Fluchtmythen

Flüchtlinge: Was muss man wissen?

In den letzten Wochen war das Thema „Flüchtlinge“ mal wieder dominant in den Medien. Seehofer, Merkel, Salvini, Kurz, ganz Europa schaute gespannt auf die politische Elite, die am Ende nichts beschloss außer … nun, nichts. Im Rahmen der politischen Debatten fielen mir dabei immer wieder Behauptungen auf, mit denen eine politische Situation gerechtfertigt werden sollte, deren Faktengehalt aber gleich Null waren. An dieser Stelle möchte ich einige dieser Behauptungen sammeln und korrigieren. Um sich eine vernünftige Meinung zum Thema zu bilden, sollte man immer alle wichtigen Fakten kennen. Denn wie es immer wieder heißt: Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung, aber nicht auf seine eigenen Fakten. Hier werden deshalb sechs der größten Fluchtmythen, zur Aufklärung und damit hoffentlich für einen besseren Diskurs.

1. Die einzige Alternative zur Rettung und Unterbringung in Europa ist das Sterbenlassen.

Als Caterina Lobenstein und Mariam Lau in der Zeit einen „Pro-und-Contra-Artikel“ zur Thema Seenotrettung veröffentlichten, in der Mariam Lau die Contra-Position einnahm, hagelte es scharfe Kritik. Die Redakteure der „Titanic“ wünschten Lau Prügel und zeigten damit, was für schlechte Comedians sie sind – ihnen fiel offenbar keine lustige sarkastische Antwort ein, sondern nur die typisch linke, ernst gemeinte, tugendhafte Empörung. Auch von anderen Seiten wurde Laus Beitrag als indiskutabel abgetan. Nun finde ich Laus Beitrag selbst argumentativ und rhetorisch nicht überzeugend, aber sie hat nirgendwo behauptet, dass man Menschen in Seenot einfach sterben lassen soll. Stattdessen plädierte sie für eine „politische Lösung“, freilich ohne diese weiter auszuführen. Trotzdem hatte sie nun bei vielen den Ruf der „Sterbenlassen-Befürworterin“.

Die Behauptung, es gäbe nur die beiden Möglichkeiten „Rettung und Unterbringung nach Europa“ und „Sterbenlassen“ ist absurd. Es gibt niemanden, der Menschen in Seenot ertrinken lassen will. Jeder muss gerettet werden. Punkt. Es geht nur um die Frage, wohin sie danach gebracht werden sollen. Die europäischen Seenotretter bringen die Menschen alle nach Europa. Das muss aber nicht sein, vor allem wenn man bedenkt, aus welcher Region die Menschen gerettet werden: Vielfach sind sie Boote deutlich näher an der libyschen als an der italienischen Küste, wenn sie von den Europäern gerettet werden. Wer in libyschen Hoheitsgewässern gerettet wird, muss nicht zwangsläufig nach Europa gebracht werden. Natürlich sind die juristischen Details und die reale Durchsetzung sehr verzwickt, aber deshalb sollte man die Menschen nicht verwirren: Es geht nie um die Frage „Sterbenlassen oder nicht?“, es geht nur um die Frage, wohin sie nach ihrer Rettung gebracht werden sollen.

2. Wir sind schuld an der Armut in der Dritten Welt.

Der wohl größte Mythos. Immer wieder heißt es: Das Erbe der Sklaverei und des Kolonialismus, die Ausbeutung durch westliche Konzerne, die subventionierten Billigfleisch-Exporte, die Waffenexporte an Diktatoren usw. sind Schuld an der Armut in der Dritten Welt – also „unsere“ Politik von früher und heute. „Wir“ sind schuld, oder, um es ganz konkret auf den Punkt zu bringen: Der weiße (heterosexuelle) Mann. Bullshit! Die Sklaverei und der Kolonialismus waren grausam – aber sie sind lange vorbei. Wer die Gründe für Afrikas Armut noch immer hier sucht, der könnte mit gleicher Berechtigung die Gründe für die Probleme im Iran bei Alexander dem Großen suchen, für die Probleme Chinas bei Dschingis Khan und für die Probleme Bulgariens beim osmanischen Sultan Bayezid.

