss jetzt ideologisch fester, kompromissloser usw. seine Position durchsetzen.

    Es ist egal, ob das jetzt Bankenregulierung, Inklusion oder der Sozialismus ist. Es ist am Ende nicht die Idee, die scheitert, sondern die Umsetzung, die nicht konsequent genug war.

    Randbemerkung: Rein logisch gesehen haben die Linken nicht einmal unrecht. Es kann selbstverständlich an der Umsetzung liegen. Grade ein wirtschaftsliberaler wird hier zustimmen müssen, denn viele große Erfinder usw. mussten an ihre Idee glauben, um sie durchzusetzen.

    Egal wie schlimm die Schulen werden, niemand wird das staatliche Bildungsmonopol in Frage stellen.

    Zur Kitapflicht: Die Kleenen werden immer jünger. Inzwischen werden schon Kinder im Säuglingsalter betreut. Ich frage mich ernsthaft, welche psychologischen Auswirkungen das auf die Kinder haben wird…

    Abgesehen davon: Deutschland hat keine Rohstoffe, es hat keine Heere an billigen Arbeitskräften oder ein Kolonial-Empire. Deutschland lebt von seiner Bildung und geht an die Substanz, wenn es sie vernachlässigt.
    Genau das sehe ich in Gefahr.

    • arprin Says:

      Abgesehen davon: Deutschland hat keine Rohstoffe, es hat keine Heere an billigen Arbeitskräften oder ein Kolonial-Empire. Deutschland lebt von seiner Bildung und geht an die Substanz, wenn es sie vernachlässigt.
      Genau das sehe ich in Gefahr.

      Die staatliche Bildung schafft es nie, die Kinder und Jugendlichen komplett zu verblöden. Selbst wenn eine kleine Minderheit rational bleibt, reicht das für die Zukunft aus. Mehr Sorgen mache ich mir um die Wirtschaftspolitik. Wenn die sich weiter verschlechtert, werden die kreativen Köpfe Deutschland in Scharen verlassen.

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