Der Untergang

Löst der Neoliberalismus Schiffsunglücke aus?

Das Ende ist nah

Es gibt keine rationale Begründung für den neuen Lockdown:

– Es droht keine Überlastung des Gesundheitssystems. Bei der ersten Welle stiegen die Infiziertenzahlen und die Hospitalisationszahlen gleichermaßen, diesmal steigen aber nur die Infiziertenzahlen, die Hospitalisationszahlen bleiben gering. Das könnte darauf hindeuten, dass wir auf dem Weg in Richtung Herdenimmunität sind, und das wäre eine gute Sache. Aber selbst wenn es noch länger dauern sollte, bis die Herdenimmunität kommt, ist bis dahin das Gesundheitssystem nicht überlastet, es gibt also keine Not.

– Wir wissen nicht, wo die meisten Neuinfektionen geschehen. Dass Schulen und Kitas diesmal nicht geschlossen werden, dient ausschließlich der Entlastung von Eltern, während Gastronomie, Hotellerie und Kultur nicht dieses Glück haben. So verständlich diese Entscheidung klingen mag, sie macht epidemiologisch keinen Sinn, wenn das Virus sich theoretisch überall verbreiten kann. Mit dem heutigen (unvollständigem) Wissen sind die einzig bewährten Methoden, Großveranstaltungen zu verbieten und Risikogruppen stärker zu schützen.

– Selbst wenn der Lockdown die Infektionszahlen senken könnte, kann man den Lockdown nicht unabhängig von den ökonomischen und psychologischen Folgen sehen, die er mitbringt. Die Zerstörung von ganzen Branchen und die Zunahme an Depressionen und Selbstmorden aufgrund der andauernden Isolation sind Kosten, die durchaus schlimmer sein werden als die potenziell erhöhten Sterberaten durch eine zweite Welle ohne einen Lockdown.

Es scheint, dass es diesmal mehr Widerstand gegen den neuen Lockdown geben wird als beim ersten Mal. Mal sehen, ob es diesmal rationalere Stimmen sein und ob sie Erfolg haben werden. Ein erneut lang anhaltender Lockdown wäre eine ungeheuerliche Tragödie.

7 Antworten to “Der Untergang”

  1. Olaf Says:

    -Wie der Baum, so die Frucht! Ein guter Baum trägt gute Früchte, ein schlechter Baum trägt schlechte Früchte.- so stehts schon in der Bibel.

    Das verrückte Merkel macht verrückte Politik, no surprise.
    Und die feigen CDU-Kriecher trauen sich nicht gegen das Stasi-Ding aufzumucken;)
    Wahnsinn, dein Name ist BRD.

  2. Eisfunke Says:

    Die Hospitalisationszahlen ziehen mittlerweile nach.

    https://www.tagesschau.de/inland/coronavirus-deutschland-231.html

    Der „verspätete“ Anstieg im Vergleich zum Vorjahr liegt vermutlich eher daran, dass die aktuelle Welle besonders bei jungen Leuten begonnen hat, die auf Partys etc. viele Kontakte hatten, aber eben auch seltener ins Krankenhaus müssen. Die restlichen Bevölkerungsschichten kommen aber natürlich irgendwann nach. Risikogruppen alle wegsperren funktioniert nun leider nicht so einfach.

    Die möglichen Folgen einer unaufgehaltenen zweiten Welle schätzt Du jetzt zwar gering ein, aber das Wesen eines exponentiellen Anstieg ist es, dass er sehr, sehr schnell geht, wenn er Fahrt aufgenommen hat und nicht aufgehalten wird. An einem Tag ist noch alles gut in der Intensivstation, ein paar Tage später ist alles voll. Gab es alle schon. Und übrigens: Es mag zwar ganz ok aussehen mit den Zahlen der vorhandenen Intensivbetten, aber schon vor Corona war zu wenig Pflegepersonal für diese Betten da.

    Da aber die erste Welle zügig aufgehalten wurde und es bei der zweiten jetzt auch wieder besser wird, werden wir hier wohl nicht am eigenen Leibe erfahren, wie ein unaufgehaltener exponentieller Anstieg ausgesehen hätte. Ich bin froh drum.

  3. Peter Says:

    Richtig, man darf den „Lockdown light“ kritisch hinterfragen. Aber was ist die Alternative? Keine Rücksichtnahme auf gesundheitlich angeschlagene Menschen und Schwächere? Ist es das, was wir wollen?

    Natürlich wird mehr getestet, aber auch die Positivenquote ist von ca. 1% auf 7 % gestiegen, die Zahl der Intensivpatienten liegt mittlerweile über dem Niveau von April/Mai. Lautet die Antwort, die Fakten einfach zu ignorieren und weiter so zu machen?

    Nichts spricht dagegen, Kitas und Schulen geöffnet zu lassen und im Gegenzug die Gastronomie zu schließen. Epidemiologisch mag es widersprüchlich sein, aber Politik darf und muss Prioritäten setzen, ob das allen passt oder nicht.

    Ja, der Preis wird hoch sein, aber nichts zu tun wäre meiner Einschätzung nach weitaus schlimmer. Warum soll es einfacher sein, einen geliebten Angehörigen zu verlieren als mehrere Wochen einen „Lockdown light“ durchzustehen?

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