Sind „wir“ aber dann deshalb Schuld, weil die westlichen Konzerne die Afrikaner ausbeuten? Schön wär’s. Westliche Konzerne investieren in Entwicklungsländer – aber dabei handelt es sich eher um China, Bangladesch, Indien usw. Momentan bietet Afrika so schlechte Bedingungen, dass es kaum ausländische Investitionen dort gibt. Afrika nimmt kaum am Welthandel teil. Wie viele Produkte „Made in Burkina Faso“, „Made in Chad“ oder „Made in Malawi“ gibt es z.B. im Westen? Dabei wäre es gut, wenn es mehr ausländische Investitionen in Afrika gäbe. China hat seit der Öffnung seiner Wirtschaft das größte Wirtschaftswachstum der Menschheitsgeschichte erlebt, Bangladesch und Indien wachsen langsamer, aber sie tun es. Afrika braucht nicht weniger Verflechtung in den Welthandel, sondern mehr. Auch wenn ich befürchte, dass dann die Linken über die „ruinöse Konkurrenz“ aus Äthiopien und Angola schimpfen und gegen die „Ausbeutung der afrikanischen Billiglöhner“ auf die Straßen gehen werden.

Was ist aber mit den subventionierten Billigfleisch-Exporten und den Waffenexporten an Diktatoren? Ich lehne beides entschieden ab. Aber die subventionierten Billigfleisch-Exporte sind in erster Linie schlecht für die europäischen Steuerzahler, da sie die Subventionen zahlen. Das tun sie nicht nur, wenn die Landwirte ihre überschüssigen Waren nach Afrika exportieren, sondern wenn sie ihren Überschuss in Europa produzieren und dann einfach vergammeln lassen (man erinnere sich z.B. an die Butterberge und Milchseen). Alle Subventionen gehören abgeschafft, selbst wenn viele Landwirte deshalb bankrott gehen. Für die afrikanischen Konsumenten bedeuten die Billigfleisch-Exporte (bzw. für sie Importe) jedoch mehr billige Waren. Das führt nicht zu Armut. Einige afrikanische Landwirte mögen durch die Konkurrenz leiden, aber es ist Unsinn zu behaupten, dass „zuviel billiges Essen“ zu Armut in Afrika führt. Das Fehlen von Rechtssicherheit, endemische Korruption, zuviel Bürokratie, religiöse und ethnische Konflikte und eine zu traditionsbehaftete Mentalität führen zu Armut in Afrika.

Waffenexporte an Diktatoren sind zu verurteilen. Doch dadurch entstehen keine Kriege. Deutschland liefert Waffen an sehr viele Länder überall auf der Welt, zu den größten Abnehmern gehören Südkorea, Griechenland und Algerien. In keinem dieser Länder gibt es Kriege. Warum sollten Waffenexporte automatisch zu Kriegen führen? Die Waffenexporteure verdienen schon durch den Verkauf, nicht erst durch den Einsatz der Waffen. In Südamerika hat jedes Land eine Armee und rüstet diese mit Waffenimporten auf, trotzdem gibt es keine Kriege in diesem Kontinent. Auch die afrikanischen Länder könnten Waffen kaufen und sich damit eine Armee halten, anstatt Waffen zu kaufen und ethnische Minderheiten genozidieren. Niemand zwingt die Afrikaner, sich gegenseitig umzubringen.

