Die Finanziers des Terrors

Taliban in Herat, Afghanistan

Werden auch diese Jungs von einem Arbeitsamt finanziert?

Das gesellschaftliche Klima ist vergiftet, das trifft derzeit sicher zu. Ausgerechnet in diesem Moment plante ein von Hartz IV lebender Tunesier, es mit seinem bei sich zuhause lagernden Rizin noch weiter zu vergiften, auch wenn die Staatsanwaltschaft wie üblich nur von einer „hohen Wahrscheinlichkeit“ eines vereitelten Anschlags ausgeht. Der besagte Tunesier hat die Zutaten für seine geplante Tat, wie es aus den Berichten hervorgeht, mit dem Geld aus seinen Hartz IV-Bezügen bezahlt. Das ist Sarkasmus auf die Spitze getrieben. Nicht nur, dass man in ein Land einwandert, um einen Terroranschlag zu verüben – nein, man lässt diesen auch noch von den eingesessenen Bürgern finanzieren. Als würde ein Rentner einen Jugendlichen überfahren und dann seine Organe gespendet bekommen, um eine schwere Krankheit zu überleben.

Aber hinter der Geschichte des Tunesiers steckt mehr als Sarkasmus: Sie reiht sich in ein seit Jahren bekanntes Muster ein. Viele gehen davon aus, dass die Finanziers des islamistischen Terrors im Westen reiche Scheichs aus dem Persischen Golf sind. Früher war das auch oft so. Die Anschläge von al-Qaida wurden überwiegend von saudischen Geldgebern finanziert, die, wie bei Philanthropen üblich, Teile ihres Geldes unbedingt für (ihrer Ansicht nach) wohltätige Zwecke spenden wollten. Mittlerweile sind die Finanziers eher andere. In Zeiten des Lone-Wolf-Terrors von jungen, arbeitslosen, muslimischen Rappern haben sich die reichen Scheichs aus der Terrorfinanzierung etwas zurückgezogen. Heute tritt eine andere Institution als hauptsächlicher Finanzier auf, wenn auch unfreiwillig: Das Arbeitsamt.

Der Rizin-Tunesier ist sowas wie der Regelfall. Fast alle islamistischen Terroristen der letzten Jahre haben massig Geld vom Arbeitsamt bekommen. Anis Amri z.B. hat unter mehreren Identitäten soviel Sozialhilfe kassiert, dass tatsächlich sogar Ermittlungen wegen Sozialbetrug aufgenommen worden waren. Salman Abedi, der Selbstmordattentäter von Manchester, wurde während seines Aufenthalts als Student in England mit mehreren Tausend Pfund unterstützt (er soll nie einen Job gehabt haben), der Auto-Attentäter Khalid Masood war vor seiner Tat ebenfalls arbeitslos und lebte von Sozialhilfe, die fünf Attentäter von Paris im November 2015 bekamen zusammengerechnet rund 50.000 Euro Sozialhilfe vor ihrer Tat (Salah Abdeslam allein 19.000), und ein Haufen von Syrien-Reisenden hat vor und, um den Sarkasmus auf die Spitze zu treiben, sogar nach ihrer Syrien-Ankunft weiterhin Sozialhilfe kassiert.

Die Geschichten ließen sich weiter aneinanderreihen: Mohamed Merah, die Tsarnaev-Brüder, Jihadi-John, alle sie bekamen viel Stütze vom Amt. Man könnte meine, dass dahinter kein System steckt. Immerhin dürften viele Terroristen gescheiterte Persönlichkeiten sein, die nicht mal einen Job als Spülkraft oder Warenverräumer finden. Und der Sozialstaat in Europa ist ja angeblich großzügiger als der in den USA (Dylan Klebold und Eric Harris z.B. mussten ihren Amoklauf an der Columbine High School mit einem Nebenjob in einer Pizzeria finanzieren). Aber in Wahrheit dürfte ein System dahinterstehen. Vergessen wir nicht: Auch die Tsarnaev-Brüder lebten in den USA von Sozialhilfe, anstatt einem Job nachzugehen. Der eigentliche Grund, warum meistens irgendein westliches Sozialamt als Finanzier des Terrors auftritt, ist wohl der:

Islamic State itself suggested welfare benefits as a financing source, in a 2015 manual called “How to Survive in the West: A Mujahid Guide.” In a section headed “Easy Money Ideas,” the manual suggested “if you can claim extra benefits from a government, then do so.”

