Archive for the ‘9/11’ Category

Systemkritik und 9/11, Teil 1: „Terror comings home“

September 10, 2011
Osamas Erbe in New York

Als der Terror nach New York kam

„Keine Kultur kann von außen erobern werden, wenn sie nicht zuvor von innen zerfallen ist“. Dieses Zitat stammt von Will Durant, meinem Lieblingshistoriker. Die Terroranschläge von 9/11 bedeuteten zwar nicht die Eroberung des Westens durch eine andere Kultur. Aber sie haben dem Westen eine schmerzliche Niederlage zugefügt. Für Systemkritiker, die vom Zerfall der westlichen Kultur überzeugt sind, war dies ein willkommener Anlass, um mal richtig die Luft auszulassen. Durants Zitat wurde dabei gnadenlos missinterpretiert.

Die ständige Behauptung, dass 9/11 ein Wendepunkt der Geschichte gewesen sei, lässt sich so einfach nicht bestätigen. Das Attentat von Sarajevo, die Oktoberrevolution, die Machtergreifung der Nationalsozialisten oder der Mauerfall waren Wendepunkte, aber nach 9/11 hat sich die Welt nicht so stark verändert. Die politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen oder kulturellen Veränderungen waren im Vergleich zu den anderen Ereignissen minimal. Die Anschläge bedeuteten nicht den Niedergang der westlichen Kultur, wie es manche gerne hätten.

Die Systemkritiker sahen es anders. Sie sahen die Anschläge vor allem als Widerstand gegen die weltweite Ungerechtigkeit, gegen Kapitalismus, Globalisierung und Imperialismus. Terroristen deklarierten sie zu armen, verzweifelten und unterdrücken Menschen, die, wie Eugen Drewermann es ausdrückte, in der „Ersatzsprache der Gewalt“ mit uns reden wollten, da wir ihre Hilfeschreie sonst nicht hören würden. Antiamerikanismus, Antikapitalismus und Antisemitismus vermischten sich endgültig zu einem Kulturrelativismus, der in den letzten 10 Jahren zum Mainstream geworden ist. (more…)

Offener Brief an die Welt der Wunder-Redaktion

September 3, 2011

Liebe wdw-Redaktion,

In diesem Monat jähren sich zum zehnten Mal die Terroranschläge vom 11. September 2001. In ihrer neusten Ausgabe nehmen sie sich das Thema an. Sie berichten über “11 Wahrheiten zum 11. September”. Es ist nicht das erste Mal, dass sie Verschwörungstheorien einen Raum bieten. In mehreren Ausgaben haben sie vermeintlich “ungelöste Fragen” zum 11. September gestellt.

Ihre Argumente sind alle amateurhaft und alles andere als wissenschaftlich. Vor allem die bei Verschwörungstheoretiker beliebte Frage “Cui Bono?” ist an Schamlosigkeit nicht zu überbieten. Wer profitiert denn davon, wenn 3.000 Amerikaner tot sind? Die, die Amerika hassen natürlich. Ist ihnen diese Schlussfolgerung überhaupt nicht in den Sinn gekommen?

In einer Ausgabe maßen sie sich an, die Verschwörungstheoretiker Alex Jones und David Ray Griffin als “9/11-Experten” zu bezeichnen, was in etwa so zutreffend ist, wie Kreationisten als “Biologie-Experten” zu bezeichnen. Auch haben sie mal ein rundes Loch in einer Wand gezeigt und behauptet, dies sein das Eintrittsloch, dabei handelte es sich eindeutig um das Austrittsloch. Wozu diese Manipulationen?

Man kann einen Turm nur dann sprengen, wenn man die Stahlträger explodieren lässt, dann stürzt das Gebäude von den unteren Stockwerken aus in sich zusammen. Die WTC sind aber von der Mitte aus eingestürzt und einige Stahlträger sind selbst nach dem Einsturz noch für ein paar Sekunden stehen geblieben. Eine Sprengung kann somit zu 100% ausgeschlossen werden. Auch sind die Türme nicht in Freifallgeschwindigkeit eingestürzt, wie die Verschwörungstheoretiker behaupten.

Ich frage mich, warum sie es nötig haben, immer wieder über diese lächerlichen Verschwörungstheorien zu berichten. Entweder tun sie es, um eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen, oder sie sind selbst Verschwörungstheoretiker, was ich kaum glaube.

Ich bitte sie, in Zukunft mehr Respekt gegenüber den Angehörigen der Opfer zu zeigen. Wer in Deutschland ein Buch schreibt, indem er den Holocaust als jüdische Verschwörung bezeichnet, muss sich auf eine Anklage wegen Volksverhetzung gefasst machen. Aber über den 11. September darf man das sagen und bekommt sogar Unterstützung von der ARD und Welt der Wunder. Gibt ihnen das nicht ein bisschen zu denken?

Mit freundlichen Grüßen,

Ein Leser.

1945-2011: Der schönste Tod seit Langem

Mai 2, 2011

Was ich der CIA wirklich vorwerfen muss, ist das sie nicht schon drei Tage vorher zugeschlagen haben!

30.April 1945:

30.April 2.Mai 2011 (66 Jahre später…)

Ein Prinz heiratet, ein Bösewicht stirbt: Danke, Amerika!

Sorry, British Royals…

 10 Jahre für ein Champion…

Ein Titel für bin Laden!

 ONE OF THEM IS ACTUALLY DEAD:

bin Laden tot, Tupac …

(Quelle für die Bilder: http://www.yasrsly.com/tag/osama-bin-laden-is-dead-speech/)

Homer tötet Osama:

„Möge seine Asche in Frieden ruhen- und dann als Streusalz verwendet werden“ (Zitat von einem Welt.de-Kommentator)

RIH, Osama!

Rache ist die Mutter der Gerechtigkeit

Mai 2, 2011
Osamas Erbe in New York

Osamas Erbe in New York

Manchmal verdienen Menschen den Tod. Wikipedia war schon ganz schnell

Kate und William werden ausgerechnet von Osama dem Schrecklichen (Zitat BILD) aus den Schlagzeilen vertrieben, aber skurillerweise nicht für eine Schreckensnachricht, sondern eine mindestens ebenso wundervolle wie eine royale Traumhochzeit.

Und ja, ich finde man kann den Tod eines Menschen ruhig ausgelassen feiern. Man soll ja nichts Schlechtes über Tote sagen, also: Zum Glück ist dieser Bastard endlich tot. Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, was für Folgen sein Tod für die 9/11-Truthergemeinde haben wird. Wer weiß, vielleicht wird es schon bald die erste Biografie von ihm geben. Ich kann mir schon den Titel vorstellen: „Der Mann, der in New York ein Feuer entfachte.“

Es ist wie bei Lenas Sieg beim Eurovision Song Contest oder das Sommermärchen von 2006: In Zeiten von trüber Stimmung kommt ein Ereignis daher, scheinbar aus dem Nichts, um die Stimmungslage der Menschen nach oben zu katapultieren- und sei es nur für ein paar Tage.

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