3. Es wird immer schlimmer in Afrika, deswegen gibt es immer mehr Flüchtlinge.

Intuitiv scheint es Sinn zu ergeben: Es gibt immer mehr Flüchtlinge im Mittelmeer, also muss es immer mehr Armut in Afrika geben. Aber Intuition allein reicht nicht, es müssen schon statistische Daten her. Diese zeigen ein klares Bild: Die meisten afrikanischen Länder sind nach den 1960ern, nachdem die Länder unabhängig wurden, ökonomisch kollabiert, haben dann aber seit Mitte der 1990er angefangen, stabile Wachstumsraten zu erzielen. Heute geht es den meisten afrikanischen Ländern viel besser als vor 20 Jahren. Warum gibt es dann immer mehr Flüchtlinge? Ganz einfach: Je mehr Afrikaner ökonomisch aufsteigen, desto mehr können sich die Überfahrt nach Europa leisten. Die typischen Bootsflüchtlinge gehören in ihren Ländern zur Mittelschicht, die ärmsten Menschen in Afrika dagegen könnten sich niemals die Überfahrt leisten.

Das heißt selbstverständlich nicht, dass es schlecht ist, wenn es den Afrikanern besser geht, weil dann mehr nach Europa wollen. Es heißt nur, dass man den richtigen Grund für die Zunahme an Bootsflüchtlingen kennen muss. Es wird nicht immer schlimmer in Afrika, tatsächlich gibt es immer mehr Wachstum. Eines der häufigsten Herkunftsländer der Bootsflüchtlinge ist Ghana – Ghana ist eines der wohlhabendsten Länder in Afrika, es gibt hier keinen Hunger, keinen Krieg, keine massive Verfolgung. Soziologen gehen davon aus, dass der Migrationsdruck in Afrika erst aufhören wird, wenn das Durchschnittseinkommen bei umgerechnet 7.000 US-Dollar pro Jahr liegt. Zurzeit haben afrikanische Länder durchschnittlich ein Einkommen von 2.500 US-Dollar pro Jahr. Selbst wenn das derzeitige Wachstum in Afrika weitergeht, wird es also noch mindestens zwei Jahrzehnte lang einen hohen Migrationsdruck geben.

4. Afrika braucht mehr Entwicklungshilfe.

Wie oft hört man den Satz „Afrika braucht einen Marshallplan“? Damit ist gemeint: Mehr Entwicklungshilfe. Die meisten Industrieländer geben zwar tatsächlich weniger Geld für Entwicklungshilfe aus als sie selbst versprochen haben (0,7% des BIP), aber sie sollten dieses Versprechen lieber nicht erfüllen. Entwicklungshilfe nützt im Grunde gar nichts. Das massive Wachstum in China in den letzten 40 Jahren ist nicht auf einen westlichen „Marshallplan für China“ zurückzuführen, sondern auf die marktwirtschaftlichen Reformen nach Maos Tod. Die Länder, die am meisten Entwicklungshilfe bekommen haben, haben keinesfalls die höchsten Wachstumsraten zu verzeichnen. Warum? Es hat nicht nur mit Korruption zu tun, der bereits einen Teil der Entwicklungshilfe auffrisst, sondern auch damit, dass Entwicklungshilfe eben nicht zu Wachstum führt.

Theoretisch könnte man sagen: Egal, wir subventionieren von nun an Afrika für immer, sowie es Bayern mit Nordrhein-Westfalen und Berlin macht oder Deutschland mit Griechenland. Aber auch das ist falsch, denn bekanntlich sind NRW und Griechenland noch immer am Boden, und es gibt einen besseren Weg als ewige Subventionierung: Reformen, die es den Menschen im Land ermutigen, mehr unternehmerische Tätigkeiten aufzunehmen, so dass es mehr Waren und Dienstleistungen gibt und damit eine höhere Wirtschaftskraft und damit einhergehend auch eine höhere Kaufkraft bei den Bürgern. Afrika braucht mehr Marktwirtschaft, nicht mehr Entwicklungshilfe. Im Übrigen hat nichtmal der ursprüngliche Marshallplan den Empfangsländern dauerhaft geholfen: Deutschland ging es zuerst durch die Währungsreform 1948 und dann durch Ludwig Erhards Reformen besser.

5. Flüchtlinge sind gut für den Arbeitsmarkt und das Rentensystem.

„Kinder gibt’s immer“, damit wimmelte Kanzler Adenauer Bedenken gegen das umlagefinanzierte Rentensystem ab. Heute heißt es eher „Flüchtlinge gibt’s immer.“ Aber auch diese Vorstellung ist falsch. Unser umlagefinanziertes Rentensystem kann nur funktionieren, wenn es dauerhaft deutlich mehr Arbeiter als Rentner gibt. Neue Arbeiter – z.B. Flüchtlinge – zahlen zwar anfänglich ein, erwerben aber Ansprüche auf die zukünftige Rentenkasse. Wie sollen diese Ansprüche bezahlt werden? Mehr Flüchtlinge? Letztlich könnte nur eine massenhafte Reduzierung der Rentner oder ein konstant hohes Bevölkerungswachstum das derzeitige Rentensystem retten, so dass irgendwann 100 oder 120 Millionen Menschen in Deutschland leben, oder mehr (eben dauerhaftes Bevölkerungswachstum). Dazu gibt es nur zwei Alternativen: Ein neues, kapitalgedecktes Rentensystem, oder immer höhere Rentenbeiträge und Renteneintrittsalter bei niedrigeren Renten.

Dazu kommt noch, dass die Mehrheit der Flüchtlinge wahrscheinlich erst jahrelange Qualifikationen machen muss, bevor sie überhaupt eine Arbeit finden. Ihre geringen Qualifikationen sind auch der Grund, warum der sogenannte „Fachkräftemangel“ nicht durch Flüchtlinge bekämpft werden kann. Man muss dazu nicht viel sagen: Flüchtlinge sind in der Regel keine Fachkräfte, Punkt. Wenn die Flüchtlinge Arbeit finden, wird es sich mehrheitlich um Tätigkeiten im Niedriglohnsektor handeln. Die Auswirkungen der Flüchtlinge auf die wirtschaftliche Lage Deutschlands sind damit verschwindend gering. Es wird durch sie weder ein Wirtschaftswunder noch einen Staatsbankrott geben. Und das derzeitige Rentensystem wird völlig unabhängig von ihnen entweder kaputtgehen oder massiv reformiert werden.

6. Weltweit gibt es so viele Flüchtlinge wie noch nie zuvor.

In den Nachrichten heißt es immer wieder: Noch nie gab es so viele Flüchtlinge auf der Welt wie jetzt. Nachdem 2013 die Zahl der Flüchtlinge laut der UNHCR 50 Millionen überschritten hatte, waren es Ende 2017 bereits 71 Millionen. Oft kommt damit einhergehend auch der Satz „Fast alle leben in Entwicklungsländern“, womit wohl zum Ausdruck gebracht werden soll, dass die Entwicklungsländer eine viel größere Last tragen als die Industrieländer. Zu diesem Punkt kann man sagen, dass die überwältigende Mehrheit der politischen und wirtschaftlichen Krisen nunmal in Entwicklungsländern stattfindet und es in ihnen dann logischerweise mehr Fluchtbewegungen gibt, und dass der Westen alle Flüchtlingslager der UN in der Dritten Welt finanziert. Von „fehlender Solidarität“ kann man da schwer sprechen. Aber auch die Zahlen sind nicht ganz richtig.