Man könnte sagen: Hinter jedem erfolgreichem Terroristen in Europa steckt ein Arbeitsamt. Dagegen könnte man was tun, wie z.B. den Zugang zu Sozialleistungen für alle einschränken (die meisten Terroristen dürften bereits die Staatsbürgerschaft haben, also würde eine Einschränkung nur für Ausländer nichts bringen, außerdem wäre so eine Maßnahme grundsätzlich gut) und die Leistungen für Asylbewerber (wie es z.B. Anis Amri war) an deutlich härtere Bedingungen knüpfen und zeitlich begrenzen. Aber so einfach ist das leider nicht, denn

The Danish Security and Intelligence Service (PET) has tried to cut off the benefits since 2014, but current legislation doesn’t allow the payment agency to cut early pensions simply because the recipient is believed to be a terrorist.

Tja, der Rechtsstaat. Da kann man wohl nichts machen. Immerhin gibt es aber auch gute Nachrichten:

Philippe de Koster, director of Belgium’s agency that fights money laundering and terrorism financing, said steps have since been taken to prevent that from happening again. For example, those convicted of terrorism can no longer receive benefits while in jail.

In diesem Sinne: Es geht voran!

5 Antworten to “Die Finanziers des Terrors”

  1. Olaf Says:

    Die Geld-Überweisungen von der BRD ins Ausland sind auf Rekordhoch. Die Migranten scheinen Geld übrig zu haben, anders als die deutsche Omi an der Tafel. Die Deutschen werden immer ärmer und die Migranten kaufen im Baumarkt teure Chemie-Waffen. Crazy Merkels crazy Greenland.
    Als die Ungarn 54 verloren haben, gabs zwei Jahre später einen Aufstand gegen das Regime, mal sehen, wann der Michel sauer wird.

    • arprin Says:

      Als die Ungarn 54 verloren haben, gabs zwei Jahre später einen Aufstand gegen das Regime, mal sehen, wann der Michel sauer wird.

      Noch ist Deutschland nicht raus, und die heutige deutsche Mentalität ist völlig ungeeignet für einen Aufstand.

  2. Dr. Caligari Says:

    Der besagte Tunesier hat die Zutaten für seine geplante Tat, wie es aus den Berichten hervorgeht, mit dem Geld aus seinen Hartz IV-Bezügen bezahlt.

    Es ist ein Beispiel für das Klima von Hysterie, dass das ausgerechnet heute groß zum Thema wird.
    Amri usw. haben für ihr Geld gewiss auch nicht selbst gearbeitet…

    […]Syrien-Reisenden hat vor und, um den Sarkasmus auf die Spitze zu treiben, sogar nach ihrer Syrien-Ankunft weiterhin Sozialhilfe kassiert.

    DAS ist krass…

    Tja, der Rechtsstaat. Da kann man wohl nichts machen.

    In Übrigen: Durch die zunehmende Bürokratisierung und Verrechtlichung hat der Spielraum für Politiker und ähnliches … (Selbstzensur) viel mehr abgenommen.

    • arprin Says:

      Amri usw. haben für ihr Geld gewiss auch nicht selbst gearbeitet…

      Natürlich, es ist ein seit Jahren wiederkehrendes Muster. Islamisten, die sich vom Arbeitsamt finanzieren lassen.

      Durch die zunehmende Bürokratisierung und Verrechtlichung hat der Spielraum für Politiker und ähnliches … (Selbstzensur) viel mehr abgenommen.

      Das sehe ich nicht so. Die Politiker könnten diesen Umstand ändern, wenn sie das mal groß zum Thema machen würden.

  3. Thomas Holm Says:

    Linke können allerdings auch anders:

    „China is forcing hundreds of thousands of Uighur Muslims into „re-education“ camps to be drilled with lessons that „Xi Jinping is great“ and the Muslim faith is „stupid.““

    https://www.theglobeandmail.com/world/article-former-detainees-recount-abuse-in-chinese-re-education-centres/

    Vielleicht möchten Genosse Xi ja auch auf westlichen t-shirts verewigt werden, so wie der Genosse Che.

    „‘It is about Xi as the leader of the world’“

    Trumps deplorables werden das aber wohl nicht zulassen.

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