Der erste Fehler ist, die absoluten und nicht die prozentualen Zahlen zu sehen. 71 Millionen sind bei 7 Milliarden Menschen 1% der Weltbevölkerung, 1945 gab es 50 Millionen Flüchtlinge bei 2,5 Milliarden Menschen, also 2% der Weltbevölkerung. Um auf denselben prozentualen Anteil zu kommen wie 1945 müssten heute schon 140 Millionen Menschen auf der Flucht sein. Der zweite Fehler ist, dass unter diesen 71 Millionen viele Menschen sind, die keine Flüchtlinge sind. Ich meine damit nicht die Fake-Zahlen der palästinensischen „Flüchtlinge“, denn diese werden nicht durch die UNHCR gezählt, sondern durch ihre eigene UN-Behörde, der UNRWA. Ich meine damit Zahlen zu den „internally displaced persons (IDP) or people in IDP-like situation“, also „Binnenvertriebene oder Menschen in ähnlicher Situation“. Hier werden Menschen gezählt, die meist eben nicht Flüchtlinge gemäß der offiziellen, international gültigen Definition sind, sondern mehrheitlich Menschen „in ähnlicher Situation“, so z.B. Menschen, die vor Naturkatastrophen Schutz suchen. Sie zählen laut der UNHCR 39 Millionen Menschen weltweit.

Wer offiziell als IDP eingetragen wird, hängt mehr vom Zufall ab als von ihrer Situation. So werden die mehr als 1 Million Auswanderer aus Venezuela, die ihr Land aufgrund des von der Regierung verursachten Chaos Richtung Kolumbien, Brasilien, Ecuador usw. verlassen haben, nicht zu den IDP gezählt, während in Serbien immer noch 210.000 IDP gezählt werden, die Mehrheit davon Serben, die wieder nach Kosovo zurückwollen. Schließlich dürften manche Zahlen der UNHCR komplett falsch sein, so die Zahl von fast 3,8 Millionen Flüchtlingen in der Türkei, bei konstantem Wachstum seit 2012. Ganz offensichtlich gibt es hier, wie bei den Fake-Palästinensern der UNRWA, viele Doppelzählungen. Alles in allem kann man sagen: Wir befinden uns definitiv nicht in der Zeit, in der es das größte Elend aller Zeiten mit der größten Zahl an Flüchtlingen in der Geschichte gab.

7 Antworten to “Fluchtmythen”

  1. Dr. Caligari Says:

    Hier werden deshalb sechs der größten Fluchtmythen, zur Aufklärung und damit hoffentlich für einen besseren Diskurs.

    Das würde in ein Sachbuch oder einen längeren Zeitschriftenartikel gehören. Danke dafür!

    Die Behauptung, es gäbe nur die beiden Möglichkeiten „Rettung und Unterbringung nach Europa“ und „Sterbenlassen“ ist absurd.

    Nein, es ist ein elementarer Bestandteil dieser Argumentationen und als solche völlig normal.
    Sowas wie „Entweder Europäische Union oder Krieg“ oder „Sozialismus oder Sozialdarwinismus“ usw. Solche Argumentationsmuster erscheinen immer und immer wieder und machen häufig die linken Standpunkte erst vertretbar.

    Meistens geht dieses „falsche Dilemma“ nahtlos über in ein Strohmann argument. Als Vertreter einer dritten Option (Eurokritiker oder Anhänger einer Marktwirtschaftlichen Sozialpolitik) ist man dann entweder zu dämmlich zu erkennen, dass es doch auf die andere Alternative hinausläuft oder man lügt und will z. B. Krieg in Europa.

    Es gibt niemanden, der Menschen in Seenot ertrinken lassen will.

    Doch, die gibt es schon. Will ich nicht bestreiten. Nur sind das wahrscheinlich nicht die Mehrheit der Kritiker.

    Ich glaube auch, dass man in Seenot geratenen Menschen helfen soll. Aber sie müssen nicht nach Europa!

    Wer die Gründe für Afrikas Armut noch immer hier sucht, der könnte mit gleicher Berechtigung die Gründe für die Probleme im Iran bei Alexander dem Großen suchen, für die Probleme Chinas bei Dschingis Khan und für die Probleme Bulgariens beim osmanischen Sultan Bayezid.

    Alexander ist über 2000 Jahre her; Dschingis Khan ist ebenfalls fast 1000 Jahre her usw.
    Es sind die zeitlichen Abstände, die eine Kausalität unwahrscheinlich machen.

    In der Tat, viele Probleme des Balkans rühren von der Unterdrückung der Osmanen her. Die Kolonialisierung ist ebenfalls nicht so schrecklich lange her… Es gibt gewisse ARgumente, die das plausibel machen: Die Völker Afrikas konnten durch die Vorherrschaft der Europäer keine eigenen, leistungsfähigen politischen Eliten formen, die Landesgrenzen feuern ethnische Konflikte an und so weiter…

    Selbst wenn das derzeitige Wachstum in Afrika weitergeht, wird es also noch mindestens zwei Jahrzehnte lang einen hohen Migrationsdruck geben.

    Solange in Europa ein warmer, freundlicher Sozialstaat und andere Dinge locken, werden sich auch junge Männer auf den Weg machen, um ihrn Teil vom Kuchen abzuholen.

    Aber auch das ist falsch, denn bekanntlich sind NRW und Griechenland noch immer am Boden, und es gibt einen besseren Weg als ewige Subventionierung[.]

    Mein Liebingsbeispiel in diesem Zusammenhang ist übrigens Nord- und Süd-Italien.
    Süd-Italien soll jetzt schon seit dem 19. Jahrhundert (!) mit dem Norden angeglichen werden, trotzdem hat die gesamte Genialität und die gesamte Wirtschaftskraft einer der weltweit führenden Industrienationen NICHT bereicht, um Italien zu vereinheitlichen.
    Im Globalen Maßstab wird das auch nicht klappen!

    Ein neues, kapitalgedecktes Rentensystem, oder immer höhere Rentenbeiträge und Renteneintrittsalter bei niedrigeren Renten.

    Deutschland geht 100% den zweiten Weg. Steigende Sozialabgaben sind in Deutschland kein Problem. Die lassen sich die linken Journalisten, den Gewerkschaften und Verbänden prima verkaufen. Aber ein Kapitalgedecktes Rentensystem? Das stinkt nach Kapitalismus!

    • arprin Says:

      Das würde in ein Sachbuch oder einen längeren Zeitschriftenartikel gehören. Danke dafür!

      Danke für die Blumen!

      Ich glaube auch, dass man in Seenot geratenen Menschen helfen soll. Aber sie müssen nicht nach Europa!

      Eben, der letzte Punkt wird von vielen bewusst oder unbewusst (?) unterschlagen.

      Es sind die zeitlichen Abstände, die eine Kausalität unwahrscheinlich machen.

      Es sind vor allem die Realitäten in Afrika, die eine Kausalität unmöglich machen. Die tyrannischen, korrupten Diktatoren Afrikas haben nichts mit dem europäischen Kolonialismus zu tun.

      Es gibt gewisse ARgumente, die das plausibel machen: Die Völker Afrikas konnten durch die Vorherrschaft der Europäer keine eigenen, leistungsfähigen politischen Eliten formen, die Landesgrenzen feuern ethnische Konflikte an und so weiter…

      Warum soll das eine das andere ausgelöst haben? Die Afrikaner hatten genug Zeit, um leistungsfähige Eliten zu formen. Und die ethnischen Konflikte stellen – ebenso wie Europas leidvolle Geschichte von ethnisch-religiöser Gewalt – ein eigenes Versagen dar. Trotz der multi-ethnischen Gliederung der Staaten durch die Europäer hätte man z.B. alle Ethnien tolerieren oder Sezessionen erlauben können, anstatt auf Unterdrückung und Krieg zu setzen.

  2. Eloman Says:

    Die Kolonialisierung Afrikas hat hauptsächlich im 19. Jahrhundert stattgefunden und dauerte ca.100 – 150 Jahre. Die Kolonialisierung des Balkans durch die Osmanen zum Beispiel dauerte mehr als doppelt so lange. Ob die Staaten Afrikas ohne Kolonialisierung heute weiter wären, wage ich doch mal sehr stark zu bezweifeln. Im Gegenteil, ohne die von den bösen Kolonialisten geschaffene Infrastruktur sähe es dort noch viel schlimmer aus. Was den Afrikanischen Staaten fehlt, ist zu aller erst eine bildungs- und leistungsaffine Kultur, Überwindung des Stammesdenkens, Rechtssicherheit, mehr interafrikanischer Handel und Zugang zu den Weltmärkten.

    • arprin Says:

      Ob die Staaten Afrikas ohne Kolonialisierung heute weiter wären, wage ich doch mal sehr stark zu bezweifeln. Im Gegenteil, ohne die von den bösen Kolonialisten geschaffene Infrastruktur sähe es dort noch viel schlimmer aus.

      In der Tat, in einigen Ländern stammt der Großteil der Eisenbahnschienen z.B. aus der Kolonialzeit. Da ist es abdurd zu sagen: Ohne Kolonialismus würde Afrika heute besser dastehen.

      Was den Afrikanischen Staaten fehlt, ist zu aller erst eine bildungs- und leistungsaffine Kultur, Überwindung des Stammesdenkens, Rechtssicherheit, mehr interafrikanischer Handel und Zugang zu den Weltmärkten.

      100% richtig. Die besorgten Linken wollen einen „neuen Marshallplan“, als ob Entwicklungshilfe irgendetwas dauerhaft gebessert hätte, von der Eigenverantwortung der Afrikaner sprechen sie nie. Dabei sollten sie auf erfolgreiche Länder schauen (Botswana, Mauritius) und sehen, dass es mit einer guten Regierung durchaus möglich ist, als afrikanisches Land zu prosperieren.

  3. Olaf Says:

    Erst flüchten die Klimaflüchtlinge hierher, und dann auch noch das Klima himself hinterher. Es ist warm wie in Afrika und die Leute auf den Straßen sehen auch so aus. Tropical Shithole BRD.

  4. Thomas Holm Says:

    Der Klassiker von Siegfried Kohlhammer gebraucht ab € 119,70 (!)
    „Auf Kosten der Dritten Welt?“ 1999 Erstveröffentlichung 1993

    Ignoriert und totgeschwiegen. Soviel zum Thema Wissenschaft.

    Vom selben Autor auch eine Präsentation des Urerfinder des „edlen Wilden“ schon 1530: Pedro Mártir de Anglería: in „De orbe novo“:

    „… der Habsucht, Intoleranz und Grausamkeit der Konquistadoren die glückliche Lebensweise der brasilianischen Indianer gegenüber stellte, »die kein Geld kennen, keine Gesetze, keine tückischen Richter, trügerischen Bücher noch die Sorgen einer ungewissen Zukunft.“

    Von mir hier bereits 2014 wegen eines gewissen Jürgen T. vorgestellt. Hier mir funktionierender Quelle zum nachlesen:

    https://books.google.de/books?id=3ml7BgAAQBAJ&pg=PT12&lpg=PT12&dq=%22kein+Geld+kennen,+keine+Gesetze,+keine+t%C3%BCckischen+Richter,+tr%C3%BCgerischen+B%C3%BCcher%22&source=bl&ots=u-BJyHX4DG&sig=IAczvUXmcTzLa6O1Uef5flSWHW4&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwi1zKqi5M3cAhUHjqQKHYhNATYQ6AEwAHoECAAQAQ#v=onepage&q=%22kein%20Geld%20kennen%2C%20keine%20Gesetze%2C%20keine%20t%C3%BCckischen%20Richter%2C%20tr%C3%BCgerischen%20B%C3%BCcher%22&f=false

  5. aron2201sperber Says:

    bei der Türkei sind es verstenerte Zahlen. Jeder, der (ohne Pass und Fingerabdrücke) registrier wurde, bleibt registriert (natürlich auch mehrfach).

    die EU könnte durch Stichproben den ganzen Schwindel leicht aufdecken.

    will sie aber offenbar nicht